Einigung und Streik-Vermeidung für Germanwings verpasst

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Die Lufthansa Group bedauert die Streikankündigung der Vereinigung Cockpit (VC) für den morgigen Freitag. Die Gewerkschaft hatte heute Morgen und damit wenige Stunden vor Beginn der für heute gemeinsam verabredeten Gespräche mitgeteilt, dass es bei der Tochter Germanwings zu einem Streik kommen wird, wenn es am heutigen Donnerstag in der Frage der Übergangsversorgung für die Piloten nicht zu einer Einigung käme.

Lufthansa hatte den heutigen Gesprächstermin zur Wiederaufnahme der Verhandlungen in einem Brief am Montag angeregt und einen Vorschlag zur Ausgestaltung der weiteren Verhandlungen vorbereitet. Bei diesem Gespräch sollte es gemäß der Einladung der Lufthansa in erster Linie darum gehen, einen geordneten Prozess und Zeitplan für die weiteren Verhandlungen festzulegen.

Dr. Bettina Volkens, Vorstand Personal und Recht der Deutschen Lufthansa AG sagt: "Wir sind sehr enttäuscht, dass wir den Streik nicht abwenden können. Es entsteht der Eindruck, dass für die VC der Streik bereits beschlossene Sache war. Es ist nicht realistisch, über ein neues Modell für eine zukunftsfähige Übergangsversorgung an einem einzigen Tag eine Einigung zu erzielen. Dass am frühen Morgen des Verhandlungstermins ein Ultimatum für den Abschluss eines Tarifvertrags gesetzt wird, obwohl wir deutlich gemacht haben, dass es zunächst um die Ausgestaltung des weiteren Verhandlungsprozesses gehen muss, ist sehr ungewöhnlich und nicht nachvollziehbar."

Streik-Auswirkungen für die Passagiere sollen reduziert werden

Lufthansa und Germanwings werden sich nun vor allem darauf konzentrieren, die Auswirkungen eines Streiks zu begrenzen. Der für Freitag angekündigte Streik fällt auf das Ferienende in Thüringen und Sachsen. Dr. Bettina Volkens sagt: "Wir werden alles tun, um die Fluggäste der Germanwings bestmöglich zu betreuen und sie wenn möglich trotz eines Streiks an ihr Ziel zu bringen."

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Lufthansa hatte bereits vor dem Streik der Vereinigung Cockpit Anfang April ein Angebot zum zukünftigen vorzeitigen Ausscheiden aus dem Flugdienst vorgelegt und damit eine Grundlage für weitere Verhandlungen geschaffen. Dieses Angebot bietet allen Mitarbeitern im Cockpit auch in Zukunft die Möglichkeit, vorzeitig aus dem Flugdienst auszuscheiden.

Konkret sah das Lufthansa-Angebot zur Übergangsversorgung folgendes vor:

  • Für Mitarbeiter, die bereits vor dem 01. Januar 2014 bei Lufthansa gearbeitet haben, übernimmt Lufthansa auch in Zukunft die Kosten des vorzeitigen Ausscheidens. Damit bleibt die arbeitgeberfinanzierte Übergangsversorgung noch für mehrere Jahrzehnte erhalten.
  • Auch für Mitarbeiter, die ab dem 01. Januar 2014 ihre Tätigkeit bei der Lufthansa aufgenommen haben oder aufnehmen werden, bleibt ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Flugdienst möglich. Die Kosten hierfür sollen aber in Zukunft nicht mehr von Lufthansa, sondern durch die Mitarbeiter getragen werden. Im Falle einer Flugdienstuntauglichkeit ist weiterhin für alle Mitarbeiter eine rein arbeitgeberfinanzierte Absicherung vorgesehen.
  • Das individuelle Alter für das Ausscheiden aus dem Flugdienst soll in Abhängigkeit von der Dienstzugehörigkeit von 55 Jahren für dienstältere auf bis zu 60 Jahre für dienstjüngere Mitarbeiter angehoben werden. Je länger die Mitarbeiter bereits im Unternehmen waren, desto weniger sind sie von der Anhebung des frühestmöglichen, individuellen Ausscheidealters betroffen. Sehr langjährige Mitarbeiter sind von der Änderung gar nicht betroffen.
  • Im Durchschnitt scheiden Cockpitmitarbeiter der Lufthansa Passage heute mit 59 Jahren aus. Zukünftig soll ein durchschnittliches Alter von 61 Jahren bei der Lufthansa Passage für das arbeitgeberfinanzierte Ausscheiden aus dem Flugdienst in mehreren Jahren stufenweise erreicht werden. Das Durchschnittsalter 61 spiegelt den gesamtgesellschaftlichen Trend einer längeren Erwerbstätigkeit wider.