PFT-Pilotanlage zur Grundwasserreinigung am Flughafen Düsseldorf zeigt Wirkung

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Die Ende November am Flughafen Düsseldorf installierte Pilotanlage zur Sanierung des mit der Stoffgruppe Perfluorierte Tenside (PFT) belasteten Grundwassers arbeitet einwandfrei und liefert bisher sehr gute Resultate. Die Ergebnisse der nun beendeten ersten Testphase zeigen, dass das Grundwasser nahezu vollständig von den enthaltenen PFT gereinigt wird, teilte der Flughafen mit. In einem zweiten Schritt soll nun höher belastetes Grundwasser der Filteranlage zugeführt werden. Gleichzeitig beginnt der Flughafen in den nächsten Wochen damit, das ehemalige Feuerlöschbecken zurückzubauen.

Untersuchungen des städtischen Umweltamtes hatten eine PFT-Belastung des Grundwassers in den Stadtteilen Lohausen und Kaiserswerth ergeben. Einige der Bereiche mit höheren PFT-Konzentrationen liegen auf dem Flughafengelände, welches als einer der Verursacher der Verunreinigungen gilt. Nach Bekanntwerden der PFT-Vorkommen hatte der Flughafen bereits seit 2007 in enger Abstimmung mit der Umweltbehörde Maßnahmen ergriffen, um neue PFT-Einträge ins Erdreich beziehungsweise ins Grundwasser zu unterbinden.

"Mit diesen sehr erfreulichen Zwischenergebnissen sind wir unserem obersten Ziel, die Auswaschung von PFT in die Nachbarschaft weitgehend zu unterbinden, ein großes Stück näher gekommen", betont Flughafengeschäftsführer Thomas Schnalke. "Außerdem liegen wir voll im Zeitplan und sind zuversichtlich, die drei geplanten Großanlagen Anfang 2015 in Betrieb nehmen zu können."

Drei Stufen zur Grundwasserreinigung von PFT

Die Pilotanlage ist eine weitere Maßnahme des Flughafens, um die PFT-Verunreinigungen auf dem Betriebsgelände zu reduzieren. Im Dezember hatte der Flughafen seine Sanierungspläne im Rahmen einer Informationsveranstaltung den Bürgern in Kaiserswerth vorgestellt. Ziel des auf sechs Monate ausgelegten Probebetriebs ist es, die bestmögliche Konfiguration der Filteranlage herauszufinden, um das Grundwasser effizient und möglichst umfassend von den PFT reinigen zu können.

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Dabei durchläuft das belastete Grundwasser zunächst einen Kiesbett-Filter, der Eisen und andere Störstoffe ausfällt. Ionenaustausch-Harze reinigen das Wasser bereits im zweiten Schritt vollständig von den lang- und kurzkettigen PFT. Die nachgelagerten Aktivkohle-Filter sorgen für weitere Sicherheit.

Während der Pilotphase bereitet der Flughafen zeitgleich den Einsatz von drei Großanlagen zur Grundwasserreinigung vor. Diese sollen in der zweiten Jahreshälfte 2014 an den Standorten Feuerwache Nord, Altes Löschbecken und Südbahn installiert werden und in Summe 38.500 Liter Grundwasser pro Stunde säubern. Anfang 2015 sollen die Anlagen ihren Betrieb aufnehmen.

Löschschaum der Flughafenfeuerwehr PFT-haltig

Die erhöhten PFT-Konzentrationen an einigen Stellen des Flughafengeländes sind auf die für den Flughafenbetrieb zwingend notwendige Anwendung von zugelassenen Löschmitteln zurückzuführen. Die Verunreinigung stammt aus einer Zeit, als die Flughafenfeuerwehr zur Erfüllung ihres Rettungsauftrages bei Löschübungen noch PFT-haltiges Feuerlöschmittel verwendete. Die verwendeten Schäume waren marktübliche Produkte, die von den Behörden zugelassen waren und von allen Feuerwehren vor allem zur Bekämpfung von Flüssigkeitsbränden, wie etwa von Kerosin, verwendet wurden.

Die negativen Eigenschaften von PFT waren damals noch nicht bekannt. Direkt nachdem die möglichen negativen Eigenschaften von PFT öffentlich wurden, entschied die Flughafenfeuerwehr 2007, derartige Produkte nicht mehr einzusetzen. Seitdem werden für den Ernstfall nur noch stark PFT-reduzierte Löschmittel vorgehalten. Übungen mit Löschschäumen finden seit 2007 ebenfalls nicht mehr statt.

PFT-Belastungen weit verbreitet – Rückbau des Löschbeckens

Darüber hinaus hat der Airport das ehemalige, seit 2007 nicht mehr genutzte Feuerlöschübungsbecken im Mai 2011 durch ein neues Funktionstestbecken ersetzt, das insbesondere unter Umwelt- und Sicherheitsaspekten dem neuesten Stand der Technik entspricht. Das alte Übungsbecken wurde gesichert. Regenwasser wird hier regelmäßig abgesaugt und fachmännisch entsorgt, so dass keine PFT-Stoffe ins Erdreich ausgewaschen werden können. Mit dem Rückbau des Beckens wird nun begonnen.

Erstmals wurde das industriell hergestellte PFT in den 1970er Jahren in der Umwelt festgestellt. Mittlerweile sind PFT-Belastungen in Gewässern und Böden ein weitverbreitetes Phänomen. Erhöhte PFT-Konzentrationen kommen an sehr vielen Stellen innerhalb der industrialisierten Welt vor. PFT werden etwa von der Kleidungs-, Agro-, Pharma- und Chemieindustrie produziert, verkauft und eingesetzt. Nahezu alle kommunalen und Betriebs-Feuerwehren nutzten in der Vergangenheit PFT-haltige Löschmittel.