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Airport Friedrichshafen: Aussichtsterrasse neueröffnet

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Aussicht für Spotter und Flugzeugbegeisterte verbessert: Ab sofort ist die Aussichtsterrasse am Bodensee-Airport Friedrichshafen wieder geöffnet. Von dort gibt es einen guten Rundumblick auf das Geschehen am Vorfeld, des Flughafens und auch die Starts und Landungen der Zeppeline können von hier aus beobachtet werden.

Nach einer Umbauphase ist die Terrasse am Airport wieder geöffnet. Der Zugang ist zu den normalen Öffnungszeiten des Flughafens möglich, d.h. von 05:00 Uhr bis 22:00 Uhr. Claus-Dieter Wehr, Geschäftsführer der Flughafen Friedrichshafen GmbH: „Wir freuen uns, dass wir rechtzeitig zu den Zusatzflügen der Wizz Air, die ab 17. September erwartet werden, wieder den direkten Blick auf unser Vorfeld ermöglichen können. Sicherlich eine besondere Erfahrung für die Luftfahrtenthusiasten ebenso wie für die Abholer und Bringer von Fluggästen – also allen, die den Jets nahekommen wollen, ohne einen Flug gebucht zu haben. So nahe wie am Bodensee-Airport dürfte das nur selten erlebbar sein.“

Flughafen Stuttgart: Pistenlärm durch Bauarbeiten

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Am Flughafen Stuttgart finden gerade nächtliche Bauarbeiten auf der Landebahn statt. Die zu bearbeitende Fläche hat eine Größe von rund 20.000 Quadratmetern. Bei den nächtlichen Arbeiten ist eine Großfräse im Einsatz.

Von Dienstag, 17. September bis Freitag, 11. Oktober 2019 wird auf der Start- und Landebahn im Bereich der westlichen Aufsetzzone die Reibung an der Oberfläche verbessert. In die bestehende Betonfläche werden Rillen mit circa drei Millimeter Tiefe eingefräst. Mit diesem Verfahren wird die Griffigkeit der Oberfläche verbessert.

Arbeiten mitten in der Nacht

Die Arbeiten mit Hilfe des so genannten Grinding-Verfahrens werden ausschließlich nachts zwischen 24:00 Uhr und bis spätestens 05:30 Uhr durchgeführt. Die Flughafen Stuttgart GmbH bittet für mögliche Ruhestörungen um Verständnis. Die Arbeiten sind notwendig, um die Funktion der Start- und Landebahn langfristig zu gewährleisten.

Airbus A310 ZERO-G: Parabelflüge als „Brücke“ ins All

Parabelflüge gelten als „Brücke“ ins All und dienen insbesondere als Testplattform von Experimenten für die Internationale Raumstation ISS. Vom 02. bis 13. September 2019 kamen jetzt Wissenschaftler und Ingenieure deutscher Hochschulen und Forschungseinrichtungen zum 34. Mal kamen ins südfranzösische Bordeaux, um an Bord des europaweit einzigen Parabelflugzeugs A310 ZERO-G unter der „Flagge“ des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Schwerelosigkeit zu arbeiten.

Forschungsflugzeug A310 ZERO-G

A310 ZERO-G heißt das aktuell genutzte Forschungsflugzeug, das im April 2015 zu seinem ersten wissenschaftlichen Parabelflug startete. Die Gründe, warum Parabelflugkampagnen so interessant für die Wissenschaft sind, waren aber vor 20 Jahren dieselben wie heute: „Auf der Erde herrscht immer und überall Schwerkraft. Aber was passiert genau in biologischen oder nicht-biologischen Systemen, wenn die Schwerkraft keinen Einfluss mehr hat? Der Parabelflug erlaubt über das spezielle Flugmanöver, die Schwerkraft für eine kurze Zeit lang `auszusetzen‘, weil die wirkenden Kräfte sich gegenseitig aufheben. Das ist perfekt, um die vielen offenen Fragen in der Biologie, der Humanphysiologie, Materialforschung und Physik zu klären, die wir hier auf der Erde nicht beantworten können – und damit möglichst gut gerüstet zu sein, wenn es Richtung Exploration geht“, erklärt DLR-Parabelflugprogrammleiterin Katrin Stang.

Experimente in Schwerelosigkeit quer durch die Wissenschaften

14 unterschiedliche Teams nutzten die Vorbereitungs- und die anschließende Flugwoche, um besonderen Fragestellungen aus den Bereichen (Grundlagen-) Physik, Biologie, Technologie und Materialwissenschaften sowie Humanphysiologie auf den Grund zu gehen. Als prominenter Experimentator war Matthias Maurer an Bord. Der deutsche ESA-Astronaut war Teil des FLUMIAS-Teams der Universitäten in Frankfurt und Marburg sowie von Airbus in Bremen. FLUMIAS ist ein Fluoreszenz-Mikroskop, mit dem man Zellen und Gewebe, unter anderem Pflanzenzellen, lebend und in hoher dreidimensionaler und zeitlicher Auflösung in der Schwerelosigkeit beobachten kann.

„Pflanzen sind Modellorganismen für die Wahrnehmung und Anpassung an die Schwerkraft. Sie spielen auch im All eine wesentliche Rolle als Nahrungs- und Sauerstoffquelle sowie als Abfallregenerator. Wir haben im Parabelflug die Wahrnehmung und frühe Signalweiterleitung nach Schwerkraftänderungen untersucht“, erklärt Matthias Maurer. „Für mich war es besonders interessant, wie schnell die Pflanzen auf die Schwerelosigkeit reagieren und Botenstoffe ausschütten. Ich freue mich schon darauf, FLUMIAS in wenigen Jahren auf der Raumstation zu sehen und eventuell sogar selbst in Betrieb zu nehmen.“

Neurocog-Experiment der Deutschen Sporthochschule in Köln: Wissenschaftler der Deutschen Sporthochschule Köln untersuchten bei der 34. DLR-Parabelflugkampagne, wie sich Schwerelosigkeit auf die kognitive Leistungsfähigkeit im All auswirkt.
Neurocog-Experiment der Deutschen Sporthochschule in Köln: Wissenschaftler der Deutschen Sporthochschule Köln untersuchten bei der 34. DLR-Parabelflugkampagne, wie sich Schwerelosigkeit auf die kognitive Leistungsfähigkeit im All auswirkt.

FLUMIAS von Airbus gebaut

FLUMIAS wurde von Airbus im Auftrag des DLR Raumfahrtmanagements für den Einsatz beim Parabelflug und auf TEXUS-Forschungsraketen gebaut und bietet Wissenschaftlern seit 2014 die Möglichkeit, an lebenden Zellen in Schwerelosigkeit zu forschen. Auf der Internationalen Raumstation ISS kam im Jahr 2018 zudem ein Demonstrator eines weiterentwickelten FLUMIAS – hier in der Größe eines Schuhkartons – erfolgreich und erstmalig für das sogenannte „Live-Cell-Imaging“ zum Einsatz. „Für die Zukunft steht das Projekt ´FLUMIAS-ISS´ an, das mit einer perfektionierten Form des Mikroskops Forschern aus Deutschland – und in Kooperation mit der ESA auch aus anderen Ländern – zur Verfügung stehen soll“, erläutert DLR-Parabelflugprogrammleiterin Katrin Stang.

Matthias Maurer – selbst promovierter Werkstoffwissenschaftler – hat außerdem als „assoziiertes Teammitglied“ beim Experiment „Flying OCULUS“ (Optical Coatings for Ultra Lightweight Robust Spacecraft Structures) mitgearbeitet: Entwickelt in einer Kooperation des Instituts für Raumfahrttechnik der TU Braunschweig mit der INVENT GmbH und dem Fraunhofer IST wurde ein Prozess entwickelt, um die Oberflächen von Kohlenstoff-Faserverbund (CFK)-Werkstoffen zu metallisieren. Ziel ist hierbei, weltraumtaugliche, leichte und kostensparende Spiegelsysteme herzustellen, die zum Beispiel bei Weltraumteleskopen eingesetzt werden können. „Wir haben beim Parabelflug das Konzept und die Mechanik der Entfaltung eines Leichtbauspiegels mit 75 Prozent Gewichtsreduktion im Vergleich zu konventionellen Spiegelsystemen in der Raumfahrt getestet, der in einem CubeSat-Kleinsatelliten eingebaut war“, sagt Maurer. „Leichtbau ist ein Schlüsselthema für die Raumfahrt. Denn jedes Kilogramm kostet mehr als 10.000 Euro, um es in den Weltraum zu bringen. Das System hat in Schwerelosigkeit erfolgreich funktioniert.“

Vom DLR selbst waren das Institut für Materialphysik im Weltraum aus Köln, in Kooperation mit der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), mit einem Experiment zum 3D-Druck in Schwerelosigkeit und das Institut für Robotik und Mechatronik aus Oberpfaffenhofen bei München mit ECOS, einem Experiment für teleoperierte Anwendungen („Mensch-Maschine-Interaktion“) an der Kampagne beteiligt. Bei ECOS geht es darum, anstelle eines Joysticks zur Steuerung eines Roboterarms im All eine Schnittstelle zu nutzen, die die Muskelaktivität elektrisch erfasst und durch die Kontraktion verschiedener Muskelgruppen Steuersignale erzeugt. Diese Technologie ist neben der Teleoperation auch für prothetische Anwendungen interessant.

Staubige Plasmen und ihre Stereoskopische Untersuchung in Schwerelosigkeit: Plasma ist ein elektrisch leitfähiges Gas. Im Weltraum ist das Plasma der Normalzustand, auf der Erde nutzen wir Plasmen u.a. in Leuchtstofflampen und zur Chipherstellung. Wissenschaftler der Universität Greifswald untersuchten bei der 34. DLR-Parabelflugkampagne das Verhalten staubiger Plasmen in Schwerelosigkeit.
Staubige Plasmen und ihre Stereoskopische Untersuchung in Schwerelosigkeit: Plasma ist ein elektrisch leitfähiges Gas. Im Weltraum ist das Plasma der Normalzustand, auf der Erde nutzen wir Plasmen u.a. in Leuchtstofflampen und zur Chipherstellung. Wissenschaftler der Universität Greifswald untersuchten bei der 34. DLR-Parabelflugkampagne das Verhalten staubiger Plasmen in Schwerelosigkeit.

Parabelflug: Wertvoll für die Forschung

Parabelflüge sind die einzige Möglichkeit, auf der Erde beziehungsweise in ihrem direkten Umfeld in Schwerelosigkeit zu forschen, wenn Menschen ins Spiel kommen. Andere Experimente können auch in Falltürmen oder Forschungsraketen durchgeführt werden. Deutsche Wissenschaftler nutzten Parabelflüge schon seit den 1980er-Jahren, damals noch innerhalb des ESA-Programms oder über Kooperationen mit anderen Raumfahrtnationen.

Auf der ersten eigenständigen DLR-Kampagne vor 20 Jahren – im Dezember 1999 – mit acht wissenschaftlichen Experimenten waren u.a. die Vor- und Begleitexperimente für das erste Plasmakristall-Experiment auf der Internationalen Raumstation ISS (2001-2005) mit an Bord: „Die Versuche im Jahr 1999 legten mit die Basis für die später sehr erfolgreiche Reihe von deutsch-russischen Plasmakristall-Experimenten auf der ISS“, erläutert Katrin Stang. Auf der 34. Kampagne war nun ein neues Experiment vom DLR Institut für Materialphysik im Weltraum an Bord, um die Forschung im Bereich der Plasmakristalle fortzusetzen.

DLR-Parabelflugkampagne

Die Firma Novespace organisierte im Auftrag der europäischen Raumfahrtagenturen ESA, CNES und DLR die Forschungsflüge bis 2014 mit einem umgebauten Airbus A300 ZERO-G, seit 2015 kommt dafür der ehemalige „Kanzler-Airbus“ A310-304 VIP als sein Nachfolger „Airbus A310 ZERO-G“, zum Einsatz. Eine DLR-Parabelflugkampagne besteht in der Regel aus drei Flugtagen mit zirka vier Flugstunden, an denen jeweils 31 Parabeln geflogen werden. Dabei steigt das Flugzeug aus dem horizontalen Flug steil nach oben, drosselt die Schubkraft der Turbinen und folgt dabei der Flugbahn einer Parabel. Während jeder Parabel herrscht für etwa 22 Sekunden Schwerelosigkeit. Insgesamt stehen bei einer Flugkampagne etwa 35 Minuten Schwerelosigkeit – im Wechsel mit normaler und nahezu doppelter Erdbeschleunigung – zur Verfügung, die Forscher für ihre Experimente nutzen können.

Genutzt wird die von der französischen Firma Novespace angebotene Fluggelegenheit jeweils ein- bis zweimal jährlich für wissenschaftliche Kampagnen des DLR, der Europäischen Weltraumagentur ESA und der französischen Raumfahrtagentur CNES. Ein besonderer Vorteil für die Wissenschaftler und Ingenieure besteht darin, dass sie ihre vertrauten Laborgeräte verwenden können. Die Instrumente werden eigenhändig in die sogenannten „Racks“ (Halterungen) eingebaut, und die Wissenschaftler können auf der Kampagne die Experimente an Bord selbst durchführen und genauso kontrollieren wie in ihrem Labor auf der Erde. Parabelflüge finden zudem regelmäßig und zu kalkulierbaren und verlässlichen Terminen statt.

Der deutsche ESA-Astronaut Matthias Maurer bei FLUMIAS: Der deutsche ESA-Astronaut Matthias Maurer war ebenfalls auf Einladung des DLR an Bord des Airbus A310 ZERO G und half beim FLUMIAS-Experiment der Universitäten Frankfurt und Marburg, gemeinsam mit Airbus.
Der deutsche ESA-Astronaut Matthias Maurer bei FLUMIAS: Der deutsche ESA-Astronaut Matthias Maurer war ebenfalls auf Einladung des DLR an Bord des Airbus A310 ZERO G und half beim FLUMIAS-Experiment der Universitäten Frankfurt und Marburg, gemeinsam mit Airbus.

Luft- und Raumfahrtkongress zur Zukunft der Luftfahrt

Wie die Luftfahrtbranche neue Entwicklungen – vom Flugzeugsitz über das Cockpit bis zum Fluggerät an sich – nutzen kann, um eine erfolgreiche Luftfahrt der Zukunft zu gestalten, diskutieren die Teilnehmer des 68. Deutschen Luft- und Raumfahrtkongresses (DLRK) in Darmstadt.

Die Zukunft der Luftfahrt soll nachhaltig und umweltfreundlich werden. Darüber sind sich Politik, Industrie und Forschung seit vielen Jahren einig. Neue Technologien bringen innovative Konzepte und kontinuierliche Verbesserungen. Der Kongress der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR) ist das größte wissenschaftlich-technische Networking-Event der Luft- und Raumfahrtbranche Deutschlands und bringt jährlich rund 600 Experten und den wissenschaftlichen Nachwuchs zusammen, um gemeinsam über aktuelle Themen der Branche zu diskutieren. Der Kongress findet vom 30. September bis 02. Oktober 2019 in Darmstadt statt.

Air Traffic Management im wachsenden Luftverkehr

Im letzten Jahr sorgten Flugreisen bei vielen Passagieren für Unmut. Zahlreiche Verspätungen und Flugausfälle führten im Oktober 2018 zum ersten Luftfahrtgipfel, auf dem Vertreter aus Politik und Wirtschaft zusammenkamen, um Lösungsvorschläge für den steigenden Luftverkehr zu erarbeiten. Es entstand eine Liste von 24 Maßnahmen, an der sich auch die größte deutsche Airline, Lufthansa, beteiligte. Beim DLRK 2019 spricht Klaus Froese, CEO für den Lufthansa Hub Frankfurt, in seinem Plenarvortrag darüber, wie das Luftverkehrssystem angesichts wachsender Passagierzahlen und steigender Umweltanforderungen zukünftig besser organisiert werden kann.

