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Flugversuchsträger des DLR als Exponate auf der ILA 2014

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR gehört zu den größten institutionellen Ausstellern auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung ILA 2014. Mit seinen Präsentationen von Forschungsflugzeugen an der Flightline, den neuesten Forschungsergebnissen in der Luft- und Raumfahrt auf einem rund 700 Quadratmeter großen Messestand in Halle 4, im Space Pavilion und im ILA CareerCenter zeigt das DLR, wie am Wissen für Morgen gearbeitet wird. Die ILA 2014 findet vom 20. bis 25. Mai auf dem Berlin ExpoCenter Airport direkt neben dem künftigen Hauptstadtflughafen BER statt.

Nach Fly-by-Wire: Hubschrauber mit Fly-by-Light

Über den gesamten ILA Zeitraum werden der A320 ATRA und die EC 135 ACT/FHS auf der ILA vertreten sein. Beide Fluggeräte demonstrieren die Forschung in den Bereichen Aerodynamik, Flugsystemtechnik und Kabine für das Flugzeug und den Hubschrauber der Zukunft. Der Airbus A320-232 „D-ATRA“ ist das größte Mitglied der DLR-Forschungsflotte und seit Ende 2008 im Einsatz. ATRA (Advanced Technology Research Aircraft) ist eine moderne und flexible Flugver-suchsplattform, die nicht nur größenmäßig einen neuen Maßstab für fliegende Versuchsträger in der europäischen Luftfahrtforschung setzt.

Der „Fliegende Hubschrauber-Simulator“ ACT/FHS basiert auf einem Serienhubschrauber des Typs Eurocopter EC135, der für die Verwendung als Forschungs- und Versuchsgerät erheblich modifiziert wurde. Die mechanische Steuerung wurde zum Beispiel durch eine Fly-by-Wire-/Fly-by-Light-Steuerung (FBW/FBL) ersetzt. Statt Steuerstangen übertragen nun elektrische Kabel und Glasfaserleitungen die Steuerkommandos. Zudem ist geplant, dass weiter Forschungsflugzeuge auf ihrem Weg zu aktuellen Missionen in Berlin Station machen, um Forschungsarbeiten für einen zukünftigen ökoeffizienten Luftverkehr vorzustellen.

DLR-Missionen in Raumfahrthalle

Im gemeinsam von BDLI, ESA, BMWi und DLR organisierten Space Pavilion ist das DLR mit mehr als 20 Missionen und Projekten aus allen Bereichen der Raumfahrt vertreten. Drei dreidimensionale Geländemodelle zeigen die Wechselwirkung zwischen Atmosphäre und Klima sowie die Auswirkungen der Veränderungen auf den Menschen. Dies erfolgt am Beispiel von Satellitendaten der deutschen Radarmission Tandem-X. Bei der Erforschung unseres Sonnensystems stehen die europäische Mission Rosetta, deren Lander Philae, und die deutsch-japanische Hayabusa 2 Sonde mit dem MASCOT-Lander im Mittelpunkt. Der Auftrag beider Missionen ist die Erforschung der Ursprünge unseres Sonnensystems durch die Untersuchung von Kometen und Asteroiden.

Neben dem unmittelbar nach der ILA geplanten Start des nächsten deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst zur Internationalen Raumstation ISS wird auch über deren Nutzung sowie über Technologieentwicklungen für die Zukunft der Raumfahrt informiert. Dazu gehören neue Antriebskonzepte, neue Teststände für die zukünftige europäische Trägerrakete Ariane 5ME und der neue deutsche Technologieträger für Kommunikation, „Heinrich Hertz“.

Mit „TORO“ plant das DLR einen neuartigen Roboter zu zeigen. Die Gehmaschine ist für die Wissenschaftler kein einfacher Roboter, der bestimmte Aufgaben lernen und übernehmen soll, sondern ein Experimentierfeld für die gesamte notwendige Technik. Während andere Roboter sich vor allem in bekannter Umgebung geplant bewegen sollen, soll „TORO“ andere Talente entwickeln: Er soll sich vor allem selbst-ständig, flexibel und sicher in einer neuen, unbekannten Umgebung bewähren.

DLR-Forschung komplett im Überblick

In der Halle 4 gibt es die gesamte Bandbreite der Forschung des DLR zu sehen: von den Produktions- und Fertigungsprozessen mit neuen Materialien für die Flugzeuge der nächsten Generation am Beispiel von Leichtbaurobotern über neue Flugführunsgverfahren zur Erhöhung der Sicherheit bei schwierigen Anflügen über zukünftige Flugzeugkonzepte, wie den Blended Wing Body, bis hin zu Forschungsergebnissen der aktuellen Lärmforschung reicht das Angebot des DLR. Es wird auch gezeigt, wie Forschungsergebnisse aus der Luftfahrt Eingang finden in Anwendungen der Energieforschung, so am Beispiel der Untersuchung und effizienteren Auslegung von Windkraftanlagen.

„Fluide Logistik“: Teststation für 5.000 Koffer am Flughafen Frankfurt

Wer regelmäßig mit Koffer fliegt, kennt den Vorgang: Das Gepäckstück wird gewogen, erhält einen Aufkleber, der es eindeutig identifizierbar macht und entschwindet dann auf einem Förderband. Was danach passiert, bleibt für den Passagier verborgen.

Dennoch werden Logistik- oder Materialflussprozesse nicht nur am Frankfurter Flughafen immer anspruchsvoller. Einen neuen Weg geht die sogenannte "fluide Logistik".

Im Rahmen des Forschungsprojekts "fluid Sim – Simulation innovativer Fördertechnik" testet nun die FH Frankfurt die Möglichkeiten dieser Technologie gemeinsam mit der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, der benjamin Systems GmbH, der SimPlan AG sowie der Fraport AG.

"Fluide Logistik": Güter bewegen sich frei im Raum

Ziel der "fluiden Logistik" ist es, Transportwege vollautomatisch und ganz ohne Schienen oder baulich vorgegebene Vorrichtungen zu gestalten. Güter sollen frei im Raum bewegt werden können, egal ob im Verbund oder individuell. Gefördert wird das Projekt vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

"Die fluide Logistik ist eine hoch innovative, zukunftsträchtige Technologie", so Alexander Laukenmann, Leiter Unternehmensentwicklung, Umwelt und Nachhaltigkeit der Fraport AG. "Wir legen besonderen Wert darauf, solche innovativen Ansätze zu verfolgen und Forschungsprojekte durch unsere Mitwirkung zu unterstützen". Der Flughafen-Betreiber stellt neben seinem Know-how auch die Anwendungsdaten für die Simulation bereit.

Gepäckstücke verbleiben auf Parkflächen

Konkret simuliert wird die Technologie auf Basis der Gepäckförderanlage des Frankfurter Flughafens. "Aktuell wird ein früh abgegebener Koffer bis zur Verladung ins Flugzeug andauernd bewegt. Mit der fluiden Logistik würde er auf einer Fläche ‚geparkt‘ und nur im Bedarfsfall bewegt. Das spart Platz und Energie", zeigt Prof. Kai-Oliver Schocke, Professor für Produktionsmanagement und Logistik der FH Frankfurt, den möglichen Nutzen des Projekts auf.

Im Rahmen des Projekts testen die Wissenschaftler ab April 2014 im House of Logistics & Mobility (HOLM) nahe des Frankfurter Flughafens, ob die Algorithmen beispielsweise 5.000 Koffer gleichzeitig bewältigen können und welche Fläche dazu benötigt wird.

Nacht-Abflugstrecke Alternative zur Südumfliegung

Sollte das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde des Bundesaufsichtsamts für Flugsicherung (BAF) zurückweisen, würde das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs (VGH) Kassel vom 03. September 2013 zur Südumfliegung am Flughafen Frankfurt sofort rechtskräftig. Der VGH hatte die Südumfliegung für unzulässig erklärt und keine Revision gegen das Urteil zugelassen. Die Deutsche Flugsicherung hat heute die Fluglärmkommission Frankfurt über das weitere Vorgehen informiert. In diesem Fall würden bis zur Festlegung eines neuen Abflugverfahrens Interimsverfahren angewendet.

In der ersten Stufe dieser Interimsverfahren würde für voraussichtlich 90 Tage vorübergehend die Südumfliegung weiterhin genutzt. Dies ist auf der Basis einer Allgemeinverfügung gemäß Luftverkehrsordnung zulässig und sinnvoll, da sich zur Wahrung der Sicherheit Fluggesellschaften und Flugsicherung in einer angemessenen Übergangsfrist auf neue Verfahren einstellen müssen.

Ausweichen auf Nacht-Abflugstrecke

In einer zweiten Stufe würde anschließend die sogenannte Nacht-Abflugstrecke anstelle der Südumfliegung beflogen. Da diese nicht immer ausreichend Kapazität liefert, würden in Verkehrsspitzenzeiten und in Sondersituationen zusätzlich auch die Nordwestabflugstrecken genutzt. Auf Grundlage des Urteils des VGH würden dann in der dritten Stufe Verfahren erarbeitet und der Fluglärmkommission vorgestellt.

Nach Beratung und endgültiger Abwägung könnte das BAF die Verfahren festlegen und per Durchführungsverordnung veröffentlichen. Grundsätzlich strebt die DFS die Beibehaltung der Südumfliegung im Rahmen einer Neufestsetzung an und unterstützt daher die Nichtzulassungsbeschwerde des BAF und eine mögliche Revision beim Bundesverwaltungsgericht.

Luftfracht in Deutschland 2013 mit leichter Zunahme

Die auf deutschen Flughäfen empfangene oder versandte Luftfrachtmenge nahm 2013 um 0,4 Prozent auf 4,3 Millionen Tonnen zu.

Wie aus den Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, erhöhten sich die Einladungen dabei um 0,1 Prozent auf 2,3 Millionen Tonnen, die Ausladungen stiegen um 0,4 Prozent auf 2,0 Millionen Tonnen.

Damit kam es 2013 zu einer leichten Erholung: 2012 waren die Einladungen gegenüber dem Vorjahr noch um 1,7 Prozent und die Ausladungen um 2,8 Prozent gesunken. Leichte Zuwächse des Passagierverkehrs 2013 waren kürzlich bekannt gemacht worden.

Innterdeutsche Luftfracht weiter im Tiefflug

Die ins Ausland versandte oder von dort empfangene Luftfrachtmenge nahm um 0,5 Prozent auf 4,1 Millionen Tonnen zu. Die innerdeutsche Luftfrachtmenge ist 2013 dagegen erneut gesunken, und zwar um 2,3 Prozent nach einem Minus von 4,7 Prozent im Vorjahr. Die transportierte Menge von 217.000 Tonnen entsprach einem Anteil von 5,0 Prozent am gesamten Luftfrachtaufkommen.

29 Prozent des Auslandsverkehrs entfielen auf europäische Flughäfen: Hier gingen die Einladungen um 2,0 Prozent zurück, während die Ausladungen sich um 4,1 Prozent erhöhten. Umgekehrt war die Entwicklung im Interkontinentalverkehr, der 71 Prozent des Auslandsverkehrs umfasst: Die Einladungen nahmen hier um 1,2 Prozent zu, die Ausladungen sanken dagegen um 0,6 Prozent.

Der Jahresverlauf 2013 zeigte für den Luftfrachtumschlag im Vorjahresvergleich Zuwächse für das erste (0,6 Prozent), zweite (0,8 Prozent) und vierte Quartal (1,2 Prozent), während im dritten Quartal der Umschlag um 1,9 Prozent abnahm.

Luftfracht an Flughäfen1 in Deutschland 2013 in Zahlen

Ziel-/Herkunftsgebiet Einladungen Ausladungen
2013 2013 gegenüber 2012 2013 2013 gegenüber 2012
Tonnen
in Prozent Tonnen in Prozent
Beförderte Menge insgesamt2 2.304.671 0,1 2.023.604 0,4
Verkehr mit dem Ausland 2.196.359 0,2 1.917.631 0,8
davon
Europa 630.578 – 2,0 582.115 4,1
darunter        
Europäische Union 507.730 – 0,6 429.872 3,8
Interkontinentalverkehr 1.565.781 1,2 1.335.516 – 0,6
Asien 967.875 3,4 914.989 0,7
darunter
China (einschließlich Hongkong) 326.015 17,4 261.953 – 3,1
Vereinigte Arabische Emirate 152.735 0,0 162.260 5,0
Indien 73.175 1,3 120.110 6,4
Korea, Republik 71.633 5,0 73.840 – 4,3
Japan 65.111 – 3,1 62.351 0,5
Amerika 533.465 – 0,2 378.722 – 2,0
darunter
USA 397.078 – 0,1 292.641 – 4,2
Afrika 63.926 – 16,0 41.575 – 12,9
Australien/Ozeanien 515 – 72,4 230 – 70,5

 

1. Einschließlich Luftpost; ohne Durchgangsverkehr (2013: 102.612 Tonnen).

2. Einschließlich innerdeutscher Luftfrachtverkehr.

Jobmesse für die Luft- und Raumfahrt auf der AERO 2014

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In der High-Tech-Industrie "Luft- und Raumfahrt" arbeiten hoch qualifizierte Facharbeiter, Ingenieure und Wissenschaftler. Nachwuchskräfte und deren Aus- und Weiterbildung stellen einen wichtigen Aspekt für die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit dieser innovativen Industriebranche dar. Vor diesem Hintergrund lädt die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung ILA 2014 (20. – 25.5.) alle interessierten Schüler, Studenten, Absolventen und Young-Professionals in das ILA CareerCenter ein.

Das ILA CareerCenter ist die größte Jobbörse der Luft- und Raumfahrtindustrie in Deutschland.

Aufgrund der starken Nachfrage in den vergangenen Jahren wird diese erfolgreiche Veranstaltung bereits zum vierten Mal mit Messeständen, Konferenzen, Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops angeboten.

An zwei ILA-Tagen (23. und 24.05.) informieren Arbeitgeber aus der zivilen und militärischen Luft- und Raumfahrtindustrie über Berufsbilder und vielfältige Berufschancen, die diese Zukunftstechnologie bietet. Wie attraktiv gerade diese Branche eingestuft wird, belegen viele Spitzenplatzierungen bei aktuellen Umfragen.

