Wettersatellit GEOS-17: NASA und NOAA ermitteln Fehler

Der Umweltsatellit der US-Umweltbehörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) GEOS-17, der noch nicht allzu lange im All ist, zeigt eine Funktionsstörung beim Infrarotsensor. Ein Team der NOAA und NASA glaubt nun, den Fehler im Wettersatelliten gefunden zu haben.

GOES-17 (Geostationary Operational Environmental Satellite) war am 01. März 2018 von Cape Canaveral Air Force Station in Florida gestartet worden. Das Foto zeigt den Satelliten noch im Reinraum beim Hersteller Lockheed Martin in Littleton, Colorado. GOES-17 ist einer von mehreren geostationären Wettersatelliten der nächsten Generation der NOAA, zu denen auch GOES-16, 18 und 19 gehören. Die Wettervorhersage soll durch sie weiter verbessert werden. GOES-17 befindet sich in der Position GOES-West. Er soll Starkregenereignisse wie auch Brände im Westen der USA erfassen, wozu Kalifornien, Alaska und auch Hawaii gehören. Auch Typhoons im östlichen Pazifik spürt der Satellit auf. Doch GEOS-17 hat eine gravierende Störung in seinem Instrument ABI.

GEOS-17: Infrarotsensor überhitzt

ABI ist das wichtigste Instrument zur Bildgebung auf dem Satelliten GOES-17 für das Wettergeschehen, die Ozeane und die Umwelt. Der Satellit nimmt die Erde in insgesamt 16 Spektralbereichen auf. Davon sind zwei im sichtbaren Licht, vier im nahen Infrarot und zehn im Infrarot. Nach dem Start durchläuft jeder Satellit zunächst eine Testphase. Dabei werden alle Systeme geprüft. Hier fiel auf, dass im Instrument ABI (Advanced Baseline Imager) der Infrarotsensor an bestimmten Umlaufpunkten nicht in die kalte Temperatur versetzt werden konnte, die ein Infrarotdetektor benötigt, um verlässlichWärmestrahlung zu messen. Die Folge war, dass das Instrument drei von 16 Bändern an bestimmten Zeiten des Jahres verlor.

Pannenuntersuchungsteam der Behörden NASA und NOA

Ein Pannenuntersuchungsteam der Behörden NASA und NOAA hat die wahrscheinlichste Ursache für den Ausfall des Systems auf dem Satelliten jetzt ausgemacht. Aus allen zusammengetragenen Daten schließen die Ingenieure, dass die Panne im ABI höchstwahrscheinlich im Kühlsystem des Instrumentes liegt. Vermutlich ist eine Kühlschleife unterbrochen, welche die Hitze von der ABI-Elektronik zum Kühlkörper, dem Radiator, abführen soll. Damit ist der Kühlmittelstrom unterbrochen und der ABI überhitzt in Folge. Dies macht den Infrarotsensor unempfindlich. NASA und NOAA wollen nun Betriebsweisen finden, um die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten und die Qualität der Daten zu verbessern.

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