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Lufthansa steigert Konzernergebnis im Quartal

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Die Lufthansa Gruppe berichtet für das erste Quartal 2015 eine positive Geschäftsentwicklung. Bei einem um knapp acht Prozent höheren Umsatz stiegen EBIT und Adjusted EBIT jeweils um 73 Mio. Euro. Beide Kennzahlen lagen damit um 30 Prozent höher als im Vorjahr. Der Konzern schloss das erste Quartal mit einem Adjusted EBIT von -167 Mio. Euro ab (Vorjahr: -240 Mio. Euro). Deutlich stärker als das Adjusted EBIT stieg im Berichtszeitraum das Konzernergebnis.

Simone Menne, Vorstand Finanzen und Aviation Services der Deutschen Lufthansa AG, sagt: „Alle operativen Geschäftsfelder konnten ihre Ergebnisse im ersten Quartal steigern. Vor allem SWISS und Lufthansa Cargo haben besser abgeschnitten als im Vorjahr. Aber auch die Lufthansa Passage zeigt eine positive Entwicklung, obwohl sie von Streiks und anderen Einmaleffekten stärker als im Vorjahr belastet wurde“.

Mit einem Plus von 677 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal erreichte die Lufthansa Gruppe ein Konzernergebnis von 425 Mio. Euro. Zu dieser Entwicklung trug wesentlich ein außerordentlicher Effekt aus dem vorzeitigen Umtausch der JetBlue-Wandelanleihe bei. Allein diese Transaktion verbesserte das Finanzergebnis eigenkapitalneutral um 503 Mio. Euro.

Eingetrübt wurde das Ergebnis einmal mehr durch die Folgen der Streiks, zu denen die Vereinigung Cockpit die Piloten von Lufthansa Passage, Lufthansa Cargo und Germanwings an insgesamt sechs Tagen zwischen Januar und März 2015 aufgerufen hatte. Die streikbedingten Flugausfälle führten zu einer Ergebnisbelastung von 42 Mio. Euro. Durch streikbedingt schwächere Vorausbuchungen in den Folgequartalen rechnet Lufthansa im zweiten Quartal mit einer weiteren Ergebnisbelastung in Höhe von 58 Mio. Euro.

Die angesichts hoher Investitionssummen wichtigen Mittelzuflüsse entwickelten sich im Berichtszeitraum positiv. Der operative Cashflow stieg auf 1.394 Mio. Euro (Vorjahr: 855 Mio. Euro), der Free CashFlow verbesserte sich auf 532 Mio. Euro (Vorjahr: 195 Mio. Euro).

Der Rechnungszins für die Bewertung der Pensionsverpflichtungen ging in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres weiter zurück, in Deutschland von 2,6 Prozent auf nun 1,7 Prozent. Damit erhöhten sich die Pensionslasten rechnerisch um 3,4 Mrd. Euro. Dem stand ein Zuwachs des Pensionsvermögens von rund 500 Millionen Euroo gegenüber. Die Eigenkapitalquote sank um 5,7 Prozentpunkte auf nun 7,5 Prozent.

„Diese Entwicklung zeigt erneut, wie volatil die Kennzahl ‚Eigenkapitalquote‘ mit der Einführung des neuen IFRS-Rechnungslegungsstandards geworden ist. Mit dieser Situation sind wir nicht allein. Andere Konzerne haben aber bereits den notwendigen Strukturwandel von einer deckungsorientierten hin zu einer beitragsorientierten Pensionszusage geschaffen. Hier brauchen wir dringender denn je nachhaltig finanzierbare Lösungen an Stelle veralteter Strukturen. Dies können wir nur gemeinsam mit unseren Tarifpartnern erreichen“, so Simone Menne.

Die betrieblichen Kosten und Erlöse zeigten starke Schwankungen im Vergleich zum Vorjahresquartal. Ausschlaggebend hierfür waren der deutlich geringere Ölpreis, der weiterhin schwache Euroo und die niedrigen Zinsen. Die Treibstoffkosten waren um 209 Mio. Euro geringer als im Vorjahresquartal, während der Aufwand für Gebühren trotz einer geringeren Anzahl von Flügen und Passagieren um knapp sieben Prozent zunahm. Der schwache Euroo und der gestiegene Pensionsaufwand führten zu einem Anstieg der Personalkosten um ebenfalls knapp sieben Prozent.

Den Zwischenbericht für die ersten drei Monate des Geschäftsjahres fasst Simone Menne zusammen: „Wir sehen positive Entwicklungen beim Ergebnis und im Cashflow. Das zeigt: Wir sind auf dem richtigen Kurs. Gleichzeitig sehen wir unverändert großen Handlungsdruck. Die enormen Pensionslasten drücken erheblich auf unser Eigenkapital. Und die fortgesetzte Steigerung von Gebühren können wir ebenso wenig hinnehmen wie die Entwicklung unserer Stückkosten. Hier bedarf es weiterhin großer Anstrengungen, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit aller Geschäftsfelder der Lufthansa Gruppe zu stärken.“

Lufthansa Konzern Januar bis März Veränderung
2015 2014
Umsatzerlöse Mio. € 6.973 6.462 +7,9%
davon Verkehrserlöse Mio. € 5.419 5.161 +5,0%
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit Mio. € -133 -209 +36,4%
Konzernergebnis Mio. € 425 -252
EBIT Mio. € -144 -217 +33,6%
Adjusted EBIT Mio. € -167 -240 +30,4%
Adjusted EBIT Marge In % -2,4% -3,7% +1,3%
Investitionen Mio. € 815 859 -5,1%
Operativer Cashflow Mio. € 1.394 855 +63,0%
Mitarbeiter zum 31.03.2015. 118.569 118.712 -143
Ergebnis pro Aktie 0,92 -0,55 +1,47

Europe Airpost startet Wien-Verbindung nach Bordeaux und Toulouse

Die französische Fluglinie Europe Airpost verbindet ab sofort Wien mit den französischen Städten Bordeaux und Toulouse. Eröffnet wurden die neuen Flugverbindungen im Rahmen eines Pressefrühstücks und Ribbon Cuttings mit Jean-François Dominiak, CEO Europe Airpost und Mag. Julian Jäger, Vorstand der Flughafen Wien AG ein.

„Wir freuen uns über dieses neue Destinationsangebot ab Wien. Mit diesen neuen Flugverbindungen sind zwei touristisch sehr interessante Regionen direkt und bequem erreichbar. Das schafft auch gutes Potenzial für den Tourismusstandort Österreich.“, freut sich Mag. Julian Jäger, Vorstand der Flughafen Wien AG.

„Ich freue mich, heute die neue Verbindung zwischen Wien, Bordeaux und Toulouse eröffnen zu dürfen. Damit fördert Europe Airpost die Tourismusregionen dieser Städte und stärkt auch die Verbindung zwischen Österreich und Frankreich. So wie unsere Kunden werden auch Reisende aus Wien unsere Pünktlichkeit, unsere Servicequalität und unsere attraktiven Preise zu schätzen wissen.“, sagt Jean-Francois Dominiak, General Manager Europe Airpost.

Europe Airpost fliegt seit 01. Mai 2015 zweimal die Woche jeden Montag und Freitag nach Bordeaux und Toulouse. Der Flug von Bordeaux nach Wien startet um 07:30 Uhr und landet um 09:45 Uhr in Wien, der Rückflug nach Bordeaux startet um 16:35 Uhr und landet um 18:50 Uhr. Der Flug nach Toulouse startet um 10:40 Uhr in Wien und landet um 12:50 Uhr, der Rückflug hebt um 13:35 Uhr in Toulouse ab und landet um 15:45 Uhr in Wien. Durchgeführt werden die Flüge jeweils mit einer Boeing 737-300 mit einer Kapazität von 147 Sitzplätzen.

Europe Airpost feiert 2015 ihr 15jähriges Bestandsjubiläum. Die Fluglinie mit rund 500 Angestellten betreibt eine Flotte von 18 Boeing 737 und transportiert jährlich rund 764.000 Passagiere. Europe Airpost hat einen der höchsten Service-Standards am Markt. Die Fluglinie erfüllt 100 Prozent ihrer Flüge und weist zudem eine Pünktlichkeitsrate von 93,7 Prozent aus (innerhalb der 15 Minuten Regelung).

Zwei neue Destinationen ab Wien: Bordeaux und Toulouse Bordeaux ist das politische und wirtschaftliche Zentrum des französischen Südwestens und wurde zur „European Best Destination 2015“ gewählt. Die aus dem 18. Jahrhundert stammende Architektur gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Weltweit bekannt ist Bordeaux vor allem für seine Weinkultur und zählt daher zu einer der beliebtesten Destinationen für Gourmet-Liebhaber.

Toulouse ist die Hauptstadt der Region Midi-Pyrénées und die viertgrößte Stadt Frankreichs und bietet mit ihrer langen Geschichte und zahlreichen architektonischen Highlights aus dem Mittelalter und dem unvergleichlichen „art de vivre“ die perfekte Destination für einen Städtetrip.

Baukräne behindern Anflüge aus City-Richtung am Hamburg Airport

Die Arbeiten für das neue Luftfrachtzentrum am Weg beim Jäger gehen zügig voran. Für den nächsten wichtigen Bauabschnitt müssen im Baustellenbereich hohe Kräne aufgestellt werden. Aus Gründen der Flugsicherheit gibt es deshalb in den kommenden Wochen keine Anflüge aus Richtung Innenstadt auf den Airport (Landebahn 33). Der Abflug in Richtung City ist vorübergehend für große Flugzeugtypen nicht möglich. Die Einschränkung dauert bis zum 12. Juli, 22:00 Uhr.

„Die Auswirkungen der Sperrung werden sehr gering sein“, sagt der Leiter des Zentralbereichs Umwelt, Axel Schmidt. Anflüge über die Innenstadt sind verhältnismäßig selten. Im vergangenen Jahr waren es durchschnittlich etwa vier Prozent aller Landungen pro Woche. Bei den Starts sind die gängigen Flugzeugtypen wie Airbus A319 oder A320 nicht betroffen. Lediglich größere Maschinen wie zum Beispiel die Boeing 777, die seltener Hamburg anfliegen, müssten auf andere Richtungen ausweichen. „Hintergrund ist, dass die Startbahn 15 in Richtung Innenstadt wegen der Baukräne von normalerweise 3.666 Meter auf etwa 2.800 Meter verkürzt werden muss“, so Axel Schmidt.

TUI lässt erste Boeing 737-800 ab Saarbrücken nach Mallorca fliegen

Europas größter Reisekonzern TUI ist wieder am Saar-Airport präsent. Eine Boeing 737-800 startete am vergangenen Sonntag von ihrer neuen Heimatbase Richtung Palma del Mallorca.

Die Passagiere des voll besetzten Urlaubsfliegers wurden von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer mit einem kleinen Präsent verabschiedet. Die Boeing 737-800 ist jetzt am Flughafen Saarbrücken stationiert.

Mit acht Urlaubsdestinationen, die von TUIfly vom SCN aus angeflogen werden, konnte das Ferienprogramm im Sommer 2015 deutlich erweitert werden. Die TUIfly bedient künftig von Saarbrücken aus einmal wöchentlich die beliebten Inseln Gran Canaria und Fuerteventura sowie Kos, Kreta und Rhodos in der griechischen Ägäis. Daneben wird TUIfly sechs Mal pro Woche nach Mallorca und vier Mal nach Antalya fliegen. Ganz neu aufgenommen in das Programm wurde noch kurzfristig Ankara als Zielflughafen.

Auch Linienverbindungen aufgestockt

Flughafen-Geschäftsführer Thomas Schuck: „Das gesteigerte Angebot der Urlaubsdestinationen durch den TUI-Konzern trägt in hervorragender Weise dazu bei, dass der Flughafen Saarbrücken im Gefüge der bundesdeutschen Regionalflughäfen einen sicheren Platz einnimmt. Von Bedeutung für die positive Gesamtentwicklung ist ebenso, dass die Linienflüge nach Berlin und Hamburg aufgestockt wurden“. Schuck geht von etwa einer halben Millionen Passagiere in diesem Jahr aus, also gut 100.000 mehr als 2014.

Das freut auch Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer. „Dieser Tag stimmt uns optimistisch, ebenso wie die deutlich erkennbare wirtschaftliche Konsolidierung des Flughafens.“ Die Rückkehr von TUIfly „ist der beste Beweis, dass der Flughafen Saarbrücken bei Europas größtem Touristikunternehmen großes Vertrauen genießt“, betonte Kramp-Karrenbauer beim feierlichen Jungfernflug am Sonntag. Für die Zukunft bedeute dies zudem ein Stück zusätzlicher Sicherheit und eine erfreuliche Aufwärtsentwicklung. Die Ministerpräsidentin wörtlich: „Der Flughafen ist ein unverzichtbarer Bestandteil für einen attraktiven Wirtschaftsstandort Saarland“.

SCN mit Potenzial für Ferienangebote

Neben der Stationierung der Boeing am SCN unterstreicht TUI die Bedeutung des Saarairports auch durch die Neueröffnung des eigenen Reisebüros im Terminal. Urlaubssuchende erwartet hier qualifiziertes Personal und umfassende Beratung – und das auch sonntags.

„Der Flughafen Saarbrücken bietet uns mit seinem hohen Einzugsbereich in der Region sowie nach Frankreich und Luxemburg eine sehr gute Basis für unsere Ferienangebote“, betont Jan Hillrichs, Leiter Unternehmenskommunikation TUIfly. „Das gab den Ausschlag dafür, eine eigene Maschine zu stationieren. Die aktuellen ordentlichen Buchungszahlen haben das bestätigt.“

Eine besondere Geste des Flughafens: Aus der Hand von TUI-Maskottchen Trolli Trollbert erhielten die Fluggäste eine mallorquinische Gewürzmischung samt Rezept, sozusagen zur Einstimmung auf ihre schönste Zeit des Jahres und als Erinnerung beim Kochen nach der Rückkehr.

Flugschüler stürzt mit UL auf Flugzeughalle

Am Unfalltag trafen sich Flugschüler und Fluglehrerin zunächst am Flugplatz Neustadt-Glewe. Geplant war ein Navigationsübungsflug eines Flugschülers mit einer Zwischenlandung auf dem Flugplatz Müritz Airpark, den der Flugschüler allein durchführen sollte.

Identifikation

  • Art des Ereignisses: Unfall
  • Datum: 08. April 2013
  • Ort: Flugplatz Neustadt-Glewe
  • Luftfahrzeug: Ultraleichtflugzeug
  • Hersteller / Muster: Comco Ikarus / C42
  • Personenschaden: eine Person tödlich verletzt
  • Sachschaden: Luftfahrzeug zerstört
  • Drittschaden: Gebäudeschaden, in der Flugzeughalle abgestellte Ultraleichtflugzeuge

Sachverhalt

Ereignisse und Flugverlauf

Die Fluglehrerin überwachte die Flugvorbereitung und stellte einen schriftlichen Flugauftrag aus für die Strecke Neustadt-Glewe zum Flugplatz Müritz Airpark und für den Rückflug Müritz Airpark nach Neustadt-Glewe. Um 10:28 Uhr erfolgte der Start des Ultraleichtflugzeuges (UL) unter Aufsicht der Fluglehrerin. Um 12:20 Uhr landete das UL auf dem Flugplatz Müritz Airpark. Der Wiederstart erfolgte um 11:43 Uhr. Nach Aussagen des Flugleiters am Mürtiz Airpark waren Landung und Start ohne Auffälligkeiten verlaufen.

Auf dem Rückflug meldete sich der Flugschüler nach Aussage des Flugleiters ca. fünf Minuten vor der Landung am Flugplatz Neustadt-Glewe über Funk. Nach Aussage der Fluglehrerin setzte das UL um 12:21 Uhr am Anfang der Piste 09 auf und sprang danach wenige Zentimeter wieder in die Luft. Anschließend sei das UL in eine Linkskurve mit geringer Schräglage und einem geringen Steigwinkel geraten. Nach einer Richtungsänderung von nahezu 180° Grad sei das UL über die linke Tragfläche aus ca. 20 m Höhe abgekippt und in eine Flugzeughalle gestürzt. Der Flugschüler wurde tödlich verletzt und das Ultraleichtflugzeug zerstört.

Angaben zu Personen

Der 62-jährige Pilot war seit 30.10.2011 in der Ausbildung zum Luftsportgeräteführer für dreiachsgesteuerte UL. Die theoretische Prüfung zum Luftfahrerschein für Ultraleichtflugzeugführer hatte er am 15.01.2012 bestanden. Seine Gesamtflugerfahrung betrug 79 Stunden. Auf dem betroffenen Muster hatte er 293 Landungen absolviert. In den letzten 90 Tagen war er 08:33 Stunden geflogen und hatte 19 Landungen durchgeführt.

Das Tauglichkeitszeugnis Klasse 2 war bis 12.10.2013 gültig. Der Flugschüler hatte einen Ausbildungsnachweis zum Erwerb des Luftfahrerscheins für Luftsportgeräte mitgeführt. Dieser diente gleichzeitig als Flugbuch zum Nachweis der Ausbildungsflüge. Darin befanden sich Eintragungen in der Zeit vom 23.01.2012 bis 06.04.2013.

Im Ausbildungsnachweis waren nicht die benötigten Angaben und Unterschriften für die Erteilung von Flügen außerhalb der Sichtweite des Fluglehrers dokumentiert.