Kontaktbörse zu Arbeitgebern in Wirtschaft und Wissenschaft

Interessierten jungen Menschen bietet das CareerCenter eine ideale Möglichkeit zur beruflichen Orientierung und zur Konkretisierung ihrer Interessen und Chancen. Der direkte Kontakt zu Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen gewährleistet einen faszinierenden Einblick in die vielseitige Berufswelt der Luft- und Raumfahrt.

Zu den über 50 erwarteten Ausstellern des ILA CareerCenters zählen auch Systemhäuser wie MBDA Deutschland und RUAG Schweiz, die Triebwerkshersteller MTU Aero Engines und Rolls-Royce Deutschland, Ausrüster wie Diehl Aerosystems, Liebherr Aerospace und Otto Fuchs, die Ingenieur-Dienstleister P3 Voith, Rücker und Matchtech. Auch wissenschaftliche Einrichtungen und Hochschulen wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Embry Riddle, Universität Stuttgart und die PFH-Private Hochschule Göttingen werden vertreten sein.

Kooperationspartner mit verschieden Angeboten

Das ILA CareerCenter hat in diesem Jahr weitere wichtige Kooperationspartner gewonnen. So wird etwa auch der Verein der Deutschen Ingenieure (VDI) an interessanten Podiumsdiskussionen zu aktuellen Themen, die in einem offenen Forum des CareerCenters stattfinden, beteiligt sein. Weiter Branchenpartner sind mit Jobwalls und CareerCentern vertreten.

Das Angebot des Hochschulforums umfasst ein kostenloses Bewerbungsfoto-Shooting für Studenten. Vor und nach der ILA werden gleichermaßen für Professionals und Berufseinsteiger online Jobangebote veröffentlicht.

3. Münchner Startbahn: Planfeststellungsbeschluss rechtmäßig

Das Bayerische Verwaltungsgericht hat die Rechtmäßigkeit des Planfeststellungsbeschlusses für die geplante dritte Start- und Landebahn bestätigt. Nach Auffassung der Richter entspricht der Planfeststellungsbeschluss der Regierung von Oberbayern den geltenden fachlichen und rechtlichen Anforderungen und ist demzufolge rechtmäßig. Luftverkehrswirtschaft ist erleichtert.

Die deutsche Luftverkehrswirtschaft ist erleichtert, dass durch das heutige Urteil zur dritten Startbahn am Münchner Flughafen die Entwicklungschancen für die Luftfahrt nicht versperrt wurden.

16 Klagen gegen Planfeststellungsbeschluss abgewiesen

Nach fünf Ortsterminen, 41 Verhandlungstagen und einer sehr intensiven Prüfung des rund 2.800 Seiten umfassenden Planfeststellungsbeschlusses der Regierung von Oberbayern hat das Gericht 16 Klagen gegen die behördliche Genehmigung des Projektes abgewiesen.

"Wir haben jetzt die Chance, den Flughafen München als leistungsstarkes internationales Luftverkehrsdrehkreuz weiterzuentwickeln. Dabei werden wir den Dialog mit der Region und den Betroffenen zu allen Fragen der Ausbauplanung jetzt natürlich fortsetzen, " sagt Dr. Michael Kerkloh, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen München GmbH (FMG).

Kapazitäten für kommende Zuwächse im Luftverkehr

"Wenn Deutschland in der Liga der großen Flughäfen weltweit weiter eine Rolle spielen will, brauchen wir dafür ausreichende Kapazitäten. Die dritte Bahn am Münchner Airport ist eine der zentralen Ausbaumaßnahmen für den Luftverkehrsstandort Deutschland. Deshalb ist es so wichtig, dass der Bayerische Verwaltungsgerichtshof die geplante Erweiterung nach intensiver Überprüfung bestätigt hat, " erklärt Klaus-Peter Siegloch, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL). "Das gibt uns die Chance, die für die kommenden Jahre erwarteten Zuwächse im Luftverkehr bewältigen zu können", so Siegloch.

"Das Urteil macht deutlich, dass unsere Planungen einschließlich der damit verbundenen umfangreichen Maßnahmen für den Schutz von Mensch und Natur einer minuziösen Überprüfung durch ein unabhängiges Gericht standhalten", fügte Kerkloh hinzu.

Passagierzahlen in Deutschland: Schwächster Zuwachs seit Langem

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Im Jahr 2013 starteten oder landeten insgesamt 180,7 Millionen Fluggäste auf deutschen Flughäfen. Dies war ein Anstieg um lediglich 1,2 Prozent gegenüber 2012. Abgesehen von einem krisenbedingten Rückgang im Jahr 2009 (- 4,5 Prozent), war dies sogar die niedrigste Zuwachsrate seit zehn Jahren.

Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, stieg der Auslandsverkehr bei einem Passagieraufkommen von 158,2 Millionen um 2,0 Prozent. Der Inlandsverkehr hingegen verzeichnete gegenüber 2012 einen Einbruch von 0,9 Millionen (- 3,7 Prozent) auf 22,6 Millionen Passagiere.

Seit 1990 hatte es nur 2009 (- 1,1 Millionen Fluggäste) und 2001 (- 1,2 Millionen Fluggäste) noch größere Rückgänge gegeben.

Unterschiede innerhalb der Regionen

Europäische Zielländer erreichten 2013 mit 122,3 Millionen Passagieren ein Plus von 2,3 Prozent. Ein überdurchschnittliches Wachstum gab es dabei unter anderem für Griechenland mit Plus 7,9 Prozent nach einem Einbruch im Jahr 2012 von minus 10,9 Prozent.

Der Interkontinentalverkehr nahm um 1,0 Prozent zu. Das größte Plus (+ 4,0 Prozent) erzielte Amerika, dessen wichtigstes Zielland, die Vereinigten Staaten, um 4,1 Prozent zulegte.

Asien erreichte ein Wachstum von 1,4 Prozent, was auf die hohen Zuwächse bei den Vereinigten Arabischen Emiraten zurückzuführen ist (+ 10,3 Prozent). Ohne dieses Land ist der Wert für Asien um 0,8 Prozent zurückgegangen.

Die Krise in Ägypten beeinflusste die Passagierzahlen für ganz Afrika: Das Land verlor mehr als ein Fünftel seines Aufkommens (- 22,3 Prozent). Für den gesamten Kontinent führte dies zu einem Rückgang der Passagierzahlen um 6,4 Prozent.

Flugreiseverkehr auf deutschen Flughäfen – Ein- und Ausstieg

Ziel-/Herkunftsgebiet 1.000 Passagiere Veränderung in Prozent
2013 2012
Insgesamt1 180.743 178.547 1,2
Deutschland 22.578 23.457 – 3,7
Ausland 158.165 155.089 2,0
Europa 122.276 119.542 2,3
darunter:
Spanien 22.867 21.909 4,4
Türkei 13.628 13.573 0,4
Vereinigtes Königreich 12.211 11.842 3,1
Italien 11.303 11.060 2,2
Frankreich 7.183 7.402 – 3,0
Österreich 6.535 6.552 – 0,3
Schweiz 5.903 6.062 – 2,6
Griechenland 4.361 4.040 7,9
Interkontinentalverkehr 35.889 35.547 1,0
Asien 15.232 15.022. 1,4
darunter:
Vereinigte Arabische Emirate 3.328 3.018 10,3
China (einschl Hongkong) 2.521 2.454 2,7
Japan 1.334 1.356 – 1,6
Indien 1.315 1.248 5,4
Israel 979 1.009 – 3,0
Thailand 821 922 – 11,0
Singapur 785 911 – 13,9
Amerika 14.993 14.415 4,0
darunter:
USA 10.331 9.929 4,1
Kanada 1.800 1.776 1,3
Brasilien 830 863 – 3,8
Afrika 5.636 6.019 – 6,4
darunter:
Ägypten 1.948 2.507 – 22,3
Tunesien 1.036 998 3,8
Südafrika 747 745 0,2
Australien/Ozeanien 28 91 – 69,8

1. Im innerdeutschen Verkehr werden Passagiere nur einmal gezählt.

Flughafen München erhält ACI-Zertifikat für CO2-Reduzierung

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Bereits zum vierten Mal in Folge erhält der Münchner Airport ein Zertifikat für seine erfolgreichen Bemühungen zur Verminderung von CO2-Emissionen. Bei der Initiative "Airport-Carbon-Accreditation", die vom europäischen Flughafendachverband ACI Europe ins Leben gerufen wurde, erreichte der Münchner Airport die zweithöchste von vier möglichen Bewertungsstufen.

Das Zertifikat wird an Flughäfen verliehen, die durch effektive und nachhaltig wirksame Schritte zur Verminderung der CO2-Emissionen beitragen und andere Partner am Flughafen – insbesondere die Luftverkehrsgesellschaften – in diese Bemühungen einbinden.

Der Airport hat nun das "Level 3" bei dieser Bewertung erreicht.

Umfassende Erhebung des CO2-Verbrauchs

Voraussetzung für die Auszeichnung ist eine umfassende CO2-Bilanz, die die Flughafen München GmbH (FMG) in Zusammenarbeit mit anderen am Campus engagierten Unternehmen erstellt hatte. Sie verdeutlicht das breite Spektrum der Maßnahmen zur CO2-Einsparung auf dem gesamten Flughafengelände – dazu zählen etwa die auf den Vorfeldern geplanten Anlagen zur Klimatisierung der Flugzeuge an den Abstellpositionen, mit denen der Betrieb der kerosingetriebenen Hilfsturbinen überflüssig gemacht werden soll.

Weitere wichtige Projekte sind die mit der Deutschen Flugsicherung eingeführten Maßnahmen für einen optimierten Flug- und Abfertigungsbetrieb sowie die Weiterentwicklung der emissionsabhängigen Landeentgelte, die Fluggesellschaften am Münchner Airport entrichten müssen.

Etappenziel bis 2020: Emissionen wie 2005

Das weitere Wachstum am Münchner Airport soll bis zum Jahr 2020 bezogen auf das Basisjahr 2005 CO2-neutral gestaltet werden. In diesem Zusammenhang gilt das Etappenziel, die CO2–Emissionen des Flughafens bis Ende 2014 um 44.000 Tonnen gegenüber dem Jahr 2005 zu reduzieren. Mit den bisher erreichten Ergebnissen bei der CO2-Verminderung liegt die FMG voll im Plan.

Fluglärmberechnung für Flughafen Zürich zur Einsichtnahme

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) wird in vier betroffenen Gemeinden rund um den Flughafen Zürich Unterlagen zur neu berechneten Fluglärmbelastung veröffentlichen. Diese sind noch Bestandteil des vorläufigen Betriebsreglementes des Flughafens Zürich. In seinem Entscheid vom März 2005 über das sogenannte vorläufige Betriebsreglement (vBR) hatte das BAZL die zulässigen Lärmimmissionen des Flughafens festgelegt. Aufgrund von Beschwerden ordnete das Bundesgericht im Dezember 2010 Änderungen am genehmigten Betriebsreglement an.

So wurde der Abdrehpunkt auf der Abflugroute in Richtung Westen um 300 Meter verschoben. Die daraus entstandenen Änderungen der Fluglärmbelastung wurden im Auftrag des BAZL neu berechnet.

Berechnung des Fluglärms mit kleinere Abweichungen

Da die EMPA dafür ein neues Fluglärmberechnungsmodell einsetzte, resultierten zusätzlich verschiedene kleineren Abweichungen zu den bisherigen Berechnungen. Diese Abweichungen betreffen Gebiete in wenigen Gemeinden rund um den Flughafen. In den Gemeinden Bachs, Kloten, Rümlang und Winkel sind dadurch einige Grundstücke in der Bauzone neu von Lärmbelastungen über den Grenzwerten betroffen. Für diese Gebiete hat die Flughafen Zürich AG beim BAZL Erleichterungen vom Lärmschutz beantragt.

Das BAZL legt die neue Lärmberechnung in den betroffenen Gemeinden öffentlich aus. Die Einsprachefrist läuft vom 24. Februar bis zum 25. März 2014. Vor seinem Entscheid holt das BAZL auch die Stellungnahmen der zuständigen Fachstellen des Kantons Zürich und des Bundes ein.

Schüler lernen Berufe in der Luftfahrt kennen

250 Schülerinnen und Schülern erhalten am 27. März 2014 einen Einblick in die spannende Welt der Luftfahrt bei der Lufthansa: Am bundesweiten Girls’ und Boys’ Day können Mädchen und Jungen ab der 5. Schulklasse Berufe kennenlernen, die eher als "typisch für das jeweils andere Geschlecht" gelten.

Die Veranstaltungen finden in Frankfurt, Hamburg, Köln, Bremen und im Lufthansa Training & Conference Center in Seeheim statt.

In Frankfurt erfahren die Schülerinnen und Schüler beispielsweise bei einer Besichtigung des Lufthansa Flight Training Center alles über die Ausbildung einer Pilotin. Praktische Übungen in den High-Tech-Werkstätten von Lufthansa Technik stehen in Hamburg auf dem Programm. Den faszinierenden Job eines Flugbegleiters erklären den Teilnehmern am Boys’ Day erfahrene Purser.

"Wir sind begeistert von der Idee des Girls’ und Boys’ Day. Oft sind es nämlich nur Stereotype über Berufsbilder, die junge Frauen und Männer davon abhalten, eine Laufbahn in einem vermeintlich typischen Beruf des anderen Geschlechts zu erwägen", sagt Christian Thomas, Leiter Personalpolitik bei Lufthansa.

Auch wenn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Girls’ und Boys’ Day noch ein paar Schuljahre vor sich haben – das Interesse des Konzerns kommt nicht von ungefähr: Auch 2014 werden mehr als 300 junge Menschen gesucht, die eine Ausbildung bei der Lufthansa Group starten. Anmelden können sich die Interessierten über das Karriereportal der Lufthansa.

Turkish Airlines startet ab Juni vom FMO nach Istanbul

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Turkish Airlines hat jetzt den Starttermin für die neuen Flüge vom Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) nach Istanbul bekannt gegeben. Ab 18. Juni 2014 starten die Flugzeuge von Turkish Airlines viermal wöchentlich in die türkische Metropole am Bosporus. Jeweils dienstags, mittwochs, freitags und samstags hebt der Flieger vom FMO um 15:05 Uhr ab. Die Rückflüge aus Istanbul finden an den gleichen Wochentagen jeweils um 11:45 Uhr statt. Die Flugzeit beträgt rund drei Stunden und zehn Minuten.

