Boeing und South African Airways für Biotreibstoff

Boeing und South African Airways (SAA) wollen bei der Entwicklung und Implementierung einer nachhaltigen Versorgungskette für Bio-Flugkraftostoffe in Südafrika zusammenarbeiten, der ersten ihrer Art auf dem Kontinent. Beide Unternehmen unterzeichneten dazu eine Absichtserklärung im Beisein Firmen- und Regierungsvertretern mehrerer Länder.

Die Kooperation zwischen Boeing und SAA ist Teil unternehmensübergreifender Anstrengungen, Südafrikas soziale und wirtschaftliche Entwicklung zu fördern, aber auch ein ökologisch nachhaltiges Wirtschaften für die Airlines und Unternehmen der zivilen Luftfahrt insgesamt zu erreichen.

Impulse für wirtschaftliche Entwicklungen vor Ort

"South African Airways nimmt bei nachhaltigen Flugkraftstoffen die Führungsposition ein und kann so, mit bestem Beispiel vorangehend, die Projekte für Bio-Flugkraftstoffe in der Region positiv mitgestalten." sagte Ian Cruickshank, Head of Group Environmental Affairs bei der SAA. Durch die Zusammenarbeit mit Boeings Biokraftstoff-Team, das schon Erfahrung beim Partnering hat um solche Treibstoffe näher zur Marktreife zu bringen, wolle man weltweite Spitzentechnologien bei den speziellen Gegebenheiten Südafrikas zur Anwendung bringen. Der Bevölkerung in Südafrika böten sich dabei ganz neue Möglichkeiten, und SAA diversifiziert gleichzeitig auch seine Energiequellen.

Der Flugzeugbauer hat weitläufige Kooperationen mit Fluggesellschaften, Forschungsinstituten, Regierungen und den Anteilseignern um Roadmaps zur Versorgung mit Bio-Flugkraftstoffen in verschiedenen Ländern und Regionen zu auszuarbeiten, so in den USA, China, Australien und Brasilien. Das Projekt mit der SAA ist nun das erste derartige Unterfangen Boeings in Afrika.

Biokraftstoff besser als Erdöl-basierter Treibstoff

Flugtests haben gezeigt, dass aus organischen Quellen wie Pflanzen oder Algen gewonnene Biokraftstoffe ebenso gute oder sogar bessere Eigenschaften haben als Erdöl-basierte Flugzeugtreibstoffe. Wenn sie nachhaltig gewonnen werden können, tragen solche Biokraftstoffe bei Weitem weniger zu einem globalen Klimawandel bei als traditionelle Treibstoffe, da das Kohlendioxid (CO2) zuvor durch Wachstum des pflanzenbasierten Ausgangsmaterials der Atmosphäre entzogen wurde.

Biokraftstoffe haben sich unter den Anforderungen für den Flugbetrieb schon als Beimischung von bis zu 50 Prozent zu konventionellem Treibstoff bewährt. Seit dem die Tauglichkeit des Treibstoffes gezeigt wurde, wurden weltweit schon über 1.500 Passagierflüge mit Biokraftstoffen geflogen.

Wichtige Rolle für CO2-Reduktion

"Nachhaltige Bio-Flugkraftstoffe werden eine zentrale Rolle bei der langfristigen Reduzierung des CO2-Ausstoßes in der Luftfahrt spielen, und wir sehen ein enormes Potential für diese Treibstoffe in Afrika," sagte Julie Felgar, Bereichsleiterin für Umweltstrategien bei Boeing Commercial Airplanes.

"Boeing und South African Airways haben sich der Suche nach Ausgangsstoffen und Prozessen verschrieben, die den strengen Nachhaltigkeitsrichtlinien entsprechen, und positive Impulse für Südafrikas Wirtschaft haben können."

Boeing und SAA teilen die Auffassung, dass es mit neuen Technologien möglich sein wird, Biomasse ohne Konkurrenz mit anderen Sektoren, zum Beispiel zur Nahrungsproduktion oder zur Trinkwasserversorgung, auf nachhaltige Weise in Flugtreibstoff umzuwandeln. Der World Wildlife Fund-South Africa soll dazu die Einhaltung dieser Nachhaltigkeitsvorgaben überwachen und damit die Integrität der Biokraftstoffe und ihren Beitrag bei der CO2-Reduktion sicherstellen.