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Flughafen Stuttgart fährt Verlust von 96,9 Mio. Euro ein

Am Flughafen Stuttgart wurden im Geschäftsjahr 2020 insgesamt 3.213.695 Passagiere gezählt, ein Minus von 74,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Flugbewegungen fiel um 58,7 Prozent auf insgesamt 58.803 Starts und Landungen. Ein ähnlich niedriges Verkehrsniveau hatte der Landesflughafen zuletzt Mitte der 1980er-Jahre.

Verlust von 96,9 Mio. Euro

Das geringe Verkehrsaufkommen in Folge der weltweiten Reisebeschränkungen ließ den Umsatz der Flughafen Stuttgart GmbH (FSG) auf 142,1 Mio. Euro einbrechen, ein Minus von 53 Prozent (2019: 300,1 Mio. Euro). Nach dem Rekordergebnis des Vorjahres muss die FSG beim Geschäftsergebnis nach Steuern einen deutlichen Verlust von 96,9 Mio. Euro ausweisen (2019: 50,2 Mio. Euro Gewinn).

Walter Schoefer, Sprecher der Geschäftsführung, bewertet die Entwicklung

„2020 war ein einschneidendes Jahr mit einem historischen Einbruch unserer Zahlen. In der Folge haben wir alle unsere Projekte auf den Prüfstand gestellt und einen Notlagentarifvertrag für unsere Mitarbeitenden abgeschlossen, der die Arbeitsplätze bis Ende 2023 sichert. Dennoch hat sich unser Schuldenstand im vergangenen Jahr deutlich erhöht. Allein die Vorhaltekosten aus dem Lockdown im Frühjahr 2020 belaufen sich auf rund 30 Millionen Euro“, so Schoefer. „Trotz der finanziell angespannten Lage halten wir unverändert an unserem ehrgeizigen Klimaschutzplan fest, unseren Betrieb bis spätestens 2050 CO2-neutral zu gestalten. Beim Neustart des Luftverkehrs müssen Fliegen und Klimaschutz noch mehr Hand in Hand gehen.“

Geschäftsführerin Dr. Arina Freitag blickt nach vorne

„Die Lage ist weiterhin kritisch, wir arbeiten jeden Tag dafür, die aktuelle Situation zu bewältigen. Die Sicherung der Liquidität und der Arbeitsplätze hat oberste Priorität. Wir haben schnell gegengesteuert. Mit einem strikten Sparprogramm konnten wir so etwa 73 Millionen Euro abfedern. Gleichzeitig bereiten wir uns auf die Rückkehr der Fluggäste vor. Mit unseren zahlreichen Vorkehrungen zum Infektionsschutz leisten wir alles dazu, dass sie auch jetzt möglichst sicher fliegen können.“

Das Streckennetz des Landesflughafens biete auch aktuell wichtige Direktziele und den Anschluss an Drehkreuze mit Umsteigemöglichkeiten. „Sobald die Nachfrage wieder anzieht, werden die Airlines schnell weitere Destinationen anbieten“, so Freitag zuversichtlich. „Beim Thema Reisen hat sich ein großer Nachholbedarf aufgestaut, die Menschen wollen endlich wieder fliegen.“

Neue Green Airlines: Erstflug vom Paderborn-Lippstadt Airport nach Sylt

Die neue deutsche Fluggesellschaft Green Airlines hat ihren Flugbetrieb erfolgreich aufgenommen. Der erste Flug erfolgte am 26. März auf der Strecke vom Paderborn-Lippstadt Airport nach Sylt. Im feierlichen Rahmen wurde die eingesetzte ATR 72-500 mit einer traditionellen Wasserdusche der Flughafenfeuerwehr Richtung Sylt verabschiedet. Ab sofort verbindet die klimafaire Fluggesellschaft zwei Mal wöchentlich den Paderborn-Lippstadt Airport mit der Urlaubsinsel Sylt.

Vom Paderborn-Lippstadt Airport zur Nordseeinsel Sylt

Der erste Start der Green Airlines nach Sylt erfolgte pünktlich um 11 Uhr. Jeweils freitags und sonntags haben Reisende nun die Möglichkeit innerhalb von nur 45 Minuten vom Paderborn-Lippstadt Airport zur beliebten Nordseeinsel zu fliegen. Für die Flüge setzt Green Airlines ein Flugzeug vom Typ ATR 72-500 mit Platz für 70 Passagiere ein. Die neue deutsche Fluggesellschaft hat es sich zum Ziel gemacht, den Flugverkehr nachhaltiger und klimafairer zu gestalten. Hierfür setzt sie neben einem treibstoffsparenden Fluggerät auf CO2-Kompensation sowie dem bewussten Umgang mit Ressourcen in allen Unternehmensbereichen.

„Wir freuen uns, dass wir nun endlich den Flugbetrieb aufnehmen und damit Reisenden ab sofort ein nachhaltiges Flugangebot bieten können. Ostwestfalen-Lippe ist eine wirtschaftlich starke Region. Der Paderborn-Lippstadt Airport hat zudem ein großes und attraktives Einzugsgebiet und wir sind überzeugt, auf der Strecke nach Sylt regelmäßig viele Passagiere bei uns an Bord begrüßen zu dürfen“, sagte Stefan Auwetter, Gründer und CEO bei Green Airlines im Rahmen des Erstflugevents. Weitere Strecken wie Paderborn-Zürich, Sylt-Zürich oder Karlsruhe-Berlin sollen im Spätsommer 2021 dazukommen.

„Wir heißen Green Airlines herzlich willkommen und freuen uns sehr, dass sie ihren Premierenflug an unserem Heimathafen durchführt. Das hervorragende Nachhaltigkeitskonzept der Green Airlines ist aus unserer Sicht bestens geeignet, um sowohl neue touristische als auch Geschäftsreisestrecken zu erschließen“, ergänzt Dr. Marc Cezanne, Geschäftsführer der Flughafen Paderborn-Lippstadt GmbH.

Flughafen Graz begrüßt Lockerungen der Reisebeschränkungen

Am 19. Mai öffnen in Österreich nicht nur viele Bereiche wie etwa Gastronomie oder Kultur ihre Pforten, auch das internationale Reisen soll wieder einfacher werden. Durch die Novellierung der Einreiseverordnung wird nicht nur für Reisende aus vielen EU-Ländern, sondern auch für zurückkehrende Österreicher die Quarantänepflicht wegfallen.

Die neue Regelung, die sich an der Corona-Ampel der EU-Gesundheitsagentur ECDC orientiert, sieht vor, dass Einreisende aus nicht Hochinzidenzgebieten in Zukunft nicht mehr in Quarantäne müssen.

Wegfall von Quarantänepflicht

Aus derzeitiger Sicht, würde damit die Quarantänepflicht für beliebte Urlaubsländer wie Griechenland, Italien oder Spanien wegfallen, Länder in denen sich die meisten der für den Sommer ab Graz geplanten touristischen Ziele befinden.

„Seit dem Ausbruch der Pandemie sind der Flughafen Graz und das Krisenmanagement der Holding Graz bemüht, die Maßnahmen der Bundesregierung bestmöglich zu unterstützen“, informiert DI Wolfgang Malik, Vorstandsvorsitzender der Holding Graz. „Die geplanten Richtlinien, die umfangreichen Tests und der Grüne Pass sollten der Flugbranche und damit auch dem Recovery-Prozess am Flughafen Graz entsprechenden Rückenwind geben.‘

Zurück zu unbeschwerterem Reisen

„Wir begrüßen die Novellierung der Reiserichtlinien ausdrücklich, denn sie ist ein essentieller Schritt für die Wiederherstellung der Reisefreiheit“, erklären die beiden Geschäftsführer des Flughafen Graz, Wolfgang Grimus und Jürgen Löschnig. „Die von der Bundesregierung und der EU geplanten Schritte in Richtung Normalität, aber auch die umfassenden Vorbereitungen der Reisebranche werden wieder ein unbeschwerteres Reisen ermöglichen und damit die Buchungen für den Sommerurlaub ankurbeln.“

Sommerflugplan des Flughafen Graz

Der Sommerflugplan des Flughafen Graz besteht aus rund 15 Sonnendestinationen. Darunter finden sich mit Calvi auf Korsika, mit Karpathos, Naxos und Zakynthos gleich vier neue Destinationen. Die meisten Flüge gehen nach Griechenland zu insgesamt neun Destinationen, aber auch beliebte Ziele wie Palma de Mallorca oder Brac finden sich in diesem abwechslungsreichen Angebot.

Daneben ist in den kommenden Wochen unter anderem auch die Rückkehr der Flüge zu den wichtigen Umsteigeflughäfen Frankfurt, Zürich und Amsterdam geplant.

Sundair fliegt von Dresden nach Mallorca

Ab dem 01. Mai fliegt Sundair von Dresden nach Mallorca. Jeweils sonnabends verbindet die Airline die sächsische Landeshauptstadt mit der Baleareninsel. Zum Einsatz kommen Flugzeuge vom Typ Airbus A320, die um 9 Uhr vom Flughafen Dresden aus starten.
Ab dem 24. Mai plant Sundair eine weitere Verbindung nach Mallorca aufzunehmen, die montags angeboten wird.

Testmöglichkeiten am Airport

Für die Einreise nach Spanien ist derzeit ein negativer PCR-Tests erforderlich. Dieser Test darf nicht älter als 72 Stunden sein. Zu beachten ist, dass das Testergebnis in Englisch oder Spanisch ausgestellt sein muss. Am Flughafen Dresden bietet ein privater Anbieter solche Tests kostenpflichtig im „Co Care Covid19-Testcentrum“ an. Die Termine für Antigen Schnell- und PCR-Tests können online direkt beim Anbieter vereinbart werden.

Schutz der Gesundheit hat oberste Priorität

Die Mitteldeutschen Flughäfen haben bereits nach dem ersten Lockdown im vergangenen Jahr umfangreiche Vorkehrungen zum Gesundheitsschutz von Fluggästen, Besuchern, Partnern und Beschäftigten getroffen.

In den Terminals muss eine medizinische Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Vor den Gebäuden stehen Automaten zur Verfügung, an denen FFP2-Masken erhältlich sind.
An den Check-in-Schaltern und bei der Bordkartenkontrolle wurden schützende Kunststoffscheiben installiert. Monitore, Schilder und Durchsagen erinnern die Fluggäste und Besucher an die Einhaltung der Verhaltens- und Hygienevorschriften. Außerdem sind Markierungen am Boden angebracht, um beispielsweise am Check-in und der Sicherheitskontrolle an die geltenden Abstandsregeln zu erinnern. Sitzmöglichkeiten in den Terminals sind ebenfalls mit Abstandsmarkierungen versehen.

Auch während des Fluges ist es Pflicht, an Bord einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Über die jeweils geltenden Bestimmungen sollten sich Fluggäste im Voraus bei ihrer Fluggesellschaft oder ihrem Reiseveranstalter informieren. Gleiches trifft für die Einreisebestimmungen des Ziellandes sowie die dort gültigen Hygieneregeln zu.

Hinweise für Passagiere

Um möglichst entspannt ihren Flug antreten zu können, sollten Passagiere mindestens 2,5 Stunden vor Abflug am Flughafen sein und den Online-Check-in nutzen. Die Pandemie macht zusätzliche Formalitäten am Check-in notwendig, daher sind längere Wartezeiten als üblich einzuplanen. An Bord ist maximal 1 Handgepäckstück erlaubt.

Rückreise nach Deutschland

Seit dem 30. März 2021 gilt eine Testpflicht für alle Reiserückkehrer aus dem Ausland. Alle Personen, die mit dem Flugzeug nach Deutschland einreisen möchten, müssen der Fluggesellschaft vor dem Abflug einen negativen Corona-Test vorlegen. Ohne das negative Testergebnis dürfen sie nicht befördert werden. Fluggäste werden daher gebeten, sich direkt bei ihrer Airline beziehungsweise ihrem Reiseveranstalter zu informieren, wie die erforderlichen Corona-Tests vor dem Rückflug durchgeführt werden.

Sommerflugplan 2021

Infolge von Reisewarnungen und Quarantänebestimmungen passen Airlines sowie Reiseveranstalter ihre Angebote kontinuierlich an. Kurzfristige Änderungen im Flugplan sind daher möglich.

Direkt an den Flughäfen günstig parken

An den Mitteldeutschen Flughäfen können Passagiere ihr Auto schon ab 15 Euro pro Woche parken. Am Flughafen Dresden ist dies bei Onlinebuchung auf dem Parkplatz P4A möglich.

BER: Aufsichtsrat billigt Jahresabschluss der FBB

Der Jahresabschluss für das letzte Geschäftsjahr und die durch die Corona-Pandemie ausgelöste schwierige finanzielle Situation der Flughafengesellschaft standen im Mittelpunkt der Aufsichtsratssitzung am 29. April.

Zum Jahresabschluss des Vorjahres legten die Wirtschaftsprüfer dem Aufsichtsrat ihren Bericht vor. Darin bestätigen sie der Flughafengesellschaft einen ordnungsgemäßen Jahresabschluss nach den entsprechenden gesetzlichen Vorschriften, den sogenannten uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Sie nahmen allerdings auch Bezug auf den Lagebericht der Geschäftsführung, der deutlich dokumentiert, dass für die Zukunft ohne weitere Hilfen der Gesellschafter ein bestandsgefährdendes Risiko besteht. Dabei ist auch von Bedeutung, dass die Garantien der Gesellschafter für 2022 unter Haushaltsvorbehalt stehen und EU-beihilferechtskonform ausgestaltet werden müssen.