Zum Einsatz kommt eine moderne Boeing vom Typ 737-800 mit 165 Sitzplätzen in einer Zwei-Klassen-Konfiguration aus Business und Economy. Die Aufnahme des FMO in den Streckenplan war letzten November angekündigt worden.

Die Flugzeiten sind perfekt abgestimmt, um die von Istanbul bestehenden hervorragenden Weiterflugmöglichkeiten zu weltweit 243 Zielen in über 100 Ländern zu nutzen. Für Fluggäste ab Münster/Osnabrück ergeben sich dadurch besonders attraktive Umsteigeverbindungen in Richtung Asien, Afrika, Naher und Mittlerer Osten, zum indischen Subkontinent sowie innerhalb der Türkei.

Aktuell besteht die Flotte der Turkish Airlines aus 235 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von nur 6,5 Jahren. Bis 2020 sollen 140 neue Flugzeuge beschafft werden.

Aegean Airlines verbindent ab Sommer Köln Bonn mit Thessaloniki

Am Köln/Bonn startet eine neue Airline: Ab dem 03. Juni hebt die griechische Aegean Airlines zweimal wöchentlich vom Köln Bonn Airport nach Thessaloniki ab. Jeden Dienstag und jeden Freitag bringt ein Airbus A319 bis zu 144 Passagiere nach Griechenland. Die Maschine landet um 18:20 Uhr in Köln/Bonn, um 19:10 Uhr geht es dann zurück nach Thessaloniki, der zweitgrößten Stadt des Landes.

Die reine Flugzeit für die neue Route Köln/Bonn nach Thessaloniki beträgt etwas mehr als zweieinhalb Stunden. Oneway-Tickets soll es ab 33,26 Euro geben.

Aegean Airlines ist Mitglied im Luftfahrtbündnis Star Alliance. 2013 wurde die griechische Fluggesellschaft bei der weltweit größten Fluggast-Umfrage, den "World Airline Awards" der britischen Unternehmensberatung Skytrax, zum wiederholten Male als beste europäische Regionalfluggesellschaft ausgezeichnet.

Aegean Airlines verfügt derzeit über eine Flotte von rund 30 Flugzeugen, hauptsächlich aus der Airbus-Familie, vom Typ A319, A320 und A321.

EASA-Musterzulassung für EC175 und AW189 erteilt

Die europäische Flugaufsichtsbehörde EASA hat die Musterzulassung an AgustaWestland, ein Unternehmen der Finmeccanica Company, für die mittelgroße zweimotorige AW189 erteilt.

Die Zulassung erfolgte eine Woche nachdem auch Airbus Helicopters (ehemals Eurocopter) den EASA-Zulassungsprozess für den mittelgroßen zweimotorigen EC175 Hubschrauber abschloss.

Beide Hubschrauber genügen damit den höchsten und strengsten Sicherheitsanforderungen der EASA für Europa. 

Patrick Ky, EASA Executive Director der EASA, sagte: "Beide Zulassungen sind ein großer Fortschritt und auch ein wichtiger Meileinstein, da sie einen Schritt auf dem Weg zur Zulassung einer neuen Generation von europäischen Mehrzweck-Hubschraubern darstellen. Sie sind die Antwort auf eine steigende Marktnachfrage und ich bin sicher, dass sie auch unter sehr herausfordernden Bedingungen zuverlässig funktionieren werden."

Weitere Zusammenarbeit der EASA mit beiden Herstellern steht aber noch an, um die Gewährleistung der Sicherheitsstandards durch die neu zugelassenen Hubschrauber auch über die gesamte Lebenszeit der Maschinen hinweg sicherzustellen.

Cessna stürzte in Berg – Einflug in Wolkenuntergrenze

Das Flugzeug startete um 12:23 Uhr1 mit zwei Personen an Bord auf der Piste 31 in St. Johann (LOIJ) zu einem Flug nach Michelstadt (EDFO). Bei Kufstein wurde in 4.500 ft AMSL das Inntal erreicht und der Flug entlang des Tals in nördliche Richtung fortgesetzt. Die Aufzeichnung der Radarspur der Cessna endete um 12:41 Uhr nach einer Flugzeit von 18 Minuten westlich der Ortschaft Brannenburg.

Identifikation

  • Art des Ereignisses: Unfall
  • Datum: 02. Oktober 2009
  • Ort: Brannenburg
  • Luftfahrzeug: Flugzeug
  • Hersteller / Muster: Reims Aviation / Cessna F 172 N
  • Personenschaden: Pilot und Fluggast tödlich verletzt
  • Sachschaden: Luftfahrzeug zerstört
  • Drittschaden: Forstschaden

Sachverhalt

Weitere Ereignisse und Flugverlauf

Der Pilot und sein Fluggast waren seit dem 28. September in St. Johann und wollten zu Ihrem Heimatflugplatz zurückfliegen. Der Abflug erfolgte nach Westen über die Streckenführung "Elmau" südlich des Wilden Kaisers in Richtung Kufstein. Ab Kufstein hatte die Radaranlage München das Flugzeug als Primärziel erfasst.

Nachdem das Flugzeug nicht wie geplant am Zielflugplatz eintraf, wurde es als vermisst gemeldet. Ein Hubschrauber des Such- und Rettungsdienstes (SAR) ortete in der darauf folgenden Nacht das Signal eines Notsenders (ELT) im östlichen Hanggebiet des bewaldeten Sulzberges. Um 23:41 Uhr fanden Rettungskräfte das Wrack der Cessna in einer Höhe von ca. 3.500 ft zwischen Bäumen verkeilt im unwegsamen Gelände. Bei dem Aufprall wurden beide Insassen tödlich verletzt und das Luftfahrzeug zerstört. Abb. 2 zeigt Flugweg und Unfallstelle.

Angaben zu Personen

Der verantwortliche Luftfahrzeugführer war 70 Jahre alt und im Besitz eines Luftfahrerscheins für Privatpiloten PPL (A), erstmals ausgestellt am 22.06.1977. In die bis zum 18.05.2010 gültige ICAO-Lizenz war die Berechtigung als verantwortlicher Pilot (PIC) für einmotorige Flugzeuge mit Kolbentriebwerk (SEP land) eingetragen. Die Klassenberechtigung war bis zum 26.05.2011 gültig.

Weiterhin war er Inhaber eines Luftfahrerscheins für Segelflugzeugführer, erstmals ausgestellt am 18.05.2005. Die unbefristet gültige Lizenz enthielt die Berechtigungen für Segelflugzeuge, Segelflugzeuge mit Hilfsantrieb und Reisemotorsegler. Das Tauglichkeitszeugnis Klasse 2 war bis zum 28.05.2010 gültig. Es enthielt die Auflage eine korrigierende Sehhilfe zu tragen und eine entsprechende Ersatzbrille (VML) mitzuführen.

Aus einem an Bord mitgeführten persönlichen Flugbuch ging hervor, dass er seit dem 24.05.1989 338 Stunden geflogen war, davon 102 Stunden mit 125 Landungen auf dem Muster Cessna F 172. Das Flugbuch wies innerhalb der letzten 90 Tage 4:53 Stunden und sieben Landungen auf. Angaben zur Gesamtflugzeit lagen nicht vor.

Angaben zum Luftfahrzeug

Die im Jahr 1977 von Reims Aviation, Frankreich, in Lizenz gebaute Cessna F 172 N mit der Werknummer 1604, war ein einmotoriger viersitziger Hochdecker in Metallbauweise mit festem Fahrwerk. Das Flugzeug war mit dem 160 HP starken Lycoming-Triebwerk O-320 H2AD sowie mit zwei Langstreckentanks ausgerüstet. Diese hatten ein Fassungsvermögen von 204 Litern.

Das Flugzeug befand sich in privater Halterschaft und hatte eine Gesamtbetriebszeit von 4.780 Stunden. Seit der letzten Jahresnachprüfung am 28.08.2009 war es 23 Stunden geflogen worden. Der Schwerpunkt befand sich innerhalb der zulässigen Grenzen. Das aktuelle Fluggewicht lag mit 1.014 kg etwa 29 kg unter der Höchstabflugmasse. Die Abb. 1 zeigt die Cessna 172 N vor dem Abflug in St. Johann. Das Foto war privat vom Fluggast aufgenommen.

Meteorologische Informationen

Nach Auskunft des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war der verunfallte Luftfahrzeugführer kein Kunde des "Self-Briefing-System pc-met". Eine individuelle Wetterberatung sei am 02.10.2009 für das Kennzeichen des verunfallten Luftfahrzeuges nicht erfolgt. Der DWD gab an, dass am Unfalltag die Kaltfront eines über Russland liegenden Tiefdruckgebietes das Wetter über dem Alpenraum mit verbreiteter Stratusbewölkung bestimmte.

Die Wettermeldestellen im 537 m hoch gelegenen Chieming und im 424 m hohen Salzburg meldeten gegen 11:00 Uhr horizontale Sichtweiten am Boden von 10 km und mehr, während die Meldestelle auf dem 1.838 m hohen Wendelstein in Wolken lag und hier eine Sicht von 100 m herrschte.

Nach den vorliegenden weiteren Daten lag die Untergrenze der geschlossenen Bewölkung im Bereich des Flugweges oberhalb 3.600 ft AMSL. Darunter gab es Wolkenfetzen mit einem Bedeckungsgrad von bis zu vier Achteln in 2.700 bis 3.000 ft. Laut DWD lagen die höheren Berge zeitweise in Wolken.

Niedrigere Wolkenuntergrenzen am Alpenrand

Für den nördlichen Alpenrand waren zeitweise niedrigere Wolkenuntergrenzen als für die Alpentäler angegeben. Abb. 3 zeigt die Wettersituation im Inntal, bei Kufstein (oben) und ca. sechs Minuten vor dem Unfall (unten). Der Grad der Bedeckung lag im Nordstau der Alpen über vier Achtel.

Die Wetterbedingungen während des Fluges wurden durch eine Reihe von Digitalfotos dokumentiert, die der Fluggast vom rechten Sitz aus aufgenommen hatte. Auf den Bildern ist zu erkennen, dass die Basis der Bewölkung im Bereich zwischen Elmau und Oberaudorf bei einem Bedeckungsgrad von sechs Achtel in 2.000 ft über der Talsohle lag.

Vereinzelt traten Stratusfetzen entlang der bewaldeten Berghänge auch in geringerer Höhe auf. Alle höheren Berggipfel lagen in Wolken. Im Nordstau der Alpen war in Richtung des Innverlaufs eine weiter absinkende Basis erkennbar.

Funkverkehr

Beim Abflug in St. Johann bestand eine Funkverbindung zur dortigen Flugleitung. Der Funkverkehr wurde nicht aufgezeichnet.

Flugdatenaufzeichnung

Der Transponder der Cessna war auf dem Flug ausgeschaltet. Die Aufzeichnung einer Sekundärradarspur war dadurch nicht möglich. Der letzte Teil des Flugweges konnte jedoch ab Erfassung durch die Münchner Radarantenne als Primärspur aufgezeichnet werden.

Die Flugspur zeigt, dass die Cessna von Süden kommend das Inntal nach Passieren der Landesgrenze im Bereich der Ortschaft Brannenburg in Richtung 315 Grad nach Nordwesten verlassen hatte. Der Steuerkurs wurde bis zum Aufprall beibehalten.

Unfallstelle und Feststellungen am Luftfahrzeug

Die 25 Meter lange und 12 Meter breite Unfallstelle war rund 1.200 Meter westlich der Ortschaft Brannenburg. Sie befand sich an einem bewaldeten, rund 45 Grad geneigten Hang ca. 35 Meter unterhalb der Spitze des 1.117 Meter hohen Sulzberg. Die Baumwipfel waren auf einer Länge von zwei Metern mit der Ausrichtung 265 Grad gekappt. Dünnere Bäume und Äste wurden durchtrennt vorgefunden.

Der Rumpf wurde aufgerissen und gestaucht. Er war einen Meter hinter dem Gepäckraum abgeknickt und verdreht. Das Leitwerk war abgeknickt. Der Motorträger war auf der rechten Seite eingeknickt und links abgerissen. Ein Propellerblatt war nach hinten und die Kurbelwelle nach rechts verbogen.

Die gesamte rechte Tragfläche einschließlich der Strebe war vom Rumpf abgetrennt und über die gesamte Länge gestaucht. Die linke Tragfläche war 1,90 m vom Rumpf abgetrennt und verformt. Die Flächentanks waren aufgerissen und enthielten bis auf eine Restmenge von fünf Litern keinen Kraftstoff.

Einzelteile von Rumpf, Tragflächen und Leitwerk waren über die gesamte Unfallstelle verstreut und hingen teilweise im Geäst der Bäume. Alle Teile des Flugzeuges wurden an der Unfallstelle vollzählig vorgefunden. Hauptschalter, Positionslichter, Zusammenstoßwarnleuchte, Generator und Sicherungen wurden eingeschaltet vorgefunden. Ein Funkgerät war eingeschaltet und auf die Frequenz des Abflugortes St. Johann gerastet. Abb. 4 und 5 zeigen die Unfallstelle und ausgelegte Cessna mit Eindellungen an linker Tragfläche und Strebe.

Die übrigen Funk- und Navigationsgeräte sowie der Transponder Mode S waren nicht eingeschaltet. Der Leistungshebel stand auf "voll reich", die Zündung auf "beide", die Vergaservorwärmung auf "kalt" und der Drehzahlmesser auf 2.550 Umdrehungen pro Minute.

Kein Hinweis auf technische Mängel

Der Höhenmesser zeigte 3.150 ft, das Variometer 50 ft Steigen und der Kurskreisel 300 Grad an. Der Wendezeiger bildete eine Drehung links und der Künstliche Horizont einen Steigflug links mit ca. 60 Grad Schräglage ab. Die Landeklappen befanden sich in eingefahrener Position. Der Autopilot war nicht aktiviert. Hinweise auf technische Mängel an Triebwerk und Steuerung ergaben sich bei der Untersuchung nicht.

