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Welt­raum­te­le­skop CHE­OPS misst un­ge­wöhn­li­chen Rie­sen­pla­ne­ten

Erste Messergebnisse des europäischen Weltraumteleskops CHEOPS zeigen, dass der Riesenplanet WASP-189b in 326 Lichtjahren Entfernung so heiß glüht wie ein kleiner Stern und sich im schnellen Umlauf um sein Zentralgestirn auf einer ungewöhnlichen Bahn über dessen Pole bewegt. Mit 3200 Grad Celsius ist er einer der heißesten Körper der über 4000 bekannten Exoplaneten. Die im vergangenen Jahr gestartete Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA zeigt höchste Präzision in der Charakterisierung extrasolarer Planeten. An CHEOPS beteiligte Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben an den Auswertungen mitgewirkt, die nun im Journal Astronomy & Astrophysics veröffentlicht wurden.

„Der Planet WASP-189b ist seit 2018 bekannt. Wegen seiner ungewöhnlichen Umlaufbahn nah am Zentralstern haben wir ihn mit CHEOPS sehr früh unter die Lupe genommen“, erklärt Szilárd Csizmadia vom DLR-Institut für Planetenforschung. „Die genauen Messungen mit CHEOPS offenbaren jetzt seinen außergewöhnlichen Charakter: Es handelt sich um einen ultra-heißen Planeten, der fast den 1,6-fachen Durchmesser Jupiters aufweist und dessen Bahn um seinen Stern seltsam gekippt ist.“

Das Weltraumteleskop CHEOPS (CHaracterising ExOPlanet Satellite) wurde am 18. Dezember 2019 in eine sonnensynchrone Umlaufbahn in 700 Kilometer Höhe über der Erde platziert. Seitdem beobachtet CHEOPS Sterne in unserer kosmischen Nachbarschaft, von denen man weiß, dass sie von Planeten umkreist werden. Es ist sozusagen der berühmte ‚zweite Blick‘ auf diese Exoplaneten: Durch die ultrapräzise Messung kann CHEOPS diese Planeten charakterisieren – und damit unser Verständnis von der Entstehung und Entwicklung planetarer Systeme extrem erweitern.

Die Planeten-Okkultation verriet die hohe Temperatur

CHEOPS misst Transitsignale mit höchster Genauigkeit, also den winzigen Lichtabfall, wenn ein Planet auf seiner Umlaufbahn vor seinem Stern vorüberzieht und dessen Licht minimal abschwächt. So war es möglich, nicht nur ein primäres Transitereignis von WASP-189b zu vermessen, nämlich dann, wenn der Planet in der Sichtlinie zwischen Beobachter und Stern vorbeizieht. CHEOPS konnte auch das sehr viel kleinere sekundäre Signal vermessen, wenn der Planet für den Beobachter hinter dem Stern verschwindet. Aus diesen extrem präzisen Messungen einer solchen Okkultation kann man die Temperatur des Planeten ableiten. Dabei stellte sich heraus, dass WASP-189b etwa 3200 Grad Celsius heiß ist, so heiß wie kaum ein anderer Exoplanet. Bei solchen Temperaturen schmelzen alle Gesteine und Metalle gehen in die Gasphase über. Zum Vergleich: Die Sonne hat an ihrer Oberfläche eine Temperatur von fast 6.000 Grad Celsius, kleine M-Zwergsterne jedoch zum Teil deutlich weniger als 3.000 Grad Celsius.

WASP-189b befindet sich mit etwa 7,5 Millionen Kilometern 20 Mal näher an seinem Stern als die Erde, die die Sonne in rund 150 Millionen Kilometern umkreist. Für einen Umlauf benötigt er nur 2,7 Tage. Der Stern, um den er sich bewegt, ist größer und mehr als 2000 Grad heißer als die Sonne und scheint daher blau zu leuchten. „Es ist nur eine Handvoll Planeten um so heiße Sterne herum bekannt, und dieses System ist bei weitem das hellste“, sagt Monika Lendl von der Universität Genf, Schweiz, die Erstautorin der neuen Studie. „WASP-189b ist auch der hellste ‚heiße Jupiter‘, den wir beobachten können, wenn er vor oder hinter seinem Stern vorbeizieht, was das ganze System wirklich faszinierend macht.“

Schnelle Stern-Rotation führt zu Abflachung

Transitmessungen erlauben es, den Planetenradius und die Bahnparameter zu bestimmen und etwas über die Planetenform sowie die Sternenform herauszufinden. WASP-189b ist mit einem Äquatordurchmesser von etwa 220.000 Kilometern fast 1,6-mal größer als Jupiter – größer als bisher angenommen. Zudem hielt der der Stern eine Überraschung bereit. Er ist nämlich keine perfekte Kugel, sondern rotiert so schnell, dass er sich verformt und der Äquatorradius größer als der Polradius ist. Das führt dazu, dass der Stern am Äquator kühler und an den Polen heißer ist und diese daher heller erscheinen. Zu dieser ungewöhnlichen Asymmetrie kommt noch hinzu, dass die Umlaufbahn des Planeten nicht in der Äquatorebene des Sterns liegt, wie man es erwarten würde, wenn sich Stern und Planet aus einer gemeinsamen Gas- und Staubscheibe entwickeln, die ihre Drehrichtung an seine Planeten „vererbt“, wie es auch im Sonnensystem der Fall ist. Die Bahn von WASP-189b indes verläuft über die Pole des Sterns.

Eine derart geneigte Umlaufbahn führt zu der ungelösten Frage, wie sich ‚heiße Jupiter‘ bilden. Man vermutet, dass eine derart geneigte Umlaufbahn möglich ist, wenn der Planet sich weiter außen gebildet hat und dann nach innen gedrückt worden ist. Das könnte entweder passieren, wenn sich mehrere Planeten innerhalb eines Systems an einer Position drängeln oder wenn ein externer Einfluss – zum Beispiel ein anderer Stern – das System stört und den Gasriesen auf seinen Stern zu und auf sehr stark geneigte Bahnen drängt. Die starke Neigung des Planetenorbits deutet darauf hin, dass auch WASP-189b eine solche starke Wechselwirkung in der Vergangenheit erfahren hat.

CHEOPS verspricht große Fortschritte in der Exoplanetenforschung

Mit den hochpräzisen Beobachtungen und optischen Fähigkeiten von CHEOPS ließen sich dieungewöhnlichen Eigenschaften des Planetensystems WASP-189b herausfinden. CHEOPS öffnete sein ‚Auge‘ im Januar diesen Jahres und begann im April mit dem wissenschaftlichen Routinebetrieb. Prof. Heike Rauer, Direktorin des DLR-Instituts für Planetenforschung in Berlin-Adlershof, ist begeistert: „Die Genauigkeit, die mit CHEOPS erreicht wird, ist phantastisch.“ Als CHEOPS-Projektwissenschaftlerin blickt sie für den weiteren Missionsverlauf optimistisch in die Zukunft: „Bereits die ersten Messungen zeigen, dass das Instrument besser funktioniert, als es spezifiziert ist. Es erlaubt uns, mehr über diese weit entfernten Planeten zu erfahren.“ Tausende von Exoplaneten, von denen die überwiegende Mehrheit keine Entsprechungen in unserem Sonnensystem hat, wurden im letzten Vierteljahrhundert entdeckt, und viele weitere werden mit den aktuellen und zukünftigen bodengestützten Vermessungen und Weltraummissionen, wie PLATO, noch gefunden werden.

In den nächsten Jahren wird CHEOPS hunderte von bereits bekannten Planeten verfolgen, die helle Sterne umkreisen, und dabei auf dem bestehenden Wissen aufbauen und es erweitern, so wie es hier für WASP-189b getan wurde. Die Mission ist die erste in einer Reihe von drei ESA-Wissenschaftsmissionen, die sich auf den Nachweis und die Charakterisierung von Exoplaneten konzentrieren: Doch auch CHEOPS hat ein bedeutendes Entdeckungspotenzial – von der Identifizierung von lohnenden Beobachtungsobjekten für künftige Missionen über die Erforschung exoplanetarer Atmosphären bis hin zur Suche nach weiteren Planeten in den bekannten Planetensystemen.

Flughafen Graz: Düsseldorf und Stuttgart einmal täglich

Flüge von Graz in die Wirtschafts- bzw. Automobilmetropolen Düsseldorf und Stuttgart sind für die steirische Wirtschaft von besonderer Wichtigkeit. Nach je einer wöchentlichen Verbindung im September kehren nun beide Destinationen wieder als regelmäßige Flugverbindungen zurück. Geflogen werden die beiden Strecken von Austrian Airlines mit einer Dash 8-400.

Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl: „Die Freude ist groß, dass unsere gemeinsamen Anstrengungen mit Unternehmen aus dem Automotive Bereich am Grazer Standort Früchte getragen haben und die in diesem Zusammenhang wichtigen Anbindungen an Stuttgart und Düsseldorf wieder gestärkt werden konnten. Das sichert in diesen herausfordernden Zeiten Arbeitsplätze in Graz und erhält unsere Wettbewerbsfähigkeit mit anderen konkurrierenden Regionen aufrecht.“

CEO DI Wolfgang Malik, Vorstandsvorsitzender der Holding Graz: „Ich freue mich über den weiteren, positiven Impuls für die heimische Wirtschaft und Industrie, den die Austrian Airlines mit der Wiederaufnahme der Flugverbindungen zwischen Graz und Düsseldorf bzw. Stuttgart ab Oktober setzt. Die vielen Industriebetriebe und Unternehmensgruppen in und rund um Graz haben uns dringend um Unterstützung ersucht, dass die Destinationen nach Stuttgart und Düsseldorf wieder aufgenommen werden. Gemeinsam mit der Flughafengeschäftsführung haben wir daher alle Anstrengungen unternommen, auch in den aktuell schwierigen Zeiten, vor allem für die Aviation, diese wichtigen Verbindungen wieder zu öffnen. Unser Flughafen war leider in ‚Parkposition‘. Nun gehen wir hoffentlich wieder in den Steigflug über – mit unseren Partnern aus Wirtschaft und Industrie für den Standort Graz.“

Der Flughafen Graz kehrt mit dem Erstflug am 22. Juni nach der Corona-bedingten Pause langsam, aber stetig wieder zu einer gewissen Normalität zurück. Düsseldorf und Stuttgart sind nun zwei weitere wichtige Meilensteine auf diesem Weg.

„Nach der Wiederherstellung der Anbindungen an die großen Umsteigeflughäfen Wien, Frankfurt und Amsterdam, hatten Düsseldorf und Stuttgart aufgrund ihrer Bedeutung für die steirische Wirtschaft und Industrie, einen besonders hohen Stellenwert für uns“, erklärt Mag. Gerhard Widmann, Geschäftsführer des Flughafen Graz. „Ich bin sehr glücklich, dass wir nach den sehr intensiven Gesprächen mit der AUA sogar gleichzeitig an beide Destinationen wieder angebunden werden!“

Flugzeiten ab 05. Oktober:

FlugtageAnkunftAbflug
1……Graz07:00Düsseldorf08:40
.23….Graz07:30Düsseldorf09:00
…45..Graz13:50Düsseldorf15:35
1……Düsseldorf09:15Graz10:55
.23….Düsseldorf09:35Graz11:15
…45..Düsseldorf16:10Graz17:55
1……Graz16:15Stuttgart17:30
.23….Graz16:00Stuttgart17:15
…45..Graz18:35Stuttgart19:50
1……Stuttgart18:05Graz19:20
.23….Stuttgart17:50Graz19:05
…45..Stuttgart20:25Graz21:40

Dortmund Airport bietet weiterhin kostenfreie Corona-Tests

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Die kostenfreien Corona-Tests am Dortmund Airport für Reiserückkehrer aus Risikogebieten sind weiterhin möglich. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe betreibt das Testzentrum am Flughafen verbindlich bis zum 25. Oktober. Dies
gibt Reisenden Sicherheit für die Herbstferien.

Negativer Corona-Test kann Quarantäne verkürzen

Wer bis zum 25. Oktober aus einem Risikogebiet am Dortmund Airport landet, kann sich direkt nach der Ankunft kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Die 14-tägige Quarantäne, die bei Rückkehr aus einem Risikogebiet vorgeschrieben ist, kann so bei einem negativen Befund deutlich verkürzt werden. Lediglich bis zum Erhalt des negativen Testergebnisses müssen Reisende in Quarantäne. In der Regel sind dies ca. drei Werktage.

Chang’e-4 misst Gefahr kos­mi­scher Strah­lung auf dem Mond

Am 03. Januar 2019 ist die chinesische Mondlandesonde Chang’e-4 auf der Rückseite des Erdmonds gelandet. An Bord ist auch ein deutsches Messinstrument für Weltraumstrahlung. Das Lunar Lander Neutron and Dosimetry (LND) hat seitdem Messungen kosmischer Strahlung aufgezeichnet, die erstmals eine zeitliche Auflösung haben. Bisherige Geräte konnten nur Daten einer gesamten „Missionsdosis“ sammeln. Das Wissenschaftsjournal Science Advances berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über die Arbeit der internationalen LND-Wissenschaftlergruppe, die sich mit der genaueren Strahlungsmessung auf dem Mond beschäftigt hat und an der auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beteiligt ist.

