Aufbau von Galileo schreitet voran

Die Satelliten Nummer drei und vier des globalen europäischen Navigationssatellitensystems Galileo wurden am 12. Oktober von Europas Raumflughafen in Französisch-Guayana aus in den Weltraum gebracht. Sie gesellen sich zu dem vor einem Jahr gestarteten ersten beiden Galileo-Satelliten, um die Funktionsfähigkeit von Galileo zu demonstrieren.

 

Der von Arianespace betriebene Sojus-ST-B-Träger startete am 12. Oktober um 20:15 Uhr MESZ vom Raumfahrtzentrum in Französisch Guayana. Alle Stufen der Rakete funktionierten plangemäß, und die Fregat-MT-Oberstufe setzte die Galileo-Satelliten 3 Stunden und 45 Minuten nach dem Start in etwa 23 200 km Höhe aus.

Die beiden Satelliten wurden von einem Konsortium unter der Leitung von Astrium als Hauptauftragnehmer gefertigt, für die Montage, die Integration und die Erprobung war Thales Alenia Space für die zuständig.

Den Betrieb der Satelliten übernimmt SpaceOpal, ein Gemeinschaftsunternehmen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der italienischen Firma Telespazio, nach Abschluss der anfänglichen Betriebsabläufe, die von einem gemeinsamen Team der ESA und der französischen Raumfahrtagentur CNES in Toulouse, Frankreich, gesteuert werden.

Erstmals Positionsbestimmung möglich mit vier Galileo-Satelliten

Nach ersten Tests werden die Satelliten zur Einsatzerprobung für die Phase zur Validierung der Galileo-Dienste an die Galileo-Kontrollzentren in Oberpfaffenhofen, Deutschland, und Fucino, Italien, übergeben.

In Bezug auf ihre Leistung entsprechen diese für die Phase der orbitalen Validierung (IOV) eingesetzten Satelliten den kommenden Satelliten. Da nun vier identische Satelliten in der Umlaufbahn sind, wird die ESA in der Lage sein, die Leistung des Galileo-Ortungssystems mit der erstmals möglichen Positionsbestimmung vollständig zu demonstrieren, bevor die verbleibenden operationellen Satelliten gestartet werden.

"Seit dem ersten Start vor einem Jahr hat sich die Galileo-Technologie im Weltraum bewährt," sagte Didier Faivre, ESA-Direktor für das Galileo-Programm und Navigationstätigkeiten. "Mit den heute gestarteten Satelliten wird die Erprobungsphase abgeschlossen und der Weg für eine schnelle, vollständige Errichtung der Konstellation geebnet. Ende 2014 sollen 18 Satelliten im Orbit sein, so dass die frühen Dienste für die Bürger Europas aufgenommen werden können."

Die volle Einsatzkapazität (FOC) von Galileo soll mit 30 Satelliten (einschließlich der vier IOV-Satelliten und der orbitalen Reservesatelliten) im Jahr 2018 erreicht sein.