EASA zur Kampagne gegen ihre Vorschläge neuer Flugdienstzeitregeln (FTL)

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) widerspricht entschieden der aktuellen Desinformationskampagne, welche von der European Cockpit Association in ganz Europa organisiert wird. Diese betrifft den Vorschlag der Agentur für eine Änderung der derzeitigen EU-Vorschriften zu Flug- und Dienstzeiten sowie Ruhezeiten (FTL) in der kommerziellen Luftfahrt.

Im Widerspruch zu dem, was die Pilotenverinigung sagt, wird die maximale Dienstzeit bei Nacht auf 11 Stunden reduziert, ein 22-Stunden-Dienst kommt in realen Szenarien nicht vor. Die Ruhezeiten werden deutlich auf bis zu 5 Tage erhöht, um einen Ausgleich bei Zeitzonen-Überschreitungen zu schaffen und die Bereitschaftszeit der Crew wird auf 16 Stunden begrenzt. Der Vorschlag der EASA berücksichtigt absolut die Tatsache, dass Müdigkeit einer der wichtigsten Einflussfaktoren auf die menschliche Leistungsfähigkeit ist und macht keine Vorschriften für eine Erhöhung der Stunden des Flugpersonals.

Als Antwort auf die Aktion der European Cockpit Association sagte EASA Executive Director, Patrick Goudou,: "Es ist offensichtlich eine unverantwortungsvolle Haltung mit der Angst der Passagiere zu spielen. EASA ist verpflichtet, keinerlei Kompromisse bei der Sicherheit der Fluggäste in Europa und der ganzen Welt zu machen."

Wissenschaftlich fundiert, unter Konsultation der Interessengruppen

Diese FTL-Regeln wurden in 3 Jahren aufgrund beispielloser wissenschaftlicher Grundlage und unter Konsultation der Öffentlichkeit erstellt. Mehr als 50 wissenschaftliche Studien, mit einem besonderen Schwerpunkt auf die Auswirkungen eines unregelmäßigen Dienstplans, wurden analysiert. Dabei wurden alle betroffenen Interessengruppen, einschließlich des Flug- und Kabinenpersonals, der Fluggesellschaften und Vertreter der Mitgliedstaaten während des gesamten Prozesses mit einbezogen.

Die vorgeschlagenen Regeln beinhalten mehr als 30 Verbesserungen im Vergleich zu aktuellen Anforderungen, und führen neue Beschränkungen im Verfahren ein, wie Flugzeugbesatzungen eingeplant werden können. Die Auffassung der EASA hierfür hat bereits starke Unterstützung von den Mitgliedstaaten der Europäischen Union erhalten. Sie wird von der Europäischen Kommission unter Parlamentsvorbehalt abgeschlossen. Die neuen Regeln sollen ab Mitte 2013 ins EU-Recht aufgenommen und bis Ende 2015 vollständig umgesetzt werden.

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) mit Sitz in Köln ist das Herzstück der EU-Strategie für die Sicherheit des Luftverkehrs, mit dem Ziel der Förderung und Verwirklichung höchstmöglicher gemeinsamer Sicherheits- und Umweltschutz-Standards in der zivilen Luftfahrt.