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Flug­lärmmessung syn­chron am Bo­den und im Flug­zeug

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Welche Teile eines Flugzeugs verursachen Lärm und um welche Art von Lärm handelt es sich? Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und GE Aviation in München ist es zum ersten Mal gelungen, den von einem Flugzeug abgestrahlten Lärm am Boden und am Flugzeug synchron zu messen. Mit den gewonnenen Erkenntnissen können zukünftige Flugzeuge leiser werden.

Die Luftfahrtbranche arbeitet mit Nachdruck daran, die Auswirkungen des Flugverkehrs auf die Umwelt und die Bevölkerung hinsichtlich Emissionen und Lärmbelästigung zu verringern. Fluglärm ist eine, wenn nicht sogar die offensichtlichste Auswirkung des Luftverkehrs auf die Umwelt. Zudem stand die Notwendigkeit zur Verringerung von Fluglärm noch nie so sehr im Mittelpunkt des Interesses wie heute. Zwar sind Turboprop-Flugzeuge nach wie vor die effizienteste Art für Flugzeugreisen, jedoch werden sie von der Bevölkerung und Passagieren immer noch als laut empfunden.

„Deshalb ist es wichtig, das Verständnis dafür zu verbessern, wie Lärm erzeugt wird und wie neue Technologien den Lärm von Turboprop-Flugzeugen verringern können“, erklärt Davide Giacché, Senior Engineer des Advanced Technologies Teams von GE Aviation mit Sitz in München, der die Arbeiten des deutschen Teams im Rahmen des FusionProp-Projekts leitet. 

Dreieinhalbjähriges Forschungsprojekt FusionProp

FusionProp ist ein dreieinhalbjähriges Forschungsprojekt, das im April 2018 im Rahmen des deutschen staatlichen Luftfahrtforschungsprogramms (LuFo) begann und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt wird.  Dank der Zusammenarbeit zwischen GE Aviation in München und mehreren Instituten des DLR, das über umfangreiche Erfahrungen und einzigartige Fähigkeiten in der Flugerprobung und Lärmmessung verfügt, stellt dieses Technologieprojekt eine einzigartige Gelegenheit dar, den Stand der Technik in der Turboprop-Akustik voranzutreiben.

Die primäre Lärmquelle bei propellergetriebenen Flugzeugen ist der Propeller, gefolgt von dem Lärm, der von Flugzeugzelle und Triebwerken erzeugt wird.  Die Ursache von Propellerlärm liegt in Besonderheiten der Aerodynamik dieser Antriebe und wird durch die Relativbewegung zwischen den Propellerblättern und der Umgebungsluft verursacht. Insbesondere der Propellerlärm setzt sich sowohl aus einer tonalen als auch aus einer Breitband-Komponente zusammen. Die tonale Komponente, die für das menschliche Ohr eher als störend empfunden wird, ist auf Folgendes zurückzuführen: die durch die Blattbewegung verursachte Verdrängung der Luft (Dickenlärm); das Druckfeld um die sich in der Luft bewegenden Blätter (Belastungslärm); und die instationäre periodische Veränderung der Belastung auf die Blätter, beispielsweise aufgrund der aerodynamischen Wechselwirkung mit den umgebenden Strukturen. Breitbandlärm tritt infolge von Turbulenzen in der Grenzschicht des Blatts und der Wechselwirkung des Blatts mit Turbulenzen in der Luft auf.

Das Projekt FusionProp verfolgt zwei wesentliche Forschungsansätze: einen experimentellen, mit der Durchführung von zwei Flugtestkampagnen, und einen numerischen, mit der Validierung von Methoden zur Vorhersage von Turboprop-Lärm. „Parameter, die den von einem Propeller erzeugten Lärm beeinflussen, sind die Rotationsgeschwindigkeit (je schneller sich die Blätter drehen, desto mehr Lärm wird erzeugt), die Fluggeschwindigkeit, die erforderliche Schubmenge und das aerodynamische Blattdesign im Detail“, sagte Lorenz Drack, Lead Engineer von GE Aviation in München. „Unter realen Flugbedingungen wird der erzeugte Propellerlärm durch die Fluglage des Flugzeugs, Turbulenzen, Windböen und die Auswirkungen der Integration des Antriebes mit dem Flugzeug noch komplizierter. Flugversuche helfen uns, die Komplexität des Lärms der installierten Propeller besser zu verstehen, um unsere Modelle zu optimieren.“

Vorbereitung und Koordination aller beteiligten Teams

Im Sommer letzten Jahres wurden im Rahmen von FusionProp zwei Flugversuche durchgeführt. Diese Art von Tests erfordert eine sorgfältige Vorbereitung und Koordination aller beteiligten Teams und setzt zudem günstige Wetterbedingungen für akustische Messungen voraus. „Das Niveau der Zusammenarbeit zwischen den Teams von GE und DLR vor, während und nach den beiden Tests war und bleibt außergewöhnlich, und die Menge der erhobenen Daten ist ein Beweis dafür“, sagt Giacché und lobt das einzigartige Know-how und die Erfahrung des DLR als wertvollen Partner in einer so intensiven Testkampagne mit sehr hohem Innovations- und Komplexitätsgrad.

Beide Tests repräsentierten ein umfassendes Spektrum typischer Flugbedingungen einschließlich Start, Steigflug, Reiseflug und Landeanflug. Zusätzlich zur Instrumentierung an und in den beiden Flugzeugen – der DO 228 des DLR und einer De Havilland Aircraft of Canada Dash 8-400 – wurden am Boden des Flughafens Magdeburg-Cochstedt, in Sachsen-Anhalt, an dem alle Überflugversuche durchgeführt wurden, über 200 Mikrofone installiert. Die Lärmmessungen am Boden wurden mit dem Ziel durchgeführt, die Methoden für die Lärmprognose in der Flughafenumgebung zu verbessern und die Lokalisierung von Lärmquellen unter Verwendung des umfangreichen Mikrofonarrays des DLR zu ermöglichen. Im Rahmen zahlreicher Flüge wurden mehr als 50 Testpunkte untersucht. Je nach Flugbedingungen erfolgte dies durch Überfliegen der Mikrofone in verschiedenen Höhen.

DLR-Forschungsflugzeugs DO 228 mit Mikrofonarrays

Zum ersten Mal wurden synchrone Überfluglärmmessungen mit einem am Rumpf des DLR-Forschungsflugzeugs DO 228 montierten Mikrofonarray und zwei Mikrofonarrays am Boden durchgeführt. Das Rumpfarray und die Bodenarrays wurden am DLR mit dem Ziel entwickelt, die Lärmquellen zu lokalisieren. „Das ist das erste Mal, dass wir in der Lage sind, den am Boden ankommenden Lärm mit den Lärmquellen am Flugzeug zu korrelieren“, sagt Carsten Spehr vom Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik in Göttingen.

Die Fähigkeit, die Lärmpegel für eine Vielzahl von Installationen genau vorherzusagen, ist auch für künftige Turboprop-Plattformen der nächsten Generation von Bedeutung.  „Mit der aufkommenden Einführung von Hybrid- und komplett elektrischen Antriebslösungen in der Branche wird die Aufmerksamkeit auf den Propeller als Hauptlärmquelle zunehmen. Die Entwicklung neuer Technologien zur Sicherstellung, dass bei einer bestimmten Anwendung möglichst wenig Lärm erzeugt wird, ist seit einigen Jahren ein Schwerpunkt der Forschung von Dowty Propellers“, so Jimmy Barnard, Product Strategy and New Technology Leader bei Dowty Propellers. 

„Das FusionProp-Programm gilt als Höhepunkt einer Reihe von Projekten, bei denen Technologien und Instrumente einer Flugversuchsauswertung unterzogen werden, um eine Plattform für die Validierung fortschrittlicher Lärmvorhersagemethoden für Propeller zu schaffen“, so Barnard.

„Unter bestimmten Flugbedingungen und bei modernen Propellerkonfigurationen können Installationseffekte eine wichtige Rolle bei der Lärmentwicklung von Propellern spielen“, so Arne Stürmer, Projektleiter am DLR. Die Auswertung und Nutzung der Messdaten kann dazu beitragen, zukünftige Flugzeuge leiser zu machen. „In Computersimulationen können wir zum Beispiel überprüfen, inwiefern die Position des Propellers relativ zum Flügel den Lärm beeinflusst“, so Stürmer. Gegenwärtig arbeiten DLR und GE an der Auswertung der riesigen Datenmenge, die im Rahmen der Tests gewonnen wurde.

FusionProp Zusammenarbeit

An den Untersuchungen im Rahmen von FusionProp waren vier der DLR-Institute und -Einrichtungen von drei Standorten beteiligt: Das Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik in Braunschweig und Göttingen, die Einrichtung Flugexperimente in Braunschweig und das Institut für Antriebstechnik in Berlin.

AUA und Flughafen Wien starten COVID-19 Schnelltests

Zusammen mit dem Flughafen Wien startet Austrian Airlines jetzt einen ersten Probebetrieb für den Einsatz von COVID-19 Antigen-Schnelltests bei Flugreisen. Dabei erhalten alle Fluggäste auf dem Flug OS 229 im Zeitraum von 23. Oktober bis vorerst 08. November von Wien nach Berlin die Möglichkeit, vor Abflug kostenlos und freiwillig einen Schnelltest zu absolvieren.

COVID-19 Schnelltest in 15 Minuten

Vom Flughafen Wien wurde dafür ein Testzentrum im Check-in Bereich des Terminal 3 aufgebaut. Nach erfolgtem Test bekommen Fluggäste innerhalb von 10 bis 15 Minuten ihr Testergebnis – entweder via SMS oder auf Wunsch auch nach persönlicher Rückfrage. Erst bei Vorliegen eines negativen Ergebnisses wird die Bordkarte freigeschalten und der Zutritt zum Sicherheitsbereich und Flugsteig ermöglicht. Sollte das Testergebnis positiv ausfallen, so wird der betroffene Passagier zur umfassenden Abklärung des Gesundheitszustandes vom Sanitätsteam des Flughafens betreut und die weitere Vorgehensweise mit der zuständigen Gesundheitsbehörde festgelegt. Eine kostenfreie Umbuchung oder Stornierung des Austrian Airlines Fluges ist in diesem Fall möglich.

„Das Flugzeug ist schon jetzt das sicherste Transportmittel im öffentlichen Verkehr. Dennoch wollen wir mit diesem Testprojekt noch einen Schritt weiter gehen und Flugreisen noch sicherer machen“, erklärt Austrian COO Jens Ritter das Ziel des Projektes.

Interkontinentale Mobilität und Reisefreiheit

Die vielen Reisebeschränkungen haben Flughäfen sowie Fluglinien in den letzten Monaten den Aufbau eines stabilen Betriebs erschwert. Gemeinsam mit dem Flughafen Wien hat sich Austrian Airlines deshalb das Ziel gesetzt, aufzuzeigen wie man Schnelltests in die Reisekette der Passagiere integrieren kann. Die Lufthansa Group arbeitet mit ihren Partnern an Verfahren, die auch während der Pandemie interkontinentale Mobilität und Reisefreiheit unter Einhaltung des Gesundheitsschutzes ermöglichen. Die Erkenntnisse aus Wien fließen in das übergreifende Projekt der Lufthansa Group ein.

„Wir müssen die Grenzen, die Corona in den letzten Monaten aufgebaut hat, wieder abbauen“, betont Austrian COO Ritter. „Perspektivisch ist es unser Ziel, auch entsprechende Lockerungen bei Reiserestriktionen zu erreichen, aber zuerst einmal wollen wir aufzeigen, wie ein gezieltes Testprogramm funktionieren könnte“, erklärt er. Wenn sich der Probebetrieb gut etabliert, so möchte man das Testangebot in größerem Umfang anbieten. Flughafen Wien Vorstand Julian Jäger ergänzt dazu: „Die gesamte Tourismus- und Reisebranche braucht dringend zukunftstaugliche Lösungen, um aus der Krise zu kommen. Antigen-Schnelltests liefern ein rasches Ergebnis und können gut in den betrieblichen Ablauf einer Flugreise integriert werden. Ein flächendeckender Einsatz an Flughäfen und bei Airlines im Rahmen eines europaweit einheitlichen Testregimes könnte die für Wirtschaft und Tourismus wichtige Reisefreiheit für Passagiere ermöglichen.“

Luftfahrtstaatssekretär Magnus Brunner begrüßt das Pilotprojekt: „Mit dem Pilotprojekt kann ein Blick in die nahe Zukunft gewagt werden und vor allem die Machbarkeit der notwendigen Prozesse demonstriert werden. Damit können Antigen-Tests bei entsprechender Qualität, bezüglich Sensitivität und Spezifität, ehestmöglich zum Einsatz kommen. So setzen wir einen Schritt Richtung ‚neue Normalität‘, um unser gesellschaftliches Leben und die Wirtschaft wieder entsprechend anzukurbeln.“

Info zu Testprogramm erfolgt vor Abflug

Die Fluggäste werden vor Abflug via Preflight E-Mail und Check-in Einladung über die Testmöglichkeit informiert. Zum aktuellen Zeitpunkt ersetzt der Antigen-Schnelltest die behördlich vorgeschriebenen PCR-Tests nicht. Das heißt, alle Passagiere müssen weiterhin die lokalen Einreiseregularien beachten. Auch die Maskentragepflicht an Bord von Austrian Airlines Flügen sowie an Flughäfen bleibt aufrecht. Ausgenommen davon sind nur Kinder unter 6 Jahren und Fluggäste, die eine entsprechende medizinische Bestätigung sowie einen negativen PCR-Test (Ergebnis nicht älter als 48 Stunden) vorlegen.

Flughafen Dortmund: Winterflugplan mit 42 Urlaubszielen

Mit dem Ende der Herbstferien endet am Sonntag, den 25. Oktober, auch der Sommerflugplan am Flughafen Dortmund. Während der Wintersaison, die bis Ende März 2021 geht, werden 42 Ziele in 25 verschiedene Länder ab dem Dortmunder Flughafen angeflogen. Die Vielfalt der Strecken steigt dabei in der Wintersaison 2020/2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Metropolen, Nutururlaub, Sonnenziele

Sowohl Sonnenanbeter als auch Aktivurlauber und Städte-Liebhaber werden im breiten Angebots-Portfolio fündig. Neben Metropolen wie LondonWien oder Sofia, werden auch kleinere Städte wie Riga und Vilnius angesteuert, die gerade in der Adventszeit einen besonderen Charme haben. Naturliebhaber kommen in Island und der Wintersport zum Beispiel in Georgien auf ihre Kosten. Wer es lieber sonnig mag und den kühleren Temperaturen entfliehen möchte, kann Flugverbindungen vom Dortmund Airport nach FuerteventuraZypern, Italien und Griechenland nutzen. Die ungarische Airline Wizz Air nimmt ab dem 13. Dezember Porto neu ins Programm auf. Die Metropole des portugiesischen Nordens ist neben ihrer Traditionsverbundenheit auch ein moderner und aufstrebender Ort voller Lebensfreude. Porto lockt mit mediterranem Klima, das auch im Winter noch zum Schlendern entlang der Küste einlädt. Auch die Fluggesellschaft Ryanair hat ihr Angebot in die heimliche Hauptstadt Portugals für die Wintersaison erhöht.