Angaben zum Luftfahrzeug

Das Muster C 42 ist ein doppelsitziges, aerodynamisch gesteuertes Ultraleichtflugzeug mit festem Bugradfahrwerk. Der Schulterdecker verfügt über eine geschlossene Kabine und nebeneinander angeordnete Sitze.

  • Hersteller: Comco Ikarus GmbH
  • Muster: C 42
  • Werknummer: 0202-6416
  • Baujahr: 2002
  • MTOW: 472,5 kg
  • Gesamtflugzeit: 1.598 Stunden
  • Triebwerk: Rotax 912 UL
  • Werknummer: 4407691
  • Betriebszeit: 1.066 Stunden
  • Rettungssystem: Magnum HSSP 450Speed

Die letzte Jahresnachprüfung fand am 16.06.2012 statt. Die letzte Wägung erfolgte am 31.05.2011, die Leermasse betrug 288 kg. Die letzte 100-Stunden-Kontrolle wurde am 05.03.2013 durchgeführt, danach wurden ca. zehn Stunden mit dem UL geflogen. Die Wartung wurde vom Halter durchgeführt. Die Dokumentation der durchgeführten Wartungen war unvollständig.

Meteorologische Informationen

Zum Unfallzeitpunkt herrschten Sichtflugwetterbedingungen.

Funkverkehr

Es bestand Sprechfunkverbindung zwischen der Luftaufsicht in Neustadt-Glewe und dem Ultraleichtflugzeug. Der Sprechfunkverkehr wurde nicht aufgezeichnet.

Angaben zum Flugplatz

Der Verkehrslandeplatz Neustadt-Glewe verfügt über zwei Graspisten: 09/27 mit einer Länge von 1.200 m und 18/36 mit einer Länge von 900 m. Die Platzhöhe beträgt 115 ft AMSL. Der Flugplatz liegt südöstlich der Ortschaft Neustadt-Glewe.

Unfallstelle und Feststellungen am Luftfahrzeug

Die Unfallstelle befand sich auf dem Flugplatz Neustadt-Glewe 175 m nördlich der Piste 09 in einer Flugzeughalle. Das UL steckte nahezu senkrecht in einem 3,50 m x 3,70 m großen Loch in der östlichen Flugzeughallendecke. Der Rumpf war ca. 30° in Rückenlage gekippt. Die Tragflächen lagen auf dem Hallendach auf, der Rumpf bis zum Leitwerksträger befand sich im Innenraum der Flugzeughalle.

Motor und Brandschott waren aus dem Rumpf gerissen. Bruchstücke des Propellers lagen sowohl in der Halle als auch außerhalb. Das linke Fahrwerksbein und beide Seitentüren lagen unterhalb des Wracks auf einer zweit Meter mal zwei Meter großen Fläche verteilt.

Die Tragflächen waren durch die Steuerstangen mit dem Rumpf verbunden und lagen auf dem Hallendach. Die linke Tragfläche war im Bereich der Landeklappe und dem Querruder durchtrennt. An der rechten Tragfläche waren mehrere Rippen und der Randbogen zerstört. An der Unterseite der rechten Tragfläche befanden sich Farbantragungen eines Trägers der Flugzeughalle.

Die Flügelvorderkante wies keine Aufprallspuren auf. Der Klappenhebel befand sich in der dritten Raste. Die Rumpfschalenverkleidung war mehrfach aufgerissen. Das Seiten- und das Höhenleitwerk waren nahezu unbeschädigt. Die Steuerung war bis zu den Bruchstellen funktionsfähig. Es wurden keine technischen Defekte festgestellt.

Durch das UL und Trümmerteile der Halle wurden zwei in der Flughalle abgestellte Ultraleichtflugzeuge schwer beschädigt.

Bei der Bergung des Piloten wurden von den Rettungskräften die Anschnallgurte durchgetrennt. Das Rettungsgerät hatte ausgelöst. Der Raketenmotor war an einen Hallenträger geprallt und gestoppt worden. Der Fallschirm wurde nicht herausgezogen. Die Halterung des Raketenmotors war verdreht und zeigte seitlich zur Rumpfröhre. Im Bereich des Kennzeichens an der Rumpfröhre befanden sich Schmauchspuren. Das Foto zeit die Unfallstelle mit Blickrichtung Westen.

Brand

Es entstand kein Brand.

Abschluss der Untersuchungen

Die Untersuchung wurde in Übereinstimmung mit dem Gesetz über die Untersuchung von Unfällen und Störungen beim Betrieb ziviler Luftfahrzeuge (Flugunfall-Untersuchungs-Gesetz – FlUUG) vom 26. August 1998 durchgeführt. Danach ist das alleinige Ziel der Untersuchung die Verhütung künftiger Unfälle und Störungen. Die Untersuchung dient nicht der Feststellung des Verschuldens, der Haftung oder von Ansprüchen.

Der Untersuchungsbericht wurde gemäß § 18 FlUUG summarisch abgeschlossen, d.h. ausschließlich mit Darstellung der Fakten.

Alle angegebenen Zeiten, soweit nicht anders bezeichnet, entsprechen Ortszeit.

Foto und Quelle: BFU.

TUIfly fliegt Vollcharter ab Wien zu griechischen Inseln

Seit gestern fliegt TUIfly erstmals ab Österreich im Vollcharter. Sechs Mal pro Woche steuert die Fluglinie nun ab Wien die griechischen Inseln Rhodos, Kos, Kreta und Korfu an.

Der Erstflug wurde heute von Lisa Weddig, Leitung Flug & Yield Management TUI Österreich und Mag. (FH) Carolin Drott, Aviation Marketing der Flughafen Wien AG, begrüßt. Eingesetzt wird der Maschinentyp Boeing 737-800 mit 189 Sitzplätzen (im Bild: der Haribo Goldbären-Flieger). Durchgeführt werden die Flugverbindungen im Zeitraum 04. Mai bis 05. Oktober 2015. Jeden Montag und Mittwoch geht es von Wien nach Kos, Dienstag nach Korfu, Donnerstag und Sonntag nach Rhodos und Samstag nach Kreta. In der Vor- und Nachsaison wird es auch Flüge von Graz nach Kos geben.

„Das ist ein großartiger Tag für uns. Dass wir nun auch die österreichischen Gäste mit der konzerneigenen Fluglinie in den Urlaub fliegen, ist ein weiterer wichtiger Schritt im Sinne der Customer Journey. Mit dem Ziel Griechenland haben wir für die erste Saison auch genau auf die Trenddestination des Sommers gesetzt“, sagt Dirk Lukas, CEO TUI Austria Holding anlässlich des Erstflugs am Montag in Wien.

„Wir freuen uns, dass mit diesen neuen Verbindungen das Angebot an Urlaubsdestinationen am Flughafen Wien noch breiter wird. Gerade die Mittelmeer-Regionen sind für österreichische Passagiere beliebte Reiseziele.“, freut sich Mag. Julian Jäger, Vorstand der Flughafen Wien AG.

TraVis-Lärmkartierung für Region um Flughafen Hamburg

TraVis, das neuartige Informationsportal, liefert ab sofort auch für den Flughafen Hamburg zuverlässige Fluglärmdaten. In einer Karten- als auch in Satellitenansicht zeigt die Software sowohl aktuelle als auch ältere Flugspuren von An- und Abflügen.

Darüber hinaus sind die Lärmdaten aller flughafeneigenen Messstellen jederzeit übersichtlich abrufbar. Das Besondere: Mit dem neuen Tool können die Lärmdaten sogar für einen selbst gewählten Standort quasi über dem eigenen Haus bestimmt werden. Anrainer und Interessierte können das eine Info-Seite hier oder das TraVis-Portal direkt hier aufrufen.

Umweltdaten und Daten einzelner Flugzeuge

„Wir haben uns schon immer um größtmögliche Transparenz bemüht – jetzt sind wir noch transparenter“, sagen Sarah Herkle und Wolfgang Schümann vom Zentralbereich Umwelt des Hamburger Flughafens. Der Zentralbereich Umwelt hat in Zusammenarbeit mit dem verantwortlichen Software-Anbieter und der Deutschen Flugsicherung DFS die Voraussetzungen geschaffen, damit das Informationstool TraVis (TRAck VISualisation) an den Start gehen konnte. In einigen anderen Städten ist TraVis auch bereits im Einsatz, so in Düsseldorf, Köln/Bonn oder München.

Beim Klick auf die Messstation oder auch den selbst festgelegten Punkt werden neben den Lärmdaten auch Wetterdaten wie Temperatur, Wind und Niederschlag angezeigt. Als ergänzende Informationen gibt es außerdem zu allen Flugbewegungen Flugplandaten, Steig- und Sinkprofile der Flugzeuge sowie Distanzanzeigen zum eigenen Standort. Ferner können für die einzelnen Lärmmessstellen ständig die aktuellen Pegel-Diagramme abgerufen werden.

Aus Flugsicherheitsgründen erscheinen die aktuellen Daten mit einer zehnminütigen Verzögerung. Im „Archivmodus“ sind die Daten bis zwei Monate zurück zu verfolgen. Zur standortgenauen Lärmanzeige kann auf der Seite die gewünschte Adresse eingegeben oder ein Haussymbol aus der Kopfzeile an die gewünschte Stelle gezogen werden. Die Messstationen sind als farbige Punkte angezeigt.

Lärmanzeige mit Farbschema

Bei einem Geräuschpegel unterhalb der individuellen, dem Umgebungsgeräusch angepassten Start- und Stoppschwelle wird der Messpunkt grün angezeigt, bei einem höheren Schallpegel färbt sich der Punkt gelb. Sobald der Pegel als Fluglärmereignis erkannt wird oder wenn ein Pegel von 90 dB(A) überschritten wird, färbt sich der Messpunkt rot. Ein grauer Messpunkt zeigt an, dass er zum Beispiel bei Gewitter oder starken Windböen ausgefallen ist.

Begeistert von dem neuen Informationsangebot zeigt sich Michael Eggenschwiler, Vorsitzender der Geschäftsführung von Hamburg Airport: „Ich bin dem Leiter unseres Bereichs Umwelt, Axel Schmidt, und seinem Team sehr dankbar, dass sie hier im Interesse vor allem unserer Nachbarn noch mehr Transparenz ermöglichen – ganz gleich, ob es einen aktuellen ‚Fall‘ oder auch ein zurückliegendes Ereignis betrifft. Jeder, ob Nachbar oder auch sonst interessiert, kann hier objektive Messdaten abrufen.“

Hamburg Airport betreibt in Stadtteilen und Gemeinden ringsum, die von Fluglärm betroffen sind 13 feste und drei mobile Messstellen. Die mobilen Anlagen machen eine flexible Ausweitung der Überwachung möglich. Die Standorte werden jeweils mit den Verantwortlichen in den Nachbargemeinden und den Betroffenen ausgewählt. „Durch TraVis erhoffen wir uns nun auch eine Entlastung bei den mobilen Lärmmessungen“, erläutert Wolfgang Schümann.

SunExpress fliegt mehr Mittelmeer-Ziele ab Hannover an

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Premiere für neue Verbindung nach Griechenland: Mit dem Flug XG2095 hat SunExpress am Morgen ihre Verbindung zwischen Hannover und Rhodos eröffnet. Ab sofort geht es einmal wöchentlich (Dienstag) nonstop von Hannover zu der viertgrößten Insel Griechenlands.

Und auch die Verbindung nach Heraklion hatte kürzlich ihren Startschuss: Seit 03. Mai 2015 verbindet SunExpress die niedersächsische Landeshauptstadt dreimal wöchentlich (Montag, Mittwoch, Sonntag) mit der Insel Kreta.

Darüber hinaus wird das Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa und Turkish Airlines, die eine Boeing 737 fest am Hannover Airport stationiert hat, Hannover in der Sommersaison mit 14 attraktiven Destinationen verbinden – ein Rekord! Schwerpunktregion ist Antalya an der Türkischen Riviera mit zwei täglichen Nonstop-Flügen ab „HAJ“. Hinzu kommen Flüge nach Ankara, Adana und Kayseri in Kappadokien. Gestärkt wird zugleich auch die Strecke nach Izmir, dem SunExpress Drehkreuz an der türkischen Ägäis-Küste, die in der Hochsaison täglich bedient wird.

Zum Ferienort Bodrum an der Südküste der Türkei werden die Kapazitäten verdoppelt. Und von Mitte Juli bis Mitte September 2015 nimmt SunExpress darüber hinaus einen wöchentlichen Flug zu den türkischen Städten Elazig, Samsun und Gaziantep auf. Ein komplett neues Ziel ist das türkische Sanliurfa, das einmal pro Woche ab Hannover angeflogen wird. Die Kanareninsel Fuerteventura wird zweimal und Hurghada am Roten Meer wöchentlich bedient.

Ab Herbst wird die SunExpress den Hannover Airport mit den Vereinigten Arabischen Emiraten verbinden. Einmal wöchentlich geht es dann ins rund 6.000 Kilometer entfernte Ras al Khaimah.

Austrian Airlines drückt negatives EBIT im ersten Quartal

Auch im winterbedingt traditionell schwierigen 1. Quartal lassen sich weitere kleine Fortschritte im Gesundungsprozess der Austrian Airlines in den Finanzzahlen ablesen. Zwar drücken die Krisen im Nahen Osten, Russland und der Ukraine deutlich auf Umsatz und Erlöse, doch konnte der österreichische Flag-Carrier sein Ergebnis um eine Million Euro gegenüber dem Vorjahr leicht verbessen. Austrian Airlines schloss damit das erste Quartal 2015 mit einem negativen EBIT von -53 Mio. Euro ab (Q1 2014: -54 Mio. Euro).

Austrian CFO Heinz Lachinger: „Das erste Quartal ist in unseren Breitengraden traditionell schwierig. Deshalb haben wir uns im Winter 2014/15 darauf konzentriert, weitere Kosteneffekte zu heben. Das ist uns durch ein verbessertes Wartungskonzept gelungen. Im kommenden Winter wollen wir mit einem saisonal besser abgestimmten Flugprogramm – Stichwort Mauritius, Colombo und Miami als neue touristische Langstreckendestinationen – weitere Effekte auf der Erlösseite erzielen.“

Der Umsatz von Austrian Airlines lag von Januar bis Ende März 2015 mit 390 Mio. Euro um -3,3 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Die Erlösqualität konnte allerdings deutlich verbessert werden, sodass die Gesamterlöse trotz gesunkener Passagierzahlen und Angebotsreduktion um 1,0 Prozent auf 427 Mio. Euro gesteigert werden konnten. Die Gesamtaufwendungen sind um 0,7 Prozent von 476 auf 480 Mio. Euro gestiegen. Grund hierfür sind erhöhte Wartungskosten, da die großen technischen Checks vermehrt in den Winter verlegt wurden. Das EBIT betrug im 1. Quartal -53 Mio. Euro und lag damit um eine Mio. Euro oder zwei Prozent über dem Vorjahr.

EBIT als neue Ergebniskennzahl im Lufthansa Konzern Mit 2015 stellt die gesamte Lufthansa Group das EBIT (earnings before interest and taxes bzw. Gewinn vor Zinsen und Steuern) und „Adjusted EBIT“ als neue Ergebniskennzahlen im Konzern vor. Das „Adjusted EBIT“ ergibt sich aus dem EBIT, bereinigt um Abgangsbuchgewinne und -verluste, außerplanmäßige Zu- und Abschreibungen sowie Pensions-Sondereffekte.

Umflottungsprojekt von Fokker auf Embraer

Der Austrian Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 19. März 2015 grünes Licht zur Umflottung der Fokker-Flugzeuge durch Embraer Mittelstreckenjets gegeben, welche derzeit bei Lufthansa CityLine im Einsatz sind. Die Umflottung soll zum Jahreswechsel starten und Ende 2017 abgeschlossen sein. Das Projekt zur Modernisierung der Mittelstreckenflotte ist bereits gestartet.

Bezüglich der Flotte ist auch die geplante Stationierung von zwei Airbus A320 der Eurowings in Wien zu erwähnen. Planungsstand ist, dass diese ab Herbst 2015 von Austrian Crews bereedert werden und Direktverbindungen in Europa anbieten.

In den ersten drei Monaten des Jahres 2015 beförderte Austrian Airlines zwei Mio. Passagiere. Das sind 11,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Das Angebot wurde bewusst um 6,9 Prozent zurückgenommen, um yield-verbessernde Effekte zu erzielen. Die ausgelasteten Passagierkilometer verminderten sich in Konsequenz um 8,3 Prozent, die Auslastung der Flüge ging um 1,2 Prozentpunkte auf 73,1 Prozent zurück.

Pünktlichkeit weiter Spitze

Austrian Airlines hat im ersten Quartal 2015 mit 74 in Betrieb befindlichen Flugzeugen 27.507 Flüge absolviert. Das sind umgerechnet rund 305,6 Flüge am Tag. Die Regelmäßigkeit hat 99,2 Prozent betragen, die Abflugspünktlichkeit lag bei 91,1 Prozent. Damit zählt die österreichische Fluglinie weiterhin zu den pünktlichsten Airlines der Welt.

Austrian Airlines erwartet 2015 weitere ergebnisverbessernde Effekte aus dem erfolgreich laufenden Restrukturierungsprogramm. Der Personalstand der Austrian Airlines Group lag zum Stichtag 31. März 2015 bei 6.021 Mitarbeitern (31.12.2014: 6.067 Mitarbeiter).

