20 Jahre ARA Rettungshubschrauber in Österreich

20 Jahre ARA Rettungshubschrauber in Österreich
20 Jahre ARA Rettungshubschrauber in Österreich (Quelle: ARA Flugrettung)
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Am 10. August feierte die österreichische Tochtergesellschaft der DRF Luftrettung, die ARA Flugrettung, ihren 20. Geburtstag. Zum Jubiläum wird in diesem Jahr eine neue Ära eingeläutet: Die Trainings für den Nachtwindenbetrieb beginnen.

Kärnten sollte eine bessere Notfallrettung erhalten, dazu gründete die DRF Luftrettung gemeinsam mit dem Roten Kreuz Kärnten am 10. August 2001 das gemeinnützige Unternehmen “ARA Flugrettung”. Mittlerweile haben sich deren zwei Stationen Fresach (RK-1), Kärnten, und Reutte (RK-2), Tirol, als unverzichtbare und professionelle Säulen der notfallmedizinischen Versorgung im jeweiligen Bundesland etabliert. Dies belegen auch die Einsatzzahlen: Die beiden Hubschrauber in Reutte und Fresach flogen seit der Gründung des gemeinnützigen Unternehmens im Jahr 2001 rund 32.200 Einsätze.

Luftretter: Neue Technik und am schnellsten vor Ort

In den letzten Jahren liegt der Fokus der ARA Flugrettung besonders darauf, die Luftrettung durch die Investition in neue Technik und Innovation weiterzuentwickeln und voranzutreiben. 2018 wurde mit der H145 der weltweit modernste Hubschraubertyp in Dienst gestellt, 2019 und 2020 weiteten die Stationen ihre Dienstzeiten aus und starten seither, unterstützt durch Restlichtverstärkerbrillen, auch bei Dunkelheit zu ihren Flügen.

Ihren 20. Geburtstag begeht die ARA Flugrettung, aufgrund der nach wie vor sensiblen Situation rund um das Corona-Virus, mit einem kleinen, nicht öffentlichen Festakt in Fresach, bei dem den anwesenden Gästen auch erstmals eine Nachtwinden-Bergung live demonstriert wird. Mit diesem Demoflug wird eine neue Ära eingeläutet. Im Galeriebild: Geschäftsführer der ARA Flugrettung Thomas Jank (rechts) und stellv. Geschäftsführer der ARA Flugrettung Andreas Grießer im Jahr 2017 bei einem Besuch in der Werft der DRF freuen sich, mit der nächtlichen Windenrettung die Notfallversorgung für die Menschen in der Region weiter zu verbessern.

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Rettungswinde bei Nachtflug einsetzen

Pünktlich zum Geburtstag wird das nächste große Kapitel aufgeschlagen: Als erste Luftrettungsorganisation in Österreich und Deutschland plant die ARA Flugrettung ab dem kommenden Winter Windenrettungen auch bei Dunkelheit durchzuführen. Im September starten die dafür notwendigen Trainings. Warum der Nachtwindenbetrieb als echter Meilenstein bezeichnet werden kann, erklärt der Flugbetriebsleiter der ARA Flugrettung Jörg Redetzky: “Beim Zusammenspiel zwischen Pilot, Winden-Operator, Notarzt und Flugretter muss wirklich jeder Handgriff exakt sitzen. Wir konnten nun nachweisen, dass die von uns erarbeiteten Verfahren auch bei Nacht dem hohen Sicherheitsniveau der europäischen Behörden entsprechen. Und so gehen wir nun den nächsten Schritt mit der Windenoperation bei Dunkelheit.”

Die Verfahren dazu wurden bei der ARA Flugrettung über viele Monate akribisch erarbeitet. Für den leitenden Windenoperator der ARA Flugrettung Christian Zlöbl eröffnet diese Möglichkeit völlig neue Perspektiven: “Speziell bei Bergungen im unwegsamen oder alpinen Gelände nach Einbruch der Dunkelheit sind deutliche Verbesserungen zu erwarten. Zum Wohle des Patienten und auch zu Gunsten der Helfer am Boden.”

Für die gemeinnützige ARA Flugrettung arbeiten aktuell 73 Personen: neun Piloten, neun Windenoperator (HEMS TC), 19 Flugretter, 28 Notärzten und acht Verwaltungskräfte. Geflogen wird immer mit einer vierköpfigen Crew (Piloten, Windenoperator, Flugretter, Notärzte), die bei Bedarf sogar noch um weitere Spezialkräfte (Bergretter, Fachärzte, Intensivpfleger, Hundeführer bei Lawineneinsätzen…) ergänzt werden kann. Alarmiert werden die beiden Notarzthubschrauber ausschließlich durch die jeweiligen Landesleitstellen.