Rückgang der Passagierzahlen

Wie an allen anderen deutschen Verkehrsflughäfen führte der erhebliche Rückgang der Passagierzahlen seit März 2020 zu hohen Umsatzeinbußen an den Flughäfen in Tegel und Schönefeld bzw. am BER. So wurde im Jahr der Corona-Pandemie nur noch rund ein Viertel des Passagieraufkommens des Rekordjahres 2019 verzeichnet. Laut Jahresabschluss 2020 sanken die Umsatzerlöse der FBB im vergangenen Jahr um 239 Mio. Euro.

Außerdem musste die Flughafengesellschaft hohe außerplanmäßige Abschreibungen auf die neue Terminalstruktur in Höhe von rund 767 Mio. Euro verbuchen. Diese Abschreibungen resultieren aus der Aussicht, auch nach der Erholung des Luftverkehrs noch lange mit niedrigen Erlösen rechnen zu müssen. Aufgrund der Pandemie und des BER-Baus ist die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH mittelfristig noch auf Finanzhilfen der Gesellschafter angewiesen.

Konzernjahresfehlbetrag von 1.057,9 Mio. Euro

Der Einbruch der Umsatzerlöse und der einmalige Abschreibungsbedarf führten laut Jahresabschluss 2020 zu einem Konzernjahresfehlbetrag von 1.057,9 Mio. Euro. Aufgrund des Einbruchs der Umsatzerlöse und der Abschreibungen ist das Eigenkapital weitgehend aufgebraucht.

Die Geschäftsführung berichtete dem Aufsichtsrat auch von den gegensteuernden Sparmaßnahmen, die seit dem ersten Lockdown greifen. So hat die FBB im vergangenen Jahr 85 Mio. Euro beim Betriebsaufwand gespart, in diesem Jahr sollen es weitere knapp 90 Mio. Euro werden. Dazu gehören die temporäre Stilllegung des Terminal 5 und die Beschränkung auf den Betrieb von nur einer Start- und Landebahn. Geplante Investitionen von 500 Mio. Euro bis 2025 wurden auf 100 Mio. Euro für zwingend notwendige Maßnahmen reduziert.

Kurzarbeit wurde fortgesetzt

Auch die im Frühjahr 2020 begonnene Kurzarbeit wurde fortgesetzt. Insgesamt sind derzeit 1.600 von rund 2.000 Beschäftigten von Kurzarbeit betroffen. Zudem werden bis Ende 2025 rund 415 Arbeitsplätze abgebaut, ohne betriebsbedingte Kündigungen.

Nach der ausführlichen Vorstellung der Geschäftsentwicklung des letzten Jahres durch die Geschäftsführung und dem Bericht der Wirtschaftsprüfer billigte der Aufsichtsrat den Konzernabschluss 2020.

Rainer Bretschneider, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH: „Wenn wir heute Bilanz des Jahres 2020 ziehen, dann auch vor dem Hintergrund des großen Engagements alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das der Aufsichtsrat heute ausdrücklich gewürdigt hat. Die aktuellen, unverschuldeten wirtschaftlichen Herausforderungen machen es der Flughafengesellschaft wahrlich nicht leicht. Wir werden alles daransetzen, das Projekt BER im Ergebnis doch zum Erfolg zu führen.“

Engelbert Lütke Daldrup, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH: „2020 war ein Jahr mit zwei Gesichtern: die erfolgreiche Eröffnung des BER und die finanziell schwierige Situation aufgrund der Covid-19-Pandemie. Die jahrzehntelang stabile Verkehrsentwicklung der Hauptstadtregion wurde durch die Corona-Pandemie jäh gestoppt. Anstatt mit steigenden Passagierzahlen und deutlich höheren Erlösen die Schuldenlast zu senken, haben stark eingebrochene Passagierzahlen die Finanzsituation verschärft und ohne Hilfe der Gesellschafter untragbar gemacht. Jetzt geht es darum, die Weichen für eine wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft zu stellen. Wenn der Reiseverkehr im Sommer anzieht, könnte das das lang ersehnte Licht am Ende des Tunnels sein.“

Paderborn-Lippstadt Airport saniert: Eigenregie beendet Insolvenz

Der Paderborn-Lippstadt Airport ist jetzt nachhaltig saniert. Die Rückkehr in den regulären Geschäftsbetrieb zum 01. Mai wird möglich, nachdem das Amtsgericht Paderborn die Insolvenz in Eigenverwaltung der Flughafen Paderborn/Lippstadt GmbH nach nur sieben Monaten aufgehoben hat. Damit kehrt der Paderborn-Lippstadt Airport nun, vollständig entschuldet und finanziell nachhaltig aufgestellt, in die eigenständige Geschäftsführung zurück.

Geschäftsführer bleibt Dr. Marc Cezanne, der seit 2013 das Unternehmen leitet. Dr. Yorck T. Streitbörger vom Bielefelder Büro der überregionalen Wirtschaftskanzlei Streitbörger als Generalbevollmächtigter und Stefan Meyer vom Lübbecker Büro der PLUTA Rechtsanwalts GmbH als der Sachwalter haben ihre Aufgaben zur Sanierung mit der Aufhebung des Insolvenzverfahrens erfolgreich erfüllt.

Gesellschafter der neu aufgestellten Flughafen Paderborn/Lippstadt GmbH

Gesellschafter der neu aufgestellten Flughafen Paderborn/Lippstadt GmbH sind die Kreise Paderborn (77,94 %), Soest (12,26 %), Hochsauerlandkreis und Höxter mit jeweils 3,92 % sowie die IHK Ostwestfalen zu Bielefeld (1,57 %) und die IHK Lippe zu Detmold (0,39 %). Die Stadt Bielefeld ist seit dem 01. Januar ausgeschieden, hat ihre Anteile an den Kreis Paderborn abgegeben und zahlte diesem einmalig 2,5 Millionen Euro. Die Kreistage der Kreise Gütersloh und Lippe haben beschlossen, mit dem Abschluss des Insolvenzverfahrens rückwirkend zum 01. Januar ebenfalls als Gesellschafter auszuscheiden. Die genannten Beteiligungsverhältnisse entsprechen der Verteilung vorbehaltlich der Umsetzung der Beschlüsse.

Die Gläubiger haben ihren Beitrag zur Sanierung vor allem mit der Zustimmung zu einer Insolvenzquote von 25 Prozent geleistet. Auch die Belegschaft trug einen großen Teil der Last durch ihre Verkleinerung von ehemals 165 auf nur noch 64 Beschäftige. Den ausgeschiedenen Mitarbeitern konnte mit großer Unterstützung der Gesellschafter entweder ein neuer Arbeitsplatz oder der Wechsel in eine attraktiv ausgestattete Transfergesellschaft angeboten werden, sodass der Arbeitsplatzabbau so sozialverträglich wie möglich gestaltet wurde.

Für Christoph Rüther, Landrat des Kreises Paderborn und Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen Paderborn/Lippstadt GmbH, geht der Blick nun nach vorne: „Die Aussichten sind positiv! Vor uns liegt jede Menge Arbeit, aber wir haben gute Voraussetzungen, um die Zukunft für unseren heimischen Flughafen entsprechend zu gestalten. Mein Dank gilt allen Beteiligten, die einen hervorragenden Job für den Paderborn-Lippstadt Airport und somit für den Kreis Paderborn und die Region gemacht haben.“

„Wir freuen uns sehr, dass die Neuaufstellung in nur sieben Monaten geglückt ist“, sagt Streitbörger über die bundesweit einzigartige Sanierung eines vormals verlustreichen Airports. „Als erster Regionalflughafen in Deutschland hat sich der Paderborn-Lippstadt Airport aus eigener Kraft und nachhaltig neu aufgestellt.“ Meyer fügt hinzu: „Alle Beteiligten haben in diesem Verfahren mit Pioniercharakter hervorragend zusammengearbeitet und dafür gesorgt, dass die Region ihren vollwertigen Flughafen behält, dem infrastrukturell eine hohe Bedeutung zukommt.“

Flughafen-Geschäftsführer Cezanne hofft für den Sommer darauf, dass mehrere Fluggesellschaften den Paderborn-Lippstadt Airport nutzen werden. Selbst für den Fall, dass sich die Corona-Krise noch eine Weile hinziehen sollte, sei der Flughafen finanziell solide aufgestellt. „Wir haben so vorsichtig geplant, dass die finanziellen Mittel auch bei etwas länger als erwartbar anhaltenden Einschränkungen des Flugverkehrs ausreichen würden.“ Der Paderborn-Lippstadt Airport sei zurück und werde bleiben. „Jetzt kommt es darauf an, dass die Wirtschaft und Urlaubsreisende ihrem Heimatflughafen weiterhin die Treue halten.“

Insolvenz in Eigenverwaltung: Das Verfahren

Die Flughafen Paderborn/Lippstadt GmbH war zahlungsfähig, als das Verfahren der Insolvenz in Eigenverwaltung begann. Das Unternehmen nutzte Möglichkeiten der Sanierung, solange dafür noch genügend Zeit war und noch ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung standen.

Das Unternehmen ist mit Antrag vom 22. September 2020 ins damals zunächst vorläufige Eigenverwaltungsverfahren gestartet. Das Amtsgericht hat dann am 01. Dezember 2020 das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Es hat den Insolvenzplan geprüft und am 21. Dezember 2020 für zulässig befunden. Die größten Gläubiger waren die Sparkasse Paderborn und die Kommunale Zusatzversorgungskasse (KVW) aus Münster sowie die Bundesagentur für Arbeit.

Die Gläubigerversammlung hat den Sanierungsplan am 29. Januar 2021 einstimmig angenommen und damit das Unternehmen weitestgehend entschuldet. Das Amtsgericht Paderborn hat daraufhin den Sanierungsplan mit formellem Beschluss festgestellt; dieser Beschluss ist rechtskräftig. Die Insolvenzplanquote von 25%, die vergleichsweise erfreulich hoch ist, konnte bereits an die Gläubiger ausgeschüttet werden.

Dr. Yorck T. Streitbörger hat den Insolvenzplan in enger Abstimmung mit dem vom Amtsgericht Paderborn eingesetzten Sachwalter Stefan Meyer erstellt und dabei die einzelnen Gläubigergruppen einbezogen. Aufgabe des Sachwalters war es, die Geschäftsführung zu überwachen und gemeinsam mit dem Generalbevollmächtigten die Gläubigerrechte im Verfahren zu wahren. Auch über ihre vorrangige Aufgabe hinaus haben Meyer und sein Team die Anstrengungen für die Sanierung tatkräftig unterstützt. Für Meyer ist das Engagement mit Verfahrensaufhebung nun beendet; für Streitbörger verbleiben nur noch Restaufgaben.

In einer Regelinsolvenz hätte nach den Berechnungen des Insolvenzplans wegen erheblicher Abwicklungskosten keine Quote an die Gläubiger gezahlt werden können und wären zudem sämtliche Arbeitsplätze verloren gegangen. Ein Verkauf des Geschäftsbetriebs im Ganzen erwies sich als nicht gangbar. Keiner von 110 angesprochenen Investoren hat ein verwertbares Angebot eingereicht. Das Eigenverwaltungsverfahren hat sich somit als sehr vorteilhaft erwiesen.

Auch während der Restrukturierungen blieb „PAD“ ein Verkehrsflughafen im 24-Stunden-Betrieb für Flugzeuge bis zur Kategorie E, was einer Boeing 777 entspricht.

Der neu aufgestellte Flughafen

Der zurzeit noch stark reduzierte Flugverkehr und die geschlossene Gastronomie im Terminal sind keine Folge der Insolvenz in Eigenverwaltung, sondern allein der Corona-Pandemie geschuldet.

Der jährliche Zuschuss der Gesellschafter sinkt nach der erfolgreichen Sanierung von vormals bis zu fünf Millionen Euro auf maximal 2,5 Millionen Euro. Dieser Betrag ist kein Verlustausgleich, sondern finanziert die hoheitlichen Aufgaben eines vollwertigen Flughafens, der seine Betriebspflicht rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr erfüllt. Ein Großteil dieser Mittel sichert, dass die Feuerwehr jederzeit einsatzbereit ist.

Nachdem die Belegschaft von vormals 170 auf 64 Beschäftigte schrumpfen musste, entfallen 44 Arbeitsplätze auf die Feuerwehr. Die Feuerwehrleute übernehmen neben ihren Bereitschaftsdiensten nunmehr auch Aufgaben der Bodenverkehrsdienste. Ohne den harten personellen Einschnitt wäre die Sanierung nicht möglich und die Regelinsolvenz mit drohender Stilllegung unabwendbar gewesen.

Das verbleibende Personal reicht aus, um anstelle von jährlich 700.000 Fluggästen vor der Corona-Krise nunmehr bis zu 300.000 zu bewältigen. Dieser Ansatz folgt der erwarteten Marktentwicklung bei Flugreisen. Sollten die Passagierzahlen darüber hinaus steigen, könnte sich der für die Region bedeutsame Flughafen darauf einstellen und jederzeit sachgerecht reagieren.

„BQG – Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaften“

Für diejenigen Arbeitnehmer, deren Arbeitsstellen verloren gingen, ist bestmöglich gesorgt. Es gab für viele von ihnen erfolgreiche Anstrengungen, sie in neue Arbeitsverhältnisse zu vermitteln. 36 Personen sind zum Jahresende 2020 in eine finanziell gut ausgestattete Transfergesellschaft im Rahmen des mit dem Betriebsrat vereinbarten Sozialplans gewechselt. Solche „BQG – Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaften“ haben das Ziel, Arbeitnehmer wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln. Für bis zu zwölf Monate zahlt die Transfergesellschaft ihre Gehälter, unterbreitet ihnen Angebote zur Weiterbildung und unterstützt sie bei der Suche nach neuen Beschäftigungsverhältnissen. 16 von ihnen haben bereits neue Arbeitsstellen gefunden, elf stehen vor dem Ruhestand und neun erhalten Unterstützung in Bewerbungsverfahren.

