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Jahreshauptversammlung
Der aircargo club deutschland hat zu Beginn des Jahres 2026 mit seiner Jahreshauptversammlung und dem Neujahrsempfang im Airport Club Frankfurt eine bedeutende Plattform für die Luftfrachtbranche in Deutschland bereitgestellt. Die Versammlung bot den Mitgliedern die Gelegenheit, auf die Entwicklungen des vergangenen Jahres zurückzublicken und gestärkt in die Zukunft zu blicken. Neben der einstimmigen Bestätigung des Präsidiums lag ein besonderer Fokus auf der politischen Situation der Luftfracht, die als unverzichtbarer Bestandteil der deutschen exportorientierten Wirtschaft gilt. Die Veranstaltung verdeutlichte die Herausforderungen der Branche, insbesondere in Bezug auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, und betonte den dringenden Bedarf an politischem Handeln für eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Luftfracht.
Stabile Führung und klare Zukunftsausrichtung
Das Vertrauen in die Führung des aircargo club deutschland wurde bei der turnusmäßigen Neuwahl eindrucksvoll bestätigt. Das bestehende Präsidium bleibt unverändert an der Spitze der Organisation, was für Kontinuität in der politischen Vertretung und Branchenarbeit steht. Prof. Dr. Christopher W. Stoller wurde als Präsident wiedergewählt und wird erneut die strategische Ausrichtung repräsentieren. Ingo Richter als Vizepräsident und Laurent Jossa als Finanzvorstand komplettieren das Führungsteam, das die Interessen der rund 200 Mitgliedsunternehmen bündelt. Diese Stabilität ist insbesondere angesichts der komplexen Herausforderungen in der globalen Luftfrachtbranche von hoher Bedeutung.
Die Wiederwahl signalisiert nicht nur eine breite Zustimmung der Mitglieder, sondern auch die Erwartung an das Präsidium, die Arbeit des Clubs noch stärker in den Fokus der politischen Entscheidungsfindung zu rücken. Mit dem Ziel, die Luftfracht als essenziellen Hebel für Wirtschaftswachstum und Freihandel in Deutschland zu erhalten und auszubauen, verfolgt der club eine aktive Rolle in der Gestaltung der Rahmenbedingungen, die Luftverkehr und Logistik bestimmen.
Politische Herausforderungen und Forderungen der Branche
In seinem Impulsvortrag rückte Alexander Klay vom Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft die Herausforderungen in den Mittelpunkt, die für die Branche 2026 maßgeblich sind. Er berichtete von den Entwicklungen des vergangenen Jahres, die durch zahlreiche Belastungen gekennzeichnet waren, etwa steigende Betriebskosten, regulatorische Anforderungen und infrastrukturelle Engpässe. Besonders kritisch bewertete Klay das von der Bundesregierung angekündigte Entlastungspaket, das zwar als richtiger Schritt anerkannt wird, jedoch bei weitem nicht ausreiche, um die Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrsstandorts Deutschland auf dem internationalen Parkett nachhaltig zu sichern.
Die Forderung nach einem deutlich erweiterten Entlastungsniveau unterstreicht die Komplexität der Situation: Die Luftfrachtbranche steht in einem globalen Wettbewerb, in dem Effizienz, Kostenstruktur und politische Unterstützung entscheidende Faktoren sind. Eine unzureichende politische Unterstützung könnte dazu führen, dass Unternehmen alternative Standorte bevorzugen, was nicht nur den Wirtschaftsstandort Deutschland schwächt, sondern auch unmittelbar den freien Welthandel beeinträchtigt, den die Luftfracht maßgeblich unterstützt.
Prof. Dr. Stoller ergänzte diese Sichtweise, indem er die strategische Bedeutung der Luftfracht für die drittgrößte exportorientierte Volkswirtschaft hervorhob. Die Politik sei gefordert, nicht nur kurzfristige Entlastungen zu gewähren, sondern auch langfristige und verbindliche Entscheidungen zu treffen, die den Luftverkehr und die dazugehörigen Strukturen nachhaltig fördern. Der aircargo club deutschland sieht sich in der Verantwortung, kontinuierlich auf diese Belange hinzuweisen und den Dialog zwischen Wirtschaft und Politik zu intensivieren, um die Zukunftsfähigkeit der Branche sicherzustellen.
