“Schieben, Kehren, Blasen” gegen Eis und Schnee

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Der Winterdienst des Dresdner Flughafens ist für den ersten Schnee gewappnet. 140 Mitarbeiter der Bereiche Verkehr, Technik und des Abfertigers PortGround GmbH sind für den Wintereinsatz ausgebildet. Nach dem Prinzip "Schieben, Kehren, Blasen" befreien sie eine insgesamt 76 Fußballfelder große Fläche von Schnee und Eis.

Das zu beräumende Areal ist 543.100 Quadratmeter groß. Davon entfallen 245.000 qm auf die Flugzeug-Abstellplätze, 171.000 qm auf die Start- und Landebahn, 90.600 qm auf die Rollwege und 36.500 qm auf die Flughafenrandstraße.

Mechanische Reinigung hat Vorfahrt

Die Besen der 850 PS starken, bis zu 60 km/h schnellen Kehrblasgeräte sind 5,50 Meter breit. Fährt die Flotte versetzt nebeneinander, kann sie die 60 Meter breite Start- und Landebahn mit nur zwei Fahrten räumen. Die stärkste Schneefräse "Supra 5001" mit 571 PS "frisst" sich pro Stunde durch bis zu 5.000 Tonnen Schnee und wirft ihn bis zu 40 Meter weit nach links und rechts zielgenau aus.

Diese mechanische Räumtechnik hat aus Umweltschutzgründen Vorrang. Setzt trotzdem eine Vereisung ein, streut der Winterdienst zusätzlich feuergetrockneten Quarzsand. Unter extremen Bedingungen wird die Start- und Landebahn auch mit einem etwa 50-prozentigen Kaliumacetat enteist. Ein Spezialfahrzeug ("Surface-Friction-Tester") misst regelmäßig die Bremswerte auf der Start- und Landebahn.

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Um den Einsatz chemischer Mittel gering zu halten, messen Sonden eines Glatteisfrühwarnsystems ständig wichtige Start- und Landebahndaten. Dazu gehören die Temperaturen in und über dem Beton, die Windgeschwindigkeit, Niederschläge und die Luftfeuchtigkeit. Besteht Eisgefahr, lösen die Sonden Alarm aus.

Flugzeugenteisung mit Warmwasser und Glykol

Bei diesem Vorgang werden Schnee und Eis vor dem Start von Tragflächen und Leitwerk entfernt. Spezialfahrzeuge von PortGround besprühen sie per zwölf Meter hohem Hubarm mit einem 60 bis 80 °C warmen, vollständig biologisch abbaubaren Glykol-Wasser-Gemisch. 18 PortGround-Mitarbeiter sind mit drei Fahrzeugen im Einsatz, welche im vergangenen Winter 1.125 Enteisungen vornahmen. Die Entscheidung, ob ein Flugzeug enteist wird, trifft der Kapitän.

Der Winterdienst ist rund um die Uhr in zwei Schichten organisiert und arbeitet mit der Verkehrszentrale des Flughafens, den Lotsen der Deutschen Flugsicherung und dem Deutschen Wetterdienst eng zusammen. Pro Schicht sind ein Einsatzleiter, ein Verkehrsleiter vom Dienst, zwei Gruppenleiter und 14 Gerätefahrer einsatzbereit. Die Winterdienst-Bereitschaft läuft offiziell vom 01. November 2013 bis 31. März 2014.