Es wurde eine ICAO-Karte gefunden, auf der eine gerade Kurslinie zwischen St. Johann und der Ortschaft Peiss, südöstlich von München, eingezeichnet war. Das Segelfluggelände Brannenburg am Nordrand der Alpen lag auf dieser Linie. Es wurde ferner ein Ausdruck mit einer Internet-Wettervorhersage gefunden, die den Zeitraum vom 28.09.13 bis zum 02.10.13 umfasste. Aktuelle Wettervorhersagen und andere schriftliche Aufzeichnungen oder Flugvorbereitungsunterlagen wurden nicht gefunden.

An der Unfallstelle befand sich eine Digitalkamera, welche Aufnahmen enthielt, die vor dem Flug und während des Fluges durch den Fluggast vom rechten Sitz aus gemacht wurden. Die Aufnahmen dokumentieren die Wetterbedingungen beim Abflug in St. Johann und während des Fluges. Ferner stellt ein Foto die Situation im Cockpit hinsichtlich der Steuerführung der Cessna dar. Auf dem Foto umfasst der Luftfahrzeugführer das Steuerhorn mit beiden zu Fäusten geballten Händen.

Medizinische und pathologische Angaben

Die tödlich verletzten Insassen wurden obduziert. Nach den Diagnosen verstarben beide Insassen infolge schwerer Polytraumata. Außer den festgestellten Verletzungen ergab die Sektion des Flugzeugführers Hinweise auf altersbedingte Veränderungen an Blutgefäßen und inneren Organen, die seit Längerem schon auf eine Herzmuskelschwäche hindeuteten.

Diese Befunde waren nach Ansicht der Rechtsmedizin geeignet, Führungsabläufe am Steuer eines Flugzeugs zu beeinflussen. Alkoholbestimmungen aus Oberschenkelvenenblut und Urin ergaben beim Piloten Werte von 0,00 Promille. Beim Fluggast wiesen die Alkoholproben Mittelwerte von 2,30 bzw. 2,95 Promille auf.

Nach Einschätzung der medizinischen Gutachter lag somit eine Blutalkoholkonzentration vor, die Einfluss auf das Geschehen an Bord gehabt haben könnte. Die Ergebnisse durchgeführter Kohlenmonoxid-Untersuchungen an beiden Insassen waren negativ.

Überlebensaspekte

Aufgrund der hohen Aufprallenergie war der Unfall für beide Insassen nicht überlebbar.

Brand

Es entstand kein Brand.

Zusätzliche Informationen

Die Besatzung der Cessna F 172 N war am 28.09.2009 in zwei Stunden und zehn Minuten von Michelstadt (EDFO) nach Kufstein (LOIK) geflogen. Die Landung am Zielort erfolgte um 11:50 UTC. Um 14:00 Uhr des gleichen Tages wurde der Flug nach St. Johann fortgesetzt. Die Cessna landete dort nach einer Flugzeit von 50 Minuten um 15:20 UTC. Die beiden Flugplätze liegen ca. 25 Kilometer voneinander entfernt.

Gegenüber dem Betriebsleiter von St. Johann gab der Luftfahrzeugführer an, den Flugplatz nicht direkt gefunden zu haben, da er lange Zeit nicht im Gebirge geflogen sei. Vom 28.09.13 bis zum 02.10.2013 war die Cessna in St. Johann abgestellt, weitere Flüge fanden nicht statt. Vor dem Abflug wurde die Cessna in St. Johann mit 83 Liter Avgas vollgetankt.

Beurteilung

Der verantwortliche Luftfahrzeugführer hatte alle vorgeschriebenen Erlaubnisse und Berechtigungen, um den Flug durchzuführen. Mit mindestens 338 Flugstunden auf Flugzeugen galt er als erfahrener Pilot. Eine ausreichende Flugerfahrung auf der Cessna 172 war mit über 100 Stunden Flugzeit ebenfalls gegeben.

Allerdings verfügte der Luftfahrzeugführer nach seinen eigenen Angaben über keine aktuelle Flugerfahrung im Gebirge. Das Luftfahrzeug war ordnungsgemäß zum Verkehr zugelassen und nachgeprüft.

Die vorliegenden Fakten sprechen für folgenden Ablauf des Unfallgeschehens: Nach dem Start verließ die Cessna St. Johann an der Südflanke des Gebirgsmassives "Wilder Kaiser" in westliche Richtung. Mit Erreichen des Inntals erfolgte eine Kursänderung nach Norden innerhalb des Inntals.

Die vom Fluggast erstellten Digitalfotos zeigen, dass die Flugsicht im Inntal mehrere Kilometer betragen hatte und die Gipfel sowie die beidseitigen Hanglagen in Wolken gehüllt waren.

Nach Passieren der Grenze zu Deutschland, nördlich von Kufstein im Bereich der Ortschaft Brannenburg, erfolgte eine Kursänderung nach links mit einem Steuerkurs von ca. 315 Grad. Dieser Flugweg und die Unfallstelle sind in Abb. 6 und 7 eingezeichnet. Der Kurs entsprach genau dem Eintrag der Kurslinie in der ICAO-Karte, die am Unfallort gefunden wurde.

Nördlich von Brannenburg beginnt das Alpenvorland mit einem signifikant niedrigeren Relief. Es ist davon auszugehen, dass der Luftfahrzeugführer mit Einleiten der Kursänderung im Glauben war, den Alpenraum verlassen und nunmehr ein deutlich niedrigeres Terrain vor sich zu haben.

Der vorausliegende 1.117 m hohe Sulzberg, an dessen Ostflanke die Cessna nur ca. eine Minute nach der Kursänderung aufschlug, wurde dabei entweder nicht beachtet oder der Pilot wähnte das höhere Gelände links bzw. südlich des geflogenen Kurses.

Es ist davon auszugehen dass der Bereich der Absturzstelle in Wolken lag. Warum der Luftfahrzeugführer in den letzten Sekunden vor dem Unfall eine Linkskurve einleitete, kann nicht zu 100 Prozent nachvollzogen werden.

Die vom DWD vorhergesagte und durch die letzte Aufnahme des Fluggastes dokumentierte abgesunkene Wolkenbasis im Nordstau der Alpen, könnte ein Einfliegen der Cessna in die Wolken ggf. im Zuge einer Reduzierung der Flughöhe bzw. einer Ausweichbewegung von Wolken (-fetzen) nach links zur Folge gehabt haben.

Die Frage, inwieweit die gesundheitliche Disposition des Luftfahrzeugführers die Entscheidungsfindung in der letzten Flugphase beeinflusst haben könnte, lässt sich nicht zweifelsfrei beantworten.

Ob der alkoholisierte Fluggast die Entscheidungsfindung des Flugzeugführers zum Flugverlauf in der letzten Phase vor der Kollision mit dem Terrain direkt oder indirekt mit beeinflusst haben könnte, muss ebenfalls offenbleiben.

Schlussfolgerungen

Der Unfall ist darauf zurückzuführen, dass der Flugzeugführer die Reiseflughöhe bei einer absinkenden Wolkenuntergrenze nicht ausreichend bzw. nicht rechtszeitig reduzierte und nach Einflug in Wolken mit dem Gelände kollidierte.

Neben den marginalen Wetterbedingungen im Alpenraum und insbesondere im Nordstau der Alpen sind als beitragende Faktoren für den Unfall eine mutmaßlich mangelhafte Flugvorbereitung und Wetterberatung anzunehmen. Hinzu kommen die fehlende Ortskenntnis und eine geringe Flugerfahrung im Hochgebirge.

1. Alle angegebenen Zeiten, soweit nicht anders bezeichnet, entsprechen Ortszeit.

Quelle und Bilder: BFU / Google EarthTM

Flughafen Zürich im Januar: Mehr Passagiere bei weniger Flügen

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Im Januar 2014 sind 1.713.394 Passagiere über den Flughafen Zürich geflogen. Dies entspricht einem Plus von 0,6 Prozent gegenüber derselben Periode des Vorjahres. Die Anzahl Lokalpassagiere stieg im Januar um 5,7 Prozent auf 1.129.048. Der Transferanteil lag bei 33,7 Prozent (-3,3 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr); Die Zahl der Umsteigepassagiere sank um 8,3 Prozent auf 575.410.

Mit 20.512 Flugbewegungen reduzierte sich im Januar 2014 die Anzahl um 2,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die durchschnittliche Anzahl Passagiere pro Flug lag mit 99 Fluggästen 3,8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Sitzplatzauslastung ist im Januar um 1,2 Prozentpunkte auf 68,3 Prozent gestiegen.

Im Januar wurden 31.371 Tonnen Fracht am Flughafen Zürich abgewickelt. Dies entspricht einem Plus von 0,6 Prozent gegenüber Januar des Vorjahres.

Lokalpassagiere sind Passagiere, deren Ausgang- oder Endpunkt ihrer Reise Zürich ist, Umsteigepassagiere/Transferpassagiere sind solche, die am Flughafen Zürich umsteigen. Transitpassagiere: Passagiere, die einen Zwischenstopp in Zürich einlegen. aber im selben Flugzeug weiterfliegen.

Präzedenzfall Airline-Ausflaggen in Irland: VC warnt wegen AOC

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Norwegian Air International (NAI) plant die Aufnahme von Streckenverbindungen zwischen Europa, Thailand und den USA. Durch die Betriebsgenehmigung (AOC) der irischen Luftfahrtbehörde IAA wird laut Vereinigung Cockpit (VC) ein schädlicher Präzedenzfall geschaffen, denn er ermögliche es Luftfahrtunternehmen die niedrigsten Standards verschiedener Länder zu kombinieren.

Dabei können örtliche, strengere Regularien sowie Steuer- und Sozialgesetze umgangen werden. Die hohe Komplexität der Unternehmensstruktur der NAI, die ein Tochterunternehmen der Luftfahrtgesellschaft Norwegian Air Shuttle ist, wirft auch Fragen über Sicherheitsaspekte des Flugbetriebes auf.

Bilderbuchbeispiel für Ausflaggen – "Sozial-Dumping"

Ilja Schulz von der VC: "Die Entscheidung der irischen Luftfahrtbehörde wird ernsthafte Sicherheits- und Sozialauswirkungen nach sich ziehen. Wettbewerb in der Luftfahrt ist willkommen, aber das Geschäftsmodell von Norwegian ist ein Bilderbuchbeispiel für das Ausflaggen. Es geht bei diesem Geschäftsmodell um die Eröffnung der Möglichkeit, Sozial-Dumping zu betreiben und somit Sozialstandards zu untergraben." Dieser Versuch verstoße damit gegen das EU-US Transportabkommen, welches soetwas gerade verhindern solle und explizite Vorkehrungen dafür vorsehe.

"Wir fordern deshalb die EU Kommission auf solche Praktiken zu unterbinden und auf Einhaltung des Transportabkommens zu bestehen. Wir fordern weiterhin auch das amerikanische Transportministerium auf Norwegian Air International die Genehmigung für Flüge in die USA zu verweigern.", so Ilja Schulz.

Piloten: Leben in Europa, Zeitarbeitsvertrag in Asien

Unter Nutzung des irischen AOC möchte die Airline Langstreckenflüge als irische Fluggesellschaft durchführen, ohne je irischen Boden zu berühren, dabei aber trotzdem von den irischen Steuergesetzen profitieren. Die Piloten sollen mit Zeitverträgen in Singapur eingestellt und in Bangkok (Thailand) stationiert werden, während sie de facto in Europa leben können, wo sie weder Steuern noch Sozialabgaben zahlen.

Sprecher Jörg Handwerg: "Die Passagiersicherheit muss an erster Stelle stehen und wir haben größte Bedenken, dass die irischen Behörden eine angemessene Aufsicht über die Sicherheit des Unternehmens gewährleisten können. Die Firmenkonstruktion von NAI erinnert an einen fatalen Unfall in Cork, bei dem eine ähnliche Konstruktion zum Unfall beigetragen hat. Das Beschäftigungsmodell – mit Zeitarbeitsverträgen in Asien – ist für eine offene Meldekultur, welche ein elementarer Bestandteil einer jeden Sicherheitskultur ist, äußerst schädlich. Die Gesetzgeber und Behörden auf beiden Seiten des Atlantiks sollten genau überlegen, welche potentiellen Auswirkungen ihre Entscheidungen auf die Sicherheit der Passagiere und die Arbeits- sowie Sozialsystem in unseren Ländern haben."

Laser-Sensor LiQuaRD für Satelliten-Einfang testet an ISS

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Der Erdorbit ist nur vermeintlich groß und weit. In Wirklichkeit ist er ziemlich voll. Tausende Satelliten ziehen ihre Bahnen um die Erde, mit steigender Tendenz. Sind sie defekt, verbleiben sie funktionslos im All bis sie verglühen oder auf dem sogenannten Friedhofsorbit geparkt werden. An Lösungen, um solche Satelliten aus den überfüllten Umlaufbahnen zu bergen, fehlt es bislang.

Die Deutsche Orbitale Servicing Mission (DEOS) soll hier Abhilfe schaffen. Das Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) will mittels der DEOS-Mission beweisen, dass unkontrollierbare Satelliten sicher angeflogen und eingefangen werden können. LIDAR steht für Light Detecting and Ranging, und wird beispielsweise auch in der Luftfahrtforschung angewandt, um vorausliegende Luftströmungen zu erfassen.

Erste Laser-basierte Dockingsysteme erfolgreich

Um sich einem defekten Satelliten zu nähern, braucht man jedoch zuverlässige Sensorik. Im Projekt LiQuaRD (3D-LIDAR Pre-Qualifikation für Rendezvous und Docking) wurde ein LIDAR-Sensor entwickelt, der das Potenzial hat, anspruchsvolle Rendezvous- und sogar bildgebende Aufgaben im Orbit zu übernehmen.

Das LIDAR-System soll als Sensor in DEOS eingesetzt werden. Dieser Sensor der neuesten Generation wird erstmals bei dem ISS-Versorgungsflug des europäischen Raumfrachters "ATV-5 George Lemaître" als Experiment zum Einsatz kommen – ein Meilenstein für deutsche Technologie in zukünftigen Raumfahrtmissionen insbesondere für die DEOS-Mission.

