Drohne Barracuda – Dekade der Entwicklung

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Cassidian blickt mit dem unbemannten Technologie-Demonstrator UAS Barracuda (UAS – Unmanned Aerial System, unbemanntes Flugzeugsystem) auf eine nunmehr 10-jährige Testflugerfahrung zurück – eine einzigartige Fähigkeit. Barracuda ist Teil einer umfassenden UAS-Kompetenz, die Cassidian zum führenden europäischen Unternehmen in diesem Hochtechnologiebereich macht.

“Mit diesem in Europa einzigartigen unbemannten Versuchsträger ist Cassidian in der Lage, die weitere Technologieentwicklung unbemannter Flugsysteme voranzutreiben”, erklärt Rolf Wirtz, Leiter Mission Systems bei Cassidian und einer der Gründungsväter des Barracuda. “Die unternehmenseigene Testplattform hat viele Vorteile, nicht zuletzt den uneingeschränkten Zugang zu allen Hard- und Softwarekomponenten”, unterstreicht Wirtz.

Forschung und Tests, inklusive Kollisionsvermeidung TCAS

Barracuda ermöglicht Cassidian die Erforschung aller Kernfragen des unbemannten Fliegens. Dazu gehören auch die Entwicklung des UAS-Kollisionsschutzsystems TCAS oder Aspekte der Automatisierung. Die beiden Erpobungsschwerpunkte liegen derzeit in der vernetzten Operationsführung sowie der Integration von Unbemannten Flugsystemen in den kontrollierten Luftraum. Über 540 Bodentest und 13 Flugtests hat Barracuda seit Beginn der Entwicklungsaktivitäten des Erpobungsträgers im Jahr 2003 absolviert. Die Testergebnisse der Barracuda-Erprobung fliessen unmittelbar in die Entwicklung zukünftiger UAS bei Cassidian mit ein.

Der Erprobungsträger Barracuda weist bei einer Länge von über acht Metern eine Spannweite von mehr als sieben Metern und ein maximales Abfluggewicht von gut drei Tonnen auf. Der von einer Pratt & Whitney Canada-Strahlturbine mit 14 Kilo-Newton Schubleistung angetriebene und autonom operierende Versuchsträger wird während der Testflüge lediglich hinsichtlich seiner Flugsicherheit überwacht.

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Die Struktur des unbemannten Fluggeräts besteht vollständig aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff (CFK). Mit Ausnahme des Fahrwerks handelt es sich um ein innovatives, “elektrisches Fluggerät”, das im Gegensatz zu herkommlichen Flugzeugen ohne Hydraulik-Komponenten auskommt und stattdessen über elektromechanische Stellantriebe verfügt.

Barracuda verfügt über einen Aktionsradius von bis zu 200 km, einer Flughöchstgeschwindigkeit von Mach 0,6 und seine Testinstrumentierung kann bis zu 300 kg wiegen. Alle Testdaten werden in nahezu Echtzeit an die Bodenkontrolle übertragen, wo sie den Flugtestingenieuren zur augenblicklichen Auswertung und Analyse zur Verfügung stehen.

Modularer Aufbau sorgt für vielseitige Teskonfigurationen

Barracuda ist modular aufgebaut und hinsichtlich seiner Konfiguration flexibel ausgelegt, um unterschiedlichste Systeme und Flugprofile erproben zu können. Damit bietet Barracuda die bestmögliche Testumgebung, um wesentliche Erkenntnisse für anwendungsreife UAS-Produkte der nächsten Generation zu sammeln. Die offene und modulare Struktur des Avionik-Systems erlaubt die Einbindung einer Vielzahl verschiedener Sensoren und Datenfunkverbindungslösungen in das Trägersystem. Es besteht außerdem die Möglichkeit, sowohl elektro-optische und Infrarot-Sensoren, Laser-Zielmarkierer, Detektoren für radiomagnetische Strahler (Emitter Locator System – ELS) als auch fortschrittliche Synthetic Aperture Radare – SAR, nach dem Multi-Sensor-Prinzip in der Nutzlastbucht des Barracuda zu integrieren.

Im Mai 2006 startete Barracuda in Murcia, Spanien, zu seinem Erstflug. Seit 2009 erfolgen die Flugtests vom kanadischen Militärflugplatz Goose Bay aus. Barracuda absolvierte dabei nicht zuletzt im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprogramms “Agile UAV in Network Centric Environment” (Agiles unbemanntes Flugzeug in vernetzter Umgebung) des Bundesamtes für Ausrüstung und Informationstechnik der Bundeswehr (BAAInBw) Testflüge für die Verfahren unbemannten Fliegens für die Bundeswehr. Weitere Kampagnen sind in der Planung.