Dass der Paderborn-Lippstadt Airport zuversichtlich in die Zukunft blickt, zeigen auch Sachinvestitionen. So hat die Flughafenfeuerwehr drei neue, aus Kostengründen gebrauchte Löschfahrzeuge zum Preis von insgesamt rund 500.000 Euro beschafft, um auch bei reduziertem Personalstamm und Übernahme anderer Aufgaben ihrer Mitarbeiter im Flughafenbetrieb weiterhin 24 Stunden am Tag innerhalb von 180 Sekunden an jedem Ort des weitläufigen Flughafengeländes einsatzbereit zu sein. Ebenfalls der Neuaufstellung der Feuerwehr dient der laufende Umbau eines Hangars zum Feuerwehrstützpunkt mit Ruheräumen, der eine weitere Investition von rund 500.000 Euro bedeutet.

Flughafen Rostock-Laage wird Basis für Transportdrohnen

Der Flughafen Rostock-Laage ist einer von drei deutschen Flughäfen, von denen voraussichtlich ab kommendem Jahr Transportdrohnen abheben. Der weltgrößte Entwickler und Betreiber von transportfähigen Mittelstreckendrohnen, DRONAMICS, stationiert dazu in Rostock-Laage sogenannte „Black Swan“-Drohnen, die tagesgleiche Lieferungen von zeitkritischen Waren in ganz Mecklenburg-Vorpommern ermöglichen sollen.

„Unser Ziel ist es, den Flughafen Rostock als Innovationsflughafen und Technologiezentrum für neue Verkehrstypen und -technologien zu etablieren. Die Zusammenarbeit mit DRONAMICS ist neben dem Kreuzfahrtgeschäft ein weiterer Schritt zur noch engeren Verzahnung des Luft- und Seeverkehrs, nun im Bereich des Gütertransports“, so Dörthe Hausmann, Geschäftsführerin des Flughafens Rostock-Laage.

350 Kilogramm Frachtkapazität und 2.500 Kilometern Reichweite

Mit den Transportdrohnen von DRONAMICS, die eine Frachtkapazität von bis zu 350 Kilogramm und eine maximale Reichweite von 2.500 Kilometern haben, werden Lieferzeiten, -kosten und Emissionen um bis zu 80 Prozent verringert. Neben Rostock werden auch die Flughäfen Paderborn-Lippstadt und Weeze (bei Düsseldorf) Teil eines europaweiten Netzwerks von Drohnenflughäfen.

Grundlage für den Einsatz von Transportdrohnen ist eine neue EU-Drohnenverordnung, die seit 2021 den professionellen Betrieb großer unbemannter Lufttransportmittel erlaubt und noch in diesem Jahr in deutsches Recht überführt werden soll.

Austrian Airlines verzeichnet Umsatzrückgang um 79%

Aufgrund der andauernden Corona-Krise und des folglich ausgedünnten Flugplans verzeichnete Austrian Airlines im ersten Quartal 2021 einen Passagierrückgang von 84 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dessen letzten Abschnitt der Beginn der Pandemie fiel. Der Umsatz von Österreichs Heimatairline sank folglich um 79 Prozent auf 61 Millionen Euro (Q1 2020: 287 Mio. Euro).

Durch effizientes Kostenmanagement konnten die Gesamtaufwendungen im ersten Quartal 2021 um 61 Prozent auf 171 Millionen Euro reduziert werden (Q1 2020: 440 Mio. Euro). Das bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Adjusted EBIT) hat nach den ersten drei Monaten des laufenden Jahres -106 Millionen Euro betragen. Die Liquidität bleibt weiterhin trotz geringerer Produktion, unter anderem bedingt durch Stundungen, über Business Plan.

„Die hohen Infektionszahlen in Europa, die Verzögerungen bei den Impfungen und die damit verbundenen weltweiten Reisebeschränkungen haben Spuren hinterlassen, die sich im ersten Quartalsergebnis des Jahres widerspiegeln. Wir haben noch genügend Flughöhe – damit das auch so bleibt, müssen die geplanten Reiseerleichterungen rasch umgesetzt werden. Dann können wir wieder richtig durchstarten, denn die Menschen in Österreich wollen reisen“, erklärt Vorstandsvorsitzender Alexis von Hoensbroech.

Da die Erholung der Luftfahrt langsamer vorangeht als zu Beginn der Krise prognostiziert, setzt die Heimatairline weiterhin auf viele interne Maßnahmen und konsequentes Kostenmanagement. „Instrumente, wie das aktuelle Kurzarbeitsmodell, helfen uns in diesen Zeiten sehr. Eine Verlängerung der Kurzarbeit für besonders stark betroffene Branchen, wie die unsere, bis zum März 2022 ist unerlässlich“, erläutert Alexis von Hoensbroech.

Ergebnisse im Detail

Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie fiel der Umsatz von Austrian Airlines im ersten Quartal 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 79 Prozent auf 61 Millionen Euro (Q1 2020: 287 Mio. Euro). Die Gesamterlöse sanken ebenfalls um 79 Prozent auf 65 Millionen Euro (Q1 2020: 304 Mio. Euro). Mithilfe von effizientem Kostenmanagement und Kurzarbeit konnten die Gesamtaufwendungen auf 171 Millionen Euro reduziert werden, was einem Rückgang von 61 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht (Q1 2020: 440 Mio. Euro).

Das Adjusted EBIT, welches Bewertungsgewinne/-verluste aus Flugzeugverkäufen bzw. -bewertungen exkludiert, hat im ersten Quartal des Jahres -106 Millionen Euro betragen. Zum 31. März 2021 lag der Personalstand der heimischen Airline bei 6.314 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Der Rückgang von 629 Personen bzw. etwa neun Prozent ist durch natürliche Fluktuation bedingt.

Passagierentwicklung und Auslastung

Der Passagierrückgang von 84 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal spiegelt die Auswirkungen der Corona-bedingten Reisebeschränkungen auf den Flugverkehr wider. So beförderte Austrian Airlines im ersten Quartal 2021 insgesamt 308 Tsd. Passagiere (Q1 2020: 1,9 Mio.). Das Angebot gemessen in angebotenen Sitzkilometern (ASK) musste um 82 Prozent auf 0,8 Mrd. reduziert werden (Q1 2020: 4,5 Mrd.) Die Auslastung der Austrian Airlines Flüge betrug im ersten Quartal 52,6 Prozent (Q1 2020: 68,2 Prozent).

Netz verdichtet sich schrittweise bis zum Sommer

Die rot-weiß-rote Airline erwartet im Sommer eine erhöhte Nachfrage im touristischen Bereich und stockt daher ihr Angebot u.a. an Feriendestinationen bis Juli kontinuierlich auf. Insgesamt sollen über 100 Destinationen angeflogen werden. Natürlich ist die weitere Entwicklung stark abhängig von dem Fortgang der Pandemie und den damit verbundenen Reiserichtlinien.

„Mit unserem Sommerflugplan schaffen wir ein attraktives Urlaubsangebot für alle Österreicherinnen und Österreicher. Der Hauptfokus wird auf Griechenland und Zypern liegen, auch Italien, Spanien und die Türkei zählen zu den Hoffnungsträgern“, zeigt sich Austrian Airlines Vertriebsvorstand Michael Trestl optimistisch.

Die wichtigsten Zahlen des ersten Quartals 2021 im Überblick

 1-3 2021  1-3 2020  Veränderung zu VJ
Umsatz in Mio. €61287-79 %
Adj. Gesamterlöse in Mio. €65304     -79 %
Adj. Gesamtaufwendungen in Mio. €171440-61 %
Adjusted EBIT in Mio. €-106-13622 %
EBIT in Mio. €-105-19747 %
    
Fluggäste Tsd.3081.933-84 %
Angebotene Sitzkilometer (ASK) in Mio.  8314.521             -82 %
Auslastung (Passagierfaktor) in %52,668,2-15,6 pp
Anzahl Flüge5.42622.727-76 %
Flottengröße (Bestandsflotte)7784             -7
    
Regelmäßigkeit99,3 %95,2 %4,1 pp
Pünktlichkeit bei Abflug81,4 %88,1 %-6,7 pp
Pünktlichkeit bei Ankunft84,4 %88,6 %          -4,2 pp
    
Mitarbeiter (Köpfe)6.314        6.943– 9 %

UFO-Vorstand: Neuer Vorsitzender und Ressortverteilung gewählt

Nach der vor zwei Wochen stattgefundenen Neuwahl des Vorstands bei der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO) konstituierte sich der neue UFO-Vorstand. Neuer Vorsitzender ist nun Daniel Kassa Mbuambi, Flugbegleiter bei der Lufthansa. Die bisherige Vorsitzende, Anja Bronstert, bleibt als Stellvertreterin im Vorsitzenden-Team.

Der neue UFO-Vorsitzende Mbuambi: “Ich freue mich sehr darüber, dass meine Vorstandskolleginnen und -kollegen mit mir und den Vertretern anderer UFO-Gremien die lange versprochene Neuausrichtung der UFO einleiten. Ein wichtiges Ziel wird es sein, weiter der Krisenpartner für unsere Mitglieder zu bleiben und wenn der Luftverkehr nach und nach wieder zunimmt und die Airlines aus dem Krisenmodus kommen, die Begehrlichkeiten der Arbeitgeber abzuwehren. Natürlich muss es auch darum gehen, sozialpartnerschaftlich wieder auf Augenhöhe zu kommen.“

Die stellvertretende Vorsitzende Bronstert: „Wir haben mit Daniel Kassa Mbuambi einen integren Vorsitzenden gewählt, der gemeinsam mit dem restlichen Vorstandsteam vor allem auch strukturell für einen Neuanfang steht. Durch Einbindung aller Gremien soll intern der Fokus auf Mechanismen gelegt werden, die interne Streitigkeiten, wie wir sie in den letzten Jahren erlebt haben und die unsere schlagkräftige Organisation unnötig schwächen, verhindern sollen. Ich freue mich mit meinen sechs Kolleginnen und Kollegen im Vorstand diese Herausforderung zu meistern.”

Das siebenköpfige Vorstandsgremium der UFO hat seine Arbeit für eine vierjährige Amtszeit aufgenommen. In der konstituierenden Sitzung wurden neben den Vorsitzenden auch die Ressorts mit den sieben neu gewählten Vorständen wie folgt besetzt:

Neue Ressortverteilung

  • Tarifpolitik: Stefan Schwerthelm
  • Personal: Daniel Kassa Mbuambi
  • Finanzen: Daniel Kassa Mbuambi
  • Öffentlichkeitsarbeit / Marketing: Stefan Schwerthelm
  • Organisation und Struktur: Katharina Berndt
  • Berufspolitik: Anja Junck
  • Internationale Beziehungen und Lobbyarbeit: Joachim Vásquez Bürger
  • Mitgliederbetreuung: Anja Bronstert
  • Betreuung von Arbeitnehmervertretungen: Christian Bötte-Lüdemann
  • Recht/-schutz: Christian Bötte-Lüdemann

Silk Way West Airlines und Boeing beschließen Flottenausbau

Silk Way West Airlines hat einen Kaufvertrag mit Boeing zur Erweiterung ihrer Flotte unterzeichnet. Am 28. April 2021 wurde das Dokument während einer Zeremonie in Baku im Beisein von Herrn Rashad Nabiyev, Minister für Verkehr, Kommunikation und Technologie der Republik Aserbaidschan, Herrn Zaur Akhundov, Präsident der Silk Way Group, dem Außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika in der Republik Aserbaidschan Earle D. Litzenberger sowie Herrn Stan Deal, Präsident und Chief Executive Officer von Boeing Commercial Airplanes, unterzeichnet. Die Investition ist ein weiterer Schritt im Ausbau des internationalen Netzwerks von Silk Way West Airlines, um der wachsenden Nachfrage nach Frachttransporten gerecht zu werden.

Silk Way West Airlines will fünf Boeing 777 Frachtflugzeuge kaufen

Im Rahmen der Vereinbarung wird Silk Way West Airlines fünf hochmoderne Boeing 777 Frachtflugzeuge kaufen, deren Auslieferung im Zeitraum von 2023-2027 geplant ist. Die Bestellung dieses Flugzeugtyps ist die erste in der kaspischen Region. Mit einer Reichweite von 9.200 km und einer maximalen Nutzlast von 102.000 kg ist die Boeing 777F das größte zweistrahlige Frachtflugzeug auf dem Markt und stellt das derzeit effizienteste und umweltfreundlichste Modell in diesem Segment dar. Damit stellen die neuen Flugzeuge einen wichtigen Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen der Fluggesellschaft. Zudem ist es im Hinblick auf Wartung und Betrieb besonders kosteneffizient.