„In den kommenden Jahren und Jahrzehnten planen verschiedene Nationen, mit astronautischen Missionen den Mond zu erforschen. Für den Menschen stellt dabei die Weltraumstrahlung ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Schon die Apollo-Astronauten trugen deshalb Strahlenmessgeräte, sogenannte Dosimeter, am Körper. Allerdings wurde damit nur die Strahlenbelastung über die gesamte Mission hinweg bestimmt“, sagt Dr. Oliver Angerer, LND-Projektleiter im DLR Raumfahrtmanagement. Mit dem LND sind demgegenüber – für die verschiedenen Charakteristika des Strahlenfelds – Zeitintervalle von einer, zehn oder sechzig Minuten möglich. Dies erlaubt es den Forschenden, die sogenannte Äquivalentdosis zu berechnen. Diese ist wichtig, um die biologischen Effekte abzuschätzen.

Hohe Strahlenbelastungen im Raumanzug

DLR-Strahlenphysiker Dr. Thomas Berger vom DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin ist an der Publikation beteiligt und erläutert: „Die von uns gemessene Strahlenbelastung ist ein gutes Maß für die Strahlung innerhalb eines Astronautenanzugs. Die Messungen ergeben eine Äquivalentdosisleistung – die biologisch gewichtete Strahlendosis pro Zeiteinheit – von etwa 60 Mikrosievert pro Stunde. Zum Vergleich: Auf einem Langstreckenflug von Frankfurt nach New York ist die Dosisleistung etwa fünf bis zehn Mal geringer, am Erdboden gute 200 Mal. Ein Langzeitaufenthalt auf dem Mond ist also eine hohe Belastung für den menschlichen Körper.“

„Wir Menschen sind eben nicht gemacht für die Weltraumstrahlung“, ergänzt Prof. Robert Wimmer-Schweingruber von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, dessen Team das LND-Instrument entwickelt und gebaut hat. „Darum müssen sich Astronauten bei längeren Mondmissionen vor ihr abschirmen – zum Beispiel, indem sie ihre Unterkunft mit einer dicken Schicht Mondgestein bedecken. So könnte bei möglichen Langzeitaufenthalten auf dem Mond das Risiko für Krebs und andere Erkrankungen gesenkt werden.“

Das Kieler Gerät misst jeweils „tagsüber“ und bleibt – wie alle anderen wissenschaftlichen Geräte während der sehr kalten und fast zwei Wochen dauernden Mondnacht – ausgeschaltet, um Energie zu sparen. Gerät und Lander sollten mindestens ein Jahr lang messen und haben dieses Ziel bereits übertroffen. Die Daten des LND und des Landers werden über den Relais-Satelliten Queqiao („Elsternbrücke“) zur Erde übertragen, der sich über der erdabgewandten Seite des Monds befindet.

Astronautische Weltraumforschung auf dem Mond und darüber hinaus

Auch hinsichtlich zukünftiger interplanetarer Missionen sind die Strahlungsdaten relevant: Da der Mond weder ein schützendes Magnetfeld noch eine Atmosphäre besitzt, ist das Strahlungsfeld auf der Mondoberfläche dem im interplanetaren Raum ähnlich. „Deshalb werden die Messungen des LND auch verwendet, um Computermodelle für die Berechnung von zu erwartender Strahlenbelastungen zu entwickeln, zu verbessern und so zum Strahlenschutz für die Astronauten zukünftiger Missionen beizutragen. Dabei ist es wichtig, dass der Detektor auch Rückschlüsse auf die Zusammensetzung des Strahlungsfelds zulässt – zum Beispiel wie viele Neutronen und hochenergetische geladene Teilchen gemessen werden „, verdeutlicht DLR-Strahlenphysiker Berger.

Finanzierung

Das Lunar Lander Neutron and Dosimetry ist im Auftrag des Raumfahrtmanagements im DLR mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie von der der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel entwickelt und gebaut worden. Die Forschung am DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin wird über das DLR Raumfahrt-Programm „Erforschung des Weltraums“, Vorhaben „Moon and Mars Exploration Studies“ (MoSES) unterstützt.

Flughafen Berlin stellt Terminal 2 fertig

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Fertigstellung am Flughafen Berlin: Nachdem der FBB-Aufsichtsrat im Juli 2017 den Startschuss für das Terminal 2 gegeben hatte, begann die Planung. Der Planänderungsbeschluss konnte am 18. Juli 2018 und die Baugenehmigung am 24. Juli 2018 erreicht werden. Jetzt ist der Bau fertig.

Das Terminal 2 dient als Terminal für Abflug und Ankunft und hat eine Kapazität von 6.000.000 jährlich. Die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH und die ZECH Bau SE haben die bauliche Fertigstellung des Terminal 2 am BER bekannt erklärt. Das Terminal 2 des BER ist mit den Wartebereichen des Pier Nord, und damit auch mit dem Terminal 1, über zwei Brücken verbunden.

Passagekapazität für 40.000.000

Mit eigenem Check-in, Gepäckaufgabe und -ausgabe, modernsten Sicherheitskontrollen und Serviceeinrichtungen sowie Einzelhandel und Gastronomie ergänzt das Terminal 2 die Kapazitäten des großen Fluggastterminal 1. Insgesamt verfügt der BER mit den drei Terminals 1, 2 und 5 (ehemals SXF) über Kapazitäten für über 40 Millionen Passagiere.

Das Terminal 2 ist ein Schlüsselprojekt des Ausbauprogramms und wurde in der Rekordzeit von nur zwei Jahren komplett realisiert. Die Vergabe an den Generalunternehmer erfolgte am 17. September 2018. Baubeginn war im Oktober 2018. Das Richtfest fand am 30. Juli 2019 statt. Im Sommer 2020 wurde das Gebäude fertiggestellt und alle Sachverständigenprüfungen sowie die Wirkprinzipprüfung erfolgreich abgeschlossen. Die Anzeige der Nutzungsaufnahme konnte in dieser Woche für das Terminal 2 bei der Bauaufsichtsbehörde eingereicht werden.

Wette zu fristgerechtem Bau

Die Kosten des Gesamtprojekts mit Bau von Terminal 2, der Planung und Erschließung sowie dem Bau des Bundespolizeigebäudes liegen im geplanten Gesamtbudget von 200 Millionen Euro. Engelbert Lütke Daldrup, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH: „Der Bau dieses Terminals ist im Kosten- und Zeitrahmen geblieben. Die ZECH Bau SE als Generalunternehmer hat ihre Zusage eingehalten und das Terminal in weniger als zwei Jahren seit dem Beginn der Bauarbeiten am 05. Oktober 2018 fertiggestellt. Mein Dank gilt der ZECH Bau SE und allen beteiligten Bauarbeitern und Behörden sowie unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Aufgrund der eingebrochenen Passagierzahlen benötigen wir das Terminal nicht zur Eröffnung des BER. Die FBB wird das T2 daher voraussichtlich erst zum Sommerflugplan 2021 in Betrieb nehmen. Bis dahin können wir eine halbe Million Euro pro Monat einsparen. Bei wieder steigenden Passagierzahlen ist das Terminal 2 innerhalb kürzester Zeit betriebsbereit.“

Kurt Zech, Vorstandsvorsitzender der Zech Group SE: „Mein Dank gilt der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, die uns als Bauherr ihr Vertrauen geschenkt hat. Und mein Dank gilt ebenfalls allen Projektbeteiligten auf Bauherrenseite sowie unseren Mitarbeitern, die ausgezeichnet und stets lösungsorientiert zusammengearbeitet haben. Das war letztendlich der Schlüssel dafür, dass wir das Bauwerk zum vereinbarten Termin übergeben können und ich meine Wette auf fristgerechte Ablieferung, die ich auf dem Richtfest angeboten habe, heute einlösen kann. Nun wünsche ich dem BER einen erfolgreichen Betrieb und viele Passagiere.“

Bundeswehr Eurofighter und F-16 Israels über Deutschland

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Deutsche Eurofighters und israelische F-16 fliegen Seite an Seite – so geschehen erstmals vor zwei Wochen bei der diesjährigen, gemeinsamen Streitkräfteübung Blue Wings beim Taktischen Luftwaffengeschwader 31 „Boelcke“.

Die Luftwaffen beider Länder trainierten gemeinsam, was insbesondere vor der Besonderheit der Beziehnungen von Deutschland und Israel, 75 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, hohe Symbolkraft hat. Und so wurden die israelischen Streitkräfte von Generallieutnant Ingo Gerhartz herzlich in Deutschland empfanfen.

Militär: Zusammenarbeit und Übungen

In der zweiten Woche der Übung kamen Soldaten aus Israel um an den Multinational Air Group Days (MAG Days) teilzunehmen, welche es mehrmals im Jahr gibt. Dabei lernten die israelischen Piloten erstmals den Luftraum über Deutschland kennen, der sich sehr von dem Israels unterscheidet.

Bereits zweimal waren deutsche Soltadten und mit der Luftwaffe in Israel, um wie zuletzt im November 2019 dort an Blue Flag teilzunehmen. The German Air Force has twice previously participated in the Israeli-based multinational exercise Blue Flag, most recently in November 2019. Zudem besteht schon länger eine Zusammenarbeit über die Missionen der israelischen Drohne Heron, die von Deutschland genutzt wird.

Flughafen Wien öffnet wieder Austrian Airlines Lounge

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Aufgrund der Ausbreitung der Corona Pandemie und der temporären Einstellung des Flugbetriebes musste Österreichs Homecarrier sämtliche Lounges am 16. März vorübergehend schließen. Ab 29. September begrüßt Austrian Airlines wieder Passagiere in der Lounge am Flughafen Wien. Mit Ende September öffnet nun die Austrian Business Lounge Schengen (Terminal 3, Ebene 2 oder F-Gates) wieder ihre Türen für Austrian Airlines Fluggäste.

Neuerung für Lounge-Besucher am Flughafen Wien

Mit der Wiedereröffnung gibt es auch eine Neuerung für Lounge-Besucher: Ab sofort ist Qualitäts-Caterer DoN für das kulinarische Angebot in der Austrian Airlines Lounge verantwortlich. Das größte privat geführte Cateringunternehmen Österreichs hat sich in der Ausschreibung durchgesetzt und wird Lounge Gäste von nun an verköstigen. Partner für das Onboard Catering auf Austrian Airlines Flügen bleibt weiterhin DO & CO.

„Mit der Wiedereröffnung unserer Lounge am Flughafen Wien gemeinsam mit unserem neuen Lounge-Cateringpartner DoN gehen wir einen weiteren Schritt in Richtung Normalität und können unseren Passagieren wieder mehr Service entlang der Reise anbieten“, freut sich Austrian Airlines Produktchef, Erik Mosch, über die Eröffnung.

Speisen- und Getränkeangebot der Lounge

Das Speisen- und Getränkeangebot der Lounge berücksichtigt alle hygienische Auflagen und wurde den behördlichen Richtlinien entsprechend adaptiert. Besuchern stehen eine große Auswahl an Getränken sowie kalte und warme Snacks und Speisen zur Verfügung. Auch regionale Schmankerl werden angeboten. Die Austrian Airlines Lounge befindet sich bei den F-Gates im Terminal 3 und ist täglich von 05:30 bis 20:00 Uhr geöffnet. Zunächst wird nur die Business Lounge Schengen wiedereröffnet, sie steht allen zutrittsberechtigten Passagieren zur Verfügung. HON-Circle Gäste erwartet ein eigener Bereich. Informationen zu den Zutrittsregeln sind unter https://www.austrian.com/at/de/lounges-am-flughafen-wien zu finden.

In der Austrian Airlines Lounge besteht, wie im gesamten Flughafenterminal und an Bord, eine strikte Maskentragepflicht. Der Mund-Nasenschutz darf nur beim Sitzen an den Tischen abgenommen werden

Austrian Airlines fliegt wieder nach Shanghai

Austrian Airlines fliegt ab 02. Oktober wieder nach Shanghai. Nach mehreren Verschiebungen der Wiederaufnahme aufgrund der dynamischen Marktsituation ist die Rückkehr nach China jetzt fixiert. Eine Boeing 767 wird jeden Freitag von Wien nach Shanghai fliegen. Der Rückflug findet am darauffolgenden Sonntag statt. Weitere Verbindungen nach China sind für Austrian Airlines eine denkbare Option.

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit regulären Passagierflügen nach China zurückkehren können“, sagt Austrian Airlines Vorstandsmitglied Andreas Otto. „Ein zweiter wöchentlicher Flug nach Shanghai ist auf unserer Wunschliste.“

Das Langstreckenportfolio von Austrian Airlines erweitert sich damit um eine weitere Destination. Neben Shanghai fliegt Österreichs Heimatairline bereits u.a. nach Chicago, New York und Washington.

Auf der Austrian Airlines Website finden Passagiere den aktuellen Austrian Airlines Flugplan sowie Informationen zu den Themen Reisen in Zeiten von Corona, Maskenpflicht oder Umbuchungsregelungen. Die Angaben werden laufend ergänzt. Darüber hinaus finden Passagiere die aktuellen Einreisebestimmungen für ihre jeweilige Destination.