Steuerlos taumeln defekte Satelliten auf ihren Bahnen im erdnahen Weltraum. Damit sich der DEOS-Reparatursatellit problemlos auch diesen unkontrollierbaren Objekten nähern kann, muss er mit solchen leistungsfähigen Sensoren ausgestattet werden. Zwar waren bisher bereits 19 dieser laserbasierten Systeme (RVS – Rendezvous- und Dockingsensor der Jena-Optronik) im All erfolgreich. Für die DEOS-Mission müssen diese Rendezvous- und Docking-Sensoren allerdings weiterentwickelt werden, damit auch unkontrollierbare Ziele erfasst werden können.

LiQuaRD – Flexibler Sensor erfasst Satelliten auf 1.000 Meter

Die in LiQuaRD entwickelten Bauteile bilden einen wesentlichen Teil des 3D-LIDAR-Sensors, der seinen Erstflug als Experiment im Zuge des fünften und letzten Flugs des europäischen Raumfrachters ATV-5 zur Internationalen Raumstation ISS antritt. Das DLR Raumfahrtmanagement hat die deutsche Firma Jena-Optronik im Rahmen des LiQuaRD-Projektes beauftragt, einen Laser-Sensor der neuesten Generation für die DEOS-Mission zu entwickeln.

Dafür wurde in Jena ein scannender 3D-LIDAR-Sensor aufgebaut, der im DEOS-Szenario einen taumelnden Zielsatelliten auf einer Entfernung von über 1.000 Metern erfassen und 3D-Daten für einen automatischen Annährungsvorgang zur Verfügung stellen soll. Der neue hochgenaue 3D-LIDAR ist kleiner und leichter als alle bisher gebauten Laser-Sensoren. Zudem kann er auf größere Entfernung und durch eine adaptive Gesichtsfeldanpassung auch flexibler eingesetzt werden. Er bestimmt die Entfernung zu einem Ziel, indem er die Lichtlaufzeit misst und dreidimensional erfasst.

Laser-Sensor für DEOS bei ATV-5-Flug zur ISS qualifiziert

Der Einsatz auf dem ATV-5 ist ein wichtiger Meilenstein, um den Sensor wie geplant auf der DEOS-Mission einsetzen zu können. Der Flug dient als Qualifikationsschritt, der wesentlichen Bauteile überprüft. Der Test zeigt aber auch, dass der LIDAR bei einem zukünftigen internationalen Einsatz und bei kommerziellen Raumflügen zum Einsatz kommen kann. Der Sensor wird zudem während des Anflugs zudem 3D-Bilder der Internationalen Raumstation aufnehmen.

"Das LiQuaRD-System ist deutsche High-Tech aus Thüringen. Durch den Mitflug auf ATV-5 demonstriert der Sensor erfolgreiches Andocken an die ISS. Damit ist er für zukünftige Missionen qualifiziert und wir gehen den nächsten Schritt. Dieser wird der Einsatz auf der großen deutschen Robotik-Mission DEOS sein", betont Dr. Gerd Gruppe, DLR-Vorstand zuständig für das Raumfahrtmanagement.

Karl Ulrich Garnadt folgt Stefan Lauer in Fraport-Aufsichtsrat

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Nachdem Stefan Lauer zum Ende des Jahres 2013 sein Mandat für den Aufsichtsrat der Fraport AG niedergelegt hatte, steht mit Karl Ulrich Garnadt nun der Nachfolger fest. Das zuständige Registergericht der Stadt Frankfurt am Main hat den Vorstandsvorsitzenden der Lufthansa Cargo AG mit sofortiger Wirkung in das Kontrollgremium bestellt.

Die vorläufige gerichtliche Bestellung Garnadts wurde nach Vorberatungen im Nominierungsausschuss und im Aufsichtsrat auf Grundlage der Zustimmung der Mehrheitseigentümer der Fraport AG, des Landes Hessen und der Stadt Frankfurt, durch die Flughafenbetreiber-Gesellschaft beantragt. Sie gilt zunächst bis zur Fraport-Hauptversammlung am 30. Mai 2014. Dort entscheiden die Aktionäre über einen dauerhaften Sitz des Lufthansa-Managers im Fraport-Aufsichtsrat.

Karl Ulrich Garnadt ist seit Januar 2011 Vorstandsvorsitzender der Lufthansa Cargo AG. Zuvor war der gelernte Luftverkehrskaufmann Mitglied des Vorstands der Lufthansa Passage Airlines und verantwortlich für das Ressort Hub-Management und Passagier-Service.

Fraport-Aufsichtsratsvorsitzender Karlheinz Weimar dankte Stefan Lauer für die geleistete Arbeit und begrüßte Karl Ulrich Garnadt herzlich in seiner neuen Funktion: "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Herrn Garnadt, der langjährige Erfahrung in der Luftfahrt mitbringt. Durch seine Tätigkeiten im Lufthansa-Passagevorstand sowie aktuell im Bereich Luftfracht ist er eine Bereicherung für unser Gremium."

Vienna Airport: 2,3 Prozent mehr Passagiere, 9,9 Prozent mehr Fracht

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Im Januar 2014 stieg Die Zahl der abgefertigten Passagiere im Vergleich zum Januar 2013 um 2,3 Prozent, auf insgesamt 1.406.351 Fluggäste. Die Flugbewegungen verzeichneten ein Minus von 1,3 Prozent, das Höchstabfluggewicht (Maximum Take Off Weight) stieg um 1,5 Prozent und das Frachtaufkommen stieg um 9,9 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Die Anzahl der Lokalpassagiere nahm im Januar 2014 um 6,1 Prozent gegenüber dem Januar 2013 zu. Bei den Transferpassagieren verzeichnete der Flughafen Wien im selben Zeitraum einen Rückgang von 5,4 Prozent.

Die Anzahl der Passagiere nach Westeuropa stieg im Januar 2014 um 2,1 Prozent. Osteuropa verzeichnete bei den Passagierzahlen ein Minus von 2,7 Prozent. Der Nahe und Mittlere Osten verzeichnete im Januar 2014 einen Passagierzuwachs von 3,0 Prozent und in den Fernen Osten stieg die Anzahl der Passagiere um 8,9 Prozent. Stark zugenommen hat das Passagieraufkommen nach Nordamerika mit einem Plus von 34,8 Prozent im Vergleich zum Januar 2013.

Position Januar 2014 Veränderung in Prozent
Passagiere 1.406.351 +2,3
Lokalpassagiere 971.974 +6,1
Transferpassagiere 432.274 -5,4
Maximum Take Off Weight (in Tonnen) 583.682 +1,5
Flugbewegungen (an + ab) 16.916 -1,3
Cargo in Tonnen (Luftfracht und Trucking) 19.725 +9,9

 

Türkei erhält erste Boeing Peace Eagle

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Die Streitkräfte der Türkei erhalten Verstärkung durch die Lieferung des ersten Flugzeugs aus dem Programm Peace Eagle Airborne Early Warning and Control (EAW&C) von Beoing. Die Turkish Air Force (TAF) erhält damit eine moderne luftgestützte Überwachungs- und Einsatzleitungkapazität, mit der gleichzeitig Ziele zu Wasser und zu Luft verfolgt werden können.

Nach Australien und Südkorea kommt nun auch die Türkei in den Kreis der Betreiber von AEW&C-Plattformen. Mark Ellis, Programmmanager für Peace Eagle bei Boeing, bezeichnete es als Beispiel für die hervorragende Kooperation zwischen der Türkischen Regierung und Boeings türkischen Industriepartnern, wie Turkish Aerospace Industries, HAVELSAN, Turkish Airlines und MiKES. Dazu können die Flugzeuge sofort eingesetzt werden, da das Training für die Mission Operators, die Instandhaltungsteams und Piloten bereits abgeschlossen sind.

Boeing lieferte das erste von insgesamt vier AEW&C-Flugzeugen für die Türkei an die Konya Air Base, den Heimatstützpunkt der Flotte. Die AEW&C basiert auf der B737-700, einem der weltweit häufigsten kommerziellen Flugzeuge. 2014 werden noch zwei weitere Maschinen geliefert, die vierte dann nächstes Jahr. Das AEW&C-Programm umfasst neben dem Flugzeug selbst noch Unterhaltssegmente am Boden für das Missionstraining der Crews sowie für Instandhaltung.

Airbus Group kauft Salzburg München Bank für Unternehmensbank

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Die Airbus Group hat eine Kaufvereinbarung mit dem Raiffeisenverband Salzburg geschlossen. Mit dem Erwerb der Salzburg München Bank AG möchte sich das Unternehmen zusätzliche Finanzierungsoptionen erschließen.

Die Salzburg München Bank mit Sitz in München ist ein kleines Kreditinstitut mit Vollbanklizenz. Sie steht zu 100 Prozent im Besitz dass Raiffeisenverbands Salzburg und betreut kleine und mittlere Unternehmen sowie Privatkunden.

Keine unmittelbaren Auswirkungen für Bankkunden

Nach Abschluss der Transaktion soll die Salzburg München Bank in Airbus Group Bank umbenannt und schrittweise zu einem Anbieter für Finanzierungslösungen zur Unterstützung der Konzerngeschäfte werden. Der Vorgang wird keine unmittelbaren Auswirkungen auf bestehende Kunden und Geschäfte der Salzburg München Bank haben.

"Durch den Kauf der Salzburg München Bank schaffen wir eine gute Plattform für den Start unseres Projekts zur Gründung einer Unternehmensbank", sagte Harald Wilhelm, Chief Financial Officer der Airbus Group. "So wird der gesamte Konzern in den kommenden Jahren von einer höheren Flexibilität bei Finanzierungslösungen profitieren können."

Abschluss noch 2014 geplant – Genehmigung noch offen

Die Transaktion erfolgt vorbehaltlich der Zustimmung der Aufsichtsbehörden, dazu gehören die Prüfung gemäß der Inhaberkontrollverordnung durch die Bundessanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und die Prüfung durch das Bundeskartellamt.

Vorbehaltlich aller erforderlichen Zustimmungen durch die Aufsichtsbehörden will die Airbus Group die Transaktion zum frühestmöglichen Termin im Jahr 2014 abschließen.

A330-200-Flugzeuge für Aerolíneas Argentinas

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Aerolíneas Argentinas hat mit Airbus einen Vertrag über den Kauf von vier Airbus A330-200-Flugzeugen zur Modernisierung und Konsolidierung ihrer Großraumflotte unterzeichnet. Die nationale Fluggesellschaft Argentiniens wird die neuen Maschinen auf Mittel- und Langstrecken von ihrer Verkehrsdrehscheibe in Buenos Aires zu Zielen in ganz Lateinamerika, Europa und in den USA einsetzen.

Die Airline wird ihre Entscheidung über den Triebwerkstyp zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben. Die Airline betreibt derzeit acht A340-300-, vier A340-200- und vier A330-Flugzeuge. "Unser Ziel ist es, unseren Kunden den bestmöglichen Service zu bieten. Daher haben wir uns entschieden, unsere Flotte mit weiteren vier A330-200-Flugzeugen zu verstärken," sagte Mariano Recalde, President von Aerolíneas Argentinas.

A330 immernoch wettbewerbsstark

"Diese Großraumflugzeuge bieten neueste Innovationen, ein modernes Kabinendesign und On-Board-Entertainment. Zugleich ermöglichen sie uns einen wesentlich wirtschaftlicheren und effizienteren Flottenbetrieb. Wir sind sehr stolz auf diese Entscheidung, die unsere Beziehung zu Airbus weiter festigen wird." so Recalde.

"Wir gratulieren Aerolíneas Argentinas zur Modernisierung ihrer Flotte mit der erfolgreichen A330-Familie. Diese außergewöhnlichen Flugzeuge gehören zum erfolgreichen Programm von Großraumflugzeugen…", sagte John Leahy, Chief Operating Officer Customers von Airbus. "Airbus investiert laufend in die Weiterentwicklung der A330-Familie, um ihre überragende Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit weiterhin zu gewährleisten."

500 Airbus-Flugzeuge fliegen in der Region

Die Airbus A330-Familie umfasst Passagierflugzeuge mit 250 bis 300 Sitzen sowie Fracht-, VIP- und militärische Mehrzweckvarianten (Tanker und Transporter). Sie konnte bisher mehr als 1.300 Bestellungen für sich gewinnen. Über 1.000 Flugzeuge dieser Familie fliegen heute bei mehr als 100 Betreibern in aller Welt. Die A330 ist eines der effizientesten Flugzeuge der Welt und zeichnet sich in ihrer Klasse durch die höchste Wirtschaftlichkeit im Betrieb aus. Dank zahlreicher aktueller Produktverbesserungen ist dieses Modell auch weiterhin das wirtschaftlichste und leistungsfähigste Flugzeug mit einer durchschnittlichen Abflugzuverlässigkeit von deutlich über 99 Prozent.

Airbus hat in ganz Lateinamerika und der Karibik bisher über 800 Flugzeuge verkauft und verzeichnet noch knapp 400 auszuliefernde Bestellungen für diese Region, in der gegenwärtig mehr als 500 Airbus-Flugzeuge fliegen. In den letzten zehn Jahren hat Airbus seine im Einsatz befindliche Flotte in der Region verdreifacht und über 60 Prozent aller dort betriebenen Flugzeuge ausgeliefert.

Europäischer Luftverkehr zwischen Evolution und Revolution

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Die Luftfahrtbranche in Europa erlebt derzeit einen radikalen Umbruch. Das beweist zum einen das starke Wachstum von Fluggesellschaften, deren Geschäftsmodelle von "Low-Cost" geprägt sind. Zum anderen zeugen Strategieansätze traditioneller Airlines, die insbesondere im Punkt-zu-Punkt-Verkehr nach neuen Konzepten suchen, von den Umschwüngen der Branche.

Gleichzeitig organisieren mobile Kommunikationswege das Verhältnis zwischen Passagieren und Luftverkehrsgesellschaften neu. Buchungsgewohnheiten, Kundenverhalten und Markenloyalität verändern sich in rasantem Tempo und beeinflussen die Fluggesellschaften bei ihrer Suche nach verbesserten Positionen im Markt.

Gleichzeitig Revolution und Evolution im Luftverkehr

Welche Chancen sich den Luftverkehrsunternehmen insbesondere durch die Entwicklungen der mobilen Kommunikation bieten, diskutierten die rund 200 Teilnehmer der diesjährigen Hamburg Aviation Conference. Die renommierte Tagung unter dem Motto "Think Future" und beleuchtete in diesem Jahr vorrangig die Beziehungen zwischen Passagieren und Airlines. Die Konferenz fand vom 12. bis 13. Februar bereits zum 17. Mal statt, am Veranstaltungsort Mövenpick Hotel Hamburg.