„Wir möchten uns nach den sehr harten Jahren mit Fokus auf Restrukturierung wieder etwas stärker um unsere Kunden und die Weiterentwicklung unseres Geschäfts kümmern“, so Austrian Airlines CEO Jaan Albrecht. Für das Geschäftsjahr 2015 erwartet Austrian Airlines trotz einer nach wie vor schwierigen Wettbewerbssituation eine Steigerung des EBIT. 2014 hatte Austrian ein „Adjusted EBIT“ von +9 Mio. Euro erzielt (Ausgewiesenes Operatives Ergebnis +10 Mio. Euro).

Die wichtigsten Austrian Airlines-Zahlen im Überblick

Q1 2015 Q1 2014 Veränderung
Umsatz in Mio. Euro 390 403 -3,2%
Gesamterlöse in Mio. € 427 422 +1,0%
Aufwendungen in Mio. € 480 476 +0,7%
EBIT in Mio. € -53 -54 +2%
Fluggäste Tsd. 1.977 2.243 -11,9%
Angebotene Sitzkilometer (ASK) 4.548 4.883 -6,9%
Auslastung (Passagierfaktor) in Prozent 73,1 74,3 -1,2pp
Anzahl Flüge 27.507 29.404 -6,5%
Flottengröße (operativ eingesetzte Flugzeuge) 74 74 0
Regelmäßigkeit 99,2% 99,3% -0,1pp
Pünktlichkeit bei Abflug 91,1% 92,3% -1,2pp
Pünktlichkeit bei Ankunft 89,6% 90,8% -1,2pp
Mitarbeiter (Köpfe) 6.021 6.310 -4,6%

Ultraleichtflugzeug prallte nach Start in Bad Saulgau auf

Am Unfalltag kam der Flugzeugführer zum Flugplatz Bad Saulgau, auf dem sein Ultraleichtflugzeug (UL) untergestellt war. Er hatte einen Überlandflug zum Flugplatz Bad Waldsee geplant.

Untersuchungsbericht

Identifikation

  • Art des Ereignisses: Unfall
  • Datum: 05. Mai 2013
  • Ort: Flugplatz Bad Saulgau
  • Luftfahrzeug: Ultraleichtflugzeug
  • Hersteller / Muster: Flight Design / CT2K
  • Personenschaden: Pilot tödlich verletzt
  • Sachschaden: Ultraleichtflugzeug zerstört
  • Drittschaden: Flurschaden

Sachverhalt

Ereignisse und weiterer Flugverlauf

Nach Aussage des Flugleiters erfolgte der Start um 15:22 Uhr. Zuvor hatte er dem Piloten eine Startinformation gegeben und ihn auf einen Seitenwind von sieben Knoten aus 45 Grad von rechts kommend hingewiesen. Der Start erfolgte auf der Piste 30.

Mehrere Zeugen sahen, wie das UL beim Start und bereits während des Rollens nach links zum Bahnrand driftete. Kurz vor dem seitlichen Verlassen der Bahn sei das UL nach ca. 150 m Rollstrecke steil hochgestiegen. Die Geschwindigkeit im Steigflug wurde als gering bezeichnet.

Anschließend folgte in ca. 20 m Höhe über Grund eine Kurve nach links, aus der das UL über die linke Tragfläche abkippte. Das UL prallte neben der Flugzeughalle auf den Rasen. Der Pilot wurde schwer verletzt und verstarb sechs Tage nach dem Unfall im Krankenhaus.

Angaben zu Personen

Der 62-jährige Luftfahrzeugführer war seit 2011 im Besitz eines Luftfahrerscheins für Luftsportgeräteführer für aerodynamisch gesteuerte Ultraleichtflugzeuge mit der Berechtigung für Passagierflüge. Die Lizenz war bis 06.07.2016 gültig. Weiter war er im Besitz einer Lizenz für Privatpiloten (PPL (A)) nach den Regelungen JAR-FCL deutsch, erstmalig ausgestellt am 03.01.2001.

Als Berechtigungen waren SEP (einmotorige Landflugzeuge) und TMG (Reisemotorsegler) eingetragen. Das medizinische Tauglichkeitszeugnis Klasse 2 war bis April 2014 gültig. Seine Gesamtflugerfahrung betrug 237 Stunden. Auf dem betroffenen Muster hatte er 42 Stunden mit 156 Landungen absolviert.

Angaben zum Luftfahrzeug

Das Ultraleichtflugzeug Flight Design CT2K ist ein dreiachsgesteuerter abgestrebter Hochdecker in Composite-Bauweise.

  • Hersteller: Flight Design GmbH
  • Muster: CT2K
  • Werknummer: 98-04-05-32
  • Baujahr: 1998
  • MTOM: 450 kg
  • Betriebsstunden: 1 103 Stunden
  • Triebwerk: Rotax 912 ULS
  • Rettungsgerät: BRS

Das Ultraleichtflugzeug war in Deutschland zum Verkehr zugelassen. Die letzte Jahresnachprüfung fand am 05.10.2012 statt, danach wurde das UL 3:06 Stunden geflogen. Das Leergewicht betrug 304,8 kg laut Gewichts- und Ausrüstungsverzeichnis vom 18.03.2011.

Meteorologische Informationen

Nach Aussagen des Flugleiters herrschten Sichtflugwetterbedingungen. Der Wind wehte aus 090° mit neun Knoten.

Funkverkehr

Es bestand Sprechfunkverbindung zwischen der Flugleitung und dem Piloten. Der Funkverkehr wurde nicht aufgezeichnet.

Angaben zum Flugplatz

Der Sonderlandeplatz Bad Saulgau (EDTU) verfügt über eine 450 Meter lange und 15 Meter breite Asphaltbahn mit der Ausrichtung 12/30. Der Flugplatz liegt in einer Höhe von 1.907 ft AMSL. Zur Unfallzeit war die Piste 30 in Betrieb.

Flugdatenaufzeichnung

Das Ultraleichtflugzeug war mit einem Flydat für die Triebwerksüberwachung sowie mit tragbaren GPS-Geräten ausgestattet. Die Daten standen der BFU zur Verfügung.

Unfallstelle und Feststellungen am Luftfahrzeug

Die Unfallstelle befand sich auf dem Flugplatz Bad Saulgau. Das Wrack lag 411 Meter nordwestlich der Schwelle 30 und ca. 90 Meter links der Asphaltpiste auf einer Grasfläche. Das Foto (BFU) zeigt die Unfallstelle. Das UL war nahezu senkrecht auf den Boden geprallt. Spuren der ersten Bodenberührung befanden sich 13 Meter nördlich des Wracks. In diesem Bereich lagen die abgetrennte linke Tragfläche, Bruchstücke des Propellers, Teile der Motorverkleidung und der Cockpitverglasung sowie die linke Tür. Auf dem Boden verlief eine ca. 12 Meter lange geradlinige Rutschstrecke, auf der weitere kleinere Teile des vorderen Rumpfteiles sowie Teile der Zuladung lagen.

Der Rumpf war im vorderen Bereich auf Höhe des Instrumentenbrettes abgebrochen. Das Bugrad lag unter dem Triebwerk. Beide Blätter des Propellers waren gebrochen. Die rechte Tragfläche war abgebrochen und hing an den Verbindungsleinen des Rettungsgerätes am Rumpf.

Beide Tragflächen waren im Nasenbereich beschädigt und hatten durchgehend verlaufende Risse über die Profiltiefe. Die hintere Sektion des Rumpfes war unbeschädigt. Aus dem Wrack wurden ca. 30 Liter Restkraftstoff geborgen. Das Rettungsgerät war nicht ausgelöst.

Brand

Im Motorraum war ein Brand entstanden, der mit Pulverlöschern gelöscht wurde.

Anschluss der Untersuchung

Die Untersuchung wurde in Übereinstimmung mit dem Gesetz über die Untersuchung von Unfällen und Störungen beim Betrieb ziviler Luftfahrzeuge (Flugunfall-Untersuchungs-Gesetz – FlUUG) vom 26. August 1998 durchgeführt. Danach ist das alleinige Ziel der Untersuchung die Verhütung künftiger Unfälle und Störungen. Die Untersuchung dient nicht der Feststellung des Verschuldens, der Haftung oder von Ansprüchen.

Der Untersuchungsbericht wurde gemäß § 18 FlUUG summarisch abgeschlossen, d.h. ausschließlich mit Darstellung der Fakten.

Alle angegebenen Zeiten, soweit nicht anders bezeichnet, entsprechen Ortszeit. Quelle: BFU.

VC erneuert Kritik bei Anhörung zum Tarifeinheitsgesetz im Bundestag

Die heute im Bundestag durchgeführte Anhörung zum Entwurf des Tarifeinheitsgesetzes machte klar, dass die Große Koalition das Streikrecht einschränken möchte, ohne dies explizit sagen zu wollen. Die Gutachter aus dem Arbeitgeberlager gaben sich größte Mühe, das eigentliche Ziel zumindest nicht explizit zu nennen. Die Vereinigung Cockpit sieht aus verfassungsrechtlicher Perspektive kein Zweifel daran, dass der Gesetzentwurf massiv in das Grundrecht der Koalitionsfreiheit eingreift und heute etablierten Gewerkschaften das Recht verwehrt, eigenständige Tarifverträge abzuschließen.

„Der Großteil der Gutachter attestierten dem Gesetz inhaltliche wie handwerkliche Mängel und eine begrenzte Wirkung. Das Gesetz ist somit nicht nur nutzlos, sondern schafft zudem zusätzliche Probleme. Die Befürworter jedoch waren sich im Ergebnis einer politisch erzwungenen Tarifeinheit einig, dass man lieber ein schlechtes Gesetz sehen möchte als keines“, so Markus Wahl, Pressesprecher der Vereinigung Cockpit.

Eine kleinere Gewerkschaft im Betrieb unterliegt zukünftig einem faktischen Streikverbot, weil Arbeitskampfmaßnahmen nach geltender Rechtsprechung ein tariflich regelbares Ziel voraussetzten. Ein Tarifvertrag einer Minderheitsgewerkschaft würde nach dem Gesetzentwurf nicht zu Anwendung kommen können – eine Arbeitskampfmaßnahme wäre dann unzulässig.

Die Vereinigung Cockpit sieht ein Gesetz zur politisch erzwungenen Tarifeinheit als Angriff auf die gewerkschaftliche Existenz. „Wir werden dies nicht hinnehmen und uns mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln politisch und rechtlich zur Wehr setzen. Im Falle einer gesetzlichen Regelung werden wir zum frühestmöglichen Zeitpunkt gegen das Gesetz Verfassungsbeschwerde einlegen“, so Wahl weiter.

Unternehmen präsentieren sich an Ausbildungsmesse am Flughafen Frankfurt

Gemeinsam mit dem Handelsunternehmen Gebr. Heinemann und der Bundesagentur für Arbeit veranstaltet die Fraport AG am Samstag, dem 09. Mai 2015, von 09:00 bis 15:00 Uhr die jährliche Airport-Ausbildungsmesse. Unter dem diesjährigen Motto „Kommen, Checken, Starten“ haben Schülerinnen und Schüler bereits zum achten Mal die Möglichkeit, sich bei Unternehmen, die am Flughafen Frankfurt ansässig sind, aus erster Hand über die angebotene Berufsausbildung zu informieren. Veranstaltungsort ist das „Fraport-Forum“ im Übergang vom Terminal 1 zum Fernbahnhof/The Squaire.

Insgesamt stellen an diesem Samstag 20 Unternehmen und Behörden mehr als 50 verschiedene Ausbildungsberufe und duale Studiengänge vor. An den Informationsständen können sich die Besucher über die unterschiedlichen Berufsbilder, Einstiegsvoraussetzungen sowie Bewerbungsverfahren der Unternehmen erkundigen. Die Messe richtet sich an Schüler und Absolventen aller Schularten.

Auf der Messe vertretene Unternehmen und Behörden

  • Bundesagentur für Arbeit
  • Bundespolizei
  • Dachser GmbH & Co. KG
  • DB Mobility Logistics AG
  • DB Schenker
  • Deutsche Lufthansa AG
  • DFS Deutsche Flugsicherung
  • DHL Global Forwarding GmbH
  • Fraport AG
  • Fraport Security Services GmbH
  • Gebr. Heinemann SE & Co. KG
  • Hauptzollamt Frankfurt
  • Hilton Frankfurt Airport
  • Kühne + Nagel (AG & Co.) KG
  • Logwin Air + Ocean Deutschland GmbH
  • Panalpina Welttransport GmbH
  • REWE Markt GmbH
  • SDV Geis GmbH
  • Sheraton Frankfurt Airport

Allein der Flughafenberteiber Fraport bildet jährlich rund 110 junge Menschen in 23 kaufmännischen und technischen Berufen sowie neun dualen Studiengängen aus. Mit der „Servicefachkraft für Dialogmarketing“ stellt die Fraport AG in diesem Jahr außerdem einen neuen Beruf am Flughafen Frankfurt vor.

In der zweijährigen Ausbildung erlernen die Nachwuchskräfte in verschiedenen Bereichen des Terminalbetriebs wie im Call-Center, am Informationsschalter, in der VIP-Betreuung sowie in der Passagierbetreuung bei dem Tochterunternehmen FraCareServices die umfassende Kunden- und Passagierbetreuung.

Lebenslauf mitbringen

Bei einigen Unternehmen kann man vor Ort den aktuellen Lebenslauf abgeben und damit schon auf der Messe den ersten Schritt in Richtung Ausbildungsplatz machen.

Rund um die Informationsstände zu zahlreichen Ausbildungsberufen erwartet die Besucherinnen und Besucher zusätzlich ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Neben Fachvorträgen der ausstellenden Unternehmen runden eine Vorführung der Zoll-Hundestaffel, Besichtigungstouren der teilnehmenden Hotels und die beliebten Vorfeld-Rundfahrten den Tag ab. Die Rundfahrten finden an diesem Tag um 10:00 Uhr und 14:00 Uhr statt (gültiger Personalausweis oder Reisepass wird benötigt).

Hannover – Hurghada zweimal pro Woche

Startschuss für neue Ägypten-Verbindung: Mit der Landung des Fluges SM493 auf dem Flughafen Hannover hat Air Cairo am gestrigen Abend ihre Verbindung zwischen Hannover und Hurghada eröffnet. Zweimal wöchentlich starten ab sofort die Flugzeuge der ägyptischen Fluglinie vom Hannover Airport in Richtung Hurghada.

Sonnenhungrige und Ägypten-Fans können jetzt regelmäßig, donnerstags und sonntags ab Hannover, auch mal nur für einen Kurztrip zwischendurch, zu den Traumurlaubsresorts und Tauchrevieren ans Rote Meer.

Air Cairo, die qualitativ hervorragende und gleichzeitig kostengünstige Tochtergesellschaft der Egypt Air wurde 2003 gegründet und befindet sich seither in Besitz von Egypt Air. Weitere Anteilseigner sind die ägyptischen Nationalbank und die Misr Bank. Schnell wachsend, mit einem geplanten Flottenwachstum durch zusätzliche Airbus 320, ist sie bereits seit langem erfolgreich zwischen dem Mittleren und Fernen Osten, Asien und Europa tätig. Nach der Ankunft auf dem Airport der niedersächsischen Landeshauptstadt wurde das Flugzeug mit der traditionellen Wassertaufe der Flughafen-Feuerwehr empfangen.

Flugdaten Hurghada und Hannover

Hurghada – Hannover

Donnerstag / Sonntag 15:00 – 20:00 Uhr

Hannover – Hurghada

Donnerstag / Sonntag 21:00 – 01:45 Uhr

Die Spot Reisen GmbH, Repräsentant der Fluggesellschaft Air Cairo in Deutschland mit Sitz in Hannover, ist das deutsche Mitglied der Internationalen SPOT Group. Sie repräsentiert Fluggesellschaften in den internationalen Luftverkehrsmärkten und fördert das Flugchartergeschäft. Durch deutschsprachige Betreuung an Bord eines jeden Flugzeuges hat sich die Spot Group schon bei vielen Reiseanbietern und auch Passagieren einen Namen gemacht.

Die enge und effektive Zusammenarbeit mit dem Flughafen Hannover ermöglicht allen Passagieren schon ab Beginn der Reise völlig stressfrei in die schönsten Wochen des Jahres zu starten.

Bahn-Streik: Anfahrt zu Flughäfen erschwert

Die Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) hat ihre Mitglieder von Dienstag, 05.05., 02:00 Uhr bis Sonntag, 10.05.2015, 09:00 Uhr zu einem Streik im Personenverkehr aufgerufen. Passagiere, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Flughäfen an- und abreisen, sollten sich für ihre Anfahrt über den jeweils aktuellen Stand informieren. Wegen des Streiks ist damit zu rechnen, dass Fluggäste verstärkt mit dem Auto anreisen. Aufgrund des zu erwartendenden erhöhten Verkehrsaufkommens, werden Passagiere deshalb dringend gebeten mehr Zeit für die Parkplatzssuche einzuplanen.

Die DB Regio AG hat für die S-Bahn Stuttgart bereits einen Streikfahrplan eingerichtet. Die S-Bahnlinien S2 und S3 werden den Flughafen während des Streiks stündlich anfahren.