Flug Wien – Shanghai

Strecke                      Flugnummer    Flugtag      Abflug – Ankunft (Lokalzeiten)
Wien – Shanghai         OS 75             Freitag      13:30 – 6:00 (am nächsten Tag)
Shanghai – Wien         OS 76             Sonntag    10:10 – 15:45

DFS & Lufthansa: Verfahren für effizientere Sinkprofile

Die Deutsche Flugsicherung und die Lufthansa haben im April und Mai dieses Jahres zusammen EFP, ein Konzept für effizientere Flugprofile, entwickelt und implementiert. Der Staats-eigene Betrieb DFS und die größte deutsche Airline nutzten dabei den durch die Corona-Krise verursachten Verkehrsrückgang, der mehr Raum für optimierte Flugprofile bietet.

Weniger Lärmbelastung, geringerer Treibstoffverbrauch und reduzierter Schadstoffausstoß: Das neue EFP, Efficient Flight Profile Concept, sorgt für mehrere positive Effekte. Es unterstützt den kontinuierlichen Sinkflug, der eine im Vergleich zu Standardanflügen verbrauchs- und emissionsärmere Landung ermöglicht. Entwickelt und etabliert haben es DFS und Lufthansa im Frühjahr in der kurzen Zeit von nur fünf Wochen.

Idealflug beginnt vor Initial Approach Fix

Das Efficient Flight Profile Concept EFP unterstützt den kontinuierlichen Sinkflug (Continuous Descent Operations), der eine im Vergleich zu Standardanflügen verbrauchs- und emissionsärmere Landung ermöglicht. Zugleich sorgen diese Anflugprofile im Umfeld der Flughäfen für eine geringere Lärmbelastung. Erste Auswertungen zeigen, dass allein die Lufthansa Group seit Einführung des EFP-Konzepts den Ausstoß von CO2 um mehr als 2.000 Tonnen pro Monat reduzieren konnte.

Das EFP-Konzept ermöglicht es, für Anflüge auf die Flughäfen Frankfurt und München sowohl lateral als auch vertikal optimierte Flugwegführungen nunmehr bereits ab Entfernungen von mehr als 200 Nautischen Meilen zu planen. Dabei erhalten Flugzeuge mit einem Vorlauf von bis zu einer halben Stunde die Freigabe für einen Direktflug aus dem oberen Luftraum zum Initial Approach Fix – jenem Punkt, von dem es dann zum Landeanflug auf den Flughafen ansetzt.

Dies ist nur möglich durch eine enge Abstimmung zwischen den beteiligten Flugsicherungsorganisationen und kann bereits bis zu einer Woche vor dem eigentlichen Flugereignis erfolgen. Ein weiterer, Schlüsselvorteil des EFP-Konzepts liegt in der hohen Transparenz zwischen Cockpitbesatzung und Lotsen sowie der zeitgerechten Bereitstellung der Informationen. Die Freigaben werden frühzeitig vereinbart und ermöglichen so einen ruhigen Anflug unter weitestgehender Vermeidung von lateralen und vertikalen Korrekturen.

Mit dem Konzept haben die Beteiligten auf den durch die Corona-Krise ausgelösten drastischen Rückgang bei den Flugverkehrszahlen reagiert, der neue Spielräume für die Optimierung der Flugdurchführung eröffnet hat, insbesondere an den sonst verkehrsreichsten Flughäfen der Bundesrepublik Deutschland, Frankfurt und München. DFS, Lufthansa und alle beteiligten Systempartner haben EFP bereits etabliert.

EFP auch bei Wiederanstieg des Flugbetriebs

Klaus Froese, Hub-CEO für Lufthansa in Frankfurt, betont: „Wir haben die geringe Verkehrsnachfrage gemeinsam mit der Flugsicherung genutzt, um weiter optimierte Anflugprofile zu entwickeln und einzuführen – und zwar innerhalb weniger Wochen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass das neue Anflugverfahren auch bei steigender Verkehrslast seinen Platz im täglichen Flugbetrieb haben wird.“

Dirk Mahns, Geschäftsführer Betrieb der Deutschen Flugsicherung GmbH, erklärt: „Die DFS versteht sich als Dienstleister. Neben unserer primären Kernaufgabe, nämlich einen sicheren Luftverkehr zu gewährleisten, steht für uns die Erfüllung der Bedürfnisse der Luftraumnutzer im Vordergrund. Gemeinsames Ziel ist es, die mit dem Luftverkehr verbundenen Belastungen soweit es geht zu vermeiden beziehungsweise zu reduzieren. Das EFP-Konzept ist ein hervorragendes Beispiel dafür, was die Systempartner Fluggesellschaften und Flugsicherungen in enger Kooperation und Zusammenarbeit erreichen können. Wir können stolz auf das Erreichte sein; gleichzeitig ist es Ansporn für uns alle, diesen Weg der engen Kooperation weiter zu gehen.“

Planeten entdecken: NGTS-Suchkampagne von Exoplaneten

Die Welt der Exoplaneten – Planeten, die andere Sterne umkreisen – wird immer vielfältiger und facettenreicher. Die Einteilung der Planeten unseres Sonnensystems in Gesteins- und Gasplaneten kann den unterschiedlichen Eigenschaften, die man bei den über 4.000 in anderen Sternsystemen entdeckten Planeten gefunden hat, nicht gerecht werden. Die schiere Zahl an Neuentdeckungen ist aber nicht entscheidend. Vielmehr geht es um die genaue Charakterisierung durch Parameter wie Radius und Masse sowie um den inneren Aufbau des Planetenkörpers. Erst dadurch kann man etwas über die Entstehung und Entwicklung von Planeten erfahren. Die Teleskopanlage NGTS in den chilenischen Anden ermöglichte jüngst weitere wichtige Entdeckungen.

Über die Entdeckung dreier interessanter außergewöhnlicher Exoplaneten mit Beteiligung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wurde zum Teil schon in den vergangenen Wochen in Fachzeitschriften berichtet. Ganz aktuell kommt heute eine Veröffentlichung in Nature Astronomy über einen superschnellen und superheißen Planeten, LTT 9779b, dazu.

Bei all diesen Entdeckungen ist das DLR beteiligt, insbesondere über die Nutzung der Teleskopanlage NGTS (Next Generation Transit Survey), einer Teleskopanlage in Chile am Paranal-Observatorium, die seit 2015 in Betrieb ist. Acht der zwölf Kameras der Teleskopanlage steuerte das DLR bei. So hat NGTS bereits eine Reihe von Planeten entdeckt und zur Charakterisierung bereits bekannter Planeten beigetragen.

NGTS-11b: So groß wie Saturn und kühler als viele andere Exoplaneten

NGTS-11b ist ein Planet von der Größe des Saturn, der seinen Stern aber nur in rund 35 Tagen umkreist. Die Entdeckungsgeschichte beginnt mit einem einzelnen Transit, einer Passage des Planeten vor seinem Stern, der vom Weltraumraumteleskop TESS der NASA 2018 aufgenommen wurde. Da TESS (Transiting Exoplanet Survey Satellite) aber die meisten Beobachtungsegmente nicht länger als 27 Tage untersucht, blieb es bei diesem einzelnen Transit. Ohne die systematische Suche über 79 Nächte mit einem der NGTS-Teleskope wäre der Planet ‚verloren‘ gegangen. NGTS konnte aber einen zweiten Transit aufzeichnen, 390 Tage nach der Transitbeobachtung durch TESS. Aber auch damit konnte man die Umlaufzeit noch nicht genau bestimmen, jedoch immerhin deutlich einschränken: es konnten nicht mehr als 390 Tage sein, oder ganzzahlige Bruchteile davon.

Radialgeschwindigkeitsbeobachtungen des Planetensystems mit zwei verschiedenen Spektrographen an zwei verschiedenen Teleskopen lieferten weitere Informationen. Diese Entdeckung zeigt deutlich, wie wichtig hochpräzise photometrische Messungen vom Boden aus sind. Ohne die NGTS-Beobachtung hätte man den zweiten Transit dieses Planeten nicht entdecken und damit auch nicht seine Umlaufzeit bestimmen können. Aus der Umlaufzeit leitet sich der Abstand zum Zentralstern ab und damit auch seine Oberflächentemperatur. Mit 160 Grad Celsius ist es auf diesem Planeten zwar immer noch wärmer als auf der Erde, aber kühler als auf Venus oder Merkur und der Mehrzahl der entdeckten Planeten, viele von ihnen mit Temperaturen von über 1.000 Grad Celsius. Diese Beobachtungen zeigen deutlich das Potential von NGTS: Mit der Multiteleskopanlage ist es möglich, über lange Beobachtungszeiträume nach schwachen Signalen (kleinen „Transitdips“) zu suchen, wie sie neptungroße Planeten um einen sonnenähnlichen Stern verursachen.

TOI-849b: Bewohner der Neptunwüste

TOI-849b ist der Planetenkern eines Gasriesen. Er ist ein ‚Bewohner der Neptunwüste‘, jener Region im Masse-Perioden-Diagramm, in dem bisher nur sehr wenige Planeten entdeckt wurden – NGTS-4b ist einer der wenigen. Generell scheint es dort an Planeten mit kurzen Umlaufzeiten und Massen wie jener des Neptun zu mangeln, also etwa dem 15- bis 20-fachen der Erdmasse. Mit einer Umlaufzeit von nur 18 Stunden hat TOI-849b einen Radius wie Neptun, ist aber doppelt oder sogar dreimal so schwer und damit ein recht dichtes Objekt. Es muss eine sehr ungewöhnliche Entwicklung hinter sich haben. Es könnte einmal ein Gasriese gewesen sein, der seine Atmosphäre durch äußere Einwirkung verloren hat. Oder es ist ein Gasriese, der es aber nicht geschafft hat, im Laufe seiner Entwicklung eine atmosphärische Hülle anzusammeln. Dieser Planet wurde zuerst von TESS entdeckt und als Einwohner der ‚Neptun-Wüste‘ identifiziert. Nachbeobachtungen von vier Transitereignissen mit den NGTS-Teleskopen bestätigten die Entdeckung und verfeinerten die Werte für Radius und Umlaufzeit.

LTT 9779b: Superschnell und superheiß

LTT 9779b ist ein weiterer Einwohner der ‚Neptun-Wüste‘: superheiß und superschnell, ganz ähnlich zu TOI-849. Er wurde ebenso zunächst von TESS entdeckt und dann von bodengebundenen Teleskopen wie NGTS nachbeobachtet. Wie TOI-849b braucht auch dieser Planet für einen Umlauf nur etwas mehr als 18 Stunden und umkreist seinen Stern daher so dicht, dass er wahrscheinlich eine Temperatur von über 1.700 Grad Celsius hat. Bei solchen Temperaturen sind alle Moleküle zerfallen und alle Eisenatome ionisiert. Auch hier stellt sich die Frage, wie sich dieser Planet entwickelt hat und wie er seine Atmosphäre unter der starken Einstrahlung halten konnte.

Bei den beiden letztgenannten Planetenentdeckungen wurde der neuentwickelte Multi-Teleskop-Modus verwendet. Dabei beobachten alle Teleskope der NGTS-Anlage das gleiche Objekt. Das verbesserte Verhältnis von beobachtetem Signal zum Hintergrundrauschen kann Transitsignale entdecken, bei denen die Helligkeit des Sterns durch die vorbeiziehenden Planeten um ein Tausendstel abnimmt.

Damit können mit NGTS-Beobachtungen Bereiche mit Planetenentdeckungen gefüllt werden, die von weltraumgestützten Teleskopen so nicht alleine abgedeckt werden können und ergänzt damit vergangene, gegenwärtige und zukünftige Weltraummissionen wie Kepler, TESS oder PLATO.

Flughafen Paderborn/Lippstadt stellt Insolvenzantrag

Der Geschäftsführer der Flughafen Paderborn/Lippstadt GmbH, Dr. Marc Cezanne, hat beim Amtsgericht Paderborn einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Damit steht das in den vergangenen Monaten ausgearbeitete Sanierungskonzept vor seiner Umsetzung. Dem heimischen Airport wird so eine positive Zukunftsperspektive eröffnet.

„Insbesondere aufgrund massiv rückläufiger Flugbewegungen infolge der CoronaKrise ist eine umfangreiche Unternehmenssanierung notwendig geworden“, so Dr. Cezanne. „Tatsächlich liegen die aktuellen Passagierzahlen um 85 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraumes und es wird voraussichtlich noch einige Zeit dauern, bis die Passagierzahlen wieder annähernd das Vorkrisen-Niveau erreichen.“

Aber auch bereits vor der aktuellen Krise reichten die Erlöse des Flughafens nicht aus, um die Betriebs- und Investitionskosten zu decken. Der Jahresverlust 2019 führte zu einem Liquiditätsabfluss, der aufgrund beihilferechtlicher Vorgaben in dieser Höhe nicht durch die kommunalen Gesellschafter kompensiert werden durfte.

Konsens ist, dass die Flughafengesellschaft in Zukunft nur bestehen kann, wenn die Kostenstrukturen an die zu erwartenden Erlöse angepasst werden.

Flughafen Paderborn/Lippstadt soll Status „Verkehrsflughafen mit Flugsicherung“ behalten

In dem Sanierungskonzept ist vorgesehen, dass der Paderborn/Lippstadt Airport den Status eines Verkehrsflughafens mit Flugsicherung behält und weiterhin 24 Stunden am Tag in Betrieb sein wird. Angesichts der geringeren Flugbewegungen ist es jedoch kaufmännisch nicht vertretbar, die Kapazitäten für die Flugzeugabfertigung im bisherigen Umfang vorzuhalten. Eine allgemeine Reduzierung der Kapazitäten für die Flugzeugabfertigung wird wesentlich zur Kostensenkung beitragen. Dies bedeutet aber nicht, dass zukünftig geplante Flüge abgewiesen werden.