Für Froese steht fest, dass die schwierige Situation nicht nur symptomatisch behandelt werden darf. Alle Systempartner müssten gemeinsam eine nachhaltige Verbesserung erzielen, um ein stabiles und effizientes Air Traffic Management in Europa gewährleisten zu können. Beim DLRK erläutert er, welche Initiativen und Ideen es gibt, um diese Herausforderung zu meistern.

Ein großes Problem im europäischen Luftverkehr sind noch immer die einzelnen Lufträume der Länder und deren Zuständigkeiten. Trotz des Ende der 1990er-Jahre von der Europäischen Kommission angestoßenen Projekts „Single European Sky“ (SES), ein Programm für einen einheitlichen europäischen Luftraum, das ursprünglich bis 2020 abgeschlossen sein sollte, gibt es an vielen Stellen Nachholbedarf. Insbesondere mit Blick auf den weiterhin wachsenden Luftverkehr würde ein Luftraum ohne Grenzen wohl zu deutlich weniger Verspätungen und nicht zuletzt auch zu CO2-Einsparungen führen.

Das „Air Traffic Management“ der Zukunft diskutiert Froese im Anschluss an seinen Vortrag noch einmal mit Vertretern aus Forschung und Flugführung, darunter Prof. Rolf Henke, DGLR-Präsident und Luftfahrtvorstand des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Prof. Klaus-Dieter Scheuerle, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Flugsicherung, und Diskussionsleiter Prof. Dr. Peter Hecker, Leiter des Instituts für Flugführung an der Technischen Universität Braunschweig.

Leise Flugzeuge für Metropolregionen

Aber nicht nur ein besseres Management, sondern auch die Flugzeuge selbst sollen zu einem effizienteren Luftverkehr beitragen. Dazu wird kontinuierlich an den bestehenden Technologien geforscht. Einzelne Änderungen am Flugzeug reichen aber auf Dauer nicht aus, um die gesetzten Klimaziele zu erreichen. Größere Änderungen lösen aber auch immer Wechselwirkungen mit anderen Komponenten der Maschine aus. Deswegen arbeitet der Sonderforschungsbereich 880 der TU Braunschweig an einem leisen Flugzeug mit Kurzstart- und -landefähigkeit, das neue Perspektiven für den Einsatz in Metropolregionen eröffnen soll.

Dazu forschen die Wissenschaftler gleichzeitig auf den Gebieten der Aeroakustik, der Auftriebssteigerung und der Flugdynamik. Bei der Aeroakustik geht es ihnen darum, die Umströmungsgeräusche von Tragflügeln zu reduzieren. Untersucht wurde hier bereits die aerodynamische und aeroakustische Wirkung von porösen Materialien. Diese sollen Geräusche und Vibrationen mindern.

Für die Auftriebssteigerung arbeitet der Sonderforschungsbereich unter anderem an aktiven Hochauftriebsklappen, die durch das Zugeben oder Absaugen von Luft dafür sorgen können, dass die Luft den Flugzeugflügel noch besser umströmt. Mit Flugsimulationen gewinnt der SFB 880 neue Erkenntnisse über die Sensitivitäten von Start und Landung bei sehr hohen Auftriebsbeiwerten. Die genaue Vorgehensweise und den aktuellen Stand der Forschung erläutert der Leiter des Instituts für Strömungsmechanik der TU Braunschweig, Prof. Dr. Rolf Radespiel, in seinem Plenarvortrag.

Passagiersitz entscheidend für bequemeren Flug

Auch im Inneren der Flugzeuge findet ein Umdenken statt: Mit dem steigenden Luftverkehr und den zunehmenden Langstreckenflügen wird auch der Passagierkomfort immer wichtiger. Auf dem DLRK präsentiert Dr. Bartosz Gladysz von RECARO deshalb den „iSeat“ für die „digitalisierte Kabine“ der Zukunft. Der Flugzeugsitz-Hersteller RECARO hat diesen intelligenten Sitz entwickelt, der unter anderem seinen Betriebszustand automatisch an das Flugpersonal übermittelt.

Die Sensoren, Scanner und Sendeeinheiten sollen unter anderem dazu beitragen, durch frühzeitige Fehlererkennung und Diagnose Kosten zu senken sowie händische Kontrollen und vorausberechnete Wartungsintervalle einzusparen. Der Passagier kann derweil Sitzeinstellungen, Licht und Klima individuell per Smartphone steuern. Darüber hinaus kann der Sitz auch mit einer Massagefunktion entwickelt werden. Neue Anforderungen der Fluggäste und daraus abgeleitete Innovationen der Flugzeugkabine stehen auch in anderen DLRK-Sitzungen auf dem Programm.

Dialogtage Luftfahrt: Reizüberflutung im Cockpit

Bereits seit 2015 findet jährlich der Dialogtag Luftfahrt im Rahmen des DLRK statt. Hier treffen sich Ingenieure und Piloten, um Erfahrungen auszutauschen und Konzepte aus ihrer jeweiligen Perspektive zu diskutieren. Ziel ist es, die unterschiedlichen Sichtweisen und Erfahrungen zu verknüpfen, sodass angepasste technische Systeme entstehen, mit denen bessere operationelle Ergebnisse erreicht werden können. Wie schon im letzten Jahr gibt es wegen der hohen Nachfrage gleich zwei Dialogtage beim DLRK in Darmstadt.

Beim „Dialogtag Verkehrsluftfahrt“ geht es zum einen um die steigende Anzahl an Systemen im Cockpit. Die Systeme können den Piloten bei seiner Arbeit unterstützen, führen aber in der Menge zu Reizüberflutung. So ist das Cockpit eines Airbus A350 XWB zum Beispiel mit insgesamt sechs großen Bildschirmen ausgestattet. Darunter befinden sich hochzuverlässige Systeme aber auch solche, die weniger qualifiziert sind. Es geht also auch um die Zuverlässigkeit und Sicherheit der Systeme sowie ihre Echtzeit-Datenverbindung.

Zum anderen beschäftigen sich die Piloten und Ingenieure mit Technologien für die nächste Generation der Verkehrsflugzeuge. Unter anderem soll es dabei auch um ein System gehen, das es ermöglichen soll, ein Flugzeug nur noch mit einem Piloten zu betreiben. Prognosen sagen voraus, dass die Zukunft aufgrund des steigenden Verkehrs einen starken Pilotenmangel mit sich bringt. Derzeit sind immer zwei Piloten im Cockpit Pflicht.

Der „Dialogtag UAV“ diskutiert Möglichkeiten und Grenzen von unbemannten Luftfahrzeugen für die zukünftige urbane und regionale Mobilität. Schwerpunkt in diesem Jahr ist die Integration von unbemannten Systemen in den Luftraum. Dabei werden verschiedene Aspekte angesprochen, zum Beispiel auch die Problematik der Beeinflussung von Drohnen durch Dritte.

„50 Jahre Airbus“ und Ausblick auf das was kommt

2019 ist das Jahr, in dem der europäische Flugzeughersteller Airbus sein 50-jähriges Bestehen feiert. Am 29. Mai 1969 unterzeichneten Minister aus Westdeutschland und Frankreich ein Abkommen zur gemeinsamen Entwicklung des Airbus A300. Schon in seinen Anfängen war der neue Airbus ein großes Thema beim DLRK. Bei den Kongressen wurden Konzepte vorgestellt und Ideen ausgetauscht. In der Sitzung „50 Jahre Airbus – Ein technologischer Ausblick auf die nächsten 50 Jahre“ wird in diesem Jahr wieder ein Blick in die Zukunft gewagt. Welche Technologien bestimmen den Markt der Zukunft? Wie wird sich die Produktion verändern? Wie müssen Forschung und Entwicklung auf veränderte Anforderungen für Umwelt und Sicherheit reagieren? Welche Herausforderungen stellt die Mobilität der Zukunft? Auf diese Fragen versuchen die Teilnehmer der Sitzung Antworten zu finden.

Viele weitere Sitzungen stehen ganz im Zeichen neuer Entwicklungen für die Luftfahrt der Zukunft. So geht es neben alternativen Antrieben auch um neue Möglichkeiten der Enteisung von Flugzeugen oder die zukünftige Nutzung künstlicher Intelligenz in der Luftfahrt. Insgesamt behandeln mehr als 40 Sitzungen beim DLRK 2019 die verschiedensten Themen aus der Luftfahrt. Zum Vortragsprogramm finden Sie hier.

SOFIA in Stuttgart: Blick durchs Teleskop-Auge erlaubt

Am 16. September 2019 um 04:03 Uhr ist die fliegende Sternwarte SOFIA (Stratosphären Observatorium Für Infrarot-Astronomie) auf dem Flughafen Stuttgart gelandet. Gegen 16:30 Uhr wurde die Teleskoptür des am Boden stehenden Forschungsflugzeugs geöffnet, sodass die Besucher einen einmaligen Blick ins Infrarot-Auge von SOFIA werfen können!

Von Stuttgart aus soll SOFIA am 18. September um 19:40 Uhr zu ihrem ersten Wissenschaftsflug über Europa abheben und dabei gleich zwölf Länder überqueren. Am Flughafen ergibt sich damit die extrem seltene Gelegenheit, einen Blick auf das in Deutschland gebaut Infrarotteleskop zu werfen. Normalerweise wird die Luke nicht geöffnet, wenn das Flugzeug am Boden unter freiem Himmel steht. Der Vorteil ihrer Europa-Mission, deutlich nördlicher als bei einem Start von ihrer südkalifornischen Heimatbasis in Palmdale, ist der bessere Blick ins All. Je näher an den Polen die Infrarotsternwarte fliegt, desto weniger fürs Infrarot störender Wasserdampf ist in der Atmosphäre über ihr vorhanden. Die Vorstandsvorsitzende des DLR, Prof. Pascale Ehrenfreund, schwärmt: „Die Wissenschaftler an Bord des Flugzeuges erkunden die Umgebung von Schwarzen Löchern und gehen der Frage nach, ob Dunkle Energie unser Universum wirklich immer schneller auseinandertreibt.“

Das Forschungsflugzeug SOFIA in Stuttgart: SOFIA, das fliegende Weltraumobservatorium, ist am Montag, 16. September 2019, um 4:03 Uhr auf dem Flughafen Stuttgart gelandet. Von dort aus soll das Forschungsflugzeug am 18. September zu seinem ersten Wissenschaftsflug über Europa abheben.
Das Forschungsflugzeug SOFIA in Stuttgart: SOFIA, das fliegende Weltraumobservatorium, ist am Montag, 16. September 2019, um 4:03 Uhr auf dem Flughafen Stuttgart gelandet. Von dort aus soll das Forschungsflugzeug am 18. September zu seinem ersten Wissenschaftsflug über Europa abheben.

Sternentstehung und Schwarze Löcher

Im Sternbild Großer Bär liegt Markarian 231 (Mrk 231), die rund 600 Millionen Lichtjahre von unserer Erde entfernt ist. Damit ist sie zirka 300-mal weiter entfernt als die Andromeda-Galaxie, die unserer Milchstraße am nächsten liegt. Trotzdem ist Mrk 231 einer der Erde am nächsten gelegenen, extrem hellen aktiven Galaxienkerne (Active Galactic Nucleus, AGN). Seine Leuchtkraft im Infrarot-Bereich macht Mrk 231 zu einer der hellsten und bekanntesten ultraluminösen Infrarot-Galaxien. Um ihr Zentrum kreisen gleich zwei Schwarze Löcher. Eines davon ist mit vier Millionen Sonnenmassen eher klein, das andere mit 150 Millionen Sonnenmassen schon deutlich größer. Für die Umgebung dieser Schwarzen Löcher interessieren sich die Forscher auf dem ersten europäischen SOFIA-Wissenschaftsflug. Denn um sie herum versammelt sich eine Masse aus Gas und Staub – der Staubtorus.

Diese Donut-förmige Region befindet sich in jedem aktiven Galaxienkern. Unklar ist aber, welche Rolle sie in der Erzeugung von Radiojets spielen. Diese zwei senkrechten Plasmastrahlen werden von Schwarzen Löchern im Zentrum des aktiven Galaxienkerns gebildet, indem sie Plasma mit Lichtgeschwindigkeit ins All ausblasen. Doch nicht jeder aktive Galaxienkern hat auch diese Radiojets. Das zeigen radioastronomische Beobachtungen. Vorausgegangene Studien mit SOFIA weisen darauf hin, dass das Magnetfeld in diesem staubhaltigen Torus helfen könnte, diese Radiojets auszulösen. Lässt sich die Entstehung der Jets aber tatsächlich auf die Präsenz – beziehungsweise das Ausbleiben – eines Magnetfelds zurückführen? Eine wichtige Frage, auf die Astronomen bislang keine Antwort gefunden haben.

SOFIA kurz nach dem Start von ihrer Heimtbasis Palmdale/Kalifornien: Stationiert ist die umgebaute Boeing 747SP am Dryden Flight Research Center der NASA in Palmdale im US-Bundesstaat Kalifornien. Von dort aus ist sie nach Stuttgart geflogen, wo sie am frühen Morgen des Montag, 16. September, eingetroffen ist.
SOFIA kurz nach dem Start von ihrer Heimtbasis Palmdale/Kalifornien: Stationiert ist die umgebaute Boeing 747SP am Dryden Flight Research Center der NASA in Palmdale im US-Bundesstaat Kalifornien. Von dort aus ist sie nach Stuttgart geflogen, wo sie am frühen Morgen des Montag, 16. September, eingetroffen ist.

Infrarotteleskop im Flugzeug sieht mehr

Da nur das Ferninfrarot-Instrument HAWC+ (High-resolution Airborne Wide-band Camera) auf SOFIA Magnetfelder in diesem Wellenlängenbereich vermessen kann, möchten die SOFIA-Forscher den Zusammenhang zwischen diesen Feldern und den Radiojets entschlüsseln. Begonnen haben sie mit ihren Beobachtungen zum aktiven Galaxienkern von Cygnus A während eines Fluges über Südkalifornien im Jahr 2018.

„Die erste Europa-Mission von SOFIA soll diese Forschung nun fortsetzen, um dieses astronomische Rätsel um die Radiojets endlich zu lösen“, sagte Dr. Alessandra Roy, deutsche SOFIA-Projektwissenschaftlerin im DLR Raumfahrtmanagement, welches die fliegende Sternwarte gemeinsam mit der NASA betreibt.

SOFIA in Palmdale vor dem Flug nach Deutschland: An Bord der umgebauten Boeing 747SP mit dem Kennzeichen N747NA ist ein Spiegelteleskop installiert. Das Spezialflugzeug besitzt einen kürzeren Rumpf, eine größere maximale Flughöhe und eine größere Reichweite als die Grundversion 747-100/200. SOFIA ist seit dem 30. November 2010 im Einsatz.
SOFIA in Palmdale vor dem Flug nach Deutschland: An Bord der umgebauten Boeing 747SP mit dem Kennzeichen N747NA ist ein Spiegelteleskop installiert. Das Spezialflugzeug besitzt einen kürzeren Rumpf, eine größere maximale Flughöhe und eine größere Reichweite als die Grundversion 747-100/200. SOFIA ist seit dem 30. November 2010 im Einsatz.

„Das wird die längste Einzelbeobachtung von SOFIA auf Ihrem ersten Flug in Europa sein, welche südlich der schwedischen Küste in der Ostsee beginnt und über Polen, Tschechien, Österreich, Slowenien, Kroatien, der Adria, Italien bis kurz vor Sizilien führt“, zeigt Clemens Plank, Projektingenieur für SOFIA beim DLR Raumfahrtmanagement, am Flugplan, welcher vorab mit allen europäischen Luftverkehrsbehörden abzustimmen war.

