Assessment-Flüge zur Sondierung der Lage

Um sich ein Bild über die derzeitigen Lebensumstände der Bevölkerung verschaffen zu können und um für schnelle Hilfe zu sorgen, fliegen führende Mitglieder der Hilfsorganisationen Humedica und World Concern, mit dem Heli Aviation Hubschrauber "German Help Three", direkt in die Krisengebiete. Die Dringlichkeit und der Sicherheitsaspekt sowie die Anwesenheit des Direktors für Gesundheit und Hygiene der Provinz Garissa, machen den Einsatz eines Hubschraubers für dieses Vorhaben dringend notwendig.

Nairobi Donnerstagmorgen, "German Help Three" startet in Richtung Garissa. An Bord befinden sich der Ost-Afrika Beauftragte und zwei Landesdirektoren von Humedica sowie der Landesdirektor von World Concern, führende Mitglieder der Hilfsorganisationen vor Ort. Das Ziel ist ein Treffen mit dem Direktor für Gesundheit und Hygiene der Regierung Kenias in der Provinzhauptstadt Garissa. Nach vielversprechenden Gesprächen überprüft die Delegation der Hilfsorganisationen auch die Verfügbarkeit von medizinischer Betreuung und Medikamenten im städtischen Krankenhaus, dies ist von größter Wichtigkeit um die weiteren Abläufe bevorstehender Hilfseinsätze planen zu können.

Späterer Rückflug – zur Sicherheit

Um den Einsatz des nächsten Tages noch vorzubereiten, startet die Crew der Heli Aviation am frühen Abend zum Heimflug nach Nairobi. Mit an Bord befindet sich nur die Abordnung Humedicas welche sich, nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen, für den späten Rückflug entschieden hat. Der kenianische Direktor von World Concern bleibt und übernachtet in Garissa.

Bereits am frühen Morgen hebt "German Help Three" zu weiteren Assessment-Flügen ab. Heute sind der Humedica Direktor für Ost-Afrika und eine Landesdirektorin für Kenia die vorläufigen Passagiere, der World Concern Landesdirektor und der Direktor für Gesundheit und Hygiene der Landesregierung steigen erst beim Tankstopp in Garissa zu. Direkt nach der Betankung startet der Heli Aviation Hubschrauber zum Einsatz in den entlegenen Nord-Westen der Provinz Garissa.

Aufbau von Gesundheitszentren für Bevölkerung der Umgebung

Die Tagesziele sind Assessment-Flüge in drei Dörfer die als Standorte für Medical Referrel Center dienen sollen. World Concern möchte dort, mit der Unterstützung von Humedica und Heli Aviation, lokale Gesundheitszentren aufbauen, welche den Menschen in den umliegenden Gebieten schnelle medizinische Versorgung sowie Notfalltransporte in die weit entfernten Krankenhäuser Garissas und Nairobis ermöglich sollen.

Zunächst landet der Heli Aviation Hubschrauber in den Dörfern Mbalam Bala und Benane, sie sollen Schlüsselpositionen im gesamten World Concern Projekt einnehmen und werden überwiegend von Jugendlichen bewohnt. Da die Siedlungen über keine Anbauflächen mehr verfügen und die Tierherden der Bewohner durch die Dürre stark dezimiert wurde, ist die Versorgungslage in den Dörfern sehr angespannt.

In einer besonders dramatischen Lage befinden sich die Bewohner des dritten und letzten Dorfs der heutigen Tagesziele. Hier wird besonders deutlich, welche Auswirkungen die anhaltende Dürre auf die überwiegend nomadisch lebenden Bewohner des Nord-Ostens Kenias hat. Um den Tierbestand vor dem Verenden zu bewahren, sind die Männer gezwungen mit ihren Herden weiterzuziehen um bessere Weidegründe zu finden. Derweil müssen ihre Frauen und Kinder, vor gewalttätigen Übergriffen ungeschützt, in provisorischen Zeltsiedlungen zurück bleiben.