„Wir begrüßen die Unterzeichnung des Vertrags zwischen Boeing, dem weltweit führenden Flugzeughersteller, und Silk Way West Airlines, Aserbaidschans führender Frachtfluggesellschaft“, sagte Rashad Nabiyev, Minister für Verkehr, Kommunikation und Technologie der Republik Aserbaidschan. Er betrachtet den Vertrag als wichtigen Meilenstein: „Unser Ziel ist ein umfassendes Transportnetzwerk für Aserbaidschan. In diesem Kontext spielt der Luftverkehr eine entscheidende Rolle und ich bin davon überzeugt, dass der Vertrag dazu beitragen wird, Aserbaidschans Position als regionalen Verkehrsknotenpunkt und als zuverlässiger Luftfracht-Partner im internationalen Handel zu festigen.“

Zaur Akhundov, Präsident der Silk Way Group, betont die Bedeutung des Vertrags für die Airline: „Das Abkommen ist ein neuer Meilenstein für den Wachstumskurs unseres Unternehmens. Ich bin zuversichtlich, dass der Erwerb der neuen Flugzeuge und der Start dieses Projekts die führende Position des Unternehmens auf dem globalen Luftfrachtmarkt in den nächsten 15-20 Jahren weiter stärken wird.“

„Silk Way West Airlines hat ihr globales Netzwerk schnell erweitert. Da für den globalen Luftfrachtmarkt in den nächsten 20 Jahren ein Wachstum von mehr als 60 Prozent prognostiziert wird, ist der Vertrag mit Boeing ein wichtiger Schritt, um die Nachfrage von Handel und E-Commerce in der GUS, Europa, dem Nahen Osten, Asien und Nordamerika zu bedienen. Die Zusammenarbeit ehrt uns und wir freuen uns darauf, die bestehende Flotte von 747-Frachtern mit der Effizienz und Leistungsfähigkeit des 777-Frachters zu ergänzen“, erklärt Stan Deal, Präsident und Chief Executive Officer von Boeing Commercial Airplanes.

Über Silk Way West Airlines

Silk Way West Airlines wurde 2012 in Baku, im Herzen der Seidenstraße, gegründet und ist mit einem jährlichen Frachtumschlag von 350.000 Tonnen die größte Frachtfluggesellschaft in der Region am Kaspischen Meer. Mit Sitz am Heydar Aliyev International Airport bietet die Fluggesellschaft rund 350 monatliche Linienflüge zu über 40 Zielen weltweit an.

Über Boeing

Boeing ist das größte Luft- und Raumfahrtunternehmen der Welt und führender Anbieter von Verkehrsflugzeugen, Verteidigungs-, Raumfahrt- und Sicherheitssystemen sowie globalen Dienstleistungen. Als einer der führenden US-Exporteure unterstützt das Unternehmen kommerzielle und staatliche Kunden in mehr als 150 Ländern. Des Weiteren ist Boeing führend in Technologie und Innovation und investiert in seine Mitarbeiter und zukünftiges Wachstum.

SunExpress Sondertarif SunSave wird zum Dauerbrenner

Die Ferienfluggesellschaft SunExpress macht jeden ersten Mittwoch im Monat zum SunSave-Tag und gibt Kunden die Chance, jeweils eine Strecke zu einem besonders günstigen Preis zu buchen. Das Prinzip: Die Route ist zum jeweiligen Zeitpunkt so günstig buchbar wie nie wieder danach. Bereits Anfang April hatte die Airline das Konzept getestet. Die Resonanz der Reisebüros war so positiv, dass sich Urlaubswillige nun jeden Monat auf die Aktion freuen können. Die kommenden Termine sind der 05. Mai, der 02. Juni sowie der 07. Juli 2021.

Kommunizieren wird die Airline die Deals jeweils immer bereits am Dienstagnachmittag, bevor Kunden die Möglichkeit haben, die Sondertarife in den 72 Stunden von Mittwoch bis Freitag zu buchen. Ein Countdown wird darüber auf dem Laufenden halten, wie viel Stunden die Aktion jeweils noch gültig ist. Zusätzlicher Vorteil der limitierten SunSave-Tarife: Alle Preise verstehen sich sogar inklusive Freigepäck.

„Bei SunExpress denken wir kontinuierlich darüber nach, wie wir Kunden und Reisebüros weitere Anreize zum Buchen geben können“, kommentiert SunExpress Senior Manager Direct Sales Michael Schober. „Unsere Premiere für den SunSave-Mittwoch im April erfreute sich einer derartig großen Beliebtheit, dass wir uns jetzt umso mehr freuen, die Aktion zu einer monatlichen Tradition zu machen.“

Turkish Airlines und AnadoluJet erweitern Angebot in der Türkei

Turkish Airlines und AnadoluJet bauen ihr Flugangebot in den kommenden Wochen weiter aus. So können Passagiere dann bis zu neun Ziele in der Türkei von Hannover aus per Direktflug erreichen.

Aktuell wird die Strecke Hannover – Istanbul schon mehrmals wöchentlich von Turkish Airlines geflogen. Vom globalen Drehkreuz Istanbul Airport haben Passagiere Anschluss an das globale Streckennetz. Ab 25. Juni plant die Airline auch Direktflüge nach Gaziantep, Kayseri, Samsun, Adana und Trabzon.

Zusätzlich wird die Turkish Airlines Tochter AnadoluJet ab 11. Mai nach Sabiha-Gökcen fliegen. Somit ist der zweite Airport der türkischen Metropole ebenfalls per Direktflug erreichbar. Ab 26. Juni plant AnadoluJet zudem auch Verbindungen nach Antalya und Ankara.

KLM startet wieder Linienflüge von Dresden nach Amsterdam

Ab Sonntag, 02. Mai, wird es wieder Linienflüge zwischen Amsterdam und Dresden geben. Die Fluggesellschaft KLM verbindet sonntags, dienstags sowie donnerstags Amsterdam mit der sächsischen Landeshauptstadt. Ab dem 03. Mai startet die Airline jeweils montags, mittwochs sowie freitags von Dresden aus zum internationalen Drehkreuz Amsterdam-Schiphol. Die Verbindung war wegen der Pandemie sechs Monaten lang unterbrochen.

Sommerflugplan 2021

Infolge von Reisewarnungen und Quarantänebestimmungen passen Airlines sowie Reiseveranstalter ihre Angebote kontinuierlich an. Kurzfristige Änderungen im Flugplan sind daher möglich.

Testmöglichkeiten am Airport

Die Firma CoCare GmbH bietet kostenpflichtige PCR-Tests sowie Antigen-Schnelltests an den Mitteldeutschen Flughäfen an. Termine können online direkt beim Anbieter vereinbart werden.

Testpflicht für Reiserückkehrer aus dem Ausland

Seit dem 30. März 2021 gilt eine Testpflicht für alle Reiserückkehrer aus dem Ausland. Alle Personen, die mit dem Flugzeug nach Deutschland einreisen möchten, müssen der Fluggesellschaft vor dem Abflug einen negativen Corona-Test vorlegen. Ohne das negative Testergebnis dürfen sie nicht befördert werden. Fluggäste werden daher gebeten, sich direkt bei ihrer Airline beziehungsweise ihrem Reiseveranstalter zu informieren, wie die erforderlichen Corona-Tests vor dem Rückflug durchgeführt werden.

Schutz der Gesundheit hat oberste Priorität

Die Mitteldeutschen Flughäfen haben bereits nach dem ersten Lockdown im vergangenen Jahr umfangreiche Vorkehrungen zum Gesundheitsschutz von Fluggästen, Besuchern, Partnern und Beschäftigten getroffen. In den Terminals muss eine medizinische Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Vor den Gebäuden stehen Automaten zur Verfügung, an denen FFP2-Masken erhältlich sind.

An den Check-in-Schaltern und bei der Bordkartenkontrolle wurden schützende Kunststoffscheiben installiert. Monitore, Schilder und Durchsagen erinnern die Fluggäste und Besucher an die Einhaltung der Verhaltens- und Hygienevorschriften. Außerdem sind Markierungen am Boden angebracht, um beispielsweise am Check-in und der Sicherheitskontrolle an die geltenden Abstandsregeln zu erinnern. Sitzmöglichkeiten in den Terminals sind ebenfalls mit Abstandsmarkierungen versehen.

Auch während des Fluges ist es Pflicht, an Bord einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Über die jeweils geltenden Bestimmungen sollten sich Fluggäste im Voraus bei ihrer Fluggesellschaft oder ihrem Reiseveranstalter informieren. Gleiches trifft für die Einreisebestimmungen des Ziellandes sowie die dort gültigen Hygieneregeln zu.

Hinweise für Passagiere

Um möglichst entspannt ihren Flug antreten zu können, sollten Passagiere mindestens 2,5 Stunden vor Abflug am Flughafen sein und möglichst den Online-Check-in nutzen. Die Pandemie macht zusätzliche Formalitäten am Check-in notwendig, daher sind längere Wartezeiten als üblich einzuplanen. An Bord ist maximal 1 Handgepäckstück erlaubt.

Direkt an den Flughäfen günstig parken

An den Mitteldeutschen Flughäfen können Passagiere ihr Auto schon ab 15 Euro pro Woche parken. Am Flughafen Dresden ist dies bei Onlinebuchung auf dem Parkplatz P4A möglich.

Austrian Airlines verabschiedet die zweite Boeing 767

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Die zweite Austrian Airlines Boeing 767-300ER mit der Registrierung OE-LAX hat Wien in Richtung USA verlassen. Die Maschine wird unter der Flugnummer OS 1411 zunächst nach Bangor im US-Bundesstaat Maine fliegen, wo die Verzollung abgewickelt wird. Nach diesem Zwischenstopp geht es unter der Flugnummer OS 1413 weiter zum finalen Bestimmungsort, dem Oscoda–Wurtsmith Airport in Michigan.

19.600 Landungen seit 1992

Die OE-LAX wurde im Dezember 1992 ausgeliefert und war zunächst bei Lauda Air im Einsatz. Nach der vollständigen Übernahme der Lauda Air im Jahr 2004 wurde die Maschine in die Austrian Airlines Flotte integriert. und über 133.600 Flugstunden absolviert. Das entspricht über 15 Jahren in der Luft.

Die OE-LAX ist die zweite von drei Boeing 767-300ER, welche die Austrian Airlines Flotte dieses Jahr verlassen. Die OE-LAT wurde bereits in die USA ausgeflogen. Die OE-LAW folgt im Laufe des Jahres.

Eurofighter bekommt Softwareupdate für Rakete Meteor

Zum ersten Mal wurde beim Taktischen Luftwaffengeschwader 74 in Neuburg ein Eurofighter mit der neuen Software P2Eb ausgestattet. Inhalt dieses Paketes sind zahlreiche Neuerungen, die dem Piloten unter anderem den Einsatz des Lenkflugkörpers Meteor ermöglicht. Eurofighter können damit noch mehr. Am 14. April fand am Fliegerhorst Neuburg der erste erfolgreiche Testflug mit der Software P2Eb statt. Vorerst läuft eine Testphase.

Fünf Eurofighter erhalten Update

Der offizielle Startschuss fiel am 14. April 2021 mit dem Ziel, die umfangreiche Testphase bis Juli 2021 abzuschließen und bereits in diesem Jahr an mehreren internationalen Übungen teilzunehmen. Insgesamt werden für die Einsatzprüfung drei Luftfahrzeuge des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 aus Neuburg sowie zwei Luftfahrzeuge vom Taktischen Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ aus Laage umgerüstet.

Der Austausch der Aufnahmepunkte für den Lenkflugkörper Meteor ist ebenfalls Teil der Umrüstung. Mit der Meteor ist der Pilot künftig noch handlungsfähiger im Luftkampf. Ziel der Tests ist es, den Nachweis über die Zuverlässigkeit sowie die Tauglichkeit für den Einsatzflugbetrieb zu erbringen.

Meteor für Ziele, die der Pilot nicht sieht

Die Fähigkeit zum Einsatz Meteor bedeutet im Luftkampf auch, Ziele zu bekämpfen, die für den Piloten mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Ziele können somit frühzeitig bekämpft werden. Dadurch erhöht sich im Gefecht die Durchsetzungs- und Überlebensfähigkeit des Eurofighters erheblich. Um diese Fähigkeit zu erlangen, werden am Eurofighter mechanische Komponenten ersetzt, um den Luft-Luft-Lenkflugkörper Meteor aufnehmen zu können. Das heißt, die Aufnahmepunkte am Flugzeug wurden so umgebaut, dass diese künftig sowohl die AMRAAM als auch die Meteor transportieren und abfeuern können. Nach dem rein mechanischen Austausch erfordert dies zusätzlich ein mehrstündiges Softwareupdate, um die Änderungen in der Flugzeugsoftware zu hinterlegen.

Stabsfeldwebel Uwe Schiller ist einer der Beteiligten, der für die Aufrüstung des Eurofighters in Neuburg mit verantwortlich ist. Als sogenannter Dock-Chef steuert er die Planungsabläufe und koordiniert alle Arbeiten rund um die Umstellung auf P2Eb in seinem Bereich. „Gerade aufgrund der Tatsache, dass ein Teil unseres Geschwaders als Haupttruppensteller die NATO-Mission Verstärkung Air Policing Baltikum in Estland stellt, ist mit der knappen personellen Ressource eine penible Planung das A und O“, so Stabsfeldwebel Schiller. „Auch wollen wir mit unserer Arbeit vor der Welle schwimmen, um angemessen reagieren zu können, falls es zu Unstimmigkeiten kommt“, so Schiller.

Wartungscomputer für schnellere Reparaturen

Das Update sorgt auch für einen besseren Schutz gegen gegnerische, radargestütze Bedrohungen durch Flugabwehrstellungen, Lenkflugkörper oder Systeme der Elektronischen Kampfführung (Eloka). Bedrohungen durch das Radar werden künftig früher erfasst und Gegenmaßnahmen können effizienter und wirkungsvoller eingeleitet werden. Ergänzend hierzu wird das Selbstschutzsystem aktualisiert. Überarbeitete Täuschkörper bieten einen effizienteren Schutz vor dem gegnerischen Waffenpotenzial.

