Doppler-Drehfunkfeuer (DVOR) Sarstedt in Betrieb

Antennenköpfe der DVOR Sarstedt: Doppler-UKW-Drehfunkfeuer (DVOR) sind die Leuchttürme der Luft. Die 49 Antennen senden ununterbrochen ein drehendes Funksignal – daher der Begriff „Drehfunkfeuer“ – sowie ein Referenzsignal für den magnetischen Nordpol aus. Diese werden vom Flugzeug empfangen, ausgewertet und dienen dem Piloten zur Orientierung.
Antennenköpfe der DVOR Sarstedt: Doppler-UKW-Drehfunkfeuer (DVOR) sind die Leuchttürme der Luft. Die 49 Antennen senden ununterbrochen ein drehendes Funksignal – daher der Begriff „Drehfunkfeuer“ – sowie ein Referenzsignal für den magnetischen Nordpol aus. Diese werden vom Flugzeug empfangen, ausgewertet und dienen dem Piloten zur Orientierung. (Foto: DFS)
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Das neue Doppler-Drehfunkfeuer (DVOR) Sarstedt zwischen Hildesheim und Hannover hat seinen Betrieb aufgenommen. Damit ersetzt die DFS Deutsche Flugsicherung die Vorgänger-Anlage DVOR Leine, die bis Anfang 2019 nur 100 Meter entfernt stand. Windkraftbetreiber hatten das Grundstück übernommen, um mehr Windkraftanlagen in der Region errichten zu können. Mit der neuen Anlage ist nun beides möglich: Mehr Windkraftnutzung und eine sichere Navigation von Luftfahrzeugen zum Flughafen Hannover.

Um ihrem gesetzlichen Auftrag einer sicheren, geordneten und flüssigen Abwicklung des Luftverkehrs nachkommen zu können, hat die DFS am Standort Sarstedt einigen Aufwand auf sich nehmen müssen. In der Auseinandersetzung mit örtlichen Windkraftbetreibern sind mehrere Jahre vergangen, ehe die erforderliche Navigationsinfrastruktur 100 Meter vom alten Standort entfernt wieder hergestellt werden konnte. Den Interimsbetrieb sicherte in dieser Zeit ein konventionelles Funkfeuer. Solche Funkfeuer funktionieren wie ein Leuchtturm: Sie senden Funksignale aus, die die Piloten bei der Navigation unterstützen.

„Eine gute Nachricht für die Luftfahrt“

„Wir haben Zeit und Geld investiert, um heute sagen zu können: Das Funkfeuer Sarstedt ist wieder in Betrieb. Das ist eine gute Nachricht für die Luftfahrt, aber auch ein Signal für den weiteren Ausbau der Windkraft in der Region“, sagt Friedrich-Wilhelm Menge, DFS-Geschäftsführer Technik. Schließlich könne durch die Anwendung der modifizierten Bewertungsmethode, mit der die DFS das Störpotenzial von Windrädern auf ihre Funk-Navigationseinrichtungen bestimmt, mehr Windkraftanlagen innerhalb des Anlagenschutzbereichs zugestimmt werden. Dieser hat einen Radius von 15 Kilometern.

Die neue Anlage – ein Doppler-Drehfunkfeuer, kurz DVOR – ist außerdem robuster gegenüber den Störeinflüssen von Windkraftanlagen als die konventionelle Anlage, die bis heute als Interimslösung gedient hat. Bislang wurden allein im Schutzbereich der DVOR Sarstedt knapp 120 Windkraftanlagen genehmigt.   

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Funkfeuer-Infrastruktur sichert Redundanz

Die Anlage in Sarstedt mit Investitionskosten von rund 1,5 Millionen Euro gehört, gemeinsam mit dem Funkfeuer in Nienburg zur zukünftigen Kerninfrastruktur der Doppler-Drehfunkfeuer in Deutschland. Das konventionelle Funkfeuer in Nienburg wird 2023 umgerüstet auf ein robusteres Doppler-Drehfunkfeuer (DVOR). „Wir werden die Zahl der Anlagen reduzieren. Aber wir brauchen auch nach Umstellung auf die satellitenbasierte Flächennavigation, die wir bis 2030 umsetzen werden, bodengestützte Funkfeuer. Damit schaffen wir die notwendige Redundanz und gewährleisten, dass jedes Flugzeug zu jedem Zeitpunkt sicher navigieren kann“, sagt Menge. Perspektivisch soll der Bestand der momentan 52 Funkfeuer bis 2030 um etwa ein Drittel reduziert werden.

„Sicherheit und Klimaschutz vereinen“

„Es ist uns wichtig, dass der hohe Anspruch an die Sicherheit im deutschen Luftraum mit einem aktiven Beitrag für mehr Umwelt- und Klimaschutz vereint werden kann“, sagt der DFS-Geschäftsführer Technik. „Beide Ziele verfolgen wir bei unseren Innovations- und Erneuerungsprojekten.“