Forschungsstandort Trauen: Wiederbelebung der Raketentechnik in Deutschland

Der Standort Trauen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) soll in Zukunft durch neue Testanlagen wieder verstärkt Bedeutung für die Luft- und Raumfahrtforschung erlangen. Hierzu wird der Bewilligungsbescheid am 15. Oktober 2012 durch den niedersächsischen Wirtschaftsminister Jörg Bode an den DLR-Vorstandsvorsitzenden Prof. Johann-Dietrich Wörner überreicht. Das Land Niedersachsen investiert rund 2,7 Millionen Euro. Das DLR gibt über 6,5 Millionen Euro für die Infrastruktur hinzu und Industriepartner Astrium fördert den Standort mit einer Million Euro.

Standort mit Geschichte wird für die Zukunft gerüstet


Faßberg im Landkreis Celle: Hier in der Südheide befindet sich der flächenmäßig größte Standort des DLR. Trauen bietet eine vorteilhafte Lage abseits aller Siedlungen und doch in der Nähe von Ballungsräumen für eine optimale Forschung an Raketenantrieben. Der Standort Trauen war seit Mitte der 30er Jahre die Wirkungsstätte des Raumfahrtpioniers Prof. Eugen Sänger (1905-1964) und wird seitdem für Versuche in der Luft- und Raumfahrtforschung genutzt. Zuletzt wurde hier in den 1960er Jahren die in Deutschland entwickelte Oberstufe der ersten europäischen Trägerrakete “Europa“ in Trauen getestet.

Nach der Einstellung dieses Projektes wurde es stiller in Trauen, eine kleine Mannschaft des DLR hielt noch mit akustischen Versuchen, Brandschutztests und Materialuntersuchungen für die Wiedereintrittstechnologie den Betrieb aufrecht. Die neuen Mittel sollen für eine umfassende Erneuerung und Erweiterung der Infrastruktur des Standorts verwendet werden und unter anderem für Wissenschaftler des DLR sowie für industrielle Partner gute Voraussetzungen für die Forschung schaffen.

Forschung zu Oberstufentechnologie und Kleintriebwerken für Satelliten

“Der DLR Standort Trauen soll zukünftig wieder verstärkt in das Netz der luft- und raumfahrttechnischen Testanlagen in Deutschland eingebunden werden”, erklärte der DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr.-Ing. Johann-Dietrich Wörner. “Einen Schwerpunkt wird dabei die Oberstufentechnologie für europäische Trägerraketen bilden, aber auch fortschrittliche Kleintriebwerke für Satelliten und Raumsonden sollen hier getestet werden.” Ziel ist es, Trauen auch für die Ansiedlung von Industriebetrieben im Umfeld der Luft- und Raumfahrttechnik interessant zu machen und damit einen Beitrag zur strukturellen Stärkung von Gemeinde und Region zu leisten.