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Malwettbewerb: DLR schickt Bilder auf die ISS

Gemeinsam mit einem echten Astronauten die Erde umkreisen: Das ist für viele Kinder ein Traum. Für einige von ihnen kann er jetzt Wirklichkeit werden, sie dürfen den deutschen ESA-Astronauten Matthias Maurer auf seiner für 2021 geplanten Mission zur Internationalen Raumstation ISS begleiten – und zwar in Form eines selbstgemalten „Klassen-Selfies“.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) lädt dazu Grundschulklassen ab der 3. Jahrgangsstufe zu einem Malwettbewerb ein. Unter dem Motto „Hand in Hand um die Welt“ können sich die Kinder nebeneinander in einer Reihe malen – immer Hand in Hand. Alle eingesendeten Bilder zusammen ergeben so eine lange Reihe – und sollen auch auf die Raumstation ISS geflogen werden.

Selbstgemalte Bilder fliegen ins All

Aus den Einsendungen wählt das DLR 30 Bilder aus, die im Miniaturformat ausgedruckt zu einem etwa zehn Meter langen Papierstreifen zusammengefügt werden. Dieser fliegt in einem speziellen Metallbehälter, der von Auszubildenden aus dem DLR-Standort Braunschweig angefertigt wird, zur ISS und wird dort mit Matthias Maurer viele Male die Erde umkreisen. Dabei ist auch vorgesehen, dass der ESA-Astronaut die Bilderkette vor laufender Kamera ausrollt und schwerelos schwebend präsentiert.

Der Malwettbewerb hat darüber hinaus noch eine andere Besonderheit, denn neben den 30 ausgedruckten Bildern starten auch alle anderen mit zur ISS: Sie werden digital auf einem USB-Stick gespeichert, der sich ebenfalls in dem Metallbehälter befinden wird. „Wir wollen die Kinder nicht nur für Raumfahrt und damit insgesamt für Forschung und Technik begeistern“, erklärt Volker Kratzenberg-Annies, Vorstandsbeauftragter für Nachwuchsförderung im DLR.

„Diese Aktion soll zugleich Zeichen für ein soziales Miteinander und für eine positive Zukunftsperspektive setzen. Wir hoffen, dass sich die Kinder auf den symbolischen Mitflug freuen und dem Start wie auch der Rückkehr ihrer Bilder entgegenfiebern.“ Alle teilnehmenden Schulen erhalten eine Urkunde und die ausgedruckten Bilder werden später sogar mit einem Zertifikat an die entsprechenden Schulen zurückgegeben: „Gewissermaßen als ein kleines Stück ‚Weltraum‘ im Klassenzimmer“, sagt Volker Kratzenberg-Annies. Alle Einzelheiten zur Teilnahme einschließlich eines Musterbildes als Malvorlage finden Lehrkräfte auf dem DLR-Jugendportal DLR_next. Einsendeschluss ist der 15. Januar 2021.

DLR erklärt den Traum vom Fliegen

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Im Braunschweiger DLR_School_Lab geht es den Geheimnissen des Auftriebs auf die Spur und im Tower-Simulator vergisst man sogar beinah die reelle Welt um sich. Die „Faszination Fliegen“ – anschaulich vermittelt und richtig zum Miterleben.

Wie Daniel Düsentrieb fühlt sich Tobias „Tobi“ Bohnhardt, Moderator von DLR_School_Lab TV, beim Besuch des DLR-Standorts Braunschweig. Für die neue Folge der Sendereihe „DLR_School_Lab TV“ fliegt der quirlige Wissensvermittler für junge Zuschauer in einem Gyrokopter über den DLR-Standort Braunschweig und berichtet danach auch im Flug aus dem Cockpit eines großen Forschungsfliegers.

Wie ist es überhaupt möglich, dass so schwere Maschinen abheben und fliegen? Wozu brauchen Wissenschaftler die Hightech-Forschungsflugzeuge? Und wie wird eigentlich der Flugverkehr durch Fluglotsen überwacht? Fragen, denen Tobi nachgeht – alles anschaulich erklärt und in 30 Minuten auch von Piloten und anderen Fachleuten des DLR verständlich beantwortet.

Politik zwingt Luftverkehr erneut in die Knie

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Der Abschaffung von Tests auf das Coronavirus an den Flughäfen geschieht auf Beschlüsse von Bund und Ländern zugunsten einer schwer zu kontrollierenden Quarantäne. Doch daraufhin sind die Passagierzahlen erneut eingebrochen. Das zeigen Zahlen zur Entwicklung der deutschen Luftverkehrswirtschaft in den ersten drei Quartalen des Jahres. Seit Oktober verschärft sich diese Tendenz weiter.

Insgesamt ging das Passagieraufkommen an den deutschen Flughäfen in den ersten drei Quartalen des Jahres um 71 Prozent zurück. In den Sommermonaten haben deutsche und ausländische Fluggesellschaften zuvor eingestellte Flugverbindungen schrittweise wieder aufgenommen. Rund ein Drittel des Flugangebots war insbesondere im Europaverkehr wieder buchbar. Daher sind die Passagierzahlen im August langsam wieder auf rund ein Viertel des Vorjahresniveaus gestiegen. Die Entwicklung blieb hinter den Erwartungen der Branche zurück, hat aber zumindest eine zaghafte Erholung eingeläutet.

Quarantäne hält Menschen vom Reisen ab

Seit der Ankündigung von Bund und Ländern, das Testen an den Flughäfen zugunsten einer Quarantäneregelung aufzugeben, sind die Passagierzahlen wieder stark rückläufig. So fehlten im September an den deutschen Flughäfen 81 Prozent der Passagiere im Vergleich zum September 2019. Mitte Oktober lag der Passagierrückgang an den deutschen Flughäfen bereits bei 87 Prozent. In den kommenden Wochen werden sich die Passagierzahlen aller Voraussicht nach weiter verschlechtern.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch bei den deutschen Fluggesellschaften wider. Insgesamt war die Verkehrsleistung der deutschen Fluggesellschaften in den ersten drei Quartalen des Jahres um 73 Prozent rückläufig. Während die Passagiernachfrage in den Monaten April bis Juni fast vollständig zum Erliegen gekommen war, setzte in den Sommermonaten Juli und August eine zaghafte Erholung ein. Seit September verschlechtert sich die Passagiernachfrage wieder. Im September lag die Verkehrsleistung bereits 87 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Es ist absehbar, dass sich die Passagierentwicklung bei den deutschen Fluggesellschaften im Oktober weiter verschlechtert.

Faktischer Lockdown bei Passage

Der faktische Lockdown im Passagiergeschäft führt dazu, dass es im System Luftfahrt kaum noch Einnahmen gibt: Weder bei den Fluggesellschaften noch bei den Flughafenbetreibern und den Geschäften an den Flughäfen. Auf das Gesamtjahr gerechnet gehen die Umsätze an den Flughäfen um schätzungsweise 52 Prozent zurück. Auch bei den Fluggesellschaften wird nur ein Bruchteil der Umsätze des Vorjahres erwirtschaftet. Zur Abwehr von Insolvenzen haben sich die Fluggesellschaften und Flughäfen erheblich verschulden müssen, was mit einer Schwächung ihrer Investitionskraft einhergeht.

Derzeit befinden sich 60 bis 70 Prozent der Beschäftigten bei den Fluggesellschaften und Flughafenbetreibern in Kurzarbeit. Da sich die Verkehrszahlen nur langfristig wieder erholen werden, stehen bei den deutschen Fluggesellschaften und an den Flughäfen rund 60.000 von 255.000 Arbeitsplätzen vor dem Abbau. Das ist mehr als jeder fünfte Arbeitsplatz.

Trotz Impfung: Normalität erst wieder 2025?

Im Hinblick auf die langfristige Perspektive zeichnet sich nur eine sehr langsame Erholung des Passagiergeschäfts ab. In einem Szenario, das von der Annahme ausgeht, dass wir im kommenden Jahr einen Impfstoff zur Verfügung haben werden und die Erholung des Geschäfts beginnt, wird die Passagiernachfrage (gemessen in Personenkilometer) von 2019 erst wieder im Jahr 2025 erreicht. Demnach würde die Nachfrage im aktuellen Jahr insgesamt bei 25 Prozent des Niveaus von 2019 liegen. Im Jahr 2021 wären dann rund 40 Prozent von 2019 zu erwarten und erst 2022 würde die Nachfrage einen größeren Sprung nach vorne machen.

Die Entwicklung im Bereich Luftfracht ist eine andere: Auch die Luftfracht liegt unter den Erwartungen für dieses Jahr. Doch der Rückgang fällt deutlich niedriger aus als im Passagiergeschäft. Dabei ist die Entwicklung in Deutschland deutlich positiver als im weltweiten Durchschnitt: Während die Frachtbeförderung weltweit in den ersten drei Quartalen um 13 Prozent zurückgegangen ist, ist sie in Deutschland im selben Zeitraum um acht Prozent rückläufig. Dabei hat sich die Situation in Deutschland seit Mai kontinuierlich gebessert, und im September lagen die Frachteinladungen und -ausladungen zum ersten Mal in diesem Jahr über dem Wert des Vorjahres, wenn auch nur minimal.

Flughafen Zürich: „The Circle“ öffnet seine Tore

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Nach über fünfjähriger Bauzeit ist der Circle am Flughafen Zürich seit Donnerstag, 05. November 2020, für die Öffentlichkeit zugänglich: Die Shops und Restaurants sowie der neue Flughafenpark werden eröffnet.

Aus der größten Hochbaustelle der Schweiz ist das neue Quartier am Flughafen Zürich entstanden. Zwei Hotels mit einem Kongresszentrum, zahlreiche Shops und Restaurants, Hauptsitze für internationale Firmen sowie medizinische Dienstleistungen lassen den Flughafen immer mehr zu einem städtischen Zentrum werden. Unternehmen profitieren im Circle von einem hervorragend erschlossenen Standort an der Schnittstelle zwischen Stadt und Internationalität und sehr guten Verkehrsanbindungen.

Ort des Arbeitens, des Einkaufens und Verweilens

Der Circle und der angrenzende Park sind direkt mit den Flughafen-Terminals verbunden und bieten gleichzeitig eine Außenraum- und Adressqualität, die es so an Flughäfen weltweit kaum gibt. Die Nutzungen im Circle ergänzen das bestehende Angebot am Flughafen Zürich ideal. Der Circle wird ein Ort des Arbeitens, des Einkaufens und Verweilens, ein Ort für medizinische Dienstleistungen, Kongresse, Events und mit den zwei Hyatt Hotels ein Ort für die Menschen aus der Umgebung, für Touristen und Geschäftsreisende. Das kulinarische Angebot im Circle sowie der angrenzende Park beleben das neue Quartier im Flughafen Zürich zusätzlich.

Andreas Schmid, Verwaltungsratspräsident der Flughafen Zürich AG: „Der Realisierungsentscheid war ein mutiger Schritt der beiden Miteigentümer. Heute können wir die Früchte dafür ernten. Wir haben uns in der Frühphase der Entwicklung viel Zeit genommen, das richtige Konzept zu wählen. Die sorgfältige Bestimmung des Nutzungsmixes und der Positionierung, und darauf aufbauend der Architekturwettbewerb, dauerten mehrere Jahre und sind Teil des Erfolgs, dass wir die Baukosten im Griff halten konnten und bei Eröffnung fast vollvermietet sind. Ich bin unglaublich stolz, heute den Circle gemeinsam mit unserer Miteigentümerin Swiss Life eröffnen zu dürfen.“

Rolf Dörig, Verwaltungsratspräsident von Swiss Life, ergänzt: „Der Circle ist in jeder Hinsicht eine zukunftsgerichtete Überbauung: verdichtetes und nachhaltiges Bauen am richtigen Standort und ein modernes Nutzungskonzept, das sich an den Bedürfnissen der heutigen wie auch künftigen Generationen ausrichtet. Ein großer Dank gebührt den vielen involvierten Baufachleuten und Handwerkern, die Enormes geleistet haben – gerade in der Schlussphase mussten sie unter sehr anforderungsreichen Bedingungen arbeiten.“

Shops und Gastronomie

Am Hauptplatz und in den Gassen befinden sich ein Jelmoli Lifestyle House und Sports House, eine immersive Boutique der Marke Omega, sowie spannenden Konzepte von Anecdote by Dufry, Läderach Chocolatier Suisse, Sapori d’Italia und DLUX Hair. Pop-up Stores vom Zürcher Kosmetiklabel Soeder sowie dem Schweizer E-Bike Hersteller Stromer runden das Angebot ab. 
Auch das Gastronomieangebot im Circle überzeugt: Vom kosmopolitischen Rooftop-Restaurant Sablier mit Aussicht auf den Park bis zu Leon’s Loft am Hauptplatz mit Feel-Good-Food von früh bis spät. Zudem bietet der Circle den Gästen das Streetfood-inspirierte Bowl-Konzept von Rice Up! sowie das Restaurant l’Oro di Napoli mit italienischer Holzofenpizza. Auch in den beiden Hyatt Hotels, dem Hyatt Regency und dem Hyatt Place Zurich Airport The Circle, wird es ein breites Angebot an Restaurants und Bars geben, unter anderem das Restaurant Babel mit Spezialitäten des Mittleren Ostens.

Schrittweise Eröffnung am Flughafen Zürich

Bereits seit Oktober empfängt das Universitätsspital im neuen ambulanten Gesundheitszentrum, dem USZ Flughafen, Patientinnen und Patienten. Zeitgleich wurde der erste Shop im Circle, die Victoria Apotheke eröffnet. Das Neuroth Hörcenter vervollständigt das Gesundheitsangebot.

In den nächsten Wochen und Monaten werden laufend neue Angebote dazukommen und Mieter einziehen. Im Verlauf des Novembers werden Avec und Bayard Co Ltd ihre Stores im Circle eröffnen. Das Hyatt Regency Hotel und die Convention Hall, die Platz für 2500 Personen bietet, eröffnen im Dezember 2020. Im Frühjahr 2021 folgt das Hyatt Place Hotel sowie das Naturkosmetikkonzept Cermony Suisse.

Auch die Büromieter beziehen laufend ihre Flächen. Bereits im Circle arbeiten Mitarbeitende der Flughafen Zürich AG, Isolutions und Totemo. Bis Ende Jahr werden auch Raiffeisen, Abraxas, Lunge Zürich und Inventx ihre Flächen beziehen und die Kindertagesstätte von Globegarden, ein Fitnesscenter von Kieser Training sowie die Personalgastronomie Chreis 14 werden eröffnet. Weitere Büromieter, darunter Horváth & Partners, Microsoft, Edelweiss, MSD, Novo Nordisk, SAP und Oracle, beziehen ihre Flächen 2021. Nächstes Jahr wird auch das Co-Working Spaces eröffnet.

Stefan Feldmann, Head The Circle der Flughafen Zürich AG: «Uns ist bewusst, dass wir den Circle in einer herausfordernden Zeit eröffnen. Doch wir freuen uns sehr, können wir ab heute Gäste im Circle empfangen – natürlich immer mit den nötigen Schutzmassnahmen. In den nächsten Monaten werden wir laufend Inhalte und Erscheinungsbild optimieren und weiterentwickeln, um den Circle zu einem lebendigen Ort für unsere Gäste, Mieter, Mitarbeitende, Besucher und Passagiere zu machen.»