Sobald der Bedarf wieder zunimmt, wird es möglich sein, die Infrastruktur des Flughafens sukzessive bis zu ihrer Kapazitätsgrenze von deutlich mehr als 1 Mio. Passagieren jährlich auszulasten.

Weniger Flugbewegungen erfordern zwangsläufig leider auch die Anpassung der Kostenstrukturen durch einen massiven und schmerzhaften Abbau des Personalkörpers. Daher laufen bereits Verhandlungen mit dem Betriebsrat über einen möglichst sozialverträglichen Abbau von Arbeitsplätzen. Einbezogen wurden außerdem die Gewerkschaften zum Abschluss eines Tarifvertrages, um einen 24 Stunden-Dienst für die Flughafenfeuerwehr einführen zu können. Dieser ist unverzichtbarer Bestandteil der Sanierung.

Sanierungsexperte zum Generalbevollmächtigten ernannt

Das Amtsgericht Paderborn hat dem Antrag auf Sanierung in Eigenverwaltung stattgegeben. Vorausgegangen war die Bestellung eines erfahrenen Sanierungsexperten zum Generalbevollmächtigten des Flughafens. Diese Funktion übernimmt der Bielefelder Rechtsanwalt Dr. Yorck Streitbörger. Mit seiner Unterstützung kann das Management die eingeleitete Restrukturierung fortsetzen und das Unternehmen im Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung finanziell neu aufstellen. Ein Baustein ist hier das von der Arbeitsagentur gezahlte Insolvenzgeld. Dadurch sind die Löhne und Gehälter der 167 Mitarbeiter bis einschließlich November bereits gesichert.

Der Rechtsanwalt Stefan Meyer von der Kanzlei PLUTA wurde vom zuständigen Amtsgericht Paderborn zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Auch der vorläufige Sachwalter Meyer wird sich in seiner ersten Stellungnahme im Rahmen der gesetzlichen Regelungen für den Erhalt des Verkehrsflughafens als wichtiges Infrastrukturelement in OWL einsetzen.

Finanzierungskonzept liegt vor

Ein Finanzierungskonzept für die mit der Insolvenz in Eigenverwaltung verbundenen Sanierungskosten liegt bereits vor. Vorgesehen sind unter anderem Zahlungen der Gesellschafter. Dies sind die Landkreise Paderborn, Soest, Gütersloh, Lippe, Hochsauerland, Höxter, die Stadt Bielefeld sowie die Industrie- und Handelskammern Ostwestfalen zu Bielefeld und Lippe. Derzeit befinden sich die Gesellschafter in einem engen Austausch über die zukünftige Eigentümerstruktur und die Beteiligung an den Sanierungskosten.

„Die Insolvenz in Eigenverwaltung und die in diesem Rahmen erfolgende Sanierung wird keine negativen Auswirkungen auf Fluggäste und Flughafennutzer haben. Die Sanierungsmaßnahmen dienen vielmehr dazu, den für die Region wichtigen Flughafenstandort langfristig zu sichern. Gleichzeitig wird die finanzielle Belastung der Anteilseigner und damit der Städte und Kommunen deutlich gesenkt,“ so Dr. Streitbörger.

Zu unterscheiden sei zwischen den einmaligen Sanierungskosten im Rahmen eines Insolvenzplans und den laufenden Betriebskosten. Letztere müssten zwingend gesenkt werden, weil die EU-Kommission bislang nur Betriebsbeihilfen von 2,5 Mio. EUR jährlich genehmigt hat. Es wurde zwar ein Antrag gestellt, diese Beihilfen auf 5 Mio. EUR jährlich zu erhöhen, aber selbst dieser Betrag würde nicht mehr ausreichen, um die laufenden, Corona-bedingt noch einmal deutlich gestiegenen Verluste zu decken. Selbst wenn also die Gesellschafter des Flughafens bereit wären, höhere laufende Kosten zu tragen, so wäre dies beihilferechtlich unzulässig. Kosteneinsparungen sind somit zwingend notwendig.

Hintergrundinformationen – Leitlinien für staatliche Beihilfen

Zum Hintergrund nachfolgend einige Auszüge aus einer Mitteilung der EUKommission zu „Leitlinien für staatliche Beihilfe für Flughäfen und Luftverkehrsgesellschaften (2014/C 99/03)“.

Wenngleich die Flughäfen in der Union noch vorrangig in öffentlichem Eigentum stehen und vom Staat betrieben werden, ist derzeit eine zunehmende Beteiligung privater Unternehmen zu beobachten. Im vergangenen Jahrzehnt sind durch Teilprivatisierungen bestimmter Flughäfen sowie durch Wettbewerb um den Betrieb von Flughäfen in öffentlichem Eigentum, so u. a. auch von Regionalflughäfen, neue Märkte entstanden.

Kleinere Flughäfen stehen am häufigsten in öffentlichem Eigentum und sind auch zur Finanzierung ihres Betriebs am häufigsten auf öffentliche Fördermittel angewiesen. Die Preise dieser Flughäfen werden häufig nicht auf der Grundlage von Markterwägungen und insbesondere soliden Ex-ante-Rentabilitätsaussichten festgesetzt, sondern vor allem unter Berücksichtigung lokaler oder regionaler Erwägungen. Unter den derzeitigen Marktbedingungen hängen die Rentabilitätsaussichten gewerblich betriebener Flughäfen nach wie vor in großem Maße vom Verkehrsaufkommen ab, wobei Flughäfen mit weniger als einer Million Passagiere im Jahr in der Regel Schwierigkeiten haben, ihre Betriebskosten zu decken. Folglich erhält die große Mehrheit der Regionalflughäfen regelmäßig staatliche Fördermittel.

Beihilfen für Regionalflughäfen und Luftverkehrsgesellschaften

In Bezug auf öffentliche Förderung, die eine staatliche Beihilfe darstellt, vertritt die Kommission die Auffassung, dass bestimmte Kategorien von Beihilfen für Regionalflughäfen und Luftverkehrsgesellschaften, die diese Flughäfen nutzen, unter bestimmten Voraussetzungen gerechtfertigt sein können; dies gilt insbesondere für Beihilfen, die eingesetzt werden, um neue Dienstleistungen zu entwickeln und um einen Beitrag zur lokalen Anbindung bzw. wirtschaftlichen Entwicklung zu leisten. Dennoch sollte etwaigen Wettbewerbsverfälschungen auf den betroffenen Märkten Rechnung getragen werden. Zulässig sein können nur staatliche Beihilfen, die angemessen und erforderlich sind, um ein Ziel von gemeinsamem Interesse voranzubringen.

In diesem Zusammenhang sollte betont werden, dass Betriebsbeihilfen grundsätzlich eine stark wettbewerbsverfälschende Art der Beihilfe darstellen und nur unter außergewöhnlichen Umständen genehmigt werden können. Die Kommission vertritt die Auffassung, dass Flughäfen und Luftverkehrsgesellschaften ihre Betriebskosten in der Regel selbst tragen sollten.

Wizz Air installiert neuen digitalen Reiseplaner

Mehr Sicherheit in unsicheren Zeiten bietet nun Wizz Air, die am schnellsten wachsende und grünste* Airline Europas, mit einer neuen digitalen Form eines Reiseplaners. Die Website zeigt jederzeit, welche Ziele im Flugnetz der Airline angeflogen werden und welche Restriktionen vor Ort herrschen.

Reiseplaner mit Travel Planing Map

„Mit diesem neuen Tool wird es für unsere Passagiere noch einfacher zu erfahren, wohin und wohin sie nicht reisen können“, erklärt Zsuzsa Poos, Chief Customer & Marketing Officer von Wizz Air. „Sie bekommen hier immer die aktuellsten Informationen und können so weiterhin spannende Reiseziele mit Wizz Air ansteuern.“ Die sogenannte Travel Planing Map wird täglich aktualisiert und informiert mit einer Ampel über etwaige Reisebeschränkungen am gewünschten Ziel. So bedeutet grün, es herrschen vor Ort keine Restriktionen, gelb steht für gewisse Einschränkungen wie Quarantäne-Test, und rot signalisiert ein totales oder partielles Reiseverbot.

Wizz Air-Ziele in Deutschland

Wizz Air fliegt in Deutschland ab Köln, Dortmund, Frankfurt Hahn, Hamburg, Memmingen, Nürnberg, Friedrichshafen, Karlsruhe/Baden-Baden, Berlin, Hannover, Frankfurt, Bremen und Leipzig.

* Die Kohlendioxyd Emissionen von Wizz Air waren mit 57.2 gr/km/Passagier die geringsten unter Europas Airlines im Jahr 2019

Piloten-Kritik: Ryanair schließt Lauda-Basis Düsseldorf

Nachdem bereits die Base Stuttgart aus nicht nachvollziehbaren Gründen geschlossen wurde, verkündet die Ryanair-Tochter Lauda Motion nun ihren Rückzug vom letzten verbliebenen deutschen Standort in Düsseldorf. Betroffen sind ca. 70 Pilotinnen und Piloten, etwa die doppelte Anzahl an Flugbegleiterinnen und Flugbegleitern und weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Boden. Als Grund wurde unter anderem die Weigerung des Flughafens genannt, die Preise zu senken.

„Wenn Lauda davon absehen würde, Flüge durch halb Europa zum Preis eines warmen Mittagessens anzubieten, dann könnte der Konzern problemlos die angeblich zu hohen Gebühren der Flughäfen entrichten“, so Marcel Gröls, Vorsitzender Tarifpolitik der Vereinigung Cockpit. „Wenn schon das Unternehmen nicht umdenkt, so sollten sich vielleicht die Flugreisenden Gedanken machen, ob man aktuell mit einem Unternehmen fliegen möchte, dass derart rücksichtslos agiert.“

Beschäftigte der Ryanair-Tochter Lauda Motion vermissen Kommunikation

Beschäftigte berichten, dass es keinerlei Kommunikation des Unternehmens mit den eigenen Mitarbeitern gegeben habe. Die Standortschließung haben sie aus den Medien erfahren. Die einzige Mitteilung besteht in Kündigungsschreiben, in welchen Lauda Motion den Mitarbeitern im gebrochenen Deutsch mitteilt, dass die Arbeitsverhältnisse zum 31.12.2020 enden.

„Wir fordern Lauda Motion auf, das Gespräch mit den Beschäftigten zu suchen und mit uns gemeinsam einen tariflichen Sozialplan zu erarbeiten“.

Flughafen Wien-Vorstand Ofner kritisiert EU-Entscheidung

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Heftige Kritik von Flughafen Wien-Vorstand Dr. Günther Ofner an EU-Entscheidung

Die Kürzung des Fixkostenzuschusses 2 durch EU-Kommission auf maximal € 800.000 pro Unternehmen ist völlig unverständlich und eine Gefährdung der Aufrechterhaltung des Betriebs von kritischer Infrastruktur und vieler Arbeitsplätze. Gleichzeitig fehlt auch nach 6 Monaten jeglicher Fortschritt bei der Entwicklung europaweit einheitlicherer Reiseregelungen.

„Der neuerliche Anstieg der Infektionszahlen bremst massiv die Passagierzahlen, diese brechen zuletzt wieder sehr stark ein, was auch durch das Wirrwarr an je nach EU- Land völlig unterschiedlichen Regelungen und Reisebeschränkungen zusätzlich verschärft wird. Obwohl die Pandemie schon ein halbes Jahr dauert, ist bedauerlicherweise eine EU-weite Koordinierung und Standardisierung nicht einmal ansatzweise sichtbar und bisher leider ein Totalversagen der damit Befassten festzustellen“, erläutert Flughafen Wien-Vorstand Dr. Günther Ofner die akute Problemsituation.

Monatliche Fixkosten von bis zu 20 Millionen Euro

„Die verlustbringende Aufrechterhaltung des ungestörten Betriebs unserer kritischen Infrastruktur trotz fehlender Auslastung, wie es beim Flughafen nicht zuletzt aus Gründen der Versorgungssicherheit und Aufrechterhaltung der Konnektivität notwendig ist, kostet allein in unserem Fall monatliche Fixkosten von bis zu € 20 Mio. Eine wichtige Hilfe dabei wäre der dankenswerterweise von der Regierung vorgeschlagene erweiterte Fixkostenzuschuss. Dass dieser nun trotz der Dramatik der Entwicklung von der EU Kommission auf maximal T€ 800 je Unternehmen beschränkt wird, ist völlig unverständlich. Damit werden jene Unternehmen, die gerade in der Krise alle Kräfte im Dienst der Allgemeinheit mobilisieren, um den Betrieb aufrechtzuerhalten und Arbeitsplätze abzusichern, von der notwendigen Hilfe abgeschnitten. Diese Fehlentscheidung einer von jeglicher Realität losgelösten Bürokratie in Brüssel muss dringend korrigiert werden“, verlangt Ofner.

„Als besonders grotesk muss in diesem Zusammenhang gewertet werden, dass jenes Land, in dem die meisten EU-Institutionen beheimatet sind, nämlich Belgien, seine Einreisebestimmungen derart geändert hat, dass nur in Belgien durchgeführte PCR-Tests anerkannt werden, nicht aber auch solche aus anderen EU-Ländern, dass sich die EU-Kommission dagegen eingeschaltet hätte, ist aber bisher nicht bekannt“, sagte der Flughafen Wien-Vorstand abschließend.

