MTU: Neue Triebwerksgeneration auf der Paris Air Show

Im Mittelpunkt des Auftritts der MTU Aero Engines steht das neue Technologieexponat: Ein 85-Zoll-Bildschirm wird entlang eines stilisierten Triebwerks bewegt und stellt interaktiv die MTU-Schlüsseltechnologien der nächsten Getriebefan-Generation im Detail dar.

Auf der diesjährigen International Paris Air Show vom 17. bis 23. Juni präsentiert Deutschlands führender Triebwerkshersteller so zukunftsweisende Antworten wie noch nie. Denn militärische Antriebe sollen noch leistungsfähiger und zivile noch sparsamer und umweltverträglicher werden. Dabei hat die MTU nicht nur die nächste zivile Antriebsgeneration im Visier, sondern richtet ihren Blick auch auf die Zeit nach 2050.

Neues interaktives Technologieexponat

Auf ihrem rund 300 Quadratmeter großen Stand (Nummer C254) in der Halle 2A präsentiert die MTU technologische Highlightsaus ihren drei Geschäftsbereichen – zivile und militärische Triebwerke und Instandhaltung. Hierbei konzentriert sich die MTU auf ihre beiden Komponenten Hochdruckverdichter und die schnelllaufende Niederdruckturbine.

Die neuen Technologien sollen in den 2030er-Jahren in der Luft sein. Thematisiert werden auch die aktuellen Dauerbrennerthemen der Branche: nachhaltige, regenerative Kraftstoffe (eFuels), die sofort eingesetzt werden können, Elektrisches bzw. Hybrid-Elektrisches Fliegen sowie Fliegen mit Wasserstoff, also den Einsatz von Brennstoffzellen. Auch daran arbeiten die MTU-Experten mit Hochdruck und stellen ihre Ideen und Konzepte vor.

Revolutionäre Triebwerkskonzept

Der Münchner Triebwerkshersteller zeigt auch revolutionäre Antriebsideen für die Luftfahrt ab dem Jahr 2050. Sie helfen dabei, die ambitionierten Flightpath-2050-Umweltziele bis hin zum emissionsfreien Fliegen zu erreichen. Die beiden innovativenMTU-Ansätze gehen über herkömmliche Technologien hinaus: Der Composite-Cycle-Ansatz kombiniert die bewährte Fluggasturbine mit einem Kolbenverdichter und -motor und beim STIG Cycle wird ein Dampfkraftprozess in den Gasturbinenprozess integriert, um die Wärme des Abgasstrahls dem Prozess innerhalb des Triebwerks wieder zuzuführen.

Welche Rolle die Digitalisierung für Deutschlands führenden Triebwerkshersteller spielt, erfahren die Messebesucher ebenfalls am MTU-Stand: Auf einem eigenen Screen wird deutlich, wo im Triebwerk mittels virtueller Entwicklung Prozesse schneller, effizienter und ökonomischer gestaltet werden können und wie wichtig Simulationen in Zukunft für die Bereiche Entwicklung, Produktion und Zulassung werden. Die Münchner haben auch aktuelle Hardware im Gepäck: Ein GEnx-Turbinenzwischengehäuse wird in Originalgröße präsentiert und in einer Glasvitrine sind neue Werkstoffe sowie innovative Bauteil-Designs, die mittels additiver Fertigung realisiert werden können, ausgestellt.

Militärtechnologien und Neues der Instandhaltung

Die MTU hat auch für den militärischen Bereich einiges zu bieten: Gezeigt werden das Eurofighter-Triebwerk EJ200 sowie das T408 von GE Aviation für den Transport-Hubschrauber CH53-K von Sikorsky. Zusammen mit Safran Aircraft Engines wird die MTU eine maßgebliche Rolle bei der Entwicklung eines neuen Triebwerks für ein zukünftiges europäisches Kampfflugzeug spielen. Mit einem interaktiven Exponat zeigt Deutschlands führender Triebwerkshersteller, wie entscheidend ein Next European Fighter Engine (NEFE) für die Leistungsfähigkeit der nächsten Kampfflugzeuggeneration ist.

Die MTU Maintenance stellt ihr neu definiertes Serviceportfolio, MTUPlus Intelligent Solutions, vor. Dieses Leistungsangebot ist auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten. Es richtet sich an Betreiber, die zur Kostenkontrolle und -optimierung zunehmend passgenaue Lösungen für den gesamten Lebenszyklus ihrer Triebwerke benötigen, sowie Eigentümer und Leasinggeber, für die Restwert und Betriebs- und Instandhaltungskosten von höchster Bedeutung sind. Das neue Portfolio umfasst die vier Pakete PERFORMPlus, SAVEPlus, VALUEPlus und MOVEPlus sowie zusätzliche Betreuungsleistungen im Rahmen des SERVICEPlus-Pakets für einmalige und Ad-hoc-Bedarfe.

Abgerundet wird der MTU-Messeauftritt von den Zukunftsforschern des Münchner Luftfahrt-Think-Tanks Bauhaus Luftfahrt. Sie präsentieren ihre Konzeptstudie Composite Cycle Engine und erläutern, wie Kolbenmaschinen den thermischen Wirkungsgrad erhöhen, indem sie höhere Spit-zendrücke und -temperaturen im Kerntriebwerk ermöglichen. Ihre Annahme: Für eine Inbetriebnahme im Jahr 2050 können Verbesserungen beim Kraftstoffverbrauch von elf Prozent gegenüber der erwarteten 2050er-GTF-Technologie erreicht werden. Das bedeutet inklusive technologischer Verbesserungen am Flugzeug bis zu 50 Prozent gegenüber der 2000er-Turbofan-Technologie.

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