Sendung mit der Maus an Bord

Auf dieser spannenden Forschungsreise werden nicht nur Wissenschaftler mit an Bord sein. Ein Team der „Sendung mit der Maus“ wird in einer Spezialausgabe „Teleskope und die Infrarotastronomie“ dem Mauspublikum Einblicke in den Forschungsflug von SOFIA geben. Außerdem wird ein Preisträger des Forschernachwuchswettbewerbes „Jugend forscht“ bei der Europa-Prämiere von SOFIA mitfliegen dürfen.

SOFIA in Palmdale/Kalifornien vor dem Flug nach Stuttgart: Blick in das Cockpit der Boeing 747SP.
SOFIA in Palmdale/Kalifornien vor dem Flug nach Stuttgart: Blick in das Cockpit der Boeing 747SP.

Vueling fliegt Low-Cost vom Flughafen Wien nach Florenz

Ab sofort fliegt Vueling täglich von Wien nach Florenz in Italien. Die Kunstmetropole und Hauptstadt der Toskana gilt mit zahlreichen Kulturschätzen als eine der schönsten Städte der Welt. Die neue Flugverbindung wurde, am Montag den 16. September 2019, offiziell am Flughafen Wien eröffnet.

Vueling betreibt 120 Kurz- und Mittelstreckenziele in Europa, Nordafrika und dem Nahen und Mittleren Osten, die mit einer Flotte von 120 Flugzeugen der Modelle Airbus A319, A320, A320neo und A321 bedient werden. „Das Angebot an Low-Cost Verbindungen in Wien wächst. Mit der Verbindungsaufnahme von Vueling nach Florenz bietet die spanische Airline nun neben Barcelona, Paris und Rom eine vierte Destination ab Wien an. Mit der neuen Verbindung ist Florenz ab sofort zweimal täglich ab Wien erreichbar.“, freut sich Mag. Julian Jäger, Vorstand der Flughafen Wien AG über den Streckenausbau.

Italienischer Kunst und Geschichte noch näher

Florenz ist Hauptstadt und größte Stadt der Toskana. Sie gilt als Wiege der Renaissance. Auf den Spuren von Leonardo da Vinci, Galileo Galilei und Michelangelo kann man in der Kunstmetropole die prägende Geschichte der Stadt erforschen. Michelangelos Davidstatue, Botticellis Gemälde „Geburt der Venus“ und die gewaltige Kuppel der Santa Maria del Fiore, eine technische Meisterleistung der Renaissance, sind nur ein Auszug der Kulturschätze, die Florenz beherbergt. Die historische Innenstadt wurde 1982 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt.

Täglich in die Kunstmetropole Florenz

Vueling fliegt jeweils Montag um 11:05 Uhr in Florenz ab und landet um 12:35 Uhr in Wien, der Rückflug startet um 13:15 Uhr und landet um 14:50 Uhr wieder in Florenz. An den übrigen Wochentagen startet die spanische Fluglinie um 19:50 Uhr in Florenz und landet um 21:20 Uhr in Wien, zurückgeflogen wird um 22:00 Uhr ab Wien mit Landung um 23:35 Uhr in Florenz. Bedient wird die neue Strecke mit einem Airbus A319.

Flughafen München: Fundsachen-Versteigerung

Fundsachen, die am Flughafen München zurückgelassen wurden, kommen unter den Hammer. Das Spektrum der Auktionsgüter reicht von Armbanduhren und Sonnenbrillen über wertvolle Spiegelreflexkameras bis hin zu hochwertigen Laptops, Tablets und Handys. Wer nach einem Anzug für festliche Anlässe sucht, kann sein Glück auf der Auktion versuchen.

Auch für Kinder ist wieder einiges dabei: Stofftiere, Spielsachen sowie ein Kinderfahrrad können ersteigert werden.

Luxus und Gebrauchsgegenstände

Für Gartenliebhaber gibt es die etwas ausgefalleneren Fundstücke, unter anderem eine Motorsäge oder einen Gartentrimmer. Auch ein Beatmungsgerät steht dieses Mal auf der Auktionsliste. Freunde des Wintersports können sich noch für die kommende Skisaison eindecken und für Ski oder ein Snowboard mitbieten. Natürlich werden auch wieder die beliebten Überraschungs- und Themenkoffer auf der Auktion feilgeboten.

Auktionator Alfred Mittermeier

Auktionator der Veranstaltung am kommenden Samstag, den 21. September 2019, ab 13:00 Uhr auf dem Volksfestplatz an der Jahnstraße in 85290 Geisenfeld, ist Kabarettist Alfred Mittermeier, der für entsprechende Stimmung sorgen wird. Interessenten haben am Versteigerungstag von 10:30 Uhr bis 12:30 Uhr die Gelegenheit, die Fundsachen vorab zu besichtigen. Die ersteigerten Fundsachen müssen bar bezahlt werden. Ein Teil der Erlöse wird für karitative Zwecke in der Flughafenregion verwendet.

Fraport Konzern Passagierzahlen im August wechselhaft

Am Flughafen Frankfurt gab es im August 2019 mit gut 6,9 Millionen Passagieren ein Plus von 1,7 Prozent. Die Zahl der Flugbewegungen blieb mit 46.395 Starts und Landungen auf dem Niveau des Vorjahresmonats.

Die Summe der Höchststartgewichte legte leicht um 0,5 Prozent auf knapp 2,9 Millionen Tonnen zu. Das Cargo-Aufkommen hingegen war angesichts einer sinkenden Nachfrage im Welthandel mit 173.122 Tonnen um 5,2 Prozent rückläufig.

Buntes Bild bei Beteiligungen

Die Flughäfen des internationalen Portfolios entwickelten sich mehrheitlich positiv. Der Flughafen Ljubljana in Slowenien wuchs um 4,5 Prozent auf 211.431 Fluggäste. Die brasilianischen Airports in Fortaleza und Porto Alegre zählten insgesamt knapp 1,3 Millionen Passagiere, ein Minus von 3,8 Prozent. Gründe sind weiterhin die Insolvenz der brasilianischen Airline Avianca Brasil und die langsamere Konjunkturentwicklung.

Der Flughafen im peruanischen Lima verzeichnete rund 2,2 Millionen Passagiere, ein Plus von 6,6 Prozent. Die 14 griechischen Regionalflughäfen steigerten ihr Fluggast-Aufkommen leicht um 1,1 Prozent auf insgesamt circa 5,5 Millionen Passagiere. Das Passagier-Aufkommen an den bulgarischen Flughäfen Varna und Burgas ging aufgrund der derzeitigen Angebotskonsolidierung um 9,0 Prozent auf knapp 1,3 Millionen Passagiere zurück.

Der Flughafen Antalya in der Türkei dagegen setzte seinen Wachstumskurs mit einem Plus von 13,7 Prozent auf fast 5,6 Millionen Passagiere fort. Auch der Airport im russischen St. Petersburg wuchs um 5,8 Prozent auf gut 2,2 Millionen Fluggäste. Mit etwa 4,4 Millionen Passagieren verbuchte der Flughafen Xi’an in China ein Plus von 5,9 Prozent.

KLM feiert 100. Geburtstag und erste Fokker in Nürnberg

KLM Royal Dutch Airlines hat dieses Jahr gleich zweimal Grund zum Feiern: Am 07. Oktober wird KLM 100 Jahre alt und ist damit die älteste Airline überhaupt, die noch unter ihrem ursprünglichen Namen fliegt. Bereits einen Monat vorher gab es ein weiteres Jubiläum: Am 12. September 1929 landete die erste Fokker F-VIIb von KLM aus Amsterdam in Nürnberg.

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs stellte KLM die Flüge nach Nürnberg ein. Ab 1950 nahm sie die Verbindung wieder auf, vorerst zum Ersatzflughafen in Fürth. Als sichtbares Zeichen des Jubiläums trägt der Embraer von KLM die Zahl 100 als Sonderbemalung auf dem Rumpf.

KLM von Nürnberg zum Drehkreuz

1955 zählte KLM zu den ersten Airlines, die den neu entstandenen Flughafen im Nürnberger Knoblauchsland bereits im Eröffnungsjahr ansteuerten – zunächst als Zwischenstopp einer DC-3 auf dem Weg via Düsseldorf nach München. Seit den 1980er Jahren ist Nürnberg nonstop mit Amsterdam verbunden. Alleine in den letzten 20 Jahren beförderte KLM rund 2,8 Millionen Passagiere auf über 50.000 Flügen von Nürnberg in die niederländische Metropole und zurück. Flughafengeschäftsführer Dr. Michael Hupe: „KLM gehört zu den langjährigsten und verlässlichsten Partnern des Airport Nürnberg und eröffnet Fluggästen aus der Metropolregion Nürnberg über das Drehkreuz Amsterdam Schiphol Reisemöglichkeiten auf alle Kontinente.“

„Mit den täglichen Flügen verbinden wir die Region Nürnberg über das Drehkreuz in Amsterdam mit unserem Streckennetz von 165 Destinationen in der ganzen Welt. Wir sind stolz darauf, dass die traditionsreiche Verbindung nach Nürnberg über so viele Jahrzehnte Bestand hat“, erklärt Stefan Gumuseli, Deutschland-Direktor AIR FRANCE KLM. Auf dem Bild (v.l.): Eva-Maria Rau (Business Account Manager AIR FRANCE KLM), Jürgen Kohstall (Marketingleiter Airport Nürnberg), Dr. Michael Hupe (Geschäftsführer Airport Nürnberg), Christian Albrecht (Sprecher Airport Nürnberg) und KLM-Crewmitglieder, die zur Feier des Tages 90 Cake Pops an die Passagiere in Nürnberg verteilten.

Flughafen Genf: Dossier zu Nachtflug und Lärm einsehbar

Ein Dossier vom Flughafen Genf besteht aus einem Antrag auf Änderung des Betriebsreglements, welches ein Quotensystem für verspätete Nachtflüge vorsieht, sowie ein Plangenehmigungsgesuch für infrastrukturbezogene und betriebliche Vorhaben.

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) legt mehrere Anträge des Flughafens Genf öffentlich auf. Auf Basis dieses Dossiers soll es möglich sein, die zulässige Lärmbelastung festzulegen sowie den Lärmbelastungskataster zu aktualisieren. Die Unterlagen sind vom 18. September bis am 17. Oktober öffentlich einsehbar.

Nachtflüge und Verspätungen in Genf

Im Jahr 2018 hat der Bundesrat das Objektblatt des Sachplans Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) für den Flughafen Genf genehmigt. Im Zuge der Umsetzung des Objektblatts hat der internationale Flughafen Genf eine Änderung seines Betriebsreglements ausgearbeitet und dem BAZL zur Genehmigung unterbreitet. Das Betriebsreglement enthält neu ein Quotensystem für verspätete Nachtflüge, welches zur Begrenzung der Lärmbelastung beitragen soll. Wenn die Quote ausgeschöpft ist, werden progressiv steigende Abgaben mit abschreckender Wirkung erhoben. Weiter sieht das Reglement die Möglichkeit vor, zwischen 22:00 Uhr und Mitternacht drei Langstreckenflüge einzuplanen.

Das beim BAZL eingereichte Dossier enthält zudem ein Plangenehmigungsgesuch für verschiedene Vorhaben. Dazu zählen namentlich die Errichtung eines Schnellabrollwegs, welcher eine bessere Pistenauslastung ermöglicht, sowie ein Vorhaben zur effizienteren Nutzung der Flugzeugabstellflächen.

Maßnahmen gegen Fluglärm extra

Unter Berücksichtigung dieser Vorhaben und der Verkehrsprognosen für die kommenden Jahre kann die neue zulässige Lärmbelastung festgelegt werden. Dieser Wert, der die im SIL-Objektblatt festgelegten Begrenzungen einhalten muss, wird anschließend in den Lärmbelastungskataster überführt. Ab diesem Zeitpunkt wird dieser Wert für den Internationalen Flughafen Genf sowie für Private im Rahmen von Baugesuchsverfahren verbindlich. Die Schallschutzmaßnahmen, die der Flughafen Genf zugunsten der Anspruchsberechtigten vorsehen muss, werden in einem späteren, eigenständigen Verfahren definiert.

Die öffentliche Auflage dauert vom 18. September bis zum 17. Oktober 2019. Die Unterlagen können beim Stadtplanungsamt des Kantons Genf (Office de l’urbanisme), beim Raumplanungsamt des Kantons Waadt (Service du développement territorial), bei den vom Fluglärm betroffenen Schweizer Gemeinden, bei den französischen Unterpräfekturen Gex und Thonon sowie beim BAZL eingesehen werden. Das Dossier wird zudem online beim BAZL veröffentlicht.

Lufthansa verzeichnet August-Auslastung von 87,2%

Im August haben die Airlines der Lufthansa Group mehr als 14,1 Millionen Fluggäste an Bord ihrer Flugzeuge befördert. Dies entspricht einer Steigerung von 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Die angebotenen Sitzkilometer lagen um 1,8 Prozent über dem Vorjahr, gleichzeitig konnte der Absatz um 2,7 Prozent gesteigert werden. Daraus ergibt sich ein Sitzladefaktor, der mit 87,2 Prozent um 0,8 Prozentpunkte höher ist, als im August 2018. Das Frachtangebot lag im August um 8,9 Prozent über dem Vorjahr, die abgesetzten Tonnenkilometer stiegen um 1,5 Prozent. Daraus ergibt sich ein um 4,2 Prozentpunkte niedrigerer Nutzladefaktor von 58,8 Prozent.

Netzwerk-Airlines mit rund 10,2 Millionen Passagieren

Die Netzwerk-Airlines Lufthansa, SWISS und Austrian Airlines haben im August zusammen rund 10,2 Millionen Fluggäste befördert, 3,3 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Das Angebot in Sitzkilometern wurde im August um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr ausgeweitet. Der Absatz stieg in dieser Zeit um 4,0 Prozent. Damit stieg der Sitzladefaktor um 0,7 Prozentpunkte auf 87,3 Prozent.

Stärkstes Passagierwachstum am Drehkreuz Zürich

Am stärksten legten die Netzwerk-Airlines im August am Drehkreuz Zürich mit einem Passagierwachstum von 7,0 Prozent zu. In Wien betrug das Wachstum 4,7 Prozent, in München 4,5 Prozent. In Frankfurt sank die Passagierzahl hingegen um 0,9 Prozent. Auch das Angebot in Sitzkilometern veränderte sich unterschiedlich stark: In München stieg das Angebot um 12,1 Prozent, in Zürich um 2,6 Prozent und in Frankfurt um 0,3 Prozent. In Wien sank das Angebot in Sitzkilometern um 1,0 Prozent.

Lufthansa hat im August mehr als 6,6 Millionen Fluggäste in ihren Flugzeugen befördert und damit 1,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Einem im August um 4,0 Prozent höheren Angebot an Sitzkilometern stand ein um 4,8 Prozent höherer Absatz gegenüber. Der Sitzladefaktor stieg um 0,7 Prozentpunkte auf 86,8 Prozent.

Eurowings verbessert Angebot und Absatz auf Kurzstrecken

Eurowings (inklusive Brussels Airlines) hat im August rund 3,9 Millionen Fluggäste befördert, davon rund 3,6 Millionen auf Kurz- und 309.000 auf Langstreckenflügen. Dies entspricht einer Steigerung von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, die sich aus einer Steigerung von 2,8 Prozent auf der Kurzstrecke und einer Verringerung von 8,1 Prozent auf der Langstrecke ergibt. Einem im August um 3,5 Prozent verringerten Angebot stand ein um 2,3 Prozent gesunkener Absatz gegenüber, woraus sich ein um 1,0 Prozentpunkte höherer Sitzladefaktor von 87,0 Prozent ergibt.