Der Verkehrsbetrieb hat darüber hinaus angekündigt, vom Flughafen (Ausgang Terminal) einen Shuttle-Bus zum Messeeingang West einzurichten. Dort gibt es im Halbstunden-Takt in der Zeit von 08:40 bis 18:40 Uhr einen Buspendelverkehr (E 78) nach Degerloch zur Anbindung an die dortige Stadtbahn, um von dort über das Stadtbahnnetz und die SSB-Buslinien weiter zu kommen. Regionalbusse und Fernbuslinien, die den Flughafen regulär anfahren, verkehren nach ihren üblichen Fahrplänen.

Sinkflugprofile im Oberen Luftraum auf ausgewählten Routen prüfen

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Ein kürzlich gegründetes Konsortium aus europäischen Flugsicherungsorganisationen und Fluggesellschaften will optimierte Sinkflugprofile erarbeiten. Ziel ist es, die vertikale Flugeffizienz und die Umweltverträglichkeit zu steigern, ohne dabei Kapazitätsaspekte außer Acht zu lassen.

Nach Free-Route-Projekten und der Einführung von kontinuierlichen Sinkflugverfahren an diversen Flughäfen, steht nun der Streckenabschnitt zwischen der Reiseflughöhe im Oberen Luftraum und den Nahverkehrsbereichen der Flughäfen im Fokus.

Ausgewählte Strecken als Testumgebung

Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH, österreichische Austro Control, die französische DSNA und die Schweizer Skyguide sowie die Kontrollzentrale Maastricht (MUAC) der Europäischen Flugsicherungsorganisation EUROCONTROL wollen die optimierten Verfahren für ausgewählte Anflugrouten der Flughäfen Basel, Berlin-Tegel, Genf, München, Straßburg, Wien und Zürich entwickeln.

Mit Hilfe von Schnellzeit- und Echtzeitsimulationen sowie in zahlreichen grenzüberschreitenden Übungen sollen die Profile getestet werden. Die Simulationsergebnisse werden durch Testflüge in Zusammenarbeit mit den im Konsortium vertretenen Fluggesellschaften Air France, Deutsche Lufthansa, SWISS und deren Tochtergesellschaften (z.B. HOP!, Austrian Airlines, Germanwings) demonstriert. Außerdem werden Anflugmanagementsysteme, deren Daten von vorgelagerten Kontrollzentren abrufbar sind, im Zusammenhang mit CDO-Verfahren untersucht.

Das Konsortium unter der Leitung der DFS wird vom SESAR Joint Undertaking gefördert. Die abschließenden Projektergebnisse sollen im September 2016 vorliegen.

SESAR und XMAN-Systeme

Das Single European Sky ATM Research Programme (SESAR) ist ein von der Europäischen Kommission und EUROCONTROL ins Leben gerufenes Public-Private Partnership zur Vereinheitlichung, Harmonisierung und Synchronisierung der Dienste im Rahmen eines modernen europäischen Flugverkehrsmanagements. Das Projekt zur Optimierung von Sinkflugprofilen ist eines von zahlreichen vom SESAR Joint Undertaking mitfinanzierten Demonstrationsaktivitäten. Mit Hilfe der mehr als 30.000 bis heute durchgeführten Testflüge konnte der Nutzen der im Rahmen von SESAR entwickelten Lösungen für die tägliche Arbeit konkret und greifbar nachgewiesen werden.

Cross-Centre-Arrival-Management (XMAN) Systeme sind übergreifende Anflugmanagementsysteme. Informationen, die bisher nur den Lotsen der Anflugkontrolle zur Verfügung standen, werden damit auch den vorgelagerten Kontrollzentralen angezeigt. Die Planung wird so auf einen Radius von bis zu 200 NM erweitert. Flugzeuge können damit früher in eine optimale Anflugreihenfolge gebracht und Warteschleifen vermieden werden.

Boeing 737 im Notsinkflug: Kabinendruck-Controller

Während eines Passagierfluges einer Boeing 737 von Bergamo (Italien) nach East Midlands (Großbritannien) kam es im Steigflug auf die Reiseflughöhe im schweizerischen Luftraum zu einem Druckverlust. Die Besatzung führte einen Notsinkflug durch und landete das Flugzeug auf dem Flughafen Frankfurt-Hahn. 13 Passagiere wurden leicht verletzt.

Die Untersuchung des Ereignisses wurde von der Schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle (SUST) an die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) delegiert.

Identifikation

Art des Ereignisses: Schwere Störung

Datum: 04. April 2012

Ort: nahe Lugano (Schweiz)

Luftfahrzeug(e): Flugzeug

Hersteller / Muster: Boeing / 737-800

Personenschaden: 13 Personen leicht verletzt

Sachschaden: keiner

Drittschaden: keiner

Ereignisse und und weiterer Flugverlauf 

Das Flugzeug war um 10:56 Uhr vom Flughafen Bergamo (LIME) zu einem Linienflug nach East Midlands (EGNX) gestartet. An Bord befanden sich sechs Besatzungsmitglieder und 134 Passagiere.

Etwa 13 Minuten nach dem Start, das Flugzeug befand sich über den Alpen im Steigflug, etwa 30 nautische Meilen (NM) nördlich von Lugano im schweizerischen Luftraum, bemerkte die Besatzung eine plötzliche Änderung des Kabinendrucks. Sie berichtete, dass diese sich durch Luftzug, Temperaturabfall und Druck auf den Ohren geäußert habe. Die Anzeige für die Kabinendruckänderung habe beim Maximum von 4.000 ft/min gelegen und die Anzeige für die Kabinenhöhe habe 10.000 ft überschritten.

Die Besatzung setzte die Sauerstoffmasken auf und der verantwortliche Pilot forderte, die Cabin Altitude Warning/Rapid Depressurization Checklist abzuarbeiten. Laut der Daten des Flugdatenschreibers (FDR) wurde um 11:08:40 Uhr eine Master Caution und etwa 20 Sekunden später das Warnsignal (Kabinenhöhe > 10.000 ft) ausgelöst. Das Warnsignal endete ca. zwei Minuten später.

Aus den Aufzeichnungen des Cockpit Voice Recorders ging hervor, dass der Copilot sagte: „So, master caution, air-conditioning […] climb.“ Der verantwortliche Pilot (PIC) antwortete: „I think this is air-conditioning, four thousand feet a minute […] I think I call rapid […] cabin altitude pressurization check list.“ Die Piloten setzten anschließend die Sauerstoffmasken auf, überprüften die Verständigung und begannen mit der Abarbeitung der Checkliste.

Maday: Notsinkflug wurde eingeleitet

Um 11:09:47 Uhr sagte der Copilot: „… set manual […] close.“ Siebzehn Sekunden später sagte der PIC: „Okay and oxygen masks […] passenger oxygen system on, please.“ Um 11:10:14 Uhr sagte er: „Okay it’s not controlling, it’s not controlling, right to emergency desc… do you agree? It’s not controlling, it’s above ten thousand feet, right to emergency descent checklist.“

Die Besatzung leitete einen Notsinkflug ein. Um 11:11:19 Uhr meldete der Copilot über Funk: „Mayday, mayday, mayday […], we have a rapid depressurization. Emergency descent. Descending to […] next would be flight level one hundred, turning left on heading two eight five.“ Der Lotse antwortete: „[…] roger, mayday is observed.“ Unmittelbar danach ging das Flugzeug in den Sinkflug über und kurvte in nordwestliche Richtung. Die Sinkrate erreichte zunächst mehr als 6.000 ft/min und wurde etwa 20 Sekunden nach Beginn des Sinkens auf ca. 4 000 ft/min verringert. Die Flughöhe wurde auf Flugfläche (FL) 130 und dann bis auf FL100 verringert. Laut Radardaten hatte sich das Luftfahrzeug in Flugfläche FL308 befunden, als der Sinkflug eingeleitet wurde.

Zu Beginn des Notsinkfluges der B737-800 kam es kurzzeitig zu einer Annäherung (4,5 NM horizontal bzw. 325 ft vertikal) an einen unterhalb in FL300 ebenfalls in nördlicher Richtung vorausfliegenden Airbus A319. Um 11:16 Uhr hatte das Flugzeug den Sinkflug in FL100 beendet. Die Besatzung entschloss sich, den Flughafen Frankfurt-Hahn anzufliegen. Das Flugzeug landete dort ohne weitere Probleme.

Die leitende Flugbegleiterin sagte zu ihren Wahrnehmungen in der Kabine aus, dass sie plötzlich eine Druckänderung und einen Temperaturabfall verspürt habe. Zehn bis zwanzig Sekunden später seien in der Kabine die Sauerstoffmasken herausgefallen. Einige wenige Passagiere hätten kurzzeitig Schwierigkeiten beim Aufsetzen der Sauerstoffmasken gehabt.

Nach den Informationen der Polizei hatte ein Passagier ein gerissenes Trommelfell, die zwölf anderen Passagiere wurden aufgrund von Ohrenbeschwerden behandelt.

Angaben zu Personen

Verantwortlicher Luftfahrzeugführer

Der 31-jährige verantwortliche Pilot war britischer Staatsangehöriger und im Besitz einer durch die irische Luftfahrtbehörde in Übereinstimmung mit ICAO und JAR-FCL Standards erstmalig am 29.08.2009 ausgestellten, bis 28.08.2014 gültigen Lizenz für Verkehrsflugzeugführer ATP. Die Musterberechtigung für das Muster B737-300-900 war bis 31.12.2012 gültig.

Das medizinische Tauglichkeitszeugnis Klasse 1 war bis zum 08.05.2013 gültig. Seine Gesamtflugerfahrung lag bei ca. 6.000 Stunden, davon 5.800 Stunden auf dem Muster.

Copilot

Der 30 Jahre alte Copilot hatte die britische Staatsangehörigkeit und besaß eine Lizenz für Berufsflugzeugführer CPL, ausgestellt am 09.01.2012 durch die irische Luftfahrtbehörde, gültig bis 08.01.2017.

Er hatte seit dem 06.12.2011 die Musterberechtigung für das Muster B737-800, gültig bis 31.12.2012. Sein medizinisches Tauglichkeitszeugnis Klasse 1 war bis 30.05.2012 gültig. Die Gesamtflugerfahrung des Copiloten betrug 820 Stunden, davon 120 Stunden auf dem Muster.

Leitende Flugbegleiterin

Die Flugbegleiterin hatte im Mai 2007 ihre Ausbildung (Initial Safety Training) für das Muster B737-800 absolviert. Ihre Flugerfahrung betrug ca. 4.500 Stunden.

Angaben zum Luftfahrzeug

  • Hersteller: Boeing
  • Muster: B737-8AS
  • Werknummer: 33546
  • Baujahr: 2003
  • MTOM: 66 900 kg
  • Triebwerke: CFM International, CFM56-7B

Das Flugzeug war in Irland zum Verkehr zugelassen und wurde von einem irischen Luftfahrtunternehmen betrieben.

Zum Zeitpunkt des Ereignisses hatte das Flugzeug eine Gesamtbetriebszeit von 31.180 Stunden bei 20.000 Zyklen absolviert. Die Druckkabine des Flugzeuges besteht aus den Hauptbaugruppen Flugzeugzelle, den Airconditioning Packs, einem Druckablassventil (Outflow Valve), einem Überdruckablassventil Overpressure Relief Valve sowie einem Negative Pressure Relief Valve. Zur Regelung und Überwachung des Kabinendrucks verfügte das Flugzeug über zwei Cabin Pressure Controller (CPC), von denen einer jeweils aktiv das Outflow Valve ansteuerte. Der zweite CPC diente der Redundanz.

Im Cockpit des Flugzeuges befand sich am Overhead Panel das Bedien- und Anzeigefeld des Digital Cabin Pressure Control System. Dort waren Anzeigen für die Kabinenhöhe (Cabin Altitude) und den Differenzdruck (Differential Pressure), eine Anzeige für das Steigen bzw. Sinken bis maximal 4.000 ft/min (Cabin Rate of Climb Indicator) sowie für den Öffnungswinkel des Auslassventils (Outflow Valve Position Indicator) eingebaut. Das Titelbild zeigt das Digital Cabin Pressure Control System.

Das Quick Reference Handbook (QRH) enthielt unter anderem die Checkliste Cabin Altitude Warning/ Rapid Depressurization mit folgenden Anweisungen:

1 Don oxygen masks and set regulators to 100 Prozent.

2 Establish crew communications.

3 Pressurization mode selector . . . . . . . MAN

4 Outflow VALVE switch . . . . . . . . . Hold in CLOSE until the outflow VALVE

indication shows fully closed

5 If cabin altitude is not controllable:

Passenger signs . . . . . . . . . . . . . . . . . . ..ON

If the cabin altitude exceeds or is expected to exceed 14,000 feet:

PASS OXYGEN switch . . . . . . . . . . . ON

►►Go to the Emergency Descent checklist on page 0.1

6 If cabin altitude is controllable: Continue manual operation to maintain correct cabin altitude. When the cabin altitude is at or below 10,000 feet: Oxygen masks may be removed.

Die Checkliste Emergency Descent schrieb folgende Handlungen vor:

1 Announce the emergency descent. The pilot flying will advise the cabin crew, on the PA system, of impending rapid descent. The pilot monitoring will advise ATC and obtain the area altimeter setting.

2 Passenger signs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ON

3 Without delay, descend to the lowest safe altitude or 10,000 feet, whichever is higher.

4 ENGINE START switches (both) . . . . . . . CONT

5 Thrust levers (both) . . . . Reduce thrust to minimum or as needed for anti-ice

6 Speedbrake . . . . . . . . . .. . . . FLIGHT DETENT

7 Set target speed to Mmo/Vmo.

8 When approaching the level off altitude: Smoothly lower the SPEED BRAKE

lever to the DOWN detent and level off. Add thrust and stabilize on altitude and airspeed.

Meteorologische Informationen

Im Zeitraum des Ereignisses herrschte Tageslicht und in der Flughöhe der B737-800 lagen Sichtflugwetterbedingungen (VMC) vor.

Funkverkehr

Die Aufzeichnungen des Funkverkehrs mit den jeweiligen Flugsicherungsstellen standen für die Untersuchung zur Verfügung.

Flugdatenaufzeichnung

Das Flugzeug war mit einem Flugdatenschreiber, Honeywell SSFDR und einem Cockpit Voice Recorder (CVR), Honeywell SSCVR ausgerüstet. Die Geräte wurden bei der BFU ausgelesen.

Die Radardaten des Fluges wurden durch die jeweils zuständigen Flugsicherungsorganisationen aufgezeichnet und standen der BFU zur Verfügung.

Unfallstelle und Feststellungen am Luftfahrzeug

Im Cockpit wurde festgestellt, dass die neben den beiden Pilotensitzen verstauten Sauerstoffmasken herausgezogen waren.

In der Passagierkabine waren sämtliche Sauerstoffmasken aus den Fächern in der Decke gefallen. An den nachfolgend genannten Positionen waren die Sauerstoffmasken nicht herausgezogen und die Sauerstoffgeneratoren nicht aktiviert worden: Auf der linke Seite der Kabine in den Sitzreihen 2, 3, 4, auf der rechten Kabinenseite in den Sitzreihen 2 und 3, am hinteren rechten Notausstieg (Overwing Emergency Exit) sowie auf der vorderen Toilette.

Die beiden Cabin Pressure Controller (CPC) befanden sich im Electronic Equipment Compartment hinter dem Bugfahrwerk. Die Öffnung des Sensors für den statischen Druck (Static Port) am CPC#1 war mit einer schwarzen Plastikkappe (Shipping Plug) verschlossen. Abb. 2 zeigt den Cabin Pressure Controller #1 Static Port.

Auslesen der Cabin Pressure Controller

Die in den nichtflüchtigen Speichern der beiden CPC gespeicherten Daten wurden ausgelesen. Die Auswertung der Daten ergab, dass während des Steigfluges zunächst der CPC #2 den Kabinendruck geregelt hatte.

Während des Steigfluges traten Übermittlungsfehler (Fault Code 39 RS422_XMIT_FAIL und Fault Code 40 RS422_WA_FAIL) auf. Daraufhin ging CPC#2 in Standbybetrieb und der CPC#1 übernahm die Regelung des Kabinendrucks. Zu diesem Zeitpunkt wurde von CPC#2 ein Umgebungsdruck von 4,28 PSI bzw. 4,27 PSI (ca. 295 hPa) gemessen. Dies entsprach etwa FL305. Der Kabinendruck wurde dabei mit 12,10 PSI bzw. 12,09 PSI (ca. 833 hPa) gemessen. Zwölf Sekunden später zeichnete CPC#2 den Fault Code 17 (CABIN_10000FT_MESSAGE) auf.

Dabei betrug der gemessene Umgebungsdruck 4,22 PSI und der Kabinendruck 10,10 PSI. Die Steigrate der Kabinenhöhe wurde zu diesem Zeitpunkt mit 6.776,25 ft/min gemessen. Sechs Sekunden danach wurde der Fault Code 18 (CABIN_13500FT_MESSAGE) aufgezeichnet. Dabei betrug der gemessene Umgebungsdruck 4,20 PSI (289 hPa) und der Kabinendruck 8,80 PSI (607 hPa). Zu diesem Zeitpunkt lag die Steigrate der Kabinenhöhe bei 7.656,5 ft/min.