Mehr Reiseziele, dennoch weniger Flüge

Damit steigt im Vergleich zum Winterflugplan 2019/2020 zwar das Angebot an Reisezielen, nämlich 39 Ziele in 22 Ländern. Allerdings rechnet der Flughafen aufgrund von verringerten Frequenzen, schlechteren Auslastungen und neuen Restriktionen und Reisewarnungen mit deutlich weniger Passagieren und Flugbewegungen. „Eine genaue Prognose, wie viele Passagiere wir während der Wintersaison am Flughafen begrüßen dürfen, ist unmöglich. Wir gehen davon aus, dass wir höchstens 40 bis 50 Prozent des Vorjahresniveaus erreichen werden. Je nach Infektionsgeschehen, Teststrategie und der allgemeinen Entwicklung kann die Zahl aber sowohl deutlich darunter als auch darüber liegen. Nichtsdestotrotz freuen wir uns, dass wir unseren Fluggästen auch während der Corona-Pandemie ein vielfältiges Strecken-Angebot bieten können“, so Guido Miletic, Abteilungsleiter Marketing & Sales am Dortmund Airport. In der vergangenen Wintersaison nutzten rund 960.000 Passagiere den Dortmunder Flughafen.

Interline mit Airlink: Emirates baut Reichweite in Afrika aus

Emirates und die südafrikanische Regionalfluggesellschaft Airlink haben ein Interline-Abkommen angekündigt, um eine höhere Konnektivität im südlichen Afrika:

. Die Partnerschaft zwischen den Airlines bietet Emirates-Passagieren über die beiden Gateways Johannesburg und Kapstadt verbesserte Verbindungen zu mehr als 25 Inlandszielen in Südafrika und mehr als 20 weiteren regionalen Zielen im südlichen Afrika.

Fluggäste der Airlines können so mit nur einem Ticket bequem zu Destinationen in Südafrika wie Bloemfontein, George, Upington, Nelspruit, Hoedspruit und Port Elizabeth sowie zu Zielen im gesamten südlichen Afrika wie Gaborone, Kasane, Vilanculos, Maun, Victoria Falls, Maputo, Windhoek, Harare, Lusaka, Ndola, Bulawayo und Livingstone u.v.a. umsteigen – ihr Gepäck wird dabei bis zur Zieldestination durchgecheckt.

Sir Tim Clark, President Emirates Airline, über die jüngste Partnerschaft: „Wir freuen uns, das neue Interline-Abkommen mit Airlink zu schließen. Es hilft uns dabei, unsere Präsenz im südlichen Afrika zu stärken und unseren Kunden mehr Auswahl, Flexibilität und verbesserte Verbindungen zu 45 Städten zu bieten. Das Interline-Abkommen ist erst der Anfang unserer weiteren Zusammenarbeit und wir werden künftig weitere Möglichkeiten prüfen, um den Umfang unserer Partnerschaft zu erweitern“.

Rodger Foster, CEO von Airlink, ergänzt: „Wir sind stolz und freuen uns über unser neues Interline-Abkommen mit Emirates. Wir haben großen Respekt vor der Fluggesellschaft, ihren Werten und ihrer globalen Reichweite und sind zuversichtlich, dass unsere Partnerschaft Fluggästen, die am OR Tambo International Airport und am Cape Town International Airport umsteigen, verbesserte Reiseoptionen bieten wird.“

Emirates Flugverbindungen wieder aufgenommen

Emirates Boeing 777-300ER (Foto: Emirates)
Emirates Boeing 777-300ER (Foto: Emirates)

Emirates hat seine Flugverbindungen nach Johannesburg und Kapstadt am 01. Oktober sowie nach Durban am 08. Oktober wieder aufgenommen und entlang der gesamten Reise an Bord und am Boden verstärkte Sicherheits- und Hygienemaßnahmen eingeführt. Die Fluggesellschaft stimuliert kontinuierlich die Marktnachfrage, indem sie Kunden Reisemöglichkeiten zu über 90 Destinationen via Dubai bietet und durch Partnerschaften mit Fluggesellschaften wie Airlink darüber hinaus eine erweiterte Konnektivität für ihre Passagiere schafft.

Emirates fliegt 90 Ziele an

Emirates fliegt derzeit zu über 90 Zielen weltweit und bietet Reisenden zwischen den Regionen Europa, Naher und Mittlerer Osten, Afrika, Asien-Pazifik sowie Amerika sichere und bequeme Flüge über sein Drehkreuz Dubai. Von Deutschland aus verbindet Emirates mit aktuell 12 wöchentlichen Linienflügen ab Frankfurt (seit 1987 im Streckennetz) sowie vier wöchentlichen Liniendiensten ab München (seit 1999 im Streckennetz) und ab November mit jeweils zwei wöchentlichen Verbindungen ab Düsseldorf (seit 2001 im Streckennetz) und Hamburg (seit 2006 im Streckennetz) Menschen und Orte auf der ganzen Welt.

An Bord einer modernen Flotte bietet Emirates in allen Klassen seinen Gästen vielfach ausgezeichneten Komfort und Service, die Gastlichkeit seiner internationalen Kabinenbesatzung sowie ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm mit über 4.500 On-Demand-Kanälen. Emirates-Flüge können online auf emirates.de, telefonisch unter +49 69 945 19 20 00, über die Emirates App sowie im Reisebüro gebucht werden. Die Frachtdivision Emirates SkyCargo transportiert aktuell dringend benötigte medizinische Hilfsgüter und andere Waren auf Linien-, Ad-hoc und Charterflügen zu über 125 Destinationen auf der ganzen Welt.

Cebu Pacific setzt auf Jettainers ULD-Expertise

Jettainer, der international führende Anbieter für Unit Load Device (ULD) Management, wurde ab Oktober von Cebu Pacific (CEB) für die Steuerung und Wartung ihrer Lademittelflotte beauftragt. Die größte philippinische Fluggesellschaft profitiert durch die langfristige Partnerschaft von hocheffizienter Lademittelsteuerung und einer ULD-Flotte, die auf ihre spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Zusätzlich zu einer wachsenden Anzahl von internationalen Zielen in Asien, Australien und dem Nahen Osten betreibt CEB von seinen sieben strategisch platzierten Drehkreuzen aus auch das umfangreichste inländische Netzwerk auf den Philippinen.

Jettainer erwirbt bestehende ULD-Flotte

Mit dieser Partnerschaft erwirbt Jettainer die bestehende ULD-Flotte der Fluggesellschaft, die aus rund 2.700 Containern besteht. Der Branchenexperte und Innovationsführer stellt mit Hilfe seiner integrierten IT-Lösungen und der Anwendung von künstlicher Intelligenz die optimale Verfügbarkeit der ULDs an allen Standorten sicher. Mit einem starken Fokus auf Prozessoptimierung ermöglicht Jettainer es CEB, ihren ULD-Flottenbedarf deutlich zu reduzieren.

Seit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie arbeitet CEB daran, ihren Wandel hin zu einem effizienteren Betrieb voranzutreiben. Gleichzeitig setzt die Airline auf Maßnahmen wie Digitalisierung und Optimierung der betrieblichen Prozesse um, in Kombination mit der Nutzung von Supply-Chain-Lösungen, Kosten zu reduzieren.

„Während wir weiterhin daran arbeiten unsere weltweite Position auszubauen, sind wir immer auf der Suche nach Wachstumsmöglichkeiten. Vor diesem Hintergrund haben wir ausführliche Diskussionen über die Möglichkeiten der Ausgliederung unserer ULD-Flotte geführt. Das Gesamtpaket von Jettainer, das Innovation, Transparenz und absolute Zuverlässigkeit umfasst, hat uns überzeugt, ihnen unser Geschäft anzuvertrauen. Wir glauben, dass dieser Schritt es uns ermöglichen wird, Ressourcen und Kapital umzuverteilen und so zu priorisieren, dass es unseren Erholungskurs unterstützt“, sagt Michael Ivan Shau, Chief Operations Officer bei Cebu Pacific und ergänzt: „Der Vertrag mit Jettainer trägt auch zu unserem laufenden Optimierungsprozess bei, da ihre fortschrittliche Technologie und ihre Lademittel uns die dringend benötigte Flexibilität für die Umsetzung unserer Wachstumsstrategie bieten.“

„Mit Cebu Pacific begrüßen wir die führende philippinische Fluggesellschaft in unserem Kundenstamm. Wir freuen uns, dass wir CEB vom hohen Wert unseres ULD-Managementservices überzeugen konnten, sowie von der Tatsache, dass ein solcher Service mit einem nahtlosen Onboarding-Prozess auch in diesen schwierigen Zeiten implementiert werden kann. Um unseren neuen Partner vollumfänglich und ganz nach Jettainer-Art zu unterstützen, und um unsere Wachstumsstrategie für Asien fortzusetzen, ist der Aufbau eines dedizierten Teams in Manila in Vorbereitung“, sagt Thomas Sonntag, Geschäftsführer der Jettainer GmbH.

Cebu Pacific betreibt eine der modernsten Flugzeug-Flotten der Welt

Cebu Pacific betreibt derzeit eine der modernsten Flotten der Welt mit einem Durchschnittsalter von fünf Jahren. Die Fluggesellschaft beabsichtigt die Umstellung auf eine vollständig containerisierte Flotte von Airbus-Jets, die aus den Modellen A320neo, A321neo und der A330-Familie besteht. Darüber hinaus revolutionierte CEB Cargo den philippinischen Luftfrachtmarkt, als sie 2018 ihr umgerüstetes Frachtflugzeug ATR72-500 einführte und damit die erste Passagierfluggesellschaft des Landes mit speziellen Frachtflugzeugen wurde Das zweite ATR-Frachtflugzeug wird aller Voraussicht bis Ende dieses Jahres in die Flotte aufgenommen.

Chailair Aviation fliegt für deutsche Green Airlines

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Ab sofort kooperiert die jüngste deutsche Fluggesellschaft Green Airlines mit der französischen Regionalfluggesellschaft Chalair Aviation. Ziel der Zusammenarbeit ist es, das eingesetzte Fluggerät in Zukunft flexibel auf die Buchungszahlen anzupassen und damit noch stärker dem Anspruch an nachhaltigen und grünen Flugverkehr gerecht werden zu können. Der erste Flug der Chailair für die Green Airlines findet am 01. November von Karlsruhe nach Berlin statt.

Chalair Aviation betreibt regionale Linienflüge und Charterflüge

Chalair Aviation ist eine französische Regionalfluggesellschaft mit Sitz und Basis auf dem Gelände des Flughafens Caen – Carpiquet. Sie betreibt sowohl regionale Linienflüge als auch Charterflüge. Die Flotte besteht aus Flugzeugen des Typs ATR 42 und ATR 72 mit Platz für 48 bzw. 70 Passagiere sowie des Typs Beechcraft 1900 für 19 Passagiere. Ab November fliegt Chailair im Auftrag der Green Airlines zunächst von Karlsruhe zum neuen Berliner Flughafen BER.

„Um unseren Anspruch gerecht zu werden, nachhaltigen und grünen Flugverkehr anbieten zu können, setzen wir auf agile Anpassungsmöglichkeiten unseres Flugangebots. Wir freuen uns mit Chalair Aviation einen Partner gefunden zu haben, der genau diesen Anspruch erfüllt“, sagt Stefan Auwetter, Geschäftsführer der Green Airlines und ergänzt: „Durch die größere Flottenbandbreite haben wir nun die Möglichkeit, die Buchungen flexibel mit dem passenden Fluggerät in Einklang zu bringen, um somit Ressourcen zu schonen und weniger CO2 zu verbrauchen.

Nachhaltigkeitskonzept von Green Airlines

Mit ihrem Nachhaltigkeitskonzept will Green Airlines nicht nur dazu beitragen, den Flugbetrieb so CO2-neutral wie möglich zu gestalten, sondern auch klimafaires Fliegen ermöglichen. Mit jedem geflogenen Passagier kompensiert die Airline mehr Emissionen als verursacht werden. Ergänzend zahlt jedes verkaufte Flugticket auf den Ausbau der Emissionsvermeidung und die Förderung von regionalen Unternehmen und Projekten ein.

Die Flüge können ab 119 Euro unter www.greenairlines.com gebucht werden.

Winterflugplan des Flughafens Stuttgart bedient 61 Ziele

Mit der Zeitumstellung am Wochenende wechselt auch das Angebot der Airlines am Flughafen Stuttgart zum Winterflugplan. Nach jetzigem Stand bieten die Airlines ab Stuttgart 61 Ziele in 24 Länder an. Berlin und Hamburg sind unverändert die meistbedienten innerdeutschen Strecken, Antalya und Thessaloniki zählen zu den stärksten Zielen im Ausland.

Winterflugplan verbindet Stuttgart mit den wichtigsten Zielen

Wichtige europäische Drehkreuze wie Amsterdam, Frankfurt, Istanbul, London, Paris oder Wien bleiben mit ihren weltweiten Umsteigeverbindungen weiterhin an Stuttgart angebunden.

Dr. Arina Freitag, Geschäftsführerin Flughafen Stuttgart GmbH: „Wir haben weniger Direktziele im Plan als sonst, die Region bleibt aber auch im Winter an die Welt angebunden. Wegen Quarantäneregelungen und Warnungen verzichten derzeit viele aufs Reisen. Bis die Nachfrage wieder anzieht wird es noch dauern. Wir hoffen, dass der Luftverkehrsgipfel Anfang November in Berlin Wege aufzeigt, wie die Branche diese Durststrecke überstehen kann.“

Neue Regeln für Reisende

Ab dem 08. November treten neue Regeln für Reisende in Kraft. Danach endet die Quarantäne für Rückkehrer aus Risikogebieten frühestens fünf Tage nach Einreise, sofern ein negatives Testergebnis vorliegt. Bis Ende Oktober noch können sich Fluggäste nach der Landung im Testcenter neben Terminal 1 testen lassen.

Flughafen Stuttgart erwartet schwache Herbstferienwoche

Während der Herbstferien in Baden-Württemberg heben am Flughafen Stuttgart aufgrund der aktuellen Reisebeschränkungen deutlich weniger Passagiere ab als sonst. Während im letzten Jahr in der Herbstferienwoche rund eine Viertelmillion Passagiere gezählt wurden, rechnet der Airport jetzt mit etwa 40.000 Fluggästen. Nach jetzigem Stand sind nur rund 650 Flüge angemeldet. Länder, die derzeit nicht als Risikogebiete eingestuft sind, sind etwa die Türkei oder Griechenland, oder auch Teile Italiens und Portugals.

Generelle Maskenpflicht

Der Flughafen hat vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie alle infrage kommenden Vorkehrungen getroffen, um einen bestmöglichen Schutz der Reisenden und Besucher zu gewährleisten. Dazu wird aber auch die Mithilfe der Reisenden benötigt. Allen Passagieren wird dringend empfohlen, die geltenden Hygieneregeln zu beachten. Abstand und Hygiene sind oberstes Gebot. Im gesamten öffentlichen Bereich des Flughafens gilt eine generelle Maskenpflicht, auch bei den meisten Airlines an Bord ist eine Mund-Nasen-Bedeckung vorgeschrieben. Damit die Reise möglichst sicher wird, sollten Reisende sich vorab über länderspezifische Hinweise informieren. Auch die Regeln der Behörden für Rückkehrer sind zu beachten. So sollen Reisende aus Risikogebieten sich in häusliche Quarantäne begeben, sofern sie keinen negativen Test vorweisen können.