"Wir sehen heute im europäischen Luftverkehr einen bewegten Markt, in dem Revolution und Evolution parallel stattfinden", sagte Michael Eggenschwiler, Vorsitzender der Geschäftsführung von Hamburg Airport, anlässlich der Hamburg Aviation Conference. "In der Branche werden bedeutende Strategiewechsel in die Tat umgesetzt, wie etwa die Umflaggung von Lufthansa zu Germanwings auf dezentralen Strecken. Parallel erschließen Airlines wie easyJet oder Norwegian neue Märkte, indem sie autarke Basen gründen. Sie nutzen ihren Zugang zum europäischen Binnenmarkt, um aus den Regionen heraus kostenoptimiert zu wachsen."

Wie groß die Unruhe in der Branche ist, zeigt auch das Engagement der Golf-Airlines auf dem europäischen Markt. Neben der Beteiligung an AirBerlin schafft sich Etihad derzeit möglicherweise mit Hilfe von Alitalia ein zusätzliches europäisches Standbein.

Mehr Direkt-Verbindungen von Non-Hub-Flughäfen

Von der wachsenden Mobilität der Gesellschaft und dem zusammenwachsenden EU-Markt würden, so Michael Eggenschwiler, die Non-Hub-Flughäfen profitieren, also jene ohne Drehkreuzfunktion. Über sie lassen sich immer mehr Ziele nonstop erreichen und so die großen Umsteigeflughäfen umfliegen. Vorteile ziehen vor allem die Passagiere daraus, die Städte- und Urlaubsreisen in bisher unbekanntem Maße – und das zu günstigen Preisen – genießen können. Dank der Vernetzung über soziale Medien im Internet gewinnen die Kunden zudem immer größeren Einfluss auf die strategischen Entscheidungen der Fluggesellschaften.

Flughäfen sollten Innovationspartner der Fluggesellschaften und der Fluggäste sein, weil am Boden Produktdifferenzierungen gut sichtbar und schnell umsetzbar sind. "Wir am Hamburg Airport haben es uns auf die Fahnen geschrieben, ein sehr guter Dienstleister zu sein. In einer engen Systempartnerschaft mit den Fluggesellschaften gehen wir gemeinsam Serviceversprechen ein, die dem Fluggast einen besonderen Mehrwert bieten", sagte Michael Eggenschwiler. "Hier werden wir in Zukunft weiterarbeiten, um den vielfältigen Wünschen und Konzepten eine gute Basis zu geben."

Als Redner auf der Hamburg Aviation Conference waren in diesem Jahr u. a. geladen: Thomas Winkelmann (CEO Germanwings), Stefan Pichler (CEO Fiji Airways, früher Air Pacific), Martin Gauss (CEO Air Baltic), Guy Stephenson (CCO Gatwick Airport), Roland Keppler (CEO Europcar) und viele weitere Führungskräfte aus Luftfahrt und Wissenschaft.

Erstmals lag die Organisation der Hamburg Aviation Conference dem Beratungsunternehmen XXL Solutions mit seiner Inhaberin Ursula Silling. Hamburg Airport engagiert sich als Hauptsponsor.

Fraport-Flughäfen zumeist mit Passagier-Plus – Xi’an mit 20 Prozent

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Seit Jahresanfang 2014 wurde der Flughafen Frankfurt von gut vier Millionen Passagieren genutzt, was im Vorjahresvergleich einer Steigerung in Höhe von 3,4 Prozent entspricht. Das Cargo-Aufkommen stieg im gleichen Zeitraum um 7,2 Prozent auf 160.970 Tonnen an und profitierte insbesondere von einer sehr hohen vorgezogenen Nachfrage im Fernostverkehr vor den Feierlichkeiten rund um das Chinesische Neujahrsfest.

Die Zahl der Flugbewegungen erhöhte sich um 1,2 Prozent auf 35.521 Starts und Landungen. Die Summe der Höchststartgewichte stieg um 2,8 Prozent auf 2,15 Millionen Tonnen. Die Verkehrsentwicklung im Januar stand unter dem Einfluss einer steigenden Luftverkehrsnachfrage in Kombination mit Basiseffekten aus dem Vorjahresmonat. Im Januar 2013 waren aufgrund der winterlichen Witterung überproportional viele Flugbewegungen ausgefallen.

Flughäfen Varna und Burgas schwächer

Einen positiven Jahresstart mit starkem Passagierwachstum verzeichneten auch die Konzernflughäfen mit Fraport-Beteiligung. Im Januar begrüßte der chinesische Flughafen in Xi‘an rund 2,2 Millionen Fluggäste und verbuchte somit ein deutliches Plus von 20,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Den peruanischen Flughafen in Lima nutzten rund 1,3 Millionen Passagiere (plus 5,6 Prozent) und der russische Flughafen in St. Petersburg verzeichnete 831.020 Gäste (plus 15,3 Prozent).

Der türkische Flughafen in Antalya zählte 613.274 Passagiere (plus 8,5 Prozent) und 279.181 Fluggäste nutzten den niedersächsischen Flughafen Hannover-Langenhagen (plus 0,2 Prozent). Die bulgarischen Flughäfen an der Schwarzmeerküste in Varna und Burgas zählten gemeinsam 27.288 Passagiere (minus 4,2 Prozent).

Fraport Konzern-Flughäfen1 Januar 2014

Fraport Konzern-Flughäfen Anteil in % Passagiere Cargo (Fracht + Post) Flugbewegungen
Monat Δ % Monat Δ % Monat Δ %
FRA Frankfurt, Deutschland 100,00 4.010.321 3,4 158.757 7,7 35.521 1,2
LIM Lima, Peru2 70,01 1.262.541 5,6 24.311 4,6 12.609 -1,6
BOJ Burgas, Bulgarien 60,00 9.637 -15,6 353 -46,2 135 -45,6
VAR Varna, Bulgarien 60,00 17.651 3,3 2 -3,5 305 2,7
At-Equitiy konsolidierte Flughäfen2
AYT Antalya, Türkei 51,00 613.274 8,5 n.a. n.a. 5.167 10,1
LED St. Petersburg, Russland 35,50 831.020 15,3 n.a. n.a. 10.417 18,6
HAJ Hannover, Deutschland 30,00 279.181 0,2 1.249 -7,5 4.916 4,5
XIY Xi'an, China 24,50 2.205.998 20,1 18.053 3,6 19.087 11,6

Fraport Konzern-Flughäfen: Januar bis Januar 20141

Fraport Konzern-Flughäfen Anteil in % Passagiere Cargo (Fracht + Post) Flugbewegungen
kumuliert Δ % kumuliert Δ % kumuliet Δ %
FRA Frankfurt, Deutschland 100,00 4.010.321 3,4 158.757 7,7 35.521 1,2  
LIM Lima, Peru2 70,01 1.262.541 5,6 24.311 4,6 12.609 -1,6
BOJ Burgas, Bulgarien 60,00 9.637 -15,6 353 -46,2 135 -45,6
VAR Varna, Bulgarien 60,00 17.651 3,3 2 -3,5 305 2,7
At-Equitiy konsolidierte Flughäfen2
AYT Antalya, Türkei 51,00 613.274 8,5 n.a. n.a. 5.167 10,1
LED St. Petersburg, Russland 35,00 831.020 15,3 n.a. n.a. 10.417 18,6
HAJ Hannover, Deutschland 30,00 279.181 0,2 1.249 -7,5 4.916 4,5
XIY Xi'an, China 24,50 2.205.998 20,1 18.053 3,6 19.087 11,6

1. Nach ACI-Definition: Passagiere: nur gewerblicher Verkehr (an+ab+Transit; Transit nur einmal erfasst) Fracht: gewerblicher und nichtgewerblicher Verkehr (an+ab, exkl. Transit, in t) Bewegungen: gewerblicher und nichtgewerblicher Verkerh (an+ab)

2. Vorläufige Zahlen

Vereinigung Cockpit verteidigt Maßstäbe für Mängelliste

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Die Vereinigung Cockpit (VC) erstellt seit Jahrzehnten jährlich eine Mängelliste der deutschen Flughäfen, an denen regelmäßiger Verkehrsflugbetrieb stattfindet. Die Vereinigung Cockpit weist die von der Regierungspräsidentin Anne Lütkes geäußerte Kritik an der Mängelliste 2013 der Vereinigung Cockpit zurück.

Die VC hat in der Vergangenheit bereits wesentlich zu einer verbesserten Sicherheit an den Flughäfen beigetragen. Im Jahr 2013 ergaben sich auch Kritikpunkte am Flughafen Weeze, deren Gültigkeit die Vereinigung Cockpit, soweit nicht inzwischen behoben, hiermit bekräftigt. Aus Sicht des Passagiers und der Piloten könnte die Sicherheit in Weeze besser sein.

Fundierte Bewertung – Kein "Luxuscharakter"

"Uns erschließt sich nicht, wer in der Lage sein soll, fliegerische Fachfragen fundierter als Experten, die auf die Erfahrungen tausender Piloten zurückgreifen können und die täglich mit der Materie befasst sind, zu bewerten", so Jörg Handwerg, Sprecher der VC.

Die vorgebrachte Behauptung, es handele sich bei den angemahnten Einrichtungen um "Wünsche" der Piloten, weist die Vereinigung Cockpit zurück. Die Vereinigung Cockpit hat ein transparentes Bewertungssystem. Es stützt sich auf Vorschriften und Empfehlungen der internationalen zivilen Luftfahrtorganisation ICAO sowie die Erfahrungen des Weltpilotenverbandes. Alle geforderten Maßnahmen basieren auf Analysen von Vorfällen und Unfällen auf der ganzen Welt.

"Es gibt keine Maßnahmen, die von uns gefordert werden, die einen ‚Luxuscharakter‘ haben. Alle Maßnahmen tragen zu einer verbesserten Sicherheit bei", so Jörg Handwerg. "Jeder Passagier eines Verkehrsflugzeuges hat aus Sicht der Vereinigung Cockpit das gleiche Recht auf bestmögliche Sicherheit, egal ob er an einem kleinen oder großen Flughafen abfliegt. Wirtschaftliche Betrachtungen spielen für uns dabei keine Rolle, ebenso wenig wie die Verkehrsmenge bei den meisten der kritisierten Mängel ausschlaggebend ist. Wenn geographische Gegebenheiten dazu führen, dass die Abbremsstreifen hinter der Bahn kürzer als gefordert sind, dann ist es faktisch eben so, dass die Sicherheit hier für den Passagier schlechter ist als anderswo. Damit müssen die Flughäfen leben oder alternative Maßnahmen ergreifen, die nun einmal Geld kosten. Das wollen diese aber nicht hören."

Mit gutem Beispiel voran: ICAO- und IFALPA-Forderungen

Die Mängelliste ermöglicht den Passagieren sich ein besseres Bild von der Sicherheit an Flughäfen zu machen und soll die Flughäfen ermuntern, besser zu werden. Nicht überall ist das in allen Punkten möglich, dann aber sollte der Passagier dies wissen.

Den deutschen Flughäfen hat die Vereinigung Cockpit attestiert, dass sie als "sicher" betrachtet werden. Trotzdem gibt es Unterschiede. In einem der reichsten Länder der Welt sieht die Vereinigung Cockpit es auch als angebracht an, Standards zu fordern, die über das erforderliche Minimum der Zulassung hinausgehen. Jörg Handwerg: "Wenn die ganzen Empfehlungen der ICAO oder der IFALPA unsinnig und überflüssig wären, warum gibt es dann einige Flughäfen die genau diese alle erfüllen? Es ist kaum anzunehmen, dass diese Flughäfen völlig "unsinnig" Geld zum Fenster rauswerfen, sondern sich der verbesserten Sicherheit sehr bewusst sind. Statt die Kritik in Frage zu stellen, sollten die Flughäfen lieber darüber nachdenken, wie sie besser werden können."

Nachtflüge am Düsseldorf Airport gehen weiter zurück

Die Anzahl der Nachflugbewegungen am Flughafen Düsseldorf hat im vergangenen Jahr trotz zum Teil herausfordernder Rahmenbedingungen wie Streiks oder Wetterereignissen weiter abgenommen. Dies geht aus dem Nachtflug-Report des Düsseldorfer Airports hervor.

Im Jahr 2013 fanden demnach insgesamt rund 210.800 Starts und Landungen am Flughafen Düsseldorf statt. Darunter lediglich 166 Starts und damit 0,08 Prozent nach 22:00 Uhr. In den Stunden zwischen 23:00 Uhr und Mitternacht sowie zwischen 05:00 Uhr 06:00 Uhr landeten insgesamt 785 Flugzeuge oder 0,37 Prozent. Hier kam es vor allem an den Tagen mit Sondereinflüssen wie Streiks, Wetter u.Ä. zu einer Häufung von Landungen nach 23:00 Uhr.

90 Flugbewegungen bzw. 0,04 Prozent benötigten eine Ausnahmegenehmigung der Luftaufsicht. 30 Flugzeuge oder 0,01 Prozent starteten oder landeten in der Kernnacht, zwischen Mitternacht und 05:00 Uhr. Hierbei handelt es sich in erster Linie um Ambulanzflüge.

"Trotz der zahlreichen unvorhersehbaren Einflüsse wie Streiks oder dem strengen Winter, die den Flugplan an vielen Tagen durcheinander gebracht haben, sind die Nachtflugbewegungen 2013 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen – bei den Landungen nach 23:00 Uhr sogar um 25 Prozent", erklärte Flughafengeschäftsführer Thomas Schnalke. "Die Fluggesellschaften, Flugsicherung und wir als Airport unternehmen zum Schutz der Anwohner und aus wirtschaftlichen Gründen große Anstrengungen, um Verspätungen in den Abendstunden weiter zu reduzieren. Hier sind wir auf einem sehr guten Weg, den wir weiter beschreiten werden", so Schnalke weiter. Allerdings seien in einem derart komplexen System wie dem Luftverkehr mit seinen zahlreichen externen Einflüssen Verspätungen nie gänzlich zu vermeiden.

Der Düsseldorf Airport möchte ist um Versachlichung der öffentlichen Diskussion bemüht. Die aktuelle Version des quartalsweise erscheinenden Reports zu Nachtflugbewegungen stellt er daher online.

