Kabine denkt an Arbeitskampf bei Ryanair

Nachdem in den vergangenen Wochen der Druck immer weiter zugenommen hatte und Arbeitskämpfe angekündigt waren, lässt sich die irische Low-Cost-Airline Ryanair nun auf Verhandlungen mit den Gewerkschaften des Cockpitpersonals an verschiedenen europäischen Standorten ein. Gleichzeitig erteilt sie jedoch Gesprächen mit den Vertretern der Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter weiterhin eine klare Absage. Die für das in Deutschland stationierte Kabinenpersonal zuständige Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) gibt daher bekannt, in Abstimmung mit dem europäischen Dachverband European Cabin Crew Association (EurECCA) den Druck auf Ryanair zu erhöhen.

Die Kollegen von Cockpit konnten erstmalig Ryanair zu Verhandlungen bewegen. Es könnte sich zwar um eine Hinhaltetaktik der Airline handeln, um möglichst ungeschoren das lukrative Weihnachtsgeschäft mitzunehmen. Doch erstmal ist es ein Etappenerfolg, sodass es sich für Airlinebeschäftigte lohnt, sich gewerkschaftlich zu organisieren und gemeinsam die Probleme anzugehen.

Nicht mit den Flugbegleitern

Aus Sicht der UFO ist es skandalös, dass sich Ryanair ausschließlich zu Verhandlungen mit den Pilotengewerkschaften begeben will, die Interessen des Kabinenpersonals jedoch ignoriert und sich öffentlich Gesprächen verweigert. Für die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter geht es um die Existenz, Gehälter bewegen sich nur knapp über Mindestlohnniveau, es drohe Altersarmut, Grundregeln des Arbeitsrechts würden laut der Kabinenpersonalvertreter nicht eingehalten.

Arbeitskampf angekündigt

Für Nicoley Baublies, UFO-Vorstand für Tarifpolitik, ist es ebenfalls ein Skandal, dass Ryanair eine Zweiklassengesellschaft errichten wolle. Wenn es sich wirklich bewahrheite, dass die Airline nur mit einer Beschäftigtengruppe verhandeln will, stehen die nächsten Arbeitskampfankündigungen an – dieses Mal dann in der Kabine. UFO wolle hier umgehend reagieren.

Das Unternehmen reagiere lediglich taktisch auf die Realitäten, nach dem EurECCA in enger Zusammenarbeit mit den Flugbegleitergewerkschaften in Belgien, Irland, Italien, Portugal und Spanien aktiv wurden.