Corona-Test direkt nach der Landung

Für Passagiere, die aus Risikogebieten im Ausland zurückkehren, besteht bis Ende Oktober die Möglichkeit, sich gleich nach der Landung in Stuttgart im Corona-Testcenter neben dem Terminal 1 testen zu lassen.

Flughafen Berlin Brandenburg besteht Probebetrieb

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Der Flughafen Berlin Brandenburg hat alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Inbetriebnahme erlangt. Alle Genehmigungen wurden erteilt, alle Prozesse wurden umfangreich erprobt und die Prozesspartner sind bestmöglich auf die Eröffnung vorbereitet.

Seit Januar werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Flughafengesellschaft und der Prozesspartner (Airlines, Bundespolizei, Zoll, Bodenverkehrsdienstleister, etc.) auf die Eröffnung des BER Ende dieses Monates vorbereitet. Seit April läuft jeden Dienstag und Donnerstag der Probebetrieb mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Im Juli kamen pro Tag rund 400 Komparsen hinzu. Rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Logistik-Team sorgten dabei für die Koordination der Komparsen, Gepäckstücke und Verpflegung. Insgesamt konnten an 47 Probebetriebstagen über 24.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 9.897 Komparsen den BER kennenlernen. Rund 179.000 eingesetzte Gepäckstücke, 54.000 Buchungen für 2.350 Flüge trugen zu einem realistischen Flughafeneindruck bei.

Die Komparsen haben bei ihren Tests wertvolles Feedback hinterlassen. Noch während des laufenden Probebetriebs wurde damit begonnen, die am häufigsten kritisierten Punkte abzuarbeiten, so dass zur Inbetriebnahme bereits viele Verbesserungen umgesetzt sind. Die Mülleimer wurden vergrößert, die Beschilderung angepasst, fehlende Uhren aufgehangen und Ladesäulen für Handys beschafft.

Engelbert Lütke Daldrup, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH: „Wir haben uns sehr gründlich auf die Inbetriebnahme vorbereitet. Unser Hauptziel des Probebetriebs wurde erreicht: Wir haben aus dem fertiggestellten Gebäude einen funktionsfähigen Flughafen gemacht. Die Nutzer und Partner konnten ihren Flughafen kennen lernen und sicher im Umgang der Systeme werden. Die Motivation zur Teilnahme am Probebetrieb und bei den Schulungen war trotz Corona sehr hoch. Dafür möchte ich mich bei allen unseren Partnern, dem ORAT-Team und den freiwilligen Testern herzlich bedanken. Wir können den BER am 31. Oktober guten Gewissens in Betrieb nehmen.“

5.000 Passagiere am T1 erwartet am ersten Betriebstag

Das Terminal 1 des BER wird am 31. Oktober mit einer parallelen Landung von Lufthansa und easyJet eröffnet. Am gleichen Abend landen dann weitere ankommende Maschinen am T1, die dann am 01. November wieder starten. Insgesamt werden am ersten vollen Betriebstag des BER (01.11.2020) rund 5.000 Passagiere am T1 erwartet. Hinzu kommen knapp 8.000 Passagiere am T5, dem ehemaligen Flughafen Schönefeld.

Die zweite Umzugswelle findet am 03. auf den 04. November statt. Am 04. November öffnet die Südbahn am BER. Am 04. November werden rund 6.000 Passagiere am T1 und knapp 5.000 Passagiere am T5 erwartet. Der letzte Umzugsschritt findet vom 07. auf den 08. November statt, wenn die letzten Airlines den Flughafen Tegel verlassen. Am 08. November werden dann rund 16.000 Passagiere am T1 und knapp 8.000 Passagiere am T5 abgefertigt. Alle Zahlen sind aufgrund der Corona-Krise deutlich niedriger als eigentlich im Herbst unter normalen Bedingungen erwartet würden. Die Terminalkapazitäten werden auch unter Wahrung der gelten Abstandsregeln bei weitem nicht ausgereizt.

Lagezentrum Inbetriebnahme

Die schwachen Fluggastzahlen führen dazu, dass die Prozesse am BER nicht sofort unter Volllast laufen müssen. Sollten somit an den ersten Tagen noch Probleme auftauchen, sind genügend Rerserven vorhanden, um schnell auf etwaige Störungen reagieren zu können. Zusätzlich wird ein Lagezentrum Inbetriebnahme eingerichtet, in dem die operativen Bereiche der Flughafengesellschaft sowie die Airlines, Bodenverkehrsdienste, Bundes- und Landespolizei, Sicherheitsdienstleister, Zoll und Deutsche Flugsicherung eingebunden werden. Hier wird die aktuelle Lage bewertet und die üblichen Flughafenleitstellen bei Bedarf unterstützt.

DLR Projekt Live-Lage: Drohnengestütztes Aufklärungssystem

Geht ein Notruf in der Leitstelle ein, zählt für Feuerwehr und Rettungsdienst jede Minute. Entscheidend dabei, je aktueller und präziser die Informationslage, desto effizienter können Einsätze ablaufen und Menschenleben gerettet werden.

Im Oktober erprobte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gemeinsam mit der Feuerwehr Duisburg den aktuellen Technologiestand im Projekt „Live-Lage“. Die Feuerwehr Duisburg stellte dafür zwei verschiedene Einsatzszenarien nach: Badeunfälle in fließenden Gewässern sowie Schwelbrände mit unklarer Ausbreitung. Ziel war es unter anderem nachzuweisen, dass man mit dem Kamerasystem des DLR sowohl Personen im kalten Wasser, als auch Glutnester zuverlässig erfassen kann. Zum Einsatz kamen dabei auch verschiedene Technologien der Kooperationspartner Eurocommand, JENOPTIK und Quantum-Systems.

„Das Institut für optische Sensorsystem bringt in diesem von der DLR-Sicherheitsforschung unterstützten Projekt vor allem seine MACS-Kameratechnologie ein“, erläutert DLR-Projektleiter Ralf Berger, „Hinzu kommen neue Methoden zur Echtzeitdatenauswertung sowie langjährige Erfahrung im Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen.“

Das im DLR entwickelte Kamerasystem MACS-Micro – eine miniaturisierte Variante des Systems, welches bereits im Himalaya und der Arktis im Einsatz war – wurde für die aktuelle Übung mit einem neuartigen Thermal-Infrarot-Modul ausgestattet.  Anstelle sonst üblicher Videosignale werden vom MACS-Kamerasystem georeferenzierte Luftbilder aufgenommen, an Bord weiterverarbeitet und an die Leitstelle oder den Einsatzleiter vor Ort übertragen.

Situationserfassung für Zivil- und Katastrophenschutz

OPTSAL (Optical Technologies for Situational Awareness Lab) ist ein Helmholtz Innovation Lab am Berliner DLR-Institut für Optische Sensorsysteme. Gemeinsam mit Endanwendern und Industriepartnern werden hier aktuelle Forschungsergebnisse rund um optische Technologien zur Situationserfassung praktisch nutzbar gemacht – im Zivil- und Katastrophenschutz, bei Polizeieinsätzen oder Großveranstaltungen sowie beim Schutz kritischer Infrastruktur.

Entscheidend für den operativen Einsatznutzen sind dabei weniger einzelne Technologien, sondern vielmehr deren Integration in bestehende Prozesse. OPTSAL setzt dabei auf die eigene langjährige Projekterfahrung im Bereich der Sicherheitsforschung sowie das Knowhow zahlreicher Kooperationspartner. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Zusammenarbeit mit Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben.

Kooperation von Forschung und Zivilschutz

Seit 2018 arbeitet das DLR-Team im Projekt Live-Lage mit der Feuerwehr Duisburg an einem drohnengestützten System zur schnellen Aufklärung von Großschadens- und Katastrophenlagen. Im September 2019 wurde dafür auch eine Kooperation zwischen dem DLR und dem Innenministerium von Nordrhein-Westfalen abgeschlossen. Die Vision ist die ständige Stationierung eines schnell fliegenden UAV auf dem Gelände der Feuer- und Rettungswache 1 in Duisburg. Im Einsatzfall soll das Fluggerät automatisch zur Einsatzstelle fliegen und in Echtzeit aktuelle Lagebilder an die Leitstelle und Einsatzführung übertragen, noch bevor die ersten Einsatzkräfte vor Ort sind. Damit wird eine bessere und schnellere Bewertung der Einsatzlage ermöglicht und eine effizientere Koordinierung der Einsatzkräfte gewährleistet.

Nach dieser erfolgreichen Übung geht es in OPTSAL und dem Projekt Live-Lage nun unter anderem darum, den Automatisierungsgrad aller Technologieelemente zu erhöhen und gemeinsam mit den Partnern zu einem einsatztauglichen Gesamtkonzept weiterzuentwickeln.

DLR Ro­bo­ti­k-Fahr­zeu­ge unterstützen WFP der Vereinten Nationen

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Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Robotik und Mechatronik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie ein Konsortium aus anderen DLR-Instituten und Technologiepartnern untersuchen im Rahmen eines neuen Kooperationsprojekts, wie mit Hilfe ferngesteuerter Lastwagen Hilfsgüter sicher an ihre Bestimmungsorte gebracht werden können.

Robotergesteuerte Fahrzeuge sollen Strecken befahren, die für menschliche Fahrer große Risiken bergen, beispielsweise in den unwegsamen und von Überschwemmungen betroffenen Gegenden des Südsudans. Gesteuert werden sie per Telepräsenz von einem sicheren Ort. Am 21. Oktober 2020 fand das Kick-off des Gemeinschaftsprojekts AHEAD mit dem World Food Programme in Oberpfaffenhofen statt.

Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) leistet Nahrungsmittelhilfe

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) als größte humanitäre Organisation der Welt leistet Nahrungsmittelhilfe für mehr als 80 Millionen Menschen in rund 80 Ländern pro Jahr. Für diese Arbeit hat das WFP den diesjährigen Friedensnobelpreis gewonnen. Fahrerinnen und Fahrer sind beim Transport von Hilfsgütern Gefährdungen durch Tierangriffe, Krankheiten wie Malaria oder auch globale Pandemien ausgesetzt. In den vergangenen Jahren ist zudem die Zahl der tödlichen Angriffe auf humanitäre Hilfskonvois gestiegen. Diese Risiken erschweren den Zugang zu vielen Bestimmungsorten, die auf Hilfsgüter dringend angewiesen sind.

Das WFP sieht sich verpflichtet, sichere Transportmöglichkeiten zu schaffen, um diese Bestimmungsorte mit Hilfslieferungen zu erreichen und so auch den Wirkungsbereich des WFP auszuweiten. Die Einbindung ferngesteuerter Lastwagen in Zusammenarbeit mit dem DLR ist ein vielversprechender Ansatz, um dieses Ziel zu erreichen.

„Hilfskräfte humanitärer Organisationen sind einer zunehmenden Vielzahl von Gefahren und Bedrohungen ausgesetzt. Zahlreiche Einsätze finden in Umgebungen mit hohem Risiko statt, wie z.B. in Regionen mit Bürgerunruhen, Bürgerkriegen und/oder in fragilen Staaten mit Konfliktparteien.“ Trotz Verträgen, die auf ein Verbot des Einsatzes von Landminen abzielen, und trotz kontinuierlicher Minenräumungsinitiativen sind tödliche Zwischenfälle mit Minen oder improvisierten Sprengkörpern für die Fahrer unserer Hilfskonvois leider allgegenwärtig“ sagt Kyriacos Koupparis, Projektleiter des WFP.

Natürliche Risiken und gesundheitliche Risiken

Neben den durch Menschen verursachten Gefahren gibt es viele natürliche Risiken in den jeweiligen Einsatzgebieten, wie wilde Tiere, Schlangen und Insekten, welche Krankheiten wie z.B. Malaria übertragen. Weitere gesundheitliche Risiken für die Fahrer sind Epidemien, z.B. Ausbrüche des Ebola Virus (in Sierra Leone, DRK) oder die aktuelle COVID-19-Pandemie.

Vor allem in den Gebieten, die nur selten von Menschen betreten werden, lassen sich diese Risiken im Voraus schwer abschätzen. Viele der Einsatzorte für humanitäre Hilfe sind schwierig zu erreichen, da in den betroffenen Gebieten zumeist keine ausreichende Infrastruktur vorhanden, oder, im Falle eines Katastrophen-Szenarios, nicht mehr intakt ist. Hier können teleoperierte Fahrzeuge eingesetzt werden, um den Einsatz sicherer zu gestalten und Menschenleben zu retten.

Robotergesteuerte Fahrzeuge für unwegsames Gelände

In einige schwer zugängliche Gebiete werden Hilfsgüter per Flugzeug geliefert. Dieses Vorgehen ist kostenintensiv und hat z.B. durch den Spritverbrauch massive ökologische Auswirkungen auf die Regionen. Ziel ist es, sie durch lokale, alternative Lieferketten zu ersetzen.

Hier setzt das Kooperationsprojekt mit dem DLR an, erklärt Armin Wedler, DLR-Projektleiter für AHEAD: „Als Beispielprojekt nehmen wir die regionalen Überschwemmungen im Südsudan, wo große Gebiete von herkömmlichen Lieferketten abgeschnitten sind. Es ist gelungen die Kosten für die Notlieferung durch den Einsatz von Booten und LKW zu senken. Die Strecke führt jedoch durch teilweise überflutete Bereiche, die die Fahrzeugführer großen Risiken aussetzen. Unsere Projektskizze beschreibt ein Konzept für robotergesteuerte, ferngesteuerte Fahrzeuge in dieser sehr unwegsamen Umgebung des Südsudan, mit dem die Lieferung der letzten, gefährlichsten Strecke per Telepräsenz von einem sicheren Ort aus, z. B. in Tiar, durchgeführt werden kann.“

SHERP-Fahrzeuge im Einsatz

Zum Einsatz kommen SHERP-Fahrzeuge, die das WFP bereits erfolgreich im Einsatz hat. Die Offroader bewegen sich in jedem Gelände, selbst in Wasser oder Sümpfen, und können Kletterhindernisse bis zu einem Meter zu überwinden. Sie werden mit mehreren Sensoren zur Echtzeitüberwachung ihrer Umgebung ausgestattet und für die Steuerung aus der Ferne automatisiert. Sollten die Fahrzeuge die Funkverbindung zur Steuerung verlieren, müssen sie jederzeit Sicherheits- und Notfallstopps einlegen können. Dazu erfassen sie ihre Umgebung mit Wahrnehmungssensoren, Tiefenkameras und LIDAR Systemen.