 

LBA: Handy und Tablet in Airbus der Lufthansa ok

Auf deutlich mehr Strecken können Lufthansa-Fluggäste künftig ihr Smartphone, Tablet, Notebook oder andere elektronische Geräte nutzen – ohne Unterbrechung während des gesamten Aufenthalts an Bord. Mit Genehmigung durch das Luftfahrtbundesamt (LBA) gibt Lufthansa ab März die Nutzung auf allen Airbus-Flugzeugen frei.

Bereits seit Januar können Fluggäste an Bord der Boeing 747-8 elektronische Geräte im Flugmodus von "Gate zu Gate" nutzen. Bisher mussten alle Geräte während Start und Landung komplett ausgeschaltet bleiben. Mit der Zulassung für die Airbus-Flotte ist die Nutzung schon bald auf knapp 250 Lufthansa-Flugzeugen möglich. Die LBA-Freigabe für weitere Flugzeugtypen strebt die Airline umgehend an.

"Wir freuen uns, dass wir jetzt die amtliche Zulassung für alle Airbus-Flugzeuge erhalten haben – auch für unsere A380 – und damit unseren Gästen die durchgehende Nutzung von Smartphones, Tablets und Computern ermöglichen können," sagt Jens Bischof, Chief Commercial Officer (CCO) Lufthansa Passage. "Wir wissen, dass viele Kunden ihre Geräte gerne durchgehend im Flugzeug nutzen möchten. Diesem Wunsch können wir nun auf den meisten unserer Flüge entgegenkommen."

Telefonate bleiben untersagt

Aus Rücksicht auf andere Fluggäste sind Telefonate (auch per Internet) weiterhin während des Fluges nicht gestattet. Mobiltelefone oder mobilfunkfähige Tablets können mit deaktivierter Mobilfunkverbindung angeschaltet bleiben, müssen sich aber mit einer deaktivierten Funkverbindung im sogenannten Flugmodus befinden. Auf Langstreckenflügen bietet Lufthansa sowohl eine schnelle Internetverbindung (FlyNet), als auch Mobilfunkzugang an, so dass auch SMS und Datendienste wie MMS und Email nutzbar sind.

Für Telefonate stehen auf allen Langstreckenflugzeugen satellitengebundene Telefone zur Verfügung, die jeder Fluggast gegen Gebühr im Reiseflug nutzten kann.

Warnstreik der Flughafen-Abfertigung in Düsseldorf hat kaum Auswirkungen

Der Flugbetrieb am Düsseldorfer Airport lief heute trotz des kurzfristig anberaumten Warnstreiks der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di bei einem Bodendienstleister ohne größere Beeinträchtigungen. Durch die gemeinsam ergriffenen Maßnahmen der Abfertigungsunternehmen vor Ort, der Fluggesellschaften sowie des Flughafens konnten die abfliegenden und ankommenden Maschinen weitestgehend störungsfrei abgefertigt werden.

Während des Streiks standen den Fluggästen bei Fragen Servicemitarbeiter im Bereich der Terminaldienste zur Verfügung. Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di hatte ihre Mitglieder heute Vormittag zu Arbeitsniederlegungen in der Zeit von 04:00 bis 09:00 Uhr auf gerufen. Der betroffene Abfertigungsdienstleister ist am Düsseldorfer Airport für einige Fluggesellschaften im Rahmen der Flugzeug- und Gepäckabfertigung tätig.

Passagieren, die ab Düsseldorf fliegen, wird weiterhin empfohlen, sich vor Reiseantritt zum Flughafen bei ihrer Airline über den aktuellen Stand ihres Fluges zu informieren.

AERO in Friedrichshafen mit Trends und Elektro-Hubschrauber

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Mit nochmals erweitertem Programm und rund 600 Ausstellern geht die 22. AERO am 09. April in Friedrichshafen an den Start. Moderne Motorflugzeuge, Helikopter und Businessjets der Allgemeinen Luftfahrt stehen im Mittelpunkt. Dazu kommt die Fortsetzung der bewährten Sonderausstellungen Engine Area, Avionics Avenue und e-flight-expo. Premiere feiert die UAS-Expo, bei der zivile Drohnen gezeigt werden.

Das vielfältige Vortragsprogramm AERO Conferences sowie die Stellenbörse AEROCareer gehören ebenfalls zum umfangreichen Angebot. Messechef Klaus Wellmann und Projektleiter Roland Bosch sind optimistisch für die AERO 2014: "Wir verzeichnen eine sehr gute Nachfrage, zehn Hallen werden gut belegt sein", freut sich Roland Bosch.

"Alles was fliegt" lautet deshalb auch 2014 das Motto auf der AERO: Vom Segelflugzeug über Ultraleichte, ein- und mehrmotorige Flugzeuge mit Kolbenmotor, Hubschrauber, Gyrocopter und Turboprops bis hin zu mehrstrahligen Jets reicht die Palette. Moderne Flugmotoren, zukunftstaugliche Avionik, Dienstleistungen und Zubehör rund ums Fliegen sind weitere Schwerpunkte.

Zulassungen von Ultraleichtflugzeugen steigen an

Nach herausfordernden Jahren verspüren die Hersteller der Allgemeinen Luftfahrt wieder mehr Optimismus. Durch die in Deutschland, einigen europäischen Ländern sowie in den USA derzeit gut laufende Konjunktur steigt die Nachfrage in verschiedenen Bereichen der General Aviation wieder an. Auch aus China ist eine gute Nachfrage zu erwarten. So liegen preiswert zu unterhaltende Ultraleichtflugzeuge und Gyrocopter weiter im Trend.

Bei den Ultraleichtflugzeugen in Deutschland gab es etwa 2013 ein deutliches Plus: Laut den Verbänden DAeC und DULV wurden im vergangenen Jahr 163 dreiachsgesteuerte Ultraleichtflugzeuge neu zugelassen, im Jahr 2012 waren es lediglich 141. Allein in Deutschland sind derzeit 3.839 Dreiachs-Ultraleichtflugzeuge unterwegs, dazu kommen noch 516 ultraleichte Tragschrauber. Bei den klassischen ein- und zweimotorigen Reiseflugzeugen mit Kolbenmotor sind angesichts hoher Treibstoffpreise vor allem sparsame Maschinen gefragt. Durch die immer größer werdende Verbreitung verbrauchsgünstiger Dieselmotoren im Bereich von 135 bis etwa 300 PS sowie flüsterleiser Elektroantriebe vor allem für Motorsegler werden zusätzlich Kaufanreize für Interessenten gesetzt.

Nordamerika auf der AERO mit am stärksten vertreten

Die AERO ist weit über die europäischen Grenzen hinaus etabliert. Zeichen dafür ist die Vielzahl nordamerikanischer Flugzeug-, Triebwerks- oder Zubehörhersteller, die am Bodensee ausstellen. US-Firmen sorgen auch 2014 für die größte Zahl unter den ausländischen AERO-Teilnehmern. Selbst Luftfahrt-Unternehmen aus Brasilien und China sind in Friedrichshafen vertreten.

Panthera von Pipistrel zeigen neues Fluggerät

Einen hohen Anteil der ausgestellten Maschinen auf der AERO nehmen klassische ein- und zweimotorige Flugzeuge mit Kolbenmotor ein. Diese erfordern zum Fliegen mindestens eine Privatpilotenlizenz, sie bilden quasi das Rückgrat der Flotte innerhalb der Allgemeinen Luftfahrt. Vom Fachpublikum gespannt erwartet werden neue Maschinen, wie etwa die moderne Panthera von Pipistrel, die gerade ihre Flugerprobung durchläuft. Auch der nun in der endgültigen Konfiguration gezeigte einmotorige Viersitzer C4 von Flight Design mit integriertem Rettungssystem wird auf große Resonanz stoßen.

Ultraleichtflugzeuge mit meisten Exponaten – LSA

Die mit Abstand größte Anzahl ausgestellter Exponate nehmen 2014 wieder die Ultraleichtflugzeuge ein. Diese Maschinen sind ein- oder zweisitzig und maximal 472 Kilogramm schwer. Weil die dafür notwendige Luftsportgeräteführer-Lizenz einfach zu erwerben ist und die Maschinen leise sowie sparsam im Unterhalt sind, befindet sich die Ultraleichtfliegerei seit Jahren im Aufwind. Geradezu einen Boom erleben zudem ultraleichte Gyrokopter in den letzten Jahren. Seit 2013 noch unterstützt durch eine deutliche Erhöhung ihres maximalen Abfluggewichts. Zudem werden einige Einfach-Flugzeuge der neuen 120-Kilogramm-Klasse innerhalb der Ultraleichten präsentiert. Diese motorisierten Einsitzer dürfen von ihren Piloten sogar ohne Medical geflogen werden.

Ähnlich wie die Ultraleichten für Europa haben auch die USA eine Einstiegsklasse in die motorisierte Luftfahrt. Die Light Sport Aircraft Maschinen (LSA) sind einmotorig, die Lizenz zum Fliegen ist unkompliziert zu erwerben und die Gesundheitsanforderungen an den Piloten sind deutlich weniger anspruchsvoll als bei herkömmlichen Fluglizenzen. Auch sie haben maximal zwei Sitze, dürfen bis 600 Kilo schwer und nicht schneller als rund 220 Stundenkilometer sein. Zahlreiche Hersteller aus USA und Europa zeigen ihre LSA auf der AERO.

Business Aviation erlebt Erholung

Die am meisten bewunderten Exponate am Bodensee werden 2014 erneut die Business-Flugzeuge sein: Ihre Palette reicht vom ein- und zweimotorigen Flugzeug mit Kolbenmotor über ein- oder mehrmotorige Maschinen mit Propellerturbine bis zur Königsklasse, den Business Jets. Gerade die Hersteller schwerer mehrstrahliger Jets konnten nach schwierigen Jahren mit den Auslieferungen des Jahres 2013 wieder zufrieden sein.

So werden etwa für ein besonders gefragtes Business-Jet-Modell der Spitzenklasse längere Lieferzeiten genannt. Hubschrauber zählen meist ebenfalls zur Business-Aviation. Auf der AERO werden zahlreiche moderne Helikopter sowohl mit Kolbenmotor als auch mit Turbinenantrieb zu sehen sein.

Segelflugzeuge mit und ohne Motor

Seit ihren Anfängen ist die AERO auch Heimat der Anhänger des lautlosen Fliegens. Mehrere Hersteller, einige davon aus Deutschland, werden ihre Ein- oder Zweisitzer vom Anfängersegler bis hin zum Wettbewerbsflugzeug präsentieren. Nach wie vor beliebt sind Motorsegler, um unabhängig von Schleppflugzeugen oder Seilwinden starten zu können.

Fliegen mit Strom-Antrieb: Elektro-Hubschrauber

Die e-flight-expo hat sich längst etabliert und findet unter dem Motto "Electrical, Ecological, Evolutionary" mit alternativen Antriebskonzepten bereits zum sechsten Mal statt. Eine der großen Attraktionen wird voraussichtlich der Volocopter aus Karlsruhe sein. Der Elektro-Helikopter mit ingesamt 18 Rotoren, der 2013 noch als Mockup auf der AERO stand, hatte Ende letzten Jahres seinen erfolgreichen Erstflug absolviert und geht nun in die Flugerprobung.

Das futuristische Fluggerät bietet zwei Personen Platz, soll leicht zu steuern sein und verfügt im Notfall über ein Rettungssystem. Daneben sind weitere Flugzeuge vor allem in der Ultraleicht- sowie Motorsegler-Kategorie mit flüsterleisen Elektroantrieben zu sehen.

Engine Area, von Kolbenmotor bis zur Turbine

Zum dritten Mal wird es auf der AERO 2014 einen eigenen Bereich speziell für Luftfahrt-Triebwerke geben: In der Engine Area sind nicht nur neue Kolbenmotoren für den Betrieb mit bleifreiem Treibstoff zu sehen, sondern auch moderne und effiziente Dieseltriebwerke sowie Turbinen von insgesamt 22 Ausstellern.

Avionics Avenue: Neue Geräte für neue Frequenzen

Die jüngste Sonderschau ist die Avionics Avenue. Hier dreht sich alles um die Bordausrüstung des Flugzeugs oder Helikopters in Sachen Flugsteuerung, Navigation, Kollisionswarnung, Flugplanung oder Wetterbeobachtung. Auch die Ende 2017 ablaufende Frist für die Umstellung von Funkgeräten auf das 8,33-kHz-Raster in Flugzeugen und Helikoptern, die für Sichtflugbetrieb zugelassen sind, wird den Herstellern rege Aufmerksamkeit bescheren.

Marktführer wie Garmin und Bendix King haben mehrere Neuheiten für die AERO in Aussicht gestellt. Besucher können sich über viele neue Systeme nicht nur informieren, sondern diese auch gleich testen: Im Rahmen der "Demo Stage for Mobile Cockpit Avionics" und der "Headset Test Area" können sich Piloten direkt von den Qualitäten der angebotenen Geräte überzeugen lassen.

Neuer Bereich: Zivile Drohnen und ihre Einsatzmöglichkeiten

Eine Premiere feiert der neue Ausstellungsbereich UAS-Expo (Unmanned Aerial Systems) auf der AERO 2014. Dort können die Besucher sehen, wie weit die Entwicklung ziviler Drohnen bereits fortgeschritten ist. Bemannte als auch unbemannte Luftfahrzeuge verschiedener Anbieter, ausgerüstet mit modernster Mess- und Sensortechnik werden dort ausgestellt.

Für die unbemannten Luftfahrtsysteme, die ein Teilbereich der Allgemeinen Luftfahrt sind, gibt es bereits ein Einsatzspektrum, das von Umweltforschung über Erdbeobachtung und Architektur bis hin zur Lebensrettung reicht. Auch bei Olympia waren die Fluggeräte schon im Einsatz. Zudem wird erstmals auf der AERO ein Indoor Flying Display präsentiert, bei dem diese Fluggeräte in Aktion erlebt werden können.

