Reichlich Arbeit für neuen DRF Rettungshubschrauber

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Seit 01. August ist die 31. Station der DRF Luftrettung in Betrieb und hatte dabei schon reichlich zu tun. Zu zehn Notfalleinsätzen wurde die Besatzung von Christoph 64 allein in den ersten beiden Tagen alarmiert. Zum Einsatz kommt ein Hubschrauber vom Typ EC 135.

Am Samstagmorgen um 07:00 Uhr begann der Dienstbetrieb. “Es war ein sehr schönes Gefühl als es losging”, sagt Pilot und Stationsleiter Birger Wurmbach. Die positive Anspannung wich Konzentration und dem Warten auf den ersten Einsatz. Schon in den Morgenstunden versammelten sich Schaulustige vor dem Geländer der Angermünder Station, um den ersten Start mitzuverfolgen. Aus dem Umland kamen Familien mit Geschenken. “Sogar Schultüten zum ersten Einsatztag wurden uns übereicht”, freut sich Wurmbach. “Die positive Stimmung hat uns gezeigt, dass wir in Angermünde willkommen sind und die Menschen sich wirklich freuen, dass der Rettungshubschrauber vor Ort ist.” Das Foto zeigt den EC135 Hubschrauber der DRF Luftrettung an der Station Angermünde.

Schon zehn Einsätze geflogen

Um 11:45 Uhr dann der erste Einsatz zu einem neurologischen Notfall. Ein 77-jähriger Mann litt unter Schwindel mit kurzzeitigem Verlust des Bewusstseins. Nur wenige Minuten später landete Birger Wurmbach den Hubschrauber am rund 20 Kilometer entfernten Unglücksort, Notfallsanitäter Ronald Müller und Notarzt Dr. Henning Blaich versorgten den Patienten. Ein Transport ins Krankenhaus war glücklicherweise nicht notwendig, weshalb die Besatzung von Christoph 64 der Leitstelle noch vor Ort den Status “Frei auf Funk” meldete.

Bevor die Luftretter zurück an Bord des Hubschraubers waren, erreichte sie der nächste Alarm: ein 40-Jähriger, der aufgrund einer schweren Lähmungserkrankung zu Hause beatmet und rund um die Uhr von Pflegern versorgt wurde, litt trotz laufender Beatmung an akutem Sauerstoffmangel. “Wir mussten ihn daher schnellstmöglich in die Klinik nach Eberswalde bringen”, erklärt der Notarzt. Etwas später folgten noch zwei weitere Einsätze – zunächst benötigte ein 44-Jähriger wegen eines Schlaganfalls die schnelle Hilfe der Luftretter, anschließend führte ein Krampfanfall eines 74-Jährigen die Besatzung in ein Seniorenheim.

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Schwangere mit Schlaganfall

Am Sonntag wurden die rot-weißen Luftretter gleich sechs Mal zu Einsätzen gerufen. Zunächst eilte die Besatzung zu einer schwangeren Frau, die einen Schlaganfall erlitten hatte, anschließend leistete sie schnelle medizinische Hilfe bei einem Patienten mit Herzinfarkt. Danach folgten gleich vier Verkehrsunfälle – zwei gestürzte Motorradfahrer mit Schädel-Hirn- und Hochrasanztrauma, ein älteres Ehepaar, das innerorts die Kontrolle über den Pkw verloren und sich überschlagen hatte, sowie ein schwerer Auffahrunfall auf der A11, bei dem Notarzt Dr. Henning Blaich besonders gefragt war: “Bei diesem Unfall hatten sich gleich sieben Leute verletzt – die Großeltern und ihre Enkelkinder, die im hinteren Auto saßen und sich gerade auf dem Weg in den Urlaub befanden, sowie ein frisch verheiratetes Pärchen im vorderen Fahrzeug, das gemeinsam mit der kleinen Tochter in die Flitterwochen gestartet war. Ich war der einzige Notarzt vor Ort, wir wurden aber von mehreren bodengebunden Rettungskräften unterstützt. Alles lief reibungslos, die Zusammenarbeit war hervorragend.”

Drei Mal wurde der rot-weiße Hubschrauber der DRF Luftrettung an diesem Wochenende zu Einsätzen nachalarmiert. “Ein Zeichen dafür, dass wir bei den Leitstellen und vor allem bei den bodengebundenen Kollegen bereits voll akzeptiert sind”, erzählt Notarzt Dr. Henning Blaich. “Generell verlief die Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten und Leitstellen bei den Einsätzen wirklich sehr gut”, so der erfahrene Hubschraubernotarzt.

Altes Team in neuer Station

Zum Start bestand die Besatzung aus erfahrenen Kollegen, die bereits in Bad Saarow gemeinsam geflogen sind: Pilot und Stationsleiter Birger Wurmbach, der leitende Notarzt Dr. Henning Blaich und der leitende Notfallsanitäter Ronald Müller. Die ersten Eindrücke der Besatzung: “Die Gegend hier ist weitläufig und die Entfernungen sind groß”, so Birger Wurmbach nach den ersten Flügen. “Aber das zeigt, wie wichtig der Rettungshubschrauber ist, denn Notfallorte im Umkreis von 60km erreichen wir in maximal 15 Minuten.”