Barracuda: Testflüge von unbemanntem Technologieträger

Cassidian hat mit dem unbemannten Technologie-Demonstrator UAS Barracuda (UAS – Unmanned Aerial System, unbemanntes Flugzeugsystem) auf dem kanadischen Militärflugplatz Goose Bay erfolgreich eine Testflug-Kampagne durchgeführt.

Das autonom fliegende Erprobungssystem absolvierte fünf Testflüge im Juni und Juli 2012 im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprogramms „Agile UAV in Network Centric Environment“ (Agiles unbemanntes Flugzeug in vernetzter Umgebung). Dabei flog der Technologie-Demonstrator Barracuda im Verbund mit einem weiteren unbemannten Flugzeug. Dieses wurde von einem umgerüsteten Learjet simuliert.

“Wingman” für Learjet

“Mit diesen neuerlichen, erfolgreich durchgeführten Flügen unseres Technologie-Demonstrators für unbemannte Flugsysteme gelang uns, die Entwicklungen für die weltweit erfolgversprechendsten Zukunftsmärkte unserer Branche wieder einen großen Schritt weiter voran zu treiben”, sagte Dr. Stefan Zoller, Cassidian-CEO, nach der sicheren Landung des Erprobungsträgers auf der kanadischen Militärbasis Goose Bay. Die Demonstrationsziel des Tests waren:

  • Ein fortschrittliches, autonom fliegendes unbemanntes Technologie-Demonstratorsystem mit erweiterten Fähigkeiten und mit netzwerkfähigem Datenlink
  • Erster koordinierter Flug zweier unbemannter Jetflugzeuge (Barracuda/ LearJet – simuliert unbemanntes Flugzeug) mit unterschiedlicher Rollenaufteilung zur Verfolgung bewegter Ziele
  • Umfangreiche Flugweg- und Missionsanpassungen im Flug

Die Testflüge, durchgeführt vom Cassidian Barracuda Projektteam, lieferten hierbei wichtige Erkenntnisse über das Fliegen mit mehreren vernetzten UAS und die Rollenaufteilung zwischen den unbemannten Flugzeugen in komplexen Missionsszenarien. Die Rollenaufteilung war jeweils vorgegeben. Die Koordination der beiden UAS erfolgte weitgehend automatisiert. Die Missionen konnten im Missionsgebiet jedoch durch Hochladen von neuen Missionsdaten abgeändert werden. Dazu diente der neue netzwerk-basierte Datenlink. Die Flugversuchsingenieure sendeten sowohl einzelne neue Wegpunkte als auch komplette Missionssegmente von der Bodenstation aus während des Fluges an das UAS, welches diese sofort abflog.

Barracuda: Plattform voller Sensoren

Während der Testkampagne 2012 über der Region Goose Bay in der kanadischen Provinz Neufundland und Labrador absolvierte der strahlgetriebene unbemannte Erprobungsträger Barracuda wiederum völlig autonome Flüge entlang vorprogrammierter Flugprofile einschließlich automatischer Rollmanöver am Boden. Von der Bodenstation aus wurden die Flugzeuge Barracuda und der, das zweite UAS simulierende Learjet dabei lediglich hinsichtlich der Flugsicherheit überwacht.

Als Technologie-Plattform ist der Demonstrator Barracuda modular aufgebaut und hinsichtlich seiner Konfiguration flexibel ausgelegt, um unterschiedlichste Systeme und Flugprofile erproben und verschiedene Missionsanforderungen darstellen zu können. Das Avionik-System wurde als offene und modulare Struktur entwickelt, was die Einbindung einer Vielzahl von Sensoren und Datenfunkverbindungslösungen in das Trägersystem erleichtert. Es besteht die Möglichkeit, sowohl elektro-optische und Infrarot-Sensoren, Laser-Zielmarkierer, Detektoren für radiomagnetische Strahler (Emitter Locator System – ELS) als auch fortschrittliche Synthetic Aperture Radare – SAR, nach dem Multi-Sensor-Prinzip in der Nutzlastbucht des Barracuda unter zu bringen.