EDRS-Entwicklung abgeschlossen: Laserterminals für Echtzeit-Kommunikation über Satellit

EDRS, das European Data Relay System, stellt ein schnelles, zuverlässiges und nahtloses Telekommunikationsnetzwerk dar, mit dem auf Abruf Informationen von Satelliten in Echtzeit verfügbar gemacht werden können. Die Entwicklung des europäischen Daten-Relais-Systems ist nun abgeschlossen und genehmigt, nachdem das Projekt schon grünes Licht vom ersten Kunden, der Initiative für Globale Umwelt- und Sicherheitsüberwachung (GMES), erhalten hat. Das EDRS wird das erste kommerziell betriebene Daten-Relais-System, welches Dienstleistungen für die Erdbeobachtungsgemeinschaft erbringt.

Das System, das über eine Öffentlich-Private Partnerschaft (ÖPP) zwischen der ESA und Astrium Services erstellt wird, besteht aus Nutzlasten an Bord zweier Satelliten in der geostationären Umlaufbahn, die in 36.000 Kilometer Höhe über dem Äquator schweben, wo ihre Umlaufgeschwindigkeit gleich der Erdrotation ist. Daten, die von Satelliten in niedrigeren Umlaufbahnen an einen dieser EDRS-Nutzlasten gesendet werden, können dann zum Boden weitergesendet werden.

Intersatellitenkommunikation mit 1,8 GBit/s

Die Nutzlast enthält ein vom deutschen Unternehmen TESAT entwickeltes Laserterminal für die Übertragung von 1,8 Gigabits pro Sekunde über Entfernungen von mehr als 40.000 Kilometern zwischen den niedrig fliegenden Satelliten und dem EDRS im geostationären Orbit. Ein Design-Review-Gremium bestehend aus hochrangigen Mitgliedern der ESA, Astrium und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR genehmigte den kompletten Entwurf für das Systemen: Von den Satelliten, die das System tragen werden bis zur Unterstützung, die vom Boden aus gefordert wird. Die industrielle Organisation ist mit allen verhandelten Unteraufträgen vollständig vorhanden und der ESA-Partner Astrium Services bereit für den Produktionsbeginn.

"Das EDRS ist ein fantastischer Durchbruch für Europa, vom innovativen Laserkommunikationsterminal, dem Herz des EDRS, bis zur Bereitstellung der operativen Dienste bis 2014 über eine Öffentlich-Private Partnerschaft, welche die besten der europäischen Raumfahrtunternehmen mit den nationalen und europäischen Raumfahrtinstituten vereint", sagt Magali Vaissiere, ESA-Direktorin für Telekommunikation und integrierte Anwendungen.

Bodenstationen für Datenrelaisdienst um die ganze Erde

Die erste der beiden EDRS-Nutzlasten wird an Bord des von Astrium gebauten Eutelsat-EB9B-Satelliten fliegen, der 2014 bei 9° Ost über dem Äquator in Betrieb genommen wird. Der zweite Satellit, dessen Start für 2016 geplant ist, wird die zweite EDRS-Nutzlast sowie die Hylas-3-Nutzlast der britischen Firma Avanti Communications tragen. Dieser Satellit wird vom deutschen Unternehmen OHB mithilfe einer SmallGEO-Plattform gebaut, die derzeit von OHB im Auftrag der ESA entwickelt wird.

Bei diesen Entwicklungen soll es aber nicht bleiben. Derzeit werden Vorbereitungen getroffen, die Fähigkeiten des EDRS mit einer dritten Nutzlast und der entsprechenden Bodeninfrastruktur zu erweitern, um einen vollständigen Datenrelaisdienst um den gesamten Erdball zu ermöglichen.

"Dieses globale EDRS-Netzwerk wird eine Service-Infrastruktur von weltweitem Standard schaffen, die mit verbesserter Abdeckung und zusätzlichen Diensten mehr Gemeinschaften zur Verfügung stehen wird", so Magali Vaissiere.