Weltraum-Ausstellung “Outer Space” in Bonn mit Mondstaub und Raumfahrzeugen

Was haben die Rocky Horror Picture Show, Alexander Gerst, der Kometenlander Philae und das Schwarze Loch gemeinsam? Sie alle sind Teil der interdisziplinären Weltraum-Ausstellung "Outer Space" in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn.

"Wir freuen uns sehr, als wissenschaftlicher Partner die Ausstellung Outer Space von der Idee bis zur Umsetzung mit unserer Expertise begleitet und mit konkreten Themen und Exponaten unterstützt zu haben", erklärt Sabine Hoffmann, Leiterin der DLR-Kommunikation, anlässlich der Eröffnung.

Internationale Exponate von Raumkapsel bis Mondstaub

"Wissenschaft und Kunst eint der Mut, neue Wege zu beschreiten, auch gegen Widerstände. Beide besitzen kommunikativen Charakter, beide erweitern in kreativen Prozessen unseren Horizont. Ich danke insbesondere den Kuratoren Stephan Andreae und Claudia Dichter, die sich für unser Thema so sehr ins Zeug gelegt haben."

Outer Space zeigt über 300 Exponate aus Deutschland, Europa und den USA – denn seit Menschengedenken ist der Weltraum Sehnsuchtsort und Projektionsfläche. Philosophen und Naturwissenschaftler, Literaten, Filmemacher, bildende Künstler und Visionäre haben sich damit beschäftigt. Erstmals außerhalb der USA ist zum Beispiel die Liberty-Bell-Raumkapsel: 1961 landete dieses Raumschiff nach einem kurzen Raumflug im Atlantik und wurde 38 Jahre später aus 6.000 Metern Tiefe geborgen. Das höchste Exponat ist das zwölf Meter hohe Modell einer Ariane-Rakete. Das kleinste Ausstellungsstück ist wohl eine Prise Mondstaub vom DLR. Zu den teuersten Exponaten zählt Peter Paul Rubens‘ "Erschaffung der Milchstraße" aus dem Prado in Madrid.

Ab Dezember 2014 kommt dann noch die Bundes-Biene dazu – eine in Harz eingefasste Biene, die der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst mit auf seine "The Blue Dot"-Mission zur ISS genommen hat. Der 38-Jährige Geophysiker, der noch bis zum 10. November auf der Internationalen Raumstation lebt und arbeitet, meldet sich auch mit einer Videobotschaft "zu Wort".

Failure Is Not An Option, und was man bei Raketen sonst noch braucht

Die umfassende Weltraum-Ausstellung verteilt sich auf zwölf ganz unterschiedlich gestaltete Themenräume: Lift-Off, Rakete, Failure Is Not An Option, Vom Runden, Licht und Schatten, Alltag, Schweben und Stürzen, Richtkräfte, Triebwerk und Tierkreis, Mediencockpit, Mauskino und Outer Space. Gezeigt werden Artefakte aus der Raumfahrt, wissenschaftliche Exponate, Science Fiction, Positionen der Kunst aus Vergangenheit und Gegenwart. Zu sehen sind für Astronauten verschiedene, doch allesamt lebenserhaltende Raumanzüge, Vom DLR für die Ausstellung beigesteuerte Stücke sind u.a.:

  • Ein Modell des Kometenlanders Philae, der nach zehn Jahren und 6,4 Milliarden Kilometern Reise an Bord der Raumsonde Rosetta den Kometen Churyumov-Gerasimenko untersuchen soll; Philae soll am 12. November 2014 nach zehnjähriger Reise und mehr als 6,4 Milliarden Kilometern den Kometen erreichen, dort landen und mit insgesamt 21 Instrumenten den Kometen untersuchen – ein Einblick in die Ursprünge unseres Sonnensystems.
  • MIRKA (MIkro RückehrKApsel), die erste komplett in Deutschland entwickelte Wiedereintrittskapsel.
  • Ein Modell des Sojus-Raumschiffs, mit dem der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst am 28. Mai 2014 zur Internationalen Raumstation geflogen ist.
  • Die EXPRESS-Kapsel, das Original einer Wiedereintrittskapsel, die 35 Sekunden nach ihrem Start verloren ging, weil es bei der Trägerrakete einen Defekt gab. Die Kapsel galt zunächst als verschollen, konnte dann aber von zwei DLR-Mitarbeitern in einem Dorf in Ghana geborgen werden. Die Daten des Bordcomputers konnten noch ausgewertet werden und lieferten wertvolle Erkenntnisse über Telekommandosysteme und faserkeramische Rückkehrtechnologien von Raumfahrzeugen.
  • Eine Prise echten Mondstaub aus der sowjetischen Luna-24-Mission, die heute im Bestand des DLR ist. Die Zusammensetzung ähnelt irdischem Basalt.
  • Ein Modell des vom DLR entwickelten Spaceliners: eines einer Rakete ähnlichen Hyperschallflugzeugs, das 50 Passagiere oder auch Güter zum Beispiel in 90 Minuten von London nach Sydney transportieren soll.

Die Ausstellung "Outer Space" in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und ist vom 03. Oktober 2014 bis zum 22. Februar 2015 zu sehen.