Gutachten zur Zukunft des Flughafens Friedrichshafen

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Durch die weltweite COVID-19 Pandemie wurde die gesamte Luftverkehrsbranche existentiell getroffen. Die Auswirkungen auf den regionalen Flughafen in Friedrichshafen haben dazu geführt, dass der Aufsichtsrat und die Gesellschafter der Flughafen Friedrichshafen GmbH (FFG) ein Gutachten durch die Unternehmensberatung „Roland Berger“ beauftragt haben. Nach der gemeinsamen Sitzung von Kreistag und Gemeinderat am 21. September 2020 wird das Ergebnis des Gutachtens vorgestellt.

Seit Anfang Juni 2020 ist das renommierte Beratungsunternehmen Roland Berger damit beauftragt, ein Gutachten zur Zukunft des Flughafens Friedrichshafen zu erstellen. Dabei sollte grundsätzlich die Nachhaltigkeit und damit die künftige Entwicklung der Verkehre in Friedrichshafen geprüft werden. Der besondere Fokus lag darauf, strategische Handlungsoptionen und den damit zusammenhängenden Finanzbedarf zu evaluieren und grundsätzlic0h zu prüfen, ob der Flughafen in seiner bestehenden Form wirtschaftlich zu betreiben ist.

Diese ambitionierte und komplexe Untersuchung wurde in der kurzen Zeitspanne bis zur Gesellschafterversammlung Ende August 2020 intensiv bearbeitet. Das klare Ergebnis wurde mit einer eindeutigen Empfehlung den Gremien der FFG – Aufsichtsrat und Gesellschaftern – vorgelegt. Die Ergebnisse und Beschlussempfehlungen müssen nun in den Gremien der wichtigen Gesellschafter des Flughafens vorgestellt, diskutiert und beschlossen werden. Zum Auftakt dazu diente eine gemeinsame Informationsveranstaltung von Gemeinderat und Kreistag.

Die Analysen und Untersuchungen von Roland Berger waren trotz des engen Zeitplans sehr tiefgreifend und umfassend.

Ergebnisse des Gutachtens

  • Der Flughafen hat bereits in der Vergangenheit Krisen und Rückschläge (Airline Insolvenzen etc.) gut gemeistert. Die konstante Nachfrage nach Flugleistungen beträgt belastbar rund eine halbe Million (500.000) Passagiere.
  • Die Erholung des Flugverkehrs wird je nach Verlauf der Pandemie nur zögerlich verlaufen. Maßnahmen zur Verbesserung des operativen Jahresergebnisses (EBITDA) werden ergriffen.
  • Dabei handelt es sich um eine Optimierung des heutigen Status Quo im Bereich Aviation. Der bestehende Verkehrsmix von Geschäftsreiseverkehr, Touristik und VFR (Visiting Friends and Relatives) ist gezielt auszubauen. Im sogenannten Non-Aviation Bereich sind durch definierte Projektvorschläge die Erlöse zu erhöhen und mit einem Kosteneinsparungspaket ein Beitrag zur Ergebnisverbesserung zu leisten.
  • Die überragende Bedeutung des Flughafens als effiziente Verkehrsinfrastruktur wurde deutlich bestätigt. Die Region braucht den Flughafen. Dies gilt in erster Linie für die Wirtschafts- und Industrieunternehmen der gesamten Region aber auch für die hohe Nachfrage nach touristischen Zielen. Wegen mangelnder Verkehrsanbindung durch Straße und Bahn, die sich auch in Zukunft nicht maßgeblich verbessern wird, ist der Flughafen das beste „Tor“ um Europa und interkontinentale Ziele schnell zu erreichen. Deutlicher Beleg für die außerordentliche Bedeutung eines funktionierenden Flughafens für die Region Bodensee-Oberschwaben ist die Berechnung der Bruttowertschöpfung im Rahmen einer Untersuchung der regional-ökonomischen Bedeutung. Der jährliche Wert der Bruttowertschöpfung in der Region beträgt 56 Mio. Euro. Überregional liegt diese sogar bei 86 Mio. Euro. Dagegen würde eine Schließung des Flughafens nach Abzug aller bestehenden Verbindlichkeiten nur einen geringen, einmaligen Erlös erzielen.
  • Vor allem aufgrund der umfangreichen Investitionen in den nächsten vier Jahren und der geringen Betriebsergebnisse in 2020 und 2021 als Folge der Pandemie, wird ein hoher Finanzbedarf von nach aktuellem Stand 29,5 Mio. Euro bis einschließlich 2025 benötigt. Jährlich folglich rund 5,9 Mio. EUR, die der Wertschöpfung gegenübergestellt werden müssen.

Finanzierungsinstrumente und Umstrukturierungshilfe

Die Mittelzufuhr ist verteilt auf die einzelnen Jahre und wird durch verschiedene Finanzierungsinstrumente durch die Gesellschafter und den Flughafen aufzubringen sein. Dazu zählt ein durch öffentliche Gelder bezuschusster Ausgleich des finanziellen Schadens, der durch die Corona-Krise entstanden ist. Private Beteiligungs- und Fremdfinanzierungen sind ebenfalls Teil der notwendigen Finanzierung. Einen größeren Teil wird eine vorübergehende Umstrukturierungshilfe ausmachen.

In einem Folgeschritt wird man prüfen müssen, ob die Umstrukturierungshilfe in einen möglicherweise beihilfenrechtlich erforderlichen Umstrukturierungsplan münden muss. Diese Prüfungen werden neben den Gremienbefassungen weiter vorangetrieben. Im gesamten Finanzierungsverfahren werden die europäischen und deutschen Vorschriften zur Genehmigung der Beihilfen/Zuschüsse eingehalten. Die Abklärung mit den zuständigen Behörden steht noch aus.

„In der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit wurden mit großem Einsatz die möglichen strategischen Optionen des Flughafens und der damit zusammenhängende Finanzbedarf erarbeitet. Der Flughafen musste sich dabei auch mit kritischen Aspekten und Überlegungen von einer Verkleinerung bis zur Aufgabe des Geschäftes auseinandersetzen.

Das Resultat bestätigt die bisherige Ausrichtung und honoriert den stets sorgsamen Umgang der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den limitierten finanziellen Mitteln. Es freut mich daher, dass Roland Berger die Bedeutung des Flughafens für die Region unterstreicht und eine Fortführung des Betriebes empfiehlt.

Das Ergebnis der Untersuchungen wird in den kommenden Wochen in den politischen Gremien reflektiert und zur Entscheidung gebracht. Es ist wichtig für die Region und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier Klarheit über das weitere Vorgehen und für die nähere Zukunft zu bekommen. Mein Dank gilt der gesamten Belegschaft für den effizienten Betrieb des Flughafens in dieser schwierigen Zeit, unseren Gremien für die kritische Begleitung des Gutachtens und den Verfassern des Gutachtens“ so Claus-Dieter Wehr, Geschäftsführer der Flughafen Friedrichshafen GmbH.

Leipzig/Halle Airport mit 6,8% mehr Cargo per August

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Der Frachtumschlag an Europas fünftgrößtem Luftfrachtdrehkreuz, dem Leipzig/Halle Airport, ist im August abermals deutlich gewachsen. Gegenüber dem Vorjahresmonat stieg das Luftfrachtaufkommen um 12,7 Prozent auf rund 109.048 Tonnen.

Damit erhöhte sich der Cargo-Umschlag in den ersten acht Monaten des Jahres um 6,8 Prozent auf rund 865.631 Tonnen. Der Flughafen Leipzig/Halle entwickelt sich damit weiter gegen den deutschlandweiten Negativtrend.
Die positive Entwicklung des laufenden Jahres wird sowohl vom Linienfracht- als auch vom Frachtcharterverkehr getragen.

Airport verfügt über CEIV-Pharma-Zertifizierung

Zum Wachstum beigetragen haben auch temperaturempfindliche Pharma-Transporte. Seit Anfang 2020 verfügt der Airport über eine CEIV-Pharma-Zertifizierung. Das Kühllager des Airports befindet sich im World Cargo Center (WCC). Ein direkter Zugang zum Vorfeld garantiert temperaturempfindlichen Pharmazeutika kurze Transportwege und sichere Lieferketten von und zum Flugzeug sowie zum LKW. Leipzig/Halle ist damit rund um die Uhr in der Lage, eilige und temperaturempfindliche Pharmasendungen abzufertigen. Im August zählte hierzu auch ein Hilfsflug für eine UN-Organisation, der rund 30 Tonnen Impfstoffe und Medikamente von Leipzig/Halle nach Turkmenistan brachte.

Außerdem diente der Airport in den vergangenen Monaten als europäisches Drehkreuz für den Transport medizinischer Ausrüstung zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie. Mehr als 50 Frachtcharterflüge, unter anderem mit Antonow 225, Antonow 124, Boeing 777, 747F und 787-9 sowie Airbus A350, wurden zusätzlich zum regulären Frachtverkehr abgefertigt.

Abfertigung aller Arten von Luftfracht und Frachtflugzeugen

Mit mehr als 1.000 wöchentlichen Flügen im Frachtverkehr gewährleistet das Luftfrachtdrehkreuz Leipzig/Halle verlässliche Logistik- und Lieferketten. Am Leipzig/Halle Airport können auf zwei Start- und Landebahnen alle Arten von Luftfracht sowie Frachtflugzeugen abgefertigt werden – rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr.

„Christoph 43“ der DRF Luftrettung feiert 45. Geburtstag

Am 17. September vor 45 Jahren wurde „Christoph 43“ zum ersten Mal alarmiert. Mit den Jahren wurde der Karlsruher Rettungshubschrauber zu einem wichtigen Bestandteil in der Notfallrettung, da er länderübergreifend in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz im Einsatz ist. Besonders in topographisch schwierigen Regionen wie dem Schwarzwald und dem Pfälzerwald können die Crews von „Christoph 43“ oft schneller am Einsatzort sein als bodengebundene Rettungskräfte.

Mit 1.233 Einsätzen im Jahr 2019 ist „Christoph 43“ deutschlandweit einer der einsatzstärksten Hubschrauber der DRF Luftrettung. In der ersten Jahreshälfte 2020 wurden die Crews zu 570 Einsätzen gerufen.

Sebastian Geißert, Leitender Notfallsanitäter der DRF Luftrettung in Karlsruhe, erklärt die hohen Einsatzzahlen: „Wir decken ein Einsatzgebiet mit einem Radius von 60 Kilometern ab. Nach der Alarmierung durch die Leitstelle sind wir innerhalb von maximal zwei Minuten in der Luft. Meist geben schwere Erkrankungen wie Schlaganfälle oder Herzinfarkte, oft aber auch Freizeitunfälle, Verkehrsunfälle oder Arbeitsunfälle von Waldarbeitern Grund, uns zu alarmieren. Angefordert werden wir als schneller Notarztzubringer, in erster Linie von den Leitstellen Karlsruhe, Ortenau, Landau und Mittelbaden, die für den Landkreis Rastatt und den Stadtkreis Baden-Baden zuständig sind.“ Weiterhin wird „Christoph 43“ regelmäßig von den Leitstellen Freudenstadt, Calw, Pforzheim, Heilbronn und Rhein-Neckar eingesetzt.

Karlsruhe ist die drittälteste Station der DRF Luftrettung

Es kommt ein Hubschrauber vom Typ EC135 zum Einsatz. Aufgrund des Neubaus der St. Vincentius-Kliniken ist „Christoph 43“ seit Januar 2016 interimsweise am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden stationiert. „Wir hoffen, dass der Neubau, die erste Dachstation in Baden-Württemberg, in der ersten Jahreshälfte 2021 abgeschlossen sein wird“, erklärt Stationsleiter Volker Buchmann, „und wir dann an unseren eigentlichen Standort zurückkehren können.“ Insgesamt gehören vier Piloten, sechs Notfallsanitäter und 13 Notärzte zur Crew von „Christoph 43“. Die Besatzung ist täglich von 7:00 Uhr bis Sonnenuntergang einsatzbereit.

DLR zählt Teil­neh­mer bei Veranstaltungen aus der Luft

Experten für Photogrammetrie und Bildanalyse am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben einen ‚lernenden Algorithmus‘ zur automatischen Zählung von Personen auf Fotos und Videos entwickelt. Der Clou: Der Algorithmus erlaubt es, Bildmaterial der unterschiedlichsten Quellen und Qualitäten zu nutzen. Mit Methoden der künstlichen Intelligenz wurde das System auf das Erkennen von Kanten und Konturen trainiert, die typisch für Menschen auf Bildern sind. Und das in Echtzeit und datenschutzkonform, denn es können keine Personen erkannt, sondern nur gezählt beziehungsweise erfasst werden.

Ob Konzert, Kundgebung, Demonstration oder Messe: Damit bei größeren Menschenansammlungen die Sicherheit – und in Zeiten einer Pandemie auch die Gesundheit der Gäste – gewährleistet werden kann, ist eine genaue Kenntnis der Besucherzahlen wichtig. Dieses Jahr kam ein neuer Aspekt hinzu: der Infektionsschutz. Um die Sicherheit auch unter diesem erweiterten Sinne zu gewährleisten, sind genaue Teilnehmerzahlen heute noch wichtiger geworden als zuvor.

