Ruag Space liefert Metop-Strukturteile

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Ruag Space wird die Strukturen und meteorologische Instrumente für die zweite Generation der Europäischen Metop-Wettersatelliten liefern. Vertreter des Hauptauftragnehmers Airbus Defence and Space und der Raumfahrtdivision von Ruag unterschrieben auf der Pariser Luft- und Raumfahrtmesse Verträge, die die Lieferung der Strukturen und Instrumente für sechs Satelliten vorsehen.

Die ersten beiden der insgesamt sechs Satelliten der Serie Metop-SG (Meteorological Operational Satellite – Second Generation) sollen Ende des Jahrzehnts den letzten Metop der ersten Generation ablösen. Etwa alle acht Jahre müssen sie ersetzt werden. Die Metop-Satelliten der zweiten Generation werden Europa also bis über das Jahr 2040 hinaus mit Wetterdaten versorgen.

Signale von Navigationssatelliten ausgewertet

In Schweden baut Ruag so genannte Radio-Okkultations-Instrumente für die sechs neuen Metop-Satelliten. Diese Instrumente messen Temperatur, Druck und Feuchtigkeit in der Erdatmosphäre, indem sie Signale von Navigationssatelliten empfangen und analysieren, wie diese Signale auf ihrem Weg durch die Atmosphäre verändert wurden.

Neben den weit bekannteren Meteosat-Satelliten sind die Metop-Satelliten das zweite Standbein im europäischen Wettersatelliten-Verbund. Während die Meteosats die Erde aus ihrer geostationären Position in 36.000 Kilometern Höhe großräumig beobachten, umrunden die Metops die Erde in nur etwa 800 Kilometern Höhe.

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Dabei erfassen sie relativ kleine Bereiche der Erdatmosphäre mit hoher Genauigkeit. Besonders mittel- und langfristig lässt sich das Wetter mit den Daten so viel genauer vorhersagen, als es mit geostationären Satelliten allein möglich wäre.

Vergleichbar mit der selbsttragenden Karosserie eines Autos bildet die Struktur das “Rückgrat” des Satelliten. An ihr bzw. in ihr sind alle anderen Komponenten des Satelliten montiert. Ruag wird die Satellitenstrukturen in Zürich nicht nur entwickeln und fertigen, sondern bereits vorintegrieren, das heißt, eine Reihe anderer Baugruppen wird in die Strukturen eingebaut, beispielsweise die Kabelbäume und das System zur Kontrolle der Temperatur im Innern des Satelliten. Die Strukturen für die neuen Wettersatelliten werden in der Schweiz entwickelt und gebaut, die Instrumente kommen von der schwedischen Tochtergesellschaft Ruag Space AB. Das Gesamt-Auftragsvolumen liegt bei rund 60 Millionen Euro.