Brite Tim Peake auf der Raumstation ISS angekommen

Tim Peake ist der dritte ESA-Astronaut, der in diesem Jahr zur ISS aufbricht. Samantha Cristoforetti beschloss ihre 199-tägige Rekordmission im Juni, Andreas Mogensen absolvierte einen arbeitsreichen zehntägigen Flug im September.

Der ESA-Astronaut Tim Peake, der NASA-Astronaut Tim Kopra und der russische Kosmonaut und Kommandant Juri Malentschenko haben heute sechs Stunden nach ihrem Start um 12:03 Uhr GMT die Internationale Raumstation erreicht. Ihre Sojus TMA-19M dockte um 17:33 Uhr GMT an der Raumstation an und nach Abschluss der Überprüfung der Luftdichte der Verbindung zwischen der sieben Tonnen schweren Sojus und der 400 Tonnen schweren Raumstation öffneten die Astronauten die Luke um 19:58 Uhr GMT. An Bord wurden sie von den russischen Kosmonauten Mikhail Kornienko und Sergei Volkov sowie dem NASA-Astronauten Scott Kelly in Empfang genommen.

Damit beginnt Peakes sechsmonatige Mission Principia, der Höhepunkt seines sechs Jahre langen Trainings seit seiner Aufnahme in das europäische Astronautenkorps im Jahr 2009. Im Rahmen seiner Mission wird Peake an zahlreichen Experimenten für Forscher auf der Erde arbeiten, während er mit einer Geschwindigkeit von 28.800 km/h um die Erde kreist. Schlaglichter seines Wissenschaftsprogramms sind unter anderem die Züchtung von Kristallen und Blutgefäßen im All, die Simulation von Atomstrukturen und die Kartierung von Bereichen des Gehirns bei ihrer Anpassung an Stresssituationen. Zudem wird in Zusammenarbeit mit der britischen Raumfahrtagentur ein umfangreiches Bildungsprogramm mit EDV-Programmierung, Fitnessprogrammen und Unterricht aus dem All aufgelegt, bei dem Peake als Lehrer fungiert und das Schüler und Studenten inspirieren und aktiv einbeziehen soll.

Peake, Kopra und Malentschenko haben nun einige Tage Zeit, um sich auf der Raumstation einzuleben und an ihre Arbeit in der Schwerelosigkeit zu gewöhnen, bevor sie mit ihrem Programm von 40 Wochenstunden zur Durchführung von Experimenten und der Instandhaltung der Station beginnen. Sie befinden sich in guter Gesellschaft: Scott Kelly und Mikhail Kornienko leben im Rahmen ihres Langzeitaufenthaltes zur Untersuchung, wie sich der menschliche Körper an längere Missionen anpasst, seit März und somit bereits seit über 300 Tagen an Bord der ISS.

Fotos (c): Titelbild ESA/NASA, sonst ESA–Stephane Corvaja, 2015