Verlässliche automatische Schätzungen – auch bei sich ändernden Bedingungen

„Zuletzt werteten wir ein YouTube-Video aus, das jemand mit dem Smartphone bei einer Kundgebung aufgenommen hat. Die Aufnahmen waren zum Teil verwackelt. Der Algorithmus ist genügsam, was die Qualität des Quellenmaterials angeht. Die Bilder müssen nicht in besonders hoher Auflösung oder vom festen Stativ entstanden sein“, sagt Dr. Reza Bahmanyar vom DLR-Institut für Methodik der Fernerkundung. „Die Teilnehmerzahl, die das System schätzte, war bereits erstaunlich nah an den Angaben der Polizei. Wir haben natürlich noch eine signifikante Fehlerrate. Mit der Verfeinerung des Systems wird diese noch deutlich sinken.“

Egal, ob sich während einer Aufnahme die Beleuchtungssituation ändert, die Kameraposition, Aufnahmequalität oder der Kamerawinkel: Das System schafft es, sogar bei sich sehr dynamisch ändernden Bildparametern relativ genaue Schätzungen abzugeben. Von Mal zu Mal verbessert sich die Genauigkeit des KI-basierten Systems, Personen über graphische Indikatoren zu erfassen und ihre Anzahl zu schätzen – und das, ohne die Menschen dabei zu identifizieren. „Wir speichern nur statistische Werte, keine Bilder und personenbezogenen Daten. Die Privatsphäre bleibt bei unserer Methode unverletzt“, betont DLR-Experte Bahmanyar.

„Region of Interest“ – Bewegungsgeschwindigkeit der Menschenmasse

Im Fall des Handyvideos hat das Team die Bewegungsgeschwindigkeit der Menschenmasse, die sogenannte ‚Region of Interest‘ im Bild, also den für die Analyse genutzten Bildausschnitt im Quellmaterial, sowie die Abtastrate manuell bestimmt. Die Abtastrate wird so auf Basis der Flussgeschwindigkeit des Personenstroms gewählt, dass die vom System analysierten Einzelbilder jeweils andere Menschen zeigen. Damit stellen die Forschenden sicher, dass Teilnehmer nicht doppelt gezählt werden.

Das gesamte Verfahren kann weiter automatisiert werden, wenn die Kameraparameter im Vorfeld bekannt sind: Bildausschnitt und Abtastrate könnten bei Aufnahmen von fest installierten Übersichtskameras automatisch erfolgen. Dadurch – und weil sich mit größerem Winkel zwischen der Blickachse der Kamera und der Bewegungsrichtung der Masse die gegenseitige Verdeckung der Menschen reduziert – werden die Schätzungen genauer. Und je höher die Bildqualität, desto besser werden die Zählungen ebenfalls. Da das System funktioniert, wenn sich sowohl die Menschenmenge als auch die Kamera bewegen, ist es außerdem möglich, Aufnahmen von fliegenden Plattformen wie Kameradrohnen zu analysieren.

DLR-Institut für Methodik der Fernerkundung

Das Team des DLR-Instituts für Methodik der Fernerkundung hat den Algorithmus darauf trainiert, Personen zu erfassen. Das System, das auf einem tiefen neuronalen Netz basiert, könnte aber auch auf die verschiedensten anderen Bereiche angewendet werden. Es bedarf nur der Trainingszeit und -anzahl, um dem KI-Algorithmus das Erkennen anderer Merkmale beizubringen. So könnte er beispielsweise in der Qualitätssicherung Anwendung finden, indem er Fehlerstellen auf Oberflächen erkennt, oder im Umweltmonitoring, um die Anzahl von Partikeln wie Plankton auf Unterwasseraufnahmen zu schätzen.

Airbräu Wiesn statt Oktoberfest am Flughafen München

Das Oktoberfest auf der Münchner Theresienwiese fällt in diesem Jahr zwar aus, aber am Flughafen München findet die Airbräu Wiesn statt. Damit bietet der Flughafen München täglich neben Live-Musik und einer Fotobox das klassische Wiesnflair und ein attraktives kulinarisches Programm unter strikter Beachtung der aktuellen Hygieneregeln. Dazu zählen auch zwei zünftige, mehrgängige Wiesn-Menüs inklusive einer Maß „Gaudium“-Bier für 40 bzw. 69 Euro. Die dazugehörigen Schmankerl reichen von bayerischer Brotzeit, über Schweinebraten, Schweinshaxen und Ente bis hin zum Kaiserschmarrn. Auch für die kleinen Gäste des Airbräus ist etwas geboten: Im Airbräu-Biergarten gibt es ein Kinderkarussell.

„Gaudium“ im Holzfass zum Selbstzapfen

Das eigens für diesen Anlass am Flughafen gebraute „Gaudium“ wird den Gästen ab fünf Personen im Holzfass zum Selbstzapfen direkt am Tisch serviert. Süffig im Geschmack, mit 13 Prozent Stammwürze, ist es am besten in der Maß zu genießen. Platz finden die Gäste im Airbräu-Biergarten unter Kastanien oder in einer Tischbox im Innenbereich. An den drei Sonntagen ist in der Airbräu-Brauerei Tag der offenen Tür, wobei stündlich Führungen angeboten werden.

So lässt sich die Festsaison auch heuer standesgemäß zelebrieren – ein kleiner Trost für alle Volksfest-Fans. Bis zum 04. Oktober lädt der Flughafen zur Airbräu Wiesn ein.

Abholer parken kostenlos am Flughafen München

Um Tischreservierung unter +49 89 975 931 11 oder auf der Airbräu-Webseite wird gebeten. Das Parken ist, zur Abholung der Bestellung, im Parkhaus P20 kostenlos.

Lufthansa bringt „Ocean“-Airline als Ferienflieger voran

Die Deutsche Lufthansa AG hat intern angekündigt, die Leisure-Plattform Ocean (als „Ferienflieger“ im Lufthansa-Konzern) in den nächsten Wochen und Monaten dezidiert vorantreiben zu wollen. Entsprechende Stellenanzeigen wurden ausgeschrieben, ein AOC (Flugbetriebsgenehmigung) ist in der Beantragung und der Konzern kündigte intern an, drei Langstreckenflugzeuge im Frühjahr 2021 bereedern zu wollen. Das Konzept ist dabei deutlich an die Funktionsweise der Swiss-Tochter Edelweiß  angelehnt und soll als zweite Produktlinie neben der Lufthansa Classic an den Hubs Frankfurt und München starten.

„Die Frage stellt sich schon, ob die Lufthansa mitten in der größten Krise seit dem 11. September so viel Geld in die Hand nehmen muss, um den ohnehin schon angeschlagenen Carriern Condor und Tui Konkurrenz im Touristikgeschäft zu machen. Wir gehen von jahrelangen Anlaufverlusten aus“, so Markus Wahl, Präsident der Vereinigung Cockpit (VC) zum unglücklichen und fragwürdigen Timing des Projekts.

„Ocean“-Arbeitsplätze werden neu ausgeschrieben

Die Strecken, die demnächst unter der kommerziellen Verantwortung von Ocean fliegen werden, sollen bis dahin von Beschäftigten aus dem Konzern bereedert werden. Dennoch werden die Arbeitsplätze aktuell neu ausgeschrieben. „Die Beschäftigten gelten nicht als gesetzt, sondern müssen sich dann auf ihre eigenen Strecken zu deutlich verschlechterten Bedingungen neu bewerben und dürfen auch nur auf einen befristeten Arbeitsplatz hoffen. Über ein solches Vorgehen kann man nur den Kopf schütteln“, so Wahl weiter.

Marcel Gröls, Vorsitzender Tarifpolitik der VC: „Ocean soll das Premiumsegment der Touristik von und nach Deutschland bedienen. Premium hat aber seinen Preis – da sollte die Lufthansa sich nicht zu schade sein, die Beschäftigten zu Tarifbedingungen einzustellen.“ Bislang plant der Konzern nicht, die Beschäftigten zu den Tarifbedingungen einzustellen, die für die Passage gelten.

Piloten fordern Tarifierung

„Wir fordern den Konzern auf, die Ocean-GmbH mit uns zu tarifieren“, so Gröls weiter, „ein Unternehmen wie die Lufthansa muss seriös planen. Sollte die Profitabilität von Ocean nur zu untarifierten Bedingungen gegeben sein, so wird Ocean nicht nachhaltig erfolgreich sein. Denn eines steht fest: Für die Tarifierung werden wir beizeiten sorgen. Denn keine Arbeitnehmerin und kein Arbeitnehmer wird es sich dauerhaft bieten lassen, die höchsten Qualitätsanforderungen zu erfüllen, aber auf die Sicherheit eines Tarifvertrages verzichten zu müssen.“

Lufthansa fliegt 15 neue Sommerreiseziele ab Frankfurt an

Lufthansa baut ab Frankfurt ihr touristisches Angebot für den Sommer 2021 konsequent aus. 15 neue und für Urlauber hochattraktive Sonnenziele für den nächsten Sommer werden ab sofort für Buchungen freigeschaltet. Der Schwerpunkt liegt auf Griechenland (Korfu, Chania/Kreta, Mykonos, Kos, Kavala/Thrakien und Preveza/Peloponnes). Weitere, attraktive Ziele im Programm liegen in Spanien (Jerez de la Frontera, Gran Canaria und Teneriffa werden aus dem Winter fortgesetzt), Ägypten (Hurghada), Zypern (Paphos), Kroatien (Rijeka), Italien (Lamezia Terme), Tunesien (Djerba) und Bulgarien (Varna).

Lufthansa-Flüge ab Frankfurt

Die Abflug- und Ankunftszeiten der neuen Ziele sind ideal für Urlaubsreisende: Die Abflüge ab Frankfurt finden am frühen Morgen statt, die Rückflüge kehren am Abend in die Main-Metropole zurück.

„Noch nie haben wir so viele Urlaubsziele neu in unser Programm aufgenommen. Damit reagieren wir auf die Wünsche unserer Kunden. Die Nachfrage nach Urlaubsreisen erholt sich deutlich schneller als die nach Geschäftsreisen. Mit Lufthansa haben wir bereits eine große und langjährige Kompetenz bei touristischen Angeboten und diese bauen wir als Teil unserer Strategie nun entschlossen aus,“ sagt Harry Hohmeister, Mitglied des Vorstands der Deutschen Lufthansa AG.

Lufthansa bietet 70 wöchentliche Verbindungen zu 29 rein touristischen Zielen

Durch den Einsatz von bis zu fünf zusätzlichen Flugzeugen bietet das Unternehmen zukünftig rund 70 wöchentliche Verbindungen zu 29 rein touristischen Zielen an, 15 mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Ziel von Lufthansa ist es, die Zukunft der Touristik aktiv mitzugestalten. Dies war bereits vor der Corona-Pandemie ein strategischer Schwerpunkt. So werden bereits seit Anfang Juli letzten Jahres zahlreiche zusätzliche touristische Destinationen angeboten.

Die Flüge sind ab 16. September buchbar. Und eine rechtzeitige Buchung lohnt sich. Denn die Sommerflüge 2021, die bis zum 31. Dezember 2020 gekauft werden, können dann beliebig oft kostenfrei umgebucht werden. Mehrkosten können entstehen, wenn beispielsweise bei einer Umbuchung auf ein anderes Datum oder zu einem anderen Reiseziel die ursprüngliche Buchungsklasse nicht mehr verfügbar ist.

Die neuen Destinationen Sommer 2021 im Detail

Korfu (CFU)zweimal wöchentlichab 04. April
Chania (CHQ)dreimal wöchentlichab 01. April
Djerba (DJE)einmal wöchentlichab 03. April
Hurghada (HRG)einmal wöchentlichab 03. April
Mykonos (JMK)zweimal wöchentlichab 04. Mai
Kos (KGS)dreimal wöchentlichab 02. April
Kavala (KVA)zweimal wöchentlichab 04. Mai
Gran Canaria (LPA)zweimal wöchentlichFortführung Winter
Paphos (PFO)zweimal wöchentlichab 29. März
Preveza (PVK)zweimal wöchentlichab 02. Mai
Rijeka (RJK)einmal wöchentlichab 08. Mai
Lamezia Terme (SUF)zweimal wöchentlichab 03. April
Teneriffa (TFS)zweimal wöchentlichFortführung Winter
Warna (VAR)zweimal wöchentlichab 01. Mai
Jerez de la Frontera (XRY)zweimal wöchentlichab 28. März

Deutschland verhängt neue Reisebestimmungen für Passagiere aus Wien

Seit 16. September gelten in Deutschland besondere Einreisebestimmungen für Passagiere, die sich im Bundesland Wien aufgehalten haben: Bei der Einreise in Deutschland ist derzeit entweder ein negativer COVID-19 Test vorzuweisen (nicht älter als 48 Stunden), oder eine 14-tägige Quarantäne anzutreten, in der ein COVID-19 Test nachgeholt werden muss. Passagiere können einen COVID-19 Test einfach und bequem direkt am Flughafen Wien in Anspruch nehmen, aufgrund erhöhter Nachfrage können vereinzelt längere Wartezeiten entstehen, die nötigen Ressourcen um alle Interessierten zu testen, werden allerdings zur Verfügung gestellt. Die beschriebenen Reisebestimmungen gelten nicht für Passagiere, die sich nicht in Wien aufgehalten haben, sondern nur über den Flughafen Wien abfliegen.