Weiterhin wird der Pilot durch eine übersichtlichere und somit verbesserte Darstellung der Anzeigen und eine intuitivere Bedienung im Cockpit entlastet, was der Handlungsfähigkeit im Luftkampf zugutekommt. Neben einer verbesserten Test- und Diagnosefähigkeit am Wartungscomputer (Maintenance Data Panel), der Fehler des Flugzeugs schneller erkennt, verkürzen sich auch die Reparaturzeiten, was der Einsatzfähigkeit der Eurofighter-Flotte zugutekommen wird.

P2Eb ein Meilenstein für Eurofighter

Mit der Hochrüstung der Eurofighter-Flotte und dem Aufspielen der neuen Software P2Eb baut die Luftwaffe die Fähigkeiten des Luftfahrzeugs weiter aus und verbessert ihre Leistungs- und Einsatzfähigkeit. Ein wichtiger Meilenstein wurde erreicht. Erprobt wurde die Software-Version für den Einsatz der Meteor am Eurofighter-Testträger IPA7 in Manching von Testpiloten der Firma Airbus und der Wehrtechnischen Dienststelle für Luftfahrzeuge und Luftfahrtgerät der Bundeswehr 61 (WTD Wehrtechnische Dienststelle 61).

CO2-Messung global: OHB arbeitet an der Umsetzung

Die Europäische Weltraumorganisation ESA bestätigte im Rahmen des SSRR die Realisierbarkeit des gewählten grundlegenden Satellitenkonzeptes und seiner Architekturelemente. Der erfolgreiche SSRR ermöglicht es OHB und seinen Unterauftragnehmern, die technische Definition des Satelliten und seiner Instrumentenbasis weiter voranzutreiben, um im Januar 2022 den nächsten wichtigen Meilenstein zu erreichen: den Preliminary Design Review (PDR) des Satelliten.

Die Copernicus CO2-Monitoring-Mission CO2M hat mit ihrem bestandenen SSRR (Space Segment Requirements Review) einen wichtigen Meilenstein erreicht. Das bewertete Konzept erfüllt alle Anforderungen der Missionsdefinition – ein wichtiger Erfolg zur Umsetzung der komplexen Technologie und des anspruchsvollen Zeitplans der CO2M-Mission.

Klimagas CO2: Wo kommt‘s her?

„Den SRR-Abschluss in so kurzer Zeit zu erreichen, war nur durch die hervorragende Arbeit aller Mitglieder des CO2M-Teams möglich“, betont CO2M-Projektleiter Robert Hook. „Wir haben gezeigt, dass wir dem sehr anspruchsvollen Zeitplan von CO2M gerecht werden können.“ Als Hauptauftragnehmer der CO2M-Mission mit Verantwortlichkeit für die Gesamtsysteme und die Entwicklung der Satellitenplattformen trägt nun OHB maßgeblich dazu bei, die atmosphärische Kohlendioxidkonzentration aus dem Weltraum genauer messbar zu machen und Emissionen erstmals bis zu ihrer Quelle zurückzuverfolgen.

„Wir freuen uns besonders und sind stolz, mit unserem Know-how zu einer systematischen Überwachung der Klimagasentwicklung in der Atmosphäre beitragen zu können und damit zukünftig eine Datenbasis als Grundlage für Maßnahmen gegen eines der dringendsten Probleme unserer Zeit zur Verfügung zu stellen“, bringt Marco Fuchs, Vorstandsvorsitzender von OHB, die besondere Bedeutung der Mission auf den Punkt. Die von den CO2M-Satelliten gewonnenen Daten werden es nicht nur ermöglichen, den Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre zu quantifizieren, sondern auch die CO2-Emissionen einzelner Länder, Regionen und Ballungsräume gezielt zu messen. Der Start des ersten CO2M-Satelliten ist für Ende 2025 geplant.

Flughafen München saniert bei Flaute: Südbahn gesperrt

Die zweite Phase der Sanierungsmaßnahmen an der vier Kilometer langen und 60 Meter breiten südlichen Start- und Landebahn am Flughafen München hat begonnen.

Nachdem bereits im Sommer letzten Jahres 180 Quadratmeter Beton ausgetauscht, Kabel erneuert und Betonfugen saniert wurden, stehen ab dem 01. Mai weitere Arbeiten an Beton- und Asphaltflächen auf dem Programm. Zudem werden Kurven bei den Rollwegen verbreitert sowie Instandhaltungsmaßnahmen an der Anflugbefeuerung durchgeführt.

Pandemiefenster nutzen: Südbahn gesperrt

Der Flughafen nutzt damit die pandemiebedingt schwache Auslastung der Bahnkapazität und wird die Südbahn bis voraussichtlich 31. Juli 2021 für die Bauarbeiten komplett sperren. Der Verkehr wird während dieser Zeit ausschließlich über die Nordbahn abgewickelt. Da die Arbeiten tagsüber stattfinden können, profitiert der Flughafen von einer erheblichen Verringerung der Kosten und einer Verkürzung der Reparaturzeit. Die Feuerwache Süd bleibt auch während der Sanierungsarbeiten vollumfänglich besetzt und einsatzbereit.

ILS-Vermessungsflüge am Flughafen Friedrichshafen verschoben

Am Flughafen Friedrichshafen konnten die ursprünglich geplanten Vermessungsflüge am Dienstag, 13.04.2021 und Mittwoch, den 14.04.2021 aufgrund von schlechter Sichtverhältnisse nicht durchgeführt werden.

Diese Messflüge sind vom Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung vorgeschrieben und dienen zur Überprüfung der korrekten ausgestrahlten Anflugrichtung und des Anflugwinkels innerhalb des Instrumentenlandesystems. Diese Vermessung wird routinemäßig zweimal jährlich durchgeführt und dauert ein bis zwei Tage. Damit verbunden sind mehrfach zu wiederholende Anflüge des Messflugzeugs auf den Flughafen Friedrichshafen aus beiden Anflugrichtungen.

Messflüge am Tag

Der neue Termin für die Vermessung des Instrumentenlandesystems ist nun der Mittwoch, 28.04.2021. Die Messflüge finden ganztags statt. Es wird das elektronische Instrumentenlandesystem (ILS) der Flughafen Friedrichshafen GmbH überprüft. Da bei der Durchführung dieser Messflüge der direkte Sichtkontakt zum Messflugzeug erforderlich ist, sind Beginn und Ende der Vermessung abhängig von den jeweils herrschenden Sicht- und Wetterbedingungen. Es ist daher möglich, dass die geplanten Vermessungsflüge aufgrund schlechter Sichtverhältnisse kurzfristig erneut verschoben werden müssen.

Rocket Factory Augsburg: Entwicklung mit Portugal

Auf der Veranstaltung „Space in the Recovery of Portugal and Europe“ in Lissabon gaben RFA Portugal LDA Unipessoal mit CEiiA, dem Ingenieurszentrum in Portugal, den Abschluss der Vertragsverhandlungen bekannt.

Die Rocket Factory Portugal LDA Unipessoal ist eine Tochtergesellschaft des deutschen Startdienstleisters Rocket Factory Augsburg AG (RFA). Die Vertragsverhandlungen beinhalten die Entwicklung von Verbundwerkstoff-Strukturen für die neue Trägerrakete RFA ONE gemeinsam mit CEiiA. Das Ingenieur- und Entwicklungszentrum hat seinen Sitz in Matosinhos im Norden Portugals.

Die Rocket Factory Augsburg wurde 2018 von Jörn Spurmann und Stefan Brieschenk, dem Investor Hans Steininger und dem deutschen Luft- und Raumfahrtunternehmen OHB SE gegründet. Das Ziel des Start-ups ist es, bis Ende 2022 einen Trägerraketen-Prototyp zu entwickeln, der Satelliten zu konkurrenzlos günstigen Preisen wöchentlich in erdnahe Umlaufbahnen transportieren kann. Das Startup beschäftigt in Augsburg derzeit ein Team von 85 New-Space-Experten aus 25 verschiedenen Ländern, die bereits Erfahrung in anderen Trägerraketenprojekten haben.

Raumfahrt im Umbruch

Manuel Heitor, Minister für Wissenschaft, Technologie und Hochschulbildung, erwähnte, dass die Gründung von RFA Portugal eine neue Phase der portugiesischen Strategie für den Weltraum und einen neuen Moment für die effektive Nutzung von Weltraumsystemen in der Erholung Portugals und Europas eröffnet. Die Entwicklung von Mikro-Trägerraketen in Europa ist ein entscheidender Schritt, um die europäische Autonomie und Widerstandsfähigkeit im Weltraum zu fördern und qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen, zusammen mit neuen Märkten, um den grünen Wandel unserer Gesellschaften in Verbindung mit den neuen Möglichkeiten des digitalen Wandels zu fördern. Es ist ein Schritt vorwärts in den „Europäischen New Space für Menschen“.

„Wir erleben gerade sehr spannende Zeiten in der europäischen Raumfahrt. Es bilden sich neue Märkte, die von neuen, jungen Unternehmen kommerziell erobert werden wollen. Eine Reihe von Startups sind derzeit weltweit dabei, Microlauncher zu entwickeln. Ich bin überzeugt, dass dieser Markt günstiger und industriell gefertigter Träger hochlukrativ sein wird. Deshalb freue ich mich sehr, dass wir mit der Rocket Factory Augsburg und CEiiA ein Joint Venture für Design und Industrialisierung von Microlaunchern in Portugal schließen. Portugal ist ein aufstrebendes Land in der europäischen Raumfahrt und insbesondere im Bereich der Microlauncher. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit“, sagte Marco Fuchs, Vorstandsmitglied der RFA und CEO der OHB SE.

Rocket Science fasst Fuß in Portugal

„Es ist eine große Freude, RFA in Portugal willkommen zu heißen. Dieses Investitionsprojekt ist ein wichtiger Schritt, um Portugal an die Spitze der Innovation in einem so bahnbrechenden Sektor wie der Raketenindustrie zu bringen und zu beweisen, dass Talent der Schlüssel ist. In der Tat beweist diese Partnerschaft mit CEiiA einmal mehr die enormen Fähigkeiten unseres Ingenieurtalents. Vor einem Jahrzehnt stand Portugal am Anfang des Luftfahrtsektors. Jetzt treten wir in eine neue Ära ein und pflanzen die Saat der Raumfahrtindustrie in unserem Land. Wir starten das Zeitalter der Raumfahrt“, sagte Luís Castro Henriques, Vorsitzender und CEO von AICEP.

Das Projekt umfasst die Entwicklung und Qualifizierung der Orbitalstufen- und Nutzlastverkleidungsstrukturen aus fortschrittlichen CFK-Materialien mit dem Ziel der Serienproduktion. RFA Portugal wird 9 Millionen Euro über eine Laufzeit von drei Jahren investieren, mit dem klaren Ziel der anschließenden Industrialisierung in Portugal. Die Investition wird von der AICEP unterstützt.

„Wir fühlen uns geehrt, eine so wichtige Rolle in der portugiesischen Raumfahrtindustrie zu spielen. PT Space macht einen fantastischen Job mit ihrer Raumfahrtstrategie. Die von der AICEP unterstützte Partnerschaft wird die Entwicklung von Trägerraketen in Portugal ermöglichen und dabei den hochqualifizierten Talentpool in Portugal in Kombination mit dem Industrialisierungs-Know-how aus Deutschland nutzen“, sagte Jörn Spurmann, Chief Commercial Officer bei RFA und Geschäftsführer bei RFA Portugal.

Serienproduktion für Trägerraketen

Stefan Brieschenk, Chief Operating Officer bei RFA, fügte hinzu: „Die Orbitalstufe und die Nutzlastverkleidung, die in diesem Projekt entwickelt wurden, spielen eine entscheidende Rolle in Bezug auf die Fähigkeiten der Trägerrakete. Das Konzept der Serienproduktion ist neu in der Trägerraketenindustrie und wir sind begeistert, diesen Weg mit unserem portugiesischen Entwicklungspartner CEiiA zu beschreiten und dabei ihre unübertroffene Erfolgsbilanz bei der Entwicklung extrem wettbewerbsfähiger Verbundwerkstoffprodukte zu nutzen.“

„Wir beginnen derzeit die Prototyping-Phase des Orbitalstufen-Demonstrators zusammen mit RFA Portugal im Rahmen des C-STS-Programms der ESA, basierend auf der großartigen Unterstützung durch die portugiesische Raumfahrtbehörde PT Space. Der Start dieses Vertrages mit der Entwicklung dieser komplexen Raumfahrtkomponenten hin zur Serienproduktion und Qualifizierung von Verbundwerkstoff-Trägerstrukturen ist der nächste logische Schritt. Wir freuen uns, zur Vision der RFA beizutragen und fühlen uns geehrt, für diese außergewöhnliche Herausforderung ausgewählt worden zu sein“, sagte Tiago Rebelo, technischer Direktor bei CEiiA.

Luftfahrt Schweiz sucht Wege durch die Corona-Krise

Die Coronapandemie wirkt sich weiterhin gravierend auf die Luftfahrt aus. Acht große Flughäfen verzeichnen nicht einmal mehr zehn Prozent der Passagiere wie vor den Reisebeschränkungen. Vertreter der „Plattform Luftfahrt Schweiz“ debattierten über die Auswirkungen der Pandemie auf die Luftfahrt und mögliche Auswege aus der aktuellen Krise. Die Plattform will künftig jährlich zusammenkommen.

Bei dem virtuellen Treffen erörterten ging es zudem um die Frage, wie der Flugverkehr in Zukunft klimafreundlicher werden kann. Der Austausch stand unter der Leitung von Bundesrätin Simonetta Sommaruga.