Landwege für Versorgung ungeeignet – Alle Vorteile eines Helikopters nutzbar

Die Versorgung solcher Lager ist auf dem Landwege nicht gewährleistet! Die fehlenden Straßen und die Tatsache, dass Unterkünfte dieser Art nicht auf Landkarten verzeichnet sind, macht es den Hilfsorganisationen nahezu unmöglich sie vom Boden aus zu entdecken und für eine Verbesserung der Lebenssituation vor Ort zu sorgen. Alle Vorteile die Hubschrauber zur Identifizierung solcher Unterkünfte und Versorgung der dort lebenden Bevölkerung darstellen, können hier besonders effektiv genutzt werden. In der Luft können große Landstriche überblickt und weite Distanzen schnell und sicher überwunden werden, die mit Landfahrzeugen enorm zeitaufwändig oder vollkommen unpassierbar sind. Beinahe tägliche Anschläge erschweren die Arbeit der Hilfsorganisationen zusätzlich, die Helfer vor Ort versuchen aufgrund dessen Reisen auf dem Landweg zu vermeiden.

In zahlreichen Gesprächen mit den Hilfsorganisationen hat sich herauskristallisiert, dass Helfer in Kenia auch noch mit einem zusätzlichen Problem zu kämpfen haben, Bedürftige rechtzeitig zu erreichen. Heli Aviation arbeitet zusammen mit den Hilfsorganisationen daran, diese Versorgungslücken zu schließen. Hilfe soll effektiv, schnell und sicher diejenigen erreichen, die sie dringend benötigen. Mit seiner Aussage unterstreicht der Landesdirektor von World Concern in Kenia diese Ansicht: "Der gemeinsame Einsatz mit Heli Aviation ist ein großer Schritt für die Arbeit von World Concern in dieser Region" – und damit für die Menschen, die hier leben. Nach Angaben von Humedica Mitarbeitern hätte diese zweitägige Mission auf dem Landweg beinahe zwei Wochen gedauert.

Zwischen Dürre-Not und unpassierbaren Wegen bei Regen

Aller Wahrscheinlichkeit nach hätte man wegen der starken Regenfälle unpassierbares Gelände vorgefunden oder aufgrund der sehr geringe Reisegeschwindigkeit sich der Entführungsgefahr in erheblichem Maße aussetzten müssen – ja eventuell hätte man die Mission sogar komplett abgebrochen. Doch angesichts des Hubschraubereinsatzes, konnten sich die Landesdirektoren von Humedica und World Concern jedoch schnell einen Überblick über die dringend benötigte Hilfe vor Ort machen. Durch die jüngsten Anschläge auf Regierungsfahrzeuge wäre vor Kurzem noch ein Treffen, der Verantwortlichen direkt im Krisengebiet, nicht möglich gewesen. Die Anwesenheit des Direktors für Gesundheit und Hygiene der Provinz Garissa lässt hoffen, dass Hilfsorganisationen und Regierung in Zukunft noch enger zusammenarbeiten.

Das von den geplanten Einrichtungen umfasste Gebiet ist besonders schwer von der Dürre betroffen. Die erhofften Regenfälle bedeuten dort keine Verbesserung, sondern eine dramatische Verschlechterung der Lebenssituation. Schwerer Niederschlag auf dem Weg zum ersten Tagesziel verdeutlicht dies noch einmal und unterstreicht die Notwendigkeit von Hubschraubereinsätzen um effektiv, schnell und sicher helfen zu können.

Anhaltender Hunger und Durst sowie unzureichende hygienischen Umstände schwächen die Bewohner Nord-Ost Kenias sehr und machen diese besonders anfällig für Krankheiten jeglicher Art. Die beginnende Regenzeit und das damit verbundene stark vermehrte Aufkommen von Insekten, Bakterien und Tierkadavern, erhöhen zudem die Infektionsgefahr um ein Vielfaches. Die geschwächten Organismen der Menschen können selbst einfachen Grippeerregern kaum noch Widerstand leisten. Diese akut lebensbedrohliche Situation wird wegen unpassierbaren oder fehlenden Sandpisten oftmals zum Todesurteil für viele, die die Dürre überlebt haben.

In Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen vor Ort soll der Heli Aviation Hubschrauber "German Help Three" den Menschen Hoffnung geben und auch in den abgelegenen Gebieten für effektive, schnelle und sichere Hilfe aus der Luft sorgen, so wie seine Vorgänger bereits bei zahlreichen Hilfseinsätzen in Haiti.