AERO Conferences mit über 100 Fachvorträgen

Im Rahmen der AERO Conferences wird es 2014 mehr als 100 Vorträge, Konferenzen und Workshops zu aktuellen Themen der Luftfahrt geben. Experten von Pilotenvereinigungen, Zulassungsbehörden und der Herstellerverbände GAMA und LAMA sowie Interessenvertretungen aus der General Aviation informieren und diskutieren über politische Rahmenbedingungen, Verbesserungsmöglichkeiten und die derzeitige Situation in der Luftfahrt.

Luftfahrt-Jobbörse AERO Career

Für alle Interessierten an einer Laufbahn innerhalb der Luftfahrt wird die Jobbörse AERO Career eine wichtige Anlaufstelle auf der AERO sein: Dort stellen sich Betriebe und Hochschulen vor und informieren über Ausbildungsmöglichkeiten, Berufsbilder und Karrierechancen in der Fliegerbranche.

Anreise zu Luft

Auch für die AERO 2014 ist der Anflug für Piloten mit eigener Maschine nur per vorheriger Sloteinholung möglich. Die Slots können online gebucht werden. Zusätzlich wird es dieses Jahr auch eine telefonische Vergabe durch das Buchungsbüro geben.

Für Ultraleichtflugzeuge und Motorsegler ist auch das zehn Kilometer westlich vom Flughafen Friedrichshafen liegende Segelfluggelände Markdorf während der Messe von 09. bis 12. April, jeweils von 08:00 Uhr bis 19:00 Uhr Lokalzeit, anfliegbar. Abflüge sind zusätzlich auch noch am 13. April möglich. Von Markdorf gibt es eine Shuttle-Verbindung zur AERO. Zur besseren Planung sollten sich UL- und Motorseglerpiloten am Flugplatz informieren und anmelden.

Zeltstadt auf dem AERO-Messegelände

Die Tent-City auf der Messe hat sich bewährt und geht bereits in ihr drittes Jahr: Wer sich also nicht langwierig um eine Unterkunft kümmern will, kann einfach in der "AERO Tent City" in Halle A2 gegen eine geringe Gebühr übernachten. Das ist besonders für Piloten interessant, die einen späten Slot haben und mitten im Geschehen übernachten wollen. Die Zelte werden von der Messe gestellt, der Besucher muss lediglich einen Schlafsack mitbringen. Die Zelte in Einer- oder Zweierbelegung können ab 01. März gebucht werden.

Eckdaten zur AERO Expo in Friedrichshafen

Die Öffnungszeiten der AERO vom 09. April bis 12. April 2014: Mittwoch bis Freitag von 09:00 bis 18:00 Uhr und am Samstag von 09:00 bis 17:00 Uhr.

Veranstalter: Messe Friedrichshafen GmbH, 88046 Friedrichshafen

Ausstellung

  • 600 Aussteller aus 35 Ländern 10 Messehallen + Static Display, Bruttofläche 82.500 m²

Ausstellungsangebot

  • Halle A3: General Aviation (bis 5,7t), Dienstleistungen, Zubehör
  • Halle A4: General Aviation (bis 5,7t), Dienstleistungen, Zubehör
  • Halle A5: General Aviation (bis 5,7t), Engine Area, Maintenance, Antriebssysteme, Pilotenausrüstung
  • Halle A6: Avionics Avenue, Cockpit- und Boardsysteme
  • Halle A7: General Aviation (bis 5,7t) Halle B1: UL, VLA, LSA
  • Halle B2: UL, VLA, LSA
  • Halle B3: UL, VLA, LSA
  • Halle B4: Tragschrauber, UL, VLA, LSA
  • Halle B5: Helikopter, UAS & RPAS Expo
  • Static Display: Business Aviation
  • Foyer West: e-flight-expo, AEROCareer
  • Foyer Ost: Konferenzen

Rahmenprogramm

  • AERO Conferences: Konferenzzentrum Ost + Vortragsforum im Foyer Ost, Mi – Sa

Sonderschauen

  • Engine Area (Mi – Sa) in Halle A5
  • AEROCareer (Mi – Sa) in Foyer West
  • Avionics Headset Test Area (Mi – Sa) in Halle A6
  • UAS/RPAS Expo (Mi – Sa) in Halle B5

Gebrauchtflugzeuge

  • Verkauf von Flugzeugen aus zweiter Hand

AERO Tent City: Halle A2, Mi – Sa, Reservierung erforderlich! (Informationen + Online-Reservierung ab 03. März 2014 folgen online)

Eintrittspreise: Tageskarte: 18,00 Euro Tageskarte ermäßigt **: 15,00 Euro, Zwei-Tageskarte: 33,00 Euro, AEROCareer Tageskarte (Schüler + Studenten): 10,00 Euro, Kinder bis einschließlich 14 Jahre: Eintritt frei. Katalogpreis: 9,00 Euro ** (Ermäßigung für Rentner, Behinderte, Gruppen ab 20 Personen, gegen Vorlage eines gültigen Ausweises)

Landen näher am Strömungsabriss – DLR forscht an Hochauftrieb

Langsamere Anflüge führen zu weniger Lärm. Wie langsam, steil und damit leiser ein heutiges Verkehrsflugzeug seinen Zielflughafen anfliegen kann, bestimmt das sogenannte Hochauftriebssystem mit seinen ausfahrbaren Landeklappen an den Tragflächen. Noch ein Vorteil: Langsamere Flugzeuge können auf kürzeren Landebahnen aufsetzen.

Um die Vorhersage der Hochauftriebsleistung in Computermodellen und im Windkanalversuch deutlich zu verbessern und zukünftig langsameren und leiseren Anflügen den Weg zu bereiten, forscht das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gemeinsam mit Airbus, der TU Berlin und dem Europäischen Transsonischen Windkanal ETW im Dreischritt von Flugversuchen, Windkanalversuchen und Computersimulationen.

Anfang Februar fanden im Rahmen des Projekts HINVA (High Lift Inflight Validation) bisher einmalige kryogene Windkanalversuche bei Tiefsttemperaturen im Kölner ETW statt. Mit Laser-Messmethoden und anderen fortschrittlichen Messverfahren detektierten die Forscher in bisher unerreichter Genauigkeit die Strömungszustände an einem Airbus A320 mit ausgefahrenen Landeklappen unter realen Flugbedingungen. Die Forscher haben eigens für die Versuche ein hochpräzises Windkanalmodell gebaut. Grundlage waren vorangegangene Strömungsmessungen bei Flugversuchen mit dem DLR-Forschungsflugzeug A320 ATRA.

Weltweit einmalige Forschungskonfiguration

„HINVA ist für die Weiterentwicklung heutiger Hochauftriebstechnologien ein weltweit einmaliges Forschungsprojekt“, erklärt Prof. Rolf Henke, DLR-Vorstand für den Bereich Luftfahrt. „Mit dem Forschungsflugzeug A320 ATRA, dem Europäischen Transsonischen Windkanal ETW und dem DLR-Hochleistungs-Computercode TAU nutzt das DLR seine einmalige Forschungsinfrastruktur und bringt seine weltweit führenden Messmethoden zum Einsatz“, so Henke weiter. Erstmals überhaupt führt das DLR in der Hochauftriebsforschung Computersimulationen mit Flug- und Windkanalversuchen an einer derart komplexen Konfiguration zusammen.

Dieser einmalige Ansatz wird vom Verbundpartner Airbus im Rahmen seiner Forschungsaktivitäten unterstützt, denn die angestrebte präzise Vorhersage der Strömungsvorgänge bei Start und Landung sind ein wesentlicher Beitrag für die Optimierung künftiger Flugzeugentwicklungen. Die Versuchsergebnisse werden für die gesamte Luftfahrtbranche eine bedeutende Rolle spielen: „Die Luftfahrtindustrie kann bei neuen Produkten detaillierter einplanen, welche Abweichungen zwischen vorhergesagten Hochauftriebsleistungen und gemessenen Werten zu erwarten sind“, unterstreicht Henke. Damit erhalte die Luftfahrtforschung wertvolle Erkenntnisse, wie durch die Kombination der drei Methoden Simulation, Kryokanal und Flugversuch bei üblichen Luftfahrzeugen eine bisher unerreichte Genauigkeit in der aerodynamischen Analyse und Weiterentwicklung möglich wird.

Landeklappen und Spalten: Computer an seiner Grenze

Für die Leistungsfähigkeit eines Hochauftriebssystems spielen neben den eigentlichen Landeklappen auch die Spalte, die sich zwischen den Elementen Vorflügel, fester Hauptflügel und Hinterkantenklappe öffnen, eine wichtige Rolle. Alle Elemente müssen exakt und optimal zueinander ausgerichtet sein. Die Simulation des hochkomplexen Maximalauftriebs, der an die Grenzen des Fliegbaren reicht, ist noch immer eine große Herausforderung für heutige Computermodelle.

„Mit CFD-Simulationen (CFD, Computational Fluid Dynamics) haben wir im DLR mit dem größten Rechenzentrum für die Luftfahrtforschung in Europa (C²A²S²E, Center for Computer Applications in Aerospace Science and Engineering) große Fortschritte gemacht“, sagt der Leiter des DLR-Instituts für Aerodynamik und Strömungstechnik in Braunschweig Prof. Dr.-Ing. Cord-Christian Rossow. „Für eine weitere Verbesserung der Modelle sind reale Strömungsdaten aus Flug- und Windkanalversuchen unerlässlich.“

Aerodynamische Interferenzen großflächig erfassen

In dem weltweit führenden und in Europa einzigartigen Windkanal, in dem Luftfahrzeuge unter realitätstreuen Flugbedingungen getestet werden können, rückten die Forscher einem neugefertigten kryotauglichen Halbmodell des A320 mit ihren Messgeräten zu Leibe. Dabei kam eine Lasermesstechnik namens PIV (Particle Image Velocimetry) zum Einsatz. Mit dieser Technik untersuchten die Forscher detailliert Bereiche, an denen es zu Wirbelbildungen und Ablösungen kommt.

In diesen Bereichen verläuft die Strömung nicht mehr ideal und es finden komplexe aerodynamische Interferenzen statt, die letztlich die Hochauftriebsleistung begrenzen. „Mit der Lasermesstechnik PIV unserer Kollegen aus Göttingen sind wir in der Lage, die Geschwindigkeit der Strömung in den verschiedenen kritischen Bereichen der Tragfläche gleichzeitig zu erfassen“, sagt der HINVA-Projektleiter Dr.-Ing. Ralf Rudnik vom DLR-Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik. „Darin liegt einer der Schlüssel zum besseren Verständnis des Auftriebszusammenbruchs“. Und so ein Strömungsabriss mit Verlust des Auftriebes führt zum Absturz des Flugzeuges.

Mit PIV werden erstmalig geeignete experimentelle Strömungsfelddaten im Langsamflugbereich für den direkten Vergleich mit Flugversuchsdaten und numerischen Berechnungen bereitgestellt. Daneben kamen klassische Methoden wie Kraft- und Druckmessungen ebenso wie das moderne Stereo-Pattern Tracking (SPT) zur Deformationsmessung und ein Mikrofon-Array zur akustischen Quellbestimmung zum Einsatz.

Strömungsmessung bei -160 °C und 3,3 bar

Der ETW wurde von den vier Staaten Frankreich, Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden entwickelt und gebaut. Das DLR vertritt Deutschland als Anteilseigner. Für eine möglichst genaue Nachbildung der realen Strömungsverhältnisse eines Verkehrsflugzeuges erhöhten die Forscher den Druck im Inneren des ETW auf 3,3-fachen Atmosphärendruck und kühlten das Strömungsgas Stickstoff auf minus 160 Grad Celsius.

„1.281 Tonnen flüssigen Stickstoffs haben wir für die HINVA-Versuchsläufe in den ETW zur Verdampfung eingeleitet“, berichtet der Leiter des ETW Dr.-Ing. Guido Dietz. Am ETW können Modelle unter Anströmung von bis zu 1,35-facher Schallgeschwindigkeit untersucht werden. Bei HINVA wurden aber nur Strömungsgeschwindigkeiten bis knapp unter die Marke 0,2-facher Schallgeschwindigkeit genutzt. „Rund 30 Prozent unserer Tests konzentrieren sich inzwischen auf Hochauftriebsuntersuchungen bei typischen Start- und Landegeschwindigkeiten“, so Dietz weiter. „Auch bei diesen Bedingungen liefert der ETW flugrelevante Daten, die in konventionellen Windkanälen prinzipiell nicht zu erzielen sind.“

ATRA bis an die Grenzen des Langsamflugs gesteuert

Für die Fertigung des hochpräzise ausgelegten Windkanalmodells eines A320 verwendeten die Forscher umfangreiche Messdaten, die sie mit dem DLR-Forschungsflugzeug A320 ATRA (Advanced Technology Research Aircraft) im Juli 2012 während einer dreiwöchigen Flugversuchskampagne bei Airbus in Toulouse sammelten. Damals statteten die Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit der TU Berlin das Forschungsflugzeug mit mehreren hundert Sensoren aus, die über die gesamte Außenhaut verteilt wurden.

Eine Druckmessanlage mit Leichtmetallgurten auf der Backbordtragfläche und am Höhenleitwerk lieferte zuverlässige Strömungsdaten. Für die Testpiloten waren die insgesamt zehn Testflüge eine fliegerische Herausforderung, da sie in sogenannten Überziehmanövern immer wieder die aerodynamischen Grenzen des Flugzeugs im Langsamflug ansteuerten. Die Gefahr dabei ist, die Mindestfluggeschwindigkeit zu unterschreiten – es kann zum Strömungsabriss (Stall) kommen, und das Flugzeug fällt wie ein Stein zu Boden.

Im Herbst 2014 ist eine zweite Flugkampagne mit dem DLR-ATRA geplant. Dabei sollen im Flugversuch an Tragflächen und Klappen Strömungsgeschwindigkeiten gemessen werden, wobei auch ein wichtiger Schritt zur erstmaligen direkten Anwendung der PIV-Lasermesstechnik an Verkehrsflugzeugen geplant ist. Zukünftig hat die Kombination aus CFD-Simulation, Windkanalversuch und Flugversuch das Potential, auch die Widerstandswerte bei hohen Geschwindigkeiten im Reiseflug deutlich genauer vorherzusagen.

Die Bilder zeigen das Windkanalmodell im ETW, den Europäischen Transsonischen Windkanal (ETW) in Köln, Simulation der Strömungsvorgänge im Langsamflug und eine Tragfläche des ATRA im Messflug.