Einigung auf neuen Manteltarifvertrag bei Condor
Die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) und die Fluggesellschaft Condor haben sich auf einen neuen Manteltarifvertrag für die Kabinenbeschäftigten verständigt. Die Vereinbarung gilt ab dem 1. Januar 2027. Sie fasst die bislang je nach Eintrittsdatum geltenden unterschiedlichen Tarifregelungen in einem einheitlichen Vertragswerk zusammen. Im Fokus stehen dabei insbesondere mehr Freizeit, eine verlässlichere Dienstplanung und ein besserer Schutz der freien Tage.
Die wesentlichen Neuerungen im Überblick
Zu den wesentlichen Neuerungen zählen zusätzliche garantierte freie Tage sowie erweiterte Möglichkeiten, persönliche Wünsche bei der Dienstplanung einzubringen. Darüber hinaus werden die Vorgaben für Bereitschaftsdienste angepasst und die Bewertung der Arbeitsbelastung während des Flugbetriebs grundlegend neu gestaltet. Damit soll die tatsächliche Beanspruchung des Kabinenpersonals künftig realistischer berücksichtigt werden. Gleichzeitig sollen die neuen Regelungen den betrieblichen Anforderungen der Airline Rechnung tragen.
Herausfordernde Verhandlungen in schwierigem Marktumfeld
Nach Angaben der Gewerkschaft gingen dem Tarifabschluss umfangreiche Vorbereitungen voraus. Die Verhandlungen basierten auf einer Befragung der Mitglieder sowie einem umfassenden Forderungskatalog. Bereits im Februar 2026 hatten sich beide Seiten auf gemeinsame Eckpunkte verständigt.
Die anschließenden Gespräche über die endgültigen Vertragsinhalte gestalteten sich angesichts der wirtschaftlichen Situation der Luftfahrtbranche schwierig. Insbesondere gestiegene Kerosinkosten sowie hohe staatliche Abgaben und Gebühren setzen den deutschen Fluggesellschaften zu. Auch Condor steht vor der Herausforderung, unter diesen Bedingungen wirtschaftlich zu bestehen und gleichzeitig das Streckennetz sowie die eigenen Zubringerverbindungen weiterzuentwickeln.
Ein wichtiges Signal für Beschäftigte und Tarifpartnerschaft
Umso mehr wertet UFO die Einigung als wichtiges Signal für die Tarifpartnerschaft. Sie zeige, dass auch unter schwierigen wirtschaftlichen Voraussetzungen Verbesserungen für die Beschäftigten ausgehandelt werden können. Darüber hinaus verbindet die Gewerkschaft mit dem Abschluss die Hoffnung auf langfristig gesicherte Arbeitsplätze und weitere Neueinstellungen.
UFO-Vorstandsmitglied Mohammad Sotoudeh betonte insbesondere die Bedeutung der verbesserten Freizeitregelungen und der verlässlicheren Dienstpläne. Gerade bei wechselnden Einsatzzeiten im Flugbetrieb seien planbare freie Tage und ein wirksamer Schutz der Erholungszeit für das Kabinenpersonal von großer Bedeutung.
Abschließend würdigte Sotoudeh die Arbeit des Verhandlungsteams. Die Gespräche hätten angesichts der komplexen Themen und schwierigen Rahmenbedingungen ein hohes Maß an Ausdauer und fachlicher Präzision erfordert.
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