Weltraum-Unternehmen PTS startet Spacelab am Flughafen Rostock-Laage

Flughafen Rostock-Laage, Luftbild
Flughafen Rostock-Laage, Luftbild (Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH)
Geschätzte Lesedauer: 2 Minuten

Der Flughafen Rostock-Laage geht den nächsten Schritt in Richtung Weiterentwicklung zum Spaceport, zum Weltraumbahnhof: Dafür startet jetzt das Spacelab am Flughafen Rostock-Laage. Als erste Maßnahme wird das bislang in Berlin beheimatete Unternehmen PTS (Planetary Transportation Systems), das unter anderem einen externen Entwicklungsauftrag für die neue europäische Ariane-6-Rakete hält, in den kommenden Tagen mit einem festen Team dauerhaft an dem Hansestadt-Airport arbeiten.

Am Flughafen wird ein innovatives Spacelab aufgebaut, in dem Unternehmen wie PTS zum Beispiel Mondfahrzeuge, Raumschiffe und Technologien für das Weltall testen und vorbereiten können. Die Forschungseinrichtung soll auch weiteren Unternehmen offenstehen und somit noch mehr Forscher an den Flughafen Rostock-Laage ziehen. In naher Zukunft sind auch Tests mit Drohnen geplant – etwa zu Aspekten der Schwerelosigkeit.

In den kommenden zwölf Monaten wird zum Ausbau des Spaceports eine Vielzahl weiterer hochqualifizierter wissenschaftlicher Arbeitsplätze für Forscher und Ingenieure allein beim Unternehmen PTS entstehen. Unter der neuen privaten Führung durch die Zeitfracht Gruppe war der Ausbau des Flughafengeländes auch zu einer Spacetec-Forschungseinrichtung ein zentrales Element in der Zukunftsstrategie für den teils privat, teils militärisch genutzten Flughafen.

Testumgebung der PTS für die eigenen Mondrover-Entwicklungen

Die geplante ausgedehnte Testumgebung der PTS für die eigenen Mondrover-Entwicklungen entsteht im Norden Deutschlands mit dem höchsten Anspruch an Professionalität und Authentizität der Herausforderungen des Weltall. Mondrover sind Fahrzeuge, mit denen automatisiert Material auf der Mondoberfläche transportieren werden kann, erste funktionstüchtige Mondrover hatte PTS bereits vor Jahren entwickelt. Die Fahrzeuge sind ein wichtiges Element bei der weiteren Forschung und natürlich auch bei der Vorbereitung einer möglichen Besiedelung des Erdtrabanten. Auch diese Testumgebung wird externen Unternehmen zur Verfügung stehen. Die perfekte Logistikanbindung über die Luft, die See und über Land macht diese Mondlandschaft auch für internationale Forschungseinrichtungen äußerst attraktiv.

- Anzeige -

Auch wird das Unternehmen die Endfertigung der Satelliten- und Weltraumkomponenten in Rostock ansiedeln. Dazu sind noch Einrichtungen in Planung, die einfache Tests in Microgravity, der stark verringerten Schwerkraft, ermöglichen. Plan ist, Rostock-Laage als marktführenden Spaceport und ersten Anlaufpunkt für kommerzielle und nationale Weltraumforschung auch über Deutschland hinaus zu positionieren.

Neuer Geschäftsbereich IoT Logistics

Mit einem weiteren, erdgebundenen Geschäftsfeld wird das Forschungsunternehmen PTS am Flughafen Rostock-Laage als wichtigem Drehkreuz im Herzen Europas ebenfalls präsent sein: Mit dem neuen Geschäftsbereich IoT Logistics, der ein Container-Monitoring-System mit dem Namen CLAM entwickelt hat. Es ermöglicht neben der ständigen Standortbestimmung auch die komplette Überwachung eines Frachtcontainers bis hin zu den einzelnen Stückgütern im Container. Das CLAM-System wird in Rostock weiterentwickelt, die Wissenschaftler forschen hier auch weiter an Logistiklösungen aus den Bereichen IoT, Robotik, künstlicher Intelligenz und Big Data.

Flughafen-Geschäftsführerin Maren Wolters: „Für die Menschen ist ein Flughafen meist eine Station auf ihrer Reise. In Rostock-Laage haben wir aber die einzigartige Möglichkeit, vielen Menschen eine berufliche Heimat zu geben. Wir freuen uns auf die Bereicherung durch viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die bald hier an unserem Flughafen intensiv und kreativ an unser aller Zukunft arbeiten.“

André Radloff, Geschäftsführer von PTS: „Für uns ist der Aufbau des Spaceport Rostock Laage eine einzigartige Gelegenheit mit viel Potenzial für die Zukunft. Wir werden auch sehr von der Nähe zu den renommierten Universitäten Rostock und Greifswald profitieren. Motivierte Studenten und Absolventen haben bei uns die Möglichkeit, praxisrelevante Herausforderungen gemeinsam mit erfahrenen Wissenschaftlern und Ingenieuren anzugehen.“