Nationales Flugrouten-Netz für Helikopter wird weiter ausgebaut

Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL
Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL (© BAZL)
Geschätzte Lesedauer: 2 Minuten

Der Bund stellt die finanziellen Mittel zur Verfügung, um das Schweizer Flugrouten-Netz auszubauen, das auch bei schlechtem Wetter Rettungs- und Einsatzflüge von Helikoptern ermöglicht. Das hat das Parlament mit der Annahme der Motion Dittli beschlossen. Das bisher von der Schweizerischen Rettungsflugwacht Rega und der Luftwaffe genutzte und von Skyguide betriebene “Low Flight Network” (LFN) erhält damit auch den Status einer kritischen nationalen Luftfahrtinfrastruktur. Das LFN wird laufend ausgebaut. Es wird auch anderen Luftrettungsunternehmen sowie Polizeikräften zur Verfügung stehen, sofern deren Helikopter entsprechend ausgerüstet und die Crews dafür qualifiziert sind.

Das Low Flight Network (LFN) entstand ursprünglich auf Initiative der Rega und der Luftwaffe. Das Ziel: Dank einem schweizweiten Netzwerk aus Instrumentenflugrouten sollen Helikopter-Crews auch bei schlechtem Wetter wichtige Flüge, wie zum Beispiel Rettungseinsätze oder Versorgungs- und Evakuationsflüge im Katastrophenfall, durchführen können. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) und die Flugsicherung Skyguide waren ab 2015 eng in das Projekt eingebunden. So hat das BAZL dabei das Vorhaben mit allen involvierten Akteuren koordiniert und die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen.

Status einer kritischen Luftfahrtinfrastruktur von nationaler Bedeutung

Mit der Annahme der Motion Dittli durch das Parlament hat das LFN den Status einer kritischen Luftfahrtinfrastruktur von nationaler Bedeutung erhalten, die im Auftrag des Bundes betrieben und ausgebaut wird. Der Bund hat den Auftrag, die dafür nötigen rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen und die Finanzierung sicherstellen.

Zu diesem Zweck wurde im April 2021 unter Führung des BAZL das erweiterte Projekt “Nationales LFN” gestartet. Nebst der Luftwaffe und der Rega sind die Flugsicherung skyguide und das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie Meteoschweiz daran mitbeteiligt. Zudem befasst sich eine erweiterte Arbeitsgruppe unter der Führung des SVS (Sicherheitsverbund Schweiz) und des BAZL mit der Abgrenzung und künftigen Finanzierung des Nationalen LFN.

- Anzeige -

Grundsätzlich ist vorgesehen, dass der Bund die Kosten für das Streckennetz und diejenigen An- und Abflugpunkte übernimmt, die im nationalen Interesse liegen. Bei regionalen Ansprüchen oder Spezialinteressen (z.B. Anbindung von Regionalspitälern / Anbindung von Rega-Basen) sollen die Kantone oder die Nutzer die Finanzierung übernehmen. Neben der Rega und der Luftwaffe sollen auch andere Anbieter von Rettungsflügen das LFN nutzen können, sofern die Einsätze nationalen Interessen dienen, deren Helikopter entsprechend ausgerüstet und die Crews für Flüge nach Instrumentenflugverfahren ausgebildet und zugelassen sind.

Das bestehende Netz wird in den nächsten Jahren weiter ausgebaut und ergänzt. So werden vor allem auf der West-Ost-Route im Jura und Wallis bzw. in der Westschweiz weitere Flugstrecken geschaffen.

Was ist das Low Flight Network?

Das Low Flight Network (LFN) kann mit einem (allerdings nur selten befahrenen) Autobahnnetz verglichen werden. Auf vordefinierten Strecken können Helikopter auch bei schlechten Sichtverhältnissen im Instrumentenflug beispielsweise vom Tessin nach Luzern oder Zürich fliegen. Neu am LFN ist, dass diese Flüge auch in tieferen Lufträumen durchgeführt werden können, die sonst nur für den Flugverkehr nach Sichtflugregeln (VFR) vorgesehen sind und nur bei ausreichenden Sichtverhältnissen beflogen werden dürfen. Dank dem LFN sind auch bei Schlechtwetter medizinische Rettungsflüge, aber auch Helikopteroperationen im Dienste der nationalen Sicherheit möglich.

Um von der “Autobahn” zu einem Spital zu gelangen, verfügt das LFN über sogenannte PinS (Point in Space). Diese virtuellen Punkte über einem Spital oder über einem Flugplatz erlauben einen direkten Anflug mittels GPS-Technologie. Von diesem virtuellen Punkt aus kann der Helikopter zur Landung ansetzen, für diesen letzten, kurzen Streckenabschnitt müssen allerdings ausreichende Sichtverhältnisse vorhanden sein. Es handelt sich somit nicht um ein “Blindlandesystem”, wie man es von den großen Flughäfen und Flächenflugzeugen kennt.