Der CPC#1 hatte einen Kabinendruck von 15,16 PSI (1.045 hPa) und dabei einen Umgebungsdruck von 4,20 PSI aufgezeichnet. Laut Aufzeichnung des CPC war das Outflow Valve 76,83° geöffnet. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Fault Code 90 (OFV_CAB_PRESS_SWITCH_Active) aufgezeichnet. Ca. 36 Sekunden danach registrierte CPC#1 den Fault Code 58 (MANUAL_MODE_SWITCH_Active). Zu diesem Zeitpunkt lagen der vom CPC#1 gemessene Kabinendruck bei 15,16 PSI und der Umgebungsdruck bei 4,21 PSI. Zu der Aufzeichnung des Fault Code 58 war als Anzahl der Schaltvorgänge Intermittent Count die Zahl 2 eingetragen.

Brand

Es entstand kein Brand.

Zusätzliche Informationen

Am Vortag des Ereignisses waren während des Fluges Probleme mit der Kabinendruckregelung aufgetreten, die die Besatzung durch einen Eintrag ins Technische Logbuch beanstandet hatte.

Im Rahmen der nächtlichen Wartungsarbeiten war aufgrund der Beanstandung ein Download der beiden Cabin Pressure Controller durchgeführt worden, um in den nichtflüchtigen Speichern (Non Volatile Memory (NVM)) dokumentierte aktuelle bzw. zurückliegende Fehlermeldungen auszuwerten. Dabei wurden keine Fehlermeldungen festgestellt. Die anschließend durchgeführten Bodentests beider CPC ergaben ebenfalls keine Fehler. Der CPC#1 für die Kabinendruckregelung wurde aufgrund der auf dem vorherigen Flug aufgetretenen Probleme gewechselt.

Der BFU liegt eine schriftliche Aussage vor, in der ein Mitarbeiter des Wartungsbetriebes den Inhalt und Ablauf der Wartungsarbeiten erläutert, die in der Nacht vor dem Ereignis durchgeführt worden waren. Nach Angaben des Luftfahrtunternehmens verfügt der Mitarbeiter über eine Lizenz für freigabeberechtigtes Personal der Kategorie B2 (Avionik). Er gab an, dass er in seiner Nachtschicht zunächst die Daten der NVM der CPC heruntergeladen habe. Danach habe er dabei geholfen festzustellen, welcher der beiden CPC bei den vorherigen Flügen „in control“ war.

In den NVM seien keine Fehler-Codes gespeichert gewesen. Anschließend seien mehrfach Pressurization System Ground Tests an beiden CPC durchgeführt worden, die ohne Beanstandungen verlaufen seien. Da auf ein Ersatzteil gewartet werden musste, wurden die Arbeiten an dem Flugzeug unterbrochen und am frühen Morgen, nach Eintreffen der Teile, fortgesetzt. Dabei sei unter anderem vorsorglich der CPC#1 ausgetauscht worden.

Beim Installieren des CPC habe er vergessen, den Shipping Plug zu entfernen. Der Mitarbeiter des Wartungsbetriebes führte dies darauf zurück, dass er „overfamiliar with the procedure“ gewesen sei, da er das Verfahren und die Tests in der Nacht bereits mehrfach, allerdings an den im Flugzeug installierten CPC durchgeführt habe. Das Luftfahrzeug war danach in einer Reiseflughöhe von FL370 von East Midlands nach Bergamo geflogen. Während dieses Fluges war CPC#2 „in control“. Dabei waren keine Probleme aufgetreten.

Im Rahmen der Untersuchung der Schweren Störung durch die BFU wurden nach dem Download der Daten der beiden CPC bei einem Wartungsbetrieb des Luftfahrtunternehmens am Flughafen Frankfurt-Hahn auch beide CPC gewechselt. Die dabei installierten CPC waren mit Shipping Plugs ausgestattet, die größer als der vorgefundene und von gelber Farbe waren. Zudem hatten die gelben Shipping Plugs ein ebenfalls gelbes Tag mit der Aufschrift: IMPORTANT – Remove these CAPS after Installation. Abb. 3 zeigt einen Vergleich verschiedener Shipping Plugs des Komponentenherstellers.

Beurteilung

Die aus dem Ereignis resultierenden Verletzungen der dreizehn Passagiere sind als leicht anzusehen. Aufgrund des plötzlichen Druckverlustes in Verbindung mit der Notwendigkeit, die Sauerstoffmasken zu benutzen, wurde das Ereignis durch die BFU als Schwere Störung klassifiziert und eine Untersuchung durchgeführt. Laut Radardaten hatte sich das Luftfahrzeug in FL308 befunden, als der Sinkflug eingeleitet wurde. Um 11:16 Uhr hatte das Flugzeug den Sinkflug in FL100 beendet. Die Besatzung entschloss sich, den Flughafen Frankfurt-Hahn anzufliegen. Das Flugzeug landete dort ohne weitere Probleme.

Technische Aspekte

Als während des Steigfluges in FL305 der aktive CPC#2 die Übermittlungsfehler erkannte, ging er auf Standby und CPC#1 übernahm die Regelung. Der zu diesem Zeitpunkt von CPC#2 gemessene Kabinendruck lag bei 12,10 PSI (ca. 833 hPa).

Gleichzeitig hatte der von CPC#1 gemessene Kabinendruck 15,16 PSI (1.045 hPa) betragen. Dieser Wert entsprach einer Höhe von etwa -500 ft. Nach der Systemlogik führte dies zu einem sofortigen Öffnen des Outflow Valve (OFV). Dies wiederum hatte den exzessiven Anstieg der Cabin Climb Rate auf mehr als 7.600 ft/min zur Folge. Im Automatic Mode folgte aufgrund einer Kabinenhöhe von 14.500 ft ein Ansprechen des OFV Cabin Pressure Switch.

Die Aufzeichnung OFV_CAB_PRESS_SWITCH_ACTIVE bedeutet, dass der Schalter direkt das OFV schließt. Der Vorgang stoppt jedoch, wenn am Bedien- und Anzeigefeld des Digital Cabin Pressure Control Systems der Schalter auf Manual Mode gestellt wird. Mit der 36 Sekunden nach dem Ansprechen des Cabin Pressure Switch erfolgten Schaltung in den Manual Mode ließ sich der Öffnungswinkel des OFV nur noch durch die Piloten verstellen. Der Eintrag Intermittent Count 2 bei dem Fault Code 58 MANUAL_MODE_SWITCH_ACTIVE bedeutet, dass die Schaltung mehrfach (insgesamt drei Mal) erfolgt sein muss. Das heißt, dass die Piloten einmal auf Manual Mode, einmal zurück und wieder auf Manual Mode geschaltet hatten.

Aufgrund der Tatsache, dass der OFV_CAB_PRESS_SWITCH aktiviert wurde und der hohen Steigrate ist davon auszugehen, dass die Sauerstoffmasken für die Passagiere automatisch ausgelöst wurden. In dem Fall, dass ein mit einem blockierten Static Pressure Port versehener CPC von Beginn des Fluges an „in control“ ist, beginnt ein Druckverlust in der Kabine frühzeitig und findet allmählich statt. Ein Wechsel der Kontrolle in großer Flughöhe führt dagegen sofort zu einem deutlich stärkeren Druckabfall. Dies hat mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Notsinkflug zur Folge. Für die Insassen kann es durch die Ausdehnung von Luft und Gasen in Körperhöhlen zur Ausbildung eines Barotrauma kommen, das unter Umständen auch eine schwere Verletzung sein kann.

Flugbetriebliche Aspekte

Laut Daten des Flugdatenschreibers wurde um 11:08:40 Uhr die Master Caution und etwa 20 Sekunden später das Warnsignal (Kabinenhöhe > 10.000 ft) ausgelöst. Weitere sechs Sekunden später zeichnete der CPC eine Kabinenhöhe von 13.500 ft bei einer Steigrate von 7.656,5 ft/min auf.

Die Aufzeichnungen des CVR zeigen, dass die Piloten das Master Caution Signal der Air Condition und dem Anstieg der Kabinenhöhe zuordneten. Der PIC bemerkte, dass die Steigrate der Kabinenhöhe die Maximalanzeige von 4.000 ft/min erreicht hatte und forderte sofort die Abarbeitung der Cabin Altitude Pressurization Check List. Die Piloten setzten entsprechend der Checkliste ihre Sauerstoffmasken auf, überprüften die Verständigung und arbeiteten die weiteren Punkte der Checkliste ab. Eineinhalb Minuten nach Ertönen der Master Caution schätzte der PIC ein, dass der Kabinendruck durch manuelles Bedienen des Auslassventils nicht zu stabilisieren war und forderte den Copiloten mit den Worten: „Okay it is not controlling, it is not controlling, right to emergency desc… do you agree? It’s not controlling, its above ten thousand feet right to emergency descent checklist“ dazu auf, die Checkliste für den Notsinkflug abzuarbeiten. Die Besatzung leitete den Notsinkflug ein.

Um 11:11:19 Uhr, etwa eine Minute nach der Entscheidung, erklärte der Copilot über Funk Luftnotlage und informierte über den rapiden Druckverlust und die Einleitung des Notsinkfluges auf FL100. Aufgrund der Tatsache, dass sich das Flugzeug zur Zeit des Ereignisses über den Alpen befand, musste der Notsinkflug gestaffelt erfolgen. Trotzdem erreichte das Flugzeug innerhalb von sieben Minuten nach Beginn des Druckverlusts die Flugfläche FL100.

Die Aufzeichnung der CPC-Daten zeigt, dass die Piloten bei der Abarbeitung der Checkliste den Schalter am Overhead Panel auf Manual Mode schalteten, um das OFV von Hand zu schließen. Diese Schaltung wurde kurzzeitig zurückgenommen, dann wurde erneut in den Manual Mode geschaltet.

Instandhaltungsaspekte

Die Angaben des Wartungsingenieurs sind aus Sicht der BFU glaubhaft. Sie entsprechen den üblichen Abläufen. Nachdem zunächst die NVM-Daten heruntergeladen und im Hinblick auf gespeicherte Fehler-Codes analysiert worden waren, wurden beide CPC mehrfach Pressurization System Ground Tests unterzogen. Auch wenn sich dabei keine Fehler bzw. Beanstandungen zeigten, wurde unter anderem vorsorglich der CPC#1 ausgetauscht. Die Wartungsarbeiten an dem Flugzeug wurden unterbrochen und am frühen Morgen fortgesetzt.

Der Wartungsingenieur hatte ausgesagt, dass er das Verfahren und die Tests in der Nacht bereits mehrfach habe durchführen müssen und daher „overfamiliar with the procedure“ gewesen sei. Das bedeutet, dass er bei der Installation nicht konsequent das ihm schriftlich vorliegende Verfahren abgearbeitet sondern Arbeitsschritte aus dem Gedächtnis durchgeführt hat. Dabei vergaß er, den Shipping Plug zu entfernen. Ein solcher als „Memory Lapse“ bezeichneter Fehler wird als einer in der Instandhaltung am häufigsten auftretenden Fehler beschrieben.

Sicherheitsmechanismen

Im Rahmen dieser Untersuchung sollen unter dem Begriff Sicherheitsmechanismen technische Systeme, Maßnahmen, Verfahren und Einrichtungen verstanden werden, die die Auswirkungen auftretender technischer oder menschlicher Fehler im Sinne der Wahrung der Flugsicherheit minimieren sollen.

Der Shipping Plug war aufgrund seiner schwarzen Farbe im Vergleich zu der gleichfalls schwarzen Vorderseite des Gehäuses des CPC nicht sehr auffällig ausgeführt. In Form und Farbe ähnelte der Shipping Plug zudem stark dem „Thumbscrew holddown“ zum Fixieren der jeweiligen Avionikgeräte in dem Gestell. Der Shipping Plug war am Rand mit einem Loch versehen, das nach Angaben der Firma Nord Micro für die Befestigung eines Anhängers vorgesehen war. Es ist wahrscheinlich, dass sich der Anhänger gelöst hat. Es konnte nicht ermittelt werden, seit wann der Anhänger fehlte. Ein solcher Anhänger kann, wie auch ein leicht erkennbarer Shipping Plug, als ein Sicherheitsmechanismus angesehen werden. Im vorliegenden Fall war dieser nicht vorhanden bzw. wirkte nur unzureichend.

Nach Meinung der BFU wird im Boeing Aircraft Maintenance Manual (AMM) bei der Erläuterung der entsprechenden Arbeitsanweisung deutlich darauf hingewiesen, dass der Shipping Plug vor dem Installieren des CPC zu entfernen ist. Der Hinweis im Component Maintenance Manual (CMM) ist ebenfalls deutlich. Trotzdem zeigt der vorliegende Fall, dass in einer MRO durch sich ergebende Unterbrechungen in den Abläufen der Wartungsarbeiten bzw. durch mehrfache Wiederholungen bei Tests Fehlermöglichkeiten entstehen können.

Die BFU ist der Auffassung, dass der Shipping Plug so gestaltet sein sollte, dass er sich deutlich sichtbar von dem CPC und seiner Umgebung abhebt. Dies könnte durch eine auffällige Form und Farbe gewährleistet werden. Es wäre jedoch besser, wenn der Shipping Plug sicher mit einem Anhänger verbunden ist, der lang und auffällig genug ist, und vor den Tasten des CPC hängt, die von dem Wartungspersonal nach der Installation bedient werden müssen, um den Pressurization System Ground Test durchzuführen. Damit könnte ein Arbeitsfehler leichter erkannt und beseitigt und daraus resultierende Folgen vermieden werden.

Der nach der Installation des CPC durchgeführte Pressurization System Ground Test war nicht geeignet, diesen Fehler zu erkennen.

Schlussfolgerungen

Die Schwere Störung ist auf folgende Ursachen zurückzuführen – Unmittelbare Ursachen:

  • Bei der Installation des Cabin Pressure Controllers wurde es entgegen der Arbeitsanweisung unterlassen, die Schutzkappe vom Static Port zu entfernen
  • Aufgrund der während des Fluges gemessenen Druckdifferenz wurde das OFV geöffnet und es kam zu einem rapiden Druckverlust

Systemische Ursachen:

  • Die Schutzkappe war nicht deutlich erkennbar und nicht mit einem Anhänger versehen.
  • Der Pressurization System Ground Test nach Installation war nicht geeignet, den Fehler zu erkennen

Sicherheitsempfehlungen

Die BFU hat am 18.06.2012 folgende Sicherheitsempfehlung herausgegeben:

Empfehlung Nr: 24/2012

The Federal Aviation Administration (FAA) should require Boeing to re-design the shipping plugs in a way which makes them more recognizable. The shipping plugs should also be coupled with an eye-catching tag.

Maintenance and Repair Organizations should only cover the static ports of a cabin pressure controller with a shipping plug which is clearly visibly coupled with a tag.

Mit Schreiben vom 07. März 2013 hat die FAA auf die Sicherheitsempfehlung der BFU wie in Abb. 4 reagiert.

Mit Schreiben vom 21.02.2014 teilte der Flugzeughersteller wie in Abb. 5 gezeigt seine Reaktion mit.

Abb. 6 zeigt einen Auszug aus den FDR-Daten.

Alle angegebenen Zeiten, soweit nicht anders bezeichnet, entsprechen Ortszeit. Quelle und Bilder: BFU.

Treibstoff-Lecks in Baron: FAA-Strafe gegen Beechcraft

Die Federal Aviation Administration (FAA) in den USA möchte dem Flugzeugbauer Beechcraft aus Wichita eine Zivilstrafe von 430.000 US-Dollar verhängen lassen, da die Qualitätskontrolle in der Flugzeugproduktion nicht wie gefordert gepflegt worden sei. Die FAA gibt an, dass 43 Kunden eines zweimotorigen Beechcraft Baron Flugzeuges, die Beechcraft kürzlich hergestellt hatte, Treibstoff-Lecks gemeldet hatten. Untersuchungen zeigten, dass die Lecks von unsauber installierten Treibstoffblasenspeichern herrührten.

Die FAA unterstellt Beechcraft somit, nicht die FAA-geprüften Qualitätskontrollprozesse eingehalten zu haben, mit der jedes Flugzeug seinem Bauplan entspricht und eine sichere Betriebsfähigkeit erlangt. Beechcraft hat 30 Tage Zeit, auf die Aufforderung durch die FAA zu antworten.

Mario Patyk Leiter BD Cargo/Logistik der Mitteldeutschen Flughafen AG

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Ab sofort übernimmt Mario Patyk die Leitung des Bereiches Business Development Cargo/Logistik bei der Mitteldeutschen Flughafen AG. Seine Aufgabe ist es, den Frachtvertrieb der Unternehmensgruppe weiter voranzutreiben. Mario Patyk berichtet in seiner Funktion an Christoph Schilling, Senior Vice President Marketing and Sales. Nach seiner Ausbildung zum Speditionskaufmann und nebenberuflicher Weiterqualifizierung zum Verkehrsfachwirt (IHK) war Mario Patyk langjährig für Luftfrachtspeditionen, General Handling Agents, General Sales Agents und British Airways World Cargo an den Flughäfen Frankfurt am Main und London Heathrow tätig.

2013 kam Mario Patyk nach Leipzig, wo er seit März 2014 die Frachtleitung der PortGround GmbH – unter anderem bei der Kundenbetreuung und bei Vertriebsaktivitäten – unterstützt hat. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Herrn Patyk einen erfahrenen und luftfahrtbegeisterten Mitarbeiter für unser Team gewinnen konnten und wünschen ihm viel Erfolg“, sagt Markus Kopp, Vorstand der Mitteldeutschen Flughafen AG.