Testen statt Quarantäne

Die Passagierzahlen gingen seit dem Beginn der Pandemie stark zurück, was bei den Fluggesellschaften, den Flughäfen und flugnahen Betrieben zu Ertragsausfällen führte, wie die Vertreter der Luftfahrtbranche erläuterten. Sie regten an, dass anstelle von Quarantäneregelungen vermehrt Tests zum Einsatz kommen und dass geimpfte Personen eine größere Reisefreiheit erhalten. Bundesrätin Sommaruga unterstrich die wichtige Bedeutung der Luftfahrt. Der Bundesrat und die zuständigen Ämter arbeiten an der Bewältigung dieser Krise, um die Wirtschaft und die betroffenen Unternehmen zu unterstützen.

Die 2005 gegründete „Plattform Luftfahrt Schweiz“ dient dem Gedankenaustausch zu grundsätzlichen Themen und Rahmenbedingungen des schweizerischen Luftverkehrs. Auf Einladung von Bundesrätin Sommaruga nahmen Vertreter der Landesflughäfen, der Fluggesellschaften Swiss und EasyJet Schweiz, der Flugsicherung Skyguide, des Dachverbandes der Schweizerischen Luft- und Raumfahrt „Aerosuisse“ sowie Regierungsvertreter der Standortkantone Zürich, Genf, Basel-Stadt und Basel-Landschaft teil. Auch die Bundesämter für Zivilluftfahrt, für Umwelt sowie für Gesundheit waren anwesend. Die letzte Plattform fand 2015 statt. Bundesrätin Sommaruga kündigte an, den Anlass in Zukunft jährlich durchzuführen. Ein regelmäßiger Austausch sei wichtig.

Ers­ter Eu­ro­pä­er mit SpaceX auf dem Weg zur ISS

Am 23. April 2021 um 11:49 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit ist Thomas Pesquet, französischer Astronaut im Korps der Europäischen Weltraumorganisation ESA, mit dem Raumschiff „Crew Dragon“ des US-Weltraumkonzerns SpaceX zur Internationalen Raumstation ISS aufgebrochen. Er ist der erste Europäer, der mit einer von einem Privatunternehmen gebauten Kapsel in den Weltraum fliegt.

„Wir wünschen Thomas Pesquet für seine Mission Alpha alles Gute. Wir freuen uns sehr darüber, dass er im Oktober einige Tage gemeinsam mit dem deutschen ESA-Astronauten Matthias Maurer an Bord der Raumstation arbeiten wird, bevor er den Staffelstab an Matthias übergibt – ein starkes deutsch-französisches Tandem im Weltraum und ein Paradebeispiel für die deutsch-französische Freundschaft“, sagt Dr. Walther Pelzer, DLR-Vorstandsmitglied und Leiter der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR, die für die Auswahl und Koordination der Experimente und Beiträge aus Deutschland für die Internationale Raumstation verantwortlich ist.

Der gebürtige Saarländer und Werkstoffwissenschaftler Dr. Matthias Maurer wird im Herbst 2021 zur ISS starten und im Rahmen seiner ersten Mission „CosmicKiss“ voraussichtlich rund sechs Monate an Bord der Raumstation in Schwerelosigkeit leben und arbeiten. Er wird dann wiederum von der italienischen ESA-Astronautin Samantha Cristoforetti abgelöst. Erstmals sind so über eineinhalb Jahre lang drei Astronauten aus Europa an Bord der Raumstation tätig und arbeiten im Team mit ihren US-amerikanischen, russischen und japanischen Kollegen und Kolleginnen zusammen.

Eine intensive gemeinsame Zeit

Thomas Pesquet und Matthias Maurer werden voraussichtlich etwa eine Woche zusammen auf der ISS sein: „Thomas wird bei meiner Ankunft Kommandant der Raumstation sein und uns detailliert einweisen. Hierzu gehört vor allem auch die Auffrischung der Notfallmaßnahmen, sollte etwas schiefgehen. Wir sind ein gutes Team. So haben wir uns in Europa, den USA und Russland gemeinsam auf unsere Missionen vorbereitet. Angefangen von gemeinsamen Trainingseinheiten am Astronautenzentrum der ESA in Köln, am Johnson Space Center der NASA in Houston oder im SpaceX Crew Dragon Cockpit in Kalifornien. Auch in Russland haben wir zusammen trainiert. Privat haben wir ebenfalls einiges unternommen und nebenbei unser Essen für die Raumstation gemeinsam probiert und ausgesucht. Thomas gibt mir etwas von seinem französischen Essen mit und ich werde ihm auf der Station Essen aus dem Saarland anbieten. Da Thomas schon einmal auf der ISS war, konnte ich zudem durch viele Tipps von seiner Erfahrung profitieren und fühle mich sehr gut vorbereitet. Auf der ISS werden Thomas und ich Experimente mit starker deutsch-französischer Beteiligung durchführen. Bei einem darf ich sogar im Auftrag Frankreichs Mousse au Chocolat herstellen – und hoffentlich auch essen“, schildert Matthias Maurer. Dieses Experiment hat neben dem kulinarischen Genuss den Schwerpunkt, das Schaumverhalten unter Schwerelosigkeit zu studieren – ein Thema, das nah an der Doktorarbeit von Matthias Maurer liegt.

Gemeinsame Experimente unterstreichen enge deutsch-französische Kooperation

Ein Beispiel für gemeinsame deutsch-französische Forschung ist das geplante Experiment „BIOFILMS“. Hier sind die Deutschen Raumfahrtagentur im DLR, das DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin, die ESA, die Universität des Saarlandes und das Institut National des Sciences Appliquées (INSA) in Lyon auf französischer Seite beteiligt. Unter Raumfahrtbedingungen werden antimikrobielle Metalloberflächen auf die Bildung von bakteriellen Biofilmen untersucht. Mittels Lasertechnologie werden Strukturen auf Metalloberflächen erzeugt, die die Ansiedlung von Bakterien auf den Oberflächen verhindern. Auch das Experiment „Touching Surfaces“ soll sich mit Mikroorganismen beschäftigen.

So führen Langzeitaufenthalte in einer Raumstation dazu, dass sich aus den mitgeschleppten „Eindringlingen“ eine eigene Mikroflora entwickelt, die die Gesundheit der Astronauten beeinträchtigen kann – insbesondere, wenn sich ihre Zusammensetzung unter den Bedingungen des Weltraumfluges verändert. Außerdem können diese Biofilme zu Materialschäden führen. In „Touching Surfaces“ werden neuartige Oberflächen auf antimikrobielle Wirksamkeit unter Weltraumbedingungen untersucht. Das deutsche Experiment, an dem das DLR, die Universität des Saarlandes, das University College London und die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg beteiligt sind, soll auch von Thomas Pesquet bedient werden. Ebenso soll Matthias Maurer französische Experimente weiterführen – zum Beispiel „DREAMS“ zur Untersuchung des Schlafs von Astronauten oder „Immersive Exercise“ zur Steigerung der Trainingsmotivation mithilfe von Virtual Reality.

DLR schickt Strahlungsdetektor M-42 auf den Mond

Ein Langzeitaufenthalt auf dem Mond bedeutet eine hohe Belastung für den menschlichen Körper: Die Weltraumstrahlung ist um ein Vielfaches höher als an jedem Ort auf der Erde. Bevor wieder Menschen auf dem Mond landen, schickt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) noch ein kleines Messgerät dorthin: Der Strahlungsdetektor M-42 soll Werte am Lacus Mortis erfassen. Er reist an Bord der kommerziellen Peregrine Mission One, deren Start für Ende 2021 geplant ist.

M-42 wiegt nur 250 Gramm und ist etwa 20 Zentimeter lang. Er wird während des Flugs und von der Mondoberfläche aus Strahlungswerte zur Erde senden. „Es gibt bislang relativ wenige Messungen im Zusammenhang mit dem Mond. Wir sind sehr stolz, Teil dieser Mission zu sein und mit den auf der Reise und auf dem Mond erhobenen Daten wertvolle Erkenntnisse zur galaktischen kosmischen Strahlung generieren können“, sagt Thomas Berger vom DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin in Köln. Dort wurde M-42 entwickelt und gebaut und dort werden die Daten analysiert. Bei Peregrine Mission One handelt es sich um die erste kommerzielle Mond-Mission des US-Raumfahrtunternehmens Astrobotic. Das DLR konnte sich einen Platz auf dem neu entwickelten Lander sichern.

Auch Helga und Zohar ermitteln die Belastung für künftige Langzeitmissionen

M-42 ist baugleich mit den 16 Strahlungsmessgeräten, die in die Phantome Helga und Zohar integriert sind. Die beiden Frauenkörper-Modelle werden mit der lange geplanten NASA Artemis 1 Mission den Mond umrunden und zur Erde zurückkehren. Helga und Zohar bestehen aus jeweils 38 Schichten, in ihrem Inneren befinden sich tausende Messgeräte. Sie reisen stellvertretend für zwei Astronautinnen auf den Passagiersitzen der Orion-Kapsel. Zohar trägt auf dem Flug eine spezielle Schutzweste, Helga sitzt ungeschützt in dem Raumschiff. „Dabei werden wir messen, welche Strahlenbelastung bei einem Flug zum Mond für die Astronautinnen und Astronauten entsteht“, erklärt Thomas Berger.  Die Erkenntnisse sind auch wichtig für die Vorbereitung von anderen Langzeitmissionen, zum Beispiel zum Mars.

Ankunft mit dem Peregrine-Lander am „See des Todes“

Der Strahlungsdetektor M-42 soll mit dem Peregrine-Lander im Nordosten des Mondes ankommen. Auf der Mond-Rückseite ermittelt die chinesische Mondlandesonde Chang’e-4 schon seit Januar 2019 weitere Strahlungswerte. An den Messungen ist das DLR ebenfalls beteiligt.

Neben dem DLR nehmen weitere Raumfahrt-Institutionen und Unternehmen an der Peregrine Mission One teil. Wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie wird der Strahlungsdetektor jetzt auf dem Postweg in die USA geschickt und dort vom Astrobotic-Team an einer Seitenklappe des Landers befestigt. Nach der Ankunft am Lacus Mortis („See des Todes“) öffnet sich diese Klappe, so dass der M-42 knapp über der Oberfläche direkt der kosmischen Strahlung auf dem Mond ausgesetzt wird. Letztlich rechnet das DLR-Team mit drei unterschiedlichen Mess-Szenarien – während des Fluges, auf dem Mond innerhalb des Landers und frei an der Oberfläche.

HAP alpha: DLR ent­wi­ckelt un­be­mann­tes Stra­to­sphä­ren­flug­zeug

Erdbeobachtung und globale Kommunikation – zwei Begriffe, die einen sofort an Satelliten denken lassen. Bau und Positionierung sind teuer und am Ende kann Weltraumschrott zurückbleiben. Aber auch Flugzeuge oder Hubschrauber sind für diese Aufgabe nicht ideal. Ihr Einsatz ist zeitlich und örtlich begrenzt und stark wetterabhängig. Ein Team des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) erforscht und entwickelt ein unbemanntes und solarbetriebenes Stratosphärenflugzeug für zukünftige wissenschaftliche Experimente, das die Vorzüge von Raumfahrt und Luftfahrt vereint.

HAP alpha – so nennen die DLR-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den von ihnen entwickelten Technologieträger. „HAP steht für ‚High Altitude Platform'“, erklärt Florian Nikodem vom DLR-Institut für Flugsystemtechnik. „Es handelt sich dabei um meist solarbetriebene Plattformen, die dauerhaft in der unteren Stratosphäre auf einer Höhe von etwa 20 Kilometern stationiert werden.“ Damit fliegen sie weit über dem zivilen Luftverkehr und dem Wettergeschehen. Sie können an beliebigen Orten positioniert und, je nach Ausstattung, für unterschiedlichste Missionen eingesetzt werden, ausreichend Sonnenenergie vorausgesetzt. Außerdem sind sie, in der unteren Stratosphäre erstmal angekommen, unabhängig vom Wettergeschehen und ohne Mannschaft an Bord auch unabhängig von Einsatzdauern. Das haben sie klassischen Luftfahrtzeugen voraus.

HAP alpha soll mit fünf Kilogramm Nutzlast auf 20 Kilometer Flughöhe aufsteigen, dort allerdings noch nicht für längere Zeit stationiert werden können. Die Plattform ist robust und modular aufgebaut, so dass sie leicht angepasst und modifiziert werden kann. Ihre Spannweite von 27 Metern entspricht bereits der einer dauerflugfähigen Variante. Das Gesamtgewicht der Struktur beträgt 36 Kilogramm, das des vollständigen Flugzeugs 138 Kilogramm. „Das für die Größe geringe Gewicht erreichen wir durch extremen Leichtbau mit kohlefaserverstärkten Kunststoffen“, erklärt Nikodem. „Hauptholm, Rumpf und Leitwerksholme bestehen aus gewickelten CFK-Rundrohren. Diese sind sehr leicht und trotzdem stabil.“

17 DLR-Institute arbeiten am Erstflug

Es ist aber nicht allein der solargetriebene, unbemannte Demonstrator, den das Team im Projekt entwickelt. Auch eine Bodenstation, die operationellen Prozeduren und drei Nutzlasten, die von der Plattform getragen werden, sind Teil der wissenschaftlichen Forschungen. In der mobilen Bodenstation koordinieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Missionen und den Datenempfang. Sie ist in transportablen Containern angelegt und soll auf mehr als 100 Kilometer Entfernung Daten mit der HAP austauschen können. Die drei Nutzlasten, darunter das hochauflösende Kamerasystem MACS-HAP (Modular Aerial Camera System-High Altitude Platform) und das Radar System HAPSAR (High Altitude Platform Synthetic Aperture Radar), bieten eine Vielzahl von zukünftigen Einsatzmöglichkeiten. Insgesamt 17 DLR-Institute aus den Bereichen Luftfahrt, Raumfahrt, und Sicherheit arbeiten unter der Leitung des Braunschweiger Instituts für Flugsystemtechnik zusammen an HAP alpha.