„Die Fernbedienung von mobilen Robotern, wie z.B. Rover auf Planetenoberflächen, aber auch Lastwagen in unzugänglichen Umgebungen auf der Erde, sind eng verwandte Aufgaben, da beide Umgebungen gefährlich, schwer zu navigieren und hinsichtlich des Erreichens eines Ziels sehr anspruchsvoll sind. Die Verwendung und der Betrieb ferngesteuerter Roboter halten wir für sinnvoll, weil dadurch Menschen nicht in Gefahr kommen und weil sie kostengünstiger als Lieferungen per Luftfracht sind“ erklärt Armin Wedler.

Condor macht Neustart als gesundes Unternehmen

Der Weg aus dem Schutzschirmverfahren ist frei: Die Gläubigerversammlung stimmte dem Restrukturierungsplan von Condor zu. Rechtsmittel können dieses Mal nicht eingelegt werden. Somit wird der Ferienflieger das Schutzschirmverfahren Ende November als gesundes Unternehmen verlassen.

Condor wird Schutzschirmverfahren verlassen

„Der Weg ist jetzt frei, dass der 01. Dezember für Condor ein Neustart als gesundes Unternehmen sein wird“, so Ralf Teckentrup, CEO von Condor. „Für unsere Kunden und Partner bedeutet dieser Schritt, dass sie sich auch in Zukunft auf Deutschlands beliebtesten Ferienflieger verlassen können. Ich möchte mich im Namen aller Condorianerinnen und Condorianer herzlich bei allen Gläubigern für Ihre Unterstützung und Ihr Vertrauen bedanken.“

Vielzahl an Restrukturierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen

Der zweite Schutzschirmplan wurde Ende August beim Amtsgericht Frankfurt am Main eingereicht. Der Plan umfasst die Maßnahmen, die Condor für eine Zukunft ohne Thomas Cook aufstellen. Condor setzt bereits erfolgreich eine Vielzahl an Restrukturierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen um: Der Ferienflieger zog nicht nur in eine neue, kostengünstigere Unternehmenszentrale um, sondern hat mit allen Gewerkschaften bereits vor Monaten tragfähige Tarifverträge und Vereinbarungen geschlossen, die Flexibilität und Effizienz ermöglichen und gleichzeitig verantwortungsbewusst die Arbeitsplätze der rund 4.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bis mindestens Dezember 2021 sichern.

IDRF und GBAA fordern Konzepte für die Zukunft der Luftfahrt

Der Luftverkehr sollte fit für die Zukunft gemacht werden und sich zu einem nachhaltigen Verkehrsträger wandeln. Dies fordern im Vorfeld des am 06. November von Bundesverkehrsminister Scheuer initiierten Luftverkehrsgipfel die Interessengemeinschaft der regionalen Flugplätze e.V. (IDRF) und die German Business Aviation Association e.V. (GBAA).

Finanzielle Grundsicherung der dezentralen Luftfahrt gefordert

Gerade die kleineren Flughäfen haben, so die Verbände, in den letzten Monate erheblich zur Sicherung der Infrastruktur beigetragen. Jetzt komme es darauf an, eine flächendeckende Mindeststruktur mit flexiblen Öffnungszeiten und mit dem Bedarf angepassten Dienstleistungen zu strukturieren und zu standardisieren. „Um die Zukunft nicht zu gefährden“, so Thomas Mayer, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der regionalen Flugplätze e.V. (IDRF), „sollten betriebsbedingte Kündigung vermieden und die Kurzarbeit verlängert werden.“ Diese könnte mit Bereitschaftszeiten kombiniert werden. „Für diese Basis-Infrastruktur benötigen wir jedoch eine finanzielle Grundsicherung der dezentralen Luftfahrt“, betont Andreas Mundsinger, Geschäftsführer der German Business Aviation Association e.V. (GBAA). So sollte das Flugsicherungskonzept des Verkehrsministeriums schnell umgesetzt werden. Es biete bedarfsgerechte Lösungen und Finanzierungsmöglichkeiten, die sowohl für die Bewältigung der Krise wie für den späteren Normalbetrieb beste Ansätze beinhalte.

Alternative Antriebstechnologien und synthetische Kraftstoffe gefordert

„Wir müssen über den Tellerrand der gegenwärtigen Krise hinausschauen und eine Resilienz für die Zukunft entwickeln“, fordert der Luftfahrt-Experte und langjährige Europa-Abgeordnete Ulrich Stockmann, der beide Verbände berät. Die Transformation des Luftverkehrs in einen nachhaltigen Verkehrsträger müsse umgehend beginnen. Das erfordere alternative Antriebstechnologien und synthetische Kraftstoffe für neue Flugzeuge, optimierte Flugrouten und verbesserte Prozessabläufe am Boden bei den Airports.

Das mache das Verkehrssystem weniger krisenanfällig und stärke die Widerstandskraft der Luftfahrt. Als erster Schritt solle eine Übergangsstrategie samt einer Entwicklung des Öffentlichen Personen-Schnellverkehrs (ÖPSV) mithelfen, die Innovationen zu implementieren. Das erfordere neben staatlichem Handeln und der Schaffung entsprechender Rahmenbedingungen auch die finanzielle Unterstützung aller Beteiligter. „Nur so“, lautet das Fazit der Verbände, „lässt sich Luftfahrt nach der Krise neu denken.“

German Business Aviation Association e. V. (GBAA)

Die German Business Aviation Association e. V. (GBAA) ist die Interessenvertretung der Geschäftsluftfahrt in Deutschland. Die GBAA hat über 80 Mitglieder aus der gesamten Branche und repräsentiert eine Flotte von mehr als 130 Flugzeugen. Die Aufgabe der GBAA ist die Vertretung und Förderung der Interessen der Geschäftsluftfahrt in Deutschland und in Europa.

Interessengemeinschaft der regionalen Flugplätze e.V. (IDRF e.V.)

Die Interessengemeinschaft der regionalen Flugplätze e.V. (IDRF e.V.) ist ein im Juli 2005 gegründeter Zusammenschluss von derzeit 74 regionalen Verkehrsflughäfen und Verkehrslandeplätzen und insgesamt 130 Mitgliedern. Als Interessengemeinschaft der Dezentralen Luftfahrt setzt sich die IDRF für die optimale Nutzung der vorhandenen Anlagen und Kapazitäten sowie den bedarfsgerechten Erhalt und Ausbau einer flächendeckenden Luftverkehrsinfrastruktur in Deutschland ein.

Deut­sches Fer­ner­kun­dungs­da­ten­zen­trum (DFD) feiert 40. Geburtstag

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Das Deutsche Fernerkundungsdatenzentrum (DFD) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wird 40 Jahre alt. Seit 1980 empfängt und analysiert das DFD Aufnahmen von Erdbeobachtungssatelliten. Über 21 Terabyte Datenaufkommen werden dort täglich prozessiert und verarbeitet. Das vom DFD aufgebaute Deutsche Satellitendatenarchiv (D-SDA) bietet heute Zugriff auf 29 Petabyte Fernerkundungsdaten aus vier Jahrzehnten. Die Datenmenge entspricht Videomaterial mit einer Laufzeit von mehr als 800 Jahren.

Doch das DFD feiert nicht alleine. Vor zwanzig Jahren wurde das DLR-Institut für Methodik der Fernerkundung (IMF) gegründet. Genauso lange bilden DFD und IMF einen im DLR einmaligen Institutsverbund, das heutige Earth Observation Center (EOC), das als international führendes Kompetenzzentrum für satellitengestützte Erdbeobachtung gilt. Heute umfasst das EOC die komplette Systemkette der Fernerkundung und vereint die Kompetenz von Ingenieuren, Informatikern, Physikern und Geowissenschaftlern.

Fortschritt in der Fernerkundung bietet neue Möglichkeiten

„Die heutigen Entwicklungen der Fernerkundung waren vor 40 Jahren noch unvorstellbar. Damals musste die Technik zum Empfang der Daten aus dem Weltall noch größtenteils selbst entwickelt und gebaut werden. Die Daten waren nur wenigen Forschern zugänglich, die damit meist nur kleine Ausschnitte der Erdoberfläche untersuchten“, betont Prof. Stefan Dech, Direktor des DFD. Heute verfügt das DFD über ein internationales Bodenstationsnetzwerk mit Empfangsstationen unter anderem in der kanadischen Arktis und der Antarktis, die ganzjährig rund um die Uhr Daten empfangen. Aus diesen entstehen am DFD globale Produkte, wie beispielsweise eine hochgenaue Höhenkarte der Erde.

Mit Big-Data-Analysen und Künstlicher Intelligenz gewinnt das DFD aus den heutigen Datenströmen Informationen über den weltweiten Füllstand von natürlichen und künstlichen Wasserreservoiren, schätzt die Produktion von globalen Aquakulturen ab und zeichnet ein genaues Bild der globalen Siedlungsverteilung. Ebenso können die Informationen bei Umwelt- und Naturkatastrophen helfen, vor Gesundheitsrisiken warnen und zum Verständnis von globalen Prozessen wie Umweltzerstörung und dem Klimawandel beitragen.

Auch in Zeiten von Pandemien hilft die Fernerkundung

Um beispielsweise bei Menschenansammlungen gefährliche Aufstauungen zu vermeiden sowie Sicherheit und Infektionsschutz zu gewährleisten, benötigen Veranstalter bei Konzerten, Messen oder Demonstrationen ein aktuelles Bild der Besucherzahlen. Ein „lernender Algorithmus“, den Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen am IMF entwickelt haben, kann auf Basis von Luftbildern, Fotos oder Videos automatisch Personen zählen und Personendichten bestimmen. Die Zählung erfolgt in Echtzeit und datenschutzkonform, da keine Individuen, sondern lediglich menschentypische Kanten und Konturen erkannt werden.

An anderer Stelle erkennen und klassifizieren Verfahren der Künstlichen Intelligenz (KI) Fahrbahnmarkierungen in Erdbeobachtungsdaten, um weltweit aktuelle Informationen für das automatisierte Fahren zu liefern. „Die von uns entwickelten KI-Verfahren erzeugen aus Erdbeobachtungsdaten wertvolle Geoinformation mit einer bisher nicht erreichbaren Qualität“, erläutert Prof. Richard Bamler, Direktor des IMF.

Die schiere Flut neuer Erdbeobachtungsdaten, die neuen Fähigkeiten, Big-Data in großen Prozessierungsumgebungen in der Cloud und in Rechenzentren unter zu Hilfenahme von KI-Verfahren schnell und global auszuwerten, lässt für die nächsten 40 Jahre riesige Schritte erwarten.

40 Jah­re Deut­sches Fer­ner­kun­dungs­da­ten­zen­trum (DFD), 20 Jah­re In­sti­tut für Me­tho­dik der Fer­ner­kun­dung (IMF), 20 Jah­re Earth Ob­ser­va­ti­on Cen­ter (EOC). (© DLR)

Super King Air 350 absolviert ILS-Messflüge am Flughafen Frankfurt

Vom 22. bis voraussichtlich 23. Oktober 2020 wird das Instrumentenlandesystem der Südbahn des Frankfurter Flughafens vermessen. Ein speziell hierfür ausgerüstetes Messflugzeug überprüft dabei die Präzision der Signale, die für sichere Landungen erforderlich sind. Untersucht werden beide Betriebsrichtungen, also Anflüge sowohl aus dem Osten als auch aus dem Westen kommend.

Die Flugvermessungen beginnen an den genannten Tagen um 23:00 Uhr und sind um zirka 03:00 Uhr des darauffolgenden Tages beendet. Sollte es dabei zu technischen oder witterungsbedingten Verzögerungen kommen, müssen die Vermessungsflüge an einem späteren Ersatztermin fortgeführt werden. Dieser Zeitraum läge dann zwischen 24. und 25. Oktober.

Beechcraft Super King Air 350 absolviert Messflüge

Aufgrund des tagsüber sehr hohen Verkehrsaufkommens am Frankfurter Flughafen ist es notwendig, Messflüge in die Nachtzeit zu legen. Zum Einsatz kommt dabei ein kleineres Turbo-Prop-Flugzeug vom Typ Beechcraft Super King Air 350. Die Maschine wird grundsätzlich und soweit es die vorgegebenen Flugprofile erlauben, Überflüge von Ortschaften vermeiden.

Das Instrumentenlandesystem unterstützt den Luftfahrzeugführer bei der Navigation während des Anfluges. Dies geschieht im Wesentlichen durch die elektronische Definition von Anflugkurs und Gleitwinkel durch Signalgeber am Boden. Die Signale werden im Flugzeug empfangen und den Piloten im Cockpit angezeigt. Nur durch Vermessungsflüge mit speziell dafür ausgerüsteten Flugzeugen kann die Präzision dieser Signale überprüft werden. 

Regelmäßige Vermessung des Instrumentenlandesystem vorgeschrieben

Die Vermessung des Instrumentenlandesystems wird von der internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO in regelmäßigen Abständen vorgeschrieben. Sie sind wichtig für die sichere, geordnete und flüssige Verkehrsabwicklung an den Flughäfen.

Frachtverkehr am Leipzig/Halle Airport floriert

In den ersten neun Monaten des Jahres stieg der Luftfrachtumschlag am Flughafen Leipzig/Halle um 8,1 Prozent auf rund 986.389 Tonnen. Damit setzt sich das deutliche Wachstum an Europas fünftgrößtem Cargo-Airport auch in der Corona-Pandemie weiter fort.

Mit einem Plus von 18,6 Prozent verzeichnet der Leipzig/Halle Airport im September die stärksten Zuwächse beim Luftfrachtaufkommen seit acht Jahren. Insgesamt wurden rund 120.758 Tonnen umgeschlagen. Getragen wird die Entwicklung sowohl vom Linienfracht- als auch vom Frachtcharterverkehr.

Landeplatz und Weitertransport LEJ

Am Luftfrachtdrehkreuz Leipzig/Halle starten bis zu 1.000 wöchentliche Flüge im Frachtverkehr Logistik- und Lieferketten für Güterströme weltweit. LEJ ist sowohl in Nord-Süd- als auch Ost-West-Richtung direkt an das transeuropäische Autobahn- und Schienennetz angebunden. Dies ermöglicht unter anderem, dass vom LEJ aus per LKW 15 europäische Länder in acht Stunden erreichbar sind. Der Airport bildet 24/7 für Spediteure, Charter Broker und Airlines das gesamte Produktportfolio entlang der Lieferkette ab. Am LEJ können alle Arten von Luftfracht sowie Frachtflugzeugen abgefertigt werden – rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. Dies schließt neben General- und Outsize Cargo auch E-Commerce-Sendungen sowie lebende Großtiere und Gefahrguttransporte ein.‘ Insgesamt steuern rund 60 Fracht-Airlines den Airport an und bedienen ein Streckennetz, das über 280 Ziele weltweit umfasst. Im Jahr 2019 betrug das Frachtaufkommen am Leipzig/Halle Airport rund 1,24 Millionen Tonnen.

PortGround GmbH spezialisiert auf Pharma

Die am LEJ ansässige PortGround GmbH verfügt über eine CEIV-Pharma-Zertifizierung. Damit ist das Unternehmen in der Lage, rund um die Uhr temperatur- und zeitkritische Pharmasendungen wie Impfstoffe und Medikamente abzufertigen. Portground gehört zur Mitteldeutschen Flughafen AG und ist auf Flugzeug- und Frachtabfertigung spezialisiert. Das Kühllager des Airports befindet sich im World Cargo Center (WCC). Ein unmittelbarer Zugang zum Vorfeld garantiert temperaturempfindlichen Pharmazeutika kurze Transportwege und stabile Kühlketten vom und zum Flugzeug sowie LKW.