Flughafen München erhält Innovationspreis für Mobilität

Große Anerkennung für ein Konzept zur ressourcenschonenden Fluggastbeförderung am Münchner Flughafen: Der Verband der deutschen Gaswirtschaft hat einen Pilotversuch mit einem mit flüssigem Methan betriebenen Passagierbus mit seinem diesjährigen Innovationspreis in der Kategorie „Mobilität & Verkehr“ ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand im „House of Innovation“ in Berlin statt. Der Münchner Flughafen entwickelte das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Start-up „CM Fluids“ aus Rohrbach. Gemeinsam mit weiteren Partnerunternehmen haben die Preisträger ein besonders innovatives Antriebskonzept für Passagierbusse verwirklicht und damit erfolgreich „Ideen für eine nachhaltige und umweltbewusste Mobilität der Zukunft“ umgesetzt.

Antriebskonzept „CMF drive“

Bei dem Pilotprojekt am Flughafen München ist ein ursprünglich mit Diesel betriebener Passagierbus aus der Fahrzeugflotte des Airports auf einen klimaschonenden Antrieb mit flüssigem Methan umgestellt und damit zukunftsfit gemacht worden. Mit dem patentierten Antriebskonzept „CMF drive“ erhielt der Bus einen generator-elektrischen Antrieb. Der Passagierbus wird durch einen Verbrennungsmotor angetrieben und künftig mit regenerativ erzeugtem Biogas betankt. Die vom Motor erzeugte Energie wird in einer Pufferbatterie zwischengespeichert, die wiederum die elektrische Antriebsachse des Busses mit Strom versorgt. Nach der erfolgreichen Umrüstung fährt der Bus besonders energieeffizient und mit Biomethan betankt sogar klimaneutral.

Gerade bei Passagierbussen mit langen Betriebszeiten oder häufigen Starts und Stopps, wie beim Einsatz auf dem Vorfeld des Münchner Flughafens, werden die Vorteile des CMF drive Systems deutlich: Bremsenergie wird rückgewonnen und ebenfalls in der Pufferbatterie zwischengespeichert. Eine Tankfüllung reicht dabei im Gegensatz zu herkömmlichen Elektrobussen bis zu 800 Kilometer weit.

Umrüstung von Diesel auf Biomethan

Für die Jury der deutschen Gaswirtschaft unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Frank Behrendt, Leiter des Fachgebiets Energieverfahrenstechnik und Umwandlungstechniken regenerativer Energien an der Technischen Universität Berlin, leistet das Gemeinschaftsprojekt einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz: „Mit der Umrüstung von Diesel auf Biomethan bietet CM Fluids eine einmalige Lösung, die sowohl wirtschaftlich sinnvoll ist als auch die Abgaswerte auf nahezu null reduziert. Der Flughafen München wird damit zum Pionier in Sachen Klimaschutz auf dem Vorfeld.“

Jost Lammers, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen München GmbH: „Wir freuen uns sehr, dass unser Engagement für einen nachhaltigen Flughafenbetrieb mit dem Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft honoriert wurde. Hier haben findige Ingenieure ein Vorzeigeprojekt entwickelt, das vielen kommunalen Verkehrsbetrieben als Blaupause dienen könnte. Die Umrüstung von Fahrzeugen aus dem Bestand ist zum einen wirtschaftlich und erspart teure Neuanschaffungen, zum anderen wird auf diese Weise regional erzeugtes Biomethan aus unserem Umland direkt am Airport verbraucht.“

Umstellung der Fahrzeugflotte

Die schrittweise Umstellung der Fahrzeugflotte auf erneuerbare Energien passt hervorragend zur Klimastrategie des Münchner Flughafens. Bewährt sich das Konzept auch im Alltagsbetrieb, sollen weitere Passagierbusse umgerüstet werden. Der Flughafen München arbeitet an der Umsetzung einer Vielzahl technologischer Maßnahmen, um spätestens bis zum Jahr 2030 einen CO2-neutralen Betrieb des Flughafens zu erreichen.

Austrian Airlines erleidet Corona-Abwärtstrend im 3. Quartal

Durch die zweite Welle der Coronakrise und die damit verbundene Vielzahl an Anpassungen im Flugbetrieb verzeichnet Austrian Airlines im dritten Quartal 2020 ein bereinigtes Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Adjusted EBIT) von -106 Mio. Euro im Vergleich zu +70 Mio. im Vorjahr. In den ersten neun Monaten beträgt das Adjusted EBIT -341 Mio. Euro. Durch die vielen Reisebeschränkungen hat sich die Passagieranzahl um 75 Prozent auf rund 2,8 Mio. reduziert.

„In den Sommermonaten verdienen wir als Airline im Normalfall unser Geld. Aber in diesem Jahr hat uns Corona die Suppe sprichwörtlich versalzen. Der Flickenteppich an Regulationen innerhalb Europas und die neuen Lockdown-Verordnungen in vielen Ländern verschärfen die Situation weiter“, erklärt Austrian Airlines CFO Andreas Otto.

Details zum Ergebnis

Mitte August erreichte das Flugprogramm von Austrian Airlines mit einer Produktion von rund 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bereits den Jahres-Höhepunkt. Seit diesem Zeitpunkt geht es – bedingt durch die vielen Reisebeschränkungen – wieder bergab. Der Umsatz im Zeitraum Juli bis September ist im Vergleich zu 2019 um 85 Prozent auf 93 Mio. Euro gesunken. Im selben Zeitraum haben sich die Gesamterlöse ebenfalls um 85 Prozent auf 102 Mio. Euro reduziert (3. Quartal 2019: 667 Mio. Euro). 208 Mio. Euro haben Gesamtaufwendungen betragen, was einer Reduktion von 65 Prozent entspricht (3. Quartal 2019: 597 Mio. Euro). Das Adjusted EBIT im 3. Quartal hat -106 Mio. Euro betragen.

In den ersten neun Monaten ist der Umsatz um 85 Prozent auf 414 Mio. Euro gefallen (Q1-3 2019: 1.612 Mio. Euro). Die Gesamterlöse sind um 72 Prozent auf 465 Mio. Euro gefallen (Q1-3 2019: 1.678 Mio. Euro). Die Gesamtaufwendungen sind in diesem Zeitraum um 51 Prozent auf 806 Mio. Euro gesunken (Q1-3 2019: 1.661 Mio. Euro). Mit dem Ausbau der Kurzarbeit bei Austrian Airlines sowie umfassenden Sparmaßnahmen wurde hier entsprechend gegengesteuert. Das Adjusted EBIT, welches Bewertungsgewinne/-verluste aus Flugzeugverkäufen bzw. -Bewertungen exkludiert, hat in den ersten neun Monaten des Jahres -341 Mio. Euro betragen. (Q1-3 2019: 17 Mio. Euro). Das EBIT betrug -404 Mio. Euro. EBIT und Liquidität sind kumuliert dennoch weiterhin über Business Plan.

Aktuelle Buchungsentwicklung und Auslastungszahlen

Die Verschärfung der Coronamaßnahmen erschwert Austrian Airlines auch die Planungen im täglichen Betrieb. Der ‚Lockdown light‘ der österreichischen Regierung im Zeitraum von 3. November bis 30. November lässt einen weiteren Rückgang der Nachfrage erwarten. Aktuell bietet die rot-weiß-rote Airline rund 20 Prozent des Vorjahresangebotes an, weitaus weniger als für die Wintermonate geplant war. Weitere Flugplan-Anpassungen sind in Ausarbeitung. In den ersten neun Monaten lag die kumulierte Auslastung bei rund 65 Prozent. Aktuell liegt dieser Wert unter 50 Prozent. Das Buchungsverhalten ist weiterhin sehr kurzfristig und zurückhaltend.

CFO Andreas Otto: „Der Winter 2020 wird für uns als Airline wie für so viele andere hart und kalt. Was uns aktuell noch Sicherheit gibt, ist die gute Liquiditätssituation, dennoch müssen wir hier alle Maßnahmen und Hebel nutzen, um unsere Kosten und Ausgaben weiter nach unten zu drücken und unser Unternehmen winterfest zu machen. Die nächsten Monate bleiben herausfordernd. Aber wir werden den harten Winter überstehen. Entscheidend ist der nächste Sommer.“

Strukturelle Maßnahmen sollen weitere Entlastung bringen

Bereits vor der Krise hat Austrian Airlines das Prozesseffizienzprogramm PE20 vorgestellt. Dieses Programm enthält auch eine Vielzahl an strukturellen Maßnahmen, welche die Kostenposition der heimischen Airline langfristig verbessern sollen. Durch die aktuelle Krisensituation sind diese noch dringlicher geworden. An der bereits bekannten Zentralisierung der Crew-Basen für Flugbegleiter & Piloten wird weiter gearbeitet. Die Basen in Altenrhein (Bregenz), Klagenfurt und Salzburg wurden per 31. März. bzw. Linz, Graz und Innsbruck per 31. Oktober geschlossen. Alle Flugzeuge der heimischen Airline sollen zukünftig in Wien stationiert werden. Dabei kommt es auch zu einer Zentralisierung der Flugzeugwartung. Gespräche für eine entsprechende Neuorganisation laufen. Das betrifft die Technik-Stationen Graz, Salzburg, Innsbruck und Linz.

Die Verträge für die Bodenabfertigung in Salzburg und Klagenfurt wurden seitens der jeweiligen Flughäfen gekündigt. In Klagenfurt sind aktuell Gespräche über einen Betriebsübergang im Gange, sodass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter am Flughafen tätig sein können. In Salzburg konnte leider keine Betriebsübergangslösung gefunden werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Salzburg haben entsprechende Wechsel-Angebote nach Wien erhalten. Sollte ein Wohnortwechsel nach Wien nicht möglich sein, möchte Austrian Airlines mit den Betroffenen einvernehmliche Lösungen finden.

Flughafen BER vollständig in Betrieb

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Mit der Landung des Qatar-Airways-Fluges QR81 aus Doha um 9:50 Uhr eröffnete am 04. November 2020 die südliche Start- und Landebahn des Flughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER). Der Airport ist damit vollständig in Betrieb genommen, die Nachtflugregelung tritt in Kraft und die sechsmonatige Frist für die endgültige Schließung des Flughafens Tegels beginnt.

Engelbert Lütke Daldrup, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH: „Mit der Inbetriebnahme der südlichen Start- und Landebahn nimmt der Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt seinen vollständigen Regelbetrieb auf. Mit Blick auf den Ausbau des interkontinentalen Netzwerks kommt der Inbetriebnahme der Südbahn eine besondere Bedeutung zu, denn wir haben neben einem neuen Terminal nun auch die passenden Flugbetriebsflächen, um Langstreckenverbindungen in größerem Umfang willkommen zu heißen. Gleichzeitig ist die Südbahn aber auch für das Umland besonders wichtig, denn ab sofort gilt mit der bereits 2011 beschlossenen Nachtflugregelung eine auf Ausgleich bedachte, bürgerfreundliche Regelung für die volkswirtschaftlich wichtigen Flüge in den Randzeiten.“

Qatar Airways Group Chief Executive, Seine Exzellenz Herr Akbar Al Baker: “Es ist uns eine Ehre, die südliche Start- und Landebahn des neuen Flughafens Berlin Brandenburg einzuweihen. Gleichzeitig begehen wir das 15-jährige Jubiläum der Aufnahme von Flügen der Qatar Airways nach Berlin. Die Tatsache, dass wir als erster Langstreckenflug auf der Südbahn landen, zeigt die Bedeutung Berlins und Deutschlands innerhalb des Qatar-Airways-Netzes. Von der einzigartigen Architektur bis hin zu den Verkehrsverbindungen und dem Shop- und Gastronomieangebot werden unsere Fluggäste von diesem neuen Flughafen sehr beeindruckt sein. Wir freuen uns, den Flughafen Berlin Brandenburg viermal wöchentlich anzufliegen.”

Burkhard Kieker, Geschäftsführer visitBerlin: „Der BER bietet hervorragende Vorrausetzungen für die Entwicklung von Intercontinental-Anbindungen nach Berlin und Ostdeutschland. Dabei wird das Zusammenspiel von Low Cost Carriern mit Langstreckenanbietern zukünftig eine größere Rolle spielen als die traditionellen Airline-Allianzen. Mit Hilfe von Digitalisierung wird hier ein Hub neuer Ordnung geschaffen, der sich an den Bedürfnissen der Fluggäste orientiert.“

Start- und Landebahn, Rollwege und Standflächen in Betrieb

Auf der 4.000 Meter langen und 60 Meter breiten südlichen Start- und Landebahn können alle aktuell operierenden Passagierflugzeugtypen starten und landen, darunter auch die heute von Qatar Airways eingesetzte Airbus A350-900. Darüber hinaus verfügt sie über ein Instrumentenlandesystem für beide Landerichtungen, das bis zur Allwetterflugbetriebsstufe CAT IIIb zugelassen ist und somit Flugbewegungen auch bei sehr geringer Sichtweite ermöglicht.

Für die Südbahn sowie die dazugehörigen Rollwege und Standflächen wurden etwa 1,1 Millionen Kubikmeter Beton verbaut, mehr als 1.125 Kilometer Spezialkabel verlegt und 212 Videokameras befestigt. Die Betonschicht ist 1,30 Meter dick. Die südliche Start- und Landebahn wird mit fast 7.000 Halogen- und LED-Lampen beleuchtet, davon 5.450 Unterflurfeuer (auf Bodenhöhe) und 1.425 Überflurfeuer. Über die 2011 fertiggestellte Südbahn war bereits 2015 während der Sanierung, sowie 2017 für Bauarbeiten an der Nordbahn des damaligen Flughafens Schönefeld zeitweise der Flugverkehr abgewickelt worden.

Nachtflugregelung und Schließung des Flughafens Tegel

Mit der Inbetriebnahme der Südbahn greift die Nachtflugregelung, die reguläre Linienflüge in der Kernnachtzeit von 0 bis 5 Uhr ausschließt und in den Tagesrandzeiten von 22 bis 24 Uhr sowie von 5 bis 6 Uhr nur ein behördlich festgelegtes Kontingent von Flügen ermöglicht. Zudem beginnt mit dem parallelen Betrieb beider Start- und Landebahnen am BER die 180-tägige Frist für die Schließung des Flughafens Tegel.

Die beiden parallel angelegten Start- und Landebahnen des BER können aufgrund des seitlichen Abstandes von 1.900 Metern unabhängig voneinander betrieben werden. Die nördliche Start- und Landebahn war zuvor bereits als Teil des ehemaligen Flughafens Schönefeld, heute Terminal 5 des BER, in Betrieb. Im Zuge des Ausbaus zum neuen Flughafen der Hauptstadtregion wurde die heutige Nordbahn von 3.000 auf 3.600 Meter verlängert. Sie ist ebenfalls für die CAT IIIb zugelassen.

Luftfahrt forscht an Corona Virenschutz im Klassenzimmer

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Angesichts des neuerlichen „Lockdown Lights“ und des Versuchs, das normale tägliche Leben weitergehen zu lassen werden Maßnahmen zum Virenschutz in Räumen wie Klassenzimmern gesucht. Jetzt forscht das DLR zusammen mit Unternehmen aus der Raumfahrt- und Medizin-Branche an Konzepten, um Aerosole zu filtern.

Mit diesem Konzept für ein wirksames Filtersystem für Räume wollen das Raumfahrtunternehmen OHB System AG und die auf den Ausbau von Operationsräumen, Laboren und Patientenzimmern spezialisierte HT Group einen Beitrag zur Eindämmung des Corona-Virus leisten: „Next Generation Class Room“ ist ein Nachrüstsatz, mit dem die Virendichte (Corona und Grippe) und damit das Übertragungsrisiko in Räumen reduziert werden kann.

