Dornier 228 auf Demo-Tour am Kap Verde Retter in der Not

Der Dornier 228-Demonstrator der Ruag Aviation wurde am 11. April 2016 zu einem Such- und Rettungseinsatz vor der Küste von Praia – der Hauptstadt der Republik Kap Verde – gerufen. Das Flugzeug kam aufgrund seiner hervorragenden Tiefflugeigenschaften und Lageerkennungsfähigkeiten zum Einsatz.

Die Such- und Rettungsmission erfolgte nach Beendigung einer Demotour des Dornier-228-Demonstrators durch Lateinamerika auf dem bereits sieben Stunden dauernden Nonstop-Flug von Natal in Brasilien zurück nach Europa.

Demonstrator-Konfiguration ermöglichte Ortung

Die der Ruag gehörende Dornier 228 näherte sich gerade dem Flughafen von Praia, Kap Verde, als die Flugsicherung die Maschine als einziges Flugzeug in der Nähe identifizierte, das sich für einen Such- und Rettungseinsatz unter den gegebenen Bedingungen eignete. Denn eine tief hängende Wolkendecke, ein sich verdunkelnder Himmel und die geringe Größe des verunglückten Bootes würden eine Bergung erheblich erschweren. Nach Erhalt des Rettungsauftrags setzte die Maschine ihren Sinkflug von der Reiseflughöhe von 3.000 Metern auf 300 Meter fort und begann mit einem Suchflug in Form einer viereckigen Spirale.

Der Notfalleinsatz erfolgte um 19:30 Uhr UTC vor der Südküste der Republik Kap Verde, nachdem das Flugzeug bereits einen siebenstündigen Flug vom Flughafen Natal in Brasilien absolviert hatte. Für Crew und Maschine verlängerte sich dadurch die Flugzeit für die Atlantikquerung um 40 Minuten, ohne dass eine Möglichkeit zum Auftanken bestand. Das mit einer Mehrzweckkonfiguration ausgestattete Flugzeug führte zwei Suchflüge an unterschiedlichen Positionen durch.

Sicht frei auf Leuchtrakete

Nachdem die Bordinstrumente ein kurzes Notsignal empfangen hatten und ein Crewmitglied das Aufflackern einer abgefeuerten Leuchtrakete bemerkt hatte, konnte letztendlich die genaue Position des verunfallten Kajakfahrers ermittelt werden. Der verunglückter Kajakfahrer wurde dadurch trotz eingeschränkter Sicht erfolgreich gerettet. Die Ruag-Maschine kehrte anschließend am 12. April 2016 zurück zu ihrer Heimbasis in Oberpfaffenhofen.

Flugkapitän Franz Huber, Testpilot der Ruag Aviation, erklärt dazu: “Nachdem der Tower die Koordinaten mitgeteilt hatte, programmierten wir unser Flugmanagementsystem (FMS) und begannen mit dem Suchflug entsprechend den programmierten Suchmustern. Als im Suchgebiet keine zu bergende Person ermittelt werden konnte, erhielten wir vom Tower veränderte Koordinaten. Damit wiederholten wir den Suchflug an anderer Stelle. Unsere Sensoren empfingen ein 20 Sekunden dauerndes akustisches Geräusch, das den Bordinstrumenten eine letzte Kurskorrektur gestattete. Dank der guten Manövrierfähigkeit der Dornier 228 konnten wir umgehend reagieren und direkt über der Stelle des ausgesendeten Notsignals hinwegfliegen. Die gewölbten Fenster und die freie Sicht nach unten ermöglichen eine optimale Lageerkennung, sodass wir die gezündete Leuchtrakete des Kajakfahrers erkennen konnten.”

Heimflug nach Europa

Die Dornier 228 ist bekannt für ihre überragende Flugtauglichkeit – insbesondere in geringen Höhen. “Unser Flugzeug eignet sich wie kaum ein anderes für derartige Einsätze und glücklicherweise waren wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit der richtigen Konfiguration zur Stelle, um die nötige Hilfe leisten zu können”, ergänzte Fabian Kölliker, Produktmanager Dornier 228 bei der Ruag Aviation. Und er fährt fort: “Bei unserer Demotour durch Lateinamerika präsentierten wir die Mehrzweckkonfiguration des Modells, weswegen wir diesen Such- und Rettungseinsatz erfolgreich und effizient absolvieren konnten. Unsere Crew half gerne in dieser Notsituation und war froh, als die Küstenwache die Rettung des Kajakfahrers bestätigte.”

Der in Deutschland beheimatete Dornier-228-Demonstrator der Ruag Aviation befand sich im Anschluss an eine einmonatige Demotour durch Lateinamerika auf dem Rückflug nach Europa. Er legte dabei zwischen dem 29. Februar und 10. April eine Strecke von insgesamt 20.285 NM zurück, um Vertretern von Regierungen, Streitkräften, Unternehmen und sonstigen Interessenten die Möglichkeit zu geben, die Dornier 228 aus unmittelbarer Nähe kennenzulernen. Auf ihrer Tour flog die Dornier 228 neun Länder und 17 Städte an, wo sie von mehr als 850 registrierten Besuchern besichtigt wurde.