Im April 2019 hat das Team gezeigt, dass die aufgestellten Systemanforderungen und das Konzept-Design geeignet sind, um die Projektziele zu erreichen. Es folgte das Preliminary Design Review (PDR). Dort zeigten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit dem vorläufigen Design der Plattform, dass alle Systemanforderungen mit vertretbarem Risiko und innerhalb der Kosten- und Terminvorgaben erfüllt werden. So bildet es die Grundlage für die weitere Vorgehensweise bei der Detailplanung und zeigt, dass die richtigen Designoptionen ausgewählt, Schnittstellen identifiziert und Verifikationsmethoden beschrieben wurden. Aktuell bereiten die Forscherinnen und Forscher das nun folgende Critical Design Review vor. Dabei wird geprüft, ob das detaillierte Design die Projektziele erreichen kann. Im Anschluss daran können sie die Einzelkomponenten produzieren und zusammenbauen. So entsteht nach umfangreichen Tests der Demonstrator HAP alpha.

HAP hebt ab

Ende 2022 soll HAP alpha zum ersten Mal abheben. Dabei sind zunächst Testflüge in niedriger Höhe über dem Gelände des Nationalen Erprobungszentrums für unbemannte Luftfahrzeuge in Cochstedt geplant. Die Flughöhe wird dort einige Hundert Meter betragen. Nach erfolgreichen Tests in niedriger Höhe wird HAP alpha in weiteren Höhenflugkampagnen nach und nach die Zielhöhe von 20 Kilometern erfliegen. „Anders als bei den ersten Erprobungsflügen in Cochstedt, bei denen die eigentliche Versuchsdauer nur wenige Stunden betragen wird, kann ein Höhenflug aufgrund der langsamen Fluggeschwindigkeit der HAP bis zu 24 Stunden dauern, auch wenn sich die Plattform nur etwa zwei Stunden auf 20 Kilometern Höhe aufhält“, erklärt Nikodem die Herausforderung zukünftiger Versuche. Dafür muss das Team mehrere Crews und deren Wechsel im Schichtbetrieb trainieren.

In solchen Höhenflügen kommen dann auch die verschiedenen Nutzlasten zum Einsatz. Mit jedem Test sammelt das Team Erfahrungen und kann die HAP so modifizieren, dass auch Dauerflüge möglich werden. Mit ausreichender Betriebssicherheit des Teams und der Plattform in der Höhe ließe sich das Stratosphärenflugzeug als Versuchsträger für Nutzlasten einsetzen. Und auch neue plattformspezifische Technologien, wie beispielsweise der Einsatz der HAP als Knotenpunkt für die digitale Kommunikation als Unterstützung für ein 5G-Netz, werden dann möglich.

Austrian Airlines prüft coronabezogene Dokumente für Passagiere

Aufgrund der pandemiebedingten Einreisebestimmungen verlangen zahlreiche Länder derzeit spezifische Dokumente, wie einen aktuellen negativen Covid-19-Test, eine digitale Einreiseanmeldung oder eine Passenger Locator Form. Die Überprüfung der geforderten Zertifikate findet momentan direkt am Flughafen statt. Um diesen Prozess zu vereinfachen, haben Fluggäste auf allen Austrian Airlines Flügen nach Deutschland, Griechenland und Spanien ab sofort die Möglichkeit, coronabezogene Reisedokumente vorab online hochzuladen und prüfen zu lassen. Der Upload ist freiwillig und bis zu 12 Stunden vor Abflug möglich. Das Ergebnis der Überprüfung wird bis spätestens vier Stunden vor Abflug per E-Mail übermittelt.

Passagiere, die nach Deutschland, Griechenland oder Spanien reisen, erhalten ab sofort eine Benachrichtigung und einen Link zu einem Portal, in dem sie die länderspezifisch geforderten Zertifikate zur Einreise hinterlegen können. Informationen zu den notwendigen Dokumenten sind bei den Behörden des jeweiligen Landes und auf You will be directed to a possibly non-accessible site. Take care. Be careful.austrian.com abrufbar. Nach der Prüfung durch das Support Center erhält der Fluggast eine E-Mail mit dem Hinweis, ob die Dokumente den Einreisevorgaben entsprechen oder noch weitere Unterlagen benötigt werden. Unabhängig von der Überprüfung müssen die Passagiere alle Dokumente auf der Reise im Original bei sich haben.

Mit dem Start des Angebots erleichtert Austrian Airlines das Reisen in Pandemiezeiten und geht so einen großen Schritt hin zur Integration von coronabezogenen Zertifikaten in die digitale Reisekette.

Weiterhin gilt auf allen Austrian Airlines Flügen sowie an allen österreichischen Flughäfen das verpflichtende Tragen einer FFP2-Maske.

Airbus A400M betankt mehrere Hubschrauber im Flug

Airbus hat mit dem neuen Militärtransporter A400M eine komplexe Flugbetankung von Hubschraubern durchgeführt. Diese dient dem weiteren Zuwachs an Fähigkeiten und Zertifizierungen.

Die vollständige Zulassung der A400M zur Hubschrauberbetankung air-to-air soll Ende des Jahres erlangt werden. Hierzu sollen noch Manöver bei Nacht durchgeführt werden. Die Flugerprobung fand bei der französischen Behörde DGA (Armament General Directorate) statt. Betankt wurden zwei H225M der französischen Luftwaffe im Flug. Insgesamt wurden 81 Nasskontakte bei Flughöhen zwischen 1.000 und 10.000 Fuß bei gerade mal 105 Knoten durchgeführt.

A400M Tankflugzeug: SEK profitieren

Die Luft-zu-Luft-Betankung von Hubschraubern gilt als besonders herausfordernd. Flug in enger Formation unterschiedlicher Luftfahrzeuge, häufig bei geringer Höhe und bei Nacht. Dabei wird diese besonders für Spezialeinsätze gebraucht. Die militärische H225M als einer der wenigen Hubschrauber weltweit, der diese Fähigkeit nutzen kann, profitiert so von einer Erweiterung der Reichweite von ohnehin 700 Nautischen Meilen bzw. 10 Stunden.

Überschallflugzeuge: Das bringt die Zukunft ab 2025

Fast zwei Jahrzehnte nach dem letzten Flug der Concorde könnten bald wieder Überschall-Verkehrsflugzeuge unterwegs sein. Mehrere Hersteller kündigen einen Start der kommerziellen supersonischen Flugzeuge für die nächsten Jahre an.

Deswegen untersucht das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gemeinsam mit internationalen Partnern die Umweltauswirkungen einer zukünftigen Flotte von Überschallflugzeugen. Ziel ist es, sowohl die Lärmemission als auch die Klimawirkung dieser Flugzeuge zu bewerten. Die Forschungsergebnisse sollen dazu beitragen, die umweltschädlichen Effekte der Fluggeräte zu reduzieren. Der Rollout solcher Flugzeuge soll noch dieses Jahrzehnt erfolgen.

SENECA: Überschall-Ära nach der Concorde

„Für die Concorde galten noch Luftfahrtregularien, die höhere Emissionen im Vergleich zu den im Unterschall fliegenden Flugzeugen erlaubten. Die neue Generation von Überschall-Jets wird sich nun an den konventionellen Flugzeugen messen lassen müssen“, erklärt Prof. Lars Enghardt, Leiter der Abteilung Triebwerksakustik im DLR-Institut für Antriebstechnik. Um neue Zertifizierungsregeln festzulegen, sind die Behörden auf umfangreiche Daten angewiesen. Das EU-Projekt SENECA (noiSe and EmissioNs of supErsoniC Aircraft) liefert hier einen wichtigen Beitrag für die Erhebung dieser Daten. Zwei neue Überschall-Flugzeugklassen sind dabei in Planung: Business-Jets und Linienflugzeuge.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwerfen und analysieren zunächst im Computer zwei unterschiedliche Überschall-Flugzeugklassen: Business-Jets für etwa zehn Passagiere und Linienflugzeuge für bis zu 100 Passagiere. Die Linienflugzeuge haben damit ungefähr die Kapazität der Concorde. Die Business-Jets können im Reiseflug Schallgeschwindigkeiten (Machzahlen) von 1,4 bis 1,6 erreichen. Ab einer Machzahl über eins beginnt der Überschallbereich. In Reiseflughöhe muss ein Flugzeug dazu rund 1.000 km/h schnell sein. Die aktuell schnellsten Business-Jets sind mit einer Machzahl von 0,9 unterwegs. Die geplanten supersonischen Linienflugzeuge sollen im Reiseflug sogar Machzahlen zwischen 1,8 und 2,2 erreichen. Sie wären damit mehr als doppelt so schnell wie die derzeitigen Linienflugzeuge.

Flug in Überschall: Technische Herausforderung

„Die Effizienz der Flugzeuge im Reiseflug und die Lärmemission in Flughafennähe lassen sich nur schwer miteinander vereinbaren“, erklärt Dr. Robert Jaron vom Institut für Antriebstechnik die Herausforderungen beim Design der Flugzeuge. „Wegen des besseren Strömungsverhaltens sind Überschall-Flugzeuge besonders lang und schmal und haben kleine Triebwerke. Für die Lärmminderung bei Start und Landung wären allerdings Triebwerke mit größeren Durchmessern zu bevorzugen.“ Nach Ansicht des DLR-Teams, in dem auch das Institut für Physik der Atmosphäre mitarbeitet, gibt es gerade bei der Startprozedur noch Spielraum.

Die schlechten Gleiteigenschaften beim Unterschallflug werden bei supersonischen Flugzeugen durch eine besonders starke Motorisierung ausgeglichen. Eine höhere Startgeschwindigkeit mit einer frühen Rücknahme des Triebwerksschubs könnte die Lärmbelästigung in Flughafennähe senken. Auch diese Möglichkeit wird im Projekt untersucht. Weiterer Forschungsschwerpunkt von SENECA: Der Schadstoffausstoß und sein Einfluss auf das Klima. Der Überschallverkehr wird deutlich höher fliegen als der gegenwärtige Luftverkehr und hat deswegen wahrscheinlich auch andere Auswirkungen auf die Atmosphäre.

Problem Überschallknall

Derzeit gehen die Projektpartner davon aus, dass die ersten neuen Überschall-Flugzeuge wegen der Knall-Problematik nicht mit Überschall-Geschwindigkeit über Land fliegen werden, sondern nur über Wasser. Der Überschallknall wird ausführlich im EU-Projekt MOREandLESS analysiert, an dem das DLR ebenfalls beteiligt ist. Hier ermitteln die Wissenschaftler, wie sich unterschiedliche Flugzeugformen auf die Lautstärke des Knalls auswirken.

Das US-amerikanis­che Un­ternehmen Aeri­on en­twick­elte den Busi­ness-Jet AS2. Der er­ste Flug des Mod­ells AS2 ist für 2025 angekündigt. An die Concorde erinnert dagegen der echte Airliner Overture. Das Flugzeug von Boom Supersonic wird ebenfalls in den USA entwickelt. Der Hersteller hat den Rollout für Mitte dieses Jahrzehnts angekündigt. Zuletzt: Ers­ter Ent­wurf ei­nes Busi­ness-Jets, der mit Über­schall­ge­schwin­dig­keit flie­gen kann, aus dem SE­NE­CA-Pro­jekt.

Fliegerhorst Évreux: Super-Hercules Staffel im Aufbau

160 Deutsche an der Seite von 130 Franzosen – die binationale C-130J Super-Hercules-Staffel ist im Aufbau und ihr Personal in der Ausbildung. Ihr Pendant in Deutschland ist die Transall C160. In Frankreich, Deutschland und der Türkei fliegt sie noch heute. Seit 2013 wird sie aber nach und nach durch den Airbus A400M abgelöst.

Für Lars Petersen, der in den vergangenen 30 Jahren immer mit und an der Transall arbeitete, ist die Technik der Hercules vertraut. „Die Flugzeuge sind sich sehr ähnlich“, sagt er. Die Transall hat in Deutschland bald ausgedient, nachdem sie in den 1960er-Jahren von einer deutsch-französischen Allianz entwickelt und seither von beiden Ländern als taktisches Transportflugzeug genutzt wurde.

C-130J Hercules-Staffel im Aufbau

Auch das militärische Transportflugzeug Lockheed C-130 Hercules ist seit über 60 Jahren in der Luft. Das Propellerflugzeug des US-amerikanischen Herstellers Lockheed Corporation gibt es mittlerweile in über 40 Varianten; die aktuellste ist die C-130J: digitale Avionik, Glascockpit mit Head-up-Display, sechsblättrige Luftschrauben und Triebwerke mit einer Leistung von 3.425 Kilowatt sind die jüngsten Weiterentwicklungen des Flugzeugs. Die deutsch-französische Staffel in Évreux ist mitten in ihrer Aufstellung. Knapp 300 deutsche und französische Soldatinnen und Soldaten werden künftig zehn C-130J Hercules betreiben.

