Barriere-freies Reisen und Inklusion: Ministerin Emila Müller am Flughafen München

Über die Bedeutung der Inklusion als Aufgabe für die Personalpolitik der Flughafen München GmbH (FMG) und über das barrierefreie Reisen am Münchner Airport informierte sich Bayerns Sozialministerin Emilia Müller bei ihrem heutigen Besuch am Münchner Flughafen. Dr. Michael Kerkloh, Vorsitzender der FMG-Geschäftsführung, erläuterte gegenüber den Gästen in seiner Begrüßung die Maßnahmen, mit denen die FMG Menschen mit Behinderung in die Arbeitswelt integriert. "Gerade weil wir auch wirtschaftlich ein sehr erfolgreiches Unternehmen sind, sehen wir uns in einer speziellen Verantwortung für jene, die es beim Start ins Berufsleben besonders schwer haben", erklärte Kerkloh.

Ein wichtiger Aspekt ist in diesem Zusammenhang die im Jahr 2009 gestartete Kooperation des Flughafens mit dem Bildungszentrum der Freisinger Lebenshilfe. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wird Jugendlichen mit geistiger Behinderung über ein Praktika-Stufenprogramm ein vertiefter Einblick in den ersten Arbeitsmarkt ermöglicht. Ein fester Bestandteil dieses Programms sind zweiwöchige Praktika, für die die FMG dreimal jährlich fünf bis sechs Plätze in den Bereichen Fahrzeugpflege, Lackiererei, Poststelle, Betriebsservice und Kurier- und Botendienste zur Verfügung stellt.

Sozialministerin Müller: Flughafen München vorbildlich

So erhalten die Schüler der Berufschulstufe eine erste berufliche Orientierung Soweit die Jugendlichen und die betreffenden Fachabteilungen zueinander passen und entsprechende Plätze verfügbar sind, können die Kontakte später in einem Langzeitpraktikum vertieft werden. Im Idealfall schließt sich an ein solches Praktikum eine feste Anstellung an, sofern eine entsprechende Stelle verfügbar ist und der oder die Jugendliche dafür in Frage kommt. In den Betriebsräumen der Fahrzeugpflege hatte Ministerin Müller die Gelegenheit, mit einem der bisher zwei fest übernommenen jungen Mitarbeiter zu sprechen, die auf diese Weise zu einem Arbeitsplatz gekommen und mittlerweile fest ins Team integriert sind.

Die bayerische Sozialministerin bescheinigte dem Münchner Flughafen anschließend eine vorbildliche Rolle: "Menschen mit Behinderung müssen mehr Chancen als bislang auf dem ersten Arbeitsmarkt bekommen. Hierfür müssen Unternehmen erkennen, dass Menschen mit Behinderung leistungsfähig und eine Bereicherung für jedes Unternehmen sind. Ich freue mich, dass der Flughafen München hier mit gutem Beispiel vorangeht."

Um die Frage, wie Menschen mit Behinderung den Flughafen München als Passagiere erleben, ging es im zweiten Teil des Besuchsprogramms der Ministerin. In Begleitung eines Rollstuhlfahrers vollzog Emilia Müller den Weg eines ankommenden Reisenden nach – von der Ankunft auf dem Vorfeld bis zum Verlassen des Airports. Ankommende Passagiere, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, werden nach vorheriger Anmeldung mit Unterstützung des Mobility Service barrierefrei zu den Gepäckausgabebändern gebracht und – wenn sie dies wünschen – auch auf ihrem anschließenden Weg zum S-Bahnhof, dem Taxistand oder einem eigenen Pkw von den Helfern begleitet. Analog zu den ankommenden Gästen, werden natürlich auch die abfliegenden Passagiere vom Mobility Service des Münchner Flughafens unterstützt.

Taktiles Bodenleitsystem für Menschen mit Sehbehinderung

In den Terminals des Münchner Flughafens informierte sich Sozialministerin Müller über spezifische Service-Einrichtungen für behinderte Passagiere. Dazu zählt etwa ein taktiles Bodenleitsystem, das sehbehinderten Fluggästen eine Orientierung ermöglicht. An der Hauptinformation im München Airport Center finden diese Fluggäste überdies einen Übersichtsplan in deutscher und englischer Brailleschrift, dem sie den Weg zu den für sie relevanten Einrichtungen entnehmen können. Ein Counter an der Hauptinformation wurde so abgesenkt, dass Rollstuhlfahrer hier buchstäblich auf Augenhöhe mit dem Info-Service kommunizieren können.

Für Menschen mit schwerer oder mehrfacher Behinderung bietet der Münchner Flughafen seit Anfang des Jahres auch eine barrierefreie Toilette, die mit einer höhenverstellbaren Liege mit Seitengitter sowie einem Deckenlifter ausgestattet ist. Diese Ausstattung ermöglicht es dem Nutzer problemlos, vom Rollstuhl auf die Liege oder auf die Toilette zu gelangen. Direkt angrenzend an die Toilette stehen den Passagieren überdies zwei barrierefreie Duschräume zur Verfügung.

Die bayerische Sozialministerin Emila Müller zeigte sich zum Abschluss ihres Besuches vom Umfang und der Leistungsfähigkeit der Serviceleistungen für behinderte Fluggäste am Münchner Airport beeindruckt: "Unser Ziel eines barrierereien Bayern ist am Münchner Flughafen schon weitgehend Wirklichkeit geworden", erklärte Emilia Müller.