Auf der Kurzstrecke erhöhten sich im August die angebotenen Sitzkilometer um 1,5 Prozent, die verkauften Sitzkilometer stiegen um 3,5 Prozent. Daraus ergibt sich auf diesen Flügen ein um 1,7 Prozentpunkte höherer Sitzladefaktor als im August 2018 von 87,1 Prozent. Auf der Langstrecke ist der Sitzladefaktor in der selben Zeit um 0,4 Prozentpunkte auf 86,6 Prozent gesunken. Hier stand einem um 13,4 Prozent verringerten Angebot ein um 13,8 Prozent gesunkener Absatz gegenüber.

Corendon Airlines bietet Flüge ab Rostock nach Antalya

Die Corendon Airlines erhöht ab 28. April 2020 ihr Angebot nach Antalya auf zwei wöchentliche Abflüge und bringt die Passagiere immer dienstags und sonntags ab Rostock in die beliebte Ferienregion in der Türkei.

Top-Ziel Antalya (Türkei)

Antalya, das Top-Ziel an der türkischen Riviera wird in der gesamten Wintersaison von Corendon Airlines ab Rostock-Laage geflogen. Zwischen November 2019 und dem 26.04.2020 ist das attraktive und hochwertige Hotelangebot für Urlauber nonstop erreichbar. Geflogen wird jeweils sonntags.

Corendon-Flüge ab Rostock-Laage im Ausbau

Ab Mai

wird Corendon Airlines ein weiteres Reiseziel von Rostock anfliegen. Die Flugverbindung nach Heraklion auf der Insel Kreta (Griechenland) steht dienstags im Flugplan für sonnenhungrige Urlauber. Neben kilometerlangen Stränden, herrliche Buchten und malerische Sonnenaufgängen finden Reisende auch kulturelle Angebote. Heraklion ist die größte Stadt Kretas auf ihrem zentral gelegenen Marktplatz findet man orientalische Marktstände, enge Gassen sowie gemütliche Cafés und Restaurants.

Nonstop zu beliebten Zielen

Die Corendon Flüge sind bei allen namhaften Reiseveranstaltern sowie im Einzelplatzverkauf über Reisebüros und online buchbar. Dörthe Hausmann, Geschäftsführerin des Flughafens Rostock-Laage dazu: „Wir freuen uns sehr, mit Corendon Airlines einen zuverlässigen Qualitätscarrier für den Standort Rostock gewonnen zu haben, der sein Flugangebot im kommenden Sommer um Griechenland erweitert. Damit schaffen wir attraktive touristische Reisemöglichkeiten von Rostock-Laage nonstop zu besonders beliebten Zielen unserer Kunden in Mecklenburg-Vorpommern.“

Flugzeiten der Corendon im Winter ab Rostock

Rostock-Laage – Antalya
Flugtag: Sonntag
Flugnummer: XC 7116
Flugzeit: 10:35 – 15:05
Zeitraum: 03.11.2019 bis 26.04.2020

Antalya – Rostock-Laage
Flugtag: Sonntag
Flugnummer: XC 7115
Flugzeit: 07:00 – 09:45
Zeitraum: 03.11.2019 bis 26.04.2020

Rostock-Laage – Antalya
Flugtag: Dienstag / Sonntag
Flugnummer: XC 2544 / XC 7544
Flugzeit: 09:40 – 14:10 / 11:50 – 16:20
Zeitraum: 28.04.2020 bis 08.09.2020

Antalya – Rostock-Laage
Flugtag: Dienstag / Sonntag Flugnummer: XC 2543 / XC 7543
Flugzeit: 06:00 – 08:50 / 08:00 – 10:50
Zeitraum: 28.04.2020 bis 08.09.2020

Rostock-Laage – Heraklion (Kreta)
Flugtag: Dienstag
Flugnummer: XR 254
Flugzeit: 10:45 – 15:15
Zeitraum: 05.05. bis 27.10.2020

Heraklion (Kreta) – Rostock-Laage
Flugtag: Dienstag
Flugnummer: XR 253
Flugzeit: 07:00 – 09:45
Zeitraum: 05.05. bis 27.10.2020

SOUTHTRAC: HALO Messflüge zu Ozon und Schwerewellen

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Das wichtigste Ziel der ersten Kampagnenphase in SOUTHTRAC ist die Untersuchung von Schwerewellen an der Südspitze Amerikas und über der Antarktis mit der DLR Gulfstream G550 HALO.

Mit der Mission „SOUTHTRAC“ (Transport and Composition of the Southern Hemisphere UTLS) erkundet das deutsche Forschungsflugzeug HALO im September und November 2019 die südliche Atmosphäre und ihre Auswirkungen auf den Klimawandel.

Spurengase wie Ozon und Wasserdampf sind effektive Treibhausgase und spielen eine wichtige Rolle im Klimawandel. Seit Ende der 1980er-Jahre verbietet das Montrealer Protokoll Stoffe wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), welche die Ozonschicht stark ausdünnen. Vor allem über der Antarktis hatte sich ein großes Ozonloch gebildet. Es wird allerdings noch viele Jahrzehnte dauern, bis sich die Ozonschicht wieder erholt hat. Welche Bedeutung dies für den Klimawandel auf der Südhemisphäre hat, wollen die Forscherinnen und Forscher jetzt in der Kampagne „SOUTHTRAC“ im Detail untersuchen.

In der zweiten Kampagnenphase im November sollen dann Untersuchungen des Luftmassenaustauschs zwischen Stratosphäre und Troposphäre den wissenschaftlichen Schwerpunkt bilden. Während der Transferflüge zwischen Europa und Südamerika untersuchen die Forscher unter anderem, welchen Einfluss das aktuelle Verbrennen von Biomasse im Amazonas-Regenwald auf das Klima hat.

HALO bei der Ankunft in Rio Grande
HALO bei der Ankunft in Rio Grande: HALO flog in drei Etappen vom heimischen DLR-Standort Oberpfaffenhofen bei München über die Kapverdischen Inseln und Buenos Aires nach Rio Grande. Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), des Forschungszentrums Jülich und der Universitäten Mainz und Frankfurt koordinieren die umfangreichen Forschungsflüge. Quelle: DLR/Minikin

Schwerewellen stören Polaren Vortex

Die wichtigsten atmosphärischen Voraussetzungen für die Bildung des Ozonlochs über der Antarktis sind tiefe Temperaturen und ein verminderter Austausch von Luftmassen mit mittleren Breiten. Letzteres wird durch einen stabilen Luftwirbel, den antarktischen polaren Vortex, gewährleistet, der allerdings durch starke Wellenaktivität geschwächt werden kann. „Wir untersuchen in dieser Region erstmalig, die Anregung und Ausbreitung von Schwerewellen bis in die mittlere Atmosphäre in 90 Kilometern Höhe, die unter anderem durch die Überströmung der Anden und der antarktischen Halbinsel ausgelöst werden und den polaren Vortex abbremsen“, sagt Prof. Markus Rapp, Direktor des DLR-Instituts für Physik der Atmosphäre. „Dieser Effekt wird von Klima- und Wettermodellen bisher nur sehr unzureichend berücksichtigt“.

„In den Messflügen wollen wir außerdem die chemischen und dynamischen Prozesse untersuchen die Spurengase wie Ozon und Wasserdampf in der Tropopausenregion beeinflussen“, sagt Dr. Björn-Martin Sinnhuber vom Institut Meteorologie und Klimaforschung – Atmosphärische Spurengase und Fernerkundung des KIT. „Zudem betrachten wir, welche Rolle die Verbrennung von Biomasse, wie beispielsweise die aktuellen Brände im Amazonas-Regenwald, spielt.“ Weitere Partner sind die Bergische Universität Wuppertal und die Universität Heidelberg.

HALO mit neuem Laser-Messgerät ALIMA
HALO mit neuem Laser-Messgerät ALIMA: as neue laserbasierte Messgerät ALIMA bei einem Test vor dem DLR-Hangar in Oberpfaffenhofen. Bei ALIMA kommt das Messverfahren LIDAR (Light Detecting and Ranging) zum Einsatz, dass ähnlich der RADAR-Technologie die Rückstreuung ausgesendeter Signale detektiert, wobei ein gepulster leistungsstarker Laser zur Sondierung genutzt wird. Mit der Technik können Schwerewellen bis 90 Kilometern Höhe im Flug detektiert werden.

Bei den Messflügen werden innovative Fernerkundungsmethoden mit hochgenauen lokalen Messungen am Flugzeug kombiniert und mit Satellitendaten verglichen. „Um die Flüge optimal an die meteorologische Situation anzupassen, sind Atmosphärenmodellierer vor Ort und nutzen Vorhersagen des Jülicher Atmosphärenmodells CLaMS (Chemisch Langrangesches Modell der Stratosphäre)“, so Prof. Martin Riese, Direktor des Jülicher Instituts für Stratosphärenforschung. Die weiträumigen HALO-Messungen in der Luft werden mit Messaktivitäten ergänzt, die vom Boden ausgehen. Ballonradiosonden werden gestartet und Messungen an Bord eines von der Stadt El Calafate aus operierenden Segelflugzeugs durchgeführt. Meteorologische und chemische Vorhersagemodelle liefern Informationen über das lokale Wetter sowie die atmosphärische Zirkulation und Spurengasverteilung, die für eine präzise Flugplanung erforderlich sind.

Fliegender Laser mit Blick nach oben

Um die Schwerewellen durchgehend bis in die mittlere Atmosphäre zu erfassen, ist das DLR-Team der SOUTHTRAC-Mission an Bord von HALO und in einer Messstation am Boden mit Laser-Messtechnik aktiv. Dabei kommt das Messverfahren LIDAR (Light Detecting and Ranging) zum Einsatz, dass ähnlich der RADAR-Technologie die Rückstreuung ausgesendeter Signale detektiert, wobei ein gepulster leistungsstarker Laser zur Sondierung genutzt wird.

„HALO blickt erstmals mit dem Messgerät ALIMA (Airborne LIdar for Middle Atmosphere research) während der Flüge von 15 bis hinauf in 90 Kilometer Höhe – den Bereich, wo Schwerewellen ihren Einfluss auf das globale Zirkulationssystem entfalten und bisher nur unzureichend in Klimamodellen berücksichtigt sind“, sagt Bernd Kaifler, der Entwicklung und Bau des einzigartigen neuen Instruments gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen des DLR-Instituts für Physik der Atmosphäre verantwortet hat. Die spektrale Vermessung und Auswertung des in der Atmosphäre rückgestreuten und mit einem an Bord von HALO befindlichen Teleskopes gesammelten Laserlichtes liefert den Forschern hochaufgelöste Temperatur-, Wind- und Aerosolprofile entlang des Flugweges und darin die Signaturen der Schwerewellen.

LIDAR-Messgerät ALIMA in der HALO-Kabine
LIDAR-Messgerät ALIMA in der HALO-Kabine: Das LIDAR-Messgerät ALIMA ist senkrecht in der HALO-Kabine verbaut, um Schwerewellen im Flüg über HALO bis in 90 Kilometer Höhe beobachten zu können.

Ozeane, Gebirge, Schwerewellen

Schwerewellen entstehen, wenn atmosphärische Zirkulationssysteme gestört werden. Sie zeigen sich als periodische Temperatur-, Druck- und Windschwankungen, die sich bis hinauf auf 90 Kilometer in die mittlere Atmosphäre, die Stratosphäre und Mesosphäre umfasst, ausbreiten. Dort wo starke Windsysteme auf hohe Gebirge treffen, werden sie ausgelöst. Mit seinen in Nord-Süd-Richtung ausgedehnten Bergen, die ein großes Hindernis für die sehr starken Winde in diesen Breiten darstellen, ist die südliche Spitze Südamerikas und die antarktische Halbinsel ein idealer Standort, um den Lebenszyklus dieser Wellen und ihren Einfluss auf den Klimawandel in der Südhemisphäre zu untersuchen.

Nachtschichten für die Forschung

Damit die Lasermessungen möglichst störungsfrei verlaufen, finden die Forschungsflüge ausschließlich in der Nacht statt. „Für unsere Crew sind die zahlreichen Nachtflüge eine Herausforderung“, erzählt DLR-Testpilot Marc Puskeiler. „Gerade die Flüge in Richtung Antarktis, wo es keine Flugverkehrskontrolle und keine Ausweichflugplätze gibt, müssen besonders gründlich geplant werden, um den Ausgangspunkt Rio Grande in Argentinien wieder sicher zu erreichen.“ Zuvor war HALO in drei Etappen vom heimischen DLR-Standort Oberpfaffenhofen bei München über die Kapverdischen Inseln und Buenos Aires dorthin geflogen.

HALO vor dem Hangar in Rio Grande.
HALO vor dem Hangar in Rio Grande. Quelle: DLR/Minikin

Forschung an Schwerewellen

Das Forschungsflugzeug HALO (High Altitude and Long Range) ist eine Gemeinschaftsinitiative deutscher Umwelt- und Klimaforschungseinrichtungen. Gefördert wird HALO durch Zuwendungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Helmholtz-Gemeinschaft, der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), der Leibniz-Gemeinschaft, des Freistaates Bayern, des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), des Forschungszentrums Jülich und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Brandbekämpfung in Bolivien: H125 Flug- und Mannstunden

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H125 haben in Bolivien schon mehr als 500 Tonnen Wasser zu den Bränden transportiert. Die Brandbekämpfung in Amazonien wird auch von der Airbus Foundation unterstützt.

Nicht nur in Brasilien wüten derzeit Brände und vernichten Urwald, in ganz Südamerika breiten sich derzeit die Feuer aus. Nun erhielt Bolivien Unterstützung aus Europa. Die Airbus Foundation leistet in Zusammenarbeit mit dem Krisenunterstützumgszentrum im französischen Ministerium für Europäische und Äußere Angelegenheiten Untersützung.

Test-Airbus A330neo bei der Brandbekämpfung in Bolivien
Test-Airbus A330neo bei der Brandbekämpfung in Bolivien

Test-Airbus A330 und H125 zur Lösch-Hilfe

So hat ein Testflugzeug aus dem Programm A330neo von Airbus 38 Feuerwehrmänner des französischen Zivilschutzes aus Vatry nach Bolivien gebracht. Sie unterstützen die Feuerbekämpfung, nachdem die Brände schon über zwei Millionen Hektar (1 ha sind 100 mal 100 Meter) des bolivianischen Amazonas‘ zum Opfer gefallen sind. Dazu leisten Hubschrauber von HeliAmerica wichtige Hilfe für die Löscharbeiten. Der Bolivianische Hubschrauberbetreiber aus der Region St. Cruz bekommt 45 Betriebsstunden von der Airbus Foundation finanziert. Die einmotorigen Hubschrauber können in sogannnten „bamby buckets“ mit jeder Befüllung bis zu 800 Liter Wasser niederregnen lassen.

H125 bei der Brandbekämpfung in Bolivien

In den Tagen des 03. bis 05. September haben die zwei H125 so im Areal Concepción im östlichen Teil des Landes über 500 Tonnen Wasser zum Löschen geflogen. Sie trugen dazu bei, die Ausbreitung der Feuer einzudämmen und die Gemeinden in der Gegend zu schützen. In den nächsten Tagen sollen noch weitere Flugstunden zur Brandbekämpfung bereitgestellt werden.

Boeing 777X bei finalem Belastungstest durchgefallen

Beim finalen Belastungstest, den Hersteller Boeing an seinem neuen Flugzeug 777X durchführte, gab es ein unerwartetes Ereignis, sodass die Ingenieure den Test vorzeitig unterbrechen mussten.

Bei der neuen 777X will Boeing eine neue Ära der Langstreckenflugzeuge einläuten, wo bereits Airbus mit dem A350 ein starkes Modell auf dem Markt hat. Das verwendete Testflugzeug für die neue 777X befindet sich seit Juni in den Statischen Belastungstests. Bei solchen Prüfungen werden die Flugzeuge bis weit über ihre realistische Belastung im Flugdienst hinaus belastet.