Ryanair kooperiert mit Adobe für IT-Infrastruktur und -Angebote

Ryanair hat eine neue Partnerschaft mit Adobe angekündigt, die es ermöglichen soll, die Ryanair-App sowie die eigene Website zu optimieren und somit eine neue digitale Infrastruktur zu schaffen.

Im Rahmen dieser bedeutenden Partnerschaft im europäischen Luftverkehr har Ryanair in eine Reihe von Adobe-Produkten wie Adobe Experience Manager, Adobe Target, Adobe Analytics und Adobe Campaign investiert. Diese sollen als Teil von Ryanairs „Always Getting Better“-Programms die informationstechnologischen und digitalen Möglichkeiten des Konzerns erweitern.

Eine brandneue Website mit personalisierten Homepages, einem „Preissicherungs-Feature sowie einem Preisvergleichs-Tool wird im Herbst an den Start gehen. Ebenso wird eine neue Mobile-App veröffentlicht. Zugleich wird die Expansion des Ryanair Labs – einem Digital-/IT-Innovations-Hub auf dem neuesten Stand der Technik vorangetrieben. Ryanair Labs befindet sich auf dem Dublin Office Campus und hat bereits 200 neue Jobs geschaffen.

Dazu Ryanairs CMO Kenny Jacobs Auf dem Adobe Summit in London: „Eine der wichtigsten Säulen im „Always Getting Better“-Programm von Ryanair ist, die digitale Führungsrolle im Travel-Bereich zu übernehmen. Die Partnerschaft mit Adobe wird uns Best-in-Class-Lösungen im Digital-Marketing ermöglichen, sowohl für unsere Website und App als auch für unser CRM und die Analytics. Unseren Kunden haben die bisherigen Verbesserungen im Digital-Bereich gefallen, aber das Beste kommt erst noch. In diesem Jahr werden wir 100 Millionen Fluggäste über 30 europäische Länder hinweg begrüßen, was die Partnerschaft mit Adobe branchenübergreifend zu einer der weitreichendsten Transformationen im Bereich Daten und Digitales in ganz Europa macht.“

Mark Zablan, President Adobe EMEA, fügt hinzu: „Europas beliebteste Airline hat ein signifikantes Investment in Adobe Marketing Cloud getätigt. Wir freuen uns darauf, Ryanair bei dieser aufregenden Reise zur Seite zu stehen und den 100 Millionen Kunden in diesem Jahr ein verbessertes Erlebnis zu bieten.“

Condor startet ab Dresden zu neuen Zielen in Griechenland und Türkei

Der Ferienflieger Condor erweitert sein Streckennetz und fliegt in der Sommersaison ab dem Flughafen Dresden (DRS) neu in die Türkei und auf gleich drei griechische Inseln.

Von Mai bis Oktober geht es montags und freitags nach Heraklion (HER) auf Kreta sowie dienstags nach Kos (KGS), mittwochs nach Antalya (AYT) und donnerstags nach Rhodos (RHO). Am 01. Mai 2015 startete Condor mit dem Flug nach Heraklion in die Saison. Die Flüge werden mit einem Airbus A320 durchgeführt. Die Condor Airbus A320 Flotte wurde dieses Jahr mit modernen Sitzen mit schmaleren Rückenlehnen des Typs Acro aufgerüstet. Zudem erstrahlt die Kabine im neuen eleganten Design der Thomas Cook Gruppe und auch die Waschräume wurden modernisiert.

Rhodos gilt als sonnigste Insel Griechenlands und ist durch sehr gute Windbedingungen besonders bei Wassersportlern beliebt. Die Insel Kos begeistert Badeurlauber mit besonders feinen Sandstränden und klarem Wasser. Heraklion auf Kreta ist besonders bei Kultur- und Kunstliebhabern beliebt. Im Sommer finden dort regelmäßig Musik- und Theaterfestivals statt. Günstige Flüge ab Dresden soll es zu den griechischen Inseln im Rahmen von Eröffnungsangebote zu einem Oneway-Komplettpreis ab 59,99 Euro mit der Economy Light Option, ab 79,99 Euro in der Economy Class und ab 159,99 Euro in der Premium Economy Class geb. Günstige Flüge nach Antalya zu einem Oneway-Komplettpreis ab 59,99 Euro mit der Economy Light Option, ab 79,99 Euro in der Economy Class und ab 149,99 Euro in der Premium Economy Class.

In der Premium Economy Class fliegen Condor Gäste mit erweitertem Service und besonders entspannt in den Urlaub. Freibleibende Mittelsitze sorgen dort für mehr Bewegungsfreiheit, außerdem sind ein erlesenes Premium Menü, eine Sitzplatzreservierung und ein separater Check-In in der Premium Economy inbegriffen. Die neu eingeführte Plus Option ermöglicht außerdem durch verbesserte Umbuchungs- und Stornierungsbedingungen eine flexiblere Urlaubsplanung. Bis 24 Stunden vor Abflug können Condor Gäste dreimal kostenlos umbuchen und bei Stornierung eines Flugs auf der Kurz- und Mittelstrecke wird bis 29 Tage vor Abflug der volle Ticketbetrag gegen eine Gebühr in Höhe von 30 Euro erstatte.

Dreamliner ohne Strom: Piloten könnten Kontrolle verlieren

Stromproblem beim Dreamliner: Die US-Luftaufsichtsbehörde hat eine Airworthiness Directives (AD) für alle Modelle des 787 Dreamliner erlassen, welche die Betreiber des Flugzeuges zum wiederholten Abschalten der elektrischen Systeme des Flugzeuges auffordert. Der Grund ist, dass die Versorgung jedes 787-Flugzeug mit Wechselstrom komplett zusammenbrechen kann, wenn es länger als 248 Tage am Stück angeschaltet ist. In Folge würde das Flugzeug für die Piloten nicht mehr steuerbar und könnte abstürzen.

Die Ursache dafür sei ein automatischer Schutzmodus, in den die Generator Control Units (GCU) automatisch wechselten, da ein Software-Zähler in den GCU nach dieser Zeit überläuft. Ein Software-Update soll das Problem beheben. Bis dahin müssen die Fluggesellschaften, welche den Dreamliner einsetzen, diese AD als Workaround durchführen.

Claus-Dieter Wehr wird Chef des Flughafens Friedrichshafen

Claus-Dieter Wehr wird neuer Geschäftsführer der Flughafen Friedrichshafen GmbH (FFG). Der 54-jährige gebürtige Frankfurter wurde in der Aufsichtsratssitzung der FFG am 29. April bestellt. Claus-Dieter Wehr tritt die Nachfolge von Gerold Tumulka an, der nach drei Jahren bei der FFG Anfang Juni 2015 die Geschäftsführung übergeben wird. Bislang ist Wehr als selbstständiger Unternehmensberater für den Luftverkehr tätig, zuvor erarbeitete er sich breite Erfahrung durch berufliche Stationen bei verschiedenen Luftfahrtgesellschaften.

Wehr ist Luftfahrtexperte mit großer Expertise. „Mit Claus-Dieter Wehr haben wir einen sehr erfahrenen Luftverkehrsmanager als Nachfolger gewinnen können. Von der langjährigen Berufserfahrung speziell am Flughafen Hamburg und den verschiedenen Stationen bei Luftverkehrsgesellschaften wird der Bodensee-Airport Friedrichshafen profitieren. Unser Dank gilt Gerold Tumulka für die drei Jahre seiner Tätigkeit in schwierigen Zeiten und dem unermüdlichen Einsatz für die Flughafen Friedrichshafen GmbH. Der Aufsichtsrat wünscht ihm für seine berufliche Zukunft weiter viel Erfolg“, sagt Dr. Konstantin Sauer, Vorsitzender des Aufsichtsrates der FFG.

„Der Bodensee-Airport Friedrichshafen hat mit seinem starken Umfeld und den Entwicklungen der letzten Jahre sehr gute Zukunftschancen und eine Grundlage für eine kontinuierliche und wirtschaftlich solide Entwicklung. Ich freue mich auf die spannende neue Aufgabe, die Zusammenarbeit mit dem Team des Flughafens und den Institutionen. Es ist für mich ein Nach-Hause kommen“, sagt Claus-Dieter Wehr zu seiner neuen Aufgabe.

Wehr verantwortete verschiedene Positionen im Technischen Betrieb der Swiss Air von 1990 bis 2002, darunter die Produktionsplanung und die Flugzeugwartung und -überholung. Bis 2005 leitete Claus-Dieter Wehr als Geschäftsführer die Condor Flugdienst GmbH in Kelsterbach bei Frankfurt. Danach verantwortete er als Geschäftsführer am Flughafen Hamburg bis 2013 die Bodenverkehrsdienste und den Einzelhandels- und Gastronomiebereich. Seitdem ist Wehr freiberuflich als Berater in der Luftfahrtindustrie tätig. Durch seine vielseitigen Tätigkeiten hat sich Wehr einen exzellenten Ruf in der Branche erworben.

Zum 01. Juni 2012 übernahm Gerold Tumulka die Geschäftsführung am Flughafen Friedrichshafen. In dieser Zeit stand der Flughafen vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen. Jetzt kann Gerold Tumulka eine positive Bilanz vorweisen: „In den vergangenen drei Jahren haben wir uns bemüht, den Flughafen wirtschaftlich neu aufzustellen. Die starke Region und hervorragende Infrastruktur bieten dem Bodensee-Airport Friedrichshafen die besten Rahmenbedingungen. Mein Dank gilt den Mitarbeitern des Flughafens für die Jahre der engagierten und vertrauensvollen Zusammenarbeit. Meinem Nachfolger wünsche ich für seine Tätigkeit alles Gute und viel Erfolg“, sagt Tumulka.

Wesentliche Meilensteine seiner Amtszeit waren der Ausbau des Linienverkehrsnetzes, das mit der Gewinnung von Monarch Airlines, Turkish Airlines, Germania und British Airways erfolgreich umgesetzt werden konnte. Dazu kam die Umsetzung eines strikten Spar- und Sanierungsprogramms zur wirtschaftlichen Gesundung des Flughafens.

airberlin startet Flüge von Nürnberg nach Sylt

Der Albrecht Dürer Airport Nürnberg verbindet die Metropolregion mit Deutschlands beliebtester Nordseeinsel: Von Mai bis Oktober geht es in 90 Minuten nonstop von Nürnberg nach Sylt. airberlin bringt die Franken nach Nordfriesland und die Friesen nach Franken.

Schon als die Verbindung nach Sylt im November angekündigt wurde, war die Begeisterung in der Metropolregion riesig. Mit einer Flugzeit von etwa 90 Minuten und Ticketpreisen ab 79 Euro pro Person auf einfacher Strecke sparen sich Reisende Zeit, Geld und viele Nerven.

Bedarf für Flugverbindung in der Region

„Die Buchungszahlen für die neue Direktverbindung sind vielversprechend“, so Dr. Michael Hupe, Geschäftsführer des Albrecht Dürer Airport Nürnberg, „Entspannt abheben im fränkischen Nürnberg und ins friesische Inselleben eintauchen. Sylt ist ein attraktives Ziel und eine Bereicherung für unseren Flugplan.“

Das ist auch dem persönlichen Einsatz von Peter Douven, Geschäftsführer des Sylter Flughafens und des „Insel Sylt Tourismus Services“, zu verdanken. Eine Marktanalyse zeigt: Franken und Oberpfälzer machen gerne an der Nordsee Urlaub. Was fehlte, war eine schnelle Verbindung. „Nordbayern ist ein zunehmend wichtiger Potenzialmarkt für Sylt“, so Peter Douven, „Wir freuen uns auf die Besucher aus der Metropolregion.“

Jeden Samstag bringt airberlin Passagiere von Nürnberg nach Sylt „Die Franken werden Sylt lieben – wie viele andere airberlin Gäste auch. Wir haben 2014 im Vergleich zu 2013 acht Prozent mehr Gäste aus Deutschland und der Schweiz auf die Nordseeinsel geflogen. Wir haben die Frequenzen jetzt erhöht, so dass auf Sylt wöchentlich 30 airberlin Flugzeuge landen“, so Aage Dünhaupt, Leiter Unternehmenskommunikation airberlin.

Kulinarischer Austausch in 90 Minuten

Friesen und Franken sind heimatverbunden, traditionsbewusst und gleichzeitig weltoffen. Bodenständig und robust, etwas knurrig aber trotzdem herzlich haben beide ihre kulinarischen und charakterlichen Eigenheiten. Was für den Franken ‚Drei im Weckla‘ sind, ist für den Friesen sein Fischbrötchen.

Nordbayern rückt jetzt ein Stückchen näher an die Nordsee: Sonnen an der legendären Sansibar, Spazierengehen am Roten Kliff in Kampen oder die Aussicht von der Uwe-Düne genießen. Auf Sylt gibt es für Franken und Oberpfälzer viel zu entdecken. In nur 90 Minuten geht es ab sofort aus dem Knoblauchsland an den Sylter Sandstrand. Wer einmal dort war, will wieder hin. Um es mit den Worten der deutschen Band „Die Ärzte“ auszudrücken: „Oh ich hab solche Sehsucht – ich verliere den Verstand. Ich will wieder an die Nordsee, ich will zurück nach Westerland!“

Fast vier Prozent Wachstum an deutschen Flughäfen

Trotz internationaler Krisen und Streiks verzeichneten die deutschen Flughäfen auch im ersten Quartal 2015 deutliche Zuwächse bei den Passagierzahlen. Damit setzte sich der langfristige Wachstumstrend der Luftverkehrsnachfrage fort. Auch das Frachtaufkommen legte zu. In den ersten drei Monaten des Jahres stieg die Zahl der Fluggäste an deutschen Airports auf 42,68 Millionen. Mit 3,9 Prozent erreichte das Passagierwachstum damit den höchsten Stand in den vergangenen drei Jahren. Gebremst wurde die Entwicklung durch den anhaltenden Negativtrend im innerdeutschen Luftverkehr.

Hier sank die Zahl der Passagiere leicht um 0,4 Prozent. Wachstumstreiber waren erneut die internationalen Flugverbindungen. Der Europaverkehr legte um 4,7 Prozent zu. Einen besonders kräftigen Wachstumsschub verzeichneten die deutschen Flughäfen im Interkontinentalverkehr, der mit einem Anstieg von 7,4 Prozent Hauptwachstumstreiber im ersten Quartal war.

Die deutschen Flughäfen verzeichneten von Januar bis März 442.201 Starts und Landungen, ein leichter Rückgang um 0,9 Prozent. Der Einsatz größerer Maschinen und die Pilotenstreiks drückten die Zahl der Flugbewegungen hierbei nach unten. Leicht positiv entwickelte sich hingegen das Cargo-Aufkommen. 1.070.204 Tonnen Fracht wurden in den ersten drei Monaten des Jahres umgeschlagen, ein Anstieg um 0,4 Prozent. Jedoch wirkten sich auch hier die mehrtägigen Pilotenstreiks negativ aus.

Merkur-Sonde MESSENGER abgestürzt

Seit dem 18. März 2011 ist MESSENGER (MErcury Surface, Space ENvironment, GEochemistry and Ranging) die erste Raumsonde, die den Merkur aus einer Umlaufbahn beobachtete. Etwas mehr als vier Jahre und 3.308 Merkurumrundungen später kommt die NASA-Mission nun ans Ende ihrer Treibstoffvorräte.

Da die Anziehungskraft der Sonne einen solch starken Einfluss auf die Umlaufbahn der Sonde hat, sei ein Absturz auf den Planeten in der Nacht von Donnerstag auf Freitag nicht mehr zu vermeiden, so das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das wissenschaftlich umfangreich an dieser Mission beteiligt war.

Absturz auf der unsichtbaren Seite des Merkur

Nach Berechnungen der NASA war der Aufschlag am 30. April 2015 zwischen 21:25 und 21:30 MESZ erfolgt. Wegen des extrem niedrigen Orbits und der damit erschwerten Kontrolle über die Raumsonde ist der Zeitpunkt mit einiger Unsicherheit behaftet und könnte auch einen Merkurumlauf oder sechs Stunden und 18 Minuten später erfolgen, also am heutigen 01. Mai 2015 kurz vor 04:00 Uhr MESZ. „Der Absturz wird auf der von der Erde aus zu diesem Zeitpunkt nicht sichtbaren Seite des Merkurs stattfinden“, erklärt Prof. Jürgen Oberst vom DLR-Institut für Planetenforschung.

„Wenn MESSENGER auf ihrem Orbit nicht wieder ins Blickfeld der großen 70-Meter-Antennen des NASA-Deep Space Network zurückkehrt und damit kein Signal mehr die Erde erreicht, wird dies die Bestätigung des Absturzes sein.“ Damit wäre das Ende einer etwa 13 Milliarden Kilometer langen Reise besiegelt. MESSENGER wird dabei dem Merkur eine kleine „Erinnerung“ hinterlassen, denn durch die hohe Geschwindigkeit beim Einschlag dürfte nach Berechnungen der Projektwissenschaftler ein Krater von etwa 15 Metern Durchmesser entstehen.

