Lufthansa Technik und GE Aviation planen Joint Venture für Großtriebwerke

Geschätzte Lesedauer: 2 Minuten

Die Lufthansa Technik AG und GE Aviation wollen einen hochmodernen Überholungsshop für die Überholung von Flugzeugtriebwerken der Typen GEnx-2B sowie GE9X aufbauen. Gemäß der Absichtserklärung (MoU) soll das neue Joint Venture 2018 seinen Betrieb aufnehmen.

Der Präsident und CEO von GE Aviation, David Joyce, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lufthansa, Carsten Spohr, der Präsident und CEO von GE Aviation Services, Kevin McAllister, und der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa Technik AG, Dr. Johannes Bußmann, haben das MoU gemeinsam bei der Paris Airshow unterzeichnet.

Aufbau für GE-Triebwerke der Boeing 747-8 und 777X

Das neue Joint Venture soll technisch so ausgestattet werden, dass es die komplette Bandbreite an Wartungs- und Überholungsarbeiten für die Triebwerkstypen GEnx-2B sowie GE9X abdecken kann. Diese treiben die Boeing 747-8 beziehungsweise die Boeing 777X an. Die beiden Partner werden außerdem ihre Kooperation bei der Entwicklung von Reparaturverfahren und mobilen Unterstützungsservices fortsetzen.

“Wir haben uns verpflichtet, einen Shop auf Weltklasse-Niveau aufzubauen, der uns dabei helfen wird, den zukünftigen Bedarf an GEnx-2B sowie GE9X Überholungen abzudecken”, sagte Kevin McAllister, Präsident und CEO von GE Aviation Services. “Lufthansa Technik genießt einen exzellenten Ruf aufgrund seiner Ingenieursexpertise und seiner Kundenservices. Wir freuen uns deshalb, unsere langjährige Partnerschaft mit der Gründung des neuen Unternehmens weiter auszubauen.”

- Anzeige -

Lufthansa als Entwickler

“Die Unterzeichnung dieser Joint Venture-Vereinbarung zeigt unsere Entschlossenheit, unsere langjährige und bewährte Partnerschaft in der technischen Betreuung und bei der Entwicklung modernster Groß-Triebwerke deutlich zu erweitern”, sagte Lufthansa Chef Carsten Spohr. Für die Lufthansa Technik AG betonte der Vorstandsvorsitzende Dr. Johannes Bußmann: “Die Kombination aus dem Know-how eines führenden Herstellers und dem umfassenden Erfahrungsschatz eines der weltweit führenden Wartungsunternehmen bedeutet höchste Qualität und Kostenvorteile für unsere Airline-Kunden.”

Die Lufthansa Technik AG betreut seit 40 Jahren alle bedeutenden Motormuster von GE und hat bereits die Fertigkeiten und Erfahrung für kleinere und schnellere Reparaturen am GEnx-2B Triebwerk der Boeing 747-8 entwickelt. Die beiden ersten sogenannten “Quick Turn” Wartungsevents werden gegenwärtig bearbeitet und werden Ende des Monats abgeschlossen sein. Lufthansa ist der größte Boeing 747-8 Betreiber und ist der Erstkunde für die Boeing 777-9X, von denen 34 bestellt sind und die ab 2020 ausgeliefert werden.

Mehr als 400 GEnx-2B Triebwerke sind im Flugbetrieb. Sie haben rund 1,7 Millionen Flugstunden und 300.000 Flugzyklen mit herausragenden Leistungen geliefert. Im Vergleich zum CF6 Triebwerk von GE bietet das GEnx Triebwerk einen bis zu 15 Prozent günstigeren Wert beim Treibstoffverbrauch und damit einen bis zu 15 Prozent niedrigere CO2-Ausstoß. Das GE9X Triebwerk wird über eine Schubkraft von rund 100.000 Pfund verfügen.

GE9X-Triebwerk

  • Ein Fandurchmesser von 3,35 Metern mit 16 Kompositschaufeln
  • eine neue Generation des Hochdruckverdichters mit einem Druckverhältnis von 27:1
  • eine Twin-Annular Pre-Swirl (TAPS)-Brennkammer der dritten Generation für hohe Effizienz und niedrigen Schadstoffausstoß sowie
  • keramische Faserverbundwerkstoffe (CMC) in Brennkammer und Triebwerk.

Rund 700 GE9X Triebwerke wurden bisher von Kunden seit dem Verkaufsstart der Boeing 777X im Jahr 2014 bestellt. Die Zertifizierung des Triebwerksmusters ist für 2018 geplant.

Auf dem Foto die Unterzeichnung des MoU (v.l.): Kevin McAllister (GE Aviation Services President and CEO ) und David Joyce (GE Aviation President and Chief Executive Officer), Carsten Spohr (Vorstandsvorsitzender Lufthansa AG) und Dr. Johannes Bussmann (Vorstandsvorsitzender Lufthansa Technik). Die endgültige Gründung des Joint Ventures steht noch unter dem Vorbehalt des Erhalts der nötigen behördlichen Freigaben.

Bilder: © Lufthansa Technik AG