Revision für 777X – Fahrplan bleibt

Die Lastenprüfungen an der Struktur hätten nach diesem Test abgeschlossen werden sollen. Hier kam es laut Boeing beim finalen Belastungstest für die Struktur zu einer vorübergehenden Druckentlastung im hinteren Flugzeugrumpf, die es so nicht hätte geben sollen. Das Ereignis sei in den letzten Minuten des Tests, bei ca. 99 Prozent der Ziellast, aufgetreten.

Darauf wurden von den Boeingmitarbeitern bestimmte Sicherheitsprotokolle durchgeführt. In den nächsten Wochen soll nun die genaue Ursache für dieses unerwartete Ergebnis ermittelt werden. Boeing teilt aber mit, dass keine signifikante Änderung am Flugzeugdesign erwarten sei. Auch auf den Zeitplan der Testverfahren erwarten die Amerikaner keine großen Auswirkungen. Diese müssen jedoch vor einem Erstflug abgeschlossen sein.

Flug­hä­fen arbeiten an Pünktlichkeit im Luftverkehr

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Flug­hä­fen sind in den hoch fre­quen­tier­ten Som­mer­mo­na­ten mit beson­de­rem Nach­druck Maß­nah­men zur Ver­bes­se­rung der Pünkt­lich­keit ange­gan­gen. Der Flug­ha­fen­ver­band ADV hat die ergrif­fe­nen Maß­nah­men ver­folgt und aus­ge­wer­tet und nennt das Resul­tat posi­tiv.

Die Erfolge der bei den Luft­fahrt­gip­feln im Okto­ber 2018 und März 2019 getrof­fe­nen Maß­nah­men zei­gen Wir­kung. Die Pünkt­lich­keit der Abflüge an deut­schen Flug­hä­fen betrug im Juli 2019 70,1 Prozent. Das sind 12,1 Prozent mehr als in dem Vor­jah­res­mo­nat Juli 2018. Zudem konn­ten Flug­strei­chun­gen erheb­lich redu­ziert wer­den. Im Juli 2019 muss­ten noch 2.343 Flüge kurz­fris­tig gestri­chen wer­den – eine Quote von 1,2 Prozent. Zum Ver­gleich: eine Ver­bes­se­rung um 1,5 Prozent gegen­über dem Vor­jah­res­mo­nat Juli 2018.

Abläufe an vielen Prozessen der Luftfahrt beschleunigt

Ralph Bei­sel, Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Flug­ha­fen­ver­ban­des ADV, resü­miert: „Es ist erfreu­lich, dass die Pünkt­lich­keit im Luft­ver­kehr wie­der in geord­nete Bah­nen zurück­kehrt. Alle ver­ant­wort­li­chen Sta­ke­hol­der haben dazu bei­ge­tra­gen. In den zeit­re­le­van­ten Pro­zes­sen an den Flug­hä­fen wur­den die ver­füg­ba­ren Res­sour­cen erhöht und durch eine fle­xi­ble Steue­rung opti­miert ein­ge­setzt. Die ver­bes­serte Leis­tungs­er­brin­gung am Boden hat zusam­men mit den Maß­nah­men von Air­lines und Flug­si­che­rung dazu bei­tra­gen, dass die Flug­pläne sich sta­bi­li­siert haben.“

Trotz der erfreu­li­chen Ent­wick­lung kann aller­dings noch keine Ent­war­nung gege­ben wer­den. „Es bedarf kon­ti­nu­ier­li­cher Anstren­gun­gen und wei­te­rer Pro­zes­s­an­pas­sun­gen, um die Pünkt­lich­keit wei­ter zu ver­bes­sern. Die deut­schen Flug­hä­fen brau­chen wei­ter­hin die Unter­stüt­zung der Poli­tik – sie benö­ti­gen eine bedarfs­ge­rechte Erwei­te­rung der Flug­ha­fen­ka­pa­zi­tä­ten und eine Siche­rung der bestehen­den Betriebs- und Tages­rand­zei­ten“, so Bei­sels For­de­rung abschlie­ßend.

Airbus: Raumfahrt-Radarkonzept für britisches Militär

Airbus soll für das britische Defence Science and Technology Laboratory (Dstl) eine Designstudie zur die Entwicklung der Technologien für ein Cluster ultra-hochauflösender SAR-Satelliten (Synthetic Aperture Radar) für das britische Verteidigungsministerium (MOD) durchführen.

Im Rahmen des Projekts „Oberon“ arbeitet Airbus an Technologien, die 2022 in der Umlaufbahn getestet und möglicherweise bereits 2025 eingesetzt werden könnten. Die technischen Innovationen, die im Rahmen dieses Projektes entwickelt werden, sollen einen außergewöhnlich detailreichen Blick auf die Erde ermöglichen, der selbst durch schwierige Licht- und Wetterverhältnisse nicht beeinträchtigt wird. Die Satelliten können auch Radiofrequenzsignale (RF) erfassen.

Airbus: Raumfahrt-Radarkonzept für britisches Militär
Airbus: Raumfahrt-Radarkonzept für britisches Militär

Ausgewiesene Radar-Expertise

Colin Paynter, Geschäftsführer von Airbus Defence and Space UK, sagt: „Das Projekt Oberon baut auf über 40 Jahre Airbus-Erfahrung im Bereich Radartechnologie für die Raumfahrt. Ich erwarte mit Spannung, dass die Studie zu einer neuen zukunftsweisenden Überwachungsfähigkeit für das britische Verteidigungsministerium führt, die hilft, unsere Streitkräfte auf der ganzen Welt zu schützen.“

Gary Aitkenhead, Chief Executive Officer von Dstl, sagt: „Der Ausbau unserer Fähigkeiten liefert einen wertvollen Beitrag zur Zukunft der Weltraumverteidigung. Die Zusammenarbeit von Dstl und Airbus bei diesem Projekt sichert britische Arbeitsplätze und profitiert weiter von den Errungenschaften in der britischen Raumfahrtbranche.“

Oberon tritt in die Fußstapfen des erfolgreichen SAR-Satelliten NovaSAR. Dieser wurde von Airbus und SSTL konzipiert und entwickelt und im September 2018 gestartet. Seitdem haben Dstl und Airbus wichtige technologische Fortschritte gemacht, sodass das Oberon-Satellitensystem trotz seiner kompakten Maße eine hohe Leistung erzielen wird.

DLR erprobt LNAS für leiseres Landen über der Schweiz

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Mit LNAS probt das DLR derzeit über der Schweiz ein Assistenzsystem im Cockpit, um Fluglärm durch Verfahren weiter zu reduzieren. Das System zeigt dem Piloten über ein Display im Cockpit an, wann exakt welche Handlung für einen lärmarmen Anflug durchzuführen ist.

Der Anflug und die Landung gehören zu den arbeitsintensivsten Phasen eines Fluges, gleichzeitig ist hier auch der Fluglärm am deutlichsten hörbar. Um die Piloten bei den komplexen Handlungsabläufen für einen möglichst lärmarmen Anflug zu unterstützen, hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) das Pilotenassistenzsystem LNAS (Low Noise Augmentation System) entwickelt. Vom 09. bis 13. September erprobt das DLR LNAS nun in einem gemeinsamen Forschungsvorhaben mit der Swiss SkyLab Foundation und der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa das System an Bord des DLR-Forschungsflugzeugs A320 ATRA (Advanced Technology Research Aircraft) im Anflug auf den Flughafen Zürich.

DLR-Forschungsflugzeug ATRA: Für die Flugversuche wird das Forschungsflugzeug A320 ATRA des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt verwendet.
DLR-Forschungsflugzeug ATRA: Für die Flugversuche wird das Forschungsflugzeug A320 ATRA des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt verwendet.

70 Anflüge aus Norden erforderlich

Für die Flugversuche wurde das Assistenzsystem um ein weiteres Anflugverfahren für optimierte kontinuierliche Sinkflüge (Continuous Descent Approach) erweitert und mit einem neuen hochpräzisen Algorithmus ausgestattet, um so einen möglichst energieoptimierten und lärmarmen Anflug zu ermöglichen.

Das optimierte Anflugverfahren wird anhand von rund 70 Anflügen auf die Piste 14 (Nordanflug, aus Deutschland kommend) getestet. „Wir benötigen diese Anzahl ähnlicher Anflüge, um eine breite Datenbasis zur Funktion von LNAS zu erhalten“, sagt Dr. Fethi Abdelmoula vom DLR-Institut für Flugsystemtechnik. Die Flüge werden flugmechanisch und aus Sicht von 25 teilnehmenden Airline-Piloten auf ihre Praxistauglichkeit untersucht. Ein DLR-Test-Pilot sitzt als Sicherheitspilot immer mit im Cockpit. Ein Team von Wissenschaftlern begleitet die Flugversuche an Bord und überwacht die Funktionsweise des Systems.

Testpilot im Forschungsflugzeug: DLR-Testpilot Georg Mitscher im Cockpit des Forschungsflugzeug ATRA (Advanced Technology Research Aircraft). In einer Reihe von Flugversuchen erprobt das DLR wie mit dem Assistenzsystem LNAS lärmarme Anflüge durchgeführt werden können.
Testpilot im Forschungsflugzeug: DLR-Testpilot Georg Mitscher im Cockpit des Forschungsflugzeug ATRA (Advanced Technology Research Aircraft). In einer Reihe von Flugversuchen erprobt das DLR wie mit dem Assistenzsystem LNAS lärmarme Anflüge durchgeführt werden können.

sonAIR: Empa erfasst Gewinn an Ruhe

Mit sieben Lärmmessstationen entlang der Anflugachse zeichnen die Forscher der Empa-Abteilung Akustik/Lärmminderung die Überflüge auf. Während jedes Anflugs wird jeweils die Konfiguration des Testflugzeugs A320 ATRA aufgezeichnet, also die Leistung der Triebwerke, Stellung der Landeklappen, der Bremsklappen und des Fahrwerks. All diese Daten fließen in das an der Empa entwickelte Lärmsimulationsprogramm sonAIR.

Mit Hilfe des Programms kann die Lärmbelastung, die der Flug verursacht, am Computer nachmodelliert und für einzelne Standorte am Boden dargestellt werden. Aus den Simulationsdaten entstehen dann detaillierte Lärmkarten, die die Wirkung des Assistenzsystems LNAS in der Region um den Flughafen dokumentieren und Unterschiede zu herkömmlichen Anflügen genau aufzeigen.

Blick auf die Basismessstation im ATRA: Von der Überwachungsstation der Flugtestinstrumentierung an Bord des Forschungsflugzeugs ATRA begleiten DLR-Wissenschaftler die Flugversuche in Zürich.
Blick auf die Basismessstation im ATRA: Von der Überwachungsstation der Flugtestinstrumentierung an Bord des Forschungsflugzeugs ATRA begleiten DLR-Wissenschaftler die Flugversuche in Zürich.

„sonAIR wurde gezielt für die Lärmoptimierung von An- und Abflugverfahren entwickelt“, sagt Jean-Marc Wunderli, Abteilungsleiter Akustik/Lärmminderung an der Empa. „Das gemeinsame Projekt mit dem DLR und SkyLab gibt uns die Möglichkeit, die Lärmbelastungen aus unserer Simulation mit den realen Daten der sieben Messstationen zu vergleichen und die Qualität unserer Berechnung zu überprüfen.“

Anzahl der ‘akustischen Ausreißer’ reduzieren

„Die sich stetig ändernden Bedingungen wie Wind und Fluggewicht machen das präzise Fliegen vertikaler Profile eines lärmarmen Anflugverfahrens hochkomplex“, sagt DLR-Testpilot Jens Heider, der bei den Flugversuchen im Cockpit des A320 ATRA sitzt. Um möglichst lärmarm landen zu können, ist ein optimaler Energiehaushalt während des Anfluges essentiell. Das Assistenzsystem LNAS zeigt dem Piloten dafür auf einem Display, dem Electronic Flight Bag (EFB), intuitiv und auf einen Blick die optimalen Zeitpunkte für das Setzen der Landeklappen und das möglichst späte Ausfahren des Fahrwerks. „Handelt der Pilot nach diesen Vorgaben, kann der Anflug von der Reiseflughöhe bis hinunter auf die Stabilisierungshöhe von 1.000 Fuß über Grund mit minimaler Geräuschentwicklung und möglichst geringem Treibstoffverbrauch durchgeführt werden“, fasst Abdelmoula die Vorteile zusammen.

Displayanzeige des Pilotenassistenzsystem LNAS: Darstellung des optimalen Anflugprofils mit Handlungsempfehlungen für die Piloten auf einem "Electronic Flight Bag".
Displayanzeige des Pilotenassistenzsystem LNAS: Darstellung des optimalen Anflugprofils mit Handlungsempfehlungen für die Piloten auf einem „Electronic Flight Bag“.

„Optimal wäre ein Sinkflug im Leerlauf, wie bei einem Segelflugzeug“, erklärt Martin Gerber, Projektleiter und Initiator der Weiterentwicklung von LNAS. „Mithilfe des Assistenzsystems wollen wir die Anzahl der energetisch suboptimalen Anflüge reduzieren und Piloten die dafür nötigen Informationen auf intuitiv fassbare Weise vermitteln.“ Physikalische Grundprinzipien könne man nicht ändern, die Zahl der akustisch ungünstigen Anflüge lasse sich jedoch mit Sicherheit reduzieren.

Forschungspartner fürs leiser Landen

Im Rahmen eines von der Swiss SkyLab Foundation initiierten dreijährigen Projekts wurde in einem Konsortium zusammen mit der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) das Pilotenassistenzsystem LNAS (Low Noise Augmentation System) für den sogenannten Continuous Descent Approach (CDA) weiterentwickelt. Das Projekt wird durch das Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL über die Spezialfinanzierung Luftverkehr (nach Art. 87b BV: Verordnung über die Verwendung der zweckgebundenen Mineralölsteuer für Maßnahmen im Luftverkehr zur Begrenzung der Auswirkungen des Luftverkehrs auf die Umwelt), das Amt für Verkehr der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich, das Bundesamt für Umwelt BAFU und durch Eigenmittel der Projektpartner finanziert.

LNAS im ATRA: Das Assistenzsystem LNAS wird den Piloten auf dem EFB (Electronic Flight Bag) angezeigt.
LNAS im ATRA: Das Assistenzsystem LNAS wird den Piloten auf dem EFB (Electronic Flight Bag) angezeigt.

Weitere beteiligte Organisationen sind die Skyguide welche während dieser Woche die Testflüge leitet, der Flughafen Zürich für Unterstützung und Koordination der Anflüge, 25 Piloten von Swiss Airlines, Edelweiss, Condor und Lufthansa welche das neue System erproben, die Schweizer Luftwaffe welche die temporäre Stationierung des Forschungsflugzeuges in Dübendorf ermöglicht und die Swissport welche mit ihrem Service am Boden unterstützt.

SkyLab ist über den Space Hub der Universität Zürich (UZH) mit dem Switzerland Innovation Park Zurich assoziiert. SkyLab hat zusammen mit der UZH die regelmäßigen Schwerelosigkeits-Forschungsflüge ab dem Flugplatz Dübendorf ins Leben gerufen. Die Ergebnisse der ausgewerteten Flugversuche in Zürich werden für das Frühjahr 2020 erwartet. LNAS soll mittelfristig als industrialisierte Lösung in das Flugmanagementsystem von regulären Linienflugzeugen implementiert werden.