Flughafen München trotz Corona bereit für zahlreiche Urlaubsziele

Trotz der weltweiten Reisebeschränkungen durch die Corona-Pandemie lassen sich vom Flughafen München aus viele Flugziele erreichen. Ende Oktober beginnen in Bayern die Herbstferien und damit die Urlaubszeit. Für die Zeit vom Freitag, 30. Oktober, bis Sonntag, 08. November, haben die Airlines insgesamt rund 3.400 Flüge von und nach München angemeldet.

Neben knapp 1.000 Flügen innerhalb Deutschlands stehen unter anderem mehr als 150 Abflüge Richtung Italien, gut 80 Starts zu Zielen in Griechenland und mehr als 70 Flüge in die Türkei auf dem Programm. Auch wenn der weltweite Reiseverkehr durch die bestehenden Restriktionen stark eingeschränkt ist, werden ab München Langstreckenverbindungen in die USA und nach Kanada, nach Delhi, Katar, Abu Dhabi, Dubai sowie nach Seoul angeboten.

Maßnahmen zum Infektionsschutz

Am Check-in, an der Sicherheitskontrolle, in Wartezonen und in anderen stärker frequentierten Bereichen sorgen Aufkleber, Bodenmarkierungen und Absperrbänder dafür, dass der Mindestabstand zwischen den Fluggästen eingehalten wird. Hygieneschutzwände aus Plexiglas sind dort installiert, wo Passagiere und Mitarbeiter in direkten Kontakt treten.

Seit Mitte Mai gilt am Flughafen München für Passagiere und Mitarbeiter in allen Abfertigungsgebäuden eine Masken-Tragepflicht, die inzwischen auch auf das MAC-Forum ausgeweitet wurde. Darüber hinaus stehen den Passagieren in allen Bereichen flächendeckend Spender mit Handdesinfektionsmittel zur Verfügung. In Apotheken, Geschäften, einigen Gastronomiebetrieben und an Automaten können Passagiere zudem Mund-Nasen-Schutz-Masken und andere Hygieneartikel erwerben.

Kostenlose Coronatests am Flughafen München

Die Reisenden werden mit Hilfe von regelmäßigen Durchsagen, Plakaten, Videoscreens und verstärkter Personalpräsenz in den Terminals über die aktuellen Hygiene- und Abstandsregeln informiert. Am Münchner Airport stehen derzeit mehrere Einrichtungen für Corona-Tests zur Verfügung: Einreisende, die aus einem Risikogebiet am Flughafen München ankommen und deshalb verpflichtet sind, sich testen zu lassen, werden automatisch zu den Testcentern im Terminal 1 oder 2 geführt. Diese Tests sind kostenlos.

Auch Reisende, die aus einem Nicht-Risikogebiet einreisen, haben am Flughafen München die Möglichkeit, sich kostenlos testen lassen. Dieses Corona Test Center befindet sich im Forum des München Airport Centers (MAC) auf Ebene 04. Eine vorherige Registrierung ist nicht erforderlich. Zudem können sich am Airport auch abfliegende Passagiere auf das Coronavirus testen lassen. Entsprechende kostenpflichtige Tests (128 Euro) bietet das medizinische Labor MVZ Martinsried mit seinem Testcenter im Terminal 2, Ebene 04. Das Zentrum ist täglich von 05:00 Uhr bis 19:00 Uhr geöffnet. Termine können vorab online gebucht werden.

Lufthansa setzt Airbus A350-900 ab Frankfurt und München ein

Für die Dauer des Winterflugplans (bis Ende März 2021) setzt Lufthansa vier bislang geparkte Airbus A350-900 auch am Drehkreuz Frankfurt ein. Der Airbus A350-900 gehört zu den modernsten und umweltfreundlichsten Langstreckenflugzeugen der Welt.

Chicago, Los Angeles, Tokio

Von Frankfurt aus fliegt die A350-900 in den kommenden Monaten Chicago und Los Angeles an und ersetzt damit für diesen Zeitraum die Boeing 747-8. Ab Dezember wird die hochmoderne A350-900 zudem statt des Airbus A340-300 ab Frankfurt auf der Strecke nach Tokio/Haneda eingesetzt. Alle Flüge werden durch Münchner Kabinen- und Cockpitcrews bereedert.

Die A350-900 bietet Lufthansa Kunden nicht nur ein Top-Produkt an Bord, sie ist auch extrem sparsam und leise. So verbraucht der Airbus A350-900 im Vergleich zu einer Boeing 747-8 rund zwölf Prozent weniger Kerosin und emittiert entsprechend weniger CO2. Durch den Einsatz des Langstreckenflugzeuges auch in Frankfurt wird die Flotte unter den aktuellen Rahmenbedingungen wirtschaftlich und nachhaltig optimal eingesetzt.

16 Lufthansa A350-900 am Flughafen München im Einsatz

16 Flugzeuge des Typs A350-900 sind derzeit am Lufthansa Drehkreuz München stationiert. Aufgrund des durch die Corona-Pandemie stark reduzierten Flugangebots kommen im Winterflugplan 20/21 dort vorerst nur sieben A350-900 auf Routen nach Nordamerika und Asien zum Einsatz.

Flughafen Memmingen: Der aktuelle Corona-Winterflugplan

Mit 29 Zielen startet der Flughafen Memmingen am Sonntag, 25. Oktober, in die Wintersaison. Der aktuelle Winterflugplan bietet zwei neue Strecken, muss aber auch Reduzierungen im Angebot hinnehmen.

Zwei neue Flugziele ab Memmingen

So startet am 28. Oktober Wizz Air mit ihrer neuen Verbindung von Memmingen nach Catania auf Sizilien. Vier Tage später geht es erstmals nach Bacău. Die Stadt im Nordosten Rumäniens ist das wirtschaftliche Zentrum der Region Moldau und das sechste Ziel des Landes, das ab Memmingen nonstop erreicht werden kann. Daneben finden sich viele Klassiker wie London, Porto, Malaga oder Teneriffa sowie Larnaca auf Zypern. Die russische Fluggesellschaft Pobeda plant zudem wieder einmal pro Woche die Verbindung Memmingen-Moskau aufzunehmen.

Flugplan verliert Ziele

Vorerst ausgesetzt werden Dublin, Tel Aviv, Amman, Faro, Marrakesch sowie Kutaissi, Banja Luka, Lviv und Ohrid. Nachdem Ryanair angekündigt hat, in diesem Winter nur 40 Prozent des Vorjahres-Angebots zu bedienen, fällt die Quote in Memmingen mit knapp 50 Prozent wesentlich positiver aus. Dennoch werden auch die neu geplanten Strecken nach Gyumri in Armenien und ins finnische Lappeenranta vorerst nicht ins Streckennetz aufgenommen. Wizz Air plant, 80 Prozent der Flüge des Vorjahres-Winter durchzuführen. Die Ausweisung weiterer Risikogebiete und die aktuelle Pandemie-Entwicklung können kurzfristig zu Änderungen führen.

Flughafen Memmingen erwartet Minus von 32 Prozent

„Nach dem aktuellen Flugplan rechnen wir in diesem Winter mit rund 375.000 Passagieren“, erklärt Flughafen Geschäftsführer Ralf Schmid. Im Vergleich zum Vorjahr mit rund 550.000 Fluggästen ist das ein erwartetes Minus von 32 Prozent. Obwohl die Bilanz des Sommers einen Rückgang um 70 Prozent verzeichnet, sei der Flughafen Memmingen, so sein Geschäftsführer, „mit einem großen blauen Auge“ davongekommen. 41 Ziele seien bedient worden. Memmingen verzeichne den geringsten prozentualen Passagier-Rückgang aller drei bayerischen Verkehrsflughäfen. Bundesweit habe nur Dortmund ein geringeres Minus.

„Weil gerade unsere Airline-Partner von jeher viele Menschen zu ihren Kunden zählen, die zum Arbeits- oder Studienort sowie zu Verwandten und Freunden reisen wollen und müssen, sind unsere Rückgänge nicht so eklatant“, erläutert Schmid. Insgesamt rechnet er im Jahr 2020 mit etwa 800.000 Passagieren. „Die schlanke Kostenstruktur unseres Unternehmens und das tolle Engagement unserer Mitarbeiter haben uns sehr geholfen, die letzten Monate zu meistern“, erläutert er.

Corona Hygienemaßnahmen

Die Umsetzung umfangreicher Hygienemaßnahmen ist mittlerweile sowohl am Flughafen wie an Bord der Flugzeuge Routine. Aufgrund moderner Filteranlagen in den Flugzeugen gilt das Infektionsriskio generell als sehr gering. Zudem achten die Airlines sehr genau auf die Einhaltung der Vorschriften durch die Passagiere und die Crews.

Luftverkehrsgipfel soll Flughäfen bei Corona-Not helfen

„Die deut­schen Flug­hä­fen begrü­ßen die Ankün­di­gung des Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ters, für den 06. Novem­ber 2020 zu einem Luft­ver­kehrs­gip­fel ein­zu­la­den. In wirt­schaft­lich schwie­ri­gen Zei­ten ver­bin­den die Flug­ha­fen­be­trei­ber mit dem Spit­zen­tref­fen die Hoff­nung auf schnelle Finanz­hil­fen“, erklärt Ralph Bei­sel, Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Flug­hafen­verbandes ADV. Bereits bei der heute und mor­gen statt­fin­den­den Kon­fe­renz der Ver­kehrs­mi­nis­ter (VMK) sind Bund und Län­dern auf­ge­ru­fen, die entsprechen­den Wei­chen­stel­lun­gen vor­zu­neh­men, so der Flug­ha­fen­ver­band ADV in sei­ner Stellung­nahme. 

Tat­säch­lich sind schnelle Hil­fen nöti­ger denn je. Die Aus­sich­ten für die Flug­hä­fen haben sich wegen der ver­schärf­ten Quarantäne­regelungen und neuer staat­li­cher Reise­be­schrän­kungen wei­ter ver­schlech­tert. Die Lage ist im Früh­herbst deut­lich schlech­ter als noch Anfang Som­mer erhofft. Auch die Buchungs­zah­len las­sen keine Bes­se­rung erken­nen. Mit einem Passagier­volumen von weni­ger als 20 % gegen­über der Vor-Corona-Zeit befin­det sich die Luft- und Rei­se­bran­che fak­tisch in einem zwei­ten Lock­down. Alle Appelle und Ange­bote für eine ver­stärkte Test­stra­te­gie für Flug­rei­sende blie­ben mehr oder weni­ger unge­hört.

Flug­hä­fen for­de­rn Aus­gleich der Vor­hal­te­kos­ten von 740 Mil­lio­nen Euro

„Durch den dra­ma­ti­schen Ver­kehrs­ein­bruch sind viele Flug­hä­fen in ihrem Fort­be­stand gefähr­det“, so ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Bei­sel. „Die Flug­ha­fen­stand­orte sind unver­schul­det in eine exis­tenz­be­dro­hende Krise gera­ten. Gerade wäh­rend der Zeit des har­ten Lock­downs zeigte sich die unver­zicht­bare Funk­tion der Flug­hä­fen. Als LKWs vor ver­schlos­se­nen Gren­zen im Stau stan­den, wur­den ver­sor­gungs­re­le­vante Flüge über die Flug­hä­fen abge­wi­ckelt. Alle Flug­hä­fen waren betriebs­be­reit im Rah­men der öffent­li­chen Daseins­vor­sorge. Bund und Län­der sind auf­ge­ru­fen, die Flug­hä­fen schnell und wirk­sam zu unter­stüt­zen. Ein ers­ter wich­ti­ger Schritt wäre die Über­nahme der Lockdown-Kosten in Höhe von 740 Mil­lio­nen Euro. Hier hat der Beschluss des Bun­des­ra­tes in der vori­gen Woche ein wich­ti­ges Zei­chen gesetzt, indem er für eine Über­nahme der Bereit­stellungs­kosten zur Offen­hal­tung der Flug­hä­fen wäh­rend der Corona-Pandemie ein­tritt.“

Alar­mie­rende Werte der deut­schen Ver­kehrs­flug­hä­fen

  • 80 % weni­ger Pas­sa­giere zu Sep­tem­ber 2019
  • 27 Mrd. EUR jähr­li­che Brut­to­wert­schöp­fung der Flug­hä­fen in Gefahr
  • 740 Mio. EUR Vor­hal­te­kos­ten für die Zeit des Lock­downs
  • 2 Mrd. EUR Umsatz­aus­fälle von März bis Ende Sep­tem­ber 2020 
  • 10 Mio. EUR täg­li­ches Ein­nah­me­de­fi­zit 
  • 3,6 Mrd. EUR Ein­nah­me­rück­gang 2020
  • 2,6 Mrd. EUR Ein­nah­me­rück­gang 2021
  • Ein Vier­tel der über 180.000 Arbeits­plätze an Flug­ha­fen­stand­or­ten gefähr­det
  • Liqui­di­tät an fast allen Stand­or­ten nur noch bis in das 2. Halb­jahr 2021

Corona-bedingter Ver­kehrs­ein­bruch – Lock­down setzt sich fak­tisch bis 2021 fort

Durch die Corona-Pandemie kam der Ver­kehr an den Flug­hä­fen fast voll­stän­dig zum Erlie­gen. Bis Ende Sep­tem­ber feh­len den deut­schen Flug­hä­fen über 150 Mio. Pas­sa­giere. Die Ver­kehrs­­zahlen lie­gen bei unter 20 % der Vor­jah­res­werte. Rei­se­be­schrän­kun­gen, restrik­tive Quaran­täneregeln und unge­nü­gende Test­stra­te­gien beein­träch­ti­gen die Wie­der­auf­nahme des Flug­betriebs. Im Win­ter­halb­jahr stellt sich für die ers­ten Flug­hä­fen die Über­le­bens­frage. Eine spür­bare Erho­lung wird nicht vor dem Früh­som­mer 2021 erwar­tet. Für das kom­mende Jahr rech­nen die meis­ten Stand­orte mit weni­ger als der Hälfte der Reisen­den gegen­über 2019. Das bedeu­tet, statt 250 nur knapp 120 Mio. Pas­sa­giere an den deut­schen Flug­hä­fen.

Ent­wick­lung der Gesamt­er­löse und der Jah­res­fehl­be­träge

Durch den andau­ern­den Ein­bruch des Luft­ver­kehrs sind viele Flug­hä­fen sowie zahl­rei­che Dienst­­leistungs­unternehmen an den Stand­or­ten exis­ten­zi­ell bedroht. Der jähr­li­che Umsatz der ADV-Flughäfen lag im Jahr 2019 bei knapp 6,5 Mrd. EUR. Der­zeit gehen den ADV-Flughäfen täg­lich 10 Mio. EUR an Ein­nah­men ver­lo­ren. Die gesam­ten Umsatz­aus­fälle sum­mie­ren sich von März bis Ende Sep­tem­ber 2020 bereits auf über 2 Mrd. EUR. Für das Gesamt­jahr 2020 prog­nostiziert die ADV einen Ein­nah­me­rück­gang von ca. 3,6 Mrd. EUR. Für das kom­mende Jahr 2021 wer­den ledig­lich 3,9 Mrd. EUR Ein­nah­men im Ver­gleich zu einem Gesamt­umsatz von ca. 6,5 Mrd. EUR in 2019 erwar­tet.

Kosten- und Erlös­aus­fälle im Zeit­raum des har­ten Lock­downs (März bis Juni 2020)

Auch die ein­ge­lei­te­ten dras­ti­schen Spar­maß­nah­men kön­nen den Ein­nah­me­rück­gang auf der Kosten­seite nicht annä­hernd auf­fan­gen. Die Vor­hal­te­kos­ten für die Bereit­stel­lung der Infra­struktur wäh­rend der Zeit des har­ten Lock­downs (März bis Juni 2020) belau­fen sich über alle Flug­ha­fen­stand­orte auf knapp 740 Mio. EUR.

Obwohl die „Bun­des­rah­men­re­ge­lung Bei­hilfe für Flug­plätze“ vom 11. August 2020 es ermög­licht, sind bis­lang kaum Bei­hil­fen für Flug­ha­fen­stand­or­ten geflos­sen. Es droht der Abbau von bis zu einem Vier­tel der über 180.000 an Flug­ha­fen­stand­or­ten beschäf­tig­ten Mit­ar­bei­ter in Deutsch­land.

Volks­wirt­schaft­li­che Bedeu­tung der Flug­hä­fen

Mit einer Brut­to­wert­schöp­fung in Höhe von 27 Mrd. EUR sind die Flug­hä­fen ein sta­bi­ler und unver­zicht­ba­rer Wachs­tums­ge­ber sowie Garant für gleich­wer­tige Lebens­ver­hält­nisse in den Regio­nen. Zwei Mrd. Euro inves­tie­ren die ADV-Flughäfen jähr­lich in den Aus­bau ihrer Infra­struk­tur. Privat- und Geschäfts­rei­sende sowie Fracht­ver­sen­der pro­fi­tie­ren von einer welt­wei­ten Anbin­dung an die Wirt­schafts­zen­tren und Tou­ris­mus­re­gio­nen. Von den deut­schen Flug­hä­fen wur­den 2019 mehr als 600 Flug­ziele im Passage- und Fracht­ver­kehr durch Direkt­flüge erreicht. Wert­mä­ßig wur­den knapp 30 % aller deut­schen Exporte mit dem Flug­zeug nach Über­see beför­dert.

„In einer inter­na­tio­nal ver­netz­ten Welt sind der Luft­ver­kehr und die Flug­hä­fen ein wich­ti­ger Garant für den Wohl­stand in Deutsch­land. Jetzt sind Bund und Län­der zum ent­schlos­se­nen Han­deln auf­ge­for­dert. Flug­hä­fen benö­ti­gen drin­gend Zuwen­dun­gen zur wirt­schaft­li­chen Sta­bi­li­sie­rung“, so ADV-Hauptgeschäftsführer Bei­sel abschlie­ßend.

Mercedes-Benz S-Klasse parkt autonom am Stuttgart Airport

Parken lassen am Stuttgart München: Das Parkhaus P6 des STR ist Standort einer Weltpremiere. Gemeinsam mit Bosch, Mercedes-Benz und dem Parkraumbetreiber Apcoa hat der Stuttgarter Airport die vergangenen Monate daran gearbeitet, dass das von Mercedes-Benz entwickelte Automated Valet Parking (AVP) zur Serienreife gebracht werden kann.

Parkvorgang via Smartphone

In dem Pilotprojekt parkt die neue S-Klasse vollautomatisch in einen vorabreservierten Stellplatz ein. Fahrerin oder Fahrer geben es am Eingang des Parkhauses in einer Drop-Off-Zone ab und starten den Parkvorgang via Smartphone.

Flughafen München plant ILS-Vermessung der Südbahn 08R

Vom 19. Oktober bis voraussichtlich 20. Oktober wird das Instrumentenlandesystem der Bahn 08R (Südbahn) des Münchner Flughafens vermessen. Dieses System wird von Piloten genutzt, die die Südbahn von Westen her anfliegen.

Die Flugvermessungen beginnen an den genannten Tagen gegen 22:00 Uhr und sind um zirka 03:00 Uhr des darauffolgenden Tages beendet. Sollte es dabei zu technischen oder witterungsbedingten Verzögerungen kommen, müssen die Vermessungsflüge bis zum Vorliegen der entsprechenden Ergebnisse fortgeführt werden.

Vermessungsflüge nach Mitternacht werden auf das Mindestmaß beschränkt. Dabei sollen, soweit es die vorgegebenen Flugprofile erlauben, Überflüge von Ortschaften vermieden werden.

Turbo-Prop-Flugzeug vom Typ Beechcraft Super King Air 350 im Einsatz

Aufgrund des Verkehrsaufkommens am Münchner Flughafen wurde es notwendig, die geplanten Messflüge in die oben angegebene, verkehrsarme Zeit zu legen. Zum Einsatz kommt dabei ein kleineres Turbo-Prop-Flugzeug vom Typ Beechcraft Super King Air 350.

Das Instrumentenlandesystem unterstützt den Luftfahrzeugführer bei der Navigation während des Anfluges. Dies geschieht im Wesentlichen dadurch, dass Sendeanlagen am Boden den Anflugkurs und Gleitwinkel elektronisch definieren. Diese abgestrahlten Signale werden im Flugzeug empfangen und den Piloten im Cockpit angezeigt.

Nur durch eine aufwändige Flugvermessung, die in regelmäßigen Abständen vorgeschrieben ist, kann garantiert werden, dass das Instrumentenlandesystem die geforderte Genauigkeit aufweist.

Bei der geplanten Überprüfung handelt es sich somit um eine Notwendigkeit, die im Rahmen einer sicheren, geordneten und flüssigen Verkehrsabwicklung unumgänglich ist. Daher bittet die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH die Bevölkerung um Verständnis.

Ferienauftakt für Airports Dresden und Leipzig/Halle

Unter Beachtung der aktuellen Hygiene-​ und Verhaltensbestimmungen können Fluggäste von den Airports Dresden und Leipzig/Halle zu nationalen sowie internationalen Zielen in den Urlaub starten. Damit Passagiere entspannt und unbesorgt ihren Flug antreten können, haben die Mitteldeutschen Flughäfen umfangreiche Vorkehrungen zum Gesundheitsschutz getroffen.

Urlaubsziele ab Flughafen Leipzig/Halle

Am Flughafen Leipzig/Halle stehen am ersten Ferienwochenende insgesamt 27 Abflüge auf der Anzeigetafel. Die meisten Urlaubsmaschinen starten nach Antalya (8). Zu den griechischen Inseln Heraklion (7), Rhodos (5), Korfu (2) und Kos (2) heben insgesamt 16 Ferienflieger ab. Darüber hinaus starten Maschinen nach Lamezia Terme (1) in Italien und nach Wien (2). Am österreichischen Drehkreuz haben Passagiere Anschluss zu vielen weiteren Zielen. *

Urlaubsziele ab Flughafen Dresden

Am Flughafen Dresden sind für das erste Ferienwochenende 26 Abflüge geplant. Die griechischen Inseln Heraklion (2), Rhodos (2) und Kos (1) stehen mit insgesamt fünf Starts Hoch im Kurs. Antalya (2), London (1), Palma de Mallorca (1), Düsseldorf (2) und Stuttgart (1) ergänzen das Angebot. Außerdem werden die Drehkreuze Amsterdam (3), Frankfurt (6) und München (5) angeflogen. Von dort erreichen Fluggäste mit nur einem Umstieg weitere Städte-​ und Sonnenziele. *

An den beiden mitteldeutschen Flughäfen stehen günstige Parkplätze ab 15 Euro/Woche zur Verfügung.

Reisehinweise und Schutzmaßnahmen

Vor und während der Reise sollten sich Passagiere über die aktuellen Bestimmungen und Quarantäne-​/Testpflichtregeln informieren.

An beiden Airports hat der Freistaat Sachsen in Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS) Corona-​Testcenter eingerichtet. Die Räumlichkeiten befinden sich in den Terminals im öffentlichen Bereich. Die Testcenter haben laut KVS täglich von 16 bis 20 Uhr geöffnet.

Einreisende aus Risikogebieten sind laut dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt zu einem Corona-​Test verpflichtet. Wer sich in den letzten 14 Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten hat, kann sich innerhalb von zehn Tagen nach Einreise kostenlos testen lassen.
Ein unverzüglicher Umstieg an einem Flughafen im Risikogebiet gilt nicht als Aufenthalt in diesem.

Die Mitteldeutschen Flughäfen haben zudem umfangreiche Vorkehrungen zum Gesundheitsschutz von Fluggästen, Besuchern, Partnern und Mitarbeitern getroffen. In den Terminals muss ein Mund-​Nasen-Schutz getragen werden. Zu den weiteren Vorkehrungen zählen Trennscheiben an den Check-​in-Schaltern und bei der Bordkartenkontrolle sowie Desinfektionsmittelspender in den Terminals. Via Monitore, Hinweisschilder, Durchsagen und Markierungen werden die Passagiere laufend über die Verhaltens-​ und Hygienevorschriften informiert. An den Terminaleingängen sind Hygieneautomaten mit Einwegmasken erhältlich.

Auch im Flugzeug besteht die Pflicht zur Mund-​Nasen-Bedeckung. Über die genauen Bestimmungen sollten sich Fluggäste im Voraus bei ihrer Fluggesellschaft informieren.

Airport-​Touren

Auch in den Herbstferien können kleine und große Flughafen-​Fans hinter die Kulissen blicken und bei einer spannenden Tour Wissenswertes rund um den Airport erfahren. Eine Anmeldung ist an beiden Flughäfen unbedingt erforderlich.

  • * Änderungen vorbehalten

Emirates SkyCargo liefert Lebensmittel während COVID-19

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Der erste Frachterflug von Emirates SkyCargo, der Frachtdivision von Emirates, der in diesem Monat in Guadalajara, Mexiko, startete, beförderte mehrere Tonnen Avocados und anderes Gemüse, das in Mexiko angebaut und geerntet wurde. Aus Kenia wurden mit den zehn wöchentlichen Flügen im Oktober 2020 vom Flughafen Nairobi aus unter anderem grüne Bohnen, Ananas, Mangos und Avocados auf die Reise geschickt. An Bord der aus Australien und Neuseeland startenden SkyCargo-Flüge befindet sich neben Fleisch ebenfalls eine Reihe von Früchten wie Trauben und Wassermelonen. Das gemeinsame Ziel der Lebensmittel: Supermarkt-Regale in Europa, im Nahen und Mittleren Osten sowie weiteren internationalen Märkten.

Emirates SkyCargo beliefert 130 Fracht-Ziele

Joghurt aus Deutschland, Kokosnüsse und Jackfrüchte aus Thailand, Mangos aus Indien, Süßkartoffeln aus Ägypten, Blaubeeren aus Großbritannien, Käse aus Frankreich und Italien, Lachs aus Norwegen, Kirschen aus Chile, Backwaren aus den Niederlanden und tropische Früchte aus Vietnam – das ist nur eine kleine Auswahl der vielfältigen Lebensmittel, die täglich auf Emirates-Flügen von und zu mehr als 130 Destinationen auf sechs Kontinenten transportiert werden. Menschen auf der ganzen Welt nutzen internationale Zutaten und Produkte für ihre tägliche Ernährung – sei es aus geschmacklichen oder diätischen Gründen. Zudem suchen Mitglieder der internationalen Diaspora in den Supermarkt-Regalen verstärkt nach Lebensmitteln aus ihren jeweiligen Heimatländern.

Das Wachstum der Exportmärkte in den letzten zehn Jahren hat auch der Landwirtschaft in den verschiedenen Produktionsmärkten Auftrieb gegeben. Die Flüge von Emirates SkyCargo bieten Landwirten und Exporteuren von Lebensmitteln eine schnelle und direkte Verbindung zu ihren internationalen Endkunden und unterstützen damit deren Lebensunterhalt und die lokale Wirtschaft. So hat Emirates SkyCargo etwa durch die Einführung seiner Direktflüge maßgeblich dazu beigetragen, einen Markt für tropische Früchte aus Vietnam im Nahen und Mittleren Osten zu schaffen – die Exporte dieser Produkte haben sich 2017 innerhalb von nur einem Jahr fast verfünffacht.

Täglich 500 Tonnen Nahrungsmittel

Mit COVID-19 und der damit einhergehenden vorübergehenden Einstellung des internationalen Passagierflugverkehrs wurde auch die Lieferkette für Lebensmittelprodukte gefährdet. Emirates SkyCargo hat darauf reagiert und kontinuierlich an der Wiederherstellung seiner internationalen Frachtkonnektivität gearbeitet. Das Streckennetz wurde von nur rund 35 Zielen mit den Vollfrachtern Ende März auf mehr als 130 Ziele sowohl mit seinen Fracht- als auch den Passagierflugzeugen von Emirates ausgebaut. Derzeit werden täglich rund 500 Tonnen Nahrungsmittel in die ganze Welt transportiert.

Als Fluggesellschaft mit sozialer Verantwortung hat Emirates SkyCargo dafür gesorgt, dass während der COVID-19-Pandemie auf seinen Flügen stets ausreichend Frachtkapazität für den Transport von dringend benötigten medizinischen Hilfsgütern sowie von Lebensmitteln zur Verfügung steht. So unterstützt sie Länder und Supermärkte bei der Aufrechterhaltung ihrer Lebensmittelversorgung und hilft gleichzeitig Landwirten, die von Lebensmittelexporten abhängig sind, ihren Lebensunterhalt in diesen schwierigen Zeiten weiterhin zu bestreiten.

Flughafen Memmingen setzt neue Notfall-App EVALARM ein

EVALARM heißt ein neues Infosystem für den Notfall, das nun am Flughafen Memmingen im Rahmen einer Notfallübung erstmals eingesetzt wurde. Mittels dieser Software werden dabei vorher festgelegte Verantwortliche und Mitarbeiter umgehend informiert sowie Signale aus Gebäudeleittechnik, Brandmeldeanlagen, Alarmanlagen, IOT-Sensoren und von Robotern verarbeitet.

App EVALARM hat Feuerprobe bestanden

„Die App hat ihre Feuerprobe bestanden“, zieht Flughafen Geschäftsführer Ralf Schmid eine erste Bilanz. „Wir konnten alle im Notfallplan vorgesehenen Schritte mit ihr abarbeiten.“ Und das ortsunabhängig, was in diesen Zeiten einen großen Vorteil bedeute. Verbesserungspotential bestehe bei weiteren Digitalisierungsschritten und der Automatisierung von Prozessen.

Notfallübungen werden regelmäßig auf Empfehlung der Internationalen Zivilluftfahrt Organisation (ICAO) durchgeführt, um insbesondere die Kommunikation zwischen internen und externen Rettungsorganisationen zu überprüfen. In diesem Rahmen verlief auch die Übung der Feuerwehr reibungslos und nach Plan.

Dienstleistungsplattform Start-up EVALARM

Ursprünglich für ihre eigenen Betriebe von Unternehmern konzipiert, entwickelte sich das Start-up EVALARM schnell zu einer attraktiven Dienstleistungsplattform für viele Branchen. „Wir haben die Notfallübung mit unserem Team begleitet und waren von der Professionalität und der Routine im Umgang mit EVALARM bei so einem simulierten großen Störfall sehr beindruckt“, erklärt. Giovanni Fidone, IT-Verantwortlicher bei EVALARM. „Wir glauben, dass der Airport Memmingen und insbesondere das Notfallteam damit neue Maßstäbe für Sicherheitskonzepte, Planung, und Umsetzung bei Flughäfen setzen.“

Welt­raum­ra­dar GE­STRA bezieht Position bei Koblenz

Mehrere tausend Satelliten, Raumfahrzeuge und andere Objekte ziehen auf Orbits zwischen 300 und 3.000 Kilometern Höhe ihre Bahnen. Nicht nur abgeschaltete Satelliten und Raketenoberstufen befinden sich dort, sondern auch hunderttausende kleiner Trümmer. Satelliten und andere Weltrauminfrastruktur wie zum Beispiel die Internationale Raumstation ISS müssen deshalb rund um die Uhr beobachtet werden, um Kollisionen zu vermeiden. „Aktive“ Objekte können gesteuert werden und Ausweichmanöver fliegen, „inaktiver“ Weltraumschrott wie ausgediente Satellitenteile oder auch Rückstände von Raketen stellen eine potenzielle Gefahr dar.

256 einzeln elektronisch ansteuerbare Sende- und Empfangseinheiten

Das Weltraumradar GESTRA (German Experimental Space Surveillance and Tracking Radar) kann Weltraumobjekte im erdnahen Orbit rund um die Uhr überwachen. Es ist in seiner Komplexität – mit jeweils 256 einzeln elektronisch ansteuerbaren Sende- und Empfangseinheiten – und seinem Aufbau – mobil mit zwei getrennten Containern für Sender und Empfänger – einzigartig.

Am 13. Oktober 2020 wurde GESTRA an seinem finalen Standort auf dem Bundeswehrgelände Schmidtenhöhe bei Koblenz eingeweiht: „Von hier aus wird das Experimentalradar einen entscheidenden Beitrag zur Sicherung unserer Satelliten im erdnahen Weltraum leisten. GESTRA besteht aus einer Sende- und einer Empfangseinheit, die beide hier aufgebaut sind. Mit ihnen können wir Weltraumobjekte im so genannten niedrigen Erdorbit detektieren und ihre Bahn vermessen. Von hier aus werden die Messdaten an das deutsche Weltraumlagezentrum nach Uedem gesendet. Dort entsteht ein umfangreicher Katalog, der uns rund um die Uhr über die ‚Lage im All‘ und mögliche Gefahren informiert“, erläutert Dr. Walther Pelzer, Vorstand des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), zuständig für das Raumfahrtmanagement. Pelzer ergänzt: „Wenn GESTRA nach Abschluss aller Tests voraussichtlich Anfang 2021 seinen operativen Betrieb aufnimmt, erhält Deutschland erstmals unabhängig Daten für die Erstellung eines eigenen Katalogs von Objekten im niedrigen Erdorbit.“

GESTRA ist das erste deutsche Weltraumradar

Das DLR Raumfahrtmanagement in Bonn hat GESTRA mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) vom Fraunhofer Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik (FHR) in Wachtberg bei Bonn in den vergangenen fünf Jahren entwickeln und bauen lassen. In den letzten Monaten ist GESTRA an seinem finalen Standort auf der Schmidtenhöhe bei Koblenz installiert worden. Die Daten des deutschen Experimentalradars werden im gemeinsam vom DLR Raumfahrtmanagement und der Luftwaffe in Uedem (Niederrhein) betriebenen Weltraumlagezentrum verarbeitet. Bereits vor einem Jahr, am 27. November 2019, hatte GESTRA im Rahmen von Tests beim FHR in Wachtberg erste Signale von Weltraumobjekten empfangen. Die Finanzierung des GESTRA-Betriebs erfolgt durch das Bundesministerium der Verteidigung.

Thomas Jarzombek (MdB), Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt, stellt das neue Weltraumradar in einen gesamtstaatlichen Kontext: „Satelliten sind längst unverzichtbar für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft, Stichworte sind hier Navigations- und Kommunikationsdienste oder auch Erdbeobachtungsdaten. Wir erleben derzeit ein nahezu exponenzielles Wachstum der Weltraumnutzung: Nach neuesten Zahlen kreisen heute mehr als 3.000 aktive Satelliten um die Erde. Und in Zukunft werden es noch deutlich mehr werden.“

Angesichts dessen werde ein sogenanntes Weltraumlagebild immer wichtiger für den Schutz und die Nachhaltigkeit von Weltraumaktivitäten. „Wir müssen genau wissen, wo sich die Satelliten und zehntausende Weltraumschrott-Objekte zu einem gegebenen Zeitpunkt befinden, um katastrophale Kollisionen verhindern zu können“, so Jarzombek weiter.

EUSST (European Space Surveillance and Tracking)

GESTRA ist auch auf europäischer Ebene im Rahmen des Projekts EUSST (European Space Surveillance and Tracking) eingebunden. Deutschland hat hier die Aufgabe, die Messdaten der zu EUSST beitragenden Sensoren zu einem europäischen Bahndatenkatalog zu verarbeiten. Aufgrund der hohen Geschwindigkeiten kann ein Satellit bei einer Kollision im Orbit vollständig zerstört werden. Die dabei entstehenden Trümmer erhöhen die Gefahr von Kettenreaktionen und weiteren Kollisionen. Im Jahr 2009 gab es eine schwere Kollision: damals stießen der amerikanische Satellit Iridium-33 und der inaktive russische Cosmos-2251 zusammen. Allein dieser Unfall verursachte mehr als 3.000 messbare Schrottobjekte. Viele davon stellen bis heute eine Gefahr für Satelliten dar, die deshalb regelmäßig Ausweichmanöver fliegen müssen.

Be­pi­Co­lom­bo fliegt dank Venus wei­ter Rich­tung Mer­kur

Von der Tagseite kommend, an der Venus vorbei, mit der Schwerkraft des Planeten abbremsen und auf der Nachtseite weiter auf Kurs zum Ziel Merkur: Am Donnerstag, den 15. Oktober 2020, wird die ESA-Raumsonde BepiColombo um 05.58 Uhr MESZ in etwa 10.720 Kilometer Entfernung an der Venus vorbeifliegen und unserem Nachbarplaneten ein wenig ihrer Bewegungsenergie übertragen, um selbst an Geschwindigkeit zu verlieren.

Zwei Jahre nach dem Start ist der Zweck des Manövers eine weitere Absenkung des sonnennächsten Punktes des Orbits von BepiColombo in Richtung der Umlaufbahn des Planeten Merkur. Den werden die beiden zu einem Gespann verbundenen Raumsonden der Europäischen Weltraumorganisation ESA und der japanischen Raumfahrtagentur JAXA nach einem weiteren Venusvorbeiflug im August 2021 erreichen und sechs Nahvorbeiflüge später schließlich Merkur Ende 2025 umkreisen. Für Planetenforscher und Ingenieure am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und dem Institut für Planetologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster eine weitere Gelegenheit das Spektrometer MERTIS zu testen.

Blick in die Venus-Gashülle mit Infrarotsensoren

Als Raumflugmanöver werden die bahntechnisch notwendige Passage an der Venus wie auch schon der Erde-Mond-Vorbeiflug im Frühjahr dazu genutzt, die Funktionsfähigkeit einiger Experimente an Bord beider Orbiter zu testen und mit den dabei gewonnen Daten die Sensoren und Signalketten zu eichen. „Aber es werden während des An- und Abflugs und bei der höchsten Annäherung an die Venus auch wissenschaftliche Messungen durchgeführt“, freuen sich die zwei Hauptverantwortlichen des MERTIS Instruments, Dr. Jörn Helbert vom Institut für Planetenforschung in Berlin und Prof. Dr. Harald Hiesinger vom Institut für Planetologie in Münster.

„Unser gemeinsam mit der Industrie und internationalen Partnern gebautes abbildendes Spektrometer MERTIS kommt dabei wieder zum Einsatz und wird neue Daten zur Zusammensetzung und Struktur der Venusatmosphäre liefern“, unterstreicht Helbert. In erster Linie wurde MERTIS entwickelt, um Spektren von gesteinsbildenden Mineralen auf der atmosphärenfreien Oberfläche des Merkur zu messen. Aber mit seinen Infrarotsensoren kann es auch bis zu einer gewissen Tiefe in die dichte Gashülle der Venus blicken. „Wir erwarten schon jetzt, noch viel mehr aber 2021, wenn wir der Venus viel näherkommen werden, ausgesprochen interessante Erkenntnisse“, ergänzt Hiesinger.

MERTIS (Mercury Radiometer and Thermal Infrared Spectrometer) ist ein bildgebendes Infrarot-Spektrometer und Radiometer mit zwei ungekühlten Strahlungssensoren, die für Wellenlängen zwischen 7 und 14 beziehungsweise 7 und 40 Mikrometern empfindlich sind. Während zweier Messzyklen, deren erster heute beginnt, werden fast 100.000 Einzelaufnahmen aufgezeichnet. Der erste Zyklus startet in einer Venusentfernung von etwa 1,4 Millionen Kilometer, dabei wird bis 23 Stunden vor dem Nahvorbeiflug und 670.000 Kilometer Entfernung gemessen. Nach einer Pause für die Überprüfung des Instruments beginnt 11 Stunden vor dem Venus-Vorbeiflug in 300.000 Kilometer Entfernung der zweite Zyklus, der bis fast 120.000 Kilometer Abstand zur Venus reicht, die vier Stunden vor dem Nahvorbeiflug passiert werden.

Die Venus im Blickpunkt der Planetenforschung

Die Venus ist fast so groß wie die Erde, hat sich aber ganz anders als diese entwickelt. Ihre Atmosphäre ist viel dichter, besteht fast ausschließlich aus Kohlendioxid und bewirkt dadurch einen sehr starken Treibhauseffekt, der zu einer dauerhaften Oberflächentemperatur von etwa 470 Grad Celsius führt. Die Existenz von Wasser und also auch Leben ist dort ausgeschlossen. Es ist gut möglich, dass es auf der Venus noch aktive Vulkane gibt. „Diese würden sich beispielsweise durch die von ihnen ausgestoßenen Schwefeldioxidgase verraten“, erklärt Helbert.

„Wir haben nach den ersten Messungen in den 1960er- und 70er-Jahren vor etwa zehn Jahren mit der ESA-Sonde Venus Express eine massive Abnahme der SO2-Konzentration um mehr als die Hälfte registriert. Das ‚riecht‘ förmlich nach aktiven Vulkanen! MERTIS könnte uns jetzt neue Hinweise liefern.“ Ergänzt werden die Experimente durch zeitgleiche Beobachtungen des japanischen Venusorbiters Akatsuki und von einem Dutzend professionellen Teleskopen sowie von Amateurastronomen auf der Erde.

Erst vor kurzem stand die Venus im Blickpunkt von Wissenschaft und Medien, als eine Gruppe von Astronomen mit Teleskopen auf Hawaii und in Chile zweifelsfrei das Spurengas Phosphin (oder auch Monophosphan, chemische Formel PH3) nachweisen konnte. Phosphin wird auf der Erde durch industrielle Fertigung zur Schädlingsbekämpfung hergestellt, entsteht aber auch durch biologische Prozesse in Faulschlamm oder im Verdauungstrakt von Wirbeltieren. Phosphin ist ein sehr kurzlebiges Molekül, so dass es also dafür aktuell eine Quelle auf der Venus oder in ihrer Atmosphäre geben muss, die das Phosphin erzeugt.

Bisherige Modellierungen von natürlichen Phosphinquellen wie Vulkanismus, Meteoriteneinschläge oder chemische Reaktionen infolge von Blitzentladungen haben die gemessenen Konzentrationen nicht erklären können. Nicht zuletzt deshalb wurde eine immer wieder unter Planetenforschern diskutierte Möglichkeit ins Spiel gebracht, das Phosphin könnte von Mikroorganismen hoch in der Venusatmosphäre stammen. Das bedeutet nichts anderes, als dass dort in 40-60 Kilometer Höhe auf den ‚fliegenden Teppichen‘ der Schwefelsäurewolken bei moderaten Temperaturen Leben existieren könnte – was die Autoren der Studie allerdings selbst in Frage stellen und auf notwendige zukünftige Messungen verweisen. Bereits in den 2020er-Jahren wird die Venus wieder das Ziel von zwei Raumsonden der ESA und NASA sein. Die Chancen, bei den BepiColombo Vorbeiflügen Phosphin (PH3) mit MERTIS sehen zu können, halten beide Forscher aufgrund der großen Vorbeiflugentfernung und der geringen Konzentration für sehr unwahrscheinlich.

Die Venus, ein Exoplanet vor der Haustüre

Der Flyby ist auch aus anderer Perspektive wissenschaftlich interessant, denn mit der Raumsonde kann die Venus gewissermaßen wie ein ferner extrasolarer Planet, ein erdähnlicher Exoplanet mit fester Oberfläche und dichter Atmosphäre, untersucht werden. „Beim Erde-Vorbeiflug haben wir den Mond untersucht und dabei MERTIS das erste Mal im Flug unter realen Experimentbedingungen charakterisiert. Dabei haben wir gute Ergebnisse erzielt“, erläutert Gisbert Peter, MERTIS-Projektmanager vom DLR-Institut für Optische Sensorsysteme, das für die Konzeption und den Bau von MERTIS verantwortlich war.

„Jetzt richten wir MERTIS zum ersten Mal auf einen Planeten. Daraus können wir Vergleiche mit Messungen vor dem Start von BepiColombo zur Optimierung des Betriebs und der Datenprozessierung machen und Erfahrungen für die Auslegung von zukünftigen Experimenten sammeln.“ Der Schwerpunkt aller Experimente liegt auf Messungen zur Zusammensetzung, Struktur und Dynamik der Venusatmosphäre, der Ionosphäre des Planeten und – mit den Instrumenten des japanischen MMO (Mercury Magnetospheric Orbiter) – der induzierten Magnetosphäre der Venus.

Treibstoff sparen mit Planetenvorbeiflügen

BepiColombo ist am 20. Oktober 2018 an Bord einer Ariane-5-Trägerrakete vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou gestartet. Das nun stattfindende zweite sogenannte Flyby-Manöver von BepiColombo, dieses Mal an der Venus (das erste fand am Karfreitag an der Erde statt), dient dazu, das Sondengespann weiterhin ohne den Einsatz von Treibstoff ein wenig abzubremsen, um die Bahnellipse der Raumsonde in Richtung einer Kreisbahn zu „stauchen“, um am Ende vom Gravitationsfeld des Merkurs eingefangen zu werden und in den Merkurorbit einzuschwenken.

Während die Sonde auf ihrer spiralförmigen Bahn durchs innere Sonnensystem mit einer Geschwindigkeit von 37 Kilometer pro Sekunde (133.500 km/h)in Richtung der Venus ‚fällt‘, verlässt BepiColombo den inneren Nachbarplaneten der Erde nach einem leichten Richtungswechsel mit einer Geschwindigkeit von nur noch etwa 3,25 Kilometer pro Sekunde (11.700 km/h). Der Vorbeiflug findet in einer Entfernung von 116 Millionen Kilometer statt: Die Venus läuft der Erde gegenwärtig voraus und ist vor Einsetzen der Dämmerung als ‚Morgenstern‘ im Osten sichtbar.

Wegen der starken Anziehungskraft der Sonne sind Planetenmissionen ins innere Sonnensystem nur mit sehr komplexen Flugbahnen zu meistern. Mit dem Manöver am Donnerstag wird die Relativgeschwindigkeit gegenüber Merkur auf 1,84 Kilometer pro Sekunde abgesenkt. Am Ende ihres Spiralflugs zwischen den Bahnen von Erde und Merkur wird BepiColombo mit fast derselben Geschwindigkeit wie der Merkur die Sonne umrunden und kann dann vom kleinsten Planeten des Sonnensystems am 5. Dezember 2025 leicht von dessen Schwerkraft eingefangen und mit etwas Düsenschub in eine polare Umlaufbahn einschwenken.

Zum ersten Mal wurden Flyby-Manöver entlang einer Planetenbahn bei der Mission Mariner 10 angewandt, um nach dem ersten Vorbeiflug am Planeten Merkur noch zwei weitere Nahvorbeiflüge zu ermöglichen. Die Berechnungen stellte der italienische Ingenieur und Mathematiker Giuseppe ‚Bepi‘ Colombo an. Colombo, Professor an der Universität seiner Heimatstadt Padua, war 1970 zu einer Konferenz zur Vorbereitung der Mariner-10-Mission an das Jet Propulsion Laboratory der NASA ins kalifornische Pasadena eingeladen. Dort sah er den ursprünglichen Missionsplan und erkannte, dass mit einem hoch präzise ausgeführten ersten Vorbeiflug zwei weitere Nahvorbeiflüge am Merkur möglich waren: Ihm zu Ehren wurde die nun fliegende große europäisch-japanische Merkur-Mission benannt.

DLR und BDLI: Zero-Emission White Paper für die Luftfahrt

Eine Energiewende in der Luftfahrt mit dem Ziel Zero Emission ist bis zur Mitte des Jahrhunderts möglich und bedarf eines umfassenden Innovationsschubs. Das sagen das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI).

DLR und BDLI haben ein White Paper ‚Zero Emission Aviation – Emissionsfreies Fliegen‘ an das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) übergeben. Das Papier führt erstmals umfassend den aktuellen Forschungsstand sowie technologische Handlungsfelder auf dem Weg zum emissionsfreien Fliegen in allen Luftfahrtbereichen zusammen.

Mix an Technologien nötig

Dafür werden ein vielfältiger Technologiemix mit umfangreichen Entwicklungen in den Bereichen nachhaltige Kraftstoffe, neue Konfigurationen, Batterie- und Brennstoffzellentechnologie sowie verschiedene Hybridantriebslösungen und neue Gasturbinenkonzepte nötig sein. Die Transformation zur emissionsfreien Luftfahrt bis 2050 braucht die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft, Industrie und Politik.

„Es ist jetzt Zeit ein neues Kapitel der Luftfahrt aufzuschlagen. Unser ‚White Paper‘ zeigt den Weg zum emissionsfreien Fliegen für den ‚Green Deal‘ der Luftfahrt, der zu neuen Technologien, attraktiven High-Tech Arbeitsplätzen, faszinierenden Produkten führt und den gesellschaftlichen Wohlstand in Deutschland und Europa fördert“, sagt Prof. Rolf Henke, Mitglied des DLR-Vorstands, zuständig für Luftfahrtforschung und -technologie. „Mit der Transformation einer ganzen Branche hält dieser Weg aber auch große Forschungsanstrengungen bereit. Insbesondere werden fliegende Demonstratoren ein wesentliches Element sein, beim Thema Elektrisches Fliegen, bei Wasserstoff, bei neuen Kraftstoffen und bei neuen Flugzeugkonfigurationen.“

Reiner Winkler, BDLI-Vizepräsident Luftfahrt unterstreicht: „Jetzt stehen wir vor zwei nie dagewesenen Herausforderungen. Zum einen hat die Corona-Pandemie die wirtschaftlich schwerste Krise unserer Branche ausgelöst. Der Zusammenbruch des weltweiten Luftverkehrs bedingt eine dramatische Situation für die Hersteller ebenso wie für unsere tief gestaffelte Zulieferkette, die in der gesamten Bundesrepublik beheimatet ist. Zum anderen steht die Luftfahrt an der Schwelle zum klimaneutralen Fliegen. Wir haben uns ambitionierte Ziele gesetzt: Bis 2050 werden wir klimaneutral fliegen. Darum zielen seit langem bis zu 90 Prozent unserer Investitionen in Forschung und Entwicklung unmittelbar auf die Senkung von Emissionen ab.“

In der Krise: erst recht Innovation

In der aktuellen Situation von massiver wirtschaftlicher Krise und maximaler technologischer Herausforderung bildet das vorliegende White Paper die Initialzündung für einen Aufbruch in disruptive Technologien. Zugleich verstärkt es den bewährten Pfad der Kooperation zwischen Industrie und luftfahrt-orientierter Großforschung. Das Flugzeug der Zukunft soll zugleich klimaneutral und wettbewerbsfähig sein und es soll in Deutschland und Europa gebaut werden. Das White Paper wird eine wertvolle Grundlage sein, die Zusammenarbeit von Forschung, Industrie und Politik zu intensivieren, um mit der „Energiewende am Himmel“ zugleich den Klimaschutz und den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken.

Zero Emission Aviation erfordert einen großen Forschungsbedarf. Für das Ziel eines emissionsfreien Luftverkehrs müssen viele radikale Technologien parallel untersucht und hinsichtlich ihres Einsatzes in Abhängigkeit von Größe und Reichweite von Luftfahrzeugen bewertet werden. Im Bereich Urban Air Mobility und bei Regionalflugzeugen für kurze Reisen innerhalb von Ballungsgebieten zeigen batterie-elektrische Konzepte eine Perspektive, Luftfahrzeuge mit hybriden Antriebskonzepten auf Basis von Brennstoffzellen lösen perspektivisch heutige Flugzeuge auf der Kurz- und Mittelstrecke ab.

Einsatz von direkt verbranntem grünem Wasserstoff

Großes Potenzial für Emissionsminderungen auf der Mittel- und Langstrecke haben nachhaltige Kraftstoffe in Verbindung mit neuen Gasturbinenkonzepten. Besonders der Einsatz von direkt verbranntem grünem Wasserstoff rückt dabei langfristig in den Fokus. Perspektivisch ist der Einsatz von turbo-hybrid-elektrischen Antriebskonzepten bis hin zu Brennstoffzellen auch auf der Langstrecke denkbar. Neue Flugzeugkonfigurationen bieten die Möglichkeit neue Antriebstechnologien besonders effizient zu integrieren.

Die erfolgreiche Einführung von Schlüsseltechnologien für einen klimafreundlichen Luftverkehr benötigt umfangreiche Flugversuche und damit ein planmäßiges Demonstratoren-Programm. Bis die globale Flugzeugflotte in rund 20 bis 30 Jahren durch die nächste Generation ersetzt wird, sind neben Investitionen in neuen Technologien parallel finanzielle Mittel für die Verbesserung aktueller Luftfahrzeuge hinsichtlich ihrer Klimawirkung nötig.

Neue operative Maßnahmen wie die Implementierung einer klimaschonenden Routenführung könnten beispielsweise bereits in kürzester Zeit auf einen wesentlichen Teil der Flotte angewendet werden. Studien des DLR zeigen, dass bereits kleine Änderungen in der Flugführung mit lediglich um ein Prozent erhöhten Betriebskosten zu einer Verringerung der Klimaauswirkungen um bis zu zehn Prozent führen könnten.

Flughafen Nürnberg bekommt wieder mehr Hub-Verkehr

Gute Nachrichten für Business-Reisende aus und in die Metropolregion Nürnberg: Mehrmals wöchentlich starten Flüge in die Hubs Paris mit Air France, Amsterdam mit KLM, Frankfurt mit Lufthansa, Istanbul mit Turkish Airlines sowie Wien mit Austrian Airlines. Ab Februar 2021 erreichen Fluggäste Zürich mit Swiss International Air Lines. Für die Mitarbeiter der exportintensiven Unternehmen der Metropolregion bestehen dadurch weltweite Umsteigeverbindungen.

Fünf Drehkreuze direkt ab Flughafen Nürnberg

Vom Flughafen Nürnberg aus sind fünf Drehkreuze wieder direkt erreichbar und die beiden großen Airline-Allianzen SkyTeam und Star Alliance in Nürnberg vertreten.

Lufthansa hat angekündigt, ihre Verbindung von Nürnberg nach Frankfurt ab 15. November von aktuell elf auf bis zu 19 Flüge pro Woche aufzustocken. Mit bis zu drei täglichen Zubringerflügen wird die Konnektivität ins europäische und interkontinentale Streckennetz der Lufthansa Group somit wieder deutlich gesteigert. Auch Turkish Airlines weitet das Angebot im Winter weiter aus: Bereits ab dem 25. Oktober ist Istanbul bis zu fünfmal wöchentlich erreichbar.

Business: Es geht nicht nur online

„Geschäftsreisen bleiben auch in Zukunft relevant, weil virtuelle Meetings die Kommunikation von Mensch zu Mensch nicht dauerhaft ersetzen können. Techniker der in der Metropolregion beheimateten Unternehmen müssen vor Ort Maschinen installieren und warten können“, gibt sich Flughafengeschäftsführer Dr. Michael Hupe überzeugt. „Die Airlines zeigen eine hohe Bereitschaft, das Streckennetz ab Nürnberg bedarfsgerecht wieder aufzubauen. Zur Stabilisierung der Strecken brauchen wir allerdings auf den angebotenen Verbindungen eine ausreichende Nachfrage aus der Wirtschaft.“ Über die jeweiligen Ein- und Rückreisebestimmungen sollten sich Reisende vor dem Buchen informieren.

Aus für ziviles Flugfeld am Flughafen Dübendorf

Der Schweizer Bund stellt das Sachplanverfahren für die Umnutzung des Militärflugplatzes Dübendorf in ein ziviles Flugfeld mit Bundesbasis ein. Die bisherige Zusammenarbeit mit der Flughafen Dübendorf AG wird beendet.

Der Schweizer Bundesrat beschloss 2014 für das Gelände des Militärflugplatzes Dübendorf eine Dreifachnutzung mit Innovationspark, militärischer Bundesbasis und zivilem Flugfeld. Den Zuschlag für den Betrieb des zivilen Flugfelds bekam nach einer öffentlichen Ausschreibung die Flugplatz Dübendorf AG (FDAG). Der Bundesrat beauftragte dann das VBS, die Verträge abzuschließen, und das UVEK, die nötigen Planungsschritte einzuleiten. 2016 legte er die Nutzung des Flugplatzes im Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) und im Sachplan Militär (SPM) fest.

Mit einem Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom Juli 2020 wurde auch die Planung für den Innovationspark auf dem Areal in Dübendorf gebremst. Für den Bundesrat ist es aus diesen Gründen nicht realistisch, weiter am bisherigen Konzept festzuhalten. Er hat an seiner Sitzung vom 14. Oktober 2020 das UVEK und das VBS darum beauftragt, sich stattdessen am konzeptionellen Neustart des Planungsprozesses durch den Kanton Zürich zu beteiligen.

Schwieriger Flugbetrieb mit Zürich

Im Rahmen der vertiefenden Arbeiten tauchten Fragen auf, die bei der Ausschreibung nicht vorhersehbar gewesen waren. Die Abklärungen ergaben zum Beispiel, dass der Flugbetrieb in Dübendorf aus Sicherheitsgründen größeren Koordinationsbedarf mit dem Flughafen Zürich auslöst als zunächst angenommen worden war. Zudem möchte die FDAG inzwischen statt einer Betriebsbewilligung eine Konzession. Sie stuft das Risiko als sehr hoch ein, dass sie aufgrund von Klagen privater Grundeigentümer wegen tiefen Überflügen sonst den Flugbetrieb einstellen müsste.

Angesichts dieser Probleme sowie der Ablehnung des FDAG-Konzepts durch die Gemeinden Dübendorf, Volketswil und Wangen-Brüttisellen und den vom Kanton Zürich geäußerten Vorbehalten ist es für den Bundesrat nicht realistisch, weiter am bisherigen Konzept der FDAG festzuhalten. Das Verfahren zur Anpassung des SIL für die Umnutzung in ein ziviles Flugfeld wird darum eingestellt.

Planungsprozess für Dübendorf

Der Bundesrat hat das UVEK und das VBS beauftragt, sich unter Einbezug des WBF nun an den konzeptionellen Arbeiten des Kantons Zürich zur Umnutzung des Militärflugplatzes Dübendorf zu beteiligen und am Planungsprozess mitzuwirken. Der Kanton hat den Bund eingeladen, bei der Erarbeitung eines Syntheseberichts mitzumachen. Auslöser dafür ist das vom Verwaltungsgericht des Kantons Zürich im Juli 2020 gefällte Urteil, mit dem der kantonale Gestaltungsplan für den Innovationspark aufgehoben wurde.

Damit wurde die Planung des Kantons zurückgeworfen. Der Kanton sprach sich in der Folge Mitte September 2020 für einen „Marschhalt“ aus. Die neue Ausgangslage erfordere einen Neustart der gesamten Arealplanung. Dazu gehöre, Umfang, Nutzung und Betriebszeiten des Zivilflugplatzes zu überprüfen. Die Coronakrise akzentuiere die Frage nach dem künftigen Bedarf an Flugkapazitäten.

Der Bund ist an der Dreifachnutzung nach wie vor interessiert und bereit, sich an dem nun vom Kanton angestoßenen Prozess zu beteiligen. Das UVEK sieht aber keine aviatischen Interessen mehr, die es dem Bund erlauben würden, die Federführung zur Planung der zivilen Umnutzung in ein Flugfeld zu behalten. Das militärische Bundesinteresse (Bundesbasis mit Helikopterbetrieb) und das Bundesinteresse am Innovationspark bleiben.

Aus für Zusammenarbeit mit Flughafen Dübendorf AG

Trotz der veränderten Ausgangslage hält die FDAG an ihrem Betriebskonzept fest und erwartet dafür eine Konzession. Es besteht jedoch kein Rechtsanspruch darauf. Auf der Grundlage des gegenwärtigen SIL-Prozesses könnte ihr eine Konzession auch nicht ohne Weiteres erteilt werden. Unter diesen Voraussetzungen ist für den Bund die Zusammenarbeit mit der FDAG nicht mehr möglich. Diese wird daher beendet.