Sicherheit im wachsenden Luftverkehr: Einheitliches Grundsatzpapier SSP

Sicherheit hat sowohl in der kommerziellen als auch der allgemeinen Luftfahrt immer höchste Priorität. Über die vergangenen Jahrzehnte hat der Flugverkehr deutlich zugenommen, das Sicherheitsniveau ist jedoch auf konstant hohem Niveau geblieben. Damit das angesichts eines für die kommenden Jahre prognostizierten Verkehrsanstieges auch so bleibt, müssen bereits heute entsprechende Vorkehrungen getroffen werden. Allein im österreichischen Luftraum bewegen sich bereits jetzt täglich bis zu 4.000 Flugzeuge, in Europa sind es knapp 30.000 pro Tag, dazu kommen je nach Saison und Wetterverhältnissen noch eine Vielzahl von Flugsportlern wie Segelflieger und Para- oder Hängegleiter.

Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) in Österreich hat daher gemeinsam mit den involvierten Luftfahrtbehörden Austro Control, dem Aeroclub und der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes nach den Grundsätzen der ICAO (Internationale Zivilluftfahrtorganisation) und EASA (European Aviation Safety Agency) ein "State Safety Programme (SSP)" für die Luftfahrt erarbeitet.

Maßnahmen zur Sicherheit übersichtlich in einem Dokument

Das Programm beschreibt, erstmals in einem Dokument zusammengefasst, das regulatorische Umfeld sowie die Aktivitäten und Rollenverteilung in der Sicherheitsaufsicht über die Zivilluftfahrt in Österreich und besteht im Wesentlichen aus vier Bereichen: Sicherheitspolitik und Ziele, Sicherheits- und Risikomanagement, Gewährleistung der Sicherheit sowie Förderung der Sicherheit.

Ziel ist die nachhaltige Entwicklung und Umsetzung von Strategien bzw. Prozessen, die sicherstellen, dass alle Aktivitäten der Luftfahrt im Zuständigkeitsbereich der Republik Österreich die hohen Sicherheitsanforderungen erfüllen. Die Umsetzung des Programmes soll durch die Verwendung von festgelegten Sicherheitsindikatoren und Sicherheitszielen in regelmäßigen Abständen überprüft werden.

Mit dem "State Safety Policy Statement", einem wesentlichen Bestandteil des "State Safety Programmes", bekennt sich die Republik Österreich dazu, der Luftfahrtsicherheit höchste Priorität einzuräumen. Die Unterzeichnung des "State Safety Policy Statement" durch Bundesministerin Doris Bures dokumentiert das Engagement der höchsten politischen Ebene in diesem Bereich.

Förderung einer offenen Meldekultur von Störungen

Zu den Kernvorgaben des "State Safety Programmes" gehören die Überwachung der Umsetzung von Safety Management Systemen innerhalb von Luftfahrtorganisationen genauso wie die Sicherstellung ausreichender Ressourcen und entsprechend kompetenter Mitarbeiter. Zu den wesentlichen Aspekten dieses Programmes zählt insbesondere auch die Förderung einer offenen Meldekultur. Meldungen über Ereignisse und Störungen in der Zivilluftfahrt und deren Auswertung tragen erheblich dazu bei, die Sicherheit der Zivilluftfahrt zu heben.

Mit dem "State Safety Programme" ist gewährleistet, dass das Sicherheitsniveau in der österreichischen Luftfahrt nicht nur konstant hoch bleibt, sondern auch kontinuierlich und nachhaltig verbessert wird.