Akustischer Fußabdruck: Beispiel einer mit sonAIR simulierten akustischen Analyse. Die Darstellung zeigt in einem Differenzplot Bereiche von erhöhter Lärmwirkung aufgrund der Verwendung von Bremsklappen (grün) oder aufgrund frühem Ausfahren des Fahrwerks (blau) im Vergleich zu einem akustisch optimalen Anflug. In diesem Projekt wird das Potential von optimierten Anflügen und deren Einfluss auf Lärm und Treibstoffverbrauch untersucht.
Akustischer Fußabdruck: Beispiel einer mit sonAIR simulierten akustischen Analyse. Die Darstellung zeigt in einem Differenzplot Bereiche von erhöhter Lärmwirkung aufgrund der Verwendung von Bremsklappen (grün) oder aufgrund frühem Ausfahren des Fahrwerks (blau) im Vergleich zu einem akustisch optimalen Anflug. In diesem Projekt wird das Potential von optimierten Anflügen und deren Einfluss auf Lärm und Treibstoffverbrauch untersucht.

Flughafen Wien verzeichnet 20,9% mehr Passagiere

Die Gruppe Flughafen Wien (Flughafen Wien, Malta Airport und Flughafen Kosice) legt im August 2019 mit einem Plus beim Passagieraufkommen von 12,0 Prozent auf 4,1 Mio. erneut ein starkes Wachstum hin.

Kumuliert von Januar bis August 2019 nahm das Passagieraufkommen um 17,6 Prozent auf 26,3 Mio. Reisende zu. Der Standort Flughafen Wien allein verzeichnete ein deutliches Passagierplus in den ersten acht Monaten von 20,9 Prozent auf 21,0 Mio.

Wien: Viel mehr Flüge und Passagiere

Am Standort Flughafen Wien stieg das Passagieraufkommen im August 2019 um 13,2 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres auf 3.151.020 Reisende an. Die Anzahl der Lokalpassagiere nahm mit einem Plus von 17,8 Prozent stark zu, die Anzahl der Transferpassagiere stieg um 1,3 Prozent. Die Flugbewegungen nahmen im August 2019 mit plus 8,7 Prozent ebenfalls deutlich zu. Beim Frachtaufkommen verzeichnete der Flughafen Wien einen Rückgang um 3,7 Prozent im Vergleich zum August des Vorjahres.

Passagieraufkommen nach Westeuropa

Das Passagieraufkommen am Flughafen Wien nach Westeuropa stieg im August 2019 um 12,0 Prozent an, nach Osteuropa nahm das Passagieraufkommen um 19,9 Prozent zu. In den Fernen Osten nahm das Passagieraufkommen im August 2019 um 11,2 Prozent zu, jenes in den Nahen und Mittleren Osten stieg um 1,1 Prozent. Nach Nordamerika entwickelte sich das Passagieraufkommen mit einem Plus von 29,7 Prozent deutlich positiv und nach Afrika legte die Zahl der Passagiere mit 18,5 Prozent ebenfalls stark zu. Ein Passagierplus gab es im August 2019 für den Flughafen Malta mit einem Zuwachs um 8,4 Prozent. In Kosice stieg das Passagieraufkommen um 4,1 Prozent.

TraVis hilft Flughafen Stuttgart bei Lärmimmission

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TraVis bietet nicht nur in Echtzeit, sondern auch bis zu zwei Monate rückwirkend Informationen zu beliebigen Zeitpunkten. Ergänzend zeigt es per Mausklick Flugplandaten, Flugzeugtypen, Steig- und Sinkprofile der Maschinen sowie Pegel-Diagramme der einzelnen Messstationen.

TraVis macht es für jederman möglich, Geräusche von an- und abfliegenden Maschinen am Flughafen Stuttgart ab sofort online zu verfolgen: Der Landesairport stellt Anwohnern und Interessierten seit Dienstag, 10. September 2019 auf seiner Website Live-Daten zu Schallimmissionen zur Verfügung. Die Software TraVis (für Track Visualisation) liefert auf einer Übersichtskarte Informationen zu Flugbewegungen, stationären Messstellen und deren Messdaten.

Quelle von Fluglärm nachvollziehbar

Der Fluglärm liegt nur bedingt im Einflussbereich des Flughafens. Dennoch will die Flughafen Stuttgart GmbH (FSG) die Belastung durch den Luftverkehr so gering wie möglich halten. Dazu erfasst die Flughafengesellschaft an acht Stationen in der Umgebung laufend die Schallpegel. „Mit TraVis wollen wir für die Anwohner des Flughafens maximale Transparenz bei den Fluglärmimmissionen schaffen und es für sie so einfach wie möglich machen, sich zu informieren. Alle unsere Messergebnisse sind nun jederzeit einsehbar“, so Walter Schoefer, Sprecher der Geschäftsführung der FSG.

Über die Lärmentwicklung am Flughafen informiert weiterhin auch ein monatlicher Fluglaermbericht online. Dieser beinhaltet seit Mai 2019 eine Karte mit der grafischen Darstellung der Flugspuren, auf der sich die Überflugdichte ablesen lässt. Anwohner können so erkennen, wie häufig ihr Ort überquert wird.

Networking-Event der Luft- und Raumfahrt in Darmstadt

Die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR) veranstaltet mit dem DLRK jährlich das größte wissenschaftlich-technische Networking-Event der Luft- und Raumfahrtbranche Deutschlands. Zur Eröffnungsfeier des DLRK am 30. September von 10:30 bis 12:30 Uhr sind alle Interessierten herzlich ins Darmstadtium eingeladen.
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Die Luft- und Raumfahrt steht an einem zukunftsweisenden Punkt: Neue Technologien bieten heute Chancen für nachhaltigeres Fliegen und immer weiter entferntere Ziele im Weltraum. Doch wie kann die Branche neue Entwicklungen bei gleichzeitig wachsenden Herausforderungen nutzen, um eine erfolgreiche Zukunft zu gestalten? Das diskutieren die Teilnehmer des 68. Deutschen Luft- und Raumfahrtkongresses (DLRK), der vom 30. September bis 02. Oktober 2019 im Darmstadtium-Kongresszentrum in Darmstadt stattfindet.

Technologie bei Experten im Gespräch

Rund 600 Experten diskutieren an drei Tagen über die verschiedensten Projekte und Themen. Auch dem wissenschaftlichen Nachwuchs bietet der DLRK optimale Bedingungen für den fachlichen Austausch und zur Erweiterung des persönlichen Netzwerks. „Mit dem Motto ‚Luft- und Raumfahrt – technologische Brücke in die Zukunft‘ möchten wir in diesem Jahr auf die besondere Rolle der Luft- und Raumfahrt für den technologischen Fortschritt aufmerksam machen“, erklärt DGLR-Präsident Prof. Rolf Henke.

„Sowohl die Luftfahrt als auch die Raumfahrt präsentieren sich als Vorreiter in der technologischen Entwicklung unserer Gesellschaft“, so Henke. „In der Luftfahrt arbeiten wir zum Beispiel bereits seit Jahrzehnten daran, nachhaltiger und umweltbewusster zu werden. Dabei möchten wir nicht nur die Luftfahrt selbst sauberer gestalten, sondern die Technologie auch auf andere Anwendungen ausweiten. Gleiches gilt für die Raumfahrt. Viele Entwicklungen für Raumfahrtprojekte finden früher oder später ihren Weg in unseren Alltag. Der DLRK trägt intensiv dazu bei, relevante Themen zu besprechen und gemeinsame Lösungen zu finden.“

Luft- und Raumfahrtexperten in Darmstadt

Neben DGLR-Präsident Henke sprechen Thomas Jarzombek, Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt, Prof. Dr. Pascale Ehrenfreund, Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Dr. Klaus Richter, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI). Um am weiteren Kongressprogramm teilnehmen zu können, ist eine Registrierung unter dlrk2019.dglr.de oder vor Ort notwendig.

Auf die Teilnehmer des DLRK 2019 warten mehr als 285 Vorträge in 78 Sitzungen und 14 Poster zu den verschiedensten Themengebieten – vom aktuellen Stand des elektrischen Fliegens über das Potenzial von Erdbeobachtungssatelliten bis zur Flugzeugkabine von morgen. Ergänzt wird das Sitzungsprogramm durch sechs Plenarvorträge und eine Podiumsdiskussion.

Stadtverkehr in der dritten Dimension

Den Auftakt zum Programm macht Klaus Froese, CEO Lufthansa Hub Frankfurt, mit einem Einführungsvortrag zum Thema „Air Traffic Management – Herausforderungen für die Zukunft“. Mit den weiteren Podiumsteilnehmern, DGLR-Präsident Henke, Thomas Jarzombek und Prof. Klaus-Dieter Scheuerle, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Flugsicherung, diskutiert er anschließend, wie der Luftverkehr angesichts wachsender Passagierzahlen und steigender Umweltanforderungen zukünftig besser organisiert werden kann. Prof. Dr. Peter Hecker, Leiter des Instituts für Flugführung an der Technischen Universität Braunschweig, leitet die Diskussion.

In der Luftfahrt wird angesichts der steigenden Nachfrage vermehrt nach einem nachhaltigen Wachstum verlangt. Dieses zeigt sich neben effizienteren Verbindungen in drastischen Verringerungen des Fluglärms und geringen Kraftstoffverbräuchen. Wichtig dafür ist laut Prof. Dr. Rolf Radespiel, Leiter des Instituts für Strömungsmechanik, die Grundlagenforschung in der Aeroakustik, bei Methoden für effizienten, aktiven Hochauftrieb und in der Flugdynamik. In seinem Plenarvortrag erläutert er, wie der Sonderforschungsbereich 880 der TU Braunschweig diese Forschung für umweltfreundliche, zukünftige Verkehrsflugzeuge erarbeitet.

Auch im Inneren der Flugzeuge findet ein Umdenken statt: Die „digitalisierte Kabine“ („connected cabin“) soll das Fliegen der Zukunft effizienter und komfortabler machen. Der Flugzeugsitz-Hersteller RECARO entwickelt einen intelligenten Sitz, der unter anderem seinen Betriebszustand automatisch an das Flugpersonal übermittelt. Am Mittwoch stellt Dr. Bartosz Gladysz von RECARO in seinem Vortrag die Herausforderungen und Möglichkeiten einer digitalisierten Kabine vor.

Kooperationen und Technologien in der Raumfahrt

Für die Zukunft der Raumfahrt setzt Prof. Dr. Johann-Dietrich Wörner, Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation ESA, auf eine stärkere internationale Zusammenarbeit in der Weltraumforschung – zum Beispiel in Form einer permanenten Forschungsstation auf dem Mond, dem „Moon Village“. In seinem Plenarvortrag am Dienstag zum Thema „United Space in Europe“ skizziert er, welche Pläne die ESA für die Zukunft hat und wie eine engere globale Kooperation aussehen kann.

Um dafür geeignete Strukturen zu entwickeln, nutzt die Raumfahrt verstärkt den 3D-Druck. Diese additive Fertigung hat den Vorteil, dass mit ihr komplexe Strukturen erstellt werden können und damit Gewicht eingespart werden kann – in der Raumfahrt, aber auch in der Luftfahrt. Auf dem DLRK erläutert Prof. Dr. Christian Mittelstedt, Fachgebietsleiter Konstruktiver Leichtbau und Bauweisen an der Technischen Universität Darmstadt, die Herausforderungen und Chancen der additiven Fertigung im Leichtbau.

Ein weiterer Plenarvortrag beschäftigt sich mit dem Thema der wiederverwendbaren Raumtransportsysteme. Ingrid Dietlein vom DLR-Institut für Raumfahrtsysteme gibt einen Einblick in die Forschungsvorhaben des DLR auf diesem Gebiet und zeigt, welche weiteren Projekte in naher Zukunft geplant sind.

Sondersitzungen mit Blick in die Zukunft

Auch Airbus blickt in die Zukunft. Der zweitgrößte Flugzeughersteller der Welt feierte in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag. Seine herausragende Position hat Airbus in dieser Zeit nicht zuletzt durch die Anwendung von modernen Technologien in seinen Produkten erreicht. Doch was bringen die nächsten 50 Jahre? Welche Technologien bestimmen den Markt der Zukunft? Wie wird sich die Produktion verändern? Diese Fragen diskutieren Vertreter aus Industrie und Forschung in der DLRK-Session „50 Jahre Airbus – Ein technologischer Ausblick auf die nächsten 50 Jahre“.

Um die „Zukunft der Raumfahrt“ geht es hingegen in einer interaktiven Vortragsrunde mit Vertretern aus Industrie, Wissenschaft und Forschung. Was sind die aktuellen Themen in der internationalen Raumfahrtlandschaft? Wie ist Deutschland in diesem dynamischen und zunehmend kommerziellen Umfeld aufgestellt? Das Diskussionsforum zur Zukunft der Raumfahrt soll eine unabhängige Plattform für den kreativen Ideenaustausch fördern, die über den DLRK hinaus wachsen soll, um so regelmäßig neue Impulse in die deutsche Raumfahrtpolitik zu geben.

Chance für den wissenschaftlichen Nachwuchs

Für den wissenschaftlichen Nachwuchs bietet der DLRK die perfekte Gelegenheit, mit Experten ins Gespräch zu kommen und sich zu vernetzen. Auch in diesem Jahr ermöglicht die „100-Studenten-Aktion“, mit Unterstützung von Rolls-Royce Deutschland, Studenten von Hochschulen mit einem Bezug zur Luft- und Raumfahrt die Chance auf einen kostenlosen Eintritt zum Kongress. Das Unternehmen lädt die Gewinner zusätzlich zu einem exklusiven Vortrag mit anschließendem Get-together ein. Der DLRK bietet zudem auch in diesem Jahr wieder Möglichkeiten zur Weiterbildung. Die Programmkommission hat mehrere Weiterbildungsreihen zusammengestellt, für deren Besuch die Teilnehmer ein Zertifikat der DGLR erhalten können.

Auch die DGLR-Nachwuchspreise, die besondere Leistungen in Abschlussarbeiten und Dissertationen auszeichnen, werden in diesem Jahr wieder im Rahmen des DLRK für besonders vielversprechende Projekte verliehen. Der Ludwig-Prandtl-Ring, der regelmäßig für Verdienste durch hervorragende eigene Arbeiten um die Flugwissenschaften in all ihren Disziplinen vergeben wird, wird ausnahmsweise nicht im Rahmen des DLRK, sondern auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Angewandte Mathematik und Mechanik (GAMM) vom 16. bis 20. März 2020 in Kassel verliehen.

DLRK in der Wissenschaftsstadt Darmstadt

Als Standort der ESA ist Darmstadt ein optimaler Veranstaltungsort für den wissenschaftlich-technischen Kongress. Das in Darmstadt ansässige ESOC (European Space Operations Centre) ist das Kontrollzentrum der ESA und wird als „Europas Tor zum Weltraum“ bezeichnet. Seit 1967 ist es für den Betrieb sämtlicher ESA-Satelliten und für das dazu notwendige weltweite Netz der Bodenstationen verantwortlich. In Darmstadt haben zudem eine Technische Universität, zwei Fachhochschulen und zahlreiche öffentliche und private Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen ihren Sitz.

Airbus: Militär-Kommunikation über Syracuse-Satelliten

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Airbus und Telespazio (Leonardo/Thales) haben die Gründung einer Kooperation zum Angebot von militärischen Telekommunikationsdiensten über Syracuse-IV-Satelliten bekannt gegeben. Durch die Kooperation entsteht der führende französische Betreiber auf diesem Feld.
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Der Zusammenschluss zeigt den starken Wunsch nach Kooperation auf diesem Gebiet zwischen den führenden europäischen Industrieunternehmen Airbus, Thales und Leonardo sowie dem französischen Staat. Die Partner legen dabei besonderen Fokus auf die Kommerzialisierung der Syracuse-IV-Satellitenkapazitäten zum Nutzen der Streitkräfte und der Sicherheit in Europa und weltweit. Die zwei geostationären Syracuse-Satelliten der 3,5-Tonnen-Klasse mit Elektroantrieb werden von einem Zusammenschluss der Unternehmen Thales Alenia Space und Airbus gebaut und sollen ab 2022 starten.

