Lufthansa startet standardmäßig mit 1.000-Fuß-Acceleration

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Die Änderung der Beschleunigungshöhe auf 1.000 Fuß erfolgt nach den Vorgaben der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO. Lufthansa hat die entsprechende Genehmigung zur Änderung des Verfahrens vom Luftfahrtbundesamt und dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) bereits vor längerer Zeit erhalten und setzt auf weniger Kerosinverbrauch und Schall-Emissionen.

Wie funktioniert die 1.000-Fuß-Acceleration?

Beim Start steigt ein Flugzeug nach dem Abheben von der Startbahn üblicherweise zunächst bis auf eine bestimmte Höhe mit ausgefahrenen Landeklappen und konstanter Geschwindigkeit. Dazu wird bei modernen Flugzeugen in der Regel nicht der maximal verfügbare, sondern ein reduzierter Startschub genutzt. Bei Erreichen einer ersten Zielhöhe wird der Schub der Triebwerke auf Steigschub verändert. Im weiteren Verlauf des Abfluges muss das Flugzeug beschleunigen, um die Klappen einfahren und anschließend mit einer höheren Geschwindigkeit auf die Reiseflughöhe steigen zu können. Die Höhe, in der die Geschwindigkeitszunahme beginnt, wird Beschleunigungs-Höhe oder Acceleration-Altitude genannt.

Durch die Variation dieser beiden Höhen ergibt sich eine Abnahme des Luftwiderstands beim Einfahren der Klappen und somit des Treibstoffverbrauch. Lufthansa geht davon aus, dass durch die Änderung des Verfahrens allein in Deutschland über 3.000 Tonnen weniger Treibstoff verbraucht würde. Das entspräche rund 10.000 Tonnen weniger CO2-Ausstoß. Weltweit liegt die Umweltentlastung deutlich höher: circa 6.000 Tonnen weniger Kerosin bzw. etwa 19.000 Tonnen weniger CO2.

Bei der weltweit größten Untersuchung zur Schallentwicklung eines Abflugverfahrens haben die Messpunkte nun über 70.000 Lufthansa-Starts registriert. Dies entspricht mehr als der Hälfte aller Abflüge der Fluglinie in Frankfurt. Die Auswertungen der erfassten Daten hat das Forum Flughafen und Region vorgenommen und konnte dabei keine signifikanten Veränderungen in den Schallemissionen durch das veränderte Startverfahren feststellen.

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1.000-Fuß-Acceleration weltweit gängige Praxis

Lufthansa hatte seit August 2013 über einen Zeitraum von zwölf Monaten einen Probebetrieb zur Schallentwicklung des 1.000-Fuß-Acceleration-Verfahrens durchgeführt. Dabei setzten Flugzeuge an der Startbahn West des Flughafens Frankfurt die Höhen des Steigschubs und zur weiteren Beschleunigung ("Acceleration") von 1.500 Fuß (ca. 457 Meter) auf 1.000 Fuß (ca. 305 Meter), sofern die örtlichen Beschränkungen der jeweiligen Abflugroute dies zuließen.

Die Messergebnisse stützen die bereits vorliegenden, aufwendigen Berechnungen im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie von Lufthansa, der Technischen Universität Berlin und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Auf dieser Basis hat Lufthansa entschieden, das veränderte Startverfahren ab heute deutschlandweit einzuführen und damit den weltweit etablierten Standard global umzusetzen. Viele andere Fluggesellschaften nutzen dieses Abflugverfahren schon seit Jahren, sodass es an den meisten deutschen und internationalen Flughafenstandorten bereits gängige Praxis ist, weil der Treibstoffverbrauch und die CO2-Emissionen dabei deutlich geringer sind.