Perspektiven und Schwerpunkte für 2026
Das Jahresprogramm des aircargo club deutschland ist auch 2026 auf ein vielseitiges und forderndes Jahr ausgerichtet. Der Fokus liegt unter anderem auf der Entwicklung von Luftfrachtersatzverkehren, die angesichts von infrastrukturellen Herausforderungen und Umweltaspekten stark an Bedeutung gewinnen. Eine Podiumsveranstaltung im Juni wird diesem Thema gewidmet sein, um mögliche Lösungsansätze und innovative Konzepte eingehend zu diskutieren.
Darüber hinaus ist eine Auslandsreise geplant, die sich mit der sogenannten Neuen Seidenstraße befasst. Dieses Infrastrukturprojekt ist von strategischer Bedeutung für den internationalen Warenverkehr und bietet Potenzial für deutsche Unternehmen im Luftfrachtbereich. Die Reise soll unter anderem den Mittleren Korridor als alternativen Transportweg beleuchten und damit die Chancen für eine diversifizierte und widerstandsfähige Lieferkette erörtern.
Das Veranstaltungsprogramm spiegelt die dynamischen Veränderungen in der Branche wider und zeigt die nötige Anpassungsfähigkeit zur Bewältigung globaler Herausforderungen. Knowledge Sharing, Networking und politische Einflussnahme werden weiterhin zentrale Elemente der Clubaktivitäten sein, um die Mitglieder bei ihrer strategischen Ausrichtung zu unterstützen.
Bedeutung des aircargo club deutschland für die Luftfrachtbranche
Seit seiner Gründung im Jahr 1963 verfolgt der aircargo club deutschland das Ziel, als branchenbezogene Plattform den Luftfrachtverkehr zu fördern und als Sprachrohr zwischen Wirtschaft und Politik zu agieren. Die alleinige Mitgliedschaft von Führungskräften mit Verantwortung auf nationaler oder internationaler Ebene unterstreicht den hohen Anspruch und die Expertise, die innerhalb des Clubs gebündelt werden.
Die Luftfrachtbranche verbindet Menschen, Länder und Industrien und nimmt eine Schlüsselrolle im globalen Handel ein. Gerade im Zeitalter der Globalisierung ist der effiziente Transport von Gütern über den Luftweg ein entscheidender Faktor, um wettbewerbsfähige Angebote zu gewährleisten und Lieferketten zu sichern. Die Arbeit des Clubs unterstützt diese Entwicklung durch gezielte Veranstaltungen, den Erfahrungsaustausch und das Aufzeigen von politischen sowie wirtschaftlichen Trends.
Das Engagement des acd fördert nicht nur den wirtschaftlichen Erfolg der Branche, sondern auch die Innovationskraft und Nachhaltigkeit in der Luftfrachtlogistik. Zudem setzt sich der Club dafür ein, Herausforderungen, seien sie technischer, regulatorischer oder ökologischer Natur, gemeinsam mit den Mitgliedern zu bewältigen und den Standort Deutschland als Hub für den Luftfrachtverkehr zu stärken.
Luftfrachtersatzverkehre und globale Infrastrukturprojekte im Fokus
Die Jahreshauptversammlung des aircargo club deutschland im Jahr 2026 markiert einen wichtigen Meilenstein für die Luftfrachtbranche. Die einstimmige Bestätigung des Präsidiums zeigt, dass die Mitglieder Kontinuität und erfahrene Führung schätzen, die notwendig sind, um die vielschichtigen Herausforderungen zu adressieren. Gleichzeitig ist die Forderung nach einem umfassenderen Entlastungspaket ein eindeutig formuliertes Signal an die politische Ebene, das strategische Potenzial der Luftfracht für die deutsche Wirtschaft anzuerkennen und entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen.
Mit einem anspruchsvollen Jahresprogramm, das Zukunftsthemen wie Luftfrachtersatzverkehre und globale Infrastrukturprojekte in den Fokus nimmt, positioniert sich der aircargo club deutschland als zentrale Drehscheibe für Wissen, Netzwerkpflege und Interessenvertretung. Die Bedeutung der Luftfracht für die Sicherung und Weiterentwicklung der deutschen Exportwirtschaft ist unbestritten und verlangt nach einer nachhaltigen politischen Unterstützung, die über kurzfristige Maßnahmen hinausgeht.
Insgesamt liefert die Versammlung nicht nur eine Bestandsaufnahme, sondern auch eine klare Fahrtrichtung für ein erfolgreiches Jahr, in dem sich die Luftfrachtbranche den aktuellen und kommenden Herausforderungen stellt – stets mit dem Ziel, Deutschland als führenden Luftverkehrsstandort zu erhalten und auszubauen.










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