Eurofighter bekommt Softwareupdate für Rakete Meteor

Eurofighter
Eurofighter (Quelle: Bundeswehr, © Dr. Andreas Zeitler: Flying Wings Aviation Photography)
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Zum ersten Mal wurde beim Taktischen Luftwaffengeschwader 74 in Neuburg ein Eurofighter mit der neuen Software P2Eb ausgestattet. Inhalt dieses Paketes sind zahlreiche Neuerungen, die dem Piloten unter anderem den Einsatz des Lenkflugkörpers Meteor ermöglicht. Eurofighter können damit noch mehr. Am 14. April fand am Fliegerhorst Neuburg der erste erfolgreiche Testflug mit der Software P2Eb statt. Vorerst läuft eine Testphase.

Fünf Eurofighter erhalten Update

Der offizielle Startschuss fiel am 14. April 2021 mit dem Ziel, die umfangreiche Testphase bis Juli 2021 abzuschließen und bereits in diesem Jahr an mehreren internationalen Übungen teilzunehmen. Insgesamt werden für die Einsatzprüfung drei Luftfahrzeuge des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 aus Neuburg sowie zwei Luftfahrzeuge vom Taktischen Luftwaffengeschwader 73 “Steinhoff” aus Laage umgerüstet.

Der Austausch der Aufnahmepunkte für den Lenkflugkörper Meteor ist ebenfalls Teil der Umrüstung. Mit der Meteor ist der Pilot künftig noch handlungsfähiger im Luftkampf. Ziel der Tests ist es, den Nachweis über die Zuverlässigkeit sowie die Tauglichkeit für den Einsatzflugbetrieb zu erbringen.

Meteor für Ziele, die der Pilot nicht sieht

Die Fähigkeit zum Einsatz Meteor bedeutet im Luftkampf auch, Ziele zu bekämpfen, die für den Piloten mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Ziele können somit frühzeitig bekämpft werden. Dadurch erhöht sich im Gefecht die Durchsetzungs- und Überlebensfähigkeit des Eurofighters erheblich. Um diese Fähigkeit zu erlangen, werden am Eurofighter mechanische Komponenten ersetzt, um den Luft-Luft-Lenkflugkörper Meteor aufnehmen zu können. Das heißt, die Aufnahmepunkte am Flugzeug wurden so umgebaut, dass diese künftig sowohl die AMRAAM als auch die Meteor transportieren und abfeuern können. Nach dem rein mechanischen Austausch erfordert dies zusätzlich ein mehrstündiges Softwareupdate, um die Änderungen in der Flugzeugsoftware zu hinterlegen.

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Stabsfeldwebel Uwe Schiller ist einer der Beteiligten, der für die Aufrüstung des Eurofighters in Neuburg mit verantwortlich ist. Als sogenannter Dock-Chef steuert er die Planungsabläufe und koordiniert alle Arbeiten rund um die Umstellung auf P2Eb in seinem Bereich. “Gerade aufgrund der Tatsache, dass ein Teil unseres Geschwaders als Haupttruppensteller die NATO-Mission Verstärkung Air Policing Baltikum in Estland stellt, ist mit der knappen personellen Ressource eine penible Planung das A und O”, so Stabsfeldwebel Schiller. “Auch wollen wir mit unserer Arbeit vor der Welle schwimmen, um angemessen reagieren zu können, falls es zu Unstimmigkeiten kommt”, so Schiller.

Wartungscomputer für schnellere Reparaturen

Das Update sorgt auch für einen besseren Schutz gegen gegnerische, radargestütze Bedrohungen durch Flugabwehrstellungen, Lenkflugkörper oder Systeme der Elektronischen Kampfführung (Eloka). Bedrohungen durch das Radar werden künftig früher erfasst und Gegenmaßnahmen können effizienter und wirkungsvoller eingeleitet werden. Ergänzend hierzu wird das Selbstschutzsystem aktualisiert. Überarbeitete Täuschkörper bieten einen effizienteren Schutz vor dem gegnerischen Waffenpotenzial.

Weiterhin wird der Pilot durch eine übersichtlichere und somit verbesserte Darstellung der Anzeigen und eine intuitivere Bedienung im Cockpit entlastet, was der Handlungsfähigkeit im Luftkampf zugutekommt. Neben einer verbesserten Test- und Diagnosefähigkeit am Wartungscomputer (Maintenance Data Panel), der Fehler des Flugzeugs schneller erkennt, verkürzen sich auch die Reparaturzeiten, was der Einsatzfähigkeit der Eurofighter-Flotte zugutekommen wird.

P2Eb ein Meilenstein für Eurofighter

Mit der Hochrüstung der Eurofighter-Flotte und dem Aufspielen der neuen Software P2Eb baut die Luftwaffe die Fähigkeiten des Luftfahrzeugs weiter aus und verbessert ihre Leistungs- und Einsatzfähigkeit. Ein wichtiger Meilenstein wurde erreicht. Erprobt wurde die Software-Version für den Einsatz der Meteor am Eurofighter-Testträger IPA7 in Manching von Testpiloten der Firma Airbus und der Wehrtechnischen Dienststelle für Luftfahrzeuge und Luftfahrtgerät der Bundeswehr 61 (WTD Wehrtechnische Dienststelle 61).