Austrian Airlines mit leichtem Minus

Austrian Airlines hat in den neun Monaten des laufenden Jahres 2014 ein operatives Ergebnis von minus sieben Millionen Euro erwirtschaftet. Der starke Rückgang des Ergebnisses im Vergleich zum Vorjahr (Januar bis September 2013: 19 Millionen Euro) steht vor allem im Zusammenhang mit Einmaleffekten aus der bilanziellen Berücksichtigung von Abfertigungszahlungen für das Flugbetriebspersonal der Tyrolean Airways. Bekanntlich wurde mit dem Betriebsrat Bord eine grundsätzliche Einigung über einen neuen Kollektivvertrag erzielt.

Teil dieser Einigung ist die Überführung der Mitarbeiter von der Tyrolean Airways in die Austrian Airlines. Austrian Airlines CEO Jaan Albrecht: "Ich bin mit dem finanziellen Ergebnis naturgemäß nicht zufrieden. Gleichzeitig freue ich mich darüber, dass wir mit der Grundsatzeinigung eine Lösung für unsere Zukunft gefunden haben. Für das heurige Jahr bedeutet das ein nochmaliges Senken unserer Prognose auf ein leichtes Plus über Null."

Zahlen und Entwicklung

Die operativen Aufwendungen konnten trotz der einmaligen Aufwendungen im Zusammenhang mit den Abfertigungszahlungen in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres auf 1.648 Mio. Euro stabil gehalten werden (Januar bis September 2013: 1.648 Mio. Euro).

Die operativen Gesamterlöse sind in den ersten neun Monaten 2014 um 1,6 Prozent auf 1.641 Mio. Euro leicht gesunken (2013: 1.667 Mio. Euro). Das operative Ergebnis hat zum 30.September 2014 minus sieben Mio. Euro betragen. Im Vorjahr lag das operative Ergebnis bei +19 Mio. Euro.

Austrian Airlines hat in den ersten neun Monaten 2014 8,7 Millionen Gäste befördert. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einer leichten Steigerung von 0,6 Prozent. Austrian hat sein Angebot zwar der schwächelnden Nachfrage in Europa angepasst, doch konnte sie gleichzeitig durch die Eröffnung einer weiteren US-Destination auf dem Nordatlantik wachsen.

Kapazität und Belegschaft erweitert, Pünktlichkeit Spitze

Die Kapazität, ausgedrückt in angebotenen Sitzkilometern (ASK), ist um 4,6 Prozent gestiegen. Die Auslastung hat sich um einen Prozentpunkt weiter auf 79,8 Prozent verbessert (2013: 78,8 Prozent). Der Personalstand der Austrian Airlines Group inklusive ihrer vollkonsolidierten Töchter lag zum Stichtag 30. September 2014 bei 6.188 Mitarbeitern (30. September 2013: 6.222 Mitarbeiter).

Spitzenwerte erreicht Austrian Airlines nach wie vor bei ihrer Pünktlichkeit. Mit einer Abflugspünktlichkeit von 89,9 Prozent lagen die Werte von Austrian Airlines weiterhin über dem europäischen Durchschnitt. Die Regelmäßigkeit lag bei 98,8 Prozent, leicht unter dem Vorjahr.

Krisen in Europa und Nahost, gute Performance in Nordamerika

Nach wie vor machen die Krisengebiete um die Ukraine und Russland Austrian Airlines als Osteuropa-Spezialist zu schaffen. Viele Strecken mussten temporär eingestellt werden – darunter Kharkov und Rostow. Die Airline verzeichnet deshalb dort Umsatz- und Passagierrückgänge. Eine ähnliche Situation findet sich im Nahen Osten wieder. Obwohl Austrian-Destinationen wie Erbil oder Tel Aviv wieder regelmäßig anfliegen kann, bleiben Destinationen wie Bagdad, Tripolis oder Damaskus wohl noch länger ausgesetzt.

Freude macht der österreichischen Fluglinie hingegen die Langstrecke nach Nordamerika. Die neuen Routen nach Chicago und Newark entwickeln sich sowohl bei der Auslastung als auch im Ergebnis hervorragend. Auch das erweiterte Anbot nach Washington, wo das eingesetzte Fluggerät von einer Boeing 767 auf eine größere Maschine vom Typ Boeing 777 getauscht wurde, konnte gut abgesetzt werden.

Mehr Passagiere mit Boeing 777 in der Langstreckenflotte 2014

Durch die Erweiterung der Flotte um ein Langstreckenflugzeug wird trotz der erwähnten Krisen in wichtigen Verkehrsgebieten ein moderates Passagierwachstum sowie eine Umsatzsteigerung angenommen. Austrian Airlines erwartet nun ein nur noch leicht positives operatives Ergebnis. Die Veränderung der Prognose ist im Wesentlichen auf die notwendige bilanzielle Vorsorge für die aus dem Kollektivvertragsabschluss resultierenden Abfertigungszahlungen zurückzuführen.