Negativer COVID-19 Test erspart Reisenden aus Wien die Quarantäne in Deutschland

Wer sich in den letzten 14 Tagen im Bundesland Wien aufgehalten hat, muss in Deutschland eine 14-tägige Quarantäne antreten, aufgehoben werden kann diese Verpflichtung mit dem Vorweisen eines negativen COVID-19 Testergebnisses, das bei der Einreise nicht älter als 48 Stunden ist. Das bloße Absolvieren der vollen Quarantäne ermöglicht keine Einreise in Deutschland: Wer keinen Test vorweisen kann muss ihn jedenfalls in Deutschland nachholen.

COVID-19 Test direkt am Flughafen Wien erledigen

Direkt am Flughafen Wien steht im Health Center Vienna Airport im Office Park 3 das COVID-19 Testangebot täglich von 7.00 Uhr bis 20.00 Uhr zur Verfügung. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich, aufgrund der hohen Nachfrage können vereinzelt Wartezeiten entstehen, das Testergebnis ergeht spätestens am Folgetag per E-Mail an die getestete Person.

DLR zeigt Pro­to­typ des Fahr­zeug­konzepts U-Shift

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Ob als On-demand-Shuttle, Hightech-Rufbus, als flexibles Verteilzentrum für Güter und Pakete oder als mobiles Verkaufsgeschäft – mit dem futuristischen Fahrzeugkonzept U-Shift bringt das DLR neuen Wind in die urbane Mobilität und Logistik von morgen. Den ersten fahrfähigen Prototyp hat ein Forschungskonsortium unter Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf der Zwischenbilanzkonferenz des Strategiedialogs Automobilwirtschaft Baden-Württemberg am 17. September in Stuttgart vorgestellt. Gefördert wird das Projekt durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg mit rund zwölf Millionen Euro.

Modularer Aufbau: Driveboard kombiniert mit Kapsel

Zentrales Merkmal des Ansatzes ist die Trennung von Fahrzeug, Driveboard genannt, und den kapselförmigen Aufbauten für den Personen oder Gütertransport. Die U-förmige Antriebseinheit beinhaltet alle teuren technischen Komponenten und Systeme, um autonom, elektrisch und leise unterwegs zu sein. Für maximale Wirtschaftlichkeit ist das Driveboard möglichst rund um die Uhr in Betrieb. Die wesentlich günstiger zu fertigenden Kapseln lassen sich für eine Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten auslegen.

„Wir wollen die Mobilität von morgen nachhaltiger, effektiver und komfortabler gestalten. Aus futuristischen Innovationen wie dem U-Shift-Fahrzeugkonzept können ganz neue Produkte und Geschäftsmodelle entstehen. Es kommt für Baden-Württemberg entscheidend darauf an, dass wir gerade unsere kleinen und mittleren Unternehmen beim Transformationsprozess unterstützen und ihnen dabei helfen, eine neue Rolle im Bereich der künftigen Fahrzeugkonzepte und Mobilitätslösungen zu finden. Der modulare Ansatz eröffnet hier sehr gute Spielräume“, erläutert Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut.

„Mit dem modularen Konzept von U-Shift leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Transformation der Mobilität. Gerade für die Übernahme innovativer Konzepte durch die Automobilwirtschaft oder Logistik- und Mobilitätsdienstleister sind Prototypen extrem wichtig. Denn so können Forscher und zukünftige Nutzer die mobile Welt von morgen real erleben und verbessern“, sagt DLR-Vorstand für Energie und Verkehr Prof. Karsten Lemmer.

Testen, diskutieren, optimieren: Prototyp läutet nächste Entwicklungsschritte ein

Der U-Shift-Prototyp hat die Maße eines größeren Transporters. Das Driveboard fährt derzeit ferngesteuert und soll in Zukunft komplett autonom unterwegs sein. Sicherheit ist auch hier ein zentraler Aspekt in der Entwicklung. Die Personenkapsel ist mit sieben Sitzplätzen und einem Klappsitz ausgestattet. Für einen barrierefreien Einstieg sorgt eine große Tür mit integrierter Rampe. Die Cargokapsel bietet Platz für vier Europapaletten oder acht Gitterrollwagen.

Mit Hilfe des Prototyps wollen die Forschenden erste Erfahrungen mit dem System sammeln, das die Kapseln aufnimmt und wieder absetzt. Sie stehen in engem Kontakt mit potenziellen Produzenten sowie Betreibern. Gleichzeitig führen sie intensive Gespräche mit den Bürginnen und Bürgern, um so die Bedürfnisse und Wünsche für Einsatzszenarien von U-Shift und damit verbundene zukünftige Arbeitsplätze zu diskutieren. Mit diesem Input entwickeln die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Fahrzeugkonzept weiter. Zum Beispiel gilt es, die Schnittstellen zwischen Mensch und Fahrzeug zu erproben: Dazu zählen der Mechanismus zum Öffnen der Türen, der Informationsfluss und etwaige Zugangsbeschränkungen. In einem nächsten großen Schritt soll die Leistung des Antriebsstrangs gesteigert, Hardware und Sensoren für das automatisierte und vernetzte Fahren eingebaut, ein neues Batteriesystem getestet sowie Fahrwerk und Hubvorrichtung weiterentwickelt werden.

Für das Jahr 2024 ist die ein zweiter, voll automatisiert und rund 60 Stundenkilometer schnell fahrender Prototyp geplant. Mit ihm will das U-Shift-Team innovative Geschäftsfelder für Unternehmen im Kontext neuer Mobilitätsserviceangebote untersuchen und bestehende Geschäftsfelder neu ausrichten, zum Beispiel in Pilotversuchen mit Firmen der Logistikbranche.

DLR-Partner im Projekt U-Shift

Zu den Partnern des DLR-Instituts für Fahrzeugkonzepte im Projekt U-Shift zählen das Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS), das den Antriebsstrang entwickelt, das Institut für Fahrzeugsystemtechnik (FAST) und das Institut für Technik der Informationsverarbeitung (ITIV) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die das Fahrwerk beziehungsweise die Elektrik/Elektronik-Architektur beisteuern. Für die Automation zeichnet das Institut für Mess-, Regel- und Mikrotechnik (MRM) der Universität Ulm verantwortlich.

Zum Strategiedialog Automobilwirtschaft Baden-Württemberg:

Der Strategiedialog Automobilwirtschaft Baden-Württemberg (SDA BW) eröffnet Innovationspotenziale über Branchengrenzen hinweg. Im Schulterschluss von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Arbeitnehmerverbänden, Verbraucherorganisationen, Umweltverbänden und Zivilgesellschaft werden Maßnahmen und Konzepte erarbeitet, um den Transformationsprozess der baden-württembergischen Automobilindustrie erfolgreich zu gestalten.

DLR-Parabelflugkampagne startet wegen COVID-19 in Paderborn

Es ist die 35. Parabelflugkampagne des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), aber dennoch ist nichts Routine auf diesem Flug in die Schwerelosigkeit: Erstmalig müssen Wissenschaftler, Ingenieure und Crew die Herausforderungen der Forschungsarbeit in Corona-Zeiten bewältigen. Selbst im letzten Moment musste noch einmal umgeplant werden: Der für Anfang September geplante Parabelflug in Bordeaux findet nun aufgrund der stark gestiegenen Anzahl an Covid-19-Infektionen in Frankreich vom 16. bis zum 24. September vom Flughafen Paderborn-Lippstadt Airport in Nordrhein-Westfalen statt. Der Airbus A310 ZERO-G ist am Nachmittag des 16. September auf dem Flughafen in Ostwestfalen gelandet und bis Sonntag, 20. September, werden dort nun die Experimente der beteiligten Wissenschaftlergruppen final eingebaut und für die drei Flugtage in Schwerelosigkeit vorbereitet.

„Wir sind erleichtert, dass wir trotz der Umstände und der für uns alle weiterhin dynamischen Entwicklung der Pandemie in Europa den DLR-Parabelflug nicht absagen, sondern kurzfristig nach Deutschland holen konnten“, erklärt Thomas Jarzombek (MdB), Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt, und ergänzt: „Als Düsseldorfer und damit ,Kind NRWs‘ freue ich mich besonders, zu zeigen, dass Forschung im Land zwischen Rhein und Weser eine herausragende Rolle spielt.“

Flüge in Frankreich abgesagt

Zwei Tage vor dem ursprünglich geplanten Start der Kampagne am 31. August sahen sich die Verantwortlichen des DLR Raumfahrtmanagements in Bonn zwingend veranlasst, die Flüge in Frankreich aufgrund des hohen Anstiegs an Corona-Infektionen aus Sicherheitsgründen abzusagen. „Nun galt es, kurzfristig einen Ersatzflughafen zu finden, der ab dem 16. September über entsprechende Kapazitäten und die notwendigen Voraussetzungen für einen Parabelflug verfügt. Eine weitere Verschiebung der Kampagne innerhalb dieses Jahres wäre aufgrund der Verfügbarkeit des A310 ZERO-G nicht möglich gewesen“, verdeutlicht Dr. Walther Pelzer, DLR Vorstand für das Raumfahrtmanagement, die außergewöhnliche Situation. „Den Parabelflug so kurzfristig nach Paderborn zu holen, war ein enormer Kraftakt, aber alle Beteiligten – Novespace, der Flughafen Paderborn, die Wissenschaftler aus ganz Deutschland und das DLR Raumfahrtmanagement haben ihn gemeinsam bewältigt. Das zeigt, was man auch unter schwierigsten Bedingungen gemeinsam schaffen kann.“

An den drei geplanten Flugtagen – 21. bis 23. September mit einem Back-up-Tag am 24. September – sollen acht technologische, physikalische und materialwissenschaftliche Experimente von Wissenschaftsteams aus ganz Deutschland mit an Bord des A310 ZERO-G der französischen Firma Novespace sein.

Seltene Erden testen

Mit „SESIMAG II“ will beispielsweise ein Forscherteam der Technischen Universität Dresden eine neue Methode zur Verarbeitung Seltener Erden testen. Seltene Erden sind ein Material, das in der Natur vorkommt und das in der Hochtechnologie eingesetzt wird – etwa bei der Herstellung von Computerchips oder Solaranlagen. Bei herkömmlichen Industrieverfahren werden zur Aufbereitung dieser Erden große Mengen von Lösungsmitteln verwendet. Die Wissenschaftler wollen beim Parabelflug eine neue Methode erproben, bei welcher der Einsatz von Lösungsmitteln durch ein mechanisches Verfahren – magnetische Separation – ersetzt wird. Hierdurch könnte die Produktion von Hightech-Geräten wesentlich umweltfreundlicher werden.

„Nach heutigem Stand werden wir sofern das Wetter mitspielt an allen drei Flugtagen morgens gegen 09:30 Uhr Richtung französische Atlantikküste aufbrechen, um dort über dem freien Meer die jeweils 31 Parabeln zu fliegen. Wir werden wegen der längeren Hin- und Rückflugzeit voraussichtlich insgesamt pro Tag eher vier bis fünf Stunden unterwegs sein anstelle der sonst üblichen drei bis vier Stunden“, berichtet Dr. Katrin Stang, Parabelflugprogramm-Leiterin im DLR Raumfahrtmanagement.

AHA-Regeln und Fiebermessungen sind Flugvoraussetzung

Neben der Durchführung der Kampagne in Deutschland sorgen zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen auf dem Parabelflug für Sicherheit. Wer in den A310 ZERO-G steigt, muss strenge Kontrollen durchlaufen: Nicht nur, dass die üblichen AHA-Regeln (Atemschutz, Hygiene, Abstand) eingehalten werden müssen – die Teilnehmer sind außerdem dazu verpflichtet, täglich Fiebermessungen durchzuführen. Die Wissenschaftsteams vor Ort wurden auf die absolut notwendigen Personen begrenzt, die zur Durchführung der Experimente notwendig sind – das sind etwa die Hälfte der Personen, die bei einer regulären Kampagne vor Ort beteiligt sind. Der Dokumentenaustausch und die Kommunikation zwischen den Teilnehmern erfolgt – wo möglich – elektronisch oder per Telefon. Die Sicherheitseinweisung für alle Teilnehmer wird außerdem erstmalig als Videobriefing durchgeführt.

„Für uns Wissenschaftler waren vor allem die Verschiebung des Parabelflugs um mehrere Wochen und die Schließung der Labore und Einrichtungen im Corona-Lockdown hinderlich für unsere Experiment-Vorbereitungen“, so Christina Knapek vom DLR Institut für Materialphysik im Weltraum. „Experimentanlagen müssen für den Flugtag punktgenau vorbereitet werden. Das ist allerdings nicht ganz einfach, wenn die Labore geschlossen sind.“

Piloten fordern Aufschub der Liberalisierung mit Katar

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Ein zwischen der EU-Kommission und dem Staat Katar ausgehandeltes Luftverkehrsabkommen (CATA) stößt auf Kritik bei der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit. Das Abkommen sieht eine schrittweise Öffnung des europäischen Marktes für Fluggesellschaften aus Katar vor.

Airlines von dort sollen demnach ihre Frequenzen und Ziele innerhalb der EU erhöhen können. Um in Kraft zu treten, muss das Abkommen vom Rat der Europäischen Union geprüft und unterzeichnet werden, was noch nicht stattgefunden hat. Aus Sicht der Vereinigung Cockpit wäre dies in der aktuellen Situation der völlig falsche Zeitpunkt.