Potenzial der Kapazitäten für weitere Kunden

Syracuse IV ist ein Telekommunikationssystem, das die beiden Militärsatelliten Syracuse 4A und 4B sowie Bodenstationen umfasst, die die Kommunikation in den Einsatzgebieten und mit dem Heimatland gewährleisten. Die französische Beschaffungsbehörde DGA (Direction Générale de l’Armement), Airbus, Thales Alenia Space und Telespazio haben eine innovative Finanzierungsinitiative entwickelt, die es erlaubt, überschüssige Satellitenkapazitäten an Drittkunden zu verkaufen und so die Total Cost of Ownership des Syracuse-IV-Systems zu reduzieren. Durch diese Kaufverträge mit einer geplanten Laufzeit von zehn Jahren kann verbündeten Ländern oder Unternehmen ein einfacher, flexibler und reaktiver Zugang zu einer strategischen Ressource gewährt werden. Damit baut Frankreich die internationale Zusammenarbeit im Bereich Verteidigung und Sicherheit aus.

Die Telespazio Group, ein Gemeinschaftsunternehmen von Leonardo (67 Prozent) und Thales (33 Prozent), zählt zu den Weltmarktführern im Bereich satelliten- und weltraumgestützter Services. Über Airbus und Telespazio kann das Gemeinschaftsunternehmen Syracuse-IV-Satellitenkapazitäten sowie verschiedene Services mit hohem Mehrwert vertreiben, wie z. B. Ankertechnik (Anbindung der Kommunikation über Satellit an die Bodennetze der Drittkunden), End-to-End-Dienste mit garantierter Kapazität und Übertragungsgeschwindigkeit sowie Engineering- und Wartungsleistungen. Die beiden geostationären Satelliten der 3,5-Tonnen-Klasse mit Elektroantrieb werden von einem Zusammenschluss der Unternehmen Thales Alenia Space und Airbus gebaut und sollen ab 2022 starten.

Dritter Syracuse Satellit für militärische Datendienste

Diese Services werden in einem ausgedehnten Gebiet, das von Französisch-Guayana bis zur Straße von Malakka reicht, für land-, see- und luftgestützte Nutzung verfügbar sein. Verbündete Länder können so auf Kommunikationskapazitäten im X-Frequenzband, im militärischen Ka-Band und im dualen X-/Ka-Band-Modus zugreifen. Dadurch ergibt sich eine einzigartige Flexibilität – und das bei höchsten NATO-Standards für Schutz und Härtung. Die Einsatzkräfte vor Ort können über rein IP (Internet Protocol)-basierte Kommunikation Videos, Sprachnachrichten und Daten mit Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu mehreren Hundert Mbit/s austauschen.

Gegen 2030 wird ein dritter Satellit hinzukommen, um dem wachsenden Bedarf insbesondere bei den Luftfahrzeugen gerecht zu werden (Flugzeuge, Drohnen). Diese Satelliten der neuen Generation werden als Erste eine völlig flexible Neukonfigurierung der Nutzlast im militärischen X- und Ka-Band ermöglichen und sollen mit Schutz- und Härtungsmitteln gegen Cyberbedrohungen, Störsignale, Abfangen und elektromagnetische Impulse ausgestattet sein.

Airport-Brauerei am Flughafen MUC feiert 20. Geburtstag

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Das Brauhaus an Bayerns Tor zur Welt mit Europas größtem überdachten Biergarten feiert sein 20-jähriges Bestehen, und das mit Erfolg: Innerhalb der zwei Jahrzehnte wurden im Airbräu insgesamt zehn Millionen Liter Bier gebraut.

Viele internationale Fluggäste aber auch Mitarbeiter und Besucher des Münchner Flughafens genießen seit 20 Jahren das bayerische Flair in der weltweit ersten Airport-Brauerei. Dabei werden auch jedes Jahr rund 100.000 Brezen und über 150.000 Weißwürste gegessen.

Rotbier: Kaltgehopftes vom Flughafen

Braumeister René Jacobsen braut neben den drei ganzjährigen Bieren „Fliegerquell“ (Helles), „Kumulus“ (Weißbier) und „1918 Revolutionsbier“ (Märzenbier) unterschiedliche Saison- und Festbiere. Anlässlich des Jubiläums hat der 32-Jährige ein Geburtstagsbier von besonderer Qualität kreiert: „Wir haben erstmals ein kaltgehopftes Rotbier hergestellt – nach uralter Braumethode, die wir neu aufgegriffen haben. Unser fruchtiger „Rotfuchs“ besitzt ein blumiges und würziges Aroma und passt hervorragend zu eher leichten Speisen wie Salaten und Fischgerichten.

Drohne übernimmt Inspektion bei AUA-Airbus

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Mittels einer autonom fliegenden Drohne, die vom französischen Start-up „Donecle“ entwickelt wurde, werden die Airbus von Austrian Airlines auf Lack- und Strukturschäden überprüft. Damit wird die Zeit der Inspektion bis auf ein Fünftel verkürzt.

Seit Mitte des Jahres testet Austrian Airlines diese noch neue Technologie zur technischen Überprüfung der Flugzeuge. Die Innovation schafft für die Techniker der österreichischen Airline nicht nur eine Arbeitserleichterung, die geringere Dauer des Checks – weniger als zwei Stunden anstatt zuvor vier bis zehn Stunden – schafft auch eine schnellere Verfügbarkeit der Flugzeuge im täglichen Betrieb. Michael Kaye, Vice President Austrian Airlines Technical Operations, zu den Vorteilen der neuen Drohnentechnologie: „… Innovative Systeme, wie diese Drohne, unterstützen uns perfekt dabei, unsere Stabilität im Flugbetrieb weiter auszubauen und Flugausfälle zu vermeiden.“

Lackqualität, Kratzer, Beulen im Test

Die Kamera hilft dabei, Sichtprüfungen erheblich zu beschleunigen. Blitzschlag, den ein Flugzeug hin und wieder erleidet, ist zwar nicht gefährlich, aber schädigt Lack und Aufkleber auf der Außenhaut. Testweise sollen bei den Inspektionen neben der Lackqualität auch Kratzer und Beulen erfasst werden.

Drohne fliegt Flugzeug autonom ab

Vor Beginn ehält die Drohne ihre Flugruoute um den Airliner. Dazu werden Ecktdaten wie die Höhe und Außmaße des Flugzeuges eingegeben. Eine Inspektion konnte so auf zwei Stunden reduziert werden, statt vier bis zehn Stunden wie früher. Damit kann das Passagierflugzeug viel schneller wieder in Betrieb. Das Abfliegen des Flugzeuges per Drohne allein dauert etwa eine Stunde. Ein Techniker verifiziert anschließend die Befunde.

Der Test der vollautonomen Drohne läuft noch bis Ende des Jahres. Im Austrian Airlines Hangar führt die Drohne, unter Aufsicht eines Flugzeugtechnikers, mittels modernster, patentierter Technologie per Laser Inspektionen am Äußeren des Flugzeuges durch. Das System fliegt vom Start bis zur Landung sämtliche Bereiche des Flugzeuges selbständig ab. Dabei macht die Drohne jede Sekunde ein hochauflösendes Bild. Mit diesen Bildern erkennt eine Software Schäden an Struktur und Lack des Flugzeuges, wie zum Beispiel fehlende Aufkleber, automatisch.

Der Flugzeugtechniker hat die Möglichkeit, die Schäden am Tablet im Detail zu begutachten und einen Report für das Austrian Wartungsteam zu erstellen. Die Drohne leistet dazu die Vorarbeit und beschleunigt die Überprüfung, die letzte Entscheidung liegt aber beim zertifizierten Flugzeugtechniker. Für die Bedienung der Drohne erhält dieser ein detailliertes Theorie- und Praxistraining.

Airbus und bald auch Embraer-Flotte im Check

Aktuell werden die Überprüfungen mit der Drohne an der Airbus Flotte von Austrian durchgeführt, die in den nächsten Jahren von 36 auf 46 Flugzeuge wachsen wird. Die rot-weiß-rote Airline plant, die autonomen Flugzeug-Checks zukünftig auf andere Flugzeugmodelle auszuweiten. Bereits ab September sollen die 17 Embraer Flugzeuge von Austrian Airlines mit der neuen Technologie überprüft werden. „Eine weitere Möglichkeit wäre, die Drohne bei unseren Technik-Partnerbetrieben weltweit einzusetzen. So könnten wir uns in Wien ein genaues Bild von Lackierarbeiten machen, die an einem anderen Standort durchgeführt werden“, beschreibt Austrian Technik Chef Kaye das Zukunftspotenzial.

Ideenwettbewerb bei Lufthansa Systems

Den Ausgangspunkt für den Einsatz der neuen Technologie bei Austrian Airlines bildete ein Ideenwettbewerb bei der Konzernschwester Lufthansa Systems. Bei einer Start-up Challenge präsentierte sich der Drohnen Anbieter „Donecle“ und erarbeitete gemeinsam mit Lufthansa Technik Einsatzmöglichkeiten der autonomen Drohne für Flugzeug-Checks. Austrian Airlines fungiert als Testcase innerhalb der Lufthansa Group und entwickelt gemeinsam mit „Donecle“ die Technologie mit den Erfahrungen aus dem Linienbetrieb weiter.

Flughafen Stuttgart: Kofferversteigerung mit viel Erfolg

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Bei der Kofferversteigerung auf dem diesjährigen Kinderfest des Stuttgarter Flughafens kamen 40 herrenlose Gepäckstücke unter den Hammer. Mit großer Resonanz: Die Benefiz-Auktion brachte 11.040 Euro ein.

Die Flughafengesellschaft rundete den Betrag auf 15.000 Euro auf. Die Spende kommt zu gleichen Teilen den lokalen Vereinen Frauen helfen Frauen Filder e.V. und Fildertafel e.V. zugute. Am Freitag, den 06. September überreichte Walter Schoefer, Sprecher der Geschäftsführung der Flughafen Stuttgart GmbH, einen symbolischen Scheck an Vertreterinnen der wohltätigen Organisationen.

Geld geht an soziales Engagement

„Beide Vereine beweisen soziales Engagement und helfen im unmittelbaren Flughafenumfeld Menschen in Not. Damit leisten sie eine sehr wichtige Arbeit, die wir aus Überzeugung seit vielen Jahren unterstützen“, sagte Walter Schoefer. „Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern der Kofferversteigerung, die diese stolze Summe ermöglicht haben.“

Die Auktion fand beim 25. Großen Kinderfest des Landesflughafens statt. Mehr als 30 Gratis-Aktionen lockten am 10. und 11. August 2019 rund 50.000 kleine und große Gäste auf das Festivalgelände.

Flughafen Berlin: Mehr Fluggäste trotz weniger Flüge

Die Zahl der Fluggäste an den Berliner Flughäfen ist in den ersten acht Monaten dieses Jahres deutlich angestiegen. Von Januar bis August 2019 wurden in Tegel und Schönefeld 23.994.501 Passagiere abgefertigt und damit 8 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Besonders groß ist der Anstieg in Tegel. Dort starteten und landeten bis August 16.184.801 Passagiere und damit 18,5 Prozent mehr als in den ersten acht Monaten des Jahres 2018. In Schönefeld wurden 7.809.700 Passagiere abgefertigt, 8,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das ergeben die vorläufigen Zahlen des Verkehrsberichts.

Sommer mit leichter Reiseflaute

Im Monat August selbst ist die Zahl der Fluggäste leicht zurückgegangen. Nach Ende der Sommerferien fertigten Tegel und Schönefeld insgesamt 3.180.931 Passagiere ab. Das waren rund 178.000 weniger als im Vormonat, dem Ferienmonat Juli. Verglichen mit dem August 2018 ging die Zahl der Passagiere um drei Prozent zurück. Allerdings endeten die Sommerferien im vergangenen Jahr erst Mitte August, bis dahin war für die Berliner Flughäfen Hoch-Reisezeit.

Wiederum hatte der Flughafen Tegel im vergangenen Monat einen größeren Ansturm zu bewältigen als der Flughafen Schönefeld. In Tegel starteten und landeten 2.136.855 Passagiere und damit 2,1 Prozent mehr als im August 2018. In Schönefeld hingegen ging die Zahl der Passagiere im Vergleich zum Vorjahresmonat um 12 Prozent zurück, dort wurden 1.044.076 Fluggäste abgefertigt. Der Rückgang in Schönefeld ist darauf zurückzuführen, dass Fluggesellschaften Strecken von Schönefeld nach Tegel verlagert haben.

Trotzdem deutlich weniger Flüge ab Berlin

Insgesamt starteten und landeten von Januar bis August 2019 auf beiden Berliner Flughäfen 24.989 Maschinen. Das sind 7,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang liegt vor allem daran, dass die Airlines ihre Maschine besser auslasten. In Tegel gab es 16.643 Starts und Landungen (minus 3,7 Prozent). In Schönefeld waren es 8.346 Starts und Landungen (minus 13,7 Prozent).

Indien verlor Kontakt zur Mond-Landesonde Vikram

Indien hat versucht, Raumfahrtgeschichte zu schreiben. Zwischen 21:30 Uhr und 22:00 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit sollte die anderthalb Tonnen schwere Landesonde Vikram auf dem Mond aufsetzen.

Die Landestelle liegt im Süden der von der Erde sichtbaren Hemisphäre des Mondes auf einer Ebene zwischen den Kratern Manzinus C und Simpelius N, in einer Entfernung von nur 500 Kilometern vom Südpol. Aus technischer Sicht ist die Landung in der Nähe des Mond-Südpols besonders anspruchsvoll. Doch sie scheint gescheitert zu sein. Zu dem Lander gibt es keinen Kontakt mehr. Indien wäre bei einer erfolgreichen Landung die vierte Nation, der eine kontrollierte Mondlandung gelänge.

„Die indische Mission Chandrayaan-2 mit Orbiter, Landemodul und einem Mondrover ist hochkomplex und bereits mit dem Erreichen der Mondumlaufbahn ein großartiger Erfolg, zu dem wir unseren indischen Kollegen nur gratulieren können“, betont Professor Hansjörg Dittus, DLR-Vorstand für Raumfahrtforschung und -technologie. Chandrayaan-1 war eine gelungene Demonstration der technischen und wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit des ehrgeizigen indischen Raumfahrtprogramms. Insgesamt waren 13 Experimente für die Mondforschung geplant.

Rover „Weisheit“ für Mond-Tag

Schon wenige Stunden nach der Landung, zwischen 05:30 Uhr und 06:30 Uhr MESZ, sollte ein kleines, 27 Kilogramm schweres Mondfahrzeug mit dem Namen Pragyan (Sanskrit für „Weisheit“) von Vikram auf die Mondoberfläche rollen und mit der wissenschaftlichen Erkundung der Landestellenumgebung beginnen. Pragyan sollte einen Mond-Tag, also etwa zwei Wochen, aktiv sein; an der Landestelle ging bei aktuell zunehmendem Mond heute die Sonne auf. Vikram ist nach dem „Vater“ des indischen Weltraumprogramms, Vikram Sarabhai (1919 bis 1971) benannt, Chandrayaan bedeutet Mondfahrzeug.

Der sechsrädrige Rover hätte sich bis zu 500 Meter vom Landeplatz auf dem Mond entfernen sollen. Neben Kameras befinden sich auf der stationären Landesonde Vikram ein Experiment zur Aufzeichnung von Mondbeben, eine Sonde zur Messung der Mond-Ionosphäre und ein Radiometer zur Bestimmung der thermischen Leitfähigkeit und des Tiefengradienten.