Das DLR ist mit Prof. Jürgen Oberst und Dr. Jörn Helbert im Wissenschaftlerteam der Mission vertreten, das von Prof. Sean Solomon an der Columbia-Universität im US-Bundesstaat New York geleitet wird. Die DLR-Planetenforscher haben vornehmlich die Aufnahmen des Kamerasystems MDIS, die Höhenmessungen des Laser-Altimeters MLA und Daten des Spektrometers MASCS ausgewertet. „Dank der MDIS-Aufnahmen haben wir nun endlich eine globale Abdeckung mit Bildern der Merkuroberfläche“, sagt Prof. Oberst. „Damit können exakte Karten und ein Globus des Merkur erstellt werden, vor allem aber lässt sich die geologische Geschichte des Planeten nun sehr viel besser darstellen.“ Durchgeführt wurde die Mission für die NASA von der Johns-Hopkins-Universität in Maryland.

Merkur kaum erforscht – letzte Bilder aus 70ern

Die am 03. August 2004 gestartete MESSENGER-Sonde war überaus erfolgreich und lieferte Daten für zahlreiche wertvolle Ergebnisse. Der innerste Planet des Sonnensystems war bis zu den drei Vorbeiflügen der Raumsonde und schließlich den Beobachtungen aus der Umlaufbahn noch kaum erforscht. Davor prägten Aufnahmen und Experimente dreier Vorbeiflüge der Raumsonde Mariner 10 in den Jahren 1974 und 1975 unser Bild von diesem gerade einmal 60 bis 70 Millionen Kilometer von der Sonne entfernten Planeten. Damals konnte nicht einmal die Hälfte des Merkur fotografiert werden. Ursprünglich hätte die Mission MESSENGER auch nur ein Jahr dauern sollen, sie wurde von der NASA aber zweimal verlängert.

MESSENGER hatte acht wissenschaftliche Experimente an Bord, darunter ein komplexes Kamerasystem, das im Missionsverlauf fast 256.000 Bilder zur Erde funkte. Ferner einen Laser-Höhenmesser zur Bestimmung der Topographie, vier Spektrometer zur Untersuchung der Mineralogie und Chemie der Oberfläche und der Plasma- und Exosphärenumgebung, so wie ein Magnetometer und ein Radiowellenexperiment zur Bestimmung der Massenverteilung im Planeten. Insgesamt übermittelte die Sonde 10 Terabyte an Daten und revolutionierte das Bild vom sonnennächsten Planeten.

Eis, schwefeliger Vulkanismus und Magnetfeld

Wegen seiner kraterübersäten Oberfläche wurde dem Merkur lange Zeit eine große Ähnlichkeit mit dem Mond der Erde attestiert. MESSENGER konnte aber zeigen, dass es in der Entwicklung und Zusammensetzung beider Körper gravierende Unterschiede gibt. Sie sind wahrscheinlich auch dadurch begründet, dass der Merkur bei einem Durchmesser von nur 4.878 Kilometern einen überproportional großen Kern aus Eisen und Nickel hat, der fast 70 Prozent der Planetenmasse ausmacht, und nur einen gering mächtigen Mantel aus silikatischem Gestein. Die Wissenschaftler haben außerdem entdeckt, dass große Flächen der Nordhalbkugel von Vulkanismus geprägt sind, der stellenweise ungewöhnlich viel Schwefel enthält.

Außerdem konnten sie bestätigen, dass sich in den tiefen Kratern des Nordpols, in die nie ein wärmender Sonnenstrahl dringt, tatsächlich Wassereis befindet. Die Geophysiker im Team waren überrascht, dass das Magnetfeld nur ein Hundertfünfzigstel der Stärke der Erde hat und viel schwächer ist als angenommen. MESSENGER reiht sich ein in die Raumfahrtgeschichte als eine der bedeutendsten Missionen zur Erforschung der erdähnlichen Planeten in unserem Sonnensystem.

Merkur neu in Form, Topographie und globaler Karte

Mit insgesamt 35 Millionen Laserpulsen des Instruments MLA (Mercury Laser Altimeter) konnte die Topographie der nördlichen Hemisphäre bis zum Äquator vermessen werden (wegen der exzentrischen Umlaufbahn der Sonde war dies für die Südhalbkugel nicht möglich). Ferner konnte anhand von Aufnahmen der Silhouette des Planeten gegen den dunklen Hintergrund des Alls von den DLR-Wissenschaftlern ein Modell der globalen Gestalt des Merkur erstellt werden. Die globale Form des Planeten war vor der MESSENGER-Mission nur grob bekannt.

Wie alle Planeten, rotiert der Merkur. Für den Planeten waren jedoch die Parameter der Rotation bislang mit Unsicherheiten behaftet. Die besten verfügbaren Modelle stützten sich bisher auf Radarbeobachtungen, die von der Erde aus durchgeführt wurden. Merkur befindet sich in einer gebundenen Rotation, während er zweimal die Sonne umkreist rotiert er exakt dreimal um seine Achse. Die Rotation ist jedoch nicht perfekt gleichförmig, sondern schwankt wegen der exzentrischen Umlaufbahn des Planeten und entsprechender Störungen durch die Sonne.

Die Beobachtung dieses Effekts mit MESSENGER lieferte wichtige Hinweise zum inneren Aufbau des Merkur, etwa zur Größe des Planetenkerns. Mit Hilfe der MESSENGER Daten hat das DLR-Team ein neues Rotationsmodell des Merkur erstellt, und hier insbesondere die Rotationsperiode und die Lage der Rotationsachse im Raum neu bestimmt, sowie die Librationsbewegung – das „Schlingern“ – des Planeten um seine Rotationsachse neu charakterisiert. Insbesondere konnten die DLR-Planetenforscher und ihre amerikanischen Kollegen mit den Stereo-Bilddaten der Kamera digitale Geländemodelle mit bis zu 50 Metern Auflösung errechnen. Damit konnten neue Oberflächenstrukturen wie zum Beispiel alte, schon stark erodierte, Einschlagsbecken von vielen hundert Kilometer Durchmesser entdeckt werden. Ebenso wurden tektonische Verwerfungen mit den Geländemodellen aufgedeckt.

Den Merkur im PEL-Labor auf die Erde holen

Die Temperatur der Oberfläche des Merkurs variiert zwischen minus 173 Grad Celsius in der Nacht und bis zu 450 Grad Celsius am Tag, da es keine Atmosphäre gibt, die diese Extreme ausgleichen könnte. Für Vergleichsstudien hat das DLR das weltweit einmalige planetare Emissivitätslabor (PEL) aufgebaut, dessen Ergebnisse im MESSENGER-Wissenschaftsteam genutzt werden. In diesem Labor können Gesteinsproben bis auf Merkurtemperaturen und sogar darüber hinaus aufgeheizt und dann ihre spektralen Eigenschaften vermessen werden.

Unter den hohen Temperaturen verschieben sich die spektralen „Fingerabdrücke“, die zur Identifikation von Gesteinen und Mineralen verwendet werden. Die Labormessungen werden mit den mehr als drei Millionen Spektralmessungen der Merkuroberfläche verglichen, die von MESSENGER im sichtbaren Licht und dem nahen Infrarot aufgezeichnet wurden. Allerdings gestaltete sich die Auswertung der Daten schwierig, denn es zeigte sich durch Labormessungen im PEL, dass höchstwahrscheinlich durch die hohen Temperaturen kaum spektrale Signaturen in den von MESSENGER abgedeckten Wellenlängen messbar sind. Proben im Labor haben bis zu 90 Prozent ihrer Signaturen verloren wenn man sie Temperaturen von über 350 Grad Celsius aussetzte. Zudem half das PEL-Labor die ungewöhnliche Struktur sogenannter „Hollows“ näher zu verstehen. Dabei handelt es sich vermutlich um Konzentrationen von Sulfiden, die sich auf dem Merkur unter den hohen Temperaturen zersetzen und damit Material verlieren.

Merkur bekommt BepiColombo-Sonde geschickt

In voraussichtlich zwei Jahren wird die Raumsonde BepiColombo zum Merkur aufbrechen, eine gemeinsame Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA und der japanischen JAXA. Nach siebenjährigem Flug wird sie dann ab 2024 – knapp ein Jahrzehnt nach dem Ende von MESSENGER – die Erforschung des Merkur fortsetzen. Flüge zum Merkur sind aufwendig und daher selten. Das liegt an den dort herrschenden extremen Temperaturen und der Schwierigkeit, das Raumschiff in eine Umlaufbahn um den relativ kleinen Planeten Merkur so nah an der Sonne zu bringen.

BepiColombo ist mit einem japanischen Tochtersatelliten und elf wissenschaftlichen Instrumenten eine wesentlich aufwendigere Mission als MESSENGER. Die ESA-Sonde wird in einer relativ engen Bahn um Merkur insbesondere dessen Südhemisphäre erkunden und die MESSENGER-Messungen in der Nordhemisphäre wesentlich ergänzen können. Die japanische Sonde wird dazu auf einer hochelliptischen Bahn das Magnetfeld des Planeten vermessen – ein Highlight der Mission, um dem Ursprung des Feldes auf die Spur zu kommen.

Darüber hinaus hat BepiColombo ein Geodäsie- und Geophysikpaket an Bord wie es so noch nie geflogen wurde. Darin enthalten eine Stereokamera, ein Radiowellenanalysator und das Laser-Altimeter BELA, das eine gemeinsame Entwicklung des DLR, MPI für Sonnensystemforschung und der Universität Bern ist. Ergänzt wird dies durch ein innovatives Spektrometerpaket, zu dem auch das Thermal- Infrarotspektrometer MERTIS des DLR und der Universität Münster gehört.

Erläuterungen zur Merkur-Bilderstrecke

Titelbild: Auch wenn der Merkur in „nur“ 100 Millionen Kilometer Entfernung zur Erdbahn seine stark elliptische Bahn um die Sonne zieht, ist er wegen seiner Nähe zur Sonne ein extrem schwierig anzusteuerndes Ziel für die Raumfahrt. Deshalb sind Missionen zum Merkur aufwendig und werden nur selten realisiert. MESSENGER war nach drei Nahvorbeiflügen der NASA-Sonde Mariner 10 in den Jahren 1974 und 1975 die erste Sonde, die den Merkur aus einer Umlaufbahn untersuchen konnte.

Merkur nur „kleine Störung“ des Schwerefeldes der Sonne

Der Grund für die raumfahrttechnischen Schwierigkeiten liegt an den dort herrschenden extremen Temperaturen und der Herausforderung, das Raumschiff in eine Umlaufbahn um den relativ kleinen Planeten Merkur zu zwingen. In der Umgebung des Merkur dominiert die Schwerkraft der nur 60 Millionen Kilometer entfernten Sonne. Die Schwerkraft des Merkur ist dort nur eine kleine lokale Störung des Gravitationsfeldes, die es exakt anzusteuern gilt, damit der Planet die Sonde nach einem Bremsmanöver „einfangen“ kann. Ist die Sonde im Orbit, müssen Technik und Experimente vor der extremen Hitze einerseits und der Kälte im Schatten des Merkur andererseits geschützt werden. Quelle: NASA/JHU-APL.

Bild 2: Mit der NASA-Raumsonde MESSENGER konnte in den vergangenen vier Jahren der innerste und kleinste Planet des Sonnensystems erstmals vollständig fotografiert, vermessen und charakterisiert werden. Am 30. April endet die erfolgreiche Mission infolge Treibstoffmangels mit dem unvermeidlichen Absturz der Sonde.

Dieses Bild stammt aus einer Animation und zeigt den rotierenden Planeten in kontrastverstärkten Echtfarben von tausenden Bildern der Weitwinkelkamera – das menschliche Auge würde den Merkur etwa in den grauen Farbtönen des Erdmondes wahrnehmen. Die hier dargestellten Farben lassen Rückschlüsse auf mineralogische und geochemische Unterschiede der Oberfläche zu und zeigen zudem, wie lange das Material schon der Sonne und der kosmischen Strahlung ausgesetzt ist. So erscheinen die strahlenförmigen Auswürfe von jungen Kratern in Hellblau. Hinter dunkleren Blautönen verbergen sich vermutlich dunkle, eisenreiche und Mineralgläser. Die beige gefärbten Flächen sind ausgedehnte Ebenen erkalteter Lava. Quelle: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Carnegie Institution of Washington.

Bild 3: Mit Stereobilddaten des MESSENGER-Kamerasystems und Laser-Punktmessungen aus der Umlaufbahn der Raumsonde konnte erstmals ein Modell der Topograhie der Merkuroberfläche und eine Bestimmung der exakten Gestalt des Planetenkörpers vorgenommen werden. Die maximalen Höhenunterschiede in der Merkurlandschaft betragen etwa zehn Kilometer.

An der Berechnung der dafür erforderlichen digitalen Geländemodelle und der Planetenform waren auch Wissenschaftler des DLR-Instituts für Planetenforschung in Berlin-Adlershof beteiligt. Das Bild zeigt eine Falschfarbendarstellung der Nordhemisphäre des Merkur mit tief gelegenen Gebieten in violett und blau, und höher gelegenen Regionen in grün, gelb, rötlichen Tönen und weiß. Die beiden markanten Krater in dem rosa getönten Band, das sich quer durch die Bildmitte zieht, tragen die Namen Rubens und Monteverdi.

Die Internationale Astronomische Union, die für die Benennung von Strukturen auf den Körpern des Sonnensystems zuständig ist, verwendet für den Merkur die Namen von männlichen Komponisten, Künstlern, Dichtern oder Malern. Im Bildhintergrund sind ausgedehnte Flächen erstarrter dünnflüssiger Lavaströme zu sehen. Quelle: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Carnegie Institution of Washington.

Bild 4: Eine der ersten und wichtigsten Aufgaben der MESSENGER-Raumsonde war es, möglichst schnell den gesamten Planeten in Bildern zu erfassen. Vor der Mission waren nur etwa 45 Prozent der Planetenoberfläche bekannt. Diese Aufgabe hatte MESSENGER nach einem Merkurtag bewältigt, der wegen der ungewöhnlichen Resonanzverhältnisse und Rotation des Merkur 176 Erdentage lang ist. Das linke Bildmosaik wurde aus monochromen Aufnahmen im Klarfilter zusammengefügt, die Original-Bildauflösung beträgt etwa 250 Meter pro Bildpunkt (Pixel).

Das rechte Bild ist ein Bildmosaik auf Aufnahmen, die durch acht Farbfilter des MESSENGER-Kamerasystems aufgenommen wurde und hat eine Bildauflösung von etwa einem Kilometer pro Pixel. Beide Bilder zeigen dieselbe Hemisphäre mit dem 75. östlichen Längengrad jeweils in der Bildmitte. Der Merkur hat einen Durchmesser von 4878 Kilometern. Quelle: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Carnegie Institution of Washington.

Bild 5: Die Kombination der in unterschiedlichen Farbfiltern des MESSENGER-Kamerasystems MDIS gewonnenen Aufnahmen ermöglicht es, auf der für das menschliche Auge nahezu homogenen Merkuroberfläche Unterschiede in der mineralogischen Zusammensetzung der Gesteine zu identifizieren.

Auf diesem Bild des 175 Kilometer großen Kraters Derain, benannt nach dem französischen Maler André Derain (1880-1954), verrät sich durch den stark erhöhten Farbkontrast ein Material mit sehr niedrigem Reflexionsvermögen in dunklem Blau von vermutlich dünnflüssigen, vulkanischen Lavaströmen, die in der rechten (westlichen) Kraterhälfte eine jüngere Oberfläche gebildet haben und in hellerem Blau und Orange dargestellt sind. Das dunkle Material könnte beim Einschlag, der den Krater gebildet hat, aus größerer Tiefe an die Oberfläche geschleudert worden sein. Quelle: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Carnegie Institution of Washington.

Bild 6: Geologen im MESSENGER-Team haben herausgefunden, dass die nördlichen Regionen des Merkur von ausgedehnten Ebenen erstarrter vulkanischer Lavaströme bedeckt sind. Sie sind auf diesem Bild gut an der relativ ebenen Oberfläche zu erkennen, auch zahlreiche so genannte „Runzelrücken“ (engl. Wrinkle ridges) verraten den Vulkanismus, der hier seine Spuren hinterlassen hat. Sie entstehen bei der Abkühlung der Lavaströme. Die dünnflüssige Lava ergoss sich in zahlreiche Vertiefungen von Einschlagskratern, von denen oft nur noch der Rand zu sehen ist – die Geologen nennen diese Strukturen „Geisterkrater“.

Nicht geklärt ist nach wie vor, wie der Merkur derart große Mengen an Lava in seinem Inneren produzieren konnte. Denn im Gegensatz zu den anderen Planeten des inneren Sonnensystems und dem Mond hat der Planet unter seiner Kruste nur einen geringmächtigen Gesteinsmantel, der sich über einen überproportional großen Kern aus Eisen und Nickel wölbt. Quelle: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Carnegie Institution of Washington.

Ruag erhöht auf 43 Wochenarbeitsstunden

Die Ruag erhöht in ausgewählten, mehrheitlich exportorientierten Bereichen die Arbeitszeit. Der internationale Technologiekonzern sieht sich infolge des starken Frankens mit einem Wettbewerbsnachteil gegenüber ausländischen Konkurrenten konfrontiert. Für rund 650 der etwa 4.400 Ruag Mitarbeitenden in der Schweiz gilt ab dem 01. Mai 2015 eine Wochenarbeits­zeit von 43 statt 40 Stunden. Die Mehrarbeit ist vorerst befristet auf Ende 2015. Die Maßnahme wurde gemeinsam mit den Arbeitnehmer­-Vertretungen ausgehandelt – sie gilt für alle Mitarbeiter­stufen; ausgenommen sind Lernende, Stillende und Schwangere.

Seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses Anfang 2015 durch die Schweizerische Nationalbank steht die Ruag in mehreren Bereichen vor Herausforderungen. Insbesondere in exportorientierten Bereichen oder solchen, die in der Schweiz dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt sind, ist ein erheblicher Wettbewerbsnachteil entstanden, dem der Technologiekonzern jetzt mit Mehrarbeit begegnet.

Die Mehrarbeit tritt in Kraft in der auf das Recycling von Elektro- und Haushaltgeräten spezialisierten Ruag Environment (62 Mitarbeitende) sowie in gewissen Bereichen der Division Ruag Defence – namentlich der Business Unit Landsysteme (350 MA) und in Teilen der Business Unit für vernetzte Operationsführung (120 MA). Weiter beteiligen sich sämtliche Mitarbeitenden der Support Units der Division Defence (125 MA) an der Mehrarbeit.

Allein mit Prozessoptimierungen, Nachverhandlungen und weiteren Maßhmen konnten die Nachteile bislang nicht kompensiert werden. Zusätzlich erschwerend wirkt sich auf die Ruag Environment der Preiszerfall an den weltweiten Rohstoffmärken aus. Die Ruag hat daher intensive Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretungen geführt und die Einführung einer bereichsweisen, befristeten Mehrarbeit von 40 auf 43 Stunden pro Woche beschlossen. Die Arbeitszeiterhöhung beginnt am 1. Mai 2015 und ist vorerst befristet bis zum 31. Dezember 2015. Abgesehen von der neuen wöchentlichen Arbeitszeit, bleiben alle personalrelevanten Inhalte wie Ferienanspruch, Lohn oder Reglemente unverändert.

Die geplante Mehrarbeit basiert auf Art. 57 Abs. 4 des Gesamtarbeitsvertrages der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie. Sie gibt der Unternehmung die Möglichkeit, mit verschiedenen Maßnahmen die Wettbewerbsfähigkeit wiederzuerlangen, die durch außerordentliche Situationen, wie zum Bespiel große Wechselkursschwankungen, hervorgerufen werden.

Radarsatelliten messen Pflanzenwachstum – ISRSE-Konferenz

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) veranstaltet vom 11. bis 15. Mai 2015 in Berlin die 36. Internationale Erdbeobachtungskonferenz ISRSE.

Erdbeobachtungssatelliten sorgen dafür, Veränderungen unseres Heimatplaneten zu dokumentieren und elementare Informationen über Wetter und Klima, Biodiversität und Ökosysteme, nachhaltige Land- und Forstwirtschaft, Bodenschätze und Ressourcenverbrauch sowie über die Qualität von Wasser oder Luft zu geben. Auch bei Krisen und Naturkatastrophen können die Satellitendaten unterstützen. Eine wichtige Rolle spielen hier die deutschen Radarsatelliten TerraSAR-X und TanDEM-X.

Im April 2014 startete zudem der erste Satellit einer neuen Sentinel-Reihe – der Beginn des Copernicus-Programms der Europäischen Union. Am 12. Juni 2015 soll der zweite Sentinel-Satellit folgen. Copernicus verknüpft das Potenzial der satellitengestützten Erdbeobachtung mit terrestrischen, flugzeuggestützten, maritimen und weiteren Datenquellen. Neben den wissenschaftlichen und institutionellen Interessen nimmt der kommerzielle „Markt“ der Erdbeobachtung Fahrt auf.

Diese und viele weitere Aspekte diskutieren rund 750 Teilnehmer aus 65 Ländern bei der ISRSE-Konferenz im Berlin Congress Center (bcc). Die Organisatoren Helmut Staudenrausch und Gunter Schreier geben im folgenden Interview einen Überblick.

Am 25. April 2015 ist Nepal von einem verheerenden Erdbeben erschüttert worden. Welche Rolle spielt die Erdbeobachtung bei der Krisen- und Katastrophenhilfe? Was macht das DLR?

Gunter Schreier: Im Erdbeobachtungszentrum des DLR in Oberpfaffenhofen ist dafür das Zentrum für satellitenbasierte Kriseninformation – kurz ZKI – im Einsatz. Aktuelle Satellitenbilder von Erdbeobachtungsmissionen internationaler Partner, aber vor allem auch die Daten der deutschen Missionen TerraSAR-X und Rapideye werden eingesetzt, um zu sehen, welche Zerstörungen das Erdbeben angerichtet hat und welche Zugangswege und Straßen für die eintreffenden Hilfsorganisationen noch befahrbar sind.

Durch eine Messkampagne der Berliner DLR-Kollegen im Himalaya-Gebiet haben wir auch hochaufgelöste Luftbilder von Kathmandu. Diese setzen wir jetzt mit den aktuellen Satellitendaten ein, um einen Vergleich mit der Situation vor dem Erdbeben zu haben. Das ZKI ist dabei sowohl national im Auftrag des Bundesinnenministeriums als auch im europäischen Rahmen im Kriseninformationsdienst von Copernicus eingebunden.

Helmut Staudenrausch: Diese Daten stellt das DLR auch der International Charter on Space and Major Disasters zur Verfügung. Das ist ein weltweiter Verbund von 15 Raumfahrtagenturen, die im Fall von großen Katastrophen ihre Satellitendaten schnell und unbürokratisch anbieten, um aktuelle Lageinformationen für die Behörden und Hilfskräfte vor Ort zur generieren. Die Charter wurde so auch am 25. April kurz nach dem Erdbeben in Nepal von Indien, China und Hilfsorganisationen der Vereinten Nationen um Unterstützung gebeten.

Die abzudeckenden Gebiete gehen über Nepal hinaus, auch Nord-Indien und Tibet sind von dem Erdbeben betroffen. Neben direkten Erdbebenschäden an Gebäuden und Infrastrukturen stehen auch Erdrutsche im Fokus der Analysen, die möglicherweise Siedlungen in den Bergen von der Außenwelt abgeschnitten oder direkt getroffen haben könnten.

Was tun Radarsatelliten wie TerraSAR-X und TanDEM-X für das globale Umweltmonitoring? Gibt es vergleichbare Missionen anderer Raumfahrtnationen?

Schreier: Deutschland hat schon seit mehreren Jahren auf die Technologieentwicklung von Radarsatelliten gesetzt, und hier insbesondere auf die „kleinen Radarwellenlängen“ mit etwa 3,5 Zentimetern, das so genannte X-Band. Dieses erlaubt ganz bestimme Parameter der Oberfläche der Erde und der Meere zu messen und dies auch – wenn nötig – in einer Auflösung von einem Meter und besser. Mit TerraSAR-X können wir also in ökologische und landschaftsplanerische Bereiche hineinzoomen.

Auf diese Radartechnologie setzen auch andere Raumfahrtnationen. Italien betreibt ebenfalls X-Band-Radarsatelliten, während andere Länder – zum Beispiel Kanada, Japan oder Indien – stärker die großflächige Beobachtung mit längeren Radarwellen aus dem C- und dem L-Band verfolgen und entsprechende Satelliten steuern. In Europa ist der erste Satellit aus dem Copernicus-Programm, Sentinel-1, ebenfalls ein Radarsatellit, der global Landoberflächen, Ozeane und Polargebiete beobachtet.

Das ist eine Fortführung der erfolgreichen Radarsatelliten ERS und ENVISAT der Europäischen Raumfahrtagentur ESA. Einen technischen Meilenstein hat Deutschland jedoch mit der TanDEM-X-Mission gesetzt, einem Zwillingssatelliten zu TerraSAR-X. Diese doppeläugige Mission erlaubt uns, die gesamte Erde in bislang einzigartiger Qualität und Auflösung dreidimensional zu vermessen. In dieser Technologie sind wir weltweit führend.

Am 12. Juni 2015 soll der zweite Satellit der Sentinel-Reihe aus dem Copernicus-Programm starten. Welche Alleinstellungsmerkmale hat Copernicus und was sind die Ziele?

Staudenrausch: Mit insgesamt sechs Satellitenserien sowie einer bis 2025 stehenden Planung ist Copernicus das weltweit ambitionierteste Erdbeobachtungsprogramm und eine auf Jahrzehnte ausgelegte Weltrauminfrastruktur. Europa – also die ESA und die EU – investiert hier seit 2006 rund 8,1 Milliarden Euro, davon kommen etwa 1,9 Milliarden Euro – das entspricht knapp 25 Prozent – aus Deutschland. Die deutsche Industrie ist unter anderem als Hauptauftragnehmer bei Sentinel-2, -4, -5 und -6 sowie beim Radarinstrument von Sentinel-1 maßgeblich beteiligt.

Es geht hier nicht primär um Forschung, sondern um einen konkreten Alltagsnutzen, nach dem Vorbild der täglichen Wettervorhersage. Copernicus unterstützt etwa das Umwelt- und Verkehrsmanagement, Katastrophenvorsorge und -hilfe sowie Energiefragen. Trotz dieses Schwerpunkts werden aber auch Wissenschaft und Wirtschaft die Daten nutzen und profitieren. Denn alle Daten werden kostenfrei abgegeben. Europa trägt mit Copernicus auch zu vielen internationalen Initiativen bei, zum Beispiel zur Global Forest Observation Initiative.

Vor welchen technologischen Trends und kommerziellen Herausforderungen steht die satellitenbasierte Erdbeobachtung?

Schreier: Beim Kongress werden Wissenschaftler, Ingenieure und Start-up Firmen ihre neuesten Ideen und Systeme vorstellen. Interessant wird dabei sicher der Weg zu kleineren Erdbeobachtungssatelliten sein, die in Konstellationen fliegen, um eine höhere Abdeckungsrate der Erde zu gewährleisten. Dies auch verbunden mit einer noch höheren Auflösung und anderen Abbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel hochauflösende Videoaufnahmen der Erde aus dem Orbit. Diese enormen Datenmengen müssen alle verarbeitet, analysiert und verteilt werden. Deshalb wird „Big Data“ auf der Konferenz ebenfalls ein Thema sein.

Die Sentinel-Daten werden den Bedarf an neuen IT-Lösungen für die Datenverarbeitung noch verstärken. Seitens der kommerziellen Anbieter wird man sicher auch neue Geschäftsmodelle vorstellen. Vor allem aber: Wie kann ich sicher, automatisch und nachhaltig aus den vielen digitalen Daten der Erdbeobachtungssatelliten wertvolle Informationen über unsere Umwelt und die zivile Sicherheit gewinnen? Das ist auch ein Kernthema von Copernicus.

Staudenrausch: Weitere Themen sind Lidarsysteme und die Erdbeobachtung mit Hyperspektraltechnologie. Als Lidar bezeichnet man ein System, das Laserlicht aussendet und das Rückstreuungssignal auswertet. Mit hyperspektral ist eine sehr hohe spektrale Auflösung des vom beobachteten Objekt rückgestreuten Sonnenlichts gemeint, in der sehr viel mehr Information über ein Objekt steckt als im Signal eines herkömmlichen optischen Messinstruments.

Das DLR stellt zu beiden Themen aktuelle Projekte vor: zum einen die Mission des deutschen Hyperspektralsatelliten EnMAP, der ab 2018 neue Möglichkeiten zur Erfassung von Wasserinhaltsstoffen, des Pflanzenzustands oder verschiedener Minerale an der Erdoberfläche bringen wird. Zum zweiten die deutsch-französische Klimamission Merlin, ein Lidarsatellit, der mithilfe eines Lasers ab 2019 den Methangehalt, das neben Kohlendioxid wichtigste Treibhausgas in der Atmosphäre, messen wird.

Titelbild: Weite Reisanbauflächen erstrecken sich in der Region um den Gala See im Südwesten der Türkei. Der deutsche Radarsatellit TanDEM-X liefert so genaue Daten, dass sogar das Wachstum einzelner Reispflanzen ab dem Beginn ihres vegetativen Stadiums über die Reifungsphase bis hin zum Zeitpunkt der Ernte beobachtet werden kann. Die verschiedenenen Farben der Felder im Bild repräsentieren die unterschiedlichen Höhen der Pflanzen. Die gemessene Höhe bewegt sich von einigen wenigen bis zum 20 Zentimetern Höhe. Diese Informationen dienen unter anderem dazu, den Ernteertrag genau vorherzusagen.

Quelle: DLR.

Bild 2: Dr. Helmut Staudenrausch leitet das DLR-Team, das die Internationale Erdbeobachtungskonferenz ISRSE vom 11. bis 15. Mai 2015 in Berlin organisiert. Er ist Fachgruppenleiter in der Abteilung Erdbeobachtung des DLR Raumfahrtmanagements.

Bild 3: Gunter Schreier verantwortet die Fachvorträge bei der ISRSE-Konferenz in Berlin. Er ist in der Geschäftsleitung des Deutschen Fernerkundungsdatenzentrums beim DLR in Oberpfaffenhofen tätig.

Abschied vom Flughafen Bremen nach über drei Jahrzehnten

Nach über drei Jahrzehnten bei der Flughafen Bremen GmbH verabschiedet sich Holger Briggs in seinen wohlverdienten Ruhestand. Der 63-Jährige fing im Alter von 32 Jahren beim Airport Bremen als Betriebsschlosser an und wechselte 2010 als stellvertretender Fachbereichsleiter in die Sicherheitsabteilung. Dazu war er 28 Jahre aktiv im Betriebsrat tätig und 20 Jahre Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen Bremen GmbH. Lobende Worte gab es zur Verabschiedung auch von seinen langjährigen Betriebsrats-Kollegen, die zu seinem Abschied sogar ein Buch über seine 31 Jahre am Flughafen geschrieben haben.

Bei einer Feierstunde in der Bremenhalle mit rund 50 geladenen Gästen, bedankten sich der Aufsichtsratsvorsitzende und Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, Martin Günthner und Geschäftsführer Jürgen Bula für die gute Zusammenarbeit: „Holger Briggs war ein wertvoller Mitarbeiter unseres Unternehmens, der nicht nur von seinen Betriebsrats-Kollegen, sondern von allen Flughafen-Kollegen geschätzt wurde. Wir wünschen ihm eine schöne Zeit im Ruhestand.“ In ihrer Rede zitierten der stellvertretende Betriebsrats-Vorsitzende Oliver Hoffmeyer und die Vorsitzende Inge Briggs Passagen aus dem verfassten Buch: „Er war immer Betriebsrat mit Leib und Seele und er bereicherte die Atmosphäre am Flughafen mit seiner aufrichtigen Art.“

Horst Amann soll Terminal 3 am Flughafen Frankfurt verwirklichen

Nachdem der Aufsichtsrat der Fraport AG Mitte April die Entscheidung für den Bau eines neuen Terminals bestätigt hat, wurde nun auch der Verantwortliche für das Projekt benannt: Horst Amann kehrt an den Flughafen Frankfurt zurück. Künftig verantwortet er als technischer Leiter die Umsetzung des Bauvorhabens und berichtet an den Finanzvorstand der Fraport AG, Dr. Matthias Zieschang. Nachdem Amann den Flughafen Frankfurt für die Deutsche Bahn an deren Schnellverkehrs-Schienennetz angebunden hatte, wechselte er im Jahr 2000 zur Fraport AG und verantwortete dort die Planfeststellung und Umsetzung des Flughafenausbaus, insbesondere den Bau der Landebahn Nordwest.

„Wir freuen uns, dass wir Horst Amann für diese Aufgabe gewinnen konnten. Mit seiner langjährigen Erfahrung im Bereich Infrastrukturausbau, gerade auch hier am Flughafen Frankfurt, ist er hervorragend qualifiziert für eines der großen Infrastrukturprojekte in Deutschland“, hebt Zieschang hervor. Die Fraport AG wird bis zum Jahr 2022 die erste Baustufe von Terminal 3 errichten. Das Vorhaben ist mit 2,5 bis 3 Milliarden Euro budgetiert und wird dem Flughafen Frankfurt eine zusätzliche Terminalkapazität für etwa 14 Millionen Passagiere pro Jahr bringen.

Am 01. August 2012 wechselte er als technischer Geschäftsführer zur Flughafen Berlin Brandenburg International GmbH. Amann wird ab 1. Mai seine neue Aufgabe bei der Fraport AG antreten.

Tag der Luftfahrt 2015 in Deutschland abgesagt

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft e.V. hat den diesjährigen Tag der Luftfahrt abgesagt. „Nach dem Germanwings-Unglück haben wir uns dazu entschlossen, den Tag der Luftfahrt in diesem Jahr nicht durchzuführen. Dies geschieht aus Respekt vor den Opfern des Absturzes und den Gefühlen ihrer Angehörigen. Wir werden zu geeigneter Zeit über einen neuen Termin entscheiden, “ erklärte der BDL. Als gemeinsamen Aktionstag haben die deutschen Flughäfen, Fluggesellschaften und Partner des Flugwesens im Sommer 2013 den „Tag der Luftfahrt“ ins Leben gerufen.

Im zweijährigen Rhythmus sollten sich die Pforten der Airports und Luftfahrt-Institutionen für interessierte Besucher öffnen. Dieses Jahr wäre es am 13. und 14. Juni zum zweiten Mal soweit gewesen. Der Flughafen Bremen beispielsweise hatte für Samstag, den 13. Juni einen Erlebnistag geplant.