Marktöffnung zur Unzeit für die Luftfahrt

Infolge der COVID-19-Pandemie sollten die Kommission und die Mitgliedstaaten die Unterzeichnung des Abkommens verschieben und die Öffnung des Marktes für Qatar Airways verschieben, bis der Verkehr wieder das Vorkrisenniveau erreicht hat. Ebenso solle die Kommission vor Unterzeichnung sicherstellen, dass der Staat Katar die in dem Abkommen enthaltenen Bestimmungen über fairen Wettbewerb und Sozialstandards einhält.

Ein Inkrafttreten des Abkommens unter dem Eindruck der Coronakrise wäre ein fatales Signal an die europäische Luftverkehrswirtschaft und die Beschäftigten. Kurz- und Mittelstreckenverkehre sind eingebrochen, der Langstreckenverkehr quasi völlig zum Erliegen gekommen. Eine derzeit völlig unnötige weitere Öffnung des Marktes unter diesen vollkommen veränderten Marktbedingungen wäre wirtschaftlich und sozialpolitisch ein Desaster für die EU.

Piloten: Keine Belastung vor der Erholung

Markus Wahl, Präsident der Vereinigung Cockpit: „In einer Phase in der viele EU-Mitgliedstaaten und ihre Steuerzahler versuchen, dem Luftverkehr in einer einmaligen Krise mit umfangreichen Überbrückungskrediten eine Zukunft zu ermöglichen, darf eine Erholung nicht noch politisch belastet werden. Der europäische Luftverkehrsmarkt und alle Mitarbeiter stehen unter erheblichen Druck infolge der noch lange existierenden Überkapazitäten. In einem solchen Moment darf die Politik kein Öl ins Feuer gießen. Wir fordern die politischen Entscheider daher auf, Verantwortung für ihre Wirtschaft und die europäischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wahrzunehmen. Sie dürfen das Abkommen vorerst nicht unterzeichnen!“

Airline-Verbände fordern Lösung zur COVID-19 Nachverfolgung

Mit Nachdruck fordern die Vertreter von mehr als zehn nationalen Airline-Verbänden (Boards of Airline Representatives, BARs) in Europa von der Politik die schnelle, kooperierte Entwicklung und Verwirklichung einer internationalen, digitalen Lösung für Flugreisende. Ihr dringender Appell richtet sich sowohl an die jeweiligen Regierungen der Länder als auch an die Europäische Kommission und die aktuell amtierende deutsche EU-Ratspräsidentschaft. Dabei betonen die BARs, dass angesichts der COVID-19-Pandemie eine solche länderübergreifende, digitale Lösung ebenso effizient wie unbürokratisch zur allgemeinen Gesundheit beiträgt. Indem sie die zügige Rückverfolgung etwaiger Infektionsketten erleichtert, kann sie die in den Staaten zuständigen Behörden dabei unterstützen, angemessene und unverzügliche Maßnahmen zu ergreifen.

Lösungsansätze gibt es bereits in Spanien, Großbritannien oder Griechenland

Ein harmonisiertes, elektronisches Verfahren ist den derzeitigen, häufig manuell vorgenommen Abläufen in den einzelnen Ländern um ein Vielfaches überlegen. Erste erfolgsversprechende Lösungsansätze gibt es bereits, etwa in Spanien, Großbritannien oder Griechenland. Jetzt ist jedoch eine koordinierende Politik gefragt, hier für eine leistungsstarke Plattform zu sorgen, die nicht an Ländergrenzen halt macht und die ein einheitliches Reiseerlebnis ermöglicht.

„Um die aktuellen weltweiten Herausforderungen bedingt durch COVID-19 zu bewältigen, ist eine Zusammenarbeit zwischen Staaten unumgänglich. Leider durchlaufen Reisende gegenwärtig oftmals umständliche manuelle und unkoordinierte Prozesse. Hier muss die internationale Gemeinschaft systematisch gemeinsam vorgehen, denn im Alleingang und ohne Koordination über Ländergrenzen hinweg, können wir uns dieser globalen Krise nicht stellen,“ erläutert Michael Hoppe, Generalsekretär des Board of Airline Representatives in Germany (BARIG). „Lokalisierte, nationale Verfahren sind höchst ineffizient und es mangelt ihnen insbesondere an Transparenz. Eine standardisierte, digitale Lösung ist daher das Mittel der Wahl.“

Auch in anderen Bereichen fordern die Vertreter der in Europa tätigen BARs – darunter die Executives aus Dänemark, Deutschland, Belgien, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Polen und der Schweiz – ein harmonisiertes Vorgehen. So setzen sie sich, neben der dringend benötigten digitalen Lösung, gemeinsam ein für:

  • Die gemeinschaftliche Bewertung der COVID-19-Lage innerhalb der EU und weltweit durch die zuständigen Ministerien der Staaten und übergeordneten Institutionen wie die Europäische Kommission sowie daraus ableitend ein abgestimmtes Vorgehen.
  • Die koordinierte Umsetzung des von ICAO, EASA und ECDC entwickelten „Take-Off Aviation Health Safety“-Protokolls.
  • Klare und unmissverständliche Informationen für Reisende zu etwaigen Maßnahmen, stets in Abstimmung mit der Reiseindustrie.

Dazu Michael Hoppe stellvertretend für die Executives der BARs: „Der Wiederaufbau des Luftverkehrs spielt für die wirtschaftliche Erholung auf europäischer und globaler Ebene eine äußerst wichtige Rolle. Vom internationalen Güter- und Warenverkehr über den Besuch von Familie und Verwandten bis hin zu Geschäfts- und Urlaubsreisen verbindet der Luftverkehr Menschen und Länder und kommt unserer Gesellschaft als Ganzes zugute. Wir appellieren daher mit Nachdruck an die nationalen Regierungen und die EU, die Einführung einer internationalen digitalen Lösung zu fördern, um Einschränkungen an den Grenzen im Interesse der Bevölkerungen und der Unternehmen zu überwinden. Darüber hinaus setzen wir uns für die Umsetzung des ‚Take-Off Aviation Health Safety‘-Protokolls ein, um die derzeit unkoordinierten Einzelmaßnahmen und diversen Reisebeschränkungen aufheben zu können.“

ILS Flugvermessung am Flughafen Frankfurt bei Nacht

Das Instrumentenlandesystem der Nordwest-Landebahn des Frankfurter Flughafens wird vom 17. bis voraussichtlich 20. September in beide Richtungen vermessen. Ein speziell hierfür ausgerüstetes Messflugzeug überprüft dabei die Präzision der Signale, die für sichere Landungen erforderlich sind. Untersucht werden beide Betriebsrichtungen, also Anflüge sowohl aus dem Osten als auch aus dem Westen kommend.

Die Flugvermessungen beginnen an den genannten Tagen um 23:00 Uhr und sind um zirka 03:00 Uhr des darauffolgenden Tages beendet. Sollte es dabei zu technischen oder witterungsbedingten Verzögerungen kommen, müssen die Vermessungsflüge an einem späteren Ersatztermin fortgeführt werden. Dieser Zeitraum läge dann zwischen dem 25. und dem 27. September 2020.

Turbo-Prop-Flugzeug Beechcraft Super King Air 350 im Einsatz

Aufgrund des tagsüber sehr hohen Verkehrsaufkommens am Frankfurter Flughafen ist es notwendig, Messflüge in die Nachtzeit zu legen. Zum Einsatz kommt dabei ein kleineres Turbo-Prop-Flugzeug vom Typ Beechcraft Super King Air 350. Die Maschine wird grundsätzlich und soweit es die vorgegebenen Flugprofile erlauben, Überflüge von Ortschaften vermeiden.

Das Instrumentenlandesystem unterstützt den Luftfahrzeugführer bei der Navigation während des Anfluges. Dies geschieht im Wesentlichen durch die elektronische Definition von Anflugkurs und Gleitwinkel durch Signalgeber am Boden. Die Signale werden im Flugzeug empfangen und den Piloten im Cockpit angezeigt. Nur durch Vermessungsflüge mit speziell dafür ausgerüsteten Flugzeugen kann die Präzision dieser Signale überprüft werden. 

Die Vermessung des Instrumentenlandesystems wird von der internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO in regelmäßigen Abständen vorgeschrieben. Sie sind wichtig für die sichere, geordnete und flüssige Verkehrsabwicklung an den Flughäfen.

Meeresbeobachtungssatellit Sentinel-6 abflugbereit

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„Copernicus Sentinel-6 Michael Freilich“, der europäische Meeresbeobachtungssatellit, wird bei Airbus Space für seine Reise zum Startplatz in den USA vorbereitet.

Der Umweltüberwachungssatellit aus dem Copernicus-Programm der ESA Sentinel-6 soll hochgenaue Vermessungen der Meeresspiegelhöhe vornehmen. Alle zehn Tage soll die Meereshöhe mit Radar auf wenige Zentimeter genau vermessen werden, und das über eine Missionsdauer von geplant sieben Jahren.

Zeitreihen für die Klimaforschung

Damit sollen der Forschung Daten über die Meere, ihre Strömungen, Winde und die Wärmespeicherung zugänglich werden. Daten, die für die Erfassung des Klimawandels und die Wetterprognose von großer Bedeutung sind. Auch soll Sentinel-6 diese Daten von großen Flüssen erfassen können. Die Zeitreihen werden für die Meere seit 1992 kontinuierlich erfasst.

Der Satellit soll vom Startplatz Vandenberg in Kalifornien aus gestartet werden. Nächste Woche startet er in einem Frachtflugzeug von München nach Amerika. Ab 2025 soll der nächste Sentinel-6 die Arbeit fortführen. Der jetzige Start ist für den 10. November vorgesehen.

Lufthansa Trachtenflüge trotz Ausfall des Oktoberfests

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Auch wenn das Münchner Oktoberfest in diesem Jahr nicht wie gewohnt stattfinden kann, hält Lufthansa an der schönen Tradition der Trachtenflüge fest. Als Hommage an das weltberühmte Volksfest starten am 22. September elf Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter mit der A350 nach New York/Newark. Gleichzeitig können Passagiere an Bord von Lufthansa CityLine die Trachtencrews auf zahlreichen Europaflügen erleben. Vom 21. bis zum 25. September geht es unter anderem von München nach Kopenhagen, Helsinki, Manchester, Berlin und Wien oder zu den Urlaubsdestinationen Santorin und Sylt.

Trachtenflüge seit 1957

Die Tradition der Trachtenflüge ist bei Lufthansa ebenso lang wie erfolgreich. Bereits 1957 gab es erste Flüge in Tracht und schon damals begeisterten sie Lufthansa Passagiere weltweit. 2006 wurde die Idee wieder aufgegriffen, der Erstflug ging – wie auch in diesem Jahr – nach New York. Seitdem wurden 25 Destinationen von den Lufthansa Trachtencrews angeflogen, von China über Japan und Indien bis in die USA. Hinzu kamen  Ziele in ganz Europa.

Die Tracht der Lufthansa Langstreckencrews wurde vom Münchner Trachtenspezialisten Angermaier entworfen: Das Wiesn-Dirndl der Flugbegleiterinnen ist dunkelblau mit silbergrauer Schürze, die Herren tragen eine kurze Lederhose mit dunkelblauer Weste im Stoff des Dirndls.

Für die Lufthansa Mitarbeiter der Fluggastbetreuung im Terminal 2 ist es seit Jahren ebenfalls Tradition, während der Wiesnzeit die Fluggäste in Dirndl und Trachtenanzug zu begrüßen.

Bayerische Genüsse an Bord und in den Lufthansa Lounges

Auch die Münchner Lufthansa Lounges knüpfen an die Tradition der Vorjahre an. In den Lounges können Passagiere zwischen typischen bayerischen Gerichten wie Leberkäs‘, Kraut- oder Kartoffelsalat wählen. Zudem gibt es gebrannte Mandeln, Breznperlen und Oktoberfestbier.

An Bord der Business Class wird im September Forelle und Bayerisch Creme serviert, dazu kann auf Wunsch ein Weissbier bestellt werden.

Flughafen Frankfurt: Startbahn 18-West bald in Betrieb

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Ab 15. Oktober 2020 starten auf der Startbahn 18 „West“ am Frankfurter Flughafen wieder Flugzeuge. An diesem Tag nimmt die Flughafengesellschaft Fraport AG die Piste 18 wieder in Betrieb. Sie war im Mai 2020 angesichts der Corona-Krise und des damit verbundenen geringeren Flugverkehrs temporär außer Betrieb genommen worden. 

Flugzeug-Nachenteisung befinden sich im Bereich der Startbahn 18 „West“

Grund für die Wiederinbetriebnahme der Startbahn ist der Beginn der Winterperiode am Flughafen. In dieser Zeit ist die Notwendigkeit von Flugzeug-Enteisungen zu erwarten. Die größten und wichtigsten Flächen für die Flugzeug-Nachenteisung befinden sich im Bereich der Startbahn 18 „West“ und können nur bei geöffneter Piste genutzt werden.

Für den Winter muss außerdem bei Schneefall und Räumungsarbeiten mit kurzzeitigen Einschränkungen der Nutzbarkeit einzelner Start- und Landebahnen gerechnet werden. Um Engpässe zu vermeiden, ist dann die Verfügbarkeit aller Pisten von großer Bedeutung.