Als passives Experiment führt Vikram einen Laser-Retroreflektor mit, der von der Erde mit Laserstrahlen angepeilt werden kann. Aus der Laufzeit der Laserpulse lassen sich die um etwa dreieinhalb Zentimeter pro Jahr zunehmende Entfernung des Mondes von der Erde sowie seine Rotations- und Taumeleigenschaften besser bestimmen – ein Experiment, das bereits in der Apollo-Ära sehr erfolgreich durchgeführt wurde. Auf dem Rover Pragyan befindet sich ein Alphateilchen-/Röntgenspektrometer zur Bestimmung der chemischen Zusammensetzung der Landestelle und ein Spektroskop zur Messung der Elementhäufigkeiten.

„Gewaltiger Sprung“ für indische Raumfahrt – mit Fehlschlag?

Bei einer erfolgreichen Landung wäre Indien nach der ehemaligen UdSSR, den USA und China das vierte Land, dem eine kontrollierte, weiche Landung auf dem Mond gelänge. Zuletzt setzte am 02. Januar 2019 die chinesische Mondsonde Chang’e-4 auf der erdabgewandten Seite des Mondes auf und erkundet dort mit dem kleinen robotischen Fahrzeug Yutu („Jadehase“) den Krater Von Kármán. Ein Versuch Israels mit der Raumsonde Beresheet scheiterte ebenfalls kurz vor der Landung im April 2019.

Der an der Mission beteiligte indische Wissenschaftler Dr. Rishitosh K. Sinha bezeichnete die Landung von Vikram in Anlehnung an Neil Armstrongs vor 50 Jahren auf dem Mond ausgesprochenen Satz als einen „gewaltigen Sprung für die Indische Weltraumorganisation“. Chandrayaan-2 ist nach dem ersten indischen Mondorbiter Chandrayaan-1 (2008 bis 2009) die zweite indische Mondmission. Chandrayaan-2 startete am 22. Juli vom Satish Dawan-Weltraumzentrum bei Sriharikota im Südosten des indischen Subkontinents.

Der Transfer zum Mond erfolgte aus einer hochelliptischen Erdumlaufbahn. Vier Wochen später, am 20. August 2019, wurde Chandrayaan-2 von der Schwerkraft des Mondes „eingefangen“ und in einen wiederum hochelliptischen Mondorbit gelenkt, dessen mondfernster Punkt in der Folgezeit abgesenkt wurde. Am 2. September wurde die Landesonde von Chandrayaan-2 abgetrennt und absolvierte erfolgreich zwei Steuermanöver, die das Modul in einen elliptischen Orbit von 101 Kilometern mal 35 Kilometern über der Mondoberfläche lenkten. Alle Systeme arbeiten laut ISRO wie vorgesehen.

DLR-Planetengeodäsie berechnete Topographie der Landestelle

Die Forschergruppe von Prof. Jürgen Oberst am DLR-Institut für Planetenforschung und der Technischen Universität Berlin hat die voraussichtliche Landestelle von Vikram auf Bildern der Kamera LROC NAC (Narrow Angle Camera) auf dem Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) der NASA genau betrachtet und anhand der Bilder ein hochgenaues Digitales Geländemodell (DGM) mit einer Bodenpixelgröße von 1,5 Metern berechnet.

Das DGM zeigt die Topographie in einer 15 Kilometern mal 8 Kilometern großen „Landeellipse“, dem voraussichtlichen Landegebiet bei 71 Grad südlicher Breite und 23 Grad östlicher Länge. Die „Berliner Planetengeodäsie“ an DLR und TU Berlin genießt international große Anerkennung und ist unter anderem spezialisiert auf die Berechnung topographischer 3D-Modelle und Karten von Landestellen auf Mond und Mars.

Mondlandung aus Indien auf den Bildern

Digitales Geländemodell der Vikram-Landestelle
Digitales Geländemodell der Vikram-Landestelle

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Technischen Universität Berlin haben aus Stereobilddaten der NASA-Raumsonde Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) ein digitales Geländemodell der Landestelle von Vikram berechnet. In blauen Farbtönen sind die am tiefsten gelegenen Gebiete dargestellt, in rot die höchsten: Die maximale Höhendifferenz beträgt 750 Meter (+ 512 Meter bis + 1259 Meter. Das Bezugssystem für die Höhenangaben ist eine ‚Mondkugel‘ mit einem Radius von 1.737,4 Kilometern).

Die Erhebungen um die vorgesehene Landestelle haben also etwa „Mittelgebirgscharakter“. Das digitale Geländemodell hat eine Genauigkeit von 1,5 Metern pro Pixel. Norden ist im Bild rechts, die Ellipse der Landeregion hat eine Ausdehnung von 15 Kilometer mal acht Kilometer. Der weiße Punkt zeigt die angepeilte Landestelle.

Hochaufgelöstes Bildmosaik der Vikram-Landestelle
Hochaufgelöstes Bildmosaik der Vikram-Landestelle

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Technischen Universität Berlin haben aus hochaufgelösten Bilddaten der NASA-Raumsonde Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) ein Bildmosaik der Landestellenumgebung von Vikram in einer Bildauflösung von 0,5 Metern pro Bildpunkt (Pixel) berechnet.

Norden ist im Bild rechts, die Ellipse der Landeregion hat eine Ausdehnung von 15 Kilometer mal 8 Kilometer. Der weiße Punkt zeigt die angepeilte Landestelle. LROC liefert seit zehn Jahren Bilder in höchster Auflösung aus der Mondumlaufbahn. Die Berliner Wissenschaftler arbeiten als „Participating Scientists“ im LROC-Team mit den Bilddaten und erstellen beispielsweise hochpräzise digitale Geländemodelle von früheren und zukünftigen Landestellen auf dem Mond.

Die Landestelle von Vikram und alle bisherigen Mondlandungen
Die Landestelle von Vikram und alle bisherigen Mondlandungen

Die Landesonde Vikram der indischen Mondmission Chandrayaan-2 soll in etwa 500 Kilometer Entfernung vom Südpol bei 70 Grad südlicher Breite und 23 Grad östlicher Länge auf der Mondvorderseite (links) aufsetzen. Noch nie ist eine Mondsonde kontrolliert so weit südlich gelandet. Am 31. Juli 1999 endete die Mission des NASA-Orbiters Lunar Prospector mit einem gezielten Aufschlag in einem Krater in der Nähe des Südpols.

„Weiche“ Landungen gelangen als erstes der ehemaligen UdSSR mit dem Programm Luna: Am 03. Februar 1966 landete Luna 9 kontrolliert auf der Mondoberfläche, gefolgt von fünf weiteren erfolgreichen Missionen, die dreimal auch Proben von Mondstaub zur Erde zurückbrachten. Das NASA-Programm Surveyor zur Vorbereitung der Apollo-Missionen konnte viermal auf dem Mond landen. Zwischen 1969 und 1972 gelangen sechs Landungen mit den Apollo-Mondfähren. China landete 2013 mit Chang’e 3 auf der Mondvorderseite und mit Chang’e 4 am 02. Januar 2019 erstmals auf der Mondrückseite. Weitere hier eingezeichnete Mondmissionen bedeuten (zum Teil gezielte) Abstürze von Sonden.

Junkers Ju 52 wird zerlegt in Deutschland eingelagert

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Nach der Evaluierung verschiedener Szenarien für den Verbleib des Flugzeugs, wie etwa die temporäre Unterbringung in einem Museum, hat der Vorstand der Deutschen Lufthansa AG entschieden, dass es vorübergehend in Deutschland eingelagert wird, um es für eine spätere Ausstellung zur Verfügung zu haben. Und noch einen Oldtimer bringt die Lufthansa ins Lager.

Die Junkers Ju 52 mit dem Kennzeichen D-AQUI war ein beliebtes Oldtimerflugzeug und erhielt als erstes Objekt überhaupt den Status eines Beweglichen Denkmals. Damit ist nun Schluss. Nach ereignisreichen Jahren für dieses Muster hat die Stiftung der Deutschen Lufthansa den Flugbetrieb überraschend eingestellt. Die Ju 52 ist damit im August 2018 zu ihrem letzten Flug abgehoben. Das gleiche Schicksal ereilt eine Lockheed L1649A Super Star, die in den Vereinigten Staaten restauriert wurde. Beide Flugzeuge bleiben im Besitz der Deutschen Lufthansa AG.

Lockheed Super Star per Schiff, Ju 52 über Land

Die Super Star ist in Auburn, Maine in den USA bereits für den Transport vorbereitet worden. Am 08.09.2019 werden der Rumpf, die beiden Flügel sowie das Leitwerk als größte Bauteile auf entsprechenden Fahrzeugen in den Hafen von Portland, Maine gefahren. Dort wird das Flugzeug zusammen mit den verpackten Motoren, Fahrwerken und diversen weiteren Komponenten in über 200 entsprechenden Transportbehältern auf ein Schiff verladen. Am 18.09.2019 wird das Schiff ablegen und den Hafen Bremen voraussichtlich am 05.10.2019 erreichen. Das Flugzeug und sämtliche Bauteile werden dort sorgfältig und sicher in einem modernen Lager zwischengelagert.

Bereits am 17.09.2019 wird nach derzeitigem Planungsstand die Ju 52 über den Landweg von der Lufthansa-Basis Hamburg in denselben Lagerbereich nach Bremen überführt und ebenfalls fachgerecht eingelagert. Dieser Transport wird mit drei Tiefladern durchgeführt – wegen der Überbreite voraussichtlich in der Nacht.

Airbus Helicopters: 1.000. Super Puma H215 ausgeliefert

Die H215, ein zweimotoriger Hubschrauber in Mehrzweckausführung, die im französischen Marignane endmontiert wurde, wird das Havariekommando der Bundespolizei bei Rettungseinsätzen vor der deutschen Küste unterstützen.

Die ersten drei der insgesamt vier von der Bundespolizei georderten H215 wurden bereits im Dezember 2018 ausgeliefert. Mit der vierten Maschine verfügt die Bundespolizei nun über eine Super-Puma-Flotte von 23 Maschinen, davon 19 AS332 L1, und zählt somit zu den weltweit größten Betreibern dieses Hubschraubertyps. Airbus Helicopters hat damit jetzt den tausendsten Hubschrauber des Typs Super Puma ausgeliefert.

Super Puma zivil oder militärisch

„Die zivilen und militärischen Hubschrauber der Super-Puma-Familie bewähren sich zuverlässig in einer Vielzahl von Einsatzbereichen – von der Feuerbekämpfung über den Bau von Stromtrassen und den Truppentransport bis hin zur Rettung von Menschenleben in extrem schwierigen Umgebungen“, erklärte Bruno Even, CEO von Airbus Helicopters. „Dank unserer engen Partnerschaft mit langjährigen Kunden wie der Bundespolizei, die zu unserer großen Freude die tausendste Super Puma in Dienst stellen wird, können wir dieses wichtige Produkt laufend verbessern und mit einem zeitlichen Horizont von mehreren Jahrzehnten an künftige Markterfordernisse anpassen.“

Derzeit verlassen sich fast 100 Kunden in 59 Ländern und allen Regionen der Welt auf den Super Puma. Die Super-Puma-Familie besteht aus den Varianten H215 und H225 für den zivilen Markt, die für Polizeieinsätze, Luftarbeiten, Such- und Rettungsdienste, Offshore-Transport und Regierungsmissionen genutzt werden. Die Betreiber schätzen dabei ihre Vielseitigkeit und ihrer Fähigkeit, auch unter extremen Bedingungen volle Leistung zu bringen. Im militärischen Sektor bietet Airbus Helicopters die Typen H215M und H225M, die unter anderem für Such- und Rettungseinsätze, Truppentransport, spezielle Operationen und Versorgungsdienste Verwendung finden.

Flughafen Zürich: Konkretisierung der Betriebszeiten

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Das BAZL hat nun die drei Verfahren zusammengeführt und legt die ergänzten Gesuchsunterlagen mit den neuen Lärmberechnungen für die Nacht ab 09. September öffentlich auf.

Die Flughafen Zürich AG (FZAG) hat dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) im Herbst 2017 die Entflechtung der Abflugrouten im Westen sowie die Einführung von Südstarts geradeaus bei Bise in Form des Betriebsreglements 2017 zur Genehmigung unterbreitet. Ein halbes Jahr später legte der Flughafen dem BAZL außerdem neue Berechnungen zur Fluglärmbelastung in der Nacht vor. In Konkretisierung wurden nach der öffentlichen Auflage des gesamten Pakets im Herbst 2018 beide Gesuche überarbeitet. Unabhängig davon hat die FZAG einen Bericht zur Prüfung einer Vorverlegung der letzten Starts und Landungen am Abend eingereicht.

Das Betriebsreglement 2017 (BR 2017) umfasst im Wesentlichen die Umsetzung weiterer Maßnahmen aus der Sicherheitsüberprüfung von 2012, die auch im Objektblatt für den Flughafen Zürich im Sachplan Verkehr, Teil Infrastruktur Luftfahrt (SIL) vorgesehen sind. Dazu gehören insbesondere eine Entflechtung der Abflugrouten im Westen des Flughafens sowie Starts in Richtung Süden geradeaus bei Bisenlagen.

Fluglärm 2030, verkürzte Betriebszeiten

Das BR 2017 wurde im Herbst 2018 zum ersten Mal öffentlich aufgelegt, zusammen mit dem Umweltverträglichkeitsbericht und gleichzeitig mit den neuen Fluglärmberechnungen der FZAG für die Nachtstunden (22:00 bis 06:00 Uhr). Nach einer rechtlichen Überprüfung des Genehmigungsverfahrens hat das BAZL entschieden, die bisher parallel verlaufenen Verfahren zusammenzulegen. Zwischenzeitlich hat das BAZL die FZAG angewiesen, zusätzlich zu den bereits öffentlich aufgelegten Unterlagen ebenfalls die Fluglärmbelastung für die Planungswerte in den Nachtstunden zu berechnen. Diese Berechnungen basieren auf einer Verkehrsprognose für das Jahr 2030 und zeigen auf, dass in der Nacht die maximal zulässige Fluglärmbelastung gemäß SIL eingehalten wird.

Mit den heute geltenden Betriebszeiten von 06:00 bis 23:30 Uhr kann der Flughafen Zürich Starts und Landungen bis 23:00 Uhr einplanen. Die Zeit von 23:00 Uhr bis 23:30 Uhr ist nur für den Abbau von Verspätungen vorgesehen. Damit diese zeitlichen Vorgaben eingehalten werden können, plant der Flughafen seit langem die letzten Starts auf 22.45 Uhr und die letzten Landungen auf 22:55 Uhr.

Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens für das Betriebsreglement 2014 forderten Fluglärmbetroffene allerdings die letzten Starts und Landungen auf 22:30 Uhr vorzuverlegen. Das BAZL hat daraufhin die FZAG angewiesen, ein Gutachten über die Auswirkungen einer Vorverlegung der letzten Slots zu erstellen. Dieser Bericht liegt inzwischen vor und kann ebenfalls eingesehen werden.

Ergänzungen zum Betriebsreglement 2017 öffentlich

Das BAZL legt die ergänzten Gesuchsunterlagen mit den neuen Lärmberechnungen für die Nacht und dem Bericht über die Vorverlegung der letzten Slots am Abend in den Kantonen Aargau, Schaffhausen und Zürich öffentlich auf. Die Einsprachefrist läuft vom 9. September bis zum 08. Oktober 2019. Die Unterlagen des Flughafens sind ebenfalls ab dem 09. September auf der Webseite des BAZL einsehbar. Außerdem werden die Kantone Aargau, Schaffhausen, St. Gallen, Thurgau, Zug und Zürich sowie die Fachstellen des Bundes zur Stellungnahme eingeladen.

Wichtige Info für bereits erfolgte Einsprachen

Die im Herbst 2018 eingereichten Einsprachen gegen das Betriebsreglement 2017 (Entflechtung der Abflugrouten im Westen sowie die Einführung von Südstarts geradeaus bei Bise) und gegen die Festlegung der zulässigen Fluglärmimmissionen für die Nacht behalten ihre Gültigkeit. Sie müssen nicht noch einmal eingebracht werden.