C-130J Hercules am Fliegerhorst Évreux in der Normandie
C-130J Hercules am Fliegerhorst Évreux in der Normandie (Foto: Bundeswehr/ Johannes Heyn)

Insgesamt sollen bis 2024 zehn Transportflugzeuge C-130J auf dem Flugplatz in der Normandie stationiert sein und von 290 Soldatinnen und Soldaten betrieben werden. Einer von ihnen ist Oberstabsfeldwebel Michael Dorn*. Der 54-Jährige ist seit 34 Jahren Soldat und hat seit seinem Eintritt als Feinmechaniker in die Bundeswehr viele Verbände gesehen. Und alle hatten immer die gleiche Schnittstelle: die Transall.

Erstmalig in deutsch-französischer Einheit

Nun befindet sich, 88 Kilometer nordwestlich von Paris, auf dem Fliegerhorst Évreux die deutsch-französische Super-Hercules-Staffel im Aufbau. „Zum ersten Mal werden Flugzeuge, Besatzungen und Mechaniker in ein und derselben deutsch-französischen Einheit arbeiten. Diese beispiellose Integration zeigt die Stärke und Kohärenz der europäischen Verteidigung“, so die französische Verteidigungsministerin Florence Parly.

Jetzt, da sich Dorns Dienstzeit mit großen Schritten ihrem Ende nähert, möchte er noch einmal ein neues Flugzeug in den Mittelpunkt seines Soldatenlebens stellen: „Ich bin zu jung, um mich in den Garten zu setzen. Mich interessiert die C-130J und der Aufbau dieses einzigartigen Verbandes in Frankreich; und ich möchte meine eigenen Erfahrungen der letzten 30 Jahre multinational und gewinnbringend einsetzen – mein Wissen weitergeben.“

Auf dem Flugplatz in der Normandie fliegen noch bis 2025 die C160 Transall. Parallel dazu wird dort die C-130J stationiert. Dorn ist aktuell Nachprüfer im Lufttransportgeschwader 63 in Hohn. Das heißt, er kontrolliert die Technik und überprüft als letzte Instanz, was am Flugzeug gemacht wurde, bevor es an den Start geht. Etwas Ähnliches wird auch seine Aufgabe in Frankreich sein. Er wird „CRS-Prüfer“: Certificated to release to service – er zertifiziert die Freigabe zum Flugbetrieb. Die technische Ausbildung, die vor Oberstabsfeldwebel Dorn und seinem neuen Dienstposten in Frankreich liegt, war umfangreich und fand in Deutschland, Frankreich und den USA statt.

C-130J Hercules mit Besatzung und Mechaniker
C-130J Hercules mit Besatzung und Mechaniker (Foto: Bundeswehr/ privat)

Mechanikerausbildung erneuert

Doch bevor er seinen neuen Dienstposten antreten kann, wartet einiges an Vorausbildung auf den Schleswig-Holsteiner. Neben insgesamt etwa neun Monaten Sprachausbildung absolvierte er eine CAT-B-Ausbildung, also die Ausbildung zum Flugzeugmechaniker erneut: „Die Materialien und Systeme haben sich binnen der letzten 30 Jahre einfach geändert; da ist die Auffrischung gar nicht schlecht.“

Im Anschluss führte der Weg der Ausbildung in die USA. In Little Rock und Albuquerque ging es dann das erste Mal direkt um die C-130J. Bis dahin war die Ausbildung eher allgemeiner Natur. Eine Grundlagenausbildung zu dem amerikanischen Transporter und eine Spezialausbildung zum „Inflight Refueling“, also der Luftbetankung und Triebwerksbodenläufe folgten. Die Bodenläufe der Triebwerke sind deren Abschlussprüfung, bevor sie ihre jeweils gut 4.600 PS auf die Startbahn bringen dürfen.

Für Dorn ist die Technik der C-130J aber nichts Neues: „Die Transall ist der Hercules sehr ähnlich. Die Technik und die Systeme sind miteinander vergleichbar; die Bauart, die Maße und die Ausstattung sind nahezu gleich. Die Hercules ist ein Transporter mit funktionierender und ausgereifter Technik – ich freu mich drauf.“ In den vergangenen 30 Jahren hat Oberstabsfeldwebel Dorn immer an und mit der Transall gearbeitet. Seine Erfahrungen möchte er jetzt, sechs Jahre vor seiner Pension, einbringen und weitergeben.

Werdegang von Oberstabsfeldwebel Dorn

Dorns dienstlicher Werdegang führte ihn von Wunstorf und Köln über Hohn bis nach Évreux und immer begleitete ihn ein Flugzeug, was es dort hinschafft, wo normale Flugzeuge nicht hinkommen. Er wagt das Abenteuer nicht zuletzt wegen der guten Erinnerungen an seine Transall-Zeit. „Meine Aufgaben an der C-130J werden ähnlich sein; sie wird auch taktische Einsätze fliegen, interessante Einsätze – vielleicht so etwas, wie die damalige Hilfe in Osttimor nach dem Referendum 1999. Wir flogen unter der Leitung der UN Lebensmittel auf die kleine Insel.“

Dorn ist mit der Transall schon viele Hilfseinsätze geflogen, wie 1999 in Osttimor. „Wir haben die roten Kreuze damals per Hand auf den Rumpf der ‚Alten Lady‘ gemalt“, erzählt er. Über 20 Jahre ist das her, als Oberstabsfeldwebel Dorn und sein damaliges Team vom australischen Darwin aus Hilfsgüter auf die kleine Insel Osttimor brachten. Mit dem Multitalent „Transall“ kein Problem.

* Name von der Redaktion geändert

Airbus Hubschrauber H125 kommt auf volle Leistung

Airbus Helicopters hat für seinen leistungsverstärkten Hubschrauber H125 die Zulassung von der EASA erhalten. Die einmotorige H125 mit zehn Prozent mehr Leistung war letztes Jahr auf der Heli-Expo angekündigt worden. Soviel soll das Triebwerk von Safran, Arriel 2D, an Reserven bereithalten.

Die maximale Startmasse des Hubschraubers ändert sich nicht. Jedoch hat sich die Hubleistung für einen Großteil des Flugbereichs der H125 verbessert, und das um bis zu 140 kg. Gleichzeitig hat sich die maximale Hoverleisung auf eine größere Höhe verbessert. Laut Airbus Helicopterst stieg die Hovergrenze OGE mit Maximum Take-off Weight um über 1.500 ft (auf 12.600 ft).

Softwareupdate als Retrofit

Die Verbesserung ist ein Beispiel für die Politik der kontinuierlichen Verbesserung von Produkten von Airbus. Die stärkere H125 soll standardmäßig ab September 2021 ohne Preiserhöhung geliefert werden. Da die Modifikation ein Softwareupdate ist, dass es auch als Retrofit für ältere Modelle geben wird, werden keine neuen Teile benötigt. Das VEMD Softwareupdate von Thales kann in-shop aufgespielt werden. Für die bereits betriebenen H125 in der Europäischen Union soll es die Retrofits schon ab April 2021 geben. Laut Hersteller sind weltweit über 4.000 Hubschrauber der H125 in Betrieb, mit 52 Prozent Marktanteil allein in den letzten Zehn Jahren.

Marine: Seefernaufklärer beim letzten Flug am Horn von Afrika

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Als 2008 der erste maritime Einsatzverband der Europäischen Union als EUNAVFOR aufgestellt wurde, beteiligte sich Deutschland direkt an der Mission. Zunächst entsendete die Bundeswehr Schiffe und Seefernaufklärer ans Horn von Afrika. Seit 2017 wurde ausschließlich auf die Fähigkeiten der Seefernaufklärer des Typs P-3C Orion zurückgegriffen.

Die permanente Stationierung von Kräften der Bundeswehr am Horn von Afrika begann 2002 mit der Beteiligung im Kampf gegen den Terror im Rahmen der Operation Enduring Freedom. Zunächst entsendete die Bundeswehr Schiffe und Seefernaufklärer an das Horn von Afrika. Im Laufe der Jahre wurde diese Beteiligung immer wieder an die Bedrohungslage durch Piraterie angepasst. Seit 2008 beteiligt sich die Deutsche Marine auch an der EU-Operation Atalanta. Nun verlassen die deutschen Soldatinnen und Soldaten Dschibuti.

Seeaufklärung per Schiff und Flugzeug

Im Laufe der Jahre wurde gemeinsam mit den internationalen Partnern viel erreicht. Die Beteiligung an Atalanta begann mit der Fregatte „Karlsruhe“ und endete nunmehr mit dem 32. Deutschen Einsatzkontingent.

Als erstes Schiff entsandte die Bundeswehr die Fregatte „Karlsruhe“ im Dezember 2008. In den Jahren 2011, 2014 und 2016 übernahm Deutschland jeweils für vier Monate die Führung des maritimen Einsatzverbandes am Horn von Afrika. Insgesamt steuerte die Deutsche Marine 34 Mal Schiffe und Boote als operativen Beitrag zu Atalanta bei. Die Fregatte „Bayern“ war das letzte Schiff der Deutschen Marine, das mit der Führung des EU-Marineverbandes betraut war. Nachdem die Fregatte „Bayern“ im Jahre 2016 den Einsatz Atalanta beendete hatte, wurde kein deutsches Schiff mehr ans Horn von Afrika verlegt, um gegen Piraterie vorzugehen.

P-3C Orion: Flüge in Zwischenmonsunzeiten

In den vergangenen Jahren wurde der Seefernaufklärer P-3C Orion insgesamt 22 Mal in Dschibuti stationiert. Zum Beginn der Operation Atalanta wurde „Jester“ – so lautete das Rufzeichen der P-3C am Horn von Afrika – bis zu einem Jahr durchgängig in Dschibuti stationiert. Im Zuge der Weiterentwicklung des deutschen Beitrages wurden daraus drei Monatstörns in den Zwischenmonsunzeiten. Der Grund dafür: In den Monsunphasen lassen die Wetterbedingungen Piratenangriffe, bei denen in der Regel schnelle und kleine Holzboote genutzt wurden, kaum zu. Hohe Wellen und starker Wind machen in diesen Zeiten einen Angriff kaum möglich.

In der gesamten Zeit des Einsatzes wurden über 8.000 Flugstunden für EUNAVFOR durch die Besatzungen des Seefernaufklärers geleistet. Insgesamt führten die Frauen und Männer der Marineflieger aus Nordholz über 1.000 Einsatzflüge für die Operation der Europäischen Union durch. Neben den Schiffen und Flugzeugen wurde auch eine Taucherdruckkammer eingesetzt, diese dient der Behandlung von Taucherunfällen. Seit 2002 wurde sie den verbündeten Streitkräften durchgehend zur Verfügung gestellt.

Transporte für das WFP

Durch die Einheiten der EU-Operation wurden bis Anfang April 2021 insgesamt 258 Transporte des World Food Programme (WFP) sowie 561 Transporte der Afrikanischen Union in Somalia (AMISOM) geschützt. Darüber hinaus wurden 876 Transporte des WFP überwacht. Am 16. April 2021 endete schließlich die Stationierung von deutschen Soldatinnen und Soldaten in Dschibuti. Nach dem Einholen der Bundesdienstflagge am Hangar auf der Base Aérienne, dem Abstützflugplatz des P-3C Detachments, löste der letzte Kontingentführer, Fregattenkapitän Michael Langhof, das 32. und vorerst letzte deutsche Einsatzkontingent am Horn von Afrika auf.

„Es ist geplant, dass sich die Deutsche Marine weiterhin an EUNAVFOR beteiligt, seit diesem Jahr mit dem Schwerpunkt Verbesserung der maritimen Sicherheit. Mit unserem dauerhaften Engagement haben wir einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Unterdrückung der Piraterie in dieser Region geleistet. Wir können daher mit gutem Gewissen die permanente Stationierung hier vor Ort beenden“, zieht Fregattenkapitän Langhof nach der Flaggenparade ein äußerst zufriedenstellendes Fazit.

Wizz Air fliegt nach Banja Luka ab Dortmund

Wizz Air fliegt ab dem 03. Juni immer donnerstags und sonntags von Dortmund in die zweitgrößte Stadt Bosnien und Herzegowinas: Banja Luka. Damit baut die ungarische Airline ihr Angebot in das Land deutlich aus. Bereits im Februar hat sie angekündigt, die Hauptstadt Sarajevo dreimal wöchentlich von Dortmund aus anzufliegen. Die drittgrößte Stadt Tuzla ist bereits ein seit Jahren etabliertes Ziel ab Dortmund. Dank der neuen Verbindung nach Banja Luka können Passagiere nun auch den Nordwesten des Landes direkt erreichen.

Wizz Air erreicht 47 verschiedene Destinationen von Dortmund aus

Neben Burgas, Mallorca und Sarajevo ist Banja Luka das vierte Ziel, dass Wizz Air während des Sommers ab Dortmund neu einführt. Insgesamt steuert die ungarische Airline 47 verschiedene Destinationen von Dortmund aus an.

„Selbstverständlich reagiert die Fluggesellschaft auf das aktuelle Infektionsgeschehen und die Reisebestimmungen, wodurch derzeit noch nicht alle Ziele angeflogen werden können“, weiß Guido Miletic, Leiter Airport Services und Marketing am Dortmund Airport. „Nichts desto trotz zeigt auch diese Streckeneinführung wieder, dass Wizz Air am Standort Dortmund nicht nur festhält, sondern diesen weiter stärkt. Wir freuen uns deshalb sehr auf die Zeit, in der der Erfolg der Impfungen voll durchschlägt und Reisebeschränkungen verantwortungsvoll gelockert werden können. Dann sind wir für alle Dortmunderinnen und Dortmunder da und können ihnen ein sehr vielfältiges und attraktives Flugangebot bieten“, so Miletic weiter.