Intelligentes Ausnutzen der Lutströme

„Wir wollen mit einem vertikalen Lüftungskonzept potentiell virenbelastete Luft gezielt schnell filtrieren und eine unkontrollierte Durchmischung im Raum vermeiden“, bringt es Dr. Axel Müller, Cleanliness-Experte bei der OHB System AG auf den Punkt. Große bauliche Umbaumaßnamen sind für die Installation des Nachrüstsatzes nicht notwendig.

Der sanfte, mit geringer Geschwindigkeit bewegte und gefilterte Luftstrom wird unten in den Raum eingebracht und strömt aufgrund der durch den Menschen induzierten Auftriebsströmung an den Personen entlang nach oben Richtung Zimmerdecke. Zwischen dem Kopf als Aerosolquelle und der Absaugeinrichtung an der Decke erfolgt eine gerichtete ungestörte Luftströmung. Dieser Effekt wird unterstützt, da die ausgeatmete Luft wärmer ist, als die Umgebungsluft. „Beim OHB-HT-Konzept strömen die erwärmte, aufsteigende Luft und die eingebrachte, gefilterte Luft parallel nach oben. Eine horizontale Verteilung der Luft zur benachbarten Person ist deutlich reduziert. Es entsteht quasi eine Trennwand aus Reinstluft“, fasst Dr. Müller zusammen.

Thomas Fritsch ist seit mehr als 25 Jahren bei der HT Group für den Bau von Operationsräumen und Hochsicherheitslaboren zuständig: „Die von uns gewählte Umsetzung resultiert aus der jahrzehntelangen Erfahrung der HT Group mit Filter- und Lüftungssystemen wie sie in Hygienebereichen zur Erzeugung von keimarmer Luft eingesetzt werden.“

Forschung bestätigt Konzept

Das Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Göttingen kann auf eine mehr als zehnjährige Expertise für Lüftungssysteme zurückgreifen. Dr. Andreas Westhoff hat die erste, mehrtägige Phase der Messkampagne betreut: „Die Untersuchung des OHB-HT-Raumlüftungskonzepts hat gezeigt, dass mit Hilfe des getesteten Prototypen eine stabile Strömung vom Menschen direkt zur Absaugung realisiert werden kann. Die vom Menschen erzeugte Auftriebsströmung unterstützt diesen Effekt. Eine unkontrollierte Ausbreitung von viren- und bakterienbelasteten Aerosolen aus der Atemluft wird reduziert. Außerdem wird die virenbelastete Luft effektiv der Filteranlage zugeführt.“

„Wir haben ein Klassenzimmer, ein Wartezimmer, einen Gastro-Bereich sowie Kinobestuhlung simuliert. Der jeweils bestimmte Frischluftanteil im Gesichtsbereich und der Abtransport verbrauchter Luft zeigen, dass die Gefährdung des Nächsten stark reduziert wurde“, berichtet Axel Müller. Das Konsortium plant den Praxistest in einer Schule, einem Seminarraum oder einem Restaurant.

Konsortium für den „Next Generation Class Room“

Als Raumfahrt-Systemhaus bildet die OHB System AG das Rückgrat hinsichtlich Koordination der Umsetzung sowie der Simulation, Auslegung und experimentellen Verifikation. Mit der Expertise in Design und Bau von Lüftungskonzepten in Laborräumen, Patientenzimmern und OP-Sälen gibt es bei der HT Group eine Vielzahl an Konzepten und Manpower für die Umsetzung des OHB-HT-Konzeptes vor Ort. Als Lieferant von Reinraumtextilien sowie der Expertise in Textildesign und der dazugehörigen Aufbereitungskette hat DASTEX bereits Reinraumeinhausungen, Luftverteilungssysteme und dergleichen mit und für OHB realisiert.

Austro Control verändert Pilotenprüfungen wegen Corona

Angesichts der aktuellen Entwicklung und unter Einbezug der Schutzmaßnahmenverordnung (BGBl. II Nr. 463/2020) gegen COVID-19 informiert die österreichische Flugsicherung Austro Control über Schutzmaßnahmen im Bereich der „Pilotenprüfungen“ ab 03.11.2020.

Prüfungen zum Piloten werden weiterhin von Montag bis Freitag in der Zentrale der Austro Control, Wagramer Straße 19, 1220 Wien, stattfinden. Allerdings auf Grund der oben angeführten Verordnung Folgendes verpflichtend von allen Kandidaten zu berücksichtigen:

  • Alle Kandidaten werden direkt vom Empfang im Erdgeschoss des IZD Towers abgeholt (Kandidaten, die nicht pünktlich erscheinen, verlieren ihr Recht auf Antritt zu diesem Prüfungstermin)
  • Während des gesamten Aufenthalts im IZD Tower (auch während der Prüfungen) gilt Maskenpflicht (die jeweiligen Masken werden nicht von der Austro Control zur Verfügung gestellt)
  • Pausen sind so kurz wie möglich zu halten (max. 15 Minuten) und dürfen nur einzeln angetreten werden. Rechnungen und Gutachten werden nach der Prüfung postalisch versandt

Austro Control bittet um Verständnis, da die gesetzten Maßnahmen im Einklang mit den Vorgaben und Empfehlungen der zuständigen Gesundheitsbehörden stehen und zum Schutz der Gesundheit jedes Einzelnen dienen.

H145 für Stuttgart: DRF fliegt modernsten Hubschrauber

Eine H145, der modernste Typ der Hubschrauber, die derzeit in der zivilen Luftrettung eingesetzt werden, startet ab sofort als neuer „Christoph 51“ auch in Stuttgart.

Die H145 von Airbus Helicopters ist mit einem Glascockpit mit großen Bildschirmen, einem leistungsfähigen Autopiloten ausgestattet. Auch erleichtert ein neues Innenraumkonzept in der Kabine die Arbeit der Besatzung und trägt so zu einer besseren Versorgung von Patienten bei. Zudem absolvierte die Station jetzt auch ihren 1.000. Einsatz in diesem Jahr.

Moderne Anzeigen und Steuerung im Hubschrauber

Thomas Roth, Stationsleiter und Pilot an der Station, stellt den neuen „Christoph 51“ vor: „Wir freuen uns sehr, dass wir jetzt hier in Stuttgart eine H145 in Betrieb nehmen können, den modernsten derzeit in der Luftrettung eingesetzten Hubschrauber. Schon ein Blick in das Cockpit zeigt den Unterschied zur bisherigen Maschine: Alle Flugdaten – beispielsweise zu den Triebwerken oder zur Fluglage – werden uns Piloten auf großformatigen Displays angezeigt.“

Auf dem Wetterradar können sie schnell wechselnde Wetterlagen frühzeitig erkennen. Der Vierachsen-Autopilot bringt Entlastung für die Piloten, denn er kann Steuerfunktionen automatisch übernehmen. Die lebensrettenden Einsätze von „Christoph 51“ werden so noch sicherer. Ins Auge sticht zudem der ummantelte Heckrotor, der sogenannte Fenestron: Er ist leiser, besser vor Beschädigungen geschützt und bietet Rettungskräften am Boden mehr Sicherheit.

Notfallversorgung für die Region Stuttgart

Dr. Gregor Lichy, Leitender Arzt der Station Stuttgart, unterstreicht die Bedeutung von „Christoph 51“ für die Region: „Wir freuen uns auf die Arbeit mit der neuen Maschine. Sie ist für die Aufgaben der Station, vor allem die hochanspruchsvollen Transporte zwischen Kliniken, besonders geeignet. Unser Hubschrauber stellt einen unverzichtbaren Baustein in der nofallmedizinischen Versorgung hier in der Region dar.“ Der erfahrene Notarzt lobt auch das von der DRF Luftrettung mitentwickelte neue Innenraumkonzept, das unter anderem mehr Platz und drehbare Sitze für die Besatzung bietet und so die Patientenversorgung nochmals verbessert. „Christoph 51“ wird für dringende Transporte von Intensivpatienten zwischen Kliniken und als schneller Notarztzubringer bei Notfällen alarmiert. Einsatzorte im Umkreis von 60 Kilometern erreichen die Besatzungen in maximal 15 Flugminuten. Der Intensivtransporthubschrauber ist seit 2009 am Flugplatz Pattonville stationiert und leistet über 1.100 Einsätze im Jahr.

Für Transporte schwerkranker Frühgeborener im sogenannten Inkubator, dem „Brutkasten“, ECMO-Transporte (mobile Herz-Lungen-Maschine) oder andere medizinisch anspruchsvolle Einsätze, die die Station regelmäßig durchführt, bietet die H145 mit mehr Raum in der Kabine, einer größeren Reichweite und mehr Leistung noch bessere Bedingungen. Der neue „Christoph 51“ wurde am ersten Tag bereits viermal alarmiert.

Flughafen BER: Reibungsloser Start mit 3.000 Fluggästen

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Am Sonntag, den 01. November 2020, hat am Terminal 1 des Flughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) der Regelbetrieb mit den ersten kommerziellen Abflügen begonnen. Das Terminal war am Vortag mit der Landung der ersten beiden Flugzeuge von easyJet und Lufthansa in Betrieb genommen worden.

23 Abflüge vom neueröffneten Terminal 1

Am frühen Montagmorgen startete um 6.45 Uhr eine Maschine der easyJet nach London-Gatwick. Im Laufe des Tages finden insgesamt 23 Abflüge vom neueröffneten Terminal 1 statt. Neben zahlreichen Verbindungen von easyJet nach ganz Europa finden heute zudem am BER die ersten Abflüge von Qatar Airways nach Doha und von Turkish Airlines nach Istanbul statt. Insgesamt werden am ersten Tag des regulären Betriebs am Terminal 1 über 3.000 Fluggäste erwartet.

Mit den Starts ist die erste Airline-Umzugswelle im Rahmen der BER-Inbetriebnahme beendet. Ab dem 04. November werden in einem zweiten Schritt weitere Airlines, darunter Eurowings und Vueling, die bisher noch am Flughafen Tegel starten, zum Terminal 1 am BER wechseln. In der dritten und letzten Umzugswelle, an deren Ende Tegel am 08. November geschlossen wird, folgen weitere Airlines, insbesondere die Lufthansa mit Austrian, Swiss und Brussels. Fluggäste, die im Zeitraum zwischen dem 01. und 08. November reisen, werden daher gebeten, sich rechtzeitig bei ihrer Airline oder auf der BER-Webseite darüber zu informieren, von welchem Flughafen und Terminal sie abfliegen bzw. wo sie ankommen.

Engelbert Lütke Daldrup, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

„Nach der gelungenen gestrigen Inbetriebnahme mit den ersten Ankünften am neuen Terminal 1, haben wir heute Morgen die ersten abfliegenden Passagiere am BER abgefertigt. In wenigen Tagen wird der gesamte Flugverkehr in Berlin und Brandenburg am neuen Airport konzentriert sein. Der BER bietet eine moderne Infrastruktur mit internationalem Standard und ist damit für neue Verbindungen zu allen Kontinenten gerüstet, wenn die Corona-Krise überwunden ist.“

Stephan Erler, easyJet Deutschland-Chef

„Wir freuen uns, dass wir nach sechs Monaten Probebetrieb den Flugverkehr jetzt am BER aufgenommen haben. Neben seinen Shops und der großzügigen Architektur sowie seiner guten Anbindung an Bahn und öffentlichen Nahverkehr bietet der neue Flughafen unseren Kunden ein komfortables Reiseerlebnis. Für easyJet vereinfachen sich die operativen Prozesse, da Airbus-Flotte und Crew unter einem Dach angesiedelt sind und der Flugbetrieb so noch effizienter wird. Wir freuen uns darauf, weiterhin einen wichtigen Beitrag für die Region zu leisten und sowohl die Stadt Berlin als auch die umliegende Region viele weitere Jahre mit den großen Städten und Urlaubszielen in Europa zu verbinden.“

Condor Sommerflugplan ab Zürich erfreut Schweizer

Condor stationiert zur kommenden Sommersaison zwei Airbus A320 in Zürich und fliegt dann von dort mehrfach wöchentlich zu neun der beliebtesten Urlaubsziele rund ums Mittelmeer. Zunächst startet der Ferienflieger mit 28 Flügen nach Palma de Mallorca, Teneriffa, Gran Canaria, sowie nach Griechenland (Kreta, Kos, Rhodos), Zypern (Larnaca), Sardinien (Olbia) und Split in Kroatien. Damit reagiert Condor auf die große Nachfrage der führenden Schweizer Reiseveranstalter nach maßgeschneiderten Urlaubsflügen und ergänzt die bestehenden acht deutschen Abflughäfen erstmals um den größten Schweizer Airport Zürich.

Pauschalreise oder Nur-Flug-Ticket

Flüge sind entweder als Teil einer Pauschalreise bei allen Schweizer Reiseveranstaltern, im Reisebüro oder als Nur-Flug-Ticket buchbar.

„Als Ferienflieger sind wir seit fast 65 Jahren spezialisiert auf das touristische Segment und arbeiten eng mit Veranstaltern und Reisebüros zusammen. Ich freue mich, dass wir mit einem vielfältigen Destinationsportfolio nun auch in Zürich an den Start gehen und gemeinsam mit unseren langjährigen Partnern vor Ort im Sommer 2021 attraktive Angebote für Sonnenhungrige anbieten werden“, so Ralf Teckentrup, CEO von Condor.

Schweizer Reiseveranstalter erfreut über das Engagement von Condor

„Wir freuen uns, dass Condor nach Zürich kommt und mit ihrer bewährten Expertise den Markt zweifellos bereichern wird. Für unsere Kunden bedeutet das Engagement von Condor in Zürich eine Erweiterung des Angebots um eine bekannte Marke. Herzlich willkommen in der Schweiz, Condor!“, so Tim Bachmann, CEO von Hotelplan Suisse.

„Kuoni und ihre Schwestermarken freuen sich nicht nur über dieses positive Signal für die gesamte Tourismusbranche, sondern auch, unseren Gästen ab Zürich gemeinsam mit Condor tolle Ferienmöglichkeiten bieten zu können. Condor ist für uns ein wichtiger und verlässlicher Partner und wir freuen uns auf die Zusammenarbeit“, so Dieter Zümpel, CEO von DER Touristik Suisse.

„Wir arbeiten schon seit Jahren erfolgreich im TUI Konzern zusammen und heissen Condor herzlich willkommen in Zürich!“, so Philipp von Czapiewski, Managing Director TUI Suisse.

An Bord erwartet Kunden das beliebte Condor-Produkt: Neben der klassischen Economy Class ist auch die Business Class mit freiem Mittelsitz, besonderem Menu und einer großen Getränkeauswahl, zusätzlichem Freigepäck und kostenlosem Sportgepäck sowie Priority Service am Flughafen einschließlich Lounge-Zugang vor dem Abflug buchbar. Der Ferienflieger bietet außerdem eine Flex Option an, mit der Kunden ihre Flüge bei Bedarf gebührenfrei umbuchen können.

Condor-Flüge ab Zürich in der Sommersaison – Übersicht

  • Palma de Mallorca (Spanien) – täglich
  • Teneriffa (Spanien) – Montag, Freitag
  • Gran Canaria (Spanien) – Mittwoch, Samstag
  • Heraklion (Kreta) – Montag, Mittwoch, Samstag
  • Kos – Dienstag, Freitag
  • Rhodos – Donnerstag, Sonntag
  • Olbia (Sardinien) – Montag, Mittwoch, Donnerstag, Samstag
  • Split (Kroatien) – Dienstag, Freitag, Sonntag
  • Larnaca (Zypern) – Dienstag, Donnerstag, Sonntag

ISS-Jubiläum: Das ist die erste ISS-Crew vor 20 Jahren

Als sich am 02. November des neuen Jahrtausends die Luke der Internationalen Raumstation ISS zum ersten Mal öffnete, zog mit dem ersten ISS-Kommandanten William McMichael Shepherd (NASA/USA) und den Kosmonauten Juri Pawlowitsch Gidzenko und Sergei Konstantinowitsch Krikalev (beide Roskosmos/Russland) vor 20 Jahren die erste ISS-Crew in ihr neues Zuhause im All ein. Ihr 136-tägiger Aufenthalt endete am 19. März 2001 und markierte den Beginn des astronautischen Dauerbetriebes der Raumstation. „Diese drei Pioniere haben Raumfahrtgeschichte geschrieben. Seit der Expedition 1 war der Außenposten der Menschheit im All immer besetzt.

Die ISS-Astronauten sind gekommen, um zu bleiben“, erinnert sich Volker Schmid, ISS-Missionsmanager im Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). „Die Expedition 1 war für die Raumfahrt sicher ein großer Meilenstein. Nicht nur für die USA, Russland und Europa, sondern für die Raumfahrt allgemein – und Wegbereiter für internationale Kooperationen und Langzeitmissionen“, betont der deutsche ESA-Astronaut Dr. Matthias Maurer. Auch er möchte zur ISS fliegen. Dann wird er einer von vier deutschen Raumfahrern sein, die dort gelebt, gearbeitet und geforscht haben.

Besondere Crew für einen besonderen Flug

Die Reise des Trios begann am 31. Oktober 2000 von einem ganz besonderen Startplatz: Sheperd, Gidzenko und Krikalev starteten mit ihrer Sojus-TM-31-Kapsel von der legendären Rampe 1 am kasachischen Kosmodrom in Baikonur, von der aus Juri Gagarin 40 Jahre zuvor als erster Mensch in den Weltraum aufgebrochen war. Für Sheperd war es sein vierter und auch gleichzeitig letzter Raumflug. Der Expedition 1-Kommandant war erst der zweite US-Amerikaner, der damals in einer Sojus-Kapsel mitfliegen durfte. Gidzenko verbrachte zuvor 179 Tage als Kommandant der russischen Raumstation Mir im All. Krikalev war der erste Mensch, der damals zum zweiten Mal die ISS besuchte. Zuvor brachte er im Dezember 1998 an Bord des US-Space Shuttles „Endeavour“ das russische ISS-Modul Sarja (Morgenröte) und das US-amerikanische Unity (Einigkeit) zusammen – damit begann der Aufbau der Raumstation über zehn Jahre. Krikalev verbrachte 803 Tage im Weltraum und ist noch heute der Raumfahrer mit der drittlängsten Verweildauer im All.

Sojus-Raumschiff TM-31
Start in eine neue Ära: Das Sojus-Raumschiff TM-31 hob am 31. Oktober 2000 um 10:53 Ortszeit vom Kosmodrom Baikonur in der kasachischen Steppe ab. Gestartet wurde von der legendären Rampe 1 – auch „Gagarins Start“ genannt. Denn von hier aus brach mit Juri Gagarin am 12. April 1961 der erste Mensch in den Weltraum auf. (Foto: NASA)

Viel Pionierarbeit an Bord

Während ihres viermonatigen Aufenthalts gab es für Sheperd, Gidzenko und Krikalev viel zu tun. „Die Expedition 1 Crew hat auf der Raumstation Pionierarbeit geleistet. So nahm sie die lebenswichtigen Systeme wie die Wasseraufbereitung, einen Kohlendioxidabsorber sowie die Küche und die Toilette in Betrieb“, betont DLR-ISS-Manager Volker Schmid. Das Trio installierte außerdem Computer für ein US-Kommunikationssystem, die zentrale Steuerung des russischen Swesda-Moduls, das Amateurfunksystem im Sarja-Modul für das ARISS-Projekt sowie eine Handsteuerung und einen Monitor für das TORU-System (Telerobotically Operated Rendezvous Unit), mit dem unbemannte Transportraumschiffe von der Station aus gesteuert werden können.

„Mit den drei Raumfahrern begann aber auch die Forschung auf der ISS. Das erste Experiment überhaupt war das deutsch-russische PKE-Experiment zur Erforschung des Wachstums von Plasmakristallen in Schwerelosigkeit. Damit hat Expedition 1 deutsche Wissenschaft auf die Raumstation gebracht – eine Forschung, die bis heute auf der ISS fortgeführt wird“, erklärt Volker Schmid. „Das heißt die ersten Astronautinnen und Astronauten auf der ISS waren Wegbereiter für das, was wir jetzt, 20 Jahre später, fortführen. Heute natürlich viel zeitgemäßer, moderner und mit ausgereifteren Experimenten. Wir haben mittlerweile sehr viel dazugelernt“, ergänzt Matthias Maurer.

Ein Rohdiamant wird geschliffen

Doch die Forschung auf der ISS war zu Beginn noch sehr begrenzt, weil Hardware und Labore fehlten. „Die ISS war damals ein Rohdiamant, der schon unter der ersten Crew stetig weiter geschliffen wurde“, so Schmid weiter. Die drei Space Shuttle Crews, die Sheperd, Gidzenko und Krikalev während ihrer gemeinsamen Zeit im All beherbergten, brachten nicht nur wichtige Bauteile wie die großen US-amerikanischen Sonnensegel zur ISS. Sie hatten auch das US-Labor Destiny an Bord.

ISS im September 2000
ISS im September 2000: Kurz vor der Ankunft der Expedition 1 sind das Wohn- und Navigationsmodul Swesda gekoppelt. Die siebenköpfige Besatzung des Space Shuttles Atlantis hatte die Raumstation auf die Ankunft von „Expedition 1“, der ersten Langzeitbesatzung, vorbereitet. (Foto: NASA)
ISS im Oktober 2018
ISS im Oktober 2018: Die Internationale Raumstation, fotografiert von einem Besatzungsmitglied der Expedition 56 aus einem Sojus-Raumschiff auf dem Rückweg zur Erde am 4. Oktober. Nach dem Abdocken von Sojus MS-08 hat der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst als erster Deutscher das Kommando übernommen. (Foto: Roskosmos/NASA)

„Von nun an ging es stetig Berg auf. Heute haben wir auf der Raumstation ganz andere Möglichkeiten. So wird zum Beispiel das Cold Atoms Lab kalte Atome in Schwerelosigkeit untersuchen. Mit dem Fluoreszenzmikroskop FLUMIAS können wir erstmals live im All in Zellen schauen und mit CIMON ist zum ersten Mal ein Crew-Assistent ausgestattet mit Künstlicher Intelligenz an Bord. Die Forschungsmöglichkeiten haben sich seit damals unglaublich erweitert“, betont Volker Schmid und Matthias Maurer fügt hinzu: „In diesen 20 Jahren ist die Station unglaublich gewachsen. Die Experimente sind ausgereifter als damals. Die Experimentatorinnen und Experimentatoren wissen nun viel besser, wie man auch unter Bedingungen der Schwerelosigkeit Experimente ideal durchführt. Von daher ist die Qualität der Experimente heute eine ganz andere. Aber auch damals wurde schon erstklassige Forschung im Weltraum betrieben und die Experimente waren Wegbereiter für die herausragende Wissenschaft, die wir heute im Weltraum betreiben.“

Bis heute wurden insgesamt 2.950 Experimente auf der ISS durchgeführt. Rund 390 davon stammen aus den ESA-Nutzungsprogrammen. In rund 140 dieser europäischen Experimente waren deutsche Wissenschaftler beteiligt.

Europäisches Labor kommt an Bord

Als weiteres Element der ISS wurde das in Bremen gefertigte, europäische Columbus-Labor am 11. Februar 2008 an der Raumstation angebracht. Mit diesem Labor als eine wesentliche Infrastruktur für den permanenten Betrieb im niedrigen Erdorbit konnten die Forschungsmöglichkeiten in der Schwerelosigkeit drastisch erweitert werden. „Ab dann hieß es aus der Erdumlaufbahn auch ‚Calling Munich‘ in Richtung des Columbus-Kontrollzentrums, das war ein ganz besonderer Moment diese Worte erstmals über Funk zu hören“, erinnert sich Prof. Dr. Felix Huber, Direktor des DLR Raumflugbetriebs.

Aufbau der ISS in 20 Jahren
Aufbau der ISS in 20 Jahren: Funktionen, Alter und Herkunft der einzelnen ISS-Module. (Foto: DLR)

Das Columbus-Kontrollzentrum (Col-CC) im Deutschen Raumfahrtkontrollzentrum (German Space Operation Center, GSOC) beim DLR in Oberpfaffenhofen steht seit nun mehr als 12 Jahren in ständigem Kontakt zu den Kontrollzentren der Partneragenturen (NASA, JAXA, RSA und CSA) und zu den Astronauten an Bord der ISS. Es überwacht kontinuierlich das Modul und seine Subsysteme, um den Astronauten einen sicheren und angenehmen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen zu können. Das GSOC bildet so die Nahtstelle zwischen den Columbus-Experimentanlagen auf der ISS und den Wissenschaftlern in den europäischen Nutzerkontrollzentren.

Lohnende Investition

Neben der Wissenschaft bietet die Raumstation auch Chancen für Kommerzialisierung. Ein aktuelles Beispiel dafür ist Bartolomeo, die von Airbus in Bremen gebaute, erste private Außenplattform Europas. An der Außenhülle von Columbus befestigt, können hier seit April 2020 vor allem kommerzielle Nutzlasten untergebracht werden. Mit Bartolomeo startet die ISS in ein neues Zeitalter.  Bei der Kommerzialisierung wirkt sich die deutsche ISS-Beteiligung direkt auf die deutsche Wirtschaft aus. Eine Kosten-Nutzen-Analyse des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Price Waterhouse Coopers hat gezeigt: Jeder investierte Euro hat eine Rendite von einem Euro. Zudem ist die ISS für neue Industriezweige und Technologien wie Laserkommunikation, Robotik und Sensorik ein Innovationsmotor.

Austrian Airlines erhält ÖBAG-Vertreter in den Aufsichtsrat

Zur Aufsicht der Einhaltung der im Rahmen des Finanzierungspaketes vereinbarten Standortauflagen mit der österreichischen Regierung wurden zwei Vertreter der Österreichischen Beteiligungs AG (ÖBAG) in den Vorstand der Österreichischen Luftverkehrs-Privatstiftung (ÖLP), dem Mehrheitseigentümer der Austrian Airlines (über die Österreichische Luftverkehrs-Holding), entsendet. Diese Vorstandsmandate werden von Christine Catasta und Christian C. Pochtler, in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender, übernommen. Christine Catasta wird zusätzlich in den Aufsichtsrat der Austrian Airlines AG gewählt.

Catasta und Pochtler neue Vertreter seitens ÖBAG in Austrian Airlines Gremien

Beide Vertreter wurden von der ÖBAG für diese Positionen nominiert und am 27. Oktober von den zuständigen Lufthansa Vertretern in dieser Nominierung bestätigt. Die beiden neuen Gremienmitglieder werden in der ÖLP sowie im Austrian Airlines AG Aufsichtsrat die Einhaltung der vereinbarten Standortauflagen sicherstellen. Karin Exner-Wöhrer hat per 3. November ihr Mandat zurückgelegt. Sie war seit Mitte Juni 2019 Mitglied des Austrian Airlines Aufsichtsrates.

Der Aufsichtsrat der Austrian Airlines AG besteht weiterhin aus sechs Mitgliedern. Christina Foerster (Vorsitzende des Aufsichtsrates), Detlef Kayser sowie Veit Schmid-Schmidsfelden sind unverändert als Kapitalvertreter Mitglieder des Aufsichtsrates. Auf Seiten der Arbeitnehmer sind René Pfister und Rainer Stratberger entsendet. 

Aufsichtsratsvorsitzende Christina Foerster zum Wechsel

„Ich möchte mich bei Karin Exner-Wöhrer für die stets konstruktive Zusammenarbeit in dieser sehr herausfordernden Zeit bedanken. Gleichzeitig freue ich mich, dass wir mit Christine Catasta und Christian C. Pochtler als Vertreter der ÖBAG zwei ausgewiesene Wirtschaftsexperten in unseren Gremien begrüßen dürfen.“

Christine Catasta (geb. 1958) ist beeidete Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin. Sie verantwortet als Direktorin das Beteiligungsmanagement der ÖBAG. Bis Ende Juni war sie bei PwC Österreich als Chairman & Senior Partner tätig. Catasta war rund 38 Jahre bei PwC beschäftigt und hat dort unter anderem den Bereich der Unternehmensberatung viele Jahre geleitet und aufgebaut. Christine Catasta hat ihr Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien mit Spezialgebiet Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung absolviert. Neben ihrer zukünftigen Aufsichtsratsfunktion bei Austrian Airlines hält sie ebenfalls Mandate beim Energieversorger Verbund und bei der Erste Bank der österreichischen Sparkassen AG.

Christian C. Pochtler (geb. 1952) ist seit 1984 geschäftsführender Alleingesellschafter der Pochtler Industrieholding GmbH / iSi Group, Wien. Er hält weitere Aufsichtsratsmandate bei österreichischen und deutschen Unternehmen. Seit September 2019 ist Pochtler zudem Präsident der Industriellenvereinigung Wien. Pochtler ist seit 1989 bei der iSi Metallwarenfabrik GmbH und damals noch Karl Fischer-Pochtler GmbH. Davor hat er die Niederlassung der iSi North America Inc. gegründet und aufgebaut. Pochtler hat an der Wirtschaftsuniversität Wien Betriebswirtschaftslehre studiert und an der Pace University in New York ein MBA-Studium abgeschlossen.

Emirates öffnet biometrischen Pfad am Flughafen Dubai

Emirates hat am Dubai International Airport (DXB) einen integrierten biometrischen Pfad eingeführt. Er ermöglicht Fluggästen von Emirates einen nahtlosen Weg vom Check-in bis zum Boarding-Gate und optimiert aufgrund der reduzierten Anzahl an Dokumenten-Kontrollen und Warteschlagen den Passagierfluss durch den Flughafen.

Kontaktlos für Passagiere

Durch den Einsatz der neuesten biometrischen Technologie – einer Mischung aus Gesichts- und Iriserkennung – können Reisende der Fluggesellschaft jetzt bequem für ihren Flug einchecken, die Einreiseformalitäten erledigen, die Emirates Lounge besuchen und ihren Flug boarden. Die verschiedenen Touchpoints auf dem biometrischen Pfad ermöglichen eine hygienische, kontaktlose Reise, reduzieren die menschliche Interaktion und legen einen Schwerpunkt auf Gesundheit und Sicherheit.

Biometrischer Pfad an ausgewählten Check-in-Schaltern

Die Technologie ist derzeit an ausgewählten Check-in-Schaltern der First Class, Business Class und Economy Class im Terminal 3, an den Einwanderungsgates, am Emirates Lounge-Eingang am Flugsteig B sowie an ausgewählten Boarding-Gates am Dubai International Airport installiert. Bereiche, in denen biometrische Technologie zum Einsatz kommt, werden deutlich gekennzeichnet.

Der „Smart Tunnel“ im Bereich der Einwanderungsgates, ein Projekt des Generaldirektorats für „Residence and Foreigners Affairs“ in Dubai in Zusammenarbeit mit Emirates, ist eine Weltneuheit im Bereich der Passkontrolle. Passagiere können dabei einfach durch einen Tunnel gehen und erhalten von den Einwanderungsbehörden ohne menschliches Eingreifen oder die Notwendigkeit eines physischen Passstempels ihre „Freigabe“.

Emirates ist die erste Fluggesellschaft außerhalb Amerikas, die von der U.S. Customs Border Protection (CBP) die Genehmigung zum biometrischen Boarding erhalten hat. Passagiere, die von Dubai zu Zielen von Emirates in den USA fliegen, können an den Abfluggates die Gesichtserkennungs-Technologie wählen.

Pilotenassistenzsystem LNAS erhält Manfred-Fuchs-Preis

Für die Entwicklung des Pilotenassistenzsystems LNAS (Low Noise Augmentation System) wurden die Wissenschaftler Dr.-Ing. Fethi Abdelmoula, Marco Scholz und Christoph G. Kühne vom Institut für Flugsystemtechnik am 28.10.2020 mit dem Manfred-Fuchs-Preis der Gesellschaft von Freunden des DLR (GvF) ausgezeichnet.

Das Assistenzsystem LNAS zeigt den Piloten über ein Display im Cockpit an, wann exakt welche Handlung für einen lärmarmen Landeanflug durchzuführen ist. Dies ermöglicht den Piloten, so präzise wie möglich anzufliegen und damit Lärm- und Treibstoffverbrauch zu reduzieren.

Assistenzsystem LNAS unterstützt die Piloten

Die Wetterlage, sich ändernde Windverhältnisse oder auch die Vorgaben der Flugsicherung beeinflussen jeden Landeanflug auf eigene Weise. Den optimalen und somit möglichst lärmarmen und treibstoffsparenden Landeanflug durchzuführen, stellt für Piloten daher eine besonders anspruchsvolle Aufgabe dar. Das Assistenzsystem LNAS unterstützt die Piloten bei ihren komplexen Handlungsabläufen. Ein neu entwickeltes Display zeigt auf dem Electronic Flight Bag (EFB) exakt an, zu welchem Zeitpunkt sie die Landeklappen setzen, das Fahrwerk ausfahren oder die Geschwindigkeit reduzieren müssen, um einem möglichst lärmarmen und treibstoffsparenden Anflug durchzuführen.

„Die Innovation bei LNAS ist, dass kontinuierlich ein energieoptimaler Anflug unter Berücksichtigung des aktuellen Flugzustandes sowie der aktuellen Windsituation berechnet wird. In heutigen Flugmanagementsystemen werden bisher keine dynamischen Anpassungen im Anflug basierend auf dem aktuellen Flugzustand durchgeführt“, erklärt Projektleiter Dr.-Ing. Fethi Abdelmoula. Für das vertikale Anflugprofil berechnet LNAS die optimalen Zeitpunkte für die einzelnen Handlungsempfehlungen in Echtzeit: Ändern sich die Ausgangswerte während des Anflugs oder führt der Pilot einen der Handlungsschritte verzögert durch, berechnet das System das optimale Anflugprofil automatisch neu und passt die weiteren Handlungsempfehlungen entsprechend an.

(Quelle: Empa)

Flugversuche im Realbetrieb und Langzeiterprobung des Assistenzsystems

Bereits seit mehr als sechs Jahren forschen die Wissenschaftler vom Braunschweiger DLR-Institut für Flugsystemtechnik an dem Pilotenassistenzsystem und entwickeln es kontinuierlich weiter. Das System wurde bereits früh mit Testpiloten im Simulatorzentrum AVES (Air Vehicle Simulator) erprobt und hinsichtlich des Human-Machine-Interfaces (HMI) immer weiter verfeinert. In mehreren Flugversuchen wurde zudem das Einsparpotenzial hinsichtlich Lärm und Treibstoff im realen Flugbetrieb an verschiedenen Flughäfen nachgewiesen.

Bereits 2016 wurde das System bei Flugversuchen mit dem DLR-Forschungsflugzeug A320 ATRA (Advanced Technology Aircraft) drei Tage lang im Realbetrieb des Frankfurter Flughafens getestet. An zahlreichen Lärmmessstellen rund um den Flughafen konnte der Lärmminderungseffekt der optimierten Anflugverfahren erfasst und ausgewertet werden. Für weitere Flugversuche im September 2019 am Flughafen Zürich wurde das Assistenzsystem um ein weiteres Anflugverfahren für optimierte kontinuierliche Sinkflüge (Continuous Descent Approach) erweitert. Mehr als 90 Anflüge führten Pilotinnen und Piloten verschiedener Fluggesellschaften im laufenden Flugbetrieb durch, zum besseren Vergleich mal mit und mal ohne Unterstützung des Assistenzsystems. Das Ergebnis: Mit der Nutzung von LNAS sinken Lärmemission und der Treibstoffverbrauch messbar.

Langzeiterprobung des Pilotenassistenzsystems

Die Langzeiterprobung des Pilotenassistenzsystems startete im Oktober 2019 am Frankfurter Flughafen. Mehr als 150 Flugzeuge ihrer Airbus A320-Familie hat die Lufthansa mit LNAS ausgestattet und Piloten in der Nutzung des Systems geschult. Während des Probebetriebs werden umfangreiche Daten über Treibstoffverbrauch und Geräuschentwicklung von Anflügen erhoben und anschließend ausgewertet.

Anflug auf Frankfurt
Anflug auf Frankfurt: Das neu entwickelte Piloten-Assistenzsystem (Low Noise Augmentation System, LNAS) für ein lärmoptimiertes Anflugverfahren testet das DLR im Realitätscheck am Frankfurter Flughafen – dem größten Flughafen Deutschlands – mit dem Forschungsflieger ATRA. (Foto: © DLR)

Und es geht weiter: Im Januar 2021 startet das Projekt ALBATROSS (SESAR 2020 Very Large Demonstration, Environment Sustainability, H2020/SESAR-VLD2-04-2020), an dem ein Konsortium aus 16 internationalen Unternehmen beteiligt ist. Übergeordnetes Ziel des ALBATROSS-Projekts ist es, die notwendigen Rahmenbedingungen für die Durchführung eines möglichst emissionsarmen Fluges (Perfect Green Flight) zu untersuchen. In einer Reihe von Demonstrationsflügen werden neue Technologien und Verfahren getestet, die zu einem geringeren Treibstoffverbrauch beitragen sollen. Das neue Assistenzsystem LNAS wird dabei zur Unterstützung der Piloten zum Einsatz kommen.

Manfred-Fuchs-Preis und die Gesellschaft von Freunden des DLR e.V.

Die 1972 gegründete Freundesgesellschaft fördert als gemeinnützige Einrichtung die Aufgaben des DLR. Sie bedient sich hierbei der von ihr getragenen Lilienthalstiftung. Die wirtschaftliche Basis hierfür bieten – neben dem Stiftungsvermögen – Spenden und Mitgliedsbeiträge. Im Fokus des Vereins steht, die Notwendigkeit und Bedeutsamkeit der wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen auf dem Gebiet der Luft- und Weltraumforschung ins Bewusstsein zu rufen, dieses Bewusstsein durch geeignete Maßnahmen zu fördern sowie die wissenschaftlichen Verbindungen und Kontakte des DLR zu anderen wissenschaftlichen Organisationen im In- und Ausland zu unterstützen.

Der mit 5.000 Euro dotierte Manfred-Fuchs-Preis wird jährlich für eine herausragende wissenschaftliche Leistung, deren Technologie auch für einen Transfer in die Industrie geeignet ist, verliehen.

DLR: 4,5 Mrd. Jahre altes Kome­teneis weicher als Milchschaum

Viereinhalb Milliarden Jahre altes Eis ist fluffiger als der Milchschaum auf einem Cappuccino. Nach Jahren der Detektivarbeit haben europäische Wissenschaftler der ESA-Mission Rosetta jetzt auf dem Kometen Churyumov-Gerasimenko die Stelle finden können, an der das Landemodul Philae am 12. November 2014, überwacht aus dem Philae-Kontrollzentrum des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), seinen zweiten und vorletzten Bodenkontakt hatte, ehe es 30 Meter weiter endgültig zum Stillstand kam.

Dabei hinterließ Philae Spuren: Die Sonde drückte sich mit ihrer Oberseite und dem Gehäuse für den Probenbohrer in den eisigen Spalt eines schwarzen, von kohlenstoffhaltigem Staub bedeckten Brockens. So kratzte Philae den Brocken auf und legte vor der Sonnenstrahlung geschütztes Eis aus der Entstehungszeit des Kometen frei. Die blanke, helle Eisfläche, deren Umriss ein wenig an einen Totenschädel erinnert, verriet nun die Kontaktstelle, wie die Forschenden im Wissenschaftsmagazin NATURE schreiben.

Bisher waren die Stelle des Erstkontakts, der Punkt einer Kollision nach dem Wiederabheben und der finale Landeplatz bekannt, an dem Philae nach über zwei Stunden zur Ruhe kam und gegen Missionsende 2016 auch gefunden wurde. „Nun kennen wir endlich den genauen Ort, wo Philae zum zweiten Mal den Kometen berührte. Damit können wir die Flugbahn des Landers vollständig rekonstruieren und prägnante wissenschaftliche Ergebnisse aus den Telemetriedaten sowie Messungen einiger während des Landevorgangs angeschalteter Messinstrumente ableiten“, erklärt Dr. Jean-Baptiste Vincent vom DLR-Institut für Planetenforschung, der an der jetzt veröffentlichten Forschungsarbeit beteiligt ist.

„Philae hatte uns noch ein allerletztes Rätsel aufgegeben ”, benennt Erstautor Laurence O’Rourke von der Europäischen Weltraumorganisation ESA die Motivation hinter der mehrjährigen Suche nach ‚TD2‘, Touchdown-Punkt 2. „Es war sehr wichtig, den Landeplatz zu identifizieren, denn die an Philae angebrachten Sensoren zeigten an, dass der Lander sich in die Oberfläche hineingegraben und so höchstwahrscheinlich das darunter liegende, urzeitliche Eis freigelegt hatte.“ Über die vergangenen Jahre wurde die Stelle in den zahlreichen Bildern und Daten von Philaes Landegebiet wie die sprichwörtliche Stecknadel im Heuhaufen gesucht.

Philaes Weg über den Kometen 67P
Philaes Weg über den Kometen 67P: Am 12. November 2014 wurde das Forschungsmodul Philae vom ESA-Orbiter Rosetta abgetrennt, um auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko zu landen. Nach sieben Stunden freien Falls berührte sie in Fußgängergeschwindigkeit wie geplant die Landestelle Agilkia (links oben außerhalb des Bildes). Dort konnte sie sich aber wegen defekter Eisharpunen nicht verankern. Infolge der geringen Schwerkraft prallte Philae von der Oberfläche ab, erhob sich über einen Kilometer, kollidierte beim Herabsinken mit einer Geländekante, berührte ein zweites Mal den Boden des Kometen (TD2) und kam schließlich nach zwei Stunden zum Stillstand (TD3). Der Ort von TD2 war bis vor kurzem nicht bekannt und konnte jetzt erst rekonstruiert werden. Obwohl Philae dort an einer kaum von Sonnenstrahlen beschienenen Stelle stand, konnten mit der Energie der Primärbatterie etwa 60 Stunden lang die zehn Experimente betrieben werden. (Foto: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)

Magnetometer gibt entscheidenden Hinweis

Immer wieder suchten die Wissenschaftler in den hoch aufgelösten Aufnahmen der OSIRIS-Kamera, einem Instrument des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen auf dem Rosetta-Orbiter, nach Stellen von blankem Eis in der vermuteten Region – lange Zeit ohne Erfolg. Erst die Auswertung von Messungen mit dem Magnetometer ROMAP, das unter der Leitung der Technischen Universität Braunschweig für Philae gebaut wurde, brachte die Wissenschaftler auf die richtige Spur. Das Team untersuchte in den Daten auftretende Änderungen, als sich der 48 cm vom Lander abstehende Magnetometerausleger beim Treffen auf die Oberfläche bewegte – also weggebogen wurde. Dabei ergab sich ein charakteristisches Muster in den ROMAP-Daten, das zeigte wie sich der Ausleger relativ zu Philae bewegte. Das ermöglichte es den Forschenden abzuschätzen, wie lange die Sonde in das Eis eingedrungen war. Die Daten von ROMAP wurden mit denen des RPC-Magnetometers auf Rosetta korreliert, um die genaue Orientierung von Philae zu bestimmen.

Die Analyse der Daten ergab, dass Philae fast zwei volle Minuten – in dieser Umgebung mit winziger Gravitation ist das nicht ungewöhnlich – an der zweiten Bodenkontaktstelle verbracht hatte und dabei mindestens vier verschiedene Oberflächenkontakte hatte, während die Sonde durch die zerklüftete Landschaft ‚pflügte‘. Ein besonders bemerkenswerter Abdruck, der in den Bildern sichtbar wurde, entstand, als die Oberseite von Philae an der Seite einer offenen Spalte 25 Zentimeter in das Eis sank und dort erkennbare Spuren des Bohrturms und der Oberseite hinterließ. Die Spitzen in den Magnetfelddaten, die sich aus der Auslegerbewegung ergaben, zeigten, dass Philae drei Sekunden brauchte, um diese spezielle ‚Delle‘ zu erzeugen.

Totenkopfschädel-Skulptur aus blankem Kometeneis

Die ROMAP-Daten halfen, diese Stelle mit der eisgefüllten, hellen offenen Spalte in OSIRIS-Aufnahmen zu entdecken. Von oben betrachtet erinnerte ihr Anblick die Forscher an einen Totenschädel, und so tauften sie die Kontaktstelle ‚Schädeldecken-Grat‘. Das ‚rechte Auge‘ des Schädels entstand, als Philaes Oberseite den Kometenstaub hier zusammenpresste, während Philae wie eine Windmühle durch den Spalt zwischen den staubbedeckten Eisblöcken kratzte, um schließlich wieder abzuheben und die letzten wenigen Meter bis zum endgültigen Ruheort zurückzulegen.

„In den Daten sahen wir damals, dass Philae mehrmals Bodenkontakt hatte und letztlich in einer schlecht beleuchteten Stelle gelandet ist. Wir kannten auch aus CONSERT-Radarmessungen den ungefähren endgültigen Landeplatz.  Das genaue Szenario der Philae Trajektorie und die exakten Punkte mit Bodenkontakt konnten jedoch nicht so schnell interpretiert werden“, erinnert sich Philae-Projektleiter Dr. Stephan Ulamec vom DLR.

Die Auswertung der OSIRIS-Fotos und mit dem abbildenden Spektrometer VIRTIS bestätigten, dass das helle Material pures Wassereis ist, das durch den Philae-Kontakt auf einer Fläche von 3,5 Quadratmetern exponiert wurde. Während dieses Kontakts lag die Region noch im Schatten. Erst Monate später fiel Sonnenlicht darauf, so dass das Eis immer noch hell in der Sonne glänzte und kaum von der Weltraumumgebung verwittert war und nachdunkelte, lediglich das Eis anderer flüchtiger Stoffe wie Kohlenmonoxid oder -dioxid verdampfte.

Philae kurz vor Missionsende gefunden
Philae kurz vor Missionsende gefunden: Zwar lieferte Philae nach der holprigen Landung auf Philae am 12. November 2014 fast 60 Stunden lang Messdaten, der genaue Standort der Landesonde war jedoch nicht bekannt. Erst auf Aufnahmen vom 02. September 2016 konnte Philae unter einem Felsvorsprung eingeklemmt und aufrecht stehend entdeckt werden, dem „TD3“ (Touchdown Punkt 3). Ein wenig links davon, nur wenige Meter entfernt, hatte Philae seinen zweiten Bodenkontakt, TD2: Sie finden ihn auf dem linken großen Bild, wenn Sie das rote Kästchen etwa viermal horizontal nach links versetzen würden. An diesem Felsen die hellste, fast weiße Stelle ist das dreieinhalb Quadratmeter große Eisfeld, das Philae bei TD2 aufgekratzt hat. (Hauptbild und lander Einsatz: ESA/Rosetta/MPS für OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA; Kontext: ESA/Rosetta/NavCam)

Komet „Tschuri“ ist voller Hohlräume und ohne großen Zusammenhalt

Ist diese Rekonstruktion der Ereignisse allein schon eine anspruchsvolle Detektivarbeit, bietet diese erste direkte Messung der Konsistenz von Kometeneis vor allem auch wichtige Erkenntnisse: Die Parameter des Bodenkontakts zeigten, dass diese Milliarden Jahre alte Eisstaubmischung außerordentlich weich ist: Sie ist poröser als der Schaum auf einem Cappuccino, dem Schaum in der Badewanne oder in den Schaumkronen von an die Küste auslaufenden Wellen. „Die mechanische Spannung, die das Kometeneis in diesem von Staub bedeckten Brocken zusammenhält, beträgt gerade einmal 12 Pascal. Das ist nicht viel mehr als ‚nichts‘“, erläutert Dr. Jean-Baptiste Vincent, der sich in der Studie mit der Druck- und Zugfestigkeit von ‚primitivem‘ Eis beschäftigt, das in Kometen seit viereinhalb Milliarden Jahren wie in einer kosmischen Tiefkühltruhe als Zeugnis der frühesten Stunden des Sonnensystems aufbewahrt ist.

Die Untersuchung ermöglichte auch eine Schätzung der Porosität des ‚Felsens‘, der von Philae touchiert wurde: Etwa 75 Prozent, also drei Viertel des Inneren, besteht aus Hohlräumen. Die auf den Bilder allgegenwärtigen ‚Felsbrocken‘ sind also eher mit Styroporfelsen in einer Fantasielandschaft im Filmstudio vergleichbar als mit echten, harten, massiven Felsen. An einer anderen Stelle bewegte sich ein in mehreren Fotos festgehaltener, sechs Meter großer Block, durch den Gasdruck verdampfenden Kometeneises sogar hangaufwärts.

Diese Beobachtungen bestätigen ein Ergebnis der Rosetta-Orbitermission, die einen ähnlichen Zahlenwert für den Anteil von Hohlräumen ermittelte und zeigte, dass das Innere von 67P/Churyumov-Gerasimenko bis auf eine Blockgröße von einem Meter homogen sein dürfte. Das zieht die Schlussfolgerung nach sich, dass die ‚Felsbrocken‘ an der Oberfläche den Gesamtzustand des Kometeninneren darstellen, als er sich vor etwa 4,5 Milliarden Jahren gebildet hat. Das Ergebnis ist nicht nur wissenschaftlich für die Charakterisierung von Kometen, der zusammen mit den Asteroiden ursprünglichsten Körper des Sonnensystems, relevant, sondern ermöglicht auch Abschätzungen für zukünftige Kometenmissionen, bei denen auf einem dieser ‚Schweifsterne‘ aufgesetzt und Probenmaterial für die Rückführung zu Erde gewonnen werden soll, was gegenwärtig in Überlegung ist.

12. November 2014 – die erste Landung auf einem Kometen

Philae wurde am Nachmittag (MEZ) des 12. November sanft von der Muttersonde Rosetta abgetrennt und fiel mit der Geschwindigkeit eines Fußgängers in Richtung des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko. Wie Bilder der DLR-Kamera ROLIS später zeigten, traf die etwa kubikmetergroße Landesonde die vorgesehene Landestelle Agilkia nahezu perfekt. Allerdings konnte sich Philae nicht auf ‚Tschuri‘ verankern, weil die dafür vorgesehenen Ankerharpunen nicht zündeten. Da der Komet nur etwa ein Hunderttausendstel der Anziehungskraft im Vergleich zur Erde an ihrer Oberfläche hat, prallte Philae vom Kometen ab, erhob sich bis in einen Kilometer Höhe und schwebte über die Region Hatmehit auf dem kleineren der beiden Kometenhalbkörper. Nach über zwei Stunden meldete sich Philae von ‚Tschuri‘: Die während der beiden Stunden zu Rosetta übertragenen Daten zeigten, dass die Sonde nach ihrem turbulenten Hüpfflug, einer unsanften Kollision mit einer Geländekante und zwei weiteren Bodenkontakten zur Ruhe gekommen war. Wenig später konnte Philae auch Bilder des Abydos getauften endgültigen Landeplatzes via Rosetta zur Erde funken.

Aus diesen ging schnell hervor, dass der Lander nun nicht wie geplant an einer günstigen Stelle mit ausreichend Sonnenlicht stand. Für das Team im DLR-Kontrollraum fing nach der unerwartet verlaufenen Landung die Arbeit erst richtig an: Fast 60 Stunden betrieben sie den Lander, kommandierten seine zehn Instrumente an Bord und drehten ihn am Ende auch noch etwas in Richtung Sonnenstrahlen. Dennoch ging der Strom der Primärbatterie zur Neige, weil zu wenig Strom produziert werden konnte. Die Akkus konnten nicht ausreichend aufladen, da die Sonne den Lander an jedem 12,4-Stunden-Kometentag nur für knapp anderthalb Stunden beschien. Tatsächlich rätselte das vielhundertköpfige Rosetta-Team 22 Monate lang, wo denn Philae tatsächlich stand: Erst eine Nahaufnahme der OSIRIS-Kamera, wenige Wochen vor dem Missionsende am 02. September 2016 aufgenommen, zeigte, wie Philae in einer Art Felsspalte unter einem das Sonnenlicht abschirmenden Überhang aufrecht festgeklemmt war. Zum Missionsende wurde die Raumsonde Rosetta am 30. September 2016 ebenfalls auf Churyumov-Gerasimenko in einem letzten Manöver hart abgesetzt.

Über die Mission Rosetta

Rosetta ist eine Mission der ESA mit Beiträgen von ihren Mitgliedsstaaten und der NASA. Rosettas Lander Philae wurde von einem Konsortium unter der Leitung von DLR, MPS, CNES und ASI beigesteuert.

Die Kamera OSIRIS wurde von einem Konsortium gebaut unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (Deutschland) in Zusammenarbeit mit CISAS, Universität Padova (Italien), dem Laboratoire d’Astrophysique de Marseille (Frankreich), dem Instituto de Astrofísica de Andalucia, CSIC (Spanien), ESAs Scientific Support Office, dem Instituto Nacional de Técnica Aeroespacial (Spanien), der Universidad Politéchnica de Madrid (Spanien), des Department of Physics and Astronomy of Uppsala University (Schweden) und dem Institute of Computer and Network Engineering der TU Braunschweig (Deutschland). OSIRIS wurde finanziell gefördert durch die nationalen Agenturen von Deutschland (DLR), Frankreich (CNES), Italien (ASI), Spanien (MEC) und Schweden (SNSB) sowie dem ESA Technical Directorate.

Flughafen München erweitert „Passngr App“ wegen Corona

Der Flughafen München bietet jetzt einen neuen Service, der sicheres Reisen in Zeiten der Corona-Pandemie erleichtert: Ab sofort ist die Funktion „SichereReise“ Bestandteil einer vielgenutzten App, mit der Passagiere bereits seit vier Jahren Informationen zu Abflug- und Ankunftszeiten, Gateänderungen oder anderen für ihre Reise relevanten Themen direkt auf Ihrem Mobiltelefon abrufen können.

„Passngr App“ für mehr COVID-19 Reiseinformationen

Mit der nun erweiterten „Passngr App“ können Nutzer länderspezifische COVID-19 Reiseinformationen zu mehr als 200 Flughäfen weltweit abrufen. Passagiere können gezielt nach einem Land oder Flughafen suchen und bekommen die aktuellen, offiziellen Informationen des entsprechenden Flughafens oder Landes zu den jeweiligen Vorschriften und Maßnahmen.

Der Service „SichereReise“ verhilft den Passagieren so zu einem Überblick über die unterschiedlichen COVID-19 Reiseanforderungen für ihre jeweilige Destination und bietet größtmögliche Planungssicherheit.

Flughafen Dortmund vermisst Reisewelle in den Herbstferien

Während der zweiwöchigen Herbstferien in Nordrhein-Westfalen
nutzten 63.242 Passagiere den Dortmund Airport für ihre Reise. Das sind 51 Prozent weniger
als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig sank die Anzahl der Flüge um 11 Prozent.
„Die Ferien fanden in diesem Jahr am Airport faktisch nicht statt“, resümiert Flughafen-Chef
Ludger van Bebber. „In der Regel nimmt während der Ferienzeit die Anzahl der Fluggäste im
Vergleich zu den Vorwochen zu. In diesem Jahr haben wir einen umkehrten Effekt gesehen. In
den zwei Wochen vor den Herbstferien nutzten noch 6 Prozent mehr Passagiere den Flughafen.“

Rumänien, Polen und Griechenland liegen vorne

Die meisten Fluggäste flogen in den Herbstferien von Dortmund nach Rumänien (10.164
Passagiere) oder Polen (9.675 Passagiere). Die Verbindungen in diese beiden Länder werden
hauptsächlich von Personen genutzt, die Familien und Freunde im Ausland besuchen. Als einziges touristisches Ziel erlebte Griechenland mit 8.441 Passagieren einen deutlichen Anstieg an Passagieren im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (1.356 Fluggäste). Gründe dafür sind das
stark ausgebaute Angebot der Wizz Air nach Griechenland und die Tatsache, dass Griechenland nicht als Risikogebiet definiert wurde.

Flughafen Zürich feiert Eröffnung des Flughafenparks

Der neue Park hinter dem Circle ist ab 05. November für die Öffentlichkeit zugänglich. Der Park bereichert den Flughafen Zürich mit einem einzigartigen Begegnungs- und Erholungsort für Besucher, Mitarbeitende, Anwohner und Passagiere. Zudem erweitert er gemeinsam mit dem Circle das Ausflugsziel „Flughafen Zürich“.

80.000 m2 Grünfläche

Mit dem Park entsteht ein neuer Begegnungs- und Erholungsort direkt am Flughafen Zürich. Auf 80.000 m2 Grünfläche ist während der knapp zweijährigen Bauzeit ein neues Naherholungsgebiet auf dem Butzenbüel entstanden. Das Nutzungsangebot stellt Naturerlebnisse in den Vordergrund und zielt auf ein Gleichgewicht zwischen der Natur und den Parkbesuchern ab.

„Wir freuen uns sehr, den Park ab Anfang November für unsere Besucherinnen und Besucher zu eröffnen. Der neue Begegnungsort bringt die Natur ins urbane Flughafenumfeld und erhöht die Aufenthaltsqualität am Flughafen Zürich. Ein Ausflug in den neuen Park lohnt sich. Es gibt viel zu entdecken und kann auch gut mit einem Besuch im Circle, der gleichzeitig öffnet, kombiniert werden.“, so Manuela Staub, Head Corporate Communication der Flughafen Zürich AG.

Die Ausgestaltung vom Park wurde im Rahmen von einem Landschaftsarchitektur-Wettbewerb ausgeschrieben, Studio Vulkan Landschaftsarchitektur GmbH mit Robin Winogrond hat diesen für sich entschieden, das Projekt konzipiert und die bauliche Fertigstellung eng begleitet. Die Kosten für das Projekt betrugen rund CHF 15 Mio.

Nutzungsangebote im Park

Der Park ist primär als Erholungs- und Begegnungsort konzipiert. Das Nutzungsangebot besteht folglich überwiegend aus den bereits vorhandenen, unterschiedlichen Landschaftstypologien: Der bestehende Wald, die Wiesen und Feuchtgebiete wurden reaktiviert und unterschiedliche Wegsysteme geschaffen. Auf dem höchsten Punkt im Park wurde die sogenannte Himmelsplattform realisiert. Diese ebene Fläche wird mit einem Wasser- und Nebelspiel ein Anziehungspunkt im Park sein.

Mit der Parkbahn, einer rund 80 Meter langen Standseilbahn, gelangt man vom Circle in rund einer Minute Fahrzeit direkt auf den Panoramaweg, eines der beiden Wegsysteme. Dieser gut ausgebaute Weg führt direkt zur Himmelsplattform. Neben der Himmelsplattform gibt es im Park auch unterschiedliche Orte, wo kleinere Veranstaltungen stattfinden können. Auch der sogenannte Pavillon mit Blick auf einen kleinen Teich ist ein weiterer Anziehungspunkt im Park. An unterschiedlichen Stellen wurden Plätze und Waldlichtungen geschaffen, wo Begegnungen stattfinden und der Wald erlebbar ist. So führt beispielsweise die Haselallee zu einer Feuerstelle mitten im Wald, an der Feuerholz bereitgestellt wird.

Naturschutz und Parknutzung

Ein wesentlicher Teil der 80.000 m2 ist Naturschutzgebiet. Durch geschickte Wegsysteme und ein attraktives Angebot werden Parkbesucher so geführt, dass sie die für sie vorgesehenen Flächen nicht verlassen. Durch die Zusammenarbeit mit Studio Vulkan wird die Natur im Park in den Vordergrund gestellt. So wurden durch die umfassenden Aufwertungsmassnahmen der ökologische Wert der zukünftigen Naturschutzzonen massgeblich erhöht. Die Umgestaltung des Butzenbüel führt zu einem positiven Einfluss auf die Natur, weil die bestehenden Flächen in einem Konzept aufgewertet wurden, das den ganzen Hügel umfasst.

Flughafenpark als neues Ausflugsziel

Gemeinsam mit der Greifensee-Stiftung finden seit Oktober 2020 Flughafen Zürich Ranger Führungen im Park statt. Auf einer eineinhalbstündigen Führung werden Besucher eingeladen, die Tier- und Pflanzenwelt im Park zu entdecken und die Natur in einmaliger Umgebung hautnah zu erleben. Die Besucher werden dazu von einem Flughafen Zürich Ranger zu Fuss durch das Naherholungsgebiet geführt. Geplant ist, das Besucherangebot in Zukunft durch weitere Naturerlebnisse zu erweitern.

Ausbildung trotz Corona: Flughafen Wien bildet Lehrlinge aus

Der Flughafen Wien forciert die Ausbildung von Jugendlichen auch in Zeiten der Corona-Pandemie. Vor kurzem, Mitte Oktober 2020, haben 13 neue Lehrlinge am Flughafen Wien ihre Ausbildung begonnen – in den Berufen Elektrotechnik, KFZ- und Nutzfahrzeugtechnik, Metalltechnik, Sanitär- und Klimatechnik und IT-Betriebstechnik. Insgesamt bildet der Flughafen Wien derzeit 49 Lehrlinge in den unterschiedlichsten Bereichen aus.

Dr. Günther Ofner, Vorstand der Flughafen Wien AG, sagt dazu: „Auch wenn die Wirtschaft unter der COVID-19-Pandemie stark leidet, darf das nicht zu Lasten der Jugend gehen. Denn diese Krise wird vorübergehen und die Jugendlichen von heute sind die Fachkräfte von morgen. Gerade jetzt ist eine fundierte und zukunftsorientierte Ausbildung sehr wichtig. Am Flughafen Wien nehmen wir diese Verantwortung sehr ernst und wir bilden daher derzeit 49 junge Menschen in Lehrberufen aus.“

Zusatzausbildungen und internationales Austauschprogramm

Im Rahmen der Lehrlingsausbildung erfahren die Jugendlichen nicht nur alles über den Flughafenbetrieb, sondern werden zu hochqualifizierten Fachkräften ihres jeweiligen Berufsfeldes. Den jungen Menschen vermittelt der Flughafen dabei auch Zusatzqualifikationen: So stehen regelmäßige Seminare im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung, Englischkurse oder Mathematik-Coaching am Programm. Außerdem gibt es die Möglichkeit, die Lehre mit Matura abzuschließen. Ein besonderes Highlight ist ein Austauschprogramm mit internationalen Flughäfen, das Lehrlinge im Rahmen ihrer Ausbildung absolvieren können.

Flughafen Stuttgart lädt zur Online-Kofferversteigerung

Fans der alljährlichen Kofferversteigerung am Flughafen Stuttgart müssen auch dieses Jahr nicht auf das spannende Event verzichten: Wegen Corona findet die Auktion diesmal online statt. Am Sonntag, 08. November kommen dabei um 14 Uhr und 16 Uhr insgesamt 60 herrenlose Gepäckstücke für einen guten Zweck unter den Hammer. Die Auktion selbst findet ohne Zuschauer statt und wird live über die Website des Auktionshauses Eppli übertragen, das die Versteigerung der seit vergangenem Sommer gesammelten Fundstücke leitet.

Wertgutscheine bei Kofferversteigerung versteckt

In zwei Koffern sind zusätzlich als Überraschung Wertgutscheine in Höhe von mehreren Hundert Euro versteckt, die im Reisemarkt am Flughafen beliebig eingelöst werden könnenMit etwas Glück sind also nicht nur interessante Gepäckstücke zu ergattern, sondern auch etwas Urlaubsbudget dazu. Der Erlös der Auktion geht an die lokalen Vereine Frauen helfen Frauen Filder e.V. und Fildertafel e.V..

Gewinnspiel

Seit Freitag, 23. Oktober sind die Gepäckstücke im Terminal im öffentlichen Bereich in verschiedenen Shops vorab ausgestellt. Vorab ist bei einem Gewinnspiel das Gewicht von zwei der ausgestellten Gepäckstücke möglichst genau zu schätzen. Die Teilnahmekarten werden gleich vor Ort in die Losboxen im Terminal eingeworfen. Die beiden Gewinner werden informiert und sind exklusiv bei der Auktion vor Ort mit dabei. Dort dürfen sie ihren Koffer live vor der Kamera auspacken und im Anschluss mit nach Hause nehmen.

Wer die Auktion dann verfolgen oder mitbieten möchte, muss sich auf der Website des Auktionshauses mit einem Benutzerkonto registrieren. Nach einem Zuschlag dürfen die Gepäckstücke dann in der Woche danach gegen Barzahlung im Terminal abgeholt werden.

Green Airlines fliegt ab PAD nach Zürich & Sylt

Die ökologische Fluggesellschaft Green Airlines nimmt ab dem 26. März des kommenden Jahres gleich drei neue Destinationen in ihr Flugprogramm auf. Dann verbindet sie den Paderborn-Lippstadt Airport mit der europäischen Metropole Zürich und der beliebten Urlaubsinsel Sylt. Darüber hinaus haben Reisende die Möglichkeit von Sylt nach Zürich und zurück zu fliegen. Insgesamt sind jede Woche 22 Abflüge geplant. Die Flüge können ab sofort gebucht werden.

Mit Beginn des Sommerflugplans werden der Paderborn-Lippstadt Airport (PAD) und der größte Flughafen der Schweiz in Zürich (ZRH) von Green Airlines mit insgesamt 14 wöchentlichen Flügen miteinander verbunden. Die Strecke wird montags und mittwochs zwei Mal pro Tag, freitags drei Mal und sonntags einmal täglich bedient. Die Strecken Paderborn – Sylt und Zürich – Sylt werden jeweils freitags und sonntags geflogen. Dafür stationiert die Fluggesellschaft ein Flugzeug vom Typ ATR 72-500 mit Platz für 70 Passagiere am Paderborn-Lippstadt Airport.

Green Airlines bietet übertragbare Pendlerkarte

Bei jeder Buchung ist die Bordverpflegung, ein Reisekoffer und ein Handgepäckstück sowie ein Nahverkehrsticket für die Fahrt zum Flughafen und zurück inkludiert. Darüber hinaus bietet Green Airlines für Unternehmen in der Region eine übertragbare Pendlerkarte an. So können die Firmen flexibel entscheiden, welcher Mitarbeiter wann fliegt. Die genauen Passagierdaten müssen erst wenige Tage vor Abflug hinterlegt werden. Des Weiteren leistet die Fluggesellschaft mit jedem Ticket Kompensationszahlungen, die in Umweltprojekte fließen.

„Unser Ziel ist es klimafaires und regionales Fliegen miteinander zu verbinden. Aus diesem Grund ist die Eröffnung der neuen Basis von Green Airlines in Paderborn von großer Bedeutung für uns. Wir freuen uns, unsere Präsenz mit den neuen Destinationen Paderborn, Zürich und Sylt weiter auszubauen und unseren Passagieren damit eine noch größere Auswahl an nachhaltigen Flugangeboten bieten zu können“, sagt Stefan Auwetter, Gründer und CEO bei Green Airlines.

Über Green Airlines

Green Airlines ist eine 2020 gegründete deutsche Fluggesellschaft, die sich zum Ziel gemacht hat, den Flugverkehr in Deutschland und Europa nachhaltiger und grüner zu gestalten. Bei ihrem bisher einzigartigen Konzept setzt Green Airlines auf CO2-Kompensation, Vermeidung von Plastikabfall, Einsatz von Bio-Kerosin und Zusammenarbeit mit regionalen Cateringanbietern sowie schlanke Unternehmensprozesse durch den Einsatz der Digitalisierung.

Ab der Basis Karlsruhe/Baden-Baden bietet Green Airlines ab November 2020 Flüge nach Berlin an. Darüber hinaus verbindet sie ab dem Sommerflugplan 2021 den Paderborn-Lippstadt Airport mit Zürich und Sylt sowie Sylt mit Zürich.

Flughafen München und Lufthansa ergänzen Absichtserklärung

Die Flughafen München GmbH (FMG) und die Deutsche Lufthansa AG (DLH) haben ihre strategische Zusammenarbeit am Standort München zuletzt im Dezember 2019 in einer gemeinsamen Absichtserklärung festgeschrieben. Vor dem Hintergrund der dramatischen Auswirkungen der Corona-Pandemie haben beide Seiten jetzt eine zusätzliche Vereinbarung getroffen, in der die langfristige Weiterentwicklung des Münchner Airports als Drehkreuz des interkontinentalen Luftverkehrs ausdrücklich bekräftigt wird.

Standort München als Umsteigedrehkreuz weiterentwickeln

In einer Ergänzung zur gemeinsamen Absichtserklärung aus dem letzten Jahr wird jetzt ausgeführt, dass die Auswirkungen der gegenwärtigen Krise die Verkehrsentwicklung über mehrere Jahre nachhaltig beeinflussen werden. Ungeachtet dessen bekennen sich beide Partner im Sinne einer übereinstimmenden Strategie dazu, den Standort München nach Bewältigung der Krise als interkontinentales Umsteigedrehkreuz weiterzuentwickeln. Zu diesem Zweck wird – in Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung der Coronakrise – ab 2024 die Wiederherstellung der im Jahr 2019 von der Lufthansa in München vorgehaltenen Flottenstärke angestrebt. Lufthansa will dann wieder mit bis zu 30 Langstreckenflugzeugen und einem entsprechenden Europanetzwerk für eine effiziente Anbindung des Münchner Airports an das weltweite Luftverkehrsnetz sorgen. Langfristig bleibt überdies auch der Ausbau des Satellitenterminals durch einen sogenannten T-Stiel ein Ziel der Zusammenarbeit beider Partner.

In der Zusatzvereinbarung verständigen sich beide Partner darüber hinaus auch auf eine künftige Verwendung von Sustainable Aviation Fuel (SAF). Der Einsatz des synthetischen, klimaneutralen Treibstoffs für die am Flughafen München stationierte Flotte der Lufthansa soll gezielt gefördert und zeitnah ermöglicht werden. Auch unter den gegenwärtigen Bedingungen wollen beide Unternehmen an ihren Zielen beim Umwelt- und Klimaschutz festhalten.

Lammers und Spohr: Bekenntnis zum Premium-Drehkreuz in München

Jost Lammers, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen München GmbH, sieht in der aktuellen Vereinbarung ein wichtiges Bekenntnis zum Luftverkehrsstandort München: „Wir werden die vor uns liegende Durststrecke gemeinsam durchstehen und auch beim anschließenden Wiederaufbau unsere Kräfte bündeln. Mit der jetzt getroffenen Vereinbarung haben der Flughafen und die Lufthansa deutlich gemacht, dass das Drehkreuz München auch in Zukunft ein verlässlicher Aktivposten in der europäischen Verkehrsinfrastruktur bleiben wird.“

Carsten Spohr, CEO der Lufthansa Group, ergänzt: „Wir stehen ohne Wenn und Aber zu unserem Premium-Drehkreuz in München. Gemeinsam mit dem Flughafen haben wir in den vergangenen Jahren sehr viel erreicht und wir haben noch viel vor. Auch in der Krise beweist sich unsere enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit. So werden wir auch diese schwere Zeit der Pandemie partnerschaftlich bewältigen. Für unsere Kunden wollen wir Europas besten Flughafen weiterentwickeln und die über 20-jährige Münchner Erfolgsgeschichte fortschreiben.“

Wizz Air fliegt ab Baden Airport nach Cluj-Napoca

Trotz der aktuell schwierigen Lage der Luftverkehrsbranche baut die Fluggesellschaft Wizz Air ihr Engagement am Flughafen Karlsruhe / Baden-Baden (FKB) kontinuierlich aus.

Nachdem erst letzte Woche das neue Flugziel Pristina (PRN) im Kosovo (Erstflug am 16.12.2020) für den FKB von der Airline verkündet wurde, folgt nun ab 01. Juni 2021 die neue Verbindung nach Cluj-Napoca (CLJ).

Wizz Air fliegt in die zweitgrößte Stadt Rumäniens

Cluj-Napoca ist mit rund 320.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Rumäniens, die einst den deutschen Namen Klausenburg trug und im Herzen von Siebenbürgen liegt. Drei Flüge pro Woche – Dienstag, Donnerstag und Samstag – sind geplant, und Tickets können ab 14,99 Euro gebucht werden.

Sommerflugplan 2021

Zudem sind insgesamt bereits 11 Wizz Air Flugziele ab dem FKB für den Sommer 2021 buchbar:

  • Cluj-Napoca
  • Pristina
  • Belgrad
  • Bukarest
  • Larnaka
  • Sibiu / Hermannstadt
  • Skopje
  • Timisoara / Temeswar
  • Tirana, Tuzla
  • Varna

Wizz Air fliegt ab Hamburg Airport nach Riga, Vilnius und Chişinău

Die Fluggesellschaft Wizz Air startet am Hamburg Airport mit drei neu aufgenommenen Zielen in den Winter: Ab 16. November fliegt Wizzair zweimal wöchentlich in die lettische Hauptstadt Riga. Zudem nimmt die Airline ab 13. Dezember eine zweimal wöchentliche Verbindung nach Vilnius (Litauen) in ihren Flugplan auf, dieses Ziel kehrt damit in den Hamburger Flugplan zurück. Bereits heute startet der Erstflug zu einem komplett neuen Ziel ab Hamburg Airport: Wizz Air verbindet ab jetzt zweimal wöchentlich Norddeutschland mit Chişinău in der Republik Moldau.

Damit baut Wizz Air ihr Engagement an Norddeutschlands größtem Flughafen weiter aus, bereits im Sommer hatte Wizz Air mehrere Strecken ab Hamburg aufgenommen. So fliegt die Airline nach Skopje in Mazedonien und nach Varna in Bulgarien. Zudem verbindet Wizz Air Hamburg mit der ukrainischen Hauptstadt Kiew und der rumänischen Metropole Bukarest – aktuell jeweils zweimal wöchentlich. Danzig an der polnischen Ostseeküste wird zurzeit dreimal wöchentlich von Wizz Air angesteuert. Mit den neuen Strecken bietet Wizz Air im Winter insgesamt acht vielfältige Ziele in Ost- und Südosteuropa ab Hamburg Airport. Wizz Air ist die größte Low Cost Airline-Gruppe in Zentral- und Osteuropa und arbeitet mit einer modernen Flotte von Airbus A320 und A321.

„Wizz Air hat sich in Nordeutschland als wichtige Brücke zu den ost- und südosteuropäischen Zielen etabliert. Und dass die Fluggesellschaft ihr Engagement am Hamburg Airport nun weiter ausbaut, ist für unsere Passagiere ein gutes Zeichen“, sagt Dirk Behrens, Leiter Aviation am Hamburg Airport. „Auch in diesen schwierigen Zeiten ermöglicht der Luftverkehr sicheres Reisen. Am Hamburger Flughafen haben wir dafür klare Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen.“

Paulina Gosk, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei Wizz Air: „Wir freuen uns, heute den Erstflug von Hamburg nach Chisinau feiern zu können. Und zugleich schauen wir mit Freude auf zwei weitere Strecken, die wir ab Hamburg anbieten werden: Eine Verbindung nach Riga startet am 16. November, und die neue Strecke nach Vilnius am 13. Dezember. Wir sind uns sicher, dass dieser Meilenstein den Fluggästen noch mehr erschwingliche und qualitativ hochwertige Flugverbindungen und -services bietet. Dank unserer verbesserten Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen können die Passagiere bequem und sorgenfrei mit Wizz Air reisen. Unsere freundliche Crew freut sich darauf, die Passagiere an Bord unserer jungen und modernen Flotte willkommen zu heißen.“

Mithilfe aller Reisenden wichtig

Der Flughafen Hamburg hat vor Ort zahlreiche Maßnahmen ergriffen, die das Einhalten der inzwischen gelernten Abstands- und Hygienevorschriften erleichtert. Dazu gehören unter anderem eine Maskenpflicht, Markierungen am Boden und auf Sitzflächen, Plexiglasscheiben und Desinfektionsspender. Damit alle sicher reisen können, ist es wichtig, dass sich die Fluggäste an die Vorschriften halten und auf sich selbst sowie andere achten. Mit einem mobilen Serviceteam in den Terminals sowie auf der Fluggast-Pier setzt der Flughafen auf zusätzliche Unterstützung und Aufklärung für alle Passagiere.

Corona-Tests sind direkt am Flughafen möglich

Am Hamburg Airport gibt es zwei Corona-Testzentren. Das Testzentrum der Stadt Hamburg und des DRK im Terminal Tango ermöglicht die verpflichtenden, kostenlosen Tests für Reiserückkehrer aus RKI-Risikogebieten. Das Testzentrum von Centogene im Terminal 1 bietet kostenpflichtige (Express-)Tests für die breite Öffentlichkeit an.

DLR veranstaltet Online-Ausgabe der Hum­Tech­Days

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Technologien aus der Luft- und Raumfahrt ermöglichen oft auch Anwendungen, die außerhalb ihres eigentlich gedachten Nutzungsbereiches liegen. Von besonderem Interesse sind dabei Aktivitäten in der humanitären Hilfe. Aus diesem Grund hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) 2019 eine Initiative für „Humanitarian Technologies“ gestartet. In deren Rahmen findet am 28. und 29. Oktober die diesjährige Auflage der sogenannten DLR-HumTechDays statt. Bei dieser Online-Ausgabe treffen sich rund 100 Vertreter aus Forschung und Industrie, aus der Politik, von UN-Einrichtungen und NGO`s.

„Das DLR nimmt mit der Initiative ‚Humanitäre Technologien‘ seine Verantwortung für globale und gesellschaftliche Herausforderungen wahr. Vor diesem Hintergrund engagieren wir uns aktuell, indem wir mit rund sechs Millionen Euro in dem auf drei Jahre ausgelegten Vorstandsprojekt ‚Raumfahrtforschung‘ Forschungsprojekte mit humanitären Anwendungsmöglichkeiten zu einem möglichst hohen technologischen Reifegrad bringen, um sie bald in eine operationelle Anwendung zu überführen zu können“, sagt DLR-Vorstand für Raumfahrtforschung  und -technologie, Professor Dr. Hansjörg Dittus.

„Data4Human“ oder „Drones4Good“

Geht es am ersten Tag um bereits laufende humanitäre Hilfsprojekte, die auf Technologien und Forschungsergebnissen aus der Luft- und Raumfahrt basieren, so werden am zweiten Tag neue Ideen diskutiert.

„In der DLR-Initiative für ‚humanitäre Technologien‘ werden Projekte realisiert wie ‚Data4Human‘ oder ‚Drones4Good‘. Das Besondere daran ist der interdisziplinäre Ansatz ihrer Realisierung“, erläutert DLR-Projektleiter Stefan Voigt, „Wissenschaftler und Ingenieure aus dem DLR, teils mit Unterstützung der Industrie, arbeiten gemeinsam mit humanitären Hilfsorganisationen daran, neue Technologien und Strategien für eine bessere und effektiver Humanitäre Hilfe weltweit zu entwickeln.“

Luft- und Raumfahrttechnologien für humanitäre Anwendungen

DATA4Human: Die Verfügbarkeit präziser und zeitnaher Geoinformationen von Satelliten oder aus dem Internet steigt ständig. Um diese für die humanitäre Hilfe nutzbar zu machen, müssen die verfügbaren Daten zuverlässig verarbeitet und analysiert werden. Während der 2020er HumTechDays wird diskutiert, wie DLR-Wissenschaftler zusammen mit Partnern die Daten vom Satelliten bis zum Endnutzer bereitstellen und innovative Techniken wie KI-Methoden oder Web-Harvesting anwenden können.

Drones4Good: Künstliche Intelligenz sorgt für die Sicherheit beim Einsatz humanitärer Drohnen – dabei geht es um die Anwendung von KI im Katastrophenmanagement und die Schwierigkeiten bei der Erfassung und Analyse umfangreicher Fernerkundungsdaten. Dabei werden Experten zusammengebracht, um ein gegenseitiges Verständnis zu entwickeln und zukünftige Entwicklungen voranzutreiben.

Climate Change and Humanitarian Work: Welche Auswirkungen des Klimawandels und die Verschärfung humanitärer Krisensituationen sind bereits heute zu beobachten? Was ist in den kommenden Jahren zu erwarten? Wie lassen sich regionale Schwerpunkte und bedenkliche Klimafaktoren beurteilen, welche Anpassungs- und Linderungsoptionen und -strategien gibt es? Fragen die während der HumTechDays unter dieser Überschrift besprochen werden, um zu klären, wo Technologien aus der Luft- und Raumfahrt am dringendsten benötigt werden.

ILS Flugvermessungen am Flughafen Frankfurt stehen an

Vom 29. Oktober bis voraussichtlich 01. November wird das Instrumentenlandesystem der Centerbahn des Frankfurter Flughafens vermessen. Ein speziell hierfür ausgerüstetes Messflugzeug überprüft dabei die Präzision der Signale, die für sichere Landungen erforderlich sind. Untersucht werden beide Betriebsrichtungen, also Anflüge sowohl aus dem Osten als auch aus dem Westen kommend.

Flugvermessungen in der Nacht

Die Flugvermessungen beginnen an den genannten Tagen um 23:00 Uhr und sind um zirka 03:00 Uhr des darauffolgenden Tages beendet. Sollte es dabei zu technischen oder witterungsbedingten Verzögerungen kommen, müssen die Vermessungsflüge an einem späteren Ersatztermin fortgeführt werden. Dieser Zeitraum läge dann zwischen dem 5. und dem 8. November 2020.

Wegen des Flugverkehrs tagsüber am Frankfurter Flughafen ist es notwendig, Messflüge in die Nachtzeit zu legen. Zum Einsatz kommt dabei ein kleineres Turbo-Prop-Flugzeug vom Typ Beechcraft Super King Air 350. Die Maschine wird grundsätzlich und soweit es die vorgegebenen Flugprofile erlauben, Überflüge von Ortschaften vermeiden.

Anflugkurs und Gleitwinkel durch Signalgeber am Boden

Das Instrumentenlandesystem unterstützt den Luftfahrzeugführer bei der Navigation während des Anfluges. Dies geschieht im Wesentlichen durch die elektronische Definition von Anflugkurs und Gleitwinkel durch Signalgeber am Boden. Die Signale werden im Flugzeug empfangen und den Piloten im Cockpit angezeigt. Nur durch Vermessungsflüge mit speziell dafür ausgerüsteten Flugzeugen kann die Präzision dieser Signale überprüft werden. 

Die Vermessung des Instrumentenlandesystems wird von der internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO in regelmäßigen Abständen vorgeschrieben. Sie sind wichtig für die sichere, geordnete und flüssige Verkehrsabwicklung an den Flughäfen.

Bahnhof „Flughafen BER – Terminal 1-2“ eröffnet

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Mit der Inbetriebnahme des Bahnhofs „Flughafen BER – Terminal 1-2“ ist der BER nun an das Schienennetz angebunden. Die gute Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz ermöglicht eine unkomplizierte, schnelle und umweltschonende An- und Abreise. Der Bahnhof befindet sich direkt unter dem Terminal 1 in der Ebene U2. Die Besonderheit am BER ist, dass Fluggäste direkt mit dem Zug oder der S-Bahn unter dem Terminal an- und abfahren können. Diese einzigartige Bauweise garantiert besonders kurze Wege.

Der sechsgleisige Bahnhof mit drei Bahnsteigen ist für 125.000 Reisende pro Tag ausgelegt und sichert die reibungslose An- und Abreise für Passagiere und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es wird erwartet, dass insgesamt zwei von drei Reisenden mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum neuen Flughafen kommen.

Engelbert Lütke Daldrup, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH: „Wir freuen uns, dass heute der Flughafen-Bahnhof ans Netz geht und möchten zu diesem Anlass unseren Partnern danken, dass auch in schwierigen Zeiten eine partnerschaftliche, konstruktive und lösungsorientierte Zusammenarbeit möglich war. Mit dem leistungsfähigen Bahnhof direkt unter dem Terminal 1 verfügt der BER über ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal gegenüber allen anderen großen deutschen Flughäfen. Die Möglichkeit, mit dem Aufzug vom Bahnsteig in die Check-In-Halle zu gelangen, ist in Deutschland einmalig. Die Bahnfreundlichkeit des BER setzt Maßstäbe für umweltbewusstes Reisen.“

Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für das Land Berlin: „Am BER greifen Schienen- und Luftverkehr optimal ineinander. Wir freuen uns, dass der neue Bahnhof unter dem Terminal nun in Betrieb geht und Reisende sowohl mit der S-Bahn als auch mit dem Regional- und Fernverkehr bequem und umweltfreundlich zum Flughafen bringt.“

Susanne Henckel, Geschäftsführerin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB): „Am BER wird es eine Top-ÖV-Anbindung aus allen Himmelsrichtungen geben: Nah- und Fernverkehr auf der Schiene, S-Bahn- und Bus-Linien, auch PlusBus- und Nachtbuslinien gehören zum Angebot. Und alle sind ohne Aufpreis im ganz normalen VBB-Tarif nutzbar. Damit die vielen Mitarbeiter*innen des neuen Airports schon vor der Inbetriebnahme am 31. Oktober zu ihrem neuen Arbeitsplatz kommen, nehmen wir den S-Bahnverkehr schon vor der offiziellen Flughafen-Eröffnung auf. Mit der Inbetriebnahme von Terminal 1 wird der Bahnhof komplett in das VBB-Verkehrsnetz integriert. Diese Anbindung kann sich im Vergleich zu anderen europäischen Großflughäfen wirklich sehen lassen.“

S-Bahnverkehr am BER

Der S-Bahnverkehr beginnt bereits einige Tage vor Inbetriebnahme des Terminals. Zunächst fährt die S9 ab dem 26. Oktober bis zum 28. Oktober im 20-Minuten-Takt in den Hauptverkehrszeiten, am 29. Oktober fahren dann beide Flughafen-S-Bahnen, S9 und S45, im Vollbetrieb und dies jeweils im 20-Minuten-Takt. Mit der Inbetriebnahme des BER verkehren die Züge der Regionalbahn etwa im 15-Minuten-Takt zwischen dem Berliner Hauptbahnhof und dem BER. Die Fahrzeit beträgt ca. eine halbe Stunde. Auf dem Bahnhof halten in der Hauptverkehrszeit pro Stunde insgesamt 14 Züge, darunter alle zehn Minuten die S-Bahn und etwa einmal alle zwei Stunden der IC auf der Strecke Dresden-Rostock.

Der Flughafen BER ist über die Schiene nicht nur innerhalb der Hauptstadtregion gut angebunden, sondern auch mit dem erweiterten Umland bis hin zu den Kreuzfahrthäfen an der Ostsee:

Schienenangebot am BER

• Flughafen Express (FEX): Hauptbahnhof – Ostkreuz – BER Terminal 1-2 (alle 30 Minuten)
• RE7: Dessau, Bad-Belzig – Berlin-Stadtbahn – BER Terminal 1-2 – Wünsdorf-Waldstadt (stündlich)
• RB14: Nauen – Berlin-Stadtbahn – BER Terminal 1-2 (stündlich)
• RB22: Potsdam – Golm – BER Terminal 1-2 – Königs Wusterhausen (stündlich)
• S9: Spandau – Stadtbahn – BER Terminal 5 – BER Terminal 1-2 (alle 20 Minuten)
• S45: Südkreuz – BER Terminal 5 – BER Terminal 1-2 (alle 20 Minuten)

Mit Inbetriebnahme der Dresdner Bahn voraussichtlich ab 2025 werden die Verkehrsverbindungen zusätzlich ausgebaut und die Fahrzeit des Flughafen Express (FEX) von und zum Berliner Hauptbahnhof auf 20 Minuten reduziert.

Flughafen BER – Terminal 5

Auch die Schienen-Anbindung des Terminal 5 ist gewährleistet: Der ehemalige Bahnhof Berlin-Schönefeld Flughafen bleibt unter dem Namen „Flughafen BER – Terminal 5“ in Betrieb. Zwischen beiden Stationen fahren die S-Bahnen im 10-Minuten-Takt, Busse im 5-Minuten-Takt.

Das öffentliche Nahverkehrsangebot wird zudem durch zahlreiche Busverbindungen ergänzt. Das BER Terminal 1 öffnet am Abend des 31. Oktober. Bis dahin können Reisende vom Bahnhof aus in die sogenannte Verteilerebene gelangen und dort das Terminal wieder verlassen.

Sternwarte SOFIA findet Wassermoleküle auf dem Mond

Die fliegende Sternwarte SOFIA (Stratosphären Observatorium Für Infrarot-Astronomie) hat erstmals den direkten eindeutigen Nachweis von Wassermolekülen auf dem Mond außerhalb des permanenten Schattens an den Mondpolen erbracht. Dem Infrarot-Observatorium der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) war es mit dem Instrument FORCAST (Faint Object Infrared Camera for the SOFIA-Telescope) gelungen, die Moleküle auf der Südhalbkugel des Mondes zu detektieren. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschungsarbeit wurden am 26. Oktober 2020 im Fachmagazin Nature Astronomy veröffentlicht

„Wir haben nach Wasser auf dem Mond gesucht, seit die ersten Mondgesteine in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts auf die Erde zurückgebracht wurden“, so Dr. Alessandra Roy, SOFIA-Projektwissenschaftlerin im DLR-Raumfahrtmanagement. „Die meisten dieser Proben zeigten jedoch keine Hinweise auf dessen Existenz.“ Die Bestätigung erhielten die Wissenschaftler erst im Jahr 2008 durch das NASA-Instrument Moon Mineralogy Mapper an Bord der indischen Chandrayaan-1 Mission – und dies auch nur für die Region um die Mondpole herum. Nun konnte SOFIA nachweisen, dass Wasser auch im Bereich der von der Sonne beschienenen Mondoberfläche vorkommt.

Bereits am 30. August 2018 hatte das fliegende Infrarot-Observatorium den Mond mit dem Instrument FORCAST beobachtet. Dabei konnten die Wissenschaftler den eindeutigen Fingerabdruck von Wassermolekülen im mittleren Infrarotbereich (bei sechs Mikrometern Wellenlänge) im Bereich des Clavius-Kraters auf der südlichen Mondhalbkugel detektieren.

Wie kommt das Wasser auf den Mond?

Die sonnenbeschienenen Teile des Mondes erreichen eine Temperatur von etwa 120 Grad Celsius. Bei dieser Temperatur ist das Wasser gasförmig und sollte verdunsten, da der Mond quasi keine Atmosphäre hat“, sagt Dr. Roy. „Trotzdem ist es auf der Oberfläche vorhanden“. Derzeit existieren zwei Theorien, die dies erklären können: Mikrometeoriten, die auf die Mondoberfläche fallen und geringe Mengen Wasser transportieren, könnten die Flüssigkeit durch ihren Aufprall im Gestein ablagern und das Wasser dann in winzigen glasperlenartigen Strukturen im Boden eingeschlossen sein. Möglich wäre aber auch ein zweistufiger Prozess, bei dem der Sonnenwind Wasserstoff an die Mondoberfläche liefert, wo er sich mit Hydroxyl – einem Wasserstoffatom, das an ein Sauerstoffatom gebunden ist – zu Wasser verbindet. Die von SOFIA gesammelten Daten deuten darauf hin, dass sich der größte Teil des nachgewiesenen Wassers im Inneren des Substrats befindet, das die Mondoberfläche bedeckt.

Wasser als Grundlage für zukünftige Weltraummissionen

Eines der Ziele der ESA-Strategie für Weltraumressourcen mit Schwerpunkt Mond besteht darin zu bestätigen, ob Ressourcen wie etwa Wasser eine nachhaltige Weltraumforschung ermöglichen können. „Die Menge an Wasser, die SOFIA entdeckt hat, entspricht etwa dem Inhalt einer 0,33 Liter Getränke-Dose, verteilt über die Oberfläche eines Fußballfeldes“, erklärt Dr. Roy. „Der Mond bleibt damit trockener als die Wüsten auf der Erde, aber die gefundene Wassermenge könnte immer noch wichtig für zukünftige astronautische Weltraumissionen werden.“

Um das Phänomen von Wasser auf dem Mond eingehender zu erforschen, wird SOFIA die sonnenbeschienenen Flächen während verschiedener Mondphasen erneut beobachten. Die Wissenschaftler erhoffen sich davon neue Erkenntnisse darüber, woher das Wasser stammt, wie es gespeichert wird, und wie es sich über die Mondoberfläche verteilt. Diese Daten werden die Ergebnisse